Paris, 28. April. Dem „Echo de Paris" zufolge forbert der Entwurf der Wirtschaftskommission im Frie-
AuSgewiesen!
unter Umgehung Lütiichs, um die seit 20 Jahren zwischen uns und Belgien verhandelt wurde, mir einem Kostenaufwand von hundert Millionen Mk. gebaut. Wir haben aber auch viele Bahnhöfe in Belgien, die sich in geradezu trostlosem Zustande befanden, vergrößert und erweitert. In Frankreich wurden Straßen von uns angelegt und bereits vorhandene auf dos Doppelte ihrer Breite ausgestaltet und neu gedeckt. Das Tcckungsmaterial, kräftiger Basalt, wurde aus Deutschland herbeigeschafft. Hinzu kommt, daß bei der Räumung der besetzten Gebiete von unseren Truppen ungeheure Werte zu- rückaelaffen wurden, die für die Wiederherstellung außerordentlich wichtig sind.
Wie übertrieben die Entschädigungsforderungen der Gegner sind, zeigen auch folgende Beispiele: Für die Zerstörung von Brücftn und Kunstbauten usw. der französischen Nordbahnen will man uns zweiunddreißig Milliarden berechnen. Unsere Prüfung hat ergeben, daß die Schäden höchstens 100 Millionen Mk. auSmochen nach dem heutigen Wiederher-
rr Q C I Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Karl Schütte. j[t. ”©♦ | für die Anzeigen: I. P arzell er, Fulda,— Rotationsdruck.
Die Vorgänge in Bayern.
Machen, 27. April. Innerhalb der Räteregie- rung ist es zu einer Krffe gekommen. 2n einer siebenstündige» Versammlung der Betriebsräte zeigte sich, daß die Soldaten und die Arbeiterschaft von einer tiefen Beunruhigung beherrscht sind. Die Dersamm- lung forderte stürmische Aufklärung über die wahre Lage. Soweit diese Aufklärung erfolgte, rief sie Enttäuschung und heftige Entrüstung hervor. 2n der Dersammlung wurden erregte Rufe gegen die Russen laut. Die Mitglieder des Dollzugsrates Toller und Klingelhöfer haben ihre Posten in der militärischen Oberleitung, Maenner sein Amt als Dolksbeauftragter für die Finanzen mit der Begründung n i e d e r g e - legt, daß sie die Derantwortung für die zum Zusammenbruch führende Politik nicht zu tragen vermöchten. Auch einige andere Mitglieder der Dollzugsausschüffc wie z. B. der Bolksbeaustragte für das Berkehrmvefen,
Graf Brockdorffs Abreife nach Paris.
Berlin, 28. April. Vom Potsdamer Bahnhof hat am Montag die eigentliche Friedensdele- «ation, geführt von dem Reichsminister deS Aeußern Kraf v. Brockdorff in zwei Zügen die Fahrt nach «aris angetreten.
In Versailles.
Berlin, 28. April. Nach hier eingegangenen 9?<Kfr= rjten aus Versailles ist von den französischen «ebSrden nunmehr für die Mitglieder der deutschen -riedensdclegation in zufriedenstellender Weise ausreichende Bewegungsfre iheit zugesichert tvor- ^Wtb Paris, 28. April. .Hadas meldet: Ter Park von Versailles wird während der Friedensver- zandlungen, die ziemlich lange dauern werden, für das Publikum nicht völlig geschloffen sein. Den deutschen Delegierten sind 60 Hektar reserviert. Die Delegierten werden sogar das Recht haben, in die Stadt aus- mgeLen, aber in unauffälliger Begleitung, um jeden Zwischenfall zu vermeiden.
Der Text des Friedensvertrags.
* Berlin, 28. April. Nach einer Pariser Havas-
Grundsätze nicht verleugnen. Wir haben üetS gesagt, dah die Mehrheit deS Volkes ent,cheiden Dcsha b lehnen wir oaS Verlangen einer Minderheit ab, d Geschicke des Landes ,u führen. Wir dunen nicht t fettlos zusehen, wenn eine noch geringere Minderheit als die Unabhänigen, di- weit gigen stehen, uns den Schädel einschlagen wollen müffen Sicherheit dafür schaffen, daß sie ans un,ere Schädel nicht herankommen Wenn eS sich darum yan beit, dah auf einem Buckel g-prugelt werden s°ll s° sehe ich nicht em, daß das gerade meiner iem mll, dann suche ich mir einen anderen dafür auS. D s allein istdie Taktik, mit der man vernünftig dmwa.tS kommen kann. Mir sind d>e Stunden nicht leicht geworden, in denen ich entschließen mußte, BelagerungS. zustand und Standrecht zu verhangen. Ich habe mm meine Tätigkeit anders gedacht, als m den Straßen gegen die eigenen VolkSgenoffen Mafchinengewehre und Minenwerfer auffahren »u lasten. „ ,
liniere Parteigenossen muffen den Mut haben, nt den betrieben dem Treiben einer Minderheit ent. nrnrn»utreten Was ist daS für etn Zustand, daß in einer «an,en Reihe von Betrieben meine Partelge- noffen bi? Mehrheit bilden und daß wir es dann erle- ben daß diese Masten von Arbeitern sich au» den Be- toe'ben hera'ÜsbriLen lasten zu Streifunterder Parole: .Nieder mit der Regierung! Räterepublik . Wird der Versuch gemacht, Terror auSzunben — nun -ui dann zu einem Knüppel gegriffen und flch zur Webr aesetzt; das ist doch einfacher, als wenn ich chnes Tages Soldaten hinschicken mutz; Unfere Leute mt «uraae haben, dann können sie sich gegen ^Oscke Setzerewn zur Wehr setzen Es ist politische Rückgratlosigkeit, wenn ich auS lauter Anständig, tot ans einem Betrieb herausgehe weil , dort eine
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Bereitet wird, soweit mein Arm dazu aus. r.irfiti Das sind Dinge, die mich natürlich nicht zum s-wb in« einer Änzahl Leute machen. Ich sage mtr immer wieder' Siner mutz den Dreck ausfresien
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Tummelplatz zu , » wir untir feinen Um-
I eröffnet werden, bei der natürlich die Arbeiter ^tereffen ihre erforderliche Berücksichtigung ftnden
I werden» dasselbe wird in allen übrigen Staatsbetrieben I hurrbaeiefet. ' Wir wollen nicht infolge von '«chaiSgeönld I uns zu Prügelknaben einer politischen Minderheit I machen lasten.
* Heimkehr der Chinadeutschen. In Rotterdam begann am Sonntag die Ausschiffung der mit dem Dampfer ,Atreus* auS Edina angenommenen 4 20 Deutschen. Diese erste Staffel heimgekehrter China- deutscher besteht hauptsächlich aus den Leiter« und den Angestellten der größten deutsihen Handelshauser in Schanghai. Es kamen weder Frauen noch Kinder mit Der Dampfer ist am 17. März in Schangda aboefahren. In den nächsten Tagen werden d« Damvftr Note" und „Novara" erwartet, die auch die Frauen und Kinder mitbringen. Die aus^- schifften Deutschen sind am Nachmittage nach Deutschland weitergefahren. .
* 29 deutsche Zeitungen t« Deutsch-Böhmen und im Sudetenland wurden tn den letzten Tagen «ege» angeblicher Aufreizung beschlagnahmt.
Der Millionenranb aus dem JulluSwrm.
Dieser Xa<e wurde gemeldet, daß im Spandaueu Iuliusturm ein großer Raub »erubt «orb®n ' - 1 bem den unbekannten Tatern em »etra.i von mehreren Milli.nen Mark in bi. HSnbe -efallen sei ***>« biefc et et habe sich badei nicht um deutsche« «elS tzv. handelt Jetzt wird bit Anzele-entzeit tn ®eife klare«stellt: Als in Rumänien bei AuSornch der Revolution im November dec W'rtschaftsstab sln^- ten mutzte, getan, es ihm den ans 600 Millionen Lei bestehenden Schah mitzunehmen, der dann tn der Spanbauer Zitadelle unter,ebracht wurde Naj den «partakurunruhen im Januar stellte d^ römisch Wirtschaft-amtfest, datz etn -
raubt toa^UtSerVrfer Bewachung ist der ve^ltoiene mifsion der französischen Regierung übergeben wurde.
i Die Bischöfe von Straßburg und Metz.
Di- gestrige Meldung der französischen Havas- Agentur über die Derzichtleistung des Metzer und &es Straßburger Bischofs und der Ernennung neuer Bischöfe bestätigt sich: . n, »
' wtb Berlin, 28. April. Die „Deutsche Allg. otg. meldet aus Zürich: Papst Benedikt ernannte so- eben auf Grund des für Elsaß-Lothrmgen noch gelten- d-n Konkordats den von der französischen Regierung vörarschlagenen Dsäffer Ruch, Bischof von Nancy, seit 1914 französischer Armeebischof, zum Bischof von Str atz bürg und den bisherigen Metzer Genera!
I vikar Pelf zum Bischof von Metz. Gleichzeitig br willigte Rom die angebotene Verzichtleistuug der Bk
I schgfe Fritzen von Straßburg und B e n z l e r von I Metz. Diese Lösung der elsässischen Krichensragc ist' I eine Frucht der durch Kardinal Amette mit Sternen- I ceau geführten Verhandlungen. Die Ernennungen stellen also einen Akt der französischen Staatshoheit I über Elsah-Lothringen und ihre Anerkennung j durch die Kurie dar.
Daß die Ernennungen die Anerkennung der ft-m I zösischen Staatshsheit über Elsaß-Lothringen durch den i hl. Stuhl bedeuten, trifft n i ch t zu. 3“* "$ten .3^ wird ein Artikel bekannt, den der „Petu Parisien aus Grund einer Unterredung seiner .Vertreters mft dem Kardinal Staatssekretär Gasparr. veröffentlicht und der als authentisch gelten kann; er trägt nicht nur i den Stempel der Zuverlässigkeit an der Stirne, sonderr l hat auch seitens der vatikanischen Organe keinerlei
Die EtttschLdigttNgsforderttNge« I Die Italiener im besetzten Gebiet.
der Entente. I Der Pariser Korrespondent der Times spricht
Man kann oft die Befürchtungen aussprechen I die Hoffnung aus, daß der Fiume-Zwischenfall dazu beihören, daß von fetten der deutschen Regierung ge- tragen werde, einige ber unangenehmen Eigenarten
gmüber den maßlosen Ansprüchen der Entente, ins- der italienischen Politik zu beseitigen. Es sei etzt
besondere Frankreich, zu wenig geschehe, daß Deutsch- I vffgemem bekannt, wie bedauerlich Herzlos land auf der Friedenskonferenz die Ansprüche der I dte italienische Verwaltung in dem besetzten Gebiete Gegner rat- und hilflos über sich ergehen lassen I Oesterreichs sich beimmmen habe. Burger, die nie- müsse. Diese Befürchtung und der darin liegende I mals etwas verbrochen hatten, seien in großer Zahl Vorwurf ist nicht berechtigt. Die deutschen Unter- ohne Prozeß nach Sardinien transportiert worden Händler werden sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. I und die sifmze Bevölkerung sei terrorisiert worden. Eie werden wohlvorbereitet am Konferenztisch I ^"Putsch-Tirol ^^0e in den Dorfschulen der erscheinen. Wie von orientierter Seite mitgeteilt I deutsche Unterricht abgeschafft und cen Priestern wird, hat die Regierung die Widerlegung der wahn- wurde verboten, Deutsch zu sprechen, witzigen Ansprüche bis ins einzelne auSgearbeitet. [ Die Prüfung aller Entschädigungsansprüche ist der Reichsent'schädigungsrommission übertragen. Sie ist bereits zu Anfang 1915 gebildet worden, zu dem Zwecke, die in Feindesland be- v schlagnahmten oder vernichteten Werte genau festzustellen. Im Jahre 1917 erfuhr sie eine Erweiterung durch die Prüfung aller derjenigen Fragen, welche mit der Entschädigung der aus Frankreich I wnd Belgien geführten industriellen Einrichtungen, Maschinen usw. zum Zwecke der Verstärkung der deutschen Industrie zusammenhängen. Wir sind also in der Lage, lückenlos die Schäden, die durch den Krieg Belgien und Nordfrankreich zugefügt worden sind, festzustellen. Das gewaltige, auf diese Wüse zur Verfügung stehende Material wird seit | 4, Monaten schon aufs eingehendste geprüft.
, Die Entschädigungen an sich müffen wir ja nun steilich durchführen, wir t-L... — — -_z 'zz **™ Schaden auszukommen, welcher der Zivilbevöl« kerung der besetzten Gebiete durch unseren Angriff zu Lande, zu Waffer und in der Luft zugefügt worden ist. Alle indirekten Schäden, die nicht, im Ersetzten Gebiet angerichtet worden sind, scheiden Ms. Es sind also zunächst ausgeschloffen alle Schäden, die dem feindliche« Heer oder Staate durch brn Krieg erwachsen sind. Eine Forderung, welche die französische Regierung jüngst für entzogene Steuern mit drei Milliarden Mark aufstellte, wurde . vollständig gegenstandslos fein..
Die Berechnung der Schäden ist davon abhängig, welchen Wert man zugrunde legt, und zwar ob Friedenswert, Wert während des Krieges den augenblicklichen Wiedergutmachungswert.
Von Frankreich und Belgien ist der Friedenswert ^bst den Kosten der Wiedergutmachung berechnet -worden. Eine solche Berechnung geht naturgemäß "lcht an. Wenn man bedenkt, daß der Wert bet Bauernhäuser in Frankreich und Belgien vor dem «nege kaum einige hundert Franken betrug, der ^lederausbau aber mehrere Tausende erfordert, so Muffen wir uns auf den Standpunkt stellen, daß ^er Beschädigte die Kosten, um welche er bereichert Mrd, selber zu tragen hat. Wie unsinnig manche yorbetungen anmuten, erhellt daraus, daß Fraulich z. B. für angerichteten Waldschaden allein 20 "Wltarben fordert. Der Wert des gesamten Waldes beläuft sich aber noch nicht einmal auf Cteien Betrag. Die Gesamtsumme der Schäden, die Grund der obigen Feststellungen unserer Ent- IchadigungSkommission und der wirtschaftlichen Prü- des aufgespeicheiten MaierialS sich ergibt, liegt weil unter den Ansprüchen uttie er Gegner.
Dir haben ja auch nicht nur geschadet, sondern ouch außerordentlich viel Gutes und Wertvolles im besetzten Gebiete geleistet. So wurde beispielsweise die direkte Bahnlinie von Löwen nach Aachen
| vienrtaq 29. Sprit 1919. | \ 46’ 3°b-^
Die französischen Besatzungsbehörden im Saar« gebiet setzen die Ausweisungen Deutscher ohne vorheriges Prozeßverfahren fort. Sv sind in letz!et Zeit in Saarlouis Siadtbaumeister Heimann, Poli- zeiinfpektor Schneider und Stadtsekretär Jochum und in Völklingen der Kinobesitzer Theiß ohne Angabe , I von Gründen verhaftet und abgeichoben worden. ' * Der frühere Reichs- und Landtagsabg. »en Saarbrücken, Prof. Dr. Herwig, landjähriger Führer »ft nanoxalltberelen Partei dort, wurde bald nach ^i- net Rückkehr aus Süd-Rußland eines Abends im Zivil-Kasino in Saarbrücken verhaftet, mußte die Nacht in der Kaserne zubringen und wurde am nächsten Morgen abgeschoben. Die Vorstandsmit- m IIS MUH en wir ia nun । glieder der Deutsch-nationalen VolkSpartei wurden haben aber nur für den sämtlich kurzerhand verhaftet und neunzehn Tage
-- " - — - - » lang in enge« Zellen der Dragoner-Kmerne in Ein
zelhaft gehalten, ehe ihnen ihre Abschiebung ange- lünbigt wurde. Aus dieser machten die Franzosen ein Echaugeptage. Alle Ausgewiesenen, darunter viele streikenden Bergarbeiter, mußten zu vieren antreten, vor ihnen ritten Lanzenreiter, zu beiden Seiten marschierten Kolonialtruppen, die links und rechts von französischen Svldaten geführt wurden.
In wohltuendem Gegensatz zu dem Verhalten der Franzosen bei diesem Transport stand die Haltung der Saarbrücker Bevölkerung, die stumm mit entblößten Häuptern die Gefangenen bei ihrer Abführung aus der Heimat begrüßte. Auf der Bahnfahrt von Saarbrücken nach Worms beaufsichtigte in jedem Abteil em Neger oder ein Marokkaner die Ausgewiesenen, ebenlo in dem alten russischen Kriegsgefangenen - Lager Worms, dem Sammelpunkt für die auS dem besetzten Gebier auSgewiesenen Deulschen.
Ein Ultimatum der Eisenbahnrr.
Berlin, 58. April, «om deutschen Sisenbahnerber- btmb »«r |u gestern nach Senin eine Bersammlung I einberufex wsrden, die bon eti»« 7 bi» 8069 •tfexbxbx« I hcuidixerkerx besucht ,ei»esex ist. Di« Bersammlxx« I nahm eine Entschließung an, teenn* die feforti<e 8r- I Höhung teS Stundenlohnes um eine Mark, mit ruck» I wirkender Krajt ab 1. April gefordert wird. Gleich- I zeitig soll eine entsprechende Lohnerhöhung für die un- I teren und mittleren Beamten tt littet en. Die Bersam» I »eiten verlangten, datz bis spätestens 7., Mai die «kor« I derunaen anerkannt werden, widrigenfalls sie die I Konseguengen ziehen wollen. .
lieber die bisherigen EinrommenSberhalmiffe der Eisenbahner in Berlin wird von unterrichteter Seite mitgeteilt: Der bezahlte Lohn eines Elsenbahnhand- werkers beträgt in Berlin 2,20 Mark die Stunde. Der gezahlte Lohn eines Eisenbahnarbeiters mit 18 Jahren 1,75 Mark die Stunde. Die geforderte Erhöhun«, des StundenlohneS um eine Mark und die damit verrnupste unvermeidliche Erhöhung der Beamtengehaiter würde für die preußische StaatSeisenbahm eine jährliche Mehrbelastung von 2 Milliarden mit sich firmten. Der Minister ist nicht in der Lage, eine Ent- scheidung in dieser Frage selbständig zn treffen. Die Entscheidung kann nur dem 6:aat5mimfttrium und der preußisch en Landesversammlun« zustehen, denn ein Zugeständnis bet Lohnerhöhung setzt voraus, datz gleichzeitig eine Deckung der dadurch eni|tanbenen Kosten beschafft wird.
Ob eS zu ei*ent Eisenfiahnerstreik kommen wird, ist noch nicht abzusehen, da schwer festzustellen ist, wer eigentlich hinter den neuen Forderungen steht, Br» fprünglich ging die Lohnforderung von den Berliner Eisenfiahnarbeitern aus Der deutsche Reichseisenbahner» verband fiat die Forderungen jetzt unterstützt. Wie weit die Eisenbahner autzerhalb Berlins hinter diesen Forderungen stehen, ist noch nicht zu übersehen.
Sine kräftige Ansprache NoSkeS.
Reichswehrministet RoSke war in ben letzten Taaen zu emet Besichtigung im Osten. Bel bieder Gelegenheit hat er in D anzia eine bernerkenSwerre schärft Rede ceaen die Umtriebe der Unabhängigen und Sparrakistin gehalten. In der Rede, über die in der „Teiuichen Allo. Zeita." eingehend berichtet wird, rechtfertigte NoSke feine Holiung gegenüber dem Teil seiner Pari iaenoffen, der seiner TStigk -it mit einem gewissen Unbehagen zusiebt. Et fu«r fort:
Ich konnte nicht anders handeln. Ich bin der Uefierzeuoung, datz mein Rezept daS richtige gewesen ist. Wir dürfen uns nicht auf der Nase herum» tanzen laffen. Wir wollen unsere dgmokralychen
Berlin, 28. April, ^er Frwdensaus;chuß der I । tiefer Beschluß bet alliierten und assoziierten Nationalversammlung ist zu einer Sitzung auf R^rungen, wie einwandfrei feststeht, auf ausdrück- S£»i,tUB9
sind von ihren Posten zurückgetreten. Die Der- 1 forgung der „Roten Armee" ist in keiner Weise ge- I sichert. Zwar sind reichliche Bestände an Mehl und I Kunsthonig vorhanden, jedoch Fleisch höchstens für 14 I Tage und Tabakwaren nur für 4 Tage. Don diesen I Vorräten kann nichts an die Zivilbevölkerung abgegeben werden. Die Einwohnerschaft Münchens ist im I wesentlichen aus die Mehlvorräte angewiesen. Die I Drauereren werden infolge der Kohlennot gezwungen I sein, die weitere Erzeugung einzustellcn. Dadurch | werden wieder annähernd 10 000 Arbeiter brotlos. I Die Zeitungen werden morgen wieder erscheinen, die I bürgerlichen unter Vorzensur. Die Buchdmcker haben I erklärt, sie würden insgesamt die Arbeit einstellen, wenn den bürgerlichen Blattern das Erscheinen nicht gestattet werde. Levine-Nisseu hat diefes Auftreten der Buchdrucker als einen gegen den Bestand der Räte- I republik gerichteten Plan bezeichnet.
Die Arbeit im Ruhrgebiet.
* Essen, 28. April Jn den heutigen Frühschich- I ten waren 12396 Bergarbeiter ausständig gegen I M65S am Samstag. Es wird auf allen Zechen arbeitet. Jn dem Essener Revier streikten auf den für die Gasv- orgung wichtigen Schächten Mathias Sünnes und Vereinigte Velheim noch etwa die Hälfte der Belegschaft. Auf 211 von etwa 240 Schächten wird heute voll gearBeitet, auf den übrigen 29 Schächten, die sich auf die Reviere Dortmund, Recklinghausen, Herne, Gelsenkirchen und Essen der- teilen, ist nur noch ein kaum nennenswerter Bruchteil der Belegschaften ausständig.
Konflikt in Braunschweig.
Nach der Niederschlaauna der Spartakistenherrschaft in Braunschweig sollte in der Landesversamm- ! httta die Neubildung der Regierung statifinden. ®ie bürgerlichen Abgeordneten verlangen ein Ministerium, in dem auch die Büraerlichen in entsprechender Anzahl vertreten sein sollen. Ihr Antra-i wurde aber mit 30 sozialdemokratischen gegen 29 bürgerliche Stimmen abgelehnt. Die Vertreter her bürgerlichen Parteien protestieren gea’n die fortgesetzte Vergewaltigung der bürgerlichen Landtagsfraktionen und verließen die Versammlung. Die Sitzung mußte wegen Beschlubunfähigkeit aufgehoben werden. Die bürgerlichen Parteien wollen sich an den weiteren Verhandlungen des Landtages nicht beteiligen und da- i durch seine fortgesetzte Beschlußunfähigkeit und feine j Auflösung herbeifübrrn. Sie glauben, daß ein neuer | Appell an die Wählermassen, die durch diese Vorgänge aufs höchste gereizt werden, ihnen im neuen Landtag eine Mehrheit bringen werde. Die Laae in Braunschweig ist durch diese neueste» Ereignisse wieder aufs höchste gespannt.
Die Streikbewegung in Oberschlesien hat sich autzerordentlich verschärft und eine grotze Ausdehnung gewonnen. Die Etreikforderun-en sind größtenteils politiscb. Allpolnische und f partakistischeForderunoen gehen durcheinander wie Ersetzung des Grenzschutzes durch eine Arbeitermiliz, Aufhebung de? Belagerun?5» zustandes, Freilnffung der politischen Gefaneenen, sechsstündige Arbeitszeit, Selbitverwaltung für Oberschlcffen. Die Lage ist sehr ernst. Für den 3. Mai ist von pol- nischer Seite zur Feier des Tages der Erklärung der | polnischen Konstitution vor 128 Jahren eine große Kund« I gebung geplant, die die Enthaltung van Arbeit, Ver«n- I ftaltung von Umzügen, unb feierliche GxtteSdienste vorsieht. Polnische Putsche bleiben zu erwarten, da die I Stimmung durch polnische Agitation und Gerüchte über I die Hallersche Armee sehr erregt ist.
Der Streik in Gieiwitz und Umgebung hat sich 1 zum Generalstreik ausgedehnt. Tie Geschäfte und Schulen | find geschlossen. Die oberfchlesischen Elektrizitätswerke I in Zabrze, Hindenburg und Chorzow. die den fiedeu» I tendsten Teil des Jndustriebezirks mit Kraft versorgen, I haben sich dem Generalstreik anpeschloffen. Jnfolgedeffen 1 ist ganz Schlesien ohne Licht. Der Stratzenbahnverkehr I ist vollkommen eingestellt, in Kattowitz auch daS Waffer- I werk.
stellungswert etwa 300—400 Millionen Mk. Ferner verlangt man in Frankreich die Rückerstattung von
- r K , S50000 Stück Rintzvfth, die wir angeblich zu eigen
Meldung soll der Wortlaut des vorläusigen Friedens. beTtoanbt hätten. Nach der eigenen französischen Vertrages vorn Redaktlonsausschxß letzt ferUggestellt Stanstik waren in jenen Gebieten aber überhaupl wordm sein. Das Problem vonKiaulschou sei nut ggggoo Stück Rindvieh, von diesen war ein noch offen. Hierfür soll von Wilson etne endgültige ni4t unbeträchtlicher Teil beim Rückzug der Fran- Lösung gefunoen werden, die die Ansprüche ,-en feIbft obtransporfert worden.
Japans befriedigen soll ohne die Jntereffen Die Frage der Entschädigung bildet mit daS wich- Chinas zu verletzen. Die Vollständigkeit des ti fte Ä"uiteI der Friedensverhandlungen. Die vor- Friedensvertrages erstreckt sich ftdoch nicht auf der- stehenden Ausführungen dürften den Beweis dafür Siebene militärischen und maritime Bestimmungen, Lesern, daß die Reichsleitung nachdrücklich bemüht von denen der Havasbericht die Frage des Nord- I die deutschen Interessen wahrzunehmen.
ostsee-Kanals, der deutschen Kolonien und! 1 v
bet deutschen Kriegsgefangenen erwähnt. Die I Aufhebung der schwarzen Listen.
Uebergäbe deS Textes des Beitrages verzögert _ Vorsitzende der ena
sich weiter, da jetzt als Termin hierfür der Freitag, I r (§) ®' •! hnitiAp9«
tzätestens aber der Samstag in Aussicht genommen lsicken Mission hat am 2,.. Aprü der d-utichen worden ist. Am Tage vorher so» der Text in einer Waffenstillstands-Kommission tn -.paa folgende Note geheimen Vollversammlung ben Vertretern der alli- uderretcht:.^ ^ncn mitzuteilen, dah die
retten und assoziierten Regierungen zur Kenntnis I Eierten und assoziierten Regierungen beschlossen haben, ^bracht toerben. I nach Mitternacht vom 28. zum 29. April alle schwär-
Meistbeqünstigung für die Alliierten? »en Liften von Firmen und Personen die von ihnen
' ” ' 3 3 I veröffentlicht ober zurammengestellt wurden, zürn ck-
Paris, 28. April. Dem „Echo de Paris" zufolge I zuziehen und alle Verbote in Bezug auf Handel svchert der Enttvurf der Wirtschaftskommission im Frie- I und Handelsverbindungen mit Firmen oder Personen densvertrag, daß Deutschland den Alliiertem das Recht I solcher Listen nutzer Kraft treten zu laffen. Die auf Meistbegünstigung, sogar in vielen Fällen I alliierten und affoziierten Regierungen behalten sich di- Gleichberechtigung writ seinen eigenen I das Re-Ä vor, alle oder einige solcher schwarzen Listen Landesangehörigen zugestehe. | wieder einzuführen, falls sich dies als notwendig er-