Einzelbild herunterladen
 

Widerspruch erfahren. In diesem Artikel wird zur reichsländischen Bischofsftage ausgeführt:

Als vor einigen Wochen die französische Regierung die Beseitigung der beiden deutschen Bischöfe von Straßburg unb Metz wünschte, wandte sich Tie. menceau an den bekannten Deputierten DenyS C o» ch i n und legte ihm nahe, er möge dem hl. Stuhl tois- fett lassen, daß man es in Paris gerne sehen würde, wenn dieser die beiden Bischöfe abberufen würde. Der sonst nur zu gefällige Politiker lehnte jedoch ab und antwortete, wenn die französische Regierung vom Da- trkan etwas wünsche, so möge sie es btefen selbst wissen lassen. Diesen Standpunkt hat er zweifellos nickst frei, willig eingenommen, sondern man wird ihm dies im Vatikan voriges Jahr bedeutet haben, als er in der Sache der vatikanisch-chinesischen Mission in Rom er­schien. Diesmal nun hat sich Clemenceau des Kardinals A m ett e bedient und dieser war sofort bereit, die Ver- mittlrmg zu übernehmen und der Regierung auS der Verlegenheit zu helfen. Er hat jedoch die Rechnung ohne den hl. Stuhl gemacht. Kardinal Gasparri erklärt näm­lich in der Unterredung, der Papst wünsche dringend die Wiederannäherung an Frankreich. Wenn auch dieses sie wünsche, so möge es direkt han­deln, ohne zu trachten, sich irgendwelcher Vermittler zu bedienen. Diese Antwort gilt ebenso Herrn Tlemen- cecu tote Kardinal Amette. Bezüglich einer möglichen Ersetzung Der Bischöfe von Straßburg und Metz erklärte der Kardinal Staatssekretär, daß, falls sie ihr Stet niederlegen werden, Elsaß-Lothringen vorläufig unter dem Konkordats-Regime stehe und es daher Sacke der Regierung sein würde, die Kandidaten zu bezeich- neu.

Aas dieser Darstellung ergibt sich, daß der Heil. Stuhl die Besetzung Elsaß-Lothringens als eine Ein­richtung betrachtet, die noch nicht endgiltig ist. End­gültige Verhältnisse soll erst der Friedensschluß schaf­fen. Die Anerkennung des vorläufigen tatsächlichen Zustandes ist also keineswegs das, was dieAllg. Ztg." dem Vatikan nachsagt: die Anerkennung der endgllti- gen ftanzösischen Staatsoberheit über Elsaß-Lothrin­gen. Der Vatikan hat die peinsich korrekte Haltung, die er seither eingenommen hat, auch in diesem Falle nicht verlassen. Der Ruhm des Vatikans in den ver­gangenen vom Haß der Nationalitäten verbitterten Kriegsjahren war seine streng neutrale Haltung, es lag für ihn sicherlich auch keine Veranlasiung vor, sie jetzt oufzugeben zugunsten einer kirchenfeindl. Regierung.

Der Rücktritt der beiden Bischöfe Fritzen und Benz- ker ist, wie nunmehr ausdrücklich festgestellt wird, von Rom genehmigt worden. Sicherlich ist er aber von der ftanzösischen Regierung durch einen mehr oder weniger starken Druck veranlaßt worden. Es ist man- cherlei bekannt geworden über die unerhörten Drang­salierungen der deutschen Bewohner Elsaß-Lothrin­gens durch die französischen Besatzungsbehörde, daß die Franzosen von den Bischöfen deutscher Herkunft nicht Halt machen würden in ihrem fanatischem Haß, davon kann man ohne weiteres überzeugt sein. Die Aus­übung des Hirtenamtes mußte den Bischöfen dadurch wesentlich erschwert werden. Der Entschluß der beiden Kirchenfürsten ist also wohl begreiflich. Ihnen ist die Wohlfahrt der Kirche heilige Sorge, persönliche Rück­sichten haben da zurückzmreten.

Man darf bei dieser Gelegenheit aber nochmals daran erinnern, daß nach 1870 die beiden französi- scheu Bischöfe in Elsaß-Lothringen unangefochten im Amte geblieben sind. Die deutsche Regierung hat sich damals korrekt benommen. Sie ist im Kulturkampf manche Irrwege gegangen und hat in der Behandlung der Elsaß-Lothringer sich manche Schuld aufgeladen, ober so kleinlich gehässig, wie jetzt die französische Re­gierung, hat sie sich nicht benommen.

Deutsches Reich.

Fürsorge für die Kriegsbeschädigten. Die der. schiedenen Organisationen der KrieaSbeschädigien und Kriegshinterbliebenen haben dem Reicksministerium Beschwerden vorgetragen und Vorschläge unterbreitet. Der Präsident des Reichsministeriums hat geant­wortet, daß die Regierung unausgesetzt bemüht ist, trotz der ungeheuren Schwierigkeiten, den von ihr gegebenen Versprechungen nachzukommen. Er ver­weist u. a. darauf, daß die Reform der Militärver­sorgungsgesetze in Arbeit ist. Bis zum Inkrafttreten dieser Gesetze werden allen versorgungsberechtigten Militärpersonen der Unterklasien und deren Hinter- bliebenen mit Wirkung vom 1. Juni 1919 ab lau­fende, monatlich zahlbare Teuerungszulagen gewährt und zwar in Höhe von 40 Proz. auf alle ihnen zu­stehenden, laufend zahlbaren Monatsbezüge (Renten, Kriegs», Verstümmelungs- und die diesen entsprechen­den Zulagen, ferner Zuschläge, Unterstützungen und Zuwendungenf und aus die Gebühr»,sse, d,e nach dem KapiialbfindungSgeietz einer Kapitaladsindung zugrunde gelegt find. Zur Bestreitung der Berbes» serungen stellt die Reichsleitung trotz der bis zum Aeußersten gespannten Finanzlage sofort den Betrag von 300 Millionen Mark zur Verfügung.

* Thüringen. In einer Konferenz thüringischer Landiagsabgeordneter in Weimar wurde beschlossen, bis zum 15. Mai einen Verfassungsentwurf für den Einheitsstaat Thüringen auSzuarvelten.

Kreistagswahlcn.

;; Hünfeld. Für die KreistagSwah^ sind auS dem Verband der Landgemeinden nicht weniger als 7 Wahlvorschläge eingereicht worden. ES zeigt sich hier, wie auch anderwärts, daß bei den bestehen­den wirtschaftlichen und namentlich den örtlichen Kegen- sätzen ein einheitliches Vorgehen auch der sonst zu­sammenstehenden Kreise solange nicht möglich ist, als Wahlvereine und gut ausgebaute Organisationen fehlen. Hoffentlich ist die Zersplitterung der Vor­schläge nicht für die gemeinsame Sache von nach­teiligen Folgen.

Aus dem rrachvargevlet.

-r. Horas. Am Weißensonntag gingen hier 45 fttnber (22 Knaben und 23 Mädchen) zur eisten hl. Kommun,on.

. * 7f"-tren. Der Hessische Dankver-

er«, der seinen Hauptsitz in Kassel hat, und in Hegc» ... ur.Falen eine ganze Anzahl Nieder­lassungen unterhält, wird in den nächsten Wochen auch in Gelnhausen eine Niederlassung eröffnen. Autzerdem wurden neue Niederlaffungen errichtet in Alsfeld (Oberheffen) und Homberg (Bez. Kassel).

X Frankfurt a. M. Zum 1. Mai wird auf Der- anlaffung des Frankfurter Konsistoriums der evan­gelischen Landeskirche in den verschiedenen evan­gelischen Kirchen Frankfurts Festgotte«dienst ab­gehalten werden.

-T- Kastel. Zwischen mehreren von einer Bier­reise heimkehrenden jungen Leuten kam eS am Zeughause zu Streitigkeiten, in deren Verlauf einer der Streitenden, namenS Kleinert, einen Schuß auf den Hafenarbeiter Jckler abgab, der kurz darauf starb. Die Freunde Jcklers haben sich daraufhrn geqen Kleinert verschworen und ihn zwei Stunden später aus seiner Wohnung herau-gedolt. Bor dem GerichtSgefängniS erhielt er Plötzlich von den Leuten, die ihn verfolgt hatten, sieben Schüsse in den Kopf, die ihn sofort töteten. Die Hauptbeteiligten find ver­haftet worden.

* Hofgeismar. Dte Stadtverordnetenversamm­lung beschloß, der Magistrat solle die Eiererzeuger ersuchen, die Eier wieder unter den früheren Be­dingungen fteiwillig an d>e Eiersammelstelle abzu­liefern? An die Regierung soll eine Eingabe auf Wiedereinführung der Eierrationierung gemacht werden. _______

Aus Geisa und Umgebung.

X Geisa. Der Bezirksfeldwebel Löber in Derm­bach, der dort schon mehr al? 11 Jahre tätig und im ganzen Bezirk bekannt ist, verläßt diese Woche seinen Posten, um zunächst eine Dienststelle bet der Landesversicherungsanstalt in Kastel anzutreten.

Lokales.

Fulda, 29. April 1919.

;; Justizpersonalien. In Berlin verstarb, 88 Jahre alt, der Wirkl. Geheime Rat Adolf StöIzel, der fast 20 Jahre in Kastel im Justizdienst gewirkt hat. Mit ihm ist ein Mann dahingegangen, vor dem zahllose preußische Juristen ihr Assefforexamen abgelegt haben. Von 1886 bis 1904 hat er an der Spitze der großen Justizprüfungskommission ge­standen. Heber die Altkasseler Lokalgeschichte, die ihn bis in die letzten Jahre seines schaffensst:eudigen Lebens beschäftigte, hat er zahlreiche Aufsatze ver­öffentlicht.

* Firmung. Der Hochwürdigste Herr Bischof wird am 11. Mai d. IS. (dritter Sonntag nach Ostern) in der Domkirche dahier den Firmlingen der Stadt Fulda das Sakrament der bl. Fir­mung spenden (/«io Uhr hl. Messe mit Predigt, danach hl. Firmung.)

# In die Oberrealschule sind 88 Schüler neu aufgenommen, wovon 68 in die Sexta; von den letzteren sind 30 katholisch, 26 evangelisch, 12 jüdisch.

/" Beauftragt. Dem RegierungS - Baumeister Friedrich Z ölffel (früher in Fulda) wurde vom Minister der öffentlichen Arbeiten die örtliche Lei­tung beim Neubau der psychiatrischen Klinik für die Universität Marburg übertragen.

A Wiedereröffnung der Gerichtsschreiber - Lauf­bahn. Der seit 1906 wegen allzu starken Andranges geschloffene Vorbereitungs-Dienst für GerichtSschreiber ist wieder geöffnet, jedoch mit her Einschränkung, daß ab 1. Mai d. I. bei jedem Amtsgerichte mir ein Aspirant zum Vorbereitung- - Dienst zuge'asten werden darf. Vorbedingungen für die Zulassung eines GerichtSschreiber » Aspiranten sind Primareife und mindestens dreijähriger unentgeltlicher Vorbe­reitungs-Dienst. Bewerber, die Kriegsdienste gelei­stet haben, gehen vor.

--- Verkehrsbestimmungen für bett 1. Mai. Der PersonenzugSverkehr am 1. Mai wird in vollem Umfange aufrechterhalten. Im Güter­verkehr herrscht im allgemeinen Sonntagsruhe, es sollen im wesentlichen nur Züge mit Lebensmitteln und Kohlen gefahren werden.

(*) Die Auszahlung der Invaliden-, Unfall nsiv. -Renten findet nicht am 1. und 2. Mai, sondern am Frettag, den L, und Samstag, den 3. Mai, statt.

;; Die Antwort des Kohlenamtes. In der vor­letzten Stadtverordnetensitzung wurde, wie seinerzeit mitgeteilt wurde, eine Eingabe der Kohlen­händler verlesen, die sich über die Handhabung der Verteilung der Bezugsscheine durch das Kohlen- amt beklagte. Die Antwort des Kohlenamtes auf die Vorwürfe jener Eingabe liegt uns jetzt vor. Es wird darin mitgeteilt, tote viel die einzelnen Händler in der Zeit vom 1. Mai 1917 bi« 1. Mai 1918, alS der Bezug seitens der Händler keiner Ein­schränkung unterlag, bezogen haben. Obwohl da­mals den Händlern nicht die geringste Konkurrenz entgegenstand, brachten sie doch verhältnismäßig wenig Kohlen herein. Der Leiter des KohlenamteS hat dann durch feine Bemühungen aus Quellen, die den Kohlenhändlern nicht zugängig waren, im Jahre 1917/18 88,000 Zentner erhalten, die sonst nicht nach Fulda gekommen wären. AlS dann vom 1. Mai 1918 ab nur auf Grund der vom ReichS- kommiffar selbst ausgestellten Bezugsscheine bezogen werden durste und die Gesamtmenge für die Stadt festgesetzt und begrenzt wurde, mußte daS Bestreben deS KohlenamteS darauf gerichtet fein, wenigstens diese Mengen hereinzubekommen und die Verteilung der Bezugsscheine so zu regeln, daß die Möglichkeit hierzu bestand. Daru bot die einzige brauchbare Unterlage eben der im borangegangenen Jahre tat­sächliche freie Bezua bet einzelnen Händler. Eine andere brauchbare Unterlage konnte nicht benutzt werden. Bei der Ve>teilung der Bezugsscheine wäre eS nun nach der Auffassung des KohlenamteS eine unverantwortliche Unterlassung gewesen, die bi- retten Bezüge deS Kohlenamies während deS Iihres 1917/18 nicht in Rechnung zu setzen. BiS jetzt ist es den sämtlichen Kohlenhändlern nicht gelungen, die zugeteiltrn Scheine restlos beliefert zu erhalten. Daraus ergibt sich die Tatsache, daß sie gar nicht in der Sage gewesen wären, noch mehr Scheine überhaupt zu verwerten. Da alle bis zum 1. Mai nicht belieferten Scheine für nichtig erklärt werden, bedeutet dies aber einen Verlust von Brennstoffen für die Bevölkerung. Dieier Verlust wäre noch erheblich größer, wenn nicht da« Kohlenamt selbst Brennstoffe auf Grund von Be­zugsscheinen bezogen hätte. Auf diese Seile sind durch das Kohlenamt für die Stadt bis jetzt 150000 Zentner Brennstoffe mehr hereingekommen. Da diese Mengen fast restlos der Arbeiterbevölkerung zugute gekommen find, zudem noch zu billigerem Preise, als bei Bezug durch die Kohlenhändler möglich gewesen wäre, scheint die Leitung de« KohlenamteS eher An- erkennung als Tadel zu verdienen. DaS Antwort- schreiben wendet sich noch besonder« gegen eine Be­hauptung, daß der Kohlenhändler Kollmann dauernd Kohlen bekomme und die andern Händler nicht. Wenn Kollmann mehr Waggoneingänge zu verreich- nen hat» so liegt der Grund darin, daß er außer den städtischen Bezugsscheinen noch 36 Stück von der Kreis-Kohlenstelle erhalten und ferner mehr als da« doppelte gegen die andern Händler von der Kohlen» Handelsgesellschaft Glückauf an sog. Demobilmachung«- kohlen zugeteilt bekommen hat. Da« Kohlenamt hat auf diese Zuteilung nicht den geringsten Einfluß gehabt. Zum Schluß befaßt sich das Schreiben mit der allgemeinen Sage der Koh lenver- sorgung in Fulda. E« werde hier meist weid­lich über ba5 Kohlenamt geschimpft, wie eS eben immer geht, wenn Rot herrscht und es nicht allen Leuten recht gemacht werden kann. Befonders werde die Verteilung «weise der eingehenden Brennstoffe vielfach scharfer Kritik unterzogen. Wie nun aber die Verhältnisse in Fulda lagen und liegen, dürste auch die« gerechtfertigt erscheinen. In anderen größeren Städten haben die Kohlenhändler deiondere Gleisanschlüsse und große Lager. Die Ausladung erfolgt maschinell. Dadurch läßt sich eine bequemere Verteilung in kleinen Mengen leicht regeln. Die« fehlt alles in Fu>da. Sollten die Brennstoffe von den Händlern nochmal« auf Sager genommen und von da auS verteilt werden, so würden sich die­selben erheblich verteuern, mindestens um 5060 Pfg. pro Zentner. Die Verterluns war deshalb.

wie bekannt, so geregelt, daß die Händler die Waggon« auf Grund einer vom Kohlenamt jedesmal vorher zu genehmigenden Verteilungsliste direkt an die Ver­braucher verteilten. Mißstände waren habet nicht ganz fernzuhalten, wurden aber, soweit sie festge­stellt werden konnten, nicht ungerügt gelassen. Erst kürzlich mußte ein Händler einen solchen Mißbrauch mit dem Einzug von Bezugscheinen büßen. Bei andauernder Knappheit wird es sich wohl kaum um gehen lassen, künftig alle Brennstoffeingänge zentner- toeife von einer bestimmten Stelle auS zu verteilen und eS wird dann eben jeder gezwungen fein, die jeweils zugeteilten Mengen in kleinen Portionen ab­zuholen ober abholen zu lassen. Es haben bieS bis­her auch schon ein Teil der sog.Großen" ober Besseren" tun müssen, wie auf Grund der BezugS- liften des KohlenamteS nachgewiesen werden kann unb nicht allein nur die angeblichGeringeren". Die ersteren haben es nur meist durch andere tun lassen und dafür besondere Ausgaben gehabt, die nicht selten für den Zentner bis zu 1 Mk. betrugen. Der Leiter des Kohlenamfs hat da« Bewußtsein, stets mit der denkbar größten Gewissenhaftigkeit seine Tätigkeit ausgeübt zu haben unb unter Berücksichti­gung der tatsächlichen Verhältnisse alles getan tu haben, was mögliich war, um Allen möglichst gerecht zu werden.

(?) Der Briefverkehr mit Italien ist wieder eröffnet worden. Zugelassen sind auf Gefahr der Absender gewöhnltche und eingeschriebene Briese, Postkarten, Drucksachen, Geschäftspapiere unb Waren­proben.

Äh Die Schalterbienststundeu des Postamts werben vom 2. Mai ab auf 8 bis 12 Uhr vor­mittag« unb von 2 dis 7 Uhr nachmittags festgesetzt. Die Paketannahme und -Ausgabestellen bleiben wie bisher von 8 bis 12 unb von 3 bis 6 Uhr geöffnet

!! Organisations-Bestrebungen. Nachdem in den hiesigen Industrien in der letzten Zeit Lohn-Tarife mit den tu Frage kommenden Organisationen abge­schlossen worden sind, die für die Arbeiterschaft auch eine Verbesserung bedeuten, regt es sich nun auch unter den handwerksmäßigen Arbeitern. So stehen z. B. die Malergesellen, die alle im Zen­tralverb and christlicher Maler organisiert sind, gegen­wärtig zwecks Abschlusses eines Taris»Vertrages in Verhandlungen mit der Maler - Innung. Im In­teresse aller Gesellen bet übrigen Berufe wäre es nun nottoenbig, daß auch sie sich einer Organisation an­schließen "würden, damit Tarif - Verträge zustande kämen. Besonders viele Unorganisierte gibt es noch bet den Bauschlossern, Spenglern, Schmieden, Elektro­technikern, Gold- unb Silberschmieden re. Für biefe Beruft ist brr Metallarbeiter - Verband die gegebene Jnteressen-Vertretung. Anmeldungen werden jeder­zeit im Gewerkschafts-Büro Florengasse Nr. 17 (Ge­sellenhaus) von Gewerkschafts - Sekretär Schmitt entgegengenommen. Auch können dort Anmelde­scheine, Statuten rc. in Empfang genommen werden.

;; Gerade zur rechte« Zeit wird soeben eine amtliche Erklärung der Regierung verbreitet, die sich mit den Lebensrnitteln aus Heeres- beftänben besaßt. Darin heißt es:

In der Oeffentlichkeit tritt tn neuerer Zeit immer wieder dte Ansicht auf, die auch in zahlreichen Zu­schriften an die mit Ernährungsfragen befaßten Be. Hörden vertreten wird, daß die zurzeit noch vorhan­denen Lebens» und Futtermittelbestände der Heere?- und Marineverwaltung in Proviantmagazinen, Provi­antdepot? ufw. zweckwidrig zurückgehaiten und zum Teil dem Verderben preisgegeben sind, während die Zivilbevölkerung Mangel leide. Die Ansicht ist unbe­gründet. Soweit die in Heeres- und Marinelagern vorhandenen Lebens- und Futtermittel nicht dringend in allernächster Zeit für die Heeresverwaltung benötigt werden, sind sie bereits seitens der Heeres- und Ma­rineverwaltung den mit ihrer Bewirtschaftung befahten Reichrstellen und Kriegsgesellschaften zur Verfügung gestellt worden; diese werden sie im Wege der plan­mäßigen Verteilung der Allgemeinheit zuführen, wobei die in der Nähe derLager befindlichen Kom- munalverbände nach Möglichkeit und nach Maßgabe einer der Allgemeinheit gerecht werdenden Rationierung, schon zur Vermeidung unnötiger Trans­porte in erster Linie bedacht werden sollen. Will­kürliche Eingriffe und Plünderungsversuche können nur dazu führen, der gerechten und geordneten Verteilung der Lebensrnittel zum Schaden der Allgemeinheit vor» 8ugreifen und die geregelte Lebensmittelversorgung gerade der in der Umgebung der Heereslager belesenen Gemeinden in der nächsten Zeit aufs schwerste zu ge­fährden.

(h) Fabelhafte Holzpresse. Bei ber Versteigerung Eichen im Forstort Rohrbrunn, der Hegestätte ber besten deutschen Eichen, wurden Preise erzielt, die alle bisher bezahlten Summen west in den Schatten stellen. Dis amtliche Einschätzung für 2379 Kbrn. Stamm­holz betrug 612 081 Mark, der Verkauf erbrachte 1955 387 Mark, also weit über 300 Prozent mehr als die Taxe. Für 3283 Rm. Schichtnutzholz wurden 111620 Mark bezahlt, die Taxe halle 84 981 Mark vorgesehen.

[| Drei Grad te zeigte baS Thermometer heuie früh. Dem nebeligen Morgen folgte bei be« deckiem Himmel ein zeiiweilig sonniger Tag.

A Der freie Spargelhandel. Der gesamte Spar­gelhandel wird sich in diesem Jahre überall im freien Verkehr abwickeln. Der Verkauf vollzieht sich voraus­sichtlich wie vor dem Kriege auf dem öffentlichen Markte. In Mainz wurde der erste Spargel pro Pfd. zu 3 Mark verkauft.

(st) llnenkgelMcke Verteilung von Büchern. Aus den Zinsen der Sonderstistungen, die bei bet Deutschen Dichter-Gedächtnis-Stiftung in Hamburg-Großhorstel zum Andenken gefallener Krieger errichtet wurden, soll in nächster Zeit eine Anzahl von Büchern an unbe- mittelte öffentliche Dolksbidliotheken auf dem Lande oder in kleinen Städten nicht über 10 000 Einwohner unentgeltlich verteilt werden. Bewerbunoen um Zuwendung von Büchern aus diesen Sonderstistungen sind unter Klarlegung der Verhält­nisse der Deutschen Dichter-Gedächtnis-Stiftung tn Hamburg-Gro ßborstel zu richten.

(::) Die Iei*tfhtnhcn Schützen. Auch in Fulda wirb immer wieder einmal mit Waffen, bte längst abgeliefert sein müßten, darauf loSgeknallt. Jetzt ifttoieber ein Todesopfer dieser leichisinniren Schießerei zu beklagen. Der auf ber hiesigen Eisen­bahnwerkstätte beschäftigte Richarb Rauch, war am Sonntag in seinem Heimatsort Birx in der Rhön. Unvermutet würbe er in ber Wohnstube von einem Gewehrgeschofi, baS in ber Nähe abgefeuert worden war unb durch« Fenster drang, schwer verletzt. Der schnell berbeiqerufene Arzt au« HilberS konnte nach kurzer Behandlung nur den Tob be« jungen Manne« feststellen.

[| In Untersuchungshaft abgesührt wurde ein hier ansässi >er russischer @taat8ancehöriger, ber fett langer Zett einen umfangreichen Schleichhandel mit Seo-nSmitteln betrieben hatte.

[] Raub und Diebstahl. Ein hier wohnhafter jugendlicher Bursche au« Russisch-Polen kam in Haft, der auf ber Straße einem 13 jährigen Knaben 1200 Mark gewaltsam abgenommen unb in einem hiesigen Gasthaus den Koffer eine« SeaiergafteS er­brochen unb baraus dessen sämtliche Wäsche sich an- geeignet hatte. Geld unb Wäsche konnte bte Volirei ihren (Elger'inern wieder zustellen.

vermischter.

* Eine Räuberbande von 6070 Mann, die ßz unkenntlich gemacht hatte, umstellte in ber Sonntagnach in Jever (Oldenburg) die Flliale der Oldeburger Sfa, und Leihbank und daS danebenliegende Privathan» bet Direktors der Bank. Alsdann zwangen sie den tta, steher zur Oeffnung der Gewölbe und raubten 870® Mark, womit sie verschwanden.

* Die Grippe im flongogebtet Sn Brüssel sich Berichte eingegangen über ein außerordentlich beftfw Wüten ber Grippe im Kongo. Es heißt, daß es 5 halbe Million Tote gegeben hat. c ,^3

Wir, die wir uns täglich ber persönlichen ftwl heit erfreuen, vergessen zu leicht, toaS es heiß"?! monate- ja jahrelang zu entbehren. Wir degOI vielleicht ab unb zu an unsere unglücklichen genossen jenseits ber deutschen Grenzen unb sind U dem Wunsche beseelt, ihnen zu helfen. Aber bagZI lange, lange nicht genug. Immer toieber muß zermalmender Wucht die ganze Tragik ihre« ungewissen Geschicke« in unser Bewußtsein einbringt» I damit wir niemals au sichren, daran zu beulen, ^1 man daS Los der deutschen Brüder in der Rxwl gefangenfdjaft erleichtern kann.

Denn auch schon viel geschah auf diesem (3^1 so gilt es doch mit der stetig wachsenden Not bteSI Werk ber Fürsorge immer weiter auszubauen. $LI müssen unsere seelisch schwerletdenben ©efange^fc davon zu überzeugen suchen, daß die Heimat ni*[ nur darauf sinnt, ihre Lage zu mildern, sondern qmI mit allen Kräften danach trachtet, ihnen bei tyJI Heimkehr wirtschaftliche Erleichterungen zu gewähr,, I Hierzu sind natürlich große Mittel erforderlich ^1 vor allem ber Zusammenschluß aller in ber SStoul fahrtspflege tätigen Organisationen, bamit keine sul splitterung eintritt Ein starker Wille muü ganze Werk tragen unb zusammenfassen. So ift Genehmigung des Staatskommissars für die Krimz.» Wohlfahrtspflege das deutsche Hilfswerk O Kriegs- und Zivilgefangene entstanden, unb b«| deutsche Volk kann beweisen, daß eS auch mit be| Tat seiner Gefangenen gedenkt, indem eS bet 9t»| tralsammelstelle die notwendigen Mittel zur 8^1 fügung stellt.

Eingesandt.

Milchversoraunr bet Säuglinge an Som- mb $dn> I tagen. Durch Einführung der völligen Sonntagsnch I im HandelSgewerbe sind auch bte Milchgeschäfte «I Sonntagen ges lassen. Die» wirkt auf die Mütter 6® I Säuglingen sehr besorgniserregend. Die Milch Sonntag mutz schon am SamStag mitentnommen werft» I Hier möge man erwägen, daß diese Milch doch betritt! schon am Freitag gemolken ist, und sich bi» zum Km>| tag, sogar bis in die Abendstunden halten mutz. Dq I die Milch bis dahin an ihrer Güte verliert und nameni. I lich für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten unge. I eignet, ja oft schädlich wird, dürste einleuchten. Schm I jetzt ift eS vorgekommen, datz die Milch am Sonntag I angesäuert war, tote soll daS werden, wenn erst eint I wärmere, ja heihe Temperatur eintritt. Ich möchte I in dieser Sache unsere Kinderärzte anrufen, im Interest I der Säuglinge bei den zuständigen Stellen dafür etn« I zutreten, daß den Säuglingen die einzige Nahrung tee e» für dieselben noch gibt, in einem gutem Zustande! gereicht werden kann. Im Namen vieler Mütter richlr I ich daher an die zuständigen Stellen die Bitte, das I dafür Sorge zu tragen, datz wenigstens in den kommend« I Sommermonaten die Milch für Säuglinge auch ei I Sonntagen in den Milchgeschäften erhältlich ist. 61 dürfte hierfür eine Stunde genügen (vielleicht von 111 bis 12 Uhr vormittags). Sollte man aber ein Off»t halten der Milchgeschäfte für eine Stunde an Sonntag« I nicht ermöglichen können, so möge man in der Molkerei» zu einer bestimmten Stunde die Ausgabe von Säug­lings milch bewerkstelllgen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch bemerken, ob eS nicht möglich sst, bte Milch an Wochentagen etwas früher als jetzt, vielleW schon vormittag« an die Verkaufsstellen gelang« zu lassen. Dre Bewohner der Ober nabt, Leipzigerstrafi und anliegende Straßen, erhalten die Milch jetzt etft nachmittags, vielfach zwischen 3 und 4 Uhr.

Eine Mutter.

Letzte Nachrichten. ]

W Sternen, 28. April. Die Blätter melben 6 Festnahme ber überwiegenben Mehrzahl ber W' glieber des Roten Solbatenbundes Breme«, welcher die Absicht hatte, die gegenwärtige Regiermtz zu stürzen.

totb Wien, 28 April. Die katholischen 8te eine Wiens veranstalteten gestern eine massenha besuchte Protestkundgebung gegen den Erlaß tt StaatSamteS für Unterricht, ber die Verpflichtung Jj Tchülre zur Teilnahme an religiösen Uebttf gen aufhebt. /I

Mitteilungen der städtischen Nahrungsmittelftelle.

29. April 19191

Mittwoch den SO. b. M., werden in der Startet®*; gabestelle von 8 bis 12 sthr und 2 bis 5 Uhr bte

Milchkarten für Kinder auSgegeben. Der LebenSmittelauSweiS sowie ein sicher GeburtSnachweiS ist vorzulegen.

Am tttteveffi, den SO. April, für folgende TiE Vahnhofstratze, Heinrichstratze, rindenstratze, stratze, Petersgaffe, RhabanuSstratze, Rhönstratze,,^^ rechtstratze, SturmiuSstroße, Viehmarkt, Ziehe ritv^-

Den Geschäften »on Dolf, Dern, Funke und 3^ mann sind FischrSncherwaren zum Verkauf überwurn worden. Bezugsberechtigt sind die Ausweise Nr. Sr bis 3550. Gegeben wird höchstens % Pfund auf T Kop>. Ladenpreise: Bückm e Mk. 3,2», bücklinge Mk. 8, daS Pfund. Der Lebensmittels wetS ist -ur Abstempelung vorzute, en. Tue am tvoch Nachmittag 3 Uhr von den genau«;; Ausweisen nicht abgeholten Mengen sind »W fallen. jj

Meitungrrr - ^ohlruamtss. - Ä

Rettet unser deutschem

Uaterland! I

Tretet ein bei dem in Fulda stehenden Freiwilligenbata^

des Freikorps Heflrn-Nasta«. .

SSF*: Fuld *».