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ßie Einladung zur Friedenskonferenz.
Sie offizielle Einladung auf Entsendung kffftft Friedl nSdelegierten nach Paris ist nunmehr Lm Reichklabmett eingelaufen.
Sie Delegierten find für den 25. April nach Versailles eingeladen, „um>-n Text der Friedens- htäliminorkn in Empfang zu nehmen.* Das Tele- «amm enchält die Bemerkung, die Delegierten tollten strengstens auf ihre Nolle beschränkt bleiben ,nd nur Personen umfass n, die für ihre besondere fRiflton bestimmt sind. Reichsminister Gi as v. B r o ck- -orsf'Rantzau an worteteam 19. April, die deutsche Negierung werde den Gesandten Haniel, Geheimrat Keller und LegationSrat Schmitt nach Ver- sailleS mit der Vollmacht entsenden, de» Text des Entwurfes der Friedenspräliminarien entgegen zu nehmen, den sie alsbald der deutschen Regierung übermitteln würden.
Das LoS der kriegsgefangenen Deutschen.
Verschiedene, um die Linderung deS traurigen Lo eS der kriegSgefangen-n Deu'ichrn in den Ländern der Entente und ihrer HUfSvä.ker bemüste Bereinigungen haben sich tu einem einheitlichen „Deutschen Hilfswerk für die Kriegs- und Zivilgefan -enen" zu- lammengeschlossen. Die n-ue Organisation will durch eine großzügig durchgeführte Sammlung Mittel gewinnen, zur Erleichterung bei immer trostloser
sich gestaltenden Schicksals der gefangenen Deutschen und zur Gewährung aller Hilf auf welche die e unglücklichsten Opfer be8 Krieges begründetes Recht haben. Das Reich verwandte feit Beginn der Revolution 15 Millionen für diesen Zweck, ei wird auch weiter große Summen dafür beieithalten. Dennoch erweist sich p-ivate Hilfe als geboten. Sie 'oll sich in dec Opferwoche betätigen, die zu Anfang Mai im ganzen Reich v'ranstaltet wird.
Achthunderttausend Deutsche befinden sich noch in der Gewalt der Entente. Uns immer mehr häufen sich die Beweise der unerhört grausamen Be- dandlunq, die sie von Franzosen, Belgiern und unseren südöstlichen Gegnern zu erdulden haben. Verzweifelte St'.a ten kommen neuerdings aus den Arbeitslagern in Nordfrankreich Hier spotten die hygienischen Ver- bättnisse jeder Beschreibung. Seife, Gelegenheit zur Körperreinigunq und zum Wäschewaschen fehlt; die Ernährung ist so ungenügend, daß die Leute das Wildgemüse vom Straßenrand roh essen. In einem La wr werden die erschöpften Arbeitsstlaven durch Mlsihanv- iun en zur Weiterarbeit gezwungen. Ein Bericht sagt wörtlich: „Wir wurden mit Füssen getreten, mit Ge» ioehrkolben geschlagen und geohrfeiit. Und dazu immer diel: Allez k Allez! ES ist furchtbar!"
In einem polnischen Lager bei Kali sch brach FlecktyvhuS aus. Hier liefen die Leute auf verseuchtem Stroh, das schon vor Jahresfrist von gefangenen Russen benutzt wurde. Wasserverhältnisse und Ernährung sind jammervoll. Nur ein Pfarrer und eine Krankenschwester haben Zutritt zu den Gefangenen Pflegepersonal für die Erkrankten ist nicht vorhanden. Auch die rumänische Regierung lägt es fick an- gelegen sein, die in ihren Lagern schmachtenden Deutschen in jeder W?ise zu drangsalieren. Seit Oktober haben diese Beklagenswerten kerne deutsche Post mehr erhalten. Sie hungern, schlafen auf dem nackten Fuss- hoben der verlausten Baracke. Die Arbeit ist für die arötzere Anzahl der fast völlig erschöpften Leute viel zu schwer. So mutzte ein Kommando, daß in einem 18 Kilometer entfernten Walde arbeitete, diesen Äea zweimal täsiib zurücklegen. Die kleinsten Verstösse werden durch Prügel geahndet. Nachdrücklich zu fordern iit, datz die deutsche Regierung sich dieser scheinbar Vergessenen erinnert und tut, was rgr möglich ist, um ihnen Hilfe zu bringen.
Die westdeutsche Industrie ruiniert.
wtb Esten, 19. April. Die in bett letzten Tagen veröffentlicht«» R*chricht:n au§ dem rheinisch-westfälische, Int tftr über i»-' wirtschaftliche £ige
8n$ dem llaHvargev'W.
* Gelnhausen. Zum Beginn der neuen Schal» johges soll von hier nach Wächtersbach-Salmünster und Hailer-Meerbo!; ein Auto in obilverkeh r für dieSchuIjugend eingerichtet werden, um die Schülerinnen und Scküler der hiesigen höheren Schule, dte an der betreffenden Strecke wohnen, rechtzeitig nach hier, und nach Untcrrichtsjchluß wieder nach Hause zu besördern.
Deutsch es Reich.
* Dernburg. Der Reichspräsident hat nunmehr die Ernennung des Staatssekretär- «. D. Dernburg zum Reichsminister der F i n a n z e n vollzogen. Dernburg wird gleichzeitig das Amt be» BtzepraflSente» des ReichSmtnisteriumS übernehmen. _
• Erneuerung der Brrwaltnng. Offiziös der» lautet, dte vom Ministerpräsidenten Hi-sch in Aussicht gestellte Demokratisierung der preußischen Verwaltung solle nach Möglichkeit »or der Vertagung der preußischen LandeSveifammIung zu den Sommerferien in der Hauptiache eiledigt werden. Geplant ist ein Personenwechsel und eine Vereinfachung der Verwaltung. Wie verlautet, werden die Oberpräsi- denten von Ost- und Weitpreußen, Sach en, Hannover sowie Rheinland und Westfalen auf ihrem Bosten zunäbst verbleiben, während die übrigen. Oberpräsidentenstellen non besetzt wer den. Man rechnet ferner damit, datz etwa zwei Drittel der alten Regierungspräsidenten zurücktreten und datz über 100 Landtatsstellen ihren Inhaber wechsel» werden.
Die bayerischen Wirren.
vlimderz. 20. April. Abordnungen, die von München hierher tarnen, um die Regierung zur schleunigsten Hilfe für München zu bewegen, schildern die Zu st änd e in München al» verzweifelt. Die übelsten löle- mente. Darunter viele Jugendliche, ziehen, bis an die Zähne bewaffnet, durch die Stadt und bedrohen die an- itänbiitn Leute. Die Durchsuchungen der Wohnungen nach Lebensmitteln durch Unberufene nehmen zu, dabei kommt e» zu dielen Plünderungen. Ein Anschlag sagt den Proletariern: ES gibt Wohnungen genug sü- euch; kommt au» euren dunkeln Löchern und nehmt die ßou» nung-n der Bourgeoisie: Die Stadt fühlt sich in dumpfer Verzweiflung und infolge der Streik» wie tot und vertasten von der Regierung.'Die Re sierung ist bemüht, tunlichst schnell die Hilfe zu organisieren und sucht die Stadt vor noch Shlimmerm, vor Mord und Zerstörung zu bewahren, sie will aber einen entscheidenden Schlag erst führen, wenn 30 000 Mann die Stadt einaeschioffen haben. Die Münchener sehen den kommenden harten Kämpfen mit Bangen ent 'egen. Eigenartigerweise geht au» den Münchener Meldungen hervor, datz der Student Toller, der Führer der Unabhängigen, und der Kommunist Lewin noch am Rader sind. Auch die anderen Mitglieder be» Zenkralrät» u. a. auch Landauer und ferner der Russe LevinS (Nissens stünden Tag und Nacht auf ihren Posten. Diese Mei- düng lätzt sich nicht mit der früheren Nachricht vereinbaren, die Kom nunistenführer seien in das Zuchthaus Ebrach oder Eichstätt übergekührt worden. Die Kommunisten haben alS Gegenmittel gegen, die drohende Lebensmtttelsperre durch die Regierung Hoffmann, die tatsächlich diese niemals erklärt hat, die Sperre der Lebensmittelkarten und bett Bezug von Kohlen und GaS für die begüterten Kreise der Münchner Bevölkerung angedroht. Auch Säuglinge und kleine Kinder sollen keine Milch bekommen, da sie doch nut zu Deinsen des arbeitenden Volkes heranwüchsen. Die LebenSmittel, die die Regierung Hoffmann nach München leitete, um die Bevölkerung nicht Hunger leiden zu lassen, wurden von diesen beschlagnahmt u. für die Rote Garde verwendet. Biele Haushaltungen, teilweise Stratze um Stratze, werden nach Lebensmitteln durchsucht; die Lebensmittel werden vollständig weggenommen und nicht selten auch anderes dazu. Die Iettun en erscheinen nicht mehr; nur die spärlichen „Ätttitipn ten des Poll zu gsrate«" werden von Zeit zu 3eit heraus,le'eben. Gearbeitet werde nur noch in den Betrieben, die mit der Lebens- Mittelherstellung zusammenhängen. Kleinere Handwerksmeister, die mit ihren Gesellen den Betrieb fortführen wollten, wurden mit vorgehaltenem Revolver daran gehindert. Heber die von den Revolutionstttbu- nalen gefällten Urteile find die schauerlichsten Berichte in Umlauf, deren Richtigkeit sich jedoch nicht nachptüfen läßt.
* ditmberq, 19. Sprit Durch einen Erlaß be5 Ministerpräsidenten Hoffmann wird angeordnet, daß dir bayerischen Hochschulen dir auf weiteres geschloffen bleiben. Dir «usfallenden Wochen werden den Studenten als Studienzeit angerechnet Gleich- S werden dir Rektorat« ersucht, in einem öffrnt- i Ausruf dir Studenten auf dir ungeheure De- fa'ir aufmerksam zu machen, in brr sich Bayern be« findet. Es gelte unverzüglich Stuben len unb Professoren auf kurze Zeit für die bayerischen Freikorps zu gewinnen.
Berlin, 20. April. Tie Münch'ner Kommunisten melden einen großen Sieg über die Regierungstruppen bei Dachau. Es handelt sich um folgendes: 600 Mann der nach Dachau vorgeschobenen RegierungS« t, uppen wurden von 1500 Mann der Münchener Seien Garde angegriffen. Im BergleichSwege wurde vereinbart, daß die Parie en auf die ÄuSgangrstel- lungen zurückgehen loCten. Unter Vertragsbruch ließ aber der Befehlshaber der Roten Garde eine volle halbe Stund« vor Ablauf der vereinbarten Frist Maschinengewehrfeuer auf die RegierungStrup- p.'n eröffnen. Auch gingen d e Leute der Roten Drrde uit'er dem Rus: „Nickt schießen!" gegen die RegirrungS truppen vor, schossen dann aber selbst. Die Regie ungStrupp-n wurden unter dem Brrlust von 150 Mann zurückgenommen. Dachau ist zur Zeit in der Hand bet Roten Garbe.
Italienische TiebSgeluste.
Wie«, 19. April. Italien erhebt jetzt auch einen Anspruch auf die früher in Aachen und se>t über Hunde t Jahren in der Wiener Echatzkommer ausbewahrten Kleinodien de« Heilioen Romi- scheu Reiche» deutscher Ration, also am ^ron« und Schwert Sari» de» Arotzen, ReichSzepier und RelckiS- apfel, kurz auf den gesamt.« KrönungSschatz des aue* deutschen Kaisertum».
Diese kaum fatzdare Unverschämtheit der italienlsqen Kunst-äuder ist nur daraus zu rrkläen, dass diebiS- hörigen, bei der völligen Wehtlongkert Deut,ch-Oester- reichs müdeio» gelungenen DledSzuge m den Wiener Museen und Sammlungen den Beutehimger cteier Vertreter einer höheren Zivilisation inS Pqcin.asti.cy« gesteigert haben. ,
S«-t«ralfr!dmarsch-A vm ffinbenSurg besichtigt« i* Begleituni de» Geneal» van tikbnet bei Koldetg die zur Obersten Heeresleitung gehörenden R-giernngS- lruvpen unb hob in einet Ansprache herver, dass die Rückkehr zur Ordnung jetzt da» erste Hnuptb turints ict, * Seltsamer Untergang vo i Unterseebooten. Bon acht deutschen Untetl'eeoooten, die von England nach dem französfichen Hafen Chribourg geschleppt wurden, ist ein einziges angekommin. Di« anberex gingen in» Sturm verloren.—Das war ein Sturm zur rechten Zeit. D>« Engländer haben sich schweren Herzens bereit sinden müssen, von den 160 anSzelieferte.i deutsche« U Booten den Franzosen ganze — fünfzehn zu überlassen und selbst dies« Stärkung der franzostsckr» U-Boot-Kraft schien ihnen schon sehr gefährlich. Und da kommt ihnen nun ein Sturm so gut zu Hufe.
Die Einladung an Deutschland, Delegierte zum 55. April nach Versailles zu senden, läßt noch (eine pudere Deutung zu, als die in französischen und «Cern Blättern angelündigte, daß lediglich der von Untren Gegnern vereinbarte Text deS Vorfriedens »»Empfang genommen werden soll. So stebt in fet Note ausdrücklich, daß di« Mitglieder der beut« jdjen Abordnung auf ihre Rolle beschränkt bleiben sollen, und e» ist in der Einladung nichts darüber gesagt, ob und wie dann Verhandlungen beginnen sollen. Die Deleaaiion wird also Wglich den Text unsrer Gegner in Empfang Nehmen und ihn so schnell wie möglich der Reichs- «Zierung überm tieln. Deren schivere Aufgabe, aber auch Pflicht ist eS bann, sich in den Hauptzügen über die Ford rungen unserer Gegner schiüffig zu machen. Tie Nachrichten, die über den Inhalt drr uns zuaedackten Friedensbedingungen laut geworden sind, hoben Zweifel aufkommen lassen, ob die National- verjammlung mit der Regierung allein imstande fein wird, die Verantworiung für die Annahme ober Ablehnung deS Friedensvertrages zu übernehmen, •bet ob man die Entscheidung einer Volksab- stimmung überlassen solle. Ein Entschluß in dieser Richtung ist noch nicht gefaßt worden, bot) sind, um auf alle Möglichkeiten ge>ü >«t zu jein, Vorarbeiten vorgenommen worden, wdaß eine Volksabstimmung alsbald nach Bekannstverben der Friedensbedingungen erfolgen kann.
' Noch in dieser Woche werden al'o die Abgesandten der deutschen Negierung den Vertretern der feind. sirdenMäckte gegenüberstehen, um zu erfahren, welches Schicksal uns die Feinde, mit denen wir fünf Sollte im Kriege lagen, zugedacht habe*. DaS deutsche Volk ist willens auf . er Giundlage l .s WilsonS- Programms Frieden mit der ganzen Welt zu schließen. Es kann aber nicht oft und deutlich genug «sagt werden, daß es auch nur auf dieser Grundlage einen Frieden annehmen kaum Wir haben unsere Waffen wedergelecst und uns wehrlos gemacht «rst nachdem auch die Feinde die Wilton chen Be- Oingun- tn als richtunggebend für sich anerkannt bot- £n- Leider haben wir erfahren muffen, daß im verlanf der letzten Monate versucht worden ist, den Sinn der Wilsonschen Bedingungen umzudeu'en, um Dahnwihige Rachegelüste zu befriedigen. Wir muß- «n oftmws das Gefühl haben, das wir entweder in ^ unkrhörtesten Weise betrogen werden sollen, oder c®B Wilson seinen Einfluß, zu dessen Geltendmachung chm doch recht erhebliche Mittel zu Gedoie stehen, »>cht mehr wahrnehmen kann. Dis isäcb ten Tage ®er“>en ja zeigen, ob und wie weit b«8 zuirifft.
■ Darüber aber besteht im ganzen deu'schen Volke stine Meinungsverschiedenheit: einen Raub» und WetDQltftieben nehmen wir nicht au. DieS Mlt allem Nachdruck ouszusprechen, ist in diesen ^nsien Stunden noiwendig. DaS Wort: lieber Ent- »ebrung als Entehrung, muß immer noch das Moito ^nieres Handelns fein. Auch die Erkenntnis, daß «irkeinen siegreichen Krieg gegen di« Entente mehr I® fubren vermögen, kann unS nicht zur demütigen- s°eu Unterwerfung zwingen, sondern wir werden M>kr Recht, das gleichbedeutend ist mit dem Internationalen Völkerrecht, energisch, betonen, und Mfere Wortführer müssen mit ungeschminkter üvemltchkeit auf die Folgen eines TiktatsriedenS »nr die „Siegel" selbst Hinweisen. Ein Friede, untet dem Banner der brutalen Gewalt ffsht, kann für die Zukunft nichts Gute- drin- pktr, der Dauerzustand der Schmach, der damit fftonamiett werden würde, ist unerträglich, er ver- Wannt daS Gefühl der Sicherheit von der Erde und ffsachr den in Aussicht genommenen Völkerbund zu iS w Zwangs anstatt, deren Politik bald genug neue Hervorrufen würde. Ein Gewaltfried« c~te b«i Beginn einet Weltkatastrophe. Wir halten E;at »icht viel vom SolidaritälSgefühl der Völker, pwenilid) in Anbetracht der wahnsinnigen Ber» A^ung, bi« während der KciegSjahre getrieben wor- P? *”» aber sicherlich würde eine Vergewaltigung F. beut eben Volke- ihre verbängniSoolle Rück- L ty’”9en auf bie anderen Vö ker haben, und die । (outierungen, unter denen die Völker Riitteleuro- ^iden, würden ihre tiefen Furchen in daS
1 tat der gan en Erde prägen. Was bi» jetzt sich toQt "ne Revolution im berrenz'en Raum, K* lt, wenn die Flammen über die Pfähle ; oustchlagen und die ganze Welt in Brand setzen! lM.^och (eben bie Völker der Entente in einem F rausch, sie glauben, unS alles bieten Fsvnnrn, weit das deutsche Reich bett Schauplatz LuX^umnetitätte alter Herrlichkeit darbietet, weil L, ”** Hunger im Leib« »er puren und das Knarren inengewehr« tn den Straßen deutscher i aötebBren. Dennoch: von der öffentlichen Meinung Am^E^Uckkand in allen ihr zu Gebot« stehenden 5n der berufenen öffentlichen Vertretung tn»Ä. K Jte,d,,rf0icrun(1 'st den feindlichen Regie- 8«n deutlich und hörbar versichert worden, daß ^- "ur einen Rechtsfrieden auf Grund der de u Punkte WiljonS a me'mttn, bie LoS rennttng hi, "t>«n Gebietes aber und finanüelle Bedingungen, Lt öu‘ eine Versclavung binanslaufen würben, ab« Snen werden. Wird bet Gewaltfrieden, den uns Ausländische Press' schon in allen Farben im ^-aui.gkschilbert hat, zur Tatsache, bann "aen wir:
Die amerikanischen LebenSmittel.
wtb Berlin, 21. April. Von matz lebender ameri- kcmiscver Seite wird uns mit Genehmigung des Generaldirektors der Lebensmittelversorgung Hoover nachstehende Erklärung guaeftcQt: Die vom arner kanischen Generaldirektor der LebenSmittelversor 'ung in Heber» einstimmung mit den Entente - Regierungen und den deutschen Bevollmächtigten am 14. März getroffenen Anordnungen gestatteten bereits die Lieferung beträchtlicher Mengen von Lebensrnitteln für daS deutsche Volk unb die Schaffung von Maßnahmen für die fortgesetzte Er änzung. — Es ist indessen nanz klar, daß eine gerechte und ungehinderte Verteilung der LebenSmiil'l nur rnöüich ist, solange gefestigte und ordnuniSmähige Verhältnisse bestehen. Hoover ist sehr besorat tofcn der Nnruh-n in verschiedenen Teilen Deutschlands, welche dahin führen können, bie Trans- portmöglichkeit unb eine unbehinderte Verbindung zu vernindern. Er ist der Meinung, datz die fortgesetzte Unterbrechung deräffentlichen Ordnung all die gemachten Anstrengungen stark beeinträchtigen wird und ernstlich Gesundheit und Kraft des ganzen deutschen Volkes bedroht.
Wie weit Massnahmen für die Lebensmittelversorgung getroffen sind und wie die Laa« au lenblickäch ist, soll daS folgende kurz Zusammen gefasst zei len: ES herrscht eine grosse Knappheit an Lebensmitteln, die für Europa verfügbar sind. Auf Grund der Tatsache, dass nicht genügend Schiffsraum für die lange Reife nach Australien unb Argentinien zur Verfügung steht, mutz daher ein grosser Teil der Verloriu«g Europa? bis »ur nächsten Ernte auf den nahen Markt Nordamerikas beschränkt bleiben. Die Men e, die für dir Lebens- Mittelversorgung in Nordamerika verfü war ist — mit einiger Ergänzung vom südlichen Amerika — würde genügen, die Bevölkerung Europas bi» zur nächsten Ernte durchzubrinaen, aber nur bei peinlichster Sparsamkeit nnd Sorgfalt in der Verteilung. Die ersten 850000 Tonnen des in der ersten Hälfte des April verfügbaren deutschen Handeisschiffraums wurden zur B'ladung nach den Vereinigt'n Staaten und Kanada geschickt. Diese Schiffe werden, selbst wenn keine Ver- zö gerungen eintreten, nicht vor dem 1. Juni mit einiger« massen beträchtlicher Ä-benSmittelladung nach Deutschland zurückkebren. ES wird erwartet, dass die zweiten ocrfü'ibaren 350 000 Tonnen deutsch. Handelsschiffsraums nach Araenlinien geschickt und i m I u l i mit Lebensmitteln nach Deutschland zurückkehren werden. In der Zwischenzeit muss daS deutsche Volk während der Monate April u Mai versorgt werden. Hierfür sind ungefähr für die Aprilliese- rung200000Tonnen verfügbar gemacht an» den Vorräten in Europa, die der amerikanischen LebenSmrttelver- waltung und dem britischen LebenSmittelministerium oehören. Von diesen L-bensmitteln sind schätz n »weise 30 009 Tonnen Schweinefleisch, 15 bis 20 0 0 Tonnen andere Fette auS England, das übrige ist Brot ietreide in Form von Weizyn, feinem Mehl, Roggen, Getreide- mehl, Erbsen. Bohnen und Reis. Damit Lebensrnittel für Lieferung nach Deutschland während deS April verfü rbar sein sollen, ist die amerikan-sche LebenSmittel- Verwaltung bemüht, annährend 200 000 Tonnen amerikanischen Schiffsraum zu belaßen, roerttr 30 bis 40000 Tonnen amerikanischer Feite und al» Rest Brotgetreide in Betracht kommen. Anordnungen fürdie Lieferungen von Fetten im Mai sind auch vom französischen LebenSmit- telminiiterium getroffen worden. Die Anoronun en für die Erleichterung der Blockrde bezü'ttch der Fifche von den skandinavischen Ländern und für die Freigabe der Lebensmitteleinfuhr von diesen Ländern mit dem weiteren Recht, solch« Exporte au» dem AuSIande wieder ernzufiihren, werden in ihrer Gesamtheit dazu beitragen, die Sage zu erleichtern.
In der deutschen Presse wird über die Preisfrage verhandelt, zu denen die mrSländischen Lebensrnittel berechnet find. Weder die amerikanische Lebensmittelverwaltung noch das englische LebenSmittelministerium arbeiten auf irgend einer Basis von Verdienst. Genau dieselben Preise sind für Ver'äuse nach Deutschland festgesetzt wie für den Verkauf an die eigenen Verbraucher und an alle anderen Völker der Welt. Die amerikanische Lehensmittelverwattung und das britische Le- benSmittelministerium stellen die Betriebsmittel und daS Kapital für Auttreiben, Einkauf, Lieferung der Lebensrnittel an daS deutsche Volk gänzlich ohne Verdienst zur Verfügung. Augenblicklich werden Lebensmittel von der amerikanischen Lebensmittelverwattunq nach europäischen Häfei' geliefert nicht nur nach Deutschland, sondern auch nach Finnland; den baltischen Staaten, Polen, Rumänien, Serbien, Südslawien, Oesterreich, Ungarn, Tschecho-Slowakien, der Türkei, Armenien und Belgien und alle werden genau auf derselben Grundlage behandelt.
Folgende sind die annähernden Einheitspreise, zu welchen LebenSmittel bis jetzt nach Deutschland geliefert sind, wahrscheinlich werden sich die Preise ipäter etwas verringern, sowie dirett- Lieferungen auf dem Seewege wirksam werden, anstelle der durch die llm'adung von anderen Hären entstehenden Mehrkosten: Weizenmehl Kilo 20 Cents, Weizen Kilo 13", (1 Cent galt vor dem Kriege etwa» über 4 Pfal Nogien Kilo 12 Cents, Bohnen Kilo 29'/,—31 Cent;, Reis Kilo 26—26V« Cents, Gelreidemehl Kilo 18 Cents, kondensierte Milch Kilo 25 Cents, Kochfette Kilo 65-75 Cents, Speck 631/, Cents, Schinken Kilo 85 Cents.
Anmerkung des wtb.: Die vorstehend wiedergegebenen Preise sind ausdrücklich al« annäberenbe Einstandspreise bezeichnet. Auch mutz bei ihrer Umrech- nung der ausserordentlich schlechte Stand der deutschen Valuta berücksichtigt werden. Im übrigen zeigen die vorstehenden Ausführungen, von welchem gutem Willen die amerikanische Ernährungsbehörde offenbar jetzt er- füllt ist. Das deutsche Volk muß sich aber darüber klar sein, datz es sich nur um ein P rogramm handelt, dessen Durchführung nicht allein von der amerikanischen Elnfuhrbehörde abhän ig ist. Bor allem ist die Finanzierung der LebenSintttelbezüle noch nicht genügend gestchert. Solange diese Frage offen ist, kann mit den Bezügen selbst nicht mit irgendwelcher Bestimmtheit gerechnet werden. Buch die LebenSmittel- einfuhr aus den neutralen Ländern wird durch die Entente auf» Schwerste gehemmt. So ist e» unS insbesondere wegen de» Derbol» Gold zur Deckung fälliger Berbinblichkeiten nach neutralen Ländern auSzuinhren, zur Zett nicht möglich, mit den Neutralen Valuta -Tr.inSattionen zwcck» Be- zahlung der LebenSmi tel zu schliessen. ES darf daher nicht verkannt werden, datz Deutschland noch immer nicht mit Sicherheit darauf rechnen kann, datz feiner Leistung und Bereitstellung feine» Schiffsraum« bie volle zugesagte Gegenleistung entsprechen wird.
de» Kohlenbergbaues müssen lebermann den außer ordentlichen Ernst un.eret Lage »"« Bewußtsein bringen. Die M ldungen lassen "kenne*, w,e weit der durch die endlosen Streiks und Lohn forberungen b«>vorgeruflue Zeritorungsproz ß , gediehen ist. Der erste Konkurs im Ruhrbergb-u tat bie Bochumer Bergwerks-Aknengeiell,chatt QL fen, sie ist, wie das 'ozialistuche Do-bllmer blatt" schreibt, zu Tode a-streikt wo.den. g sei wohl nicht damit zu rechnen, daß dw Grub« mal» w'edrr in Betrieb genommen werden konn^ Die Zech« Blankenburg bat derartige Verlust« gehabt, daß sie die Frage der Eiustellungdek Betriebes auf die Ta esordnung der «achst« Generalversammlung sehen mußte. Die Gewerklchast „Ma>bias Stinnes" eine der alten Zechen ..r Stinnes cken Fam-ltenbesitz's, sicht sich Zubußen zu beantragen. Dw Gewerkicha,t , t i Schwerin" und die G.'werischast ,,Mort t Gen t, zwei der • ertragreichsten Zechen des Ruhrgebieter, sind nicht in der Lane, für da» erst« D-"wl IMS eine Ausbeute zur Verteilung zu bringen. Auf der Gewerkschaft „Deutscher Kaiser hat die ^erk leitliug den Arbeitern zur Kenntnis gebracht, daß fick ihr« Verluste von Besinn der Revolution a* btt Ende März auf 35-86 Millionen Mark belaufen. Die Unternehmung stehe vor dem Ende ihrer Existenz Möglichkeit. Die Sage der Scherer schäft bat sich durch die erzwungenen Lo inei Höhungen nicht gebessert, sondern die Beleg ckafieu befinden sich infolge der unaufhörlichen Streikuuruhen tn einer unbeschreiblichen Notlage-, Die Deutsch- Luxemburgische Bergwerks- und Hulten-Akrteng^ell- schaf- beziffert die « dufte auf ihren Z-chen allem für die Monate November, Dezember und Zanuar auf mindestens 10 Millionen Rlark. Auf d-m Berliner Rä-elongreß wies Retchsmintster WN, eli darauf bin, daß die Forderungen der Bergardener eine Reibe von Betrieben tatsächlich brr et 15 vernichtet haben. Einig« Benebe die vember noch eine Re erve von 15 Misiionen Mark halten, hätten beute eine Lailkichuld von 1- Millio neu Riark. Di« Banken verweigerte»'«de» weiteren Kredit. - D>e von den streikenden Beraarbettern anfgesiellten ForSerungen ^P zentiae Lohnerhöhung und Kürzung der Schuht aus sechs Stunden einschließlich Ein» und Ausfahrt wurden eine neue Belastung der Ruhrzechen um eine Milliarde Mark mit sich bringen. Wen* nun aber die bisherige Lohnerhöhung und das Zugestandntts der 7r/»stündigen Schichlzeri schon dte aus den " wähnten Meldungen hervorgehcuden katastrophalen Wirkungen au»üben konnten, wie viel wehr wurde der völlige Rui» unseres Roqlenbergooue» unb die dann in großem Umfang E'ttnde Aroetts lofigfeit unter »en Bergarbeitern durch wiche unge- heuere weiter« Lasten beschleunigt werde«.
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