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SamStag, 19» April 1919.
- Fuldaer *$♦ Drttck ber Ankdaer «e1ieudr»ckerei ix F«»»
EaS Rätesystem in der Neichsverfassung.
gon einem Mitgliedc der Nationalversammlung wird «l» geschrieben:
Der Ausschuß der Nationalversammlung zur Be» Ortung der Verfassung steht demnächst vor einer ent. Ödenden Aufgabe. Nach Abficht der Regierung sollen Efe Betriebsräte in der Verfassung »ver. «nkert' werden. Der Ausschuß wird damit vor die sraa« gestellt, in welcher Form er da« Rätesystem in
Grundrechten des deutschen Volkes — denn dieser »eil der Verfassung kommt in Betracht — rinbauen yK, Nach den Mitteilungen der Regierung an die Presse denkt man stch in diesen Kreisen die Sache fol» ^Übermaßen:
r Die Arbeiter sollen berufen sein, gleichberechtigt in Aemeinschaft mit den Unternehmern, an der Regelung der Lohn, und ArbeitSdedingungen, unter Anerkennung der beiderseitigen Organisationen und ihrer tariflichen Vereinbarungen mitzuwirken, ebenso an der Entwick- luna der Produktionskräfte. Dieser Grundsatz legt die Aufgaben, welche die gewerkschaftlichen Organisationen Haben, gesetzmäßig fest. lieber diese gewerkschaftlichen Ausgaben hinaus sollen aber die Arbeiter zur Wahrung ihrer wirtschaftlich-sozialen Interessen Betriebs, und Bezirks»Ausschüsse sowie einen ReichsarbeitS. xat erhalten.
Dies bedeutet daS Arbeitskammerprinzip auf das Pätesystem übertragen.
In den Bezirksräten und in einem Reichswirt» schaftS amt sollen die Arbeiter mit den llnterneh» »er» gemeinsam gesamtwirtschaftliche Aufgaben Haben, besonders würde ihnen die Ausführung der So» izialifierun^Sgesetze zufallen. Soweit liegt ein neuer ^Gedanke nicht vor. De» weiteren aber soll die Reichs, regieruag verpflichtet sein, dem Reichswirtschaftsamt «lle sozialpolitischen und alle wirtschaftspolitischen Gesetzentwürfe vor ihrer Einbringung vor» Huleaen. DaS ReichSwirtschaftSamt soll außerdem daS Recht haben, selbst solche Gesetze beim Reichstag zu beantragen, wobei der Reichstag verpflichtet ist, diese Gesetze zu beraten und darüber Beschluß zu fassen.
Diese Leitsätze der Regierung erscheinen unvollstän» big und erfüllen keineswegs den Zweck, den sich die praße Masse von dem Rätesystem verspricht. ES soll nicht geleugnet werden, daß die Schaffung dieses Wirtschaftsparlaments, daS seinen untersten Ausläufer in Len Betriebsräten bat, eine außerordentlich wichtige Grgänzuna unseres politischen Systems ist. Nur ist die ganze Institution sehr schwer in die parlamentarische Praxisemzureihen. ES stellt gewissermaßen eine »weite Kammer mit verminderten Rechten dar. Ob sich der ReichSwirtschaftSrat mit dieser Rolle zufrieden geben wird, wenn er erst einmal besteht, erscheint sehr zweifelhaft. ES muß deshalb ernsthaft die Frage aufgeworfen werden, ob der Gedanke deS RäteshstemS nicht »ollkommener und zweckmäßiger in die Verfassung eingebaut werben kann. SS soll hier nicht auf die man- cherlei Bedenken ein gegangen werden, welche daS Zwei» kammer-System bat, — in Wirklichkeit würde eS ja nach der jetzigen ReichSverfassung ein Dreikammer» Eystem sein: Reichstag, Staatenausschuß, Reichswirt- sLaitSrat. Von diesen drei Organen würde dann der ReichSardeitsrat in keiner unvollkommenen Fassung und in feinem beschränkten Aufgabenkreis ein BeruhigungS» Mwr werden, der stets nach erweiterten RechttN streben wird.
Innerhalb der Zentrum sfra ktion der Natio» nalveisammlung ist daS ganze Rätesystem sehr eingehend beraten worden. Danach zeigte sich hier bis zu einem gewissen G-ade die Geneigtheit, dem Rätegedanken ein größeres Entgegenkommen zn bezeigen. ES kann sich dabei selbstredend nicht um eine glatte uebertragung bolschewistilcher Ideen auf daS deutsche «erfassun,sieben handeln. Das russtsche Rätesystem ist uns ja, durch die mit seinem Wesen »erdundenen und »hm eigentümlichen Gewalttaten, im höchsten Maße unsympathisch. Es wäre aber doch zu erwägen, ob nicht der an und für sich gesunde Grundgedanke der Räte» chstems in eine politische Fassung zu bringen wäre, -jte Leitidee mutz dabei sein: daß wir neben der politischen Demokratie, die sich durchweg an Parteiprogrammen orientiert, auch die wirtschaftliche „e.?ra 1 ie an der Gesetzgebung Mitarbeiten lassen, «o urlid; kann dies nicht geschehen, wenn man das Ratesystem einseitig auf die Arbeiterklasse beschränkt, «s mutz vielmehr eine zweckmäßige Gliederung cre5 Volkskörpers nach grotzen Wirt. La gruppen erfolgen. Der Gedanke hat sicher, »ich etwas für sich, daß in einem solchen Wirtschafts, ^"amenie die gesunden, bodenständigen. daS direkte wirtschaftliche Interesse der Bevölkerung berückfichtigen» v«n i6olrskreise ein wichtiges Mitarbeitungsrecht in der Whttl erhalten. ES ist falsch, diesen Gedanken deshalb zuruazuweisen, weil er an die Forderung nach einem °"^k?ständigen Parlament erinnert. Die be» ruf»ständige Gliederung unseres BolkSkörperS an üch natürlich und zweckentsprechend. Nur darf an nicht von vornherein an diese Frage herantreten «n oer Absicht, Klassenvorrechte erhalten zu wollen oder eine neue Klassenherrschaft zu errichten. Es er- »meint deshalb notwendig, daß sich die politischen Kreise FT«» eingehender mit der Frage de» RäteshstemS be- versuchen, eine Lösung zu finden, die dem b,cr »roßen Wirtschaftsgruppe, im Laude ab
Einfluß auf die Politik zu gewinnen, gerecht wird.
So neu und eigenartig zuerst die ganze Sache anmuten mag, so findet man doch bei tieferem Durch, denken de? Problems, daß hier eine brauchbare und gesunde Id ee vorliegt, der nur zu einer zweckent» sprechenden, praktischen Gestaltung verholfen werden muh. Die Vorschläge bleiben auf halbem Wege stehen. Wenn schon das Räteshstem angenommen werden soll, so muß man auch den Mut und die Entschlossenheit aufbringen, dem Gedanken in möglichst vollkommener Form gerecht zu werden. Es wäre kein Schaden, wenn im Räteshstem die Bedürfnisse des praktische Lebens und der wirtschaftlichen Interessen zur Geltung kommen. Man denke über die Fra?e einmal richtig nach.
Lokal«.
Fulda, 19 April 1919.
+ HanS Brosamer — ein Fuldaer Künstler?
In Nr. 68 der »Fuld. Zta." nannten wir den int 16. Jahrhundert als Maler, Kupferstecher und Form- schneidet der fränkisch-sächsischen Schule tätigen Hans Brosamer einen geborenen Fuldaer. Als solcher wird er wenigstens in den Kunstgeschichten als sehr wahrscheinlich angesprochen. Zwischen 1480 unb 1490 soll er in linieret Stadt geboren worden sein. (Tie von B. Bucher in seiner „Geschichte der techni« scheu Künste" angegebene Jahreszahl 1506 ist jedenfalls unrichtig.) Doch geben auch weder die Biirger» Iiflen noch die Matrikel der hiesigen Kirchenbücher einen Anhaltspunkt für des Künstlers Fuldaische Zugehörigkeit. Es wird auch angenommen, daß er zuerst in Fulda als Künstler gelebt habe, später aber war er in Erfurt zu Hanse. Auf einem Holzschnitt mit dem Bildnis des Landgrafen Philipp von Hessen hat er sich selbst als „Hans Brosamer. Formlchneider zu Eiffordl" beglaubigt. Ein Brustbild des Ful» dischen Kanzlers Dr. Johann von Oklyera im Alter von 56fahren, trägt seine volle Namensunterschrift mit der Jahreszahl 1536. Ein Brustbild des Bürgermeisters Haus Leitgeb (Fuldaer?) zeigt dagegen nur sein Monogramm HB. unb bic Jahreszahl 1506. Diese Bilbnisse befanden sich vor ungefähr fünfzig Jahren im Privatbcsitz ein:- Dr. G- Meyer in Wien. Vermutlich existieren sie auch heute noch an der schönen blauen Donau, unb es bleibt vielleicht einer besseren Zeit Vorbehalten, wenigstens einmal eine Kopie für Fulba zu erringen. Nach Kennerurteil (vgl. O. Eisenmaun in „Allgem. Deutsche B oqraphie", HL Bb., Leipzig 1876) sind beide Bildnisse in einem ziemlich trockenen bräunlichen Ton gehalten, in bet Zeichnung befangen unb ohne säuberliches Leben. Auch im Belvebere zu Wien, erster Saal der Altdeutschen und Niederländer Nr. 55, soll ein männliches Bildnis mit dem Monogramm und dem Datum 1520 von bet gleichen Qualität sich finden. Auch Bildnisse be8 Hans Sachs vom Jahre 1545 und beS Esban Hesse von 1533 ebenso Luther auf der Kanzel rühren von Brosamer's Hand, der als Maler fast ausschließlich Porträtist war, und von dem wohl auch in Museen und Bildergalerien noch manches Werk hängen mag. O- Eisen» mann läßt ihn freilich nur als einen Meister dritten Ranges gelten, er nennt ihn hausbacken in der Auffassung unb unfrei in bet B.hanblrrng. Auch ist er bet Ansicht, baß bet Wiener Kunsthistoriker Adam Bartsch in seinem Werke „Le peintre-graveur“ (Wien 1802—1821) unfern Künstler wett überschätzt und ihm mehrere ausgezeichnete Bläiter HanS Balbung Griens zugeschrieben habe. Hans Brosamer bebiente sich nämlich dreier aus H unb B zusammengesetzter Monogramme, welche oft eine Verwechslung mit bem genannten bedeutenderen Kunstgenossen herbeigeführt haben. Weit hervorragenber als Maler ist Brosamer aber als Formschneiber unb Kupferstecher, unb auf biesein Felde toiib er fruchtbarer als Lucas Cranach genannt. Seinem Zeichen fügie er gelegentlich ein Schneidemesser bei; wahrscheinlich bei ben Arbeiten, bte er eigenhändig in Holz geschnitten; hat doch der ungleiche Wert bei auf seine Erfinbnng zurückzuführenben Blätter barauf schließen lassen, baß auch fremde Hänbe dabei beschäftigt waren, feine Kompositionen zu vervielfältigen. Adam Bartsch unb bet Frankfurier Kunstschriftsteller Johann Davib Pafsavant beschreiben 29 Kupferstiche unb 36 Holzschnitte von ihm. So finden sich seine hervorragendsten Arbeiten in bet niederbeutschen lutherischen Bibel von 1536 (Magdeburg) in „Passiv unseres Herrn Jesu Christi" (Frankfurt 1553); in ber Wiltenbergischen Bibel von 1558 (bas Titelbilb) u. a. Bon seinen religiösen Gegenstänben hebt B. Bucher „Die Erschaffung des Weibes" hervor. I. D. Paffavant erwähnt drei religiöse Gemälde von ihm, aus den jetzt zerstreuten Sammlungen von Weyer in Köln unb Kränner in Regensburg stammenb, deren Echtheit aber nicht feftftehen soll. — Vor un-
bet
Olgas Irrtum.
Vrigiual-Rovelle von Alca Ruth. S) __________
Setten horchte auf; sein Fuß tonrgeÄe an
«•®me Dame? — Allein unb mit solch einsiedleri. Neigungen? Sie ist wohl att und lebensmüde?" $>et Elite schmunzelte.
,-3Hen»l3 sah ich größere Schönheit mit Jugend E””1- Doch scheint sie trotz ber Frühe ihres Alkers er»ln, Leben schwer gu tragen, so wenigstens IvSr- , m,t den Ernst be8 juwgen Angesichts; fast vm- bu nennen, wüßte ich nicht, wie gut sie
alten Mann ist.»
^*ten dämmerte ein leises Ahnen auf, und er niC^t dem schnellen Gedunken Worte zu
*e3*$Mr^»mC ttä8t ^Eerkleidung, hat üppiges, blon.
-Genau so; genau so,' nickte der Alte, und Letten tn 8CUU«- ®’n freudige- Gefühl, baS ihm alles Bmft erscheinen ließ, ichhtllte ihm die
Ün " b»r wenig, was er erreicht, aber immer*
Stoerf j1" ^e’n£n weiteren Exkursionen Ziel und
'"^wischen spät geworden, und beschlermig» Ivkow», trachtete er, nach seinem Hotel zurück» ettThLsn" t- ^°r be" ®iE[tn und Hotels längs des bi, e, Sr,!lertcn Mietswagen und Galakutschen, um kl8 V. nacfl bcn glänzenden Räumen des Ho.
kn,“ entfü^ten- in dem die großen §a,iuo-
tzn.'z «e^Ue" tourben- betten sah weder re bt3 noch wenn der Gegensiantz seines Inter- Veckt» ° Ä1C”e der »oberen Zehntausend» angeLörte, lüf.rJJ ««■«<$ sch»« im Frack imd den Manz» »et, Ä-rUnb strebte, mit der Rose im Knopfloch, ^te £ 5n^'’fen ber blo& Gedanke MfirHiA *n stickw-lß aus. und er Vries sich doppelt
bejchutzeuer gewählt sut haben. Ieüenjalls
war es bequem so. Daß sie, die Unbekannte, fein Kartenhaus Von Liebe und Zuversicht in Trümmer stürzen könne, bx|er Gedanke kam ihm gar nicht einmal.
Gerade aiä er um die Ecke des Hotels „Royal beige' bog. fuhr der Wagen mit den Jähnekes und Karl Eichbach ab. Hurl'g eilte er die Treppe zur ersten Etage hinauf und war eben im Begriffe, die zweite nach bem höheren Stocke zu ersteigen, als bte gegenüberliegende Türe sich öffnete und ans dem Halbdunkel des Gemaches — Olga Gastrow trat. Setten blieb wie angewurzelt stehen, den Hut zu respektvollem Gliche in der Ha>rd, als sei sie seine Fürstin und er ihr Sklave. Ihr ruhiger, klarer Blick streifte ihn flüchtig, ihr stolzes.Haupt neigte sich kaum merklich zum Gruße — und dann war sie hinter der angrenzenden Türe verschivunden.
/ Detten siürmie auf sein Zimmer hinauf, warf ben Hut aufs Sopha unb fuhr sich burch bas bichle Haar. Nun hatte er sie gesehen in greifbarer Nähe; ihr ebles Auftreten, bas Stolze, Gebte enbe ihrer Erscheinung, ben kalten abweilenben Blick, bie fühl herablassenbe Art ihres Grüßens — ba war auch nichts, was ihn erwärmen konnte. Er hatte basselbe Gefühl, wie wenn er nach einem Dauerlause am heißen Mittage ein kaltes Smrzbad genommen.
Er schlug sich mit ber flachen Hanb vor bie Stirne. Wie hatte er vor ihr geitanben? Wie ein Schuljunge, wie ein schüchterner Troubadour, wie ein Toggen- burg. Er hätte sich seiber auslachen mögen; aber es lag etwas Bannenbes, Gebieienbes, Unnahbares, so ein Herrscherglanz auf ihrer Stirne, in inten Augen, bas ihn unwillkürlich zu bcboier Haltung zwang.
Aber nach solcher Liebe verlangte ihm nicht; er wollte nicht lieben unb bienen; er wollte selbstbewußt unb überlegenb, kühl bentenb itnb hecrschenb — mit einem Worte Fritz Testen bleiben! Die Siebe baif ihn ergreifen aber nidit überwältigen, sie darf ihn mit warmem Strahl burrfjbrtngen, aber nicht ber- jehren. Also, Fritz Setten — unb er legte bie Hanb an bie Stirne — wenn sie beinm Mannesstolz erschüttert und bid) xum Knaben macken will, dann ohne Erbarmen der Sache ein Ende gemacht unb wenn bie» törichte Herz in Stücke geht.
gefähr fünfzig Jahren entbeckte ein Münchener Antiquar in einem kostbaren Sammelbanb mit Mustern für Golbfchmuck usw. zwanzig borzügliche Quartblätter, bie auf beiben Seiten mit kräftigen Holzschnitten in Konturmanier bebruckt waren als Leistungen Hans Brosamers. Leiber finb dieselben in ben Besitz eines französischen Sammlers übergeganaen. — Von Hans Brofamers Leben, ber 1552 oder 1554 tu Erfurt gestorben sein soll, weiß man sehr wenig. Mit Sicherheit können wir ihn allo auch nicht unfern einheimischen Künstlern zuzählen, unb baß unser Stäbtisches Museum unter feinen Beästnben vielleicht noch eine unerkannte Arbeit bon ihm besitze, ist mehr als zweifelhaft. • Jos. Grau.
vermischter.
• Set einem Mnnitionsunglück in Kiel-Dietrichs- dorf wurden über 100 Personen leicht und 10 Personen schwer verletzt. Ein Obers euer Werker wurde getötet. Der Sachschaden ist sehr groß.
* Durch ein Flugzeug verunglückt. In AnSbach wurden beim Wi.ederaufsteiaen eine? FlugrenoeS ein Kind netötet unb brei fo schwer verletzt, baß sie noch am selben Abenb starben.
* Petroleum und Getreide gegen deutsche Eisenwaren. Zwischen Deutsch-Qesterreich unb Rumänien ist ein Vertrag zustande gekommen, ber einen Au?« tausch von Petroleum und Getreide gegen deutsche Eisenwaren vorsiehtz Der Transport soll auf ber Donau vor sich gehen unb gesichert fein.
Märkte.
II? Fulda, 19. April. Zum heutigen Schwei n e • markt waren 70 Ferkel müaetrieben. Bezahlt wurden 260, 220 und 180 Mk. für das Stück.
Sotterd!e«ftordnung.
Katholisch»«! Gottesdienst.
Karsamstag, 19 April. Nounenkirche. Abends 6V« Uhr feierl. Osterrnatutin.
Sonntag, 20. April. Mflersonnkaa.) Dom. v.6, 6, y.7 u. 7 M. In der 6 Übt Messe General, kommunton der Jungfrauen. I. d. V»7 M. Kom. der Iünol.-Sod. u. d. chrtstenlehrvfl. Iüngl. 8 Pfarramt, AuSsetz, Umzug u. Pr. V»10 Bischöfl. Hochamt, danach Päpstl Segen u. vollst Ablaß, ’/,12 M. m. Pr. 1 >2 Osterandackt, 2 Uhr Vers, der Jungfr.-Sod. in der Marienkapelle, Andacht u. Aufnahme. 4 Bischöfl. VeSp. u. danach Beichtgelegenheit. — Stodtvfarrki» ’te. 5*-'t Koin., 5*/. M., 6’/. M u. Korn. f. d. Jüngst, 8 M u. Pr il. Schulgd.t, 9V, Hochamt u. Pr., 11 M. (2. Schuladfl, 2Vt Osterandacht, 4 Gelegenheit »um beichten, 5 KrieaS- bitt-A. — Pfarrlieche zum hl. Geiste. '/«7 Kom.,7 Frühm., 8 Pred. u. Amt m. Korn., 4 Deichte, 5 And. — Severi- kirche. v,7 M. — Ronarnkirche. Vorm. 4V» feier!. Landes, 9 feierst Hochamt m. ®eg„ nachm. 3 feiert VeSp. m. S. (Während der ganzen Osterwoche tägl. vorm. 9 feierst Hochamt, nnchm. 3 VeSp. Montag «.Dienstag m. Seg.) Herz-Jeiu-Heim 6 M., 8 Amt m. Pr., 2 u. 8 A. Mitt- woch abends 8 Andacht. — Frauenberg. M. v. 5—7, 8 Brudersch.-M. m. Pred., 9 Levitenamt m. AuSsetz. u. Pred., nachmittags 2 Festpr., And. sowie Generalabs. für die Tertiären.
O st er montan, 21. April. Dom. V,S, 6, V,7 u. 7 M., i d. 6 Uhr Messe Kom. d. chtistl. Mütterver., 8 Pfarramt m. S. u. Pred., */,10 Kathedralamt m. Pr., V,12 M m. Pr. */»2 Osterand., 4 And. (Donnerstag 5 And.) — Stadtpfarrkirche. 5 Kom, 5*/« M., 6»/« M., 8 M. u. Pr. (1. Schuigottd.), 9'/» Pfarramt u. Pred, 11 M. u.^Pred. (2. Schuigottd.), 2'/, Sakramental. Osterand. — Pfarrkirche zum hl. Gelst, */«7 Sem., 7 Frühmesse, 8 Pr , Amt mit Rom. 5 And. (Mittwoch 5 And. Samstag lA8 Amt u. Beichte). — Nonnenkirche. 9 feierst Hochamt, nachm. 3 Vegper. — Herz-Jesu-Heim. 8 Amt m. Pred., 2 u 8 And. — Frauenberg. Hl. M. v. 5—7, 8 Rosenkr.-M., 9 Levitenamt, nachm. 2 Pred., And. und Umz. f. d. AnwniuSvrudersch.
OfterdienStag, 22. April. Frauenberg. Achter Dienstag der Novene zu Ehren deS hl. Antonius AuSf. d. Allerhst von morgens SV, bis zum Schluß des Hoch. amteS. V,8 M. m. AntoniuS-A., */»9 Le» -Amr m. Seg., darauf Kreuzwegandachst Freitag. i\eft d. hl. Evang. MartuS. Geg. 6V« Prozess, m. Allerh.-Lit., dar. Hochamt.
«vaageltfchor iSottaSdirsfl.
Ostersonntag, 20. Aprist Bonn. 8 Uhr: Pfr. Weber, 9V, Uhr: Sup. Ruhl (Hl. Abendmahl). — Schloß Meberftein. Vorm. 9 Uhr: Pfr. Reich.
Ostermontag, 21. April. Vorm 8 Ubr: Pfr. Reich, 9V. Uhr: Pfr. Weber.
JSraeltttsch« tLottebdiauft.
Montag u. Dienstag Yess ach. PoeabendgotteS- dienst 7,15, morgens 7,30, nachmittags 5, abend» 8,15 Uhr — Wochengottesdienst: morgens 6,30, nachm. 6, abends 8,15 Uhr.
Kart Eichbach trat am anderen Morgen in das Zimmer seines Freundes unb traf biejen beim ersten Flühstück.
»Höre, Fritz", sagte er unb ließ sich neben ihm nieber, „ich möchte Dir einen guten Rat geben."
„Schabe, baß Ben Akiba sich schon zu seinen Vätern versammelt hat", meinte Fritz, „bet: müßte angesichts bieser Tatsache konstatieren, daß es noch „nie bagewesen" ist."
„Fräulein Hermine," fuhr Eichbach unbeirrt fort, „fragte mich gestern Abenb ob Du Deines Zerckens Kunsttischler, Stuckateur ober so was seiest."
„So?" machte Detten gebehnt und schnitt stch ein Schinkenbrötchen zurecht, »welche Veranlaffung nimmt Fräulein Hermine, nach meiner Profesfion zu forschen?"
-Hin, sie sagt, Du verwendest auffallendes Interesse bet GipSmörtelardeit ihres Balkons zu. Du könntest stundenlang da hinaufstarren — ihr gerade- weg ins Gesicht, , ohne —'
»Dann wäre ich ja Altertumssorscher", äußerte Tellen trocken.
»Wenn Deine Ansichten maßgebend wären,' erwiderte Karl beleidigt, »müßte man wie in China schon mit sechzehn Jahren Großmutter fein. — lieb» rigenS möchte ich Dir doch sehr anraten. Deine chmachtende Liebhabernatur nicht allzusehr herauszu- kehren — mir war, nebenbei gejagt, eine solche Fähigkeit Deines Gemütes bis jetzt unbekannt — und Deine Liebe, die, Du Dich hei abgelassen, einem gewöhnlichen Sterblichen zu ichenken, nicht allzu unverblümt zutage treten zu lassen. Hermine nimmt bte Huldigungen für ihre Person.'
»Nun, irren ist menschlich.' beschwichtigte ihn der Freund.
„Du mußt mbeffen ziigestehen," fuhr Eichbach, sich immer mehr in Eifer redend, fort, »daß Dein unerbetenes Dazwischentreten, absichtlich ober nicht, meine Sache wenig fördert. Hermine ist noch im Zweitel mit ihren Gefühlen, indessen stehe ich nicht dajür ei«, daß beim geringsten tzturmtanje Deiner«
19 April 1819.
Ausgabe von Strautenmeht in der städtischen "er» kaufsstrlle:
Mittwoch au die Karten Nr. 9001 bi, 92A Freitag . . » , S251 , NOT
Derleilunq 87:
yorauSsschlllch 150 er Rudeln, 6C0 gr Suppen, 8 Supvenwürsest 400 gr Marmelade a. d. St. Genaueres hierüber wirv nächsten Samslaz mitgeteiU.
Anmeldungen auf BertestunaSkarte 8,7 an dle Nay« rrngsrnitlelstelle; Anmeldes chlutz: Dieustaz de» 22. April.
Die Mflchanfleserung aus dem Kreise bei der Mol» kerei ist seit dem Monat Januar um 30°/# zuruckge» gangen und hat damit einen noch nicht da ewesenen Tiefstand erreicht. Durch diesen bedeutenden MÜchausfau wird die Milch- und Fetlveisorgung erheblich beeinträchtigt. Nur mit größter Mühe konnte die bisherig» Vollmilcbversorgung unserer Stadt aujrechterhalten werden, während di« Magermikch, weil nur t« ganz geringe« Mengen vorhanden, in allen Verkaufsstellen häufig ^auS» fallen mußte. Im Gegensatz zu der geschilderte» Sachlage steht die große Zahl dec forlwäbrend eingehenden neuen Älteste, in denen Milch- und But'erzaiiiy beantragt wird. Wenn es in dieser Weise weitergeht, müssen allen Vollmilchbeziedern weitere Abzüge gemacht, oder die ganze Milchversorgung muß auf eine neue Grundlage gestellt roeroen. Es wird wiederholt darauf hinge« wiesen, daß ein Anspruch auf ärztlich verordnete Zusätze nicht geltend gemacht werden kann, d»s ärztliche Attest nur einen Antrag dar hellt, di« ta.fächlich zu liefernde Menge also nicht vom Arzt bestimm! werden kann, sondern von der Nahrungsmittelstelle auf Grund der vorliegenden Verhältnisse und der zur Verfügung stehenden ZiisatzlebenSmitlelmengen festgesetzt werden muß unb im übrigen ein Anspruch auf den Erhalt von Magermilch überhaupt Nicht besteht.
Auf eine Besserung ist einstweilen nicht zu rechne«.
Trotz unserer wiederholten Aufforderungen, zu ben wöchentlichen Fett- und Fleischverteilnngen sich durch Abgabe der Fett- und Fleischtarten an sie Geschäfte »nd Metzgereien regeimäß g und pünktlich anjumelden unb damit einer glatten Durchs ührung der beijn-
tragen, ist jedesmal eine große Anzahl Nachzügler vorhanden, deren Bod e ung »ft die grüßten erig« ketten bereitet. Es ist daher beschlossen ro»r6tx, daß Nachzügler in Fett uut> Fleisch, soweit diese Wc««i nach bereits durchgesithrter Wocheuverteitnng ützerHaupt noch vorhanden sind, zutürstig nur noch am Samdrag Vormittag bedient werden, und auch nur dann, wenn diese fpütestenS biS Freitag nachmittag 4 Uhr ihre Karten unter Bsrieiauna des Leberuuniitölausmrisrs bri der KarlentontroLstelle vorgeiegt Haden, berücksichtigt werden nur lau enbe W»cheukarten. @kie (Srtoääe für «tinlöl«»- von Rachziiglerkartcn wir» n»ch> wie vor nicht geboten. Auch werdrn die Gtello->, denen bi« Nachzuglerbediennn« übertragen ist, nicht mehr öffentlich bekannt gemacht, dieselben sind bei Borlage der Serien bei der KarlenkontrollsteSe zu erfahren.
Wegen der Fettansgabe t6nxen nähere MiLtsflunge» erst nächste Woche gemacht werden.
i4UhMM«ireilm,s,üM X* f - A \ drs Koh!rnamies. - ;
BrlketiverteUrmg.
Am Dienstag den »2. April fl>r folgende Mraßen» Karlftraße, MiUelstr.iße, Meistergasse, Kanakflratze, ÄiSch« lenstriche, TorgioSstraße, Bnttermarkt, Doll, K.üserplatz, Marktstraße, kl. Marktstraße, Cbm, Peterstor, Sack, Bo- ulfatiusplatz, FriedrichSmarkt, Friedrichstraße, Sionnen« gaffe, Pfanohausstraße, Ritter«»ffe, Ro.engasse, Eeoeri» berg, Echloßftraße, Luckenberg, Gemüsemarit, Jnd^nderg, IuSinsess«.
iiüii, a ........................«ui ..................
JEDE SORGE
wegen
-schadhafter Dächer.
a beseitigt |
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W Charlottenburg 9 M
seirs bie golbene Mauer um ihr Herz lange stand» halten wird; begreife übrigens nicht, was de» Frauen an Dir gefällt. — Für die guädize Mama vorab bin ich nur geschaffen, um ans der Rot eine Tugend zu machen, sie wird Dich über kurz oder lang ins Schlepptau nehmet darauf kannst Du Gift nehmen.' ।
,Unb Tu weißt keinen Rat aus diesem Dilemmas fragte Detten wirklich erschrocken.
»Drücke mir die Hand," fuhr Eiohbach schwung» voll fort, „Du hast nicht umsonst aus mich gebaut. Ich stempelte Dich kurzerhand zum unglücklichen» verlassenen Ehemanne, ber vergebens in Süst- und Salzwasserbäbern sein Herzeleib wegzuipülen gedenkt. Damit habe ich Dich sür heute unb künftige Zeit«» unschädlich gemacht.'
„Schöne Geschichte bas," fuhr Detten auf und ließ bie bereits zum Munde erhobene Taffe sinken, ,/oweit es sich Voraussehen läßt, bin ich in nächster Zeil das Ziel sämtlicher Lorgnetten seusiliv« Samen.
„Ach was,'_ versetzte Eichbach gleichgültig, „ttn-- glückliche Ehemänner dürfen heute nicht me«r auf Beachtung rechnen; höchstens seuszl Direin Backfisch nach: Ach, wenn Du wärst mein eigen! Zuoem," fuhr er überzeugend fort, da Detten eine nufebtilujenbe Bemerluni dazwiichen warf, »muß Du einsehen, daß wenn einem das Messer so zu sagen am Halse sitzt, man zur Selbsthilfe greift. Stelle Dir vor, lieber Fritz, ich komme, sehe — und freie; ich' habe' Glück unb avanciere bis zum Segenskuß und Handschlag — ba, vor bet Enftcheibung trittst Du ins Gehege — unb bas Eiimmungsbilb wechselt; ich bin ber ansgLstg- ßeue Engel, verliere Sitz unb Stimme, sehe bie geöffneten Arme bereit, den Adonis zu empfangen — na, ba kapierst Tu Wohl, Fritze, baß ich ba $u» Aeußersteu griff.'
„Alles schön und gut," murrte Detten unb schob Tassen und Teller zurück, „daß Du aber über meinen Leumunb hinweg, für Deine Zwecke Propagaaba macv'l, gefällt mit nicht."
I (Fortsetzung folgt-)