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W» QQ I ««antwortlich für den redaktioneL« Teil: Karl Schütte. | t17eHw**A 2 A dH*t1 1A4A I Vertag der Jutdaer Scürndru<kerei in Fulda. - Preis »ormtt. I *a l/>hrrr

|U. vv« I für die Anzeigen:J.Parzetler, Fulda. Rotationsdruck. | llnlTWOuj «5U* Elptll J V I | g§ Pfg, Aumipr. Rr. g. retegr.-LLreffe: Fuldaer Zeitung. , >Ul)llj.

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Rheinland-Westfalen.

Bochum, 29. April. In Buer find unter dem dnngsndeu Verdacht, an den Plünderungen be­teiligt gewesen zu sein, über sechshundert Personen verhaftet worden. Unter den Festgenommenen befinden fich nach der,Buerschen Zeitung^ verschie­dene Schwerverbrecher, von denen einer im dringenden Verdacht eines doppelte« Raubmordes steht. In Horst-Emscher ist es ebenso wie in Duer zu Plünderungen gekommen, die aber von de» heranrückenden Truppen schon in den ersten Anfängen unterdrückt werden konnten.

Sie Regierungskrise io Braunschweig.

Braunschweig, 29. April. Die Entscheidung der xandesversammlung über die Bildung der neuen Regierung ist abermals vertagt worden. Heute fanden FrakttonSfitzunge» statt. Bei Eröffnung der Vollsitzung waren 'wiederum nut die Vertreter der detden sozialdemokratischen Parteien zugegen. anbetracht dessen wurde die Sitzung auf morgen vertagt.

Die Lage in Schlesien.

Breslau, 29. April. In einer gestrigen ©trdtoer- sammlung in Gleiwitz wurde von der Streikleitung bekamst gemacht, tzxch die Regierung aste Ford^-

großen Betriebe, lote Fabriken, Kaufhäuser^ Theater, Kinos Kaffees und Wirtschaften täglich bet den Banken einzuzahlen sind. Außerdem sind sämtliche Wohnungs- und Pachtzinsen vom 1.10. 5. aus das Konto einer Bank einzuzahlen. Die Vorausbezahlung von Gehältern ist strengstens verboten.

Bamberg, 28. April. Leider muß eine Aus­dehnung der bolschewistischen Macht im bayerischen Oberland festgestellt werden. So wurde die etwa 5000 Einwohner zählende oberbahetische Stadt Mühlberg von 400 Spartakisten besetzt und mit Maschinengewehren zur Verteidigung eingerichtet. Auch der Wallfahrtsort Al löt ring ist in sparta- kistischer Hand. Ueberall, wo die Spartakisten sich einnisten, requirieren sie rücksichtslos die greifbaren Lebensmiltelvorräte unbekümmert um die Rot der Bevölkerung. In Augsburg ist eS nach wie vor völlig ruhig. Die Anmeldungen zum bayerischen Freikorps sind aus dem ganzen Lande weiterhin erfreulich. In Nürnberg hat fich die Lage zu Gunsten der Regierung Hoffmann gefestigt. Die radikale Arbeiterwehr wurde entwaffne,.

Bamberg, 29. April. Nach verläßlichen Rachrichten, zeigt sich immer deutlicher, daß die Zwistigkeiten zwischen den boschewistischen Führern in München, vor allem zwischen Dr. Lewin und den Münchener Kasernetwä- ten, recht ernster Natur sind. In einer Räteversamm­lung beantragten die Kasernenräte, es solle mit den auswärtigen Garnisonen verhandelt werden. Dr. Lewien brachte diesen Antrag zu Fall, und die Kaser- nenräte verließen die Versammlung mit dem Ruf: Dre Blutschuld trifft Euch! In dem Blatt, das die Räte­regierung in München täglich einmal erscheinen läßt, erklärten dann die Kasernenräte, daß sie sich nicht hinter die Mteregierung, sondern hinter die besonnenen Arbeiter stellten. Richt genug damit, klagten sie auch in öffentlicher Versammlung die Führer der Bolsche­wisten ob ihrer Westerherrschast, ihrer Festgelage und ihrer völligen Unfähigkeit zu jeder Arbeit für die All­gemeinheit an. Sie erklärten rund heraus, die Räte­republik könne keinen Bestand haben. Demgegenüber veranstalteten die bolschewistischen Führer elf Ver- fammlungen, worin meist rufsffche, der deutschen Sprache kaum mächtige Agitatoren das Rätefystem verherrlichten und folgende Maßnahmen verküiweten: Abstempelung des Geldes zum Zwecke der Enteignung der Vermögen, Uebergabe alles Vermögens an das Volk. Neurationierung der Lebensmittel und zwar für die Arbeiter volle, für die Bürger verkürzte Rationen, Beschlagnahme aller Wohnungen, Verhaftung aller An­hänger der Regierung Hoffmann.

Der Aufmarsch gegen Müncheu.

Das militärische Unternehmen gegen München ist jetzt in vollem Gang. Die Haupwerteidixungslinie der Roten Armee gegen Westen, Amper, Ammersee, bis Bruck, der Stützpunkt gegen Norden, das stark befestigte Dachau und der nördlich vorgeschobene Stützpunkt Freising wurden von den Regierungstruppen genom­men. Auch eine Amper-Brücke befindet sich schon in der Hand der Regierung. Am Lnn besetzten sie Was­serburg und Goas.

2m Einverstäitdnis mit der bayerischen Regierung überschritten die Reichstruppen mit einzelnen Tellen die Grenze. Die 2. Gardedivisian mit den Re- ginteniern Alexander, Augusta, Franz und dem Frei­korps Görlitz befinden fich auf dem Marsch. Gemeinsam mit der bayerischen und schwäbischen Volkswehr werden die Hilfstruppen des Reiches den Aufmarsch gegen München durchführen.

Bamberg. 29. April. In den Fabrikstödten Forchheim und Schweinfurt, wo gestern die nun beginnenden Eisenbahntransporte preußisch er Truppen von spartakistischen Elementen zu stören versucht wurden, ist durch regierungstreue Truppen der Garnison Bamberg rasch die Ruhe wiederhergestellt worden. Bei diesen Unternehmungen wurden in Forchheim fünf Spartakisten verwundet und drei ge­tötet. In Schweinfurt wurden ebenfalls mehrere Ar­beiter verletzt. Ein Teil preußischer Truppen wird über Probstzella, Bayreuth, Weiden nach Regensburg, der andere über Meiningen, Würzburg, Treuchtlingen nach Ingolstadt geleitet. Die Regierung erläßt an­läßlich der Ankunft der Reichshilfe in Bayern eine Proklamation, in der es «. o. heißt:Die Regierungs­truppen werden sofort zurückgezogen, sobald sie durch unsere in Bildung begriffenen größeren Verbände er­setzt werden können. Ehrenpflicht unseres Volkes ist es, den Reichstruppen freundliche Aufnahme und jedes Etitgegenkommen zu bereiten."

Bamberg, 28. April. Die vom tmirttembergischen Kultusministerium verbreitete Nachricht, Reichtwehr­minister Noske habe den Oberbefehl über die der- einigten bayerisch-württembergisch-pteußischen Trup­pen übernommen, wird von Negierungsseite in Ab­rede gestellt. De» Oberbefehl über "alle Truppen bat der preußische General Oven erhalten, während der Angriff auf München von dem bayerischen Divi­sionär Moy! geleitet wird.

gebracht. Die Straßen Warrn von Soldaten streng ab- gesperri und menschenleer. Auf der Hinfahrt durch Frankreich sah man zahlreiche, auf den Feldern arbei­tende deutsche Kriegsgefangene, die dem Zuge freudig und gerührt zwvintten.

Die Entente oder vielmehr Frankreich will die lieber« gäbe des Vertrages zu entern feierlichem, geschichtlichen Ereignis Muhen. Eine bis ins Einzelne gehendeFest­ordnung" ist ausgearbeitet worden. Stan will den Vertrag, die Besiegelung der deutschen Niederlage, im gleichen Saale überreichen, in welchem vor fast einem halben Jahrhundert die Gründung des Deutschen Rei­ches durch die Ausrufung Wilhelms I. zum Kaiser feier­lich kundgetau wurde. Auch sonst wird es an Veran­staltungen und Ännbgefrmtgen der Verbandsvölker nicht fehlen, die den Triumvb der Sieger zmn Ausdruck brin­gen irnb die Derbandöchauvinisten über den Verzicht auf den Einmarsch in Berlin trösten sollen. Die äußere Rolle, weitste unsere Vertreter in Versailles spielen fuetben, ist wenig beneidenswert und stellt hohe Anfor­derungen an ihre Selbstverleugnung. Graf Drockdorff- Nantzau und seine Begleiter müRen viel Klugheit und Energie aufwenden, um in der schwierigen Lage, in der sie sich in Versailles befinden werden, für das Reich Amtehmbares durchzusetzen oder wenn es nicht an­ders geht bei einer Wlehnupg das moralische iJtedft auf ihrer Seite zu haben.

Der feindliche Völkcrbundsentwurf angenommen.

ertb Paris, 28. April. Reuter. In einer Voll- Mang der Friedenskonferenz wurde der Entwurf ^zBölkerdundes angenommen; alle Berbeffe- «wgSanträge wurden zurückgezogen.

wti London, 29. April. Der Text des Völker- j^mdsvertrageS wurde heute mittag bekannt gegeben. Siele der darin enthaltenen Bestimmungen sind be- «teils halbamtlich veröffentlicht worden. Neben den 43 ursprünglichen Mitgliedern werden noch weitere 30 Staaten, darunter die Niederlande, aufgefordert, beet Völkerbünde beizutreten. Der Hauptpunkt ist $>er, daß eine Nation, die unter Mißachtung des Vertrages ihre Zuflucht zum Kriege nimmt, als eine Nation angesehen wird, die eine Kriegshandlung Salle Mitglieder begangen hat. Im Bundes-

e sollen außer den fünf Großmächten Belgien, Griechenland, Spanien und Brasilien vertrete» fein.

Durch die Annahme des Völkerbundsentwurfes Her Entente soll die Weltdiktatur der KrtegSgewmner -verewigt werden. In dieser Absicht sind sich die Entente-Genossen einig; untereinander mühen sie Hch seit sechs Monaten vergeblich, ihre eigene» Macht» ntteressen in Einklang zu bringen. D« deutsche Völker- bmldsentwurf, der die Ausbeutung und Vergewal- naung fremder Völker aus dem Leben der Nationen verbannen, Rachsucht undEroberungsfncht tmterdrücke« will, bleibt Zukunftshoffnung.

Immer noch nicht einig?

Paris, 29. April. Die leitenden Staatsmänner 'btt Entente sind unablässig bemüht, noch in letzter Stunde vor den Verhatidbangen mit der deutschen Delegation die Einheitsfront der Alliier- ; teil sicherzustellen. Es wird nämlich befurchtet, daß die deutschen Diplomaten aus der zu Tage getretenen Uneinigkeit Kapital schlagen könnten. Um dies zu ver­hindern, wird besonders darauf hingearbeitet, den Kon­flikt zwischen Orlando und Wilson zu beseitige». Wie es heißt, besteht begründete Aussicht, daß die italienischen Delegierten zu den Verhandlungen wie* der erscheinen werden. Der französische Außen­minister Picho» hat deshalb in den beiden letzten Tagen mit den Südslaven verhandelt und diese zu ge­wissen Zugeständniffen in der Adriafrage veranlaßt, die allerdings erst nach Anwendung gewisser Druck­mittel erreicht werden konnten. Auf diese Weise wurde cs erreicht, daß die gestrige Vollsitzung ohne Zwischen­fall vertief und daß sich die Delegierten mit der Haupt- frage befassen konnten, ob Deutschland unter­zeichnet oder nicht. Es ist über etwaige wirt­schaftliche Zwangsmaßnahmen verhandelt wor­den, ohne daß jedoch eine Einigung erzielt wurde. Es fall keine besondere Neigung bestehen, Deutschland durch Druckmittel zur Uiüerzeichmmg zu zwingen, son­dern man macht sich in den Kreisen der Friedenskonfe­renz eher mit dem Gedanken vertraut, gewisse Be- dilWmgen, die die deuffchen Delegierten als unan­nehmbar bezeichnen könnten, einer Revision zu unterziehen, und namentlich durch ein gewss» fe» Entgegenkommen in der Völkerbundfrage einen Istrsgleich zu schaffen.

Paris, 29. April. Die ^Agence Haras" meldet «ms London: Heber 3 Fragen erster Ordnung lie- E» noch keine endgültigen Beschlüsse vor. 1. Heber die ijtase der Ost grenzen Deutschlands und die : Grenzen Polens einschließlich Danzig. 2. Heber die Besetzung des Rheinufers, wobei die Staatsmänner und die Militärs der Entente noch im­mer über die Dauer der Besetzung uneinig sind. 3. lieber hie Frage der Verantwortlichkeit für i «e während des Krieges begangenen Verbrechen.

^.wtv Paris, 29. April. (Steuier.) Die in der gc- nrtgeit Vollsitzung der Friedenskonferenz znrückgezogc- ® crbesserungsnnträge zmn Böller- i mmdsvertrog waxen der japanische Antrag, der die Woebmtg bcr. Rassenunter sch rede fordert, und .französischen Anträge zugunsten eines ZwcmgS- i IMLsgerichts und zugunsten der Errichtung eines mili- Evchcn Rates, der in den die Abrüstung betreffanden dem Rate deS Völkerbundes zur Seite stehen fEe Diese Angelegenheiten wurden füc die Entschei-

durch .den Bund selbst znrückgest-M. Die Pllitze "r rinuenischen delegierten waren unbesetzt.

1 ~$ April. Der gestrigen Vollsitzung der

^eoenswnferenz gingen Beratungen Lloyd Georges °eet javanischen Vertreter, Baron Makino, i .Es ist dem englischen Ministerpräsidenten ge- L die in der Kiautschoufrage besvühent^n ^to'i?ngfcitert zu beheben und eine Einigung auf Setter Grundlage zu erzielen. Es steht fest, daß die j^"richen Vertreter die Friedenskonferenz nicht ver- sondern den Ko-mprormßanrrag Lloyd Georges Danach erhält Japan ferne Forderungen j und die Schenw.-ng-.^albinsel zugesvrocheir.

a werden dagegen gewisse Reservatrechte, inS- f lvirtschaftlicher Natur, cinaeräumt.

8>^?oru, 28. April. 'Progres de Lyon" erfährt aus Die amerikanische Regierung ist fest entschlos- iy; -W.verhindern, daß Japan die Seutschen I n° fcl? wi Stillen Ozean und Kiautschorr erhalte. Die Wilsons gegen alle Geheimverträge wird als I neuer Ereignisse bezeichnet.

Das linfe Rheinuser.

f nJk®6^* 29- April. Verschiedene Londoner Blätter ! die Frage des linken Rheinufers noch im*

itnttbt gelöst ist. Offenbar besteht ein Mei-

Zwffchen Clemencecm und Foch. ©ne Besetzung für eine gewisse Frist in irgend

Form ist ziemlich sicher.

der Deutschen in Versailles. 6^-"*^' 29. April. Havas meldet aus Paris: Am «vva K. trafen auf dem Bahnhof in Bancresson Delen^i Mitglieder der deuffchen Delegation ein. Tie tz^ssnon wurde von dem Präfekten des Seine-Oise- s.^^ements, mehrere» Offizieren, dem Qberpost-

Söller und feinem Sekretär empfangen. 18 bJcr Omnibusse und fünf SRilttärlmhnrioä dem B-chnhof DemPetit Parisi«," Prüfung der Vollmachten der deutschen rar am Donnerstag erfolgen. Der Gemeinde« fdev, ^ «neu Anschlag das Publikum auffor- ^^^»dlungen eine wür- 0/77. uith zv o^rvayren.

<Bcr Vertreter desSferf. Lokal- K^r-n^ h AL. SW . CfOillC Ö I

Fiume.

Wie«, 29. April. Aus Fiume treffen hier Nach­richten ein, wonach Italien seine Besatzungen in Dalmatien fieberhaft verstärkt. Es sollen ungefähr 40,000 Man» italienische Truppen in Fi« me aus­geschifft werden.

wtb Triest, 29. April. Das Laibacher Sorte« spondenz-Burean meldet aus Fiume, daß der dortige italienische Nationalrat die Stadt feierlich dem ita­lienischen General Grazioli übergeben hat. DaS englische Bataillon verbleibt bis auf weiteres tu der Stadt.

Für die deutsche« Kolonien.

Berlin, 29. Aprrl. Der Vorstand der Deutschen Nationalgesellschaft, Abteilung Berlin, hat der Ge­schäftsstelle des Auswärtigen Amtes füt die Frie­densverhandlungen eine Entschließung Überreicht, in der die Deutsche Äolonialgesellschast die zuversicht­liche Erwartung ausspricht, daß die Reichsregierung bei den Friedensberhandlungen mit festem Nachdruck auf Rückgabe unferer Kolonien besteht. Ein Friede, der uns die Kolonien raubt, wäre füt Deutschland unerträglich.

Die treue« Kameruner.

Wie diePol. Nacht." au- zuverlässiger Quelle erfahren, hat eine Abordnung englischer Offiziere Kamerun bereist und sämtliche Häuptlinge befragt, welche Nation sie als Schutzmacht haben möchten. Die Eingeborenen baten einstimmig um Entfer­nung der Franzosen aus Kamerun. Die Mehr­zahl ßirach sich für eine deutsche Besetzung aus.

Lebensmittel für daS besetzte Gebiet.

»tb Bern, 29. April. Koblenzer Meldungen der Lyoner Blätter berichten, daß die interalliierte Lebens- mittelkommisston beschlossen habe, de» sieben Millio­nen Deutschen der besetzten Gebiete eine tägliche LebenSmittelratimt von 930 Gramm znzuweisen; falls die einheimische Zufuhr zur Erreichung dieses Quantums nicht genüge, werden die Alliierte» das fehlende nachliefent.

Ans dem Saargebiet.

N Berlin, 29. April. AuS dem Saargebiet wird denPol. Patl. Nach." aus zuverläßlicher Quelle mitgeteilt:

Den umfangreichen Zwangsausweisungen, die die Franzosen gegen ihnen mißliebige, an ihrer deutschen Gesinnung festholtende Personen im Saargebiet erst unlängst borgenommen haben, werden sich in den näch­sten Tagen weitere Zwan gsabschi ebungen an* schließen. Nach einem Befehl der Militärverwalter deS Kreises Saarbrücken und Saarlouis sind sämtliche Offiziere und Unteroffiziere der aktiven deut­schen Armee mitsamt ihren Familien ztvan Sweise nach dem rechten Rheinufer zu bringen. Warf) dem 30. Aprrl werden die deutschen BerwaltungSbeamten von der französischen Militärbehörde persönlich dafür haftbar gemacht werden, wenn sich solche Personen noch inner­halb dcS SaargebietS aufhalten. Im ganzen Kreise Saarlouis wird mit Hilfe eures neuen Tricks für den Anschluß an Frankreich geworben. Man sucht durch Vertrauensleute die Einwohner zu beeinflußen,ihre Aufnahme ix den franzöfffchen Staatsbund zu beantra­ge«. Personen, die diesen Antrag stellen, erhalten die sogenannte Starte A und damit die Berechtigung zum freien Einkauf in Frankreich und den im Kreise für die französischen MMärpersonen emgeridjteten Lebens* mititSogern. Bei den Einkäufen wird eine Mark gleich einem Franc geredinet. Ferner sucht man durch künst­lich arrangierte Volksversammlungen, die mirsiche* den Eindruck zu erwecken, als sei die Bevölkerung ein­mütig füt Frankreich. Ja die Franzosen hoben sogar dieser Tage eine Abordnung zusamurLngestellt und nach aPris enffandt, die <$uS je zwei Vertreter» aus Saarbrücken, Saarlouis unb Merzig zusammengesetzt ren* Leuten besetzt werden, vor der Pariser Konferenz ist ixtb dort dieinständige" Bitte bet Bewohner bcS Saargebietes um die Einverleibung an Frankreich aus- sprechen soll. _________________

Kriegsgefangene ohne Post.

In der Sitzung der Waffenstillstandskormnisswn vorn 23. April in Spaa wurde in einer deutschen Note Klage darüber geführt, daß den deutschen Kriegsgefangenen­kompagnien in dem früheren Kampfgebiet die MLgkich» krit des brieflichen Verkehrs mit ihren Angehtöigen im­mer noch nicht gewährt wird. Unzählige deuffche Fa- niiklcu lebten immer noch in furchtbarer Ungewißheit über da» Schicksal ihrer Angehörigen, so daß im deut­schen Brll! erneut Gerüchte über geheime Gefan­genenlager in Frankreich auftauchten. Deutsche Krregsgesangene würden gut Unterschrift von Erklä­rungen genötigt ,ffr welchen bescheinigt wird, daß der Posiverkebr mir bet Heimat zu Klagen keinen Anlaß gäbe. Nach einiger Zeit teilten dann diese Unglücklichen ibren Angehörigen mit, daß sie seit Mo­naten weder Nachrichten noch Pakete erhalten haben.

Die Vorgänge in Bayern.

vtd Nürnberg, 28. Ap ir. Die ,Nürnb. Ztq.' «elbet zur Lage in München u. a.: Die Finanz- verhälimfle der Räterepublik si»d katastrophal. Um dem in de» Staatskasse» und Banke» herrschenden Mangel an Zahlungsmitteln ab-uhelfen, ist die Der-

r u n g e n, wie Zurückziehung der Grenzschutztruppe« und Aufhebung des Belagerungszustandes, a bg e. lehnt habe. Es wurde deshalb defchloffen, weiter, im Streik zu beharren. Kommunistische Flugblätter for­dern bereits zru Proklamierung einer oberschlefffchen Räterepublik auf.

Wie die Pressestelle des Staatskommissariats für Oberschlesien meldet, wurde die Arbeit in dem Kraft­werk Cherzow wieder aufgenommen. Das Kraftwerk Zaborze wurde ohne Blutvergießen militärisch besetzt und nach Verhaftung des 5)oupttädelsführcrs die Ar­beit wieder ausgenommen. Dadurch wurde, wie die Pressestelle des Staatskommissariats erklärt, der in Oberschlesien geplante Generalstreik gegen­standslos. In verhältnismäßig kiiczer Zeit wird wohl die Arbeit voll ausgenommen, besonders da be­kannt geworden ist, daß von einer Bezahlung der Stteikschichtcn keine Rede ist.

Skreik-Ende.

Der Streif im Ruhrgebiet kann nunmehr als beendet betrachtet werden. In S t c 11 i n haben Ver­handlungen stattgefunden, die einen befriedigenden Ver­lauf genommen haben. Der wegen der llnmhen auf­genommene Sympathiestreik ist beendet. In Bre­men hat der 21er Ausschuß in einer Erklärung die streikenden Arbeiter aufgeforbert, die 21 rbett ge'chwssen wieder aufzunehmen und den Generalstreik für been­det erklärt. Die Straßenbahn verkehrt wieder. Dr Hamburg ist der Belagerungszustand nach Schaf­fung geordneter Dechältnisse wieder aufgehoben.

Als Protest gegen die Anwesenheit von Regie* rungstruppen ist in Jena der Generalstreik erklär- worden. Die Truppen sind inzwischen weiter gezogen, aber der Streik wird noch fortgesetzt.

Gege« ben politischen Massenstreik.

wenden sich die christlichen Gewerkschaften, denen« 850 000 Mitglieder angehören, in einer Entschließung, in der es heißt:Der in Berlin versammelte Ausschuß des (Befamtoerbanbcs der christlichen Gewerkschaften Deuischlmrds erblickt in den politischen Massenstreiks, zu­mal in der gegenwärtigen Stunde, ein Verbreche»! amdeutschenBolke und namentlich an der deut­schen Arbeiterschaft. Baldigste Gesundung un­serer Volkswirtschaft ist unbedingt vonnöten. Dazu ist der ungestörte Fortgang der Produktion erstes Erfor­dernis. Der Ausschuß venrrteilt mit großer Entschie­denheit die Versuche gewissenloser radikaler Hetzer, die" augendlicksiche errtsetzlichc Not unseres Volkes für ihre verderblichen politischen Ziele zu mißbrauchen, umso­mehr als gegenüber Öen aus Heberzeugung widerstre­benden Arbeitern selbst vor verbrecherischen Mittels und vor schlimmsten Sergewattigungen nicht zurück­geschreckt wirb. Er fordert die deutsche Arbeiterschafs auf, sich allen solchen Bestrebungen mit größtem- Nachdruck zu widersetzen. Mr die enffchiedÄffte, Stellungnahme aller Kresse des werktätigen Volkes für« Recht und Ordnung kann unabsehbares Elend, Hungeü und Mt von uns abwenden." 1

Das Elend in Riga.

Heifiuzssrs, 28. April. Ein aus Riga etn@elrof», feuer Reisender gibt über die Verhältnisse in Riga sol. sende Schilderung: Seit dem Einrücken der Sowjet- Truppen in Riga herrslbt ern furchtbare» Elend,, das durch die jetzt emgetreicne völlige Anarchie sich noch gesteigert Lat. Die Zahl der Verhafteten mutz auf etwa 16 000 beziffert werden. In den letzten Wo­chen toerben täglich zweihundert Hinrichtun­gen vorgenomrncn; von ben Erschossenen sind 50 Pros. Deutsche und Deutsch-Balten, 40 Proz. Setten, der Rest Juden inrd Angehörige verschiedener Nationalitäten^ Einige Stadtviertel wurden vollständig geräumt und die Einwohmr auf die öde Insel Hasenbolm verbracht. Das wirtschaftliche Leben in Riga ist tot. Alle Maschinen. Vorräte cm Lebensrnitteln. Kleidern und Gebrmichsg-e- genständcn bis zu den Nähmaschinen werden sortge- schteppt. Wenn Der jetzige Instand nur noch kurze Zeit dauert, ist die Zukunft Rigas auf Jahrzehnte vernichtet

Umsturzbewegung in Italien.

Elfiasso, 29. April. Aus Mailand wird ge> meldet: Die von her Zen ur jetzt freigegebene und vom ,Avantt' veröffentlichte Kundgebung der ita­lienischen sozialistische» Partei anläßlich des 1. Mal fordert die Arbeiter auf, die wzinlistischen Forde­rungen durch den Generalstreik mit dem End­ziel der Diktatur des Proletariats und dec wirtschafflichrn und politischen Befitzenteignungi der bürgerliche» Klaffe zu verwirklichen- Ferner soll für die Demobilisation, den Straferlaß' für politische und milimrische Vergehen und die- AuSdehnung der bürgerlichen Rechte demonstriert werde».

Auflösung eines Berliner Depots. Das Depot elf her republikanischen Soldatenwehr in Berlin wurde aufgelöst. Es hatte Angehörige der frühere» Volks* Marinedivision eingestellt. Zahlreiche Lebensrnittel, öote denen den vorgesetzten Stellen nichts bekannt tvar, wur­den gefunden.

In Dresden wurden 52 Spartakisten unter dgrn Verdcuhr der Mitwirkung bei der Ermordung des KrieySminister» Neuring verhaftet.

In Allensteim, der Haupfftadt des nach polnischen Behauptungenunzweifelhast polnischen" Regierungs­bezirks gleichen Nennens, erhielten die Polen bei den Sradrverordneteiuoahlen von rund 11 000 Stimmen gmuc 567 und von 42 Sitzen einen Sitz in der Staotverordnetenversaminlung.

Der neue 3ubcnffaaf. Palästina soll in kurzer Zeit dnenationale Heimstätte für bas jüdische Volk" wer*. den. Heber diesen Erfolg freuen sich die Zionisten. Die Frmttf. Ztg." macht jedoch aufmerffam auf beben?*, fidje Folgen. Palästina könne im Höchstfälle in zwei Generationen 45 Millionen Menschen aufnehmen. In Rußland würden jährlich mehr Juden geboren, als di Palästina einwandern können. Zwei Drittel aller Juden, mindestens 1012 Millionen, müßten nach wie vor in der Diaspora bleiben. Wenn es aber einen eigenen Iudenstaat gäbe, dann würden die Ma-' fporajuden als im Auslande lebende Staatsangehörige betradjfet werden, müßten sich demgemäß ht ihrer po«. Wfchen und kulturellen Betätigung zurückhalten. önr die ihnen erwachsenden Nachteile zu verhüten, Weibe Hn« nichts anderes übrig, als sich von dem Jude«, ttrm zu trennen und ganz in den Staate» aufzugehen, io fceneji sie leben.

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