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rr* C*A 1 für den redaktionellen Teil: Karl Sckütte. I AhUI fCIfQ I Verlag der Fuldaer«ctiendruckeret in ^ulda.—Preis monatl. I 46. 3d1irQ.
nr. v *7« | kur die Anzeigen: I Par zell er, Fulda. — Rotationsdruck | w OnsldTSTQfl **T« KpiTll sVI x» | 95 Pfst, — Fernfpr. Rr. 9. Leleor.-Adreffe: Fuldaer Zeitung. | ______2Z-
Dor der Friedens-Konferenz.
stanzösifche Antwort an die Reichsregierung.
• Berlin, 23. April. In Berlin ist soeben in später Abendstunde über Spaa die Antwort der franzöiischen Regierung auf das Telegramm bet deutschen ReichSregierung eingegangrn, in der die deutschen Delegierten bei der Friedenskonferenz Jamhaft gemacht worden waren. Das Telegramm lauter:
Ter Marschall der alliierten und assoziierten Armeen telegiaphiert am 22. April: Ich bitte so!» gerbe Antwort der alliierten und assoziierten Regie- rungen der deutschen Reichsregieiung zu übermttreln:
1. Die deutschen Delegierten w rden ab reisen können, sobald sie bereit sind. Die deutsche Legierung werd gebeten, sobald wie möglich das Latum ihrer Abi eise bekanntzugeben. Ihre Rette wird auf dem alliierten Territorium so geregelt weiden, daß sie in Versailles am Abend ein reffen, damit sie in aller Ruhe installiert werden können.
2. Die deutschen Delegierten werden jede Freiheit der Bewegung für die Vollziehung ihrer Mission haben, ebenso jede Freiheit der telephoni- scheu und telegraphischen Verständigung mit rhrer Regierung.
3. Dir deutschen Delegierten können schon jetzt »ach Versailles die dreiköpfige Delegation zur Vorbereitung ihrer Installation entsenden.
Zu begrüßen ist an dieser von Marschall Foch unterzeichneten Antwort der entgegenkommende Ton der in schioff-m Gegensatz zu der Um öfttchkeir in' dem Telegramm Clemenceaus steht. Auch sachlich kann man in der Antwort ein Entgegenkommen sinden. Dre deutsche Regierung hatte de Zulage. Bevoll- mäcbttgte nach Versailles zu entenben, bekanntlich an die Voraussetzung geknüpft, daß ihre Vertieter über den Inhalt des Vertrags-Entwurfes verhandeln tonnen. Die Antwort äußert sich zti dieser Bedingung nicht, dieselbe muß also als stillschweigend anerkannt gelten. Tie .Deutsche Allgem. $tn.', das offiztö e Organ der Regteruna, betont übrigens, daß Sie deutsche Regierung sich nicht darauf einlaffeu werde, einen Vertrag von der Wichtigkeit dieses Friedensvertraaes obzuschließen, ohne daß die Volksvertretung die letzte Ent chetdung bat.
Die detitschen Friedensunterhändler werden nun also begleite, von etwa 40 führende» Personen ans allen K eisen unseres Volkes, am kommenden Montag abrei en, um in Versailles die Verhandlungen mit den Bertietern der Entente zu beginnen.
Heber welchen Frieden sie zu verhandeln bereit sivd, liegt offen vor oller Augen. Deiiischiatid will einen Frieden, der ihm und allen Völkein Rahe, Sicherbeit und Ordnling wiederbrinat, der die Schranken niederlegt, die wie chinesische Mauern durch den Krieg zwischen den feindlichen Vö.kern äufgerichtet worden sind, der einen Ausgleich wiederstleitender Zntereffen und eine aufrichtige Verständigung und Versöhnung zwischen den Völkern bringt. Das deutsche Vckk weiß, daß es für dieses hohe Ziel eines wahrhaften Bötterfriedens schwere Opfer wird bringen müssendes ist bereit, sie zu tragen, verlangt aber, daß ihm die Möglichkeit zum Leben gelassen wird, daß der Friede ihm nicht den Wi?berau'bau seiner Serrütteten Wirtschaft unmöglich macht. Das deut che "olk lehnt es auch ob, mit der Schuld an dem furchtbaren Unglück des Weltkrieges belastet zu werden: wrr haben den Kampf vom ersten Tage an als einen Verteidigungskrieg geführt, unter den ichwet sten Entbehrungen ausgeharrt, nm die Heimat zu idjirmen OTb bare wie am ersten Tage des Kiieges dürfen wtr mit reinem Gewissen tagen, daß wir diesen «>eg nicht gewollt haben und vor Gott und b«r Menschheit feine Schuld für ihn tragen. Mag ?* bei: che jnlitif, mag die Staaiskunst der Männer Wfn ere.-; Regimes noch so unklug und untüchtig llfwesen sein, ent schreiendes Unrecht wäre es, wollten
siegreichen Feinde das deutsche Volk entgelten «fftn, daß vielleicht Ungeschicklichkeiten seiner Führer, «e es sich nicht selbst gewählt hat, mit daran Schuld daß das Verhängnis nicht aufgehalien wurde.
gibt feindliche Staatsmänner, die dasselbe Ver» Dulden trifft, es gibt feindliche Staatsmänner, die T” diel schwerere Verschulden trifft, seit Jahr- ^nten auf diesen Krieg hinoearbeuet zu haben.
Entweder endigt dieser Weltkrieg n.it einer end- vllttgen Austragung aller feindlichen Gegensätze ■”b einer ehrlichen Verhöhnung der Völker oder
et wird diese Gegensätze Weiler bestehen, die purzeln des Krieges weiter wuchern lassen und nur an. iSri«be sein, der rein äußerlich den Ab chliiß des wges zwischen Mitteleuiopa und der übrmrn 2?“ bedeutet. Im ersten Fall wird in Versailles ^ieden-werk gebaut, das durch viele Geschleckter wndurch Bestand haben wird; im andern Fall aber ns der Vertrag der Siegelbrief für den Weltum- E**r8 Win, denn schon harren die vor der Tür, die -E ,l,e bürgerliche Geiellschaftsoiduung in aller zertrümmern wollen.
«ft* 23. April. Nachdem nunmehr die Ani- der Alliierten eingegangen ist und die Abieise tzeu "Aschen Delegaiioit nach Verfalles auf Montag $ . > April abendS festgesetzt wurde, ist der Ln. '."^,Ausschuß der deutschen Nanonaiver- berufen w *>en nach Berlin zusammen« teer1»Li^eta’ 2^- dlpril. Pariser Meldunaen der Lh- a-,,.?^'""er. nach denen der Wortlant des Frießcns-
le 3 bcr Presse nnt 26 SIprtl abends bekanntne- d. suAto^rt,c' * scheinen verfrüht, weil nach dem .Echo W fc- sL Hnö05he'!’efel’ene Verzögerungen bet fü,1an4 53erttd er etn.ietreten sind, sodaß Werd- Ä?. 251 ?pe" "°ck nicht fertig enellt sein
Etatt sa t, eS mühten in einer Anzahl Die Kompromisse gefunden werden.
Sert.» V?- ll* erfährt hierzu noch, die Hälfte des *OT _ LUep«, endg ültigen Fassung noch nickt « Pariser Presse benutzt die Zwischenzeit, »rntt allem Nachdruck auf die Notwendigkeit eines ^^«btgun^Sbün-nisse» -wische» Ämercka, England
und F'ankreich hinzuweiseu. wobei der Lyoner .ProgrsS" erfährt, daß der Vertrag bereits zur Hälfte fertiggestellt sei und seine Gültigkeit neben dem Dö kerbund haben werde. In der Be ründung der Notwendigkeit eines solchen Bündn.sveitrageL schäumen die nationalistischen Pa ifer Blätter von Haß gegen Deutschland geradezu über.
n Basel, 22. April Laut „Neuer Storrefpenben;' versammelten sich die fünf Mrnrsier dcS Auswärtigen am Montai naäm tta'. Unter den Fra. en. die behandel wurden, ist für Deutschland die von Be. beutuna, die vorfieht, dah in die PiLliminarien eine K ausel aufocnotuirten werden soll, die Deutschland die Entsendung militärischer Miss ionen ins Ausland verbietet.
Erklärungen Eberts.
Str?«. 23. April Reichspräsident Ebert aewäbrte fterionntafi einem Vertreter brr „Temps" eine Unterredung, wobei er erklärte: Die innere Lage Deutschlands bän-t, wie übrigens in ollen Ländern, von der all-emeinen Weltlage ob Die inneren Pedin tun en Deutschlands seien Solidarität mit denen oller Länder der Weit. In der all ememen Erkennt- nis dieser Solidaritöt erblickt Ebert die beste Garantie für den Weit rießen. Der ungeheuerliche, vor dem Krie e von einem englischen Blatte ausgestellte Satz, dass der wirtschaftliche Ruin Deutschlands eine Bereicherung Englands bedeute, stelle in der neuen sozialistischen Welt einen erschreckenden Wahnsinn dar. Dem französischen Regime verdanke der Sozialismus einen großen Lest seiner schöpferischen Ideen; deshalb vertraue Ebert Frankreich, daß es sich dem Gedanken der Sol bautet der gesamten mensck> licken Arbeit nicht verschließen toerße. Gewinne dieser Gedanke in Frankreich die Oberhand, dann würden sich auch gute Beziehungen zwischen beiden Ländern einstellen. Dentscklarid sei bereit, diesen Gedanken zur Tat werden zu taffen und Fr. nkriich auk ganzer Kraft zu l eisen, die durch die Schrecken des Krieges beritt* sackten Schäden wieder gut zu machen. Es wäre vorteilhafter, trenn bi eie Arbeit auf Kosten Deutschlands durch Freiwilliae geleistet würde, al3 durch die Masse der zurück ehaitenen deutschen Kriegs-efannenen. Ebert p rote stierte dann gegen die Z ur ück Haltung der Kriegsgefangenen in einem Au endlich in dem die Versöhnun i ein -eleitet werden solle. Die Schaf- fung eines rheinisch-westfälischen Pufferstaates könne er nicht al? Garantie für den künftigen Frieden nnd für die künftigen ruten Beziehungen zu Frankreich bettadten. Die Rücksicht auf die wahren Interessen ihres Landes werde hoffentli h die fron ögschen Staatsmänner hinde'M, von Deutfchland die Unteischrist un- ter einen Vertrag zu verlangen, der im Gegensatz zu den wahren Interessen Frankreichs stehe.
Ein deutscher Entwurf über den Völkerbund.
Berlin, 22. April. Bon der deutschen Reichs» recsienmg ist ein Gesetzentwurf über den zu schaffenden Völkerbund ausgearbeitet worden, der heute das Kabmett beschäftigt hat. Er soll alsbald derOeffertt- lichkeir übergeben werden.
Die Lage in Bayern.
Berlin, 23. April. Die Laae in München stellt sich, wie in der »Deutsch. Allg.Zta/ gesagt wird, nach dem Bericht eines Mehrheils ozialisten, der der Regierung Mitteilung machte, folgendermaßen dar: Hungersnot, Schrecken, Plünderung, Raub, Gewaltakte und Mord, das ist das Eigebnis der bolichew stischen Herrschaft weniger Tage. Kinder und Kranke, Greise nnd Frauen sterben dahin, denn die Bauernschaft weigert sich in das Narrenhaus München Lebensmittel zu liefern. München steht vor dem Bankerott und dem Massenelend. — Wte die ,Voss. Zig" a«S Bamberg ei fährt, erst'eß der Landwirtschaftsminister einen Anfruf an die Bauern, in dem er sie auffoidert, sich zusammenzn» scharen, um das Vaie'IanS zu retten und mitzu» helfen, dos arme München zu befreien.
Dte Versammlung der bayerischen Truppen nm München vollzieht fich glatt. In Landshut ist die Lage unverändert. Rosenheim ist noch in den Händen der Spartakisten. Oberst'orf im Allgäu ist von Regierungstrnppen befefit. In Füßen am Lech hat sich die Garnison für die Regierung Hoffmann erkiätt. Garmisch-Partenkirchen soll am ersten Ofterlage von den Spartakisten verlassen worden sein.
Nürnberg, 23. April, lieber Aeutzerungen LewinS im engsten Freundest reise wird folgendes bekannt: Er erklärte unumwunden, daß die augenblickliche Lage Münchens ohne weiteres zum Zusammenbruch der Münchener Räteregierung führen muffe. Der Hauptgrund hierzu sei der Mangel an Gelb. Aufforderungen an die Bevölkerung, alles verfügbare Geld abzuUefern, haben nicht daS erhoffte Ergebnis gezeitigt. Man habe deshalb, um wenigstens etwas Geld zu bekommen, den Etratzenbahnbewieb wieder aufnehmen müffen. Militärisch sei die ^Situation aussichtsvoll gewesen, solange nun ei mit der Volkswehr allein zu tun gehabt habe. Den jetzt ausgestellten Freikorps aber fei man nicht mehr gewachsen. Der Vollzupsrat müsse daher versuchen, sich rechtzeitig in Stckerheit zu bringen. ES wurde beschlossen, daß tm Notfall Lewin und fein en fier männlicher und weiblicher Anhang, unter Mit- nahme der beschla mrtbmten Neider und der ebenfalls beschlagnahmten Schmuck egenslände nach Budapest fliehen soll. Dr. Lewin hofft, von dort in fünf bis sechs Wochen nach München zurückkehren zu können, um dann endgisttig die Räterepublik zu errichten.
Ulm, 25. April. Gestern hielten die Gewalthaber m München in der Ludwigstraße eine Truppen- >chau über die Ro e Armee ab. Tie Stimmung der Bevölkerung ist äußerst gedrückt. Zeitungen unb Nachrichien von auswärts kommen nicht in die Stadt, mit Ausnahme der von den Neaterungsfliegern ab- geworfenen Flugblätter, das Aufheben dieser Flugblätter aber i;i bei Todesstrafe verboten.
Stuttgart, 23. April. Ter für gestern angekün- dtgte Politische Generalstreik in Stuttgart, der sich gegen die Entsendung von Truppen nach Bayern lichten sollte, ist nicht zur Ausführung gelangt. In sämtlichen Großbetriebe rourb> gearbeitet. Auch die Arbesteischaft der Daimlerwerke beschloß, die Arbeit wieder auszunehmen.
Augsburg.
»td Augsburg, 22. April. Die Kommunisten und die von ihnen beeinflußte Arbeiterschaft der Bor- iiädte beharrten auch während des zweiten Feiertage- in ihrer feind;eligen Habung gegenüber den Regie- rungstrnppen. Den ganzen Tag über hielt daS Schießen an. In verichied nen Teilen der Stadt wurden durch Granareinschläge Beschädigungen an Gebäude» veimsacht. As» XieitStaa Bormülaa be
gannen die Berbanolitngen mit d^n Arbeiierführern nnd Betriebsimsschüffen. Die Arbeiter hatten mit dem Generalstreik gedroht. Demgegenüber behielt sich dec Kommandeur der Regieiungsiruppen volle Handlungsfreiheit vor. falls seine Forderungen (Einstellung der Feind'eüakeiten, Auslieferung der Rädelsführer, Abgabe der Waffen) nickt bis zur bestimmten Frist ancenonunen würden. Wie wir vernehmen, führten die Verhandlungen zur Annahme der vom T'Uppen- kommandeur gestellten Bedingungen. Es bleibt ab- Viroarten, in welchem Maße die Führer ihre Anhänger in der Hund haben und ob dte Durchführung her Bedingungen sich reibungslos und restlos verwirklichen läßt. Die RecueruttgSirnpPen haben gestern unb heute beträchtliche Verftärknnaen erhalten.
Augsburg 23 April. Dienstag morien war die Frist zur Waffenablieferuni abgelaufen, ohne daß in Oberhausen , cnü -enß Waffenablieierungen erfol t toircn. Die Frist zur Abxabe wurde daher bi? 12 Uhr mittags verlängert. Bis dabin wurde ein Teil der Waffen an der Wettack-Bräcke bei der Polizeista'ion nieberfielest und die Ges bütze abgegeben. AIS die Re- gieruniLtiUppen die Waffen abbolt m, entstand au» bisher noch nicht völlig aufgeklärter Ui sache ein Zusammenstoß zwischen Re sterunaStruppen und Bevölke un.z Die Verluste bet Bevülkerun r waren ein Toter unb vier Verwundete. Da es feststand, baß bie Waff m in Over, hausen auch jetzt noch nicht völlig abiblie’ert waren, ordnete der Führer der Regierun^Struppen den E i n- marsck in b;e Oberhausener Vor stabt an, um enb» gültig Ruhe unb Orbnunr herzustellen. Dem Einmarsch wurde, soweit bekannt, keinerlei Widerstand geleistet.
Die Besserung im Ruhrrevter.
♦ Berlin, 23. April. Wie wir erfahren, wird im Ruhrrevier auf 81 Schacktanlagrn voll gearbeitet, auf einem großen Teil der übrigrn M'ndesiens teil» wei e. Die Lage hat sich heute weiter wesentlich gebessert. — Im Bochumer Bezirk kann der Streik als Zllftändig erloschen angesehen werden.
Braunschweig.
wtb Braunschweig, 19. April. Die vorläufige braunschwei iscke Regierung ist gebildet. Vorsitzender ist Dr. JaSper (soz) Die seit vierzehn Daien aus e. seht gewesene Tätigkeit in den hiesigen industriellen Betrieben wurde heute wieder auf genommen. General- firetl unb Aussperrum sind demnach beendet. Nach auswärtigen Meldungen soll.» MergeS und Eichhorn, dcffen Festnahme sich nicht bestätigt, in einem Automobil am ersten Oftertai von Braunschweig in Berlin eingetroffen sein. Eine Pat-ouille, die die hiesige Wohnung Eichhorns durchsuchte, fand sehr viele wertvolle EinrichiungSgegenstänße cu8 dem Berliner Schloß.
Belagerungszustand über Hamburg.
Hamburg, 22. April. Im Einvernehmen mit dem Senat der freien Hinfeftadt Ham >urg sowie der Ma- mfirate der Stäbi» Altona nnd Wnndsbeck ist der 6er- schärste BelairrungSzustand über H a m 'ara, Alton a und Wanbsbeck verhau>t worden. Votkvwehr und Polfzeimannschasten erhalten stemisten Seregt, Perio- nen, die mit Waffen in der Hand beim Plün lern oder im Kampfe mit Volkswehr _ober Polizeimannschaften angetroffen werben, auf ber Stelle zu erschießen.
Hamburg, 22. April. Zu schweren Ausschreitungen war es heute wieder hier, m St. Pauli und in Eimsbüttel gekommen Der Mob übersiel Vorüberaehende und raubte ihnen Geld und Wertsachen. Außerdem bemächtigte er sich vier Kra'twrgen be» SicherheiiS- biensteS unb nahm den Beamten ber Poli zeiwachen bie Waffen iveg. Einer ber Sicherheitsmaiinschaiten würbe am Sanbweg aus einem Etagenhause erschaffen, ein anderer, der in ber Talfiratze schwer verletzt rootben war, sollte dur ch einen Sanitäter verbunden werden Der Äov bmbette diesen daran, indem er ihm die Pistolen vorhielt und den Verletzten mit Säure begoß Dem Vernehmen nach hacken bet den Unruhen die Spartakijten sechs Tote und acht Schweroerwundetr.
Ein kommunistischer Musterbetrieb.
Wohin wir unter dem Sozialismits treiben, und was für Zustände er schaff-, das tr muß jetzt die Regierung ein erschreckendes Beispiel on ütjicn, das zugleich eine V.'iurteilung aller ko>n>nuni>tt>chen Fldern ist, wie man sie sich nicht treffender denken kann. Es handelt sich um die Sv an bau er Militär-Werkstätten, in denen völlig unhaltbare Zustände herrschen. In diesen Werkstätten sind z. Zr. 42 000 Arbeiter beschäftigt, obgleich es kaum für wenige Hundert Arbeit gibt. Vor dem Kriege, als die Werkstätten noch voll beschäftigt waren, betrug die Zahl der Arbeiter nur 9000. Irgendwelchen Eiitlaffnngen widersetzt sich die Ar- beiterjchaft, die ganz in kommunistischem Fahrwasser segelt, hartnäcklg. Fortgesetzt finden in den Be- triebsräumen kommunistische Versammlungen statt, in denen russische bolschewistische Agitatoren ihr Unwesen treiben. Dabei wi>d der Kommunismus doit so verstanden, daß alles, was nicht auf die ultra-rote Fahne schwört, einfach aus den Betiieben herauszefchmffsen wird. So wurden z. B. drei mehr» heitswzialrstijche Arbeiter herausgemaßre leit unb, trotzdem der Kiiegsminister selbst sich jür ihre Wieder- einstellung einsetzt.', nicht wieder aufgenommen. lEine nette Illustration zum Mitbesiimmungsrechi). Produltive Arbeit wird heule in Spandau übet« haup- nicht mehr geleistet, und eine grenzenlose Unordnung hat im ganzen Betriebe Platz gegriffen. — So kommt e», daß an emer Stelle 8 Dik. und an einer anderen 43 Mk. für oieiefbe Arbeit gezahlt weiden. Ganz unglaublich klingt es ab r, daß trotz der 42 000 Arbeiter die wenigen militärischen Arbeiten, die augenblicklich erforderlich find, in Spandau nicht einmal geleistet werden, sondern Privatbetrieben zur Ausführung übergeben werden müssen. Daß unter diesen Umständen die Militär- Werkstätten m Spandau mit einer ganz gewaltigen Unterbilanz arbeiten, wird niemand Wunder nehmen. Die Unrerbilanz beträgt allein an Ardens- löhnen mindestens 20 Millionen Mark mo iailidj. Im Januar dieses Jahres stellten sich die Ausrnben an Arbeitslöhnen aus 42V« Millionen, int Februar auf 35 Millionen, denen im Februar nur ganz genüge _ Einnahmen (im Januar überhaupt leine) gegenüberstehen. Hinzu lammt noch der Verlust an Roi,stoffen uiw.» sornß der monat liebe Fehl- betrag ruhig auf 50—70 Millionen veranschlagt werden kann. In Spandau liegen für viele Huncerte von Millionen Rohstoffe angehäuft, die hier nutzlos lagern, da sie nicht oe-arbeitet werden tännen. Einer Wegiührung dieser Rohstoffe, fei es »ur Veräußerung, oder mr Verteilung an «rudere
Krerstagssitzung.
) Fulda, 24. April.
An der gestrigen, der letzten Sitzung des Kreistage» in feinet b Sheriaen Zufammenietzung nahmen untee dem Vorsitz des Landrats Frhrn. v. Doernberg 15 Abgeordnete und die Arbeitrrräte Stahl und Beck- lhold teil. Der Kreistag beschäftigte sich nach Fest- stelluni her Rechnungen der Kreiskoinmunalkaffe, bet KtelsspritzenverbandeS. des KreiSsiechenhau-eS uns de» Fonds zur Hebung der R nßviehzucht für da» Jahr 1916 Zunächst mit her stest'lcllun i dc» KreishauShaits» tioranfcqlafieS für 1919 und der NebcnetutS. De: v a US» haltSvorfckag fchlieht in Einnahme und Ausgabe mit 852120 Mk. ab. Heir Rich. Muller le 4 bat, daß bie Erhöhung bet KterSsteuern von 27 auf 37 Ptoz. in ben kriegSwirtfchaitlicheu Mahnahmen, in ben Teuerungszulagen uns autzetordentlichen Betgütun ien an die Beamten be irünbet sei. In dem Augenblick, wo bie Stadt Fulßa aus dem Kreise ausicheiden werde, würden die Steuern aut über 100 Ptoz. steigen, eine Last, bie für die Lano^emeinven unetschwirnlich fei, fall man nicht alte unbedingt nötigen Ausgabe» eeeeuM#
Deutsches Relch.
• lieber bie geplante» Labakstener«, dis einen Setz trag von 800 Millionen Mark abiorrfen sollen, melde» eine uorrefpanßenz: Für Zigarren sind 14 ©teuetg ftujeit bot.iefegcn, von denen die erste Hälfte nut theo-^ teusches Interesse hat, weil sie die Zi iarren im Äiein» verkaufsptei e von 8 Pfg. bi» zu 25 Pfg. da» Stück umfaßt; eine biJigete Ziiarre al$ zn 20 bi» 25 Pfi. daS Stück wird es in Zukunft aber schwerlich geben. Die 25» ß ft -31 garte soll eine Steuer von 5.5 Prg. da» Stück tragen, die 40-8fg-Zigarre 10,4, die 50-Pfg.« 3tgar e >3 Pf,,., dte 75.Psg.-Zi garte 21 Pfg. Steuer, dieZigatte tn Dec Pt.uSla e zwischen 75 Pf.u. 1 M. 30Pf. u höhere Preislage i den tzöchsatz von 50 Pf entrtchten. Die Zigarettensteuet weift 11 Stufen auf. Sie steigt ooit 1 Pf. für die 3-Pf -Zigarette bi» zu 14 Pf. für Zizarett n über 25 Ps. KletnvcrkaufSprei». Auch für feingeschn ttenen R ruckt tbak, Pfeifentabak, Kau» tabai und Schnupftabak sind seht hohe Belastungen vorgesehen, ebenso für tabalähnliche Waten und Ziga» retrenpapier.
ans dem llachvargevlet.
+ Hofbieber. Die Beerdigung der Herr« Pfarrets Noll ist von 9 Uhr auf 10 Uhr Freitag vormittag verlegt worden, um einer Anzahl von Herren, die sonst nicht teiluehmen könnten, die Teil» nähme on dem Begräbnis zu ermöglichen.
]:[ Hilders. In der letzten Versammlung bei, Rhönklubzweigverein» Hilders ging a« Stelle des verstorbenen Herrn Psarrerl Joh. Ed. Breitung, deS ausgezeichneten Kenneri und to«»‘ men Freunder der Rhön, der 44 Iahte lang Mitglied unb 30 Jahre hindurch Vorstand desselben toatJ Herr Amtsrichter Dr. Marx als Vorsttzender auf bet Wahl hervor. Ferner würben die Herren^ Gerichtslanzelist Ferdinanb Hrrget a'S Schriftführer^ unb Kaufmann Rad. Keerl all Kassierer wieder» unb Malermeister Aug. Wehner als Wegewart nen«1 gewählt. Die Sektion hat jetzt nach dem Kriege bie stattliche Zahl von 70 Mitgliebern wiederetlanzt.
ft. Fra ksurt a. M. Lehrer Ciriftoph König von ber hiesigen Frankeschnle, Mltalteb der preuß, Landesversammlnng, ist vom 1. Mai ab zur Mitarbeit in das preuß. KultuSmini terium berufe» worben. Lehret König ist MehrheitSsozialist.
Betriebe, widersetzten sich jedoch bie Arbeiterräte unter dem Vorwande, baß dann überhaupt jede Arbeit aufhören würde. Die Zustande in Spanbat» sinb also wirklich unhaltbar. .
Bon der Regierung ist deshalb bte Schließung ber Spanbauer Werkitätten anzeorbnet worben. Dr» Lohnan prüche der Arbeiter werben voll von bet Regierung anerkannt. Die Aibeiterschaft hatte gedroht, die Arbeit ielblänbig wiebcr aufnehmen zu wolle«, sie haben iuzioischen aber se.bit eingesehen, das; es so rote bis ter nicht roeitergebt. Als sie bie Werküatte» geschloffen fanden, rehrteu sie ruhig iu ihre Wohnungen zurück.
E!n teueres Vergnügen.
„Sozialismus ist Arbeit!*, das hat uni österl die Regierung verkündet. Run stecken ro te mitten tut Sozialismus drin unb doch ist noch nie soviel getaulenzt rootben, wir Heu e. Dabei ist bekanntlich Aibeit das einzige Mittel, das uns aus dem Schulbensumpf erretten kann; durch die Streiks jedoch, brionvets aber durch die Bergarbeiterstreils, fluten wir immer nur noch tiefer hinein. v _ ,, .. i
Sehen wir uns einmal folgende Zahlen an, Bte in ihrer Ungeheuerlichkeit auch dem unentwegtesten Stre k-reunde dir Augen öffnen werben. Wie erst kürzlich der Mimstrr für den Wiederaufbau der sran- zösiscken Industrie einer Abordnung der livksradlka. len Sammer Truppen erklärte, fordern bie finanzielle« Friebensbediitgungen unserer Gegurr zunächst 125 Milliarden Francs Schadenersatz von Trutsch- lanb. Bei einem normalen Valuta stände uniere« Reichsmark hätten wir diese 125 Milliarden Frarcl mit 100 Riilliardrn Mark bezahlen können, da bte deutiche Reichsmark ehedem 1,25 Francs wert war. Nun hat ja ourch den Krieg unfete Mark viel von ihrem Werte verlor n, unb am 22. März 1919 mußten wir 1 Francs, ber sonst aus 80 Pfg. stand, mit 2 21 Mark bezahlen. Das war ein so niedriger Stand unferet Mark, daß wir hoffen dursten, damit be«i tief len Kurs erreicht zu haben. Bei Anrechnung dieses Kurses hätten wir für bie von uns geforderten 125 Milliarden Franc; schon 276 Milliarden, 250) Millionen Mark aufdringm müssen. Gewiß eine ganz fabelhafte Summe. Da aber kam der Str ei» ber Ruhrbergleute und durch ihn sank die Mark sofort von neuem, und zwar so ge valiig, daß bereites am 17. April 1919 1 Franc; den Wert von 2,64) Mark hatte. Wir mässen also bei dem heutigen Staube) der Reichmark tüt bie von uns geforderten 125 Mil-k liarben Schadenersatz 333 Milliarden 750 Milck Honen Mark bezahlen, da; h-ißk mit bürten] Worten, daß der (steil der Stubibergleute unsere» Schuldenlast um 57 Milliarden 560 Millionen »er.) mehrt hat.
Furwa r, ein etwas kostspi liges Vergnügen, dal sich die Bergleute da auf Kosten bei gesamte» deutschen Volkes geleistet Haden.