Einzelbild herunterladen
 

i

Nr. M-1 | Samstag 17. Mai 1919. | ÄÄÄÄTÄ I 4S. Zabrg

französische Stimmungsmache.

Frank>eich versucht es mit dem Bangemachen. Gellern batte die offiz-ö e Havas-Agentur bekanntlich melden müssen, Marschall Fach sei nach den be» letzt-m Rheinlanden abaereist, um milita­ri che Woibtreintnaen zu itessen, falls Deutschland es ablehnt, den Friedeiisverrra.r zu unterzeichnen. Tags znvo war schon mit der vollständigen Blockade und militärischen Maßnabm n ged>ohr worden. Bon belgischer Seite kommt die Meldung von der W jeder et nberufung von 5 Jahr, »klaffen und aiiä derselben Quelle wird verbreitet, von Frankreich kämen seit einigen Tagen fortgesetzt Zuge mir Kanonen im besetzten Gebiet an.

Ln Deutschland durchschaut man solche Mätzchen und die deutsche Delegation wird sich durch sie von ihrer Pflicht, den Vertrag auf das Genaueste zu prüfen, nicht abbringen lassen. Daß irgendwo im besetzten Erbiete Züge mit Kanonen spazieren gefahren werden, ist schon möglich und es stimmt sogar, daß Fach sich an die Rhunsront begeben hat, aber es ist lächerlich, glauben machen zu wollen, daß der Oberstkommandierende der Ententacmee selbst kommen müsse, um für den Fall der Kündigung des Waffenstillstandes die militärischen Operationen zu leiten. Diese militärischen Operationen an der Rheinfront, wenn es zu ihnen kommen sollte, können keine kriegerischen sein, denn zum Kriegführen gehören zwei, und Deutschland hat das sollten doch auch die Feinde wissen keine Armee mehr, die Wi­derstand leisten könnte. Die Ententearmee kann vor- rücken, sie wird keinen Feind finden, und Marschall Fach wird, wie derVorwärts richtig bemerkt, keine Gelegenheit finden, seinen Ruhm m mehren.

zwischen Deutschland und der Entente nach auSzutragtn ist ist keine Angelegenheit der Generäle mehr, sondern eine Angelegenheit der V ö I- ,[et- keine Sache der Gewalt, sondern eine Sache des Ne ch t s, und der Ausgang wird nach unserer yrberftdii dem größeren Vorgänger Fachs, dem Be- nei al Bonaparte, Recht geben, der da sagte, daß zum Schluß ^'deen immer stärker als flanonen sind."

Dte Reise des Marschalls Fach an die Rheinfront, ist also Stimmungsmache für eine Politik, die die Fran«, zoser. wünschen. Solche Nachrichten dürften sich übri«. gen? in nächster Zeit noch häufen. Man zeigt uns de»! Stock, wie ein Lehrer, der unartige Kinder zur Naisau bringen will. ______________

Abschnürung des Rheinlande».

Sn einem Leitartikel, der der Art und Weise der, Anwendung des Selbstbestimmungsrechts der Völker auf Deutschland durch die Entente verurteilt und be­sonders die bevorstehende heimtückische Knebelung dec Rheinlande behandelt, teilt dieFranks. Ztg." mit: Wir haben positiven Anlaß zu der Annahme, daß das nach dem Wortlaut des Friedensvertraoes voraefehene besondere Z o l l g e s e tz, das man sich im Interesse der Deoökeruna besttz'er Gebiete Vorbehalten hat, für die Rheinkande durch die französischen Behörden bereits zur Einssihrung vorbereitet ist. Demnach soll also das sinke Rheinufer vom übriaen Deutschland ab ge­schnürt und gezwunaen werden, sich wirtschaftliche nach Westen anzuschließen.*

Der Papst an Ebert.

LomBattkan ging dem Reichspräsidenten auf dessen Mitteilung des Amtsantrit es hm folgen­des Schie-b.n zu, dos erst jetzt nach Berlrn ge­langte, weil es während der Näleherrschaft in Mün­chen dort bei dem Nuntius liegen bleiben mußte:

Dem auseezeichnetcn und ehrenwerten Manne Friedrich Ebert übersendet Pupst BenediktuS XV. tot und Heil! Wir erhielten Deinen Brief, in welchem Du uns in Deiner Liebenswürdigkeit benackrichti'st, daß Du am 10. Februar tn der Nationalversammlung Deutschlands zum Präsidenten dieses Reiches erwählt wurdetz, und daß Du dieses Amt an enommen hast. Wir d nken Dir für Demen Brief und be tückwünschen Dich zu der Dir übertrn en en hohen Wurde. D eS umso mehr, als wir sehen, das Du Sorge barür traten wirst, datz zwischen un eretn apostolischen Stuhle und dem Deutschen Reiche die bestehenden Be­ziehungen nicht nur unverändert b eiben, sondern auch fefter werden sollen. Mit R-'ckt nimmst Du an, daß es an unsererMitarbeit hierin nie mangeln iriro. Indem wir die Aeuserungen Deiner Ehrerbie­tung und Liebenswürdigkeit erwidern, erbitten tote von Gott für Dich alles Segensreiche und G.iicklicke. Ge­geben zu Rom bet St. Pete-, den 2. Aprst 1919, im fünften Jahre unseres Pontifikates.

Die deutschen Kriegsverluste.

Nach offiziöser Mitie'lnng liegt das traurige Ergebnis des Krieges an Toten, Verwundeten und Gefangenen des Krieges nunmehr bis zum 30. April Vor. ES wurden gemeldet als tot 1 676,696, als vermißt, von denen neun Zehntel als tot betrachtet: werden müssen, 373,770, loraß ein Gesam tver- luft en Toten von über zwei Millionen ange­nommen werden kann. Verwundet wuiden gemeldet 4 207,028. In feindlicher Gefangenschaft schmachten noch 615,922. In dieser Zahl find obec- die Zivilgefangenen nickt eingerechnet. Der <3e» samtverlust beträgt 8,730.416 Mann.

Halb belustigt, halb befangen hatte sie ihm zugehörr, nun sagte sie:

Das nenne ich Männerkvgikl"

.-Was nennen Sie denn Frauenlogik?" fragte Detten grog verwundert.

Denn beisvirlSweise ein Mann über dem Kopfe einer Frau bis spät in die Nacht hinein Zimmerprome­naden hält, so folgert sie daraus, daß er unfehlbar bis in den Mittag hinein schlafen wird. Daß Fra>-en'ogik indesien unzutreffend ist, hat sich heute gezeigt,- schloß sie prompt.

Er stand bestürzt.

«Ihr Zimmer liegt unter dem meinen? Mohren­element ! So hörten Sie mich auch fingen?"

Um ihre Lippen zuckte es verräterisch.

Fch hatte das Vergnügen."

Wenn Sie mir gegenüber doch aufrichtig sein wollten I"

C§ ist wirklich so! Sie machten mir wirklich Ber- gnügen."

. -Nun, Ihre musikalischen Nerven habe ich gewiß nicht aufgeregt."

«Ö nein, aber"

»Aber? Bitte, sagen Sie mir einmal ein Kom­pliment."

Meine LachmuSkelnI"

Er blieb stehen und schaute sie mit schelmischem Augenblinzeln an; sie ahnte, was erfolgen könnte, ließ seinen Arm loS und sagte, daß sie nun allein gehen könne. Er vergaß indessen sein Versprechen, und dachte nicht im germgiten daran, sie zu verlaffen.

Er wäre ein llnreckt von mir, da wir doch den gleichen Weg haben. Ich werde Sie also noch be­gleiten."

.Auch wenn ich Ihre Hartnäckigkeit alS Beleidigung ansehe?"

Ach um den Preis eines solchen VersShnnngSzei- Jw,nt.tre an ienetn Abende möchte ich Sie nut immerzu bcleidmen. Das ist speziell meine Logik."

Sie empfand diese Anspielung peinlich und beharrte mit umso größerer Bestimmtheit darauf, daß er sich ent«

Pariser Beratungen.

AuS Paris und Versailles liegen folgende Melknm- gen vor: Tie Pariser Ausgabe desNewyork Heralb" meldet, daß beschlossen wurde, eine alliierte Flotte in die C st s e e zu schicken und eine Anzahl Izifanteric- batailloue zu bilden. Es liegt Ermid zu der Annahme vor. daß eine Operation gegen Petersburg ftart- finden soll.

Ter Oberste Rat der alliierten Regierungen gibt bekannt, daß Maßregeln getroffen tourten, um de Blockade gegen Deutschland sofort aufzuheben, so­bald Deutschland den Friedensvertrag formell augenom. men haben wird. (Eegenwärtig ist nur die Einfuhr einer geiriren Menge von Lebensmitteln erlaubt.)

Tie feindliche Kommission für de territorialen Gren'en arbeitete den A n t w o r t e n tw u r f ans Sie deutsche Note über die Gebietsabtretungen und die Anir-rndung der Grundsätze Wilsons aus. T>>r Meinungsausiai sch ztpijchen den Ita'ieuern und Süd- flairen bezüglich des Problems von Fiume hat noch zu keiner endgültigen Lösung geführt.

damit verbundenen höchst allgemein gehaltenen Kon­trollklausel zu erwarten haben.

Tie Entschädigungssumme, die Deutsch­land vorläufig zahlen soll, beläuft sich auf eine R-ihe von Jahren verteilt auf 100 Milliarden Mark in Gold. Die erste Rate von 20 Milliarden ist innerhalb utoei Jahren in irgend einer Form zu bezahlen. Tie beiden anderen Raten von je 40 Milliarden werden a's An­leihen betrachtet werden., dte Deutschland zu verzrusen hat. Zwei wichtige Folgen ergeben sich aus dieser Ver­pflichtung. Einmal wird die gesamte innere Finanz Wirtschaft unter feindliche Kontrolle gestellt, und zwar angefangen vom Reich bis h n-nter zu een Haushalten der Gemeinden, wobei der Schuldenvienst an die Alliierten den Vorrang vor allen übrigen Verpflichtungen, auch vor den inneren Anleihen besitzt. Tamil ist die Zündschnur an unsere gesamte staatliche und private Finanzwirtschaft gelegt, sie kann jederzeit in die Luft gesprengt werden. Tie zweite Folge besteht darin, daß die Liesernng ausländischer Rohstoffe und Nahrungsmittel von den ANii--r en ratio­niert werden wird. Deutschland erhält nach dem Friedensvertrag nur soviel Rohstoffe, wie die Alliier­ten für unbedingt notwendig halten. Tie wirtschaft- licken Hanvtkonkurreuten Deutschlands, nämlich Eng­land und Amerika, besitzen also die praktische Verfügung darüber, welches Cuantum Arbeit iedes Paar Hände in Teiitschland an jedem Tage verrichten darf.

Ans diese Meise verliert Deutschland die Möglich- leit, auf fremden Märkten konkurrenzfähig anfzutre- ten. Da aber noch ein Rest Konkurrenzfähigkeit vor­handen fein könnte, wird Deutschland §>enmIngen; fänit. licken Feinden ohne Nnterfckied in seiner Zollgesetz, liebung ein M e i st b e g n n st i g u n g S r e ck t zu ne­ben, das nicht auf Gegenseitigkeit beruht. TieS alle n würde schon genügen, um unsere Waren und Produkte auf dem WelthandelSmarlte völlig unmöglich zu machen. Die Feinde können bel ebig Hobe Zölle auf die deutschen Waren legen, während wir selber gezwungen sind, für i h re Daren die niedrigsten Zollsätze anzurecknen. die wir irgend einem Laude durch Vertrag zugesichert ha­ben. Alle Staaten, mit denen wir bisher in ckande s- beziehungen gestanden haben, tverden naturgemäß ^aun von einem weiteren Bezug unserer Waren abseh?«, weil sie diese ja von unseren Gegnern vwl billiger be- kommen können, wir urferrrfcit.3 a'er ihnen keinerlei Vergünstigung zuzngestehen in der Lage sind. Dadurch wird unsere Handelspolitik völlig unternrab.m. Tie Meistbegünstigung soll den deutschen Handel unmögl.d) macken.

Um die eksäsiische und die oberfchlest'fch-pokniscke Tertilindnstrie auf Kosten Deutschlands zur Blüte zu brivgen, müssen wir ihr auf fünf be,w. drei ?ahre völlige Zollfreiheit zusickern. Tag-gen ffbe'gt fick der Vertrag über die Belieferung unferer Weö- Industrie mit Rohstoffen auS. Anck fier hat Frankreich raffiniert fveknfiert. In den nächsten fünf Fahren stellt sich ein ganz begreiflicher Hunger nach Webiraren und Bekleidungsstücken bei unS ein. lind diese Gele­genheit will namentlich Frankreich auSnnben. um fe-rte eigenen Crzengnille auf den deutschen Markt zu wer­fen. Wahrend die deutsche Industrie veroebenz auf Rohstoffe wartet und daher nicht arbeiten kann, wird es der franzöfifckien m-ßerordentlich leicht, sich den deut, ftben Markt vollständig zu sickern, sind wenn endlich unsere eigenen Spinnereien und Webereien wieder ar­beiten können, ist ihnen nicht nur der AuslandSmaekt gesrerrt, sondern unsere Produkte können nicht einmal mehr in Deutschland auf Absatz rechnen.

DasBernicktungSsystem wird noch dadurch verschärft, daß Deutschland alles, was eS von fein-n früheren Verbündeten zu fordern hat, den Alliierten abtreten, da», was es jenen Ländern schuldet. aber an die Alli- irrten bezahlen muß. daß das deutsche Privateigentum in Ueherfee liquidiert wird, daß deutsche vesihtümer und Rieberlassuimen bei den früheren Verbündeten ent- ebnet werden müssen, daß der dent-che Auswanderer, sowie er feinen Fuß über die LandeSgrenzen setzt, recht- und heimatlos fein wird.

Im Avril 1917 schrieb das englifte SchiffahriSblatt Fairplah":Wir werden den Deutschen die Hände lassen, womit sie arbeiten können, und den Mund, wo- mit sie essen können, daS alles aber % u unserem Vorteil und nicht zum Vorteil der Deutschen oder der Neutralen. Die Deutschen müssen als Verbraucher wie als Hersteller unter unserer Kontrolle stehen, und der Schlüssel deS Epciseschrankes muß im Gewahrsam der VerbandSmächte sein". Diese Worte sind geradezu das Motto dei FrieöenSvertiaees von I Versailles. Sckrill werden sie heute dem deutschen Volk in die Ohren gellen. Sie sind verwirklicht durch bat Netz von raffinierten Bestimmungen; das dieses schänd, lichste Dokument des zwanzigsten Jahrhundert? über das entkräftete deutsche Volk svirft. um eS vollständig zu fesseln, um eS vollständig ab usbnüron, eS vollstän- dtz auszusaugen, es der rücksichtslosen Ausbeutung durch die Entente auS uliefern für jetzt und für immerdar. Anne emporhob und diese den Damen so geläufige Be- I schäftigung vollführte, trat ihre formvollendete Gestalt so vorteilhaft hervor, daß Detten in schweigender Be- Wanderung vor ihr stand. Sie empfand diese unver­hohlene Huldigung peinlich, ließ die Arme sinke» und trat errötend einige Schritte zurück.

Ich werde Sie begleiten," sagte Detten,ohne Schutz darf ich Sie in den einsamen Dünen nicht lassen."

Ich bin ja auch ohne Ihren Schutz hergekommen," warf sie leicht hin, mit gleicher Ueberlegenheit in Ton und Wort.

-Nichtsdestoweniger: hier bin ich und hier bleib' reichte ihr den Arm.Sie weiden schlecht in dem Sande fortkommen, also verstoßen Sie einmal ausnahmsweise gegen den guten Ton und nehmen Sie meinen Arm. Haben wir erst die Dünen im Rücken, will ich ein Opfer der schlimmen Konvenienz werden und mich entfernen."

2Rit einer bezeichnenden Kapfbewegung, die Wohl auszudrücken vermockte. daß sich ins lliwbänderl che ügen noch immer keine Niederlage fei, nahm sie den dargebotenen Arm. Sie fühlte, daß fein Rock feucht war, und bemerkte nun erst, wie leicht gekleidet er ging.

Wie unvorsichtig Sie sind, Herr von Detten I" ta- belle sie.So spielt man nicht mit seiner Gesundheit. Sie ziehen sich eine Erkältung zul"

Daran trügen Sie wieder einmal die Schuld." Eie maß ihn mit ungläubigem Blicke.

Aber Herr von Detten l Cie find entweder im höchsten Grade originell oder unartig."

Passen Sie einmal auf, Fräulein Liga," versetzte er launig,heute in aller Morgenfrühe werde ich durch daS Knarren einer Türe geweckt, ich höre leichte Füß- chen die Treppe hinuntereilen, springe auf, fahre in daS erste beste Kleidungsstück und da bin ich! Nun werden Sie nicht mehr behaupten wollen, daß Sie tret, neu etwaigen Schnupfen nicht verschutzLen. LS ist ein­fach logisch bewiesen."

Die Stettiner Plünderungen.

Tie Vorgänge in Stettin haben, wie versichert wird, keinen politischen Charakter. ES sind im wesentlichen Hungerkrawalle. Tie dortige Bevölkerung ist erbittert darüber, daß größere Fischtransporte von Stet­tin aus in das Innere Deutschlands versandt werden» während in Stettin selbst große Lebensanltelkuappheir herrsckt. Tie Soldaten, die der Plünderung der Hr- nngslager untätig zusahen und sogar ihre Waffen fort- warfen, sind keine Regierungstruppen, sondern Mik- glieder der sogenannten Sicherheitswehr, die etwa der ferne. Der kalte, förmliche Ton ihrer Stimme und die immer eisiger werdenden Gesicktszüge hätten ihm warnende Anzeichen sein sollen, daß das Maß über, schritten fei. Sie übten auf ihn indessen eine durch­aus gegenteilige Wirkung aus sie reizten ihn.

Nun denn, mögen Sie recht haben," versetzte er, indessen können Sie mir nicht verbieten. Ihnen in beliebiger Distanz zu folgen. Tas steht in nxiru iy Belieben."

Sie würdigte ihn keines BsickeS mehr und schritt! voran. Er blieb unverdrossen an ihrer Seite. Mit welchem Recht?---Sie muß doch wissen, daß

ich sie liebe!" Fritz Detten, du hast soviel Weisheit! eingesogen, aber ein Frauenherz kennst und verstehst du nickt! Er fühlt selbst seine Lhnmackt gegenüber dieser stolzen, unnahbaren Frauenseele und denke:Ich will ein Ende machen." Er beugte den Korf, den er f» hoch zu tragen gewöhnt ist, zu ihr herab, und eine Welt voll Zärtlichkeit lag in seiner Stimme, als er fragte:

Bin ich Ihnen denn wirklich lästig, gtäuletn Olga?"

Ihre Augen flammten, ihre Wangen glühten, ihre Stimme klang unsäglich kalt und ruhig:

Sie fragen viel, mein Herr, worauf eine wohl­erzogene Tarne keine Antwon hat."

Dunkle ZvrneSröte bedeckte fein Gesicht. Seine Hand lag fckwer auf ihrem Arme.

Ick will Avttwort, Olga!" rief er.Ich ver­lange fiel*

-Ich bin für Sie nicht Olga! Wenn ich Ihnen bur/| mein unbefangenes Entgegenkommen zu solcher Sprachst Anlaß gegeben, so kann das niemand tiefer bedauern« als ich."

Sie fchüttekte feine Hand ab und ging ohne GeuK davon.

Mag sie gehen!" stieß et ingrimmig hervor.Dav ich ein Tor wäre, mich an ihre Ferse zu heften!"

Und trotzig schritt er Wiede- in die $>"' -'

(Fortsetzung folgt)

Olgas Irrtum.

to5<^feiJ^neö toat f,e aufgesprungen und trat zurück, : Detten. in eine Sandwolke gehüllt, ihr loch-nd

- -Guten Morgen!" zurief. Sie bewahrte indessen ruhige Höflichkeit und bückte sich nach ihrem Hute.

Lch, .^glücksmensch!" rief Detten bedauernd,nun SWt.u e ?u alledem mich noch an Ihrem schätzbarsten *wl<Mertutf verkündigt!"

Schaden ist nur ein geringer im Vergleich zu ^omantik des Morgentraumes in den Dünen." mein Tazwischentreten so grausam zer- ** wurde!"

f*e und reinigte ihren Hut vom Sande, tre,wütige Zugestehen ärgerte ihn.

fcet,' . tut mir leid," versetzte er sarkastisch,aber fce;j!e .'5 Herr Kommerzionrat die Dünen packten eb- im ar ^rem romantischen Morgentraume nichts ' m ^ege wenigstens ich nicht."

fidj ab, um ihren Mund spielte ein »er- iji, Er wußte nickt recht, lackte sie über

herkollem!, S15 wollige Gebarcn eines im Sande um. *fbr6ar/Cn ^randläufers. DaS erstere sckien an- Mem un . *° fragte er, seinen wohlgepflegten Bart reintgenb:

^C;Un ?r5'u*e,n Olga, was denken Sie von mir?" 9h. 6 "EtS Schlechtes."

vestthen Sie nut. Das

Sie Ä SSen f,e6t nicht an."

fit 5Ee; und wenn ihr da» von Herzen kam. Nein nied^ bernd sckon. Man hätte vor diesem LS- kn, Strahr ^Oflen «nb bitten: 8aS diesen war- beu en Augen auck dein kaltes, stolzes

,S?enn ^'"0 Augen läckeln, redet er. aber du kennst feine Sprocke nicht.

fkem eine solch' gute, Meinung von mir haben c erwiderte sie ihm darauf und befestigte den der £ 'h^ wie ein leistet Falter in der Fülle blon.

k ' aus chrem Kopfe. Wie sie dabei die

#w Grabe unserer Volkswirtschaft.

£tt Entente will uns Bedingungen auferlegen die «rf für ewige Zeiten zur A rmut und Sklave- ,i verdammen müssen.

> Sie man im barbarischen Altertum mit teuflifchcc | Hoheit die armen Opfer unfäglidjen Qualen unter- k «rf und langiamem Tode emgcgeuführle, so haben W «h jeoi die seiudlicken Staatsmänner mit Deutsch. I taitb und seinem Volke bescklossen. An dem Tage, wo | Tjr btn FriedenSverirog unterzeicknen, legt man uns I yn Strick um den Hals, um ihn dann allmählich zuzu- «ehe», bis wir endlich erstickt sind.

Devfickland soll vollständig zertrümmert, seine I n- guitrie vernichtet, sein WiNschastSleben k ,änzl ick zerstört weiden. Einst das zweite In- duitrievelk der Erde, will man uns ietzt zu einem armen [ to.barbeiterDoIfe matten, das nicht mal mehr feine | Bevölkerung selbst trnäbren kann. All unsere Arbeit F «nfi für die Entente getan werden. Zu Arbeitssklaven | Amerikas Englands, lFramkreichs und Polens sollen

»nfere Arbeiter werden.

Turck die Abtretungen von Elsaß-Lothringen, Saar, k gebiet, Cbertolefien, Poken. Westpreußen, Teilen von cüvreußen, sowie von Setsseswig verliert Teutsch- r'tab einen sehr erheblichen Teil seiner Kohlenpro- iuliien, da es von den drei Hauptgebieten nur L tmcs nämlich das Ruhrgebiet behält. Es der. ßen ferner einen Teil seiner Erz- und K a I i I a g e r |" mb nickt zuletzt erbeblicke Quellen für die Deckung sei- ! Bedarfes am Lebensmitteln.

Von der noch übrig bleibenden einheimischen Roh» | hoffprcduktion hat Deutschland beträckilich erhöhte Mngeu gegenüber der Vorkriegszeit auszusüh - ,en. wobei der Erlös aber nicht uns iwgute kommt, fortbern lediglich xur Tilgung von Kriegsschulden dient.

I Tie auszuführende Kohlenmenge allein beträgt rund i vierzig Millionen Tonnen für die ersten | Jahre und eutsvricht dem Doppelten der FriedensauS- i fuhr. Dazu kommt noch die vertragsmäßige Ausfuhr ; einer Anzahl anderer Rohstoffe, sogar von Vieh.

Sie Einführung von Rohstoffen aus F tauben und überfecifcben Ländern wird dagegen auf i ses höchste erschwert und verringert. Teuischland bet« * fiert zunächst seine Kolonien. Es verliert toeiter alle ! früher erworbenen Reckte im Ans.and und Neberfee. [ Leine Handelsbeziehungen sind vernicktet. Ihre S?ie- )erhen!e^'i,ng ist zum großen Teil unmöglich gemacht. Sie Entente behält sich das Recht vor. besondere Zoll- tfremc für Ein- umb Ausfuhr von Erzen nach den beteten Gebieten zu erriitten. Ter Zweck ist der, die rbeinikch-westkäliscke Induslrie. die unS nach Verlust ües Saarbeckens und OderscklesicnS noch allein ver­reibt, von dem Bezug der bringend benötigten lurem- mrgischen und lothringischen Erze aiiszusckliesten, oder

s doch wenigstens berem Einfuhr ko zu beschränken, baß tiw die notwendigste Arbeit getan werden kann.

i Sie Bezahlung der Einfuhr ist uns überdies ^urch die Vernicktung unserer eigenen Prebukiion fast

: mnnöglich gemacht. Ter Transport von Waren Ä'e ist unkontrollierbar, verteuert umb »inge- irranfr weil Teutschlanb eufbört, eine eigene Hon» ei: beutzen.. Alle S ck i ff« über 1600 Ton-

Men« die Hälfte btt Schiffe zwiscken 1000 und 1600 <to|nen und ein Viertel aller kleineren Fahrzeuge finib ? u 11 e f e r n.

: Das danach noch cm Ptobuktionsmöglichkeitsn übrig ^urt^ die besonderen Vorrechte unserer »negsasgnet weiteren Einschränkungen unterworfen.

WMNeubau von Handelsschiffen ist vorläufig «'möglich gemacht, weil für fünf Jahre zunächst 200 000 Sonnen Sckiffe für fremde Rechnung jährlich gebaut «rden müssen, insgesamt also 1 Million Tonnen. Ob

CT - ou dieser Schiffe noch die Möglichkeit besteht »t W selber zu bauen, ist seht fraglich und hängt ganz «von ab, wie leistunsis'ähig unsere Industrie dann em totrb, und ob uns das Ausland genügend Erze und Danstosie fiefetn wird. Tie Absicht der Entente ist klar.

oen fünf Jahren, in welchen wir für unsere Geg. «t arbeiten müssen, sind die deutschen Reeder wegen

«s 'hiten^ur Verfügung stehenden beschränkten Sch'ffS. «wtneo rur den -allgemeinen Welchanbelswettbewerb bemtchten. Der Entente ist es also leicht ge- uch den ganzen Schiffsverkehr der g^Uu. ''chern. 11 nb wenn bann nach Ablauf der Frist bie deutschen Schiffer wieder zahl- «stoer auf dem Meere und an den Handelsplätzen er.

.finden sie überall verschlossene Pforten.

Seutickwnb verliert praktisch sogar die uneinge- Staatshoheit über seine Verkehrsmittel in ^Ul,w!and selbst. Internationale Kommissionen kön- n,d,ts. nur die Tarife, sondern sogar die Linien-

-tung der Eisenbahnen beeinflussen. Tie gro- ^-^-romläufe Elbe, Lder, Weichsel, Donau 'nternationalisiert unb zwar mit samt ihren sy fwaren Nebenflüssen unb allen Verbinbungskarnälen. kanh-E - 'chsnersten Beschränkungen wirb aber TeuisL- infolge seiner finanziellen Verpflichtungen unb bet

Der Raub unseres Viehbestandes.

Die ffntente verlangt von Deu'schlanb die Abliefe­rung von annähernd 30 000 Pferden, 4000 Stieren, 140 01-0 Milchkühen, 40 000 Scklacktrindern, 120 000 Schafen, 3000 Schafböcken und 25 000 Ziegen. Tat­sächlich würde» wie sich nach Feststellung von berufener Seite ergibt, der Verlust Deutschlands an Vieh sich ganz bedeutend höher stellen, wenn die Forderungen in ihrer fetzigen Form verwirklicht würden. Dadurch, daß uns im Osten und Norden große Länder st recken ge­nommen werden, die bisher deutsches Bieh-Ueber- schußland gewesen sind ^Schleswig, Posen, Westpreu­ßen und Teile von Ostpreußen), würden wir außer oben ausgeführten Viehmengen noch verlieren:, 13Ö000 Mutterstuten (Posen und Ostpreußen sind be­kanntlich die besten Zuchtgebiete Preußens), 1100 000 Stück Jungvieh, 1550 000 Milchvieh. 1000 000 Schafe und eine ungeheure Menge Kleinvieh.

Gärung im englischen Militär.

Wie englische Zeitungen melden, ist man in England! einer großen Bewegung ans die Spur gekommen, wo-- nach die Soldaten und Matrosen am letzten Samstag" selbständig demobilisieren wollten. Es war geplant, daß sie ihre Achselstücke ablegen und aus.' den Kasernen ausmarschieren sollten. Die Garnisonen, in denen dies geschehen sollte, waren verschiedene in England, in Frankreich Rouen Havre, Bouloone und' Calais. Unter den Matrosen in den Krieashäfen wa­ren Broschüren verteilt, die sie aufteizten, die Höfen zu besetzen und Soldaten zum Anschluß an die Bewegung zu gewinnen. Die Gärung ist auf den Wunsch, endlich enttossen zu werden, zurückzuführen. Die Meldungen schlirhen mit einer Warnung an die Soldaten, von einer Beteiligung an derartigen Unruhen abzusefien, beson­ders in dem Moment, wo die endgültigen Friedensbe­dingungen den Deutschen oorgelegt worden seien