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I Verlag der Fuldaer «dienbrudetet in Fulda. --Prell monotl. | 4$ lahfCl.

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/ |H * I für die Anzeigen: F. Par zelle r, Fulda. Rotationsdruck. | llllllWwUj XJ* MIA

ES soll verhandelt werden.

Heber die neueste Wendung in der Friedensfrage jfcgt unS heute folgende ausführliche Meldung vor: , ,rtb Berlin, 22. Sprit. Im «nschlutz an da» Tete» -ramm, mit dem die deutsche Regierung am 19. April

Einladung der Alliierien Regierungen nach Versai» m erwidert hatte, übersandte General Nudant der vjZassenstrllstand-koinmrssitn am 20. vipril sollende Rote:

^Die alliierlen Regierungen können nicht Abge» Ifltbte empfangen, die lediglich zur Entgeaen» «ahme de» Wortlaute» der FriedenSbedingunaen er» Btaditi t sind, wie eS die deutsche Regierung vorschlägt. Die Alliierten sind verrflichtet, von der deutschen Re» -tetunfl zu fordern, daß sie Bevollmächligle nach Versailles entsendet, welche ebenso bevollmächtigt sind, über die Gesamtheit der FriedenSfrai en zu verhau» drin, wie die Vertreter der Alliierten^

Der Reichsminister des Aeutzern hat nun «nn 2L d. MS. seinem Vertreter in Spaa telegraphiert: Bitte dortigem französischen Vertreter zur Weitergabe folgende» mitzuteilen:Nachdem der französische Ministerpräsident der deutschen Negierung die Auf- ford:rung der Alliierten übermittelt hat, die deutsichen '. Delegierten mit einer ebenso vollständigen Etmäch. - tigung zu Verhandlungen über die Gesamtheit der Friedenefragen zu versehen, wie die Vertreter ter ' alliierten Negierungen sie besitzen, hat die deutsche \ Regierung in der Voraussetzung, dah im Anschluß i an die Uebergabe des Entwurfs der Ptälimina.- : KirdenLbedingungen Verhandlungen über C deren Inhalt beabsichtigt werden, folgende Per­sonen mit entsprechenden Vollmachten zu Delegierten bestimmt: Grasen Brockdorff-Rantzau, Reichs» jusiizministerLandSberg,ReichspostministerGieS» 1 6ert8, Präsidenten derpreuß schen Nationalversamm» ; lung Leinert,Dr.M elchi or,ProfesierSchü cking. * et» Begleiter der Delegierten sind weitere Persone» * in Aussicht genommen.

; Die deutsche Regierung ist bereit, diele Personen < »ach Versailles zu senden, wenn ihr die Zusicherung > gegeben wird, daß den Delegierten und ihren Be- glettern Bewegungsfreiheit und freie Benutzung -deS Tetegraphen und Telephon» zum Verkehr mit der deutschen Regierung gewährleistet wird. Die Reise der Delegierten würde sich jedenfalls um ei­nige Tage verzögern.

F *

Der »Oberste Rat der Alliierten Regierungen" beliebt sonderbare Scherze.

Die Einladung nach Versailles sagte mit berech­neter Deutlichkeit, die deutschen Delegierten hätten den »festgesetzten Text des Präliminarfriedens in Empfang zu nehmen" und fügte hinzu, sie hätten sich streitistens auf ihre Rolle zu beschränken". Daraus Sonnte niemand etwas andere» lesen, alS daß Ver­handlungen über die Friedeiisbedingungen abgelehnt und uns nur die Wahl gelassen weide, das Diktat einfach anzunehmen oder abzulehnen. So hatte es auch unsere Regieiung verstände» und sofoit die richtige Folgerung gezogen, daß es sich nicht lohne, die gioße Friedensdelegativn, die bereits ousgewählt war, zum 25. April noch Frankreich zu schicken, son­dern daß eS genüge, eine kleine Abordnung zu ent» senden, die den Text des Entwurfs entgegennimmt «nb der deutschen Regierung überbringt. Gewisser- maßen als Briefträger sollten der Gesandte v. Ha­ntel und zwei begleitende Räte hingehen. Die große Delegation von Staaismönnern und Sachverständigen würde ja in Paris und Versailles eine gerade zu komische Rolle ge p elt haben, wenn sie weiter nichts zu tun hätte, al« das Diktat des Herrn Clemenceau stillschweigend enkgegenzunehmen.

! Dieser der Regierung durch die Fassung deS Ein­ladungsschreibens aufaevötigte Entschluß hat nun nicht den Beifall der Entente. Sie läßt uns in einer neuen Rote wissen, daß sie eine deutsche Abo dnnng wünscht, die zu B er b a n d l n n ge n e r m äch t i gt ist.

Woher diese Wandlung? Anscheinend steckt hinter dieser Verwirrung ein Manöver, das für die unanf» richtige Politik Clemenceaus kennzeichnend ist. Wie man nämlich erfährt, unterdrückten diefranzosi'chen flottec offenbar auf Anordnung der Zenmr die durch General 'Jiuimiu übermittelte Einladung an Deutsch­land, viiöffentlichten aber dieAn twori des Grafen vrockro'ff.Rantzau auf dieses Schreiben. Das fian- tzvsi che Publikum erfährt also nicht, daß Clemenceau selbst in feinet durch den General Nudant über­mittelten Einladung die Aufgabe der deutschen Ad- gesandten einschränkt und ihnen jede Verhandlung über den Inhalt des Textes der Friedensbedingungen Unmöglich »iacht. Tie französische Regierungspresse, Voran derTemps" und dasEcho de Paris", stel» sle« die Sache sogar so dar, al» ob die deutsche Re­gierung ohne jeden Grund die Verhandlungen bet- Welpen wolle durch die Weigerung, Unter­händler mit genügenden Vollmachten nach Versailles I« schicken.

! Ein toller Vorwurf, der aber nicht darüber bin- wegtäuicht, daß es die Entente war, die infolge mrer Uneinigkeit und der Beutegier einzelner ihrer Teilhaber die Welt länger al« em halbes Jahr Hal »vonen lasien, ehe sie bereit ist, überhaupt in Ver­handlungen elnzutreien.

. In Berhaiidlungen, worüber? Genau weiß man auch noch nicht Die Entente verlangt die Ent» findung von Bevollmächtigten, dieebenso voll­ständig ermächtigt sind, über die Gesamtheit der »nedenssi agen zu verhandeln, wie die feindlichen ^etireter". Wie umfangreich sind denn die Voll­wachten der feindlichen Vertreter? Gelten sie nur kmk die Verhandlungen über die Ausführung oder «uch zu Verhandlungen über den Inhalt der Frie» «enkbedingunce» ? In ter feindlichen Preffe hat «an immer wieder gelesen, Deut chlondhabe zu dem »Aemlichen Inhalt nur ja oder nein zu sagen und sich höchstens äußern, wie wir die Ausführung Bedingungen sichern wollten. Darauf kann MUtWonb sich aber nicht einlassen. Wir müffen die vorderung stellen auf Verhandlungen auch über g? Anhalt der Bedingungen, und zwar auf der «rundlage de» Wilson-Programms, dem wir »nS unterworfen halten und das von den Gegnern -denfallS one> könnt worden ist. Aber über die Auk- «egung und Anwendung dieser Grundsatz? muß eine Verständigung erzielt werden:, ohne MeinungsauS- ^Utlch ist das nicht möglich.

Auch bet wirklichen Verhandlungen sind unsere ?^sichten für einen Frieden der Verständigung und »er Bölkermr ö. nung sehr sch'echt; aber wir wollen > cht verzweifeln, solange noch nicht »al letzte Wort Pl-loche« ift

Die Franzosen in der Pfalz.

Mit welchem Geschick, aber auch mit welcher Sieges­zuversicht die französische Propaganda in der Pfalz arbeitet, lehrt ein Rundschreiben, da» zur Sarnrn» lum von Unterschriften zunächst in Landau in Umlauf gesetzt wurde. Den .Berl. N. Nachr." zufolge lautet e» im Auszüge:

.Mit der tadellosen Haltung und wohlwollenden Korrektheit der französischen Militärbehörde höchst zu» frieden, drücken die Einwohner der Pfalz, die sich de» Ernste» der gegenwärtigen Stunden wohl bewußt sind, dem General Gerard und allen ihm untergebenen fran­zösischen Behörden ihre tiefe Dankbarkeit aus. Sie sino jetzt besser denn je der Bemühungen um das Wieder- aufblühen des gerstigen und wiitschastlichen Lebens der Pfalz gewahr geworden, und eS freut sie, die» laut zu verkünden. Jetzt, da sie vom deutschen Militarismus befreit find, ersuchen sie die fran öfisch« Regierung, die da» Ideal der Gerechtigkeit erstrebt, ihnen zur Ausrich­tung eines neutralen, unabhängigen Staate» zu ver­helfen. (Rheinische oder Pfälzische Republik^ Diese Republik soll in vollem Einverständnis mit dem be­freienden Frankreich leben, da», an die Traditionen von 174)3 ank.iüpsend, diese auf immer vor einem Rück­angriff de» deutschen Militarismus schlitzen wird. Die Pfalz wird sich in der Ordnung, in der Arbeit und in der Freiheit entwickeln."

Anresicht» de» Drucke» der Verhältnisse kann e», sagt da» genannte Blatt dazu, kaum wundernehmen, dass mancher Bewohner von Landau nicht die Willen», kraft aufbrachte, die Abgabe seiner Unterschrift zu ver- weigern, und dadurch mitwirkte an einer Manifestation, die in Pari» zweifellos als der Wunsch der Bevöl­kerung der Pfalz nach enter Verbindung mit Frank­reich auSgelegt und auSgebeutet werden soll.

Die vom französischen Oberkommando bisher geübte Jrreführuug der öffentlichen Meinungin der Pfalz durch die ihrer Selbständigkeit beraubte Presse de» Landes sche nt den gewünschten Erfolg nicht gezeitigt zu haben. Die den ^eitunnen aufgezwungenen Tendenzartikel trugen in ihrer schwülstigen Per» herrlichuna Frankreich» und ihrer bösartigen Herab­setzung de» deutschen We,en» den Stempel der Mache denn doch zu deutlich mir Schau, al» dass die Pfälzer sich dadurch hätten betören lassen. Auch die .Auszüge au» den Berichten der BesatzimgSarmee der Pfalz", denen sich auch die kleinsten Blättchen nicht verschließen konnten, fanden überall eine fühle Aufnahme. Wenn e» in einem dieser Auszüge heißt: .Noch lange über» lebten die Traditionen, die Sitten und die französische Sprache die deutsche Annexion. <18143 Nm sie zu er» sticken, war die ganze hinterlistige germanische Methode nötig, welche systematisch und fortwährend alle» aufbot, um zu unterdrücken, wa» an Frankreich erinnert," so konnte solche Geschichtsauslegung doch nicht in einem Lande Glauben finden, in dem die Erinnerung an französische Gewaltherrschaft und Zerstö­rungswut unuuslöschlich fortlebt, und da» jetzt eine mit allen Mitteln der Hinterlist und der Vergewaltigung durchgeführte Französierung über sich ergehe« lassen mutz.

Diese Französierung wird nun auch auf die Schulen ausgedehnt und dadurch gefördert, daß bei allen Unterrichtsanstakten unterschiedlos alle deutsch ge­richteten Lehr- und Lesebücher au »gemerzt werden. Da« Verbot trifft beispielsweise in Speyer grundsätzlich alle bisher in den Schulen gebrauchte Bü­cher, in denen .irgendwie von Frankreich und seinen Verbündeten oder von deren Beziehungen zu Deutsch, land die Rede ist". So findet sich natürlich bei allen Geschichte-, Geographie- und Lesebüchern der für deutsche Kinder bestimmten Schulen durchweg ein Grund zum Verbot. Gesellschaftlich tun die Franzosen, des die französischen Offiziere, skrupellos ihr Bestes, um sich für bie anständige Bevölkerung unmöp- lief) gu machen. So «tret die jedem SittfichkeirS'e» fühl hohnsprechende Art de» verkehr» der Ofsiziere mit Pfälzerinnen und Französinnen immer fietaenbe» 8er- gerniS. Materiell begnügt sich der französische Haus­halt nicht mit dem, was von Frankreich an» geboten wird, vielmehr wird durch unerlaubte Requisi- Honen von Fischen, Wild, Geflügel, (Siern, Milch, Butter usw. dafür gesorgt, datz der Küchenzettel de» Offizier« üppig und abwechslungsreich bleibt auf Kosten des darbenden Landes. Alle Beschwerden nach der einen oder der anderen Richtung bin sind auSsich»ioS; sie Haden sogar gewöhnlich schwere Schädigungen für denjenigen zur Folge, der seine Interessen oder die Ehre seines Hannes zu vei teidigen wa L

Unter belgischer Willkürherrschaft.

Ter belgischen Kommission in Span wurde am 15. April eine deutsche Note überreicht, dis über das Verhalten belgischer Offiziere in her Gegend von Cleve Beschwerde'ri, namentlich aber über die ungewöhnlich hoben Strafen, welche den Einwohnern für verhältnismäßig geringe Ver­gehen auferlegt werden.

So ist, wie die Noie anführt, ein Vater Wege« Achtungsverletznng mit 1000 Franken bezw. mit 6 Monaten Gefängnis bestraft, well sei« sechsjähr. Iunae, der auf der Straße mit einem Kreisel spielte und das Pferd ein« vorüber,eilenden belgischen Offiziers dadurch schen gemacht habe. Die Strafe ist später ermäßigt wo, den.

Es ist mehrfach vorgelommen, daß deutsche Bürger durch Fußtritte und Peitschen sch läge mißhandelt worden sind.

Zur Ergänzung der obenstebenden Protestnote seien noch folgende Einzelheiten mitneteilt:

Ein Lehrer hatte auf dem Schulhofe seine Schul sinder marschieren und hierbei do» Sieb sinnen lassen: .DaS Wandern ist de» Müller» Lust", von bei sicher Soldaten wurde ausgesagt, der Lehrer habe auf dem Schulhofe patriotische Stebet singen lassen. Die Vernehmung der von dem Lehrer ungebetenen Zeuien und der Schulkinder wurde vomPolizei reri.cht abgelehnt, wettalle Deutschen lügen". Der Lehrer ist we- ren AchtungSverletzung zu 6 Monaten Gefön ni» und 1000 FrS dzw. 6 Monaten Gefängnis bestraft worden.

Ein SJüigermeifter wurde wegen versäumter Rcquifition zu 3000 Fr», bezw. 6 Monaten GefännniS bestraft Die Gemeinde mutzte der belgischen Mili- tärbehörde zu ©teHun »bauten an verschiedenen Taren eine Anzahl Arbeiter stellen. An einem Tage haben nun mehrere Arbeiter, die vom Bürgermeisteramt recht, zeitig bestellt warrn, geieblt. Da» Bürgermeisteramt bat auch anSdrücktich darauf hingewiesen, datz die Ar­beiter rechtzeitig bestellt waren. E« wären also besser die |äumrien Arbeiter bestraft worden.

Ein Pfarrer wurde wegen AchtuniSverletzung zu 5000 FrS. bezw. ICO Ta en ®efdmni» verurteilt. Der Verlar de» Kirchenanzeiger», dessen verantwortlicher Dchristkeiier der P atrer ist, hat der belgischen Zensur­behörde ein Druckstück de» Kirchlichen Anzeiger» borge- legt, in dem ein Ausspruch von Arndt ab gedruckt war nnd an dem die bei, ische Zensurbehörde Anstotz nahm. Derselbe Ausspruch hatte bereit» in einem auswärtigen Blatt gestanden, ohne von der »«huschen Zensur bsqp- ftttchrL weben #x (ein. _... x

Ein Student wurde in Cleve abend» zwischen 5 und 7 Uhr GroßeSiratze von Major Montegnie mit der Reitpeitsche geschlagen. Am27. März wurde ein Arbeiter von Major Montegnie mit der Faust in» Gesicht geschlagen; Zeu e der vorenväinte Student. Am gleichen Tage beobachtete ein Landrichter, wie ein 17jähriger Junge von Major Montegnie mit der Peitsche geschlagen wurde. Zwei Iustiiwätter tour- den am 21. März von Major Monttgnie mit _ der Peitsche geschlagen. Zeugen zwei Ju lizanwärter au» Cleve. In allen diesen Fällen tarn Major Mon­te nie fuchtelnd über die Straße und rief: .Macht Platz, ihr Schweine", und wen er dann erreichen konnte, schlug er mit der Peitsche.

Ein Bureau enlse wurde von einem Offizier auf der Hohenzollernstrabe mit der Pei tiche in» Gesicht geschlagen, weil er Schwein gesagt haben soll. Sämt- siche Zeuien bestreiten das. Der Buteaugehilie wurde vom Polizeigencht zu einem Monat Gefängnis und 500 Mi. Geldstrafe verurteilt.

Bei der Pferdemusternng in Rindern am 28. März gab der dienstturnde Offizier (er trug rote Armbinde) einem Mann einen Fußtritt, gleichfalls einem Land­wirt fünr schwere Stockschläge auf den Kopf, weil sie angeblich die Pferde falsch geführt hatten. Der eine befindet sich außerdem in Haft.

Ein 60 jähriger Mann au* Kellen wurde von einem Offizier, der bei Ritter mtrbesttzer Erich Galcher in Quartier war, mit einer Peisicheblutiggefchlagen.

Die bayerischen Wirren.

Bamberg, 22. April. Die militärischen Vor­bereitungen gegen München sind im großen und ganzen al» beendigt anzu ehen. Bevor zu einem ent­scheidenden Schlag geschritten werden konnte, muß'en die Angriffstruppen sich die Rückenfteihett sichern Da in AugSdurg Spartakus sein Haupt wieder erhob, war eine militärische Besetzung der Stadt un- »mgönglich notwendig. Die Vermutung, daß den Münchener Spariakisten mili!äri>ch geschulte Führer zur Verfügung stehen, scheint sich zu bestätigen. Die Kruppwerk« bei Freimann nördlich München sollen von den Spartakisten festungSartig ausgebaut worden lein. Der BolkSbeaufiragte der Finanzen und sein Gehilfe, der bekannte Bolschewist Exelrod, fälschten im großen Stil die bayerischen Banknoten und gaben für daS beschlagnahmte Bankgeld Gutscheine aus.

wtb Bamberg, 21. April. Am 19. April wurde ein an» München kommender Zug mit Soldaten der Roten Armee südlich Psaffendorf angebalten; die Insassen wurden gefangen genommen. RegierungS- Palrouillen haben heute nachmittag den Kriegs Minister R«i ch h a rd t von der Roten Armee bei Peterstzastsen gegangen genommen.

Einmarsch der ReqkenmgStrnppen in Augsburg.

wtb AnaSbnrg, 20. April. Größere gemischte bahr- tische und wurtiembergifche Toppen verbände besetzten am ersten O'terfeiertaae früh die @taM AngSbnrg. Infolge deS Widerstandes der Kommunisten kam es zu StratzenkämPfen, wobei es auf beiden Seiten eine größere Anzahl Tote und Verivnndkte gab. lieber AnaSburg wurde der Kriegszustand verhängt.

Seiten» be» Führer» der Regierun »truppen er- halten wir über die Bewe r runde de» Ein mar cheS folgenden Bericht: Für da» D w-eden gegen München ist eS notwendig, katz die ruckwäriiaen Ve,Hindun en über Au $bur->, inSbcf»niete der Eisenbahntransport, unbedingt gesichert bleiben. Der Neuerung gelang es nicht, dieser Ziel durch Vereinbarungen zu erreichen. Sie wat daher aezwun'en, zu militärischen Mitteln zn aretten. Der Kommandant bet Ne liernn »truppen er­hielt den Auftrag, Augsburg am 20 April durch Nebet- taichung in Besitz zu nehmen. Um fünf Uhr früh mar- Werten von Norden Bayern, von Süden Bayern und Wiirtte'mber ier ein. Auf der Hauenstätfersttatze er­hielten die vorrückenden württemberaischen Kolonnen vom Pulvermagazin, in dess-n Besitz sie sich setzen wollten, starkes Masckinenaewehrteuer Die Arbeiter­schaft der Nähfadenfabrik Schüret griff darauf zu den Waffen. ES entstand ein le b ha ft es G e f echt Die tvurttember ufchen Truppen beklagen sich bitter darüber, datz verschiedene ihrer Leute auS dem Hinterhalt niedergeschossen wurden, darunter ein Offizi-r.der den ganzen fir-eg mit ema+'t bat. Ge en einen Taten wurde in unbeschreiblich roher Weise vor,e amen. DaS Vordringen der Bayern b'S in die Milte der Stadt und die Drvhun i deS Einsetzens von Artillerie und Minenwerfetn gegen daS Pulvermagazin und die Näh'adcnfabrik ver­anlagte die Verteidigung zur lieber iahe. ES wurden folgende Bedingungen angenommen: Unbedingte Anerkennnna der Regierung Hoffmann. Abgabe sämt- sicher Waffen. Auslieferung der Räde'»führer. Be- sehuna der Stadt durch Re -ierunnStruppen. Bildung einer BolkSwehr in Aus»burg bestehend au» allen Be­rufen und Ständen. Diese Bedingungen wurden mittag» von einem Arbeiterführer vom Rathau» berab verkündet Der Einzug der Truppen wurde von der Ein­wohnerschaft lebhaft bearützt. In den ersten Nach» Mittagsstunden fanden in den «rbeitervoritästen Ober- Haufen, Lechhausen u to. «rotze Versammlungen beroaff. neter Arbeiter statt Man gewinnt den Eindruck, datz sie über den wahren Zweck de» Einmärsche» der Trup­pen nicht informiert sind. ES kam zu Ziisammenstöhen mit den Truppen. Da ernste Kämp e für Den Abend nnd für bie Nicht zu erwarten waren, erboten sich auf Anre >ung de» Führer» der Re icrung»tnipp:n drei An« bämer der unabhän fi ren Sotialiittn, bie Arbeiterschaft in den genannten Vorstädten über den wahren Sach­verhalt aufzuk-ären. Diesen gelang eS, die Arbeiter zu beruhigen.

Die Nacht ist ruhig verlau'en. «eitere Regie, rang »truppen sind im Anma sch, teilweise derei 6 «ingerückt. Die (Stimmung unter der ArbeUerschafl ist »och immer erregt.

Abwehrstreik in Bremen.

Sternen, 19. April. Da sich dem «eneralstrelk nnnmeat auch die (tta»arbeitet an eschloffen haben und die ®alberfor.nmg Bremen» somit aufgehört hat, ift der bürgerlich« Adwehrstrelk au» eturen worden. Sämtliche Läden, Gastwirifchaiten. Kirchen, Schulen, Xoeater und «emter sind gesch ossen, der Fernsprech, verkehr ist eingestellt, der Poitverkehr stark ein ref hräntt. Da» Betreten der Stratze» nach 8 U,r abend» ist »er­beten. Auch die Zeitungen erscheinen nicht

Gewalttätigkeiten in Hamburg.

wtb Hamlurg, 2L April. Sm eamllag abend 6tt- suchte ein Pöbelhau'en in Hammerbrook die Wache 86 und 86 zu überwältigen. In die Wache Ar. 39 ge­lang e» ihm vorübergehend «tnzudringen; in Nr. 36 wurde er obgewiesen Fast zu gleicher Zeit erschien ein Mann in Matrosenuniform in der Spritrabrit von

am Grünen Deich iw» iw* Ht» zu wissen, ob

Sicherheitsmannschaften im Harne untergcbracht s--«n. «18 Herr Robert Peter», ein M, Inhaber der, die» verneinte und die Tur verschloß, durchbohrte ein Schutz da» Hol, und traf Henn PeterS todlich in Die Brmt Bei diesen Gewalttätigkeiten sind auherdem e,« Spartaktst getötet fo.oie zwei Sichcrhen»leute uud mer Spartakisten erheblich verwundet worden Zahlreiche P-rsonen wurden leicht verletzt. Hebel »t" richtet j.itDe auf St. Pauii ein Srcherhert.mann den die Spartakisten als denjenigen bezeichneten, der 'n der Samsra r nacht im Proviantma mzin aus St PauU da» Maschinen rewehr bediente. Nur dein Umügnd, da» sofort Hilfe tarn, ist e» zu versanken, da« der lltaxufr nicht erschlagen wurde.

Die Beilegung des Berliner n..«»,«i»

Bank- nnb AngestelltenstreikS.

Berlin, 21. April. Am ersten Osterfei<rtag ist e» in dem feit dem 9. April wahrenden S»ftanb et Berliner Bankangestellten zu cmer E'n.guns «tz kommen. E» wurde in einer sievenunozwanziwtuno,- gen Sitzung über alle Streitfragen eine Einigung er zielt durch einen Schiedsspruch, der swac eme reich», tarifliche GehaltSregelung falle it in »rotzen Ingen, m« Ausarbeitung aber einer Kommission überlast, w -ye - bi» zum 15. Juni entschieden haben mutz. Beuierkens wert ist, daß in bezug auf daS Mltbe,iimmungSrecht dieser SchieoSsp-uch den Bankbeamten aro^ere Rechte einräumt, als der im Streit der An stellten der Metallindustrie gefällte. Dem Spruch entnehmen wir folgenbc»: Die Bankleiluni ist verpflichtet, dem «nie ftelltenauSschuh von jeder Neueinflellung KenntniS zu geben, mit Ausnahme bet General, und Hauptbevoll mächtigten, der Direktoren und der Angeitell en in leu lendet Stellung. Gegen ]eoe Neuelnslellung kann innerhalb von fünf Tagen Einspruch -rhoden w-rde-t. Bon der beabsichtigten Kündigung odet Entlasiung eineSAn lefteüten hat bie®anlleitungöem

Kenntn.szu geben; derAusschutz kann jnnerbalb 3 widersprechen. DasMindeitemkominen soll betra 'enS^» Mk. für leöiie Angestellte mit 20 labr. Dienflzell,420ü M . für verheiratete Angestellte m.l 20iahrig«r Dienst Uebetttunden werden mit 2 Mark bezahlt. Alle Ange­stellten erhallen Anspruch auf Urlaub. .

Auch der Angefletltenstreik in der M«allln»u. ftrie ist während der Feierla'e beigelegt worden, nm ersten Feienage fand eine Volloersammlunr leule der st eikendcn Betriebe statt. GS " an ite eine Entschstetzung mit allen gegen ^eni'e Stimmen zu» Annahme, nach der man ohne Debatte sich f iieUung deS Streiks entschied Am D.enSiag ffn»et M den em;einen Betrieb.-n «bhmirnmg »ber die «e« enbigum des Streiks statt. , Die Wiederausnahme iejt Arbeit findet überall am Mittwoch statt.

Osseue Rebellion in Indien.

wtb Rotterdam, 19 April. Der DizekSnlg voK Bkitis^-O.trudien, Lord Chelmssord, bereichnetL. wie derN euwe Rotterd. Cour.» auS London m.ldch die Unruhen in Indien als offene Nebellwn. D. ie» Telegramm hat den Tu.,»andern einen^BegrFf »

dem Ernst der Lage'n Indre-i gegeben. Dl«Lim bezeichnet die Vorgänge in Indien als einen berou^ Besuch, die britvche Verwaltung zu Dürren hofft aber, daß die Mehrheit der eingeborenen ,Mlen m Indien alles anibieten wird, um die Bewegung zu bekämpfen. Ein energisches Austretm ser notwem g.

wtb London, 20. April. Die englische Prelle vom 17. April bringt Nachrichten auS allen Teilen >>nt"e's und Ägyptens Über sehr ernste Unruhen Er- moidun ien von Europäern und UN» !offnem sterten Widerstand gegen bie brüffche"

Dailln Telegraph" stellte B-e grenzenlose «o.ae und Entläwchung des englischen Volke» über diel«' v'" . posten fest. Sian habe während des Krieges, sich «ingereiet, im Osten eine abiolut tteue öefotgf*a . zu haben. .Daily Telegraph" und .Times bittet die Indier dringend, zur Vetnun,t »^kommen, und der englischen Negierung keine weiteren S^rerigkelte« zu bereiten. Die Sorge, datz da» englische Kolo, a Heer den Unruhen nicht gewach>en ist, ist m &uep Heilungen aus,edrückt.

* In Danzig wurde am ersten Ditetfeiertag r?n< polnische P otestveisammlunz veranstaltet. Die Polen auS Stadt- und Lrndkrei« Danzig sorder.-n dte Kaliubai und Danzig sur Polen, daS sonst nicht lebens ähig sei.

liebe- enslsiche Wühlarbeit in Mexiko Uaa-n ameri­kanische Blätter. Sie behaupten, datz England mtt Ja Dan» Lilie gegen die Ausdce lung de» ametttanijchen Handel» in Mexiko mit unglaublichen Schikanen Werk« gehe.

Deutscher Reich.

Setleanng btt Natlonalversammlung n«fl DerN^ Wie vtrschieaent Blätter berichten s»t>nt man sich Kreisen bet ReichSregletung letzt Wuffin über oi« y w Wendigkeit geworden zu sein, d,e Nationalversamm a! baldmöilichsl von Weimar nach Weriin öuruckzuveriege^ und zwar unmittelbar nach der zu erwartend^ SOm*n«*tflünbigt Arbeit»,eit im Sisrnbahnfahrdienfl. In den letzten Taren fino im Ministerium der offen^ liben Arbeiten Beratungen mit Beriretitn der B t bände der Eisenbahnsahrveamlen über die Durch,uhrung bet achistündiaen Arbeitszeit gepflogen worden D>e Beihandlunge» haben zu einem vollen E..wer,t^ndni» pefü-irt Tretz aller Lchw,en keilen, die der Dutch- führuni der verkürzten Arbeitszeit geride i« Ru'perfonal wegen bet Hn;otberungen de» «clned» ent .egeniunben, werden fit, fünftig auch Vie,e »«am«) ten der achtstündigen Arbeitszeit erfreuen.

Hus Uircht und Schule.

Zwei Tranerbotschafle«.

m Fulda. Der Senior des Fuldaer Diözesan^ Älerii», Herr Pfarrer Danz in Schrock (Kreis Marburg) ist am Ostermontag sanft im H"rn «n.« schlafen. Er hat da» goitbegnadete Aller von 86 Jahren erreicht. Geboren ivnr er zu Salmünster/, Im Jahre 1854 e>warb er am Gymnaimm zu Fulda da- R ifeze-igni». 1857 wurd- er zum Pne t«! geweiht, hat also dar silberne, da» goldene uns, 1917 da» bmmantene P> lesterjubiläum ge.etert. *c war in der Seelsorge ig 'n Eichwege, Rozdorf, Flieden und Schwarzbach. In Itylerem Orte war er seit 1871 Pfarrer. Im Jahre 1883 wurde ihm öte Pfarrei Schröck übertragen, wo er übit 26Jahrt gewirkt, hat. Ter greife Psarrherr war dis ui daS Hohe hinein e n Mann vo r hohem Geiste und bedouteuse« »issenl^stUcher Bildum» Wit