n 0K I VercmttDOTtlicfi für Brn rebaTHotttHeii Teil; Karl Schütte. | |ir. O*/» I für die An »einen: I. P g r»el ler, Fulda.— Rotationsdruck. |
| Verlag derFuldaer ActienBruckereiinFulda. — Preismonatl. I /ZX 'InfiTH I 95 Pfa. — Fernst pr. Nr.9.Telenr.-Adresse: Fuldaer Zettun-i. ,
Sreitaq 1L April 1919
Die Dinar in Bayern nehmen einen ra chen Verlauf. Daß mit der Räterepublik nichts Dauerndes geschaffen war. kannte man voraus'eben. 9t tr eine halbe Woche lang hat sie ihrer Idee der Mensch» heitSbeglückuna dienen können, da ut auch schon jäh das Verhänqnis über sie hereintebrochen, und die Herrschaft der rab kalett Grwalthab'r durch die noch radtkaleten Kommunisten gestürzt. Aber auch Las neue Regiment steht cnf schwachen Füßen. Das bayerische Volk, dem die Münchener Herrschaft tiefsten Ekel einflöß-, denkt nicht daran, sich von der Münchener Siamkalenaruppe, in der ein Häuflein eingew inserier Literaten eine wichtige Rolle spielt, kujonie-en zu lassen. Aller Boiausücht nach geht das Münchener Possen Piel bald zu Ende.
fein aus den. Reiben der Gewerkschaftsführer, draneen in mehrere Polizeistationen ein, entwaff treten die Schutz eute und nahmen Kommissare und Wachtmeister als Geiseln mir. Die e so len inzwischen w eder freiaelassen worden fein. Welchen Erfolg der von den Kommunisten beute früh Prok» lam erfe Generalstreik hat, bleibt abzuwarten.
Auf Beschluß des Z mtralrales "amtliche in Brywn befindlichen Kriegs gefangenen sofort auf freien Fuß ge.etzl werden. Ferner beaann heu'e die Bewaffnung des P'oletariats. Eine Verfügung über das Revo- lutionstiidunal besagt, daß es aus 28 Männern besteht, die in Permanenz in Körperschaften von je sieben Mitgliedern tagen, unter denen sich eine Frau befindet. Die Berhandlungen sind mündlich und össentlich. Berufung ist unzulässig.
Sie gefährdeten L.densmittelsendungen.
wtb Haa-r, 9. April. Außer den bereits in Hamburg eingetroffeuen Lebensmitteln sind gegenwärtig weitere sieben Dampfer mit mi'ammen 43000 Tonnen Mehl, Fett uni Milch nach Hamburg, Bremen und Emden un erwegs. Nach den heu'igeu Verhandlungen in Rotterdam ist für die Re'chleunigung der Lebenemittelzufuhr nach Deutschland Sie rechtzeitige Lieferung von Bunkerkohle von großer Be« deuiung. Die Fo tdauer des Streiks im Kohlen gebiet würde daher die nach Ueberwindung großer Widerstände endlich in Gang gekommene Leben S- mittelzufuhr aus Amerika unmöglich machen. •
vemsches Reich.
* Die Sosialisierungskommission erklärt in eine,, längeren Schreiben an den Reichswirtschaftsminister Wissel» unterzeichnet von Franke und Kautsky, daß nach ihrer Ueberzeugung „jede Hoffnung auf ein Zu ammenarbeiten mit dem Reichswirtschafts» amt und der Regierung geschwunden" ist und daß sie ihr Amt nieder legt. — Der Rücktritt ist auf sachliche und peilönl'che Differenzen zwischen der Kommission und Bern Neicksirnnschastsministertum zurükkzufübren. Um ein Anfgeben der Sozialtsie- rungsabfich'en bandelt es sich nicht. Das Retchs« wtrtschaftsamt vei spricht sich von einer wtffenschaft- lichen Kommission als Beirat Gutes, und ist nicht abgen-igt, eine neue Kommission zu berufen, nitt verlangt sie, daß sie sich auf die wissenschaftliche Gutachtertätigkeit beschränke.
* Bom 11. April ab FriedrnSgrbührnisse für Mannjcha'ten. Born 11. April an erhalten alle Unieroffizie'e und Mannschaften des bisherigen stehenden Heeres auf Grund einer B rordnung vom 4. April Friedensgebügrnifse nach den Friedens- dleiistvorschrif en. Der An pruch auf freie Betpfle' aunz regelt sich nach der Friedensverpflegungsvorschrift. Bom 11. Ap>il ob fallen auch sämtliche Arbeitszulagen sowie alle sonst für befonbere Arbeitsleistungen während des Krieges bewilligten Zulagen fort. ________________________
Rnr dem rraarvargevier,
)-( Hünfeld. An der hiesigen Lateinschule Werder, einstweilig angestellt der Lehrer Kail WolperS aus Hosheim a. Taunus und der Studienassessor Wilhelm Beils aus Köln-NüweS.
nichtung aller Kultur Die Eatfa.fe, daß der Bolschewismus in Bayern gefußt hat. iit nicht mehr eine Sinne e^enheit be Bah rn allein anaeht. sondern eS ist die Pflicht des Reiches und aller deutschen Bun- deSita-ten, sich mit die,er Frage ru beschäftigen. Die neue Zeit brinit neue so Yale Forderungen Der Re- gieruiaSvorschlar zur Einfü ung des Rätesystems in die Verfassung ist kein Berte -en'-ettssroSukt, er ist eine unumgängliche notwmdige soziale Sotbenma, die uns grundsätzlich durchaus berechtigt erscheint. Der Arbeiter darf nicht wie bisher Objekt des Wirtscha tSlebens sein, sondern er mutz Subjekt werden. DaS Rätewesen soll nicht einen Uebergang zur Klassenherrschaft beöruten, aber es ist ein vortreffliches Mittel zur Verstäa- digung zwischen Arbeitnehmern und Arbeit ledern. Die politische Arbeit muß bei der Volksvertretung bleiben aber wirtschaftliche Fragen können durch das Rätesystem' bester autgearbeiter «ns vertieft werben. Wenn wir das Trennende unserer Austastun'en über Politik und Wirtschaftsleben zurückstellen, bann werben wir babu ch unseren Forderungen dem Feinde gegenüber mehr Nachdruck verleihen, bann wird der Weg bei Leibens u ib bet Kümmernisse zu einem Weg des Heile» werden und alle die verschlungenen Fäden werden sich jufammen» finden zu der goldenen Spirale, in der alles Memcken- mert der Gottheit entgegengreift. (Lebhafter Beifall im Z-ntr.1
Adg. Hoch So,.) verlangt einen Rechts rieben und lehnt entschiede» die Räterepublik ab. Den Satz von der Heiligkeit des Eigentums lönne man nicht mehr in dieser schweren Zeit als berechtigt »"erkennen, wer mehr habe, all er braucht, dürfe diese» Mehr nur als Eigentum der Gesamtheit verwalten. Redner tritt neben der Nationalversammlung auch für die Arbeiterräte ein. Um */»2 Uhr wird die Weiterberatung auf */»4 Uhr vertagt. Nich der Mittag-pa gfe nimmt
bet Reichsminister des Auswärtigen Graf v. Brock- borff-Rantzau ba$ Wort. Er führte aus, daß totr vor kühl rechnenden uns harten ,tem)en stehen und ihnen gegenüber nur eine Waffe hätten, die Berufung auf die Friedenswundlagen, über die mm Anfang Novbr. einig geworden sei. Die schwere Krise im O ien scheint vorläufig durch den Verzicht auf dte Dm;iger L mdung überto .nbcn z i sein. Graf v. Brocksorff-Ranhau weist bann getoiste Machenschaften bet Dänen zurück, die immer weiter gehende Forderung» stellen uns wünscht in gute nachbarliche Beziehungen zu Rußland zr kommen. Redner kündigt Reformen im auStänsischen Dienst an. Alle Klassenbevorzugungeir in der Diplomatie werden verschwinden, und die Organisation deS Auswärtigen Amtes selbst wirs auf ganz neue Grund- la,.en gestellt. Der Apparat soll zeitgemäßer werden. In der zu erwartenden Enttäuschung aller Völker übet den Frieden sieht der Mmistet eine große Gefahr für die Zukunft.
Abi. v. Payer (Dem.) warnt vor Bem geplanten StaatSgenchtshow, weil die Fähigkeit, objektiv zu urteilen, noch nicht gekommen fei Der Reoner hält es für ausgeschlossen, daß sich die Mehrheit der deutschen Bürger, Bauern und Arbeiterschaft widerstandslos unter russische Zustande und eine Diktatur deS Proleta» rtates beugen werden. Er nimmt Stellung gegen daS Rätesystem, dem keine politischen Rechte zugestanden werden dürfen, tritt aber für bett ReichSwittschaftsrat ein, wenn er auf wirtschaftlichem Boden bleibt und ebenso für die Sozialisierun'.
Abg. Schultz, Bromberg Dntk) lehnt bett Gedanken deS Staatsgerich-.-Hofes ab, ebenso ein Schuldbekenntnis Deutschlands am Kriege. Seine Bemerkung, daß die Regierung vielleicht aus Haß gegen die alten M ichthaber sich zu einem Schulbbekenntn's verleiten ließe, wird von Ministetorästbent Scheidemann zurückgewiesen.
Abg. Rietzer «D. Bpt.) spricht sich in längeren Ausführungen eben|aB8 gegen eine Veranierung des Räle- systems aus.
Abg. Sezer (Nnabh.1 sprach der Nationa'versamm- lung den Willen dazu ab, ihre Versprechungen, die sie gemacht habe, wahr »u machen. Segers Rede war eine typische Hetzrede. Die ganze Verschrobenheit der Ansichten der Unabhängigen geht besonders daraus hervor, daß auch Seger wieder betonte, daß der russischen Regierung eher zu glauben sei, als der deutschen.
Die Debatte wird hierauf geschlossen. Ein Antrag sämtlicher Parteien mit Ausnahme, der Unabhängigen, der sich für einen Frieden nach den Wilson, schen Punkten ausspricht, wird gegen die Stimmen der Unabhängigen angenommen, ebenso ein weiterer Antrag der genannten Parteien, einen Ausschuß für die Friedensverhandlungen einzusehen ustd in diesen die Präsidenten und 28 Mitglieder zu berufen.
Freitag: Anfragen, kleine Vorlagen.
Ein npuer Umsturz in München.
wtb Nürnberg, 10. April. Nach einem Münchener Telegramm des.brüten Armeekorps ist die u n a b » hängige Regierung von Sen Kommunisten gestürzt worden, die die Gewalt an sich rissen. Das Militär steht auf Seiten des Min steriums Hoffmann. _ Ter größte Teil d-r Bevölkerung wartet nur auf einen An tag van außen. Die wirt» schaftliche Lage bat sich verschlimmert.
Hebet dte Vorgänge bei dem neuen Umschwung in München wird noch gemeldet: Rach zweier Massenversammlungen der Kommunssten wurde beute nacht eine Versammlung der kommunistischen Der» trauensleute abaehalten, die einen neuen Zentra lr a t, bestehend aus 5 Vh beiter- und 5 Soldatenräten, wählte. Da der Kommunistenführer Dr. Levtn dte Beteiligung ablednte, wurde der Man- rerpolietKlotz zum Vorsitzenden gewählt. Im Laufe der Ng-Ht holten sich die Koutmutiifteu Gei».
Die Streikbewegung im Reich.
Aus dem Ruhrgebiet.
wtb Essen, 9. April. Eine Konferenz von Vertretern der v>er Werka beiter verbände und des Zeckenverbandes tagte heme unter dem Vorsitz des Netch.arbeitsinintsters Bauer, um zu der durch den Generalstreik im Nuhrgebtet geschaffenen Lage Stellung zu nehmen. Die Konferenz kam nach eingehender Prüfung zu dem Ergebnis, daß die Ser» kürzuni der Arbeitszeit für die unter Tage belästigten Giubenai beiter auf sechs Stunden im Interesse unserer Volkswirtschaft zur Zeit unmöglich ist. Die SBeibeter des Zechenverbandes erklärten sich bereit, die 7 StunaenarbeitSzeit für die unter Tage Beschäftigten einschließlich Ein- und Ausfahrt zu bewilligen. Die Arbeitszeit der Arbeiter über Tag bleibt unverändert.
wtb Esten, 10. April. Der Straßenbahnverkehr ruht noch immer. DaS Gaswerk kann wegG Kohl en mangels auch jetzt nicht genügend Gas liefern. Die Beamten und Angestellten des Rheinisch- Westfälischen Elektrizitätswerkes brachen nach Erfüllung ihrer sozialen Forderungen. den Teil streik ab und verrichteten Notstandsarbciten. Die Arbeiter des Werkes verharren weiter in dem Shmpathie- streik mit den Bergleuten. Unter dem Schutz der Negierun stiUppen finden sich die Arbeitswilligen an den Arbeitsstätten «'N. Be: der Firma Krupp hat sich die Zahl der Arbeitswilligen gegen gestern wieder erhöht. fe»
* Böckum, 10. April. Auf zahlreichen Zechen des Bezirks haben die Bergarbeiter gestern tatsächlich die Notstandsarbeiten eingestellt und da- dutch e ne Lage geschaffen, die außerordentlich gefahrdrohend ist. Auf der Schachtanlage 6 un) 7 der Zeche „Konstan'in der Große" wurden Arbeitswillige von den Streifenden verjagt, sodaß die Notstands- arbeiten dort ebenfalls ruhen mußten. Auf den gefährdeten Zechen weiden die dringendsten Arbeiten jetzt von den technischen Beamten ausgeführt.
* Bochum, IC. April. Trotz Zu aze ausreichenden Schutzes sind die Belegschaften sämtlicher Z chen beS Bochumer Bezirks zur Frühschicht nicht ein» gefahren.
Bochum, 10. April. Die Beamten des Allgemeinen Knappschaft-Vereins drohen mit dem sofortigen A u s st a n d, wenn ihre Gehaltsforderungen nickt bewilligt werden sollten.' Es wurden ihnen erhebliche Aufbesserungen zugestanden, b e aber die geforderte Höhe nicht erreichen. Morgen sollen weitere Verhandlungen gepflogen werden.
Duisburg, 10. April. In Hamborn und auf dem Hüttenwerk der Gewerkichafr „Deutcher Kaiser" sind nur noch zwei Hochöfen in Betrieb. 3000 Arbeiter mußten wegen der durch den Kohlenmangel bedingten Stillegungen nach Hause geschickt werden. In Mülheim (Ruhr) wurden die 17 Mitglieder des Arbeilerrates, die auf der letzten Sitzung für die sofortige Ausrufung der Räterepublik gestimmt hatten, wegen Landesverrats verhaftet. Der verschärfte Belagerungszustand tmrrde wieder eingeführt. Die vernünftigen Arbeiter sehen ein, wohin der von den Spartakisten gepredigte Weg führt und machen sich von dem Einfluß der Schreier los. Die in den Gewerkschaften zusammengeschlossenen Arbeiter haben in geheimer Abstimmung sich saft einstimmig gegen den Streik erklärt.
Neue Unruhen in Düsseldorf.
wtb. Düsseldorf, 10 April. Die Unruhen setzten sich gestern abend in verschärftem Maße fort Bor dem Volkshauw, in dem die Unabhängigen ihr Hauptquartier haben, wurden zwei Hansgranaten auf einen Kraftwagen der Reneruu 'Struppen geworfen, wobei zwei Soldaten den Tod fanden. Bei den Schießereien sanden mrudeilei-s 9 Personen Ben Tod, darunter eine Frau, welche von eitlem Zivilisten ohne je Hieben Grund mit einem Revolver erschossen tour>e. Der Zi- vilist ist entkommen. In Ben Krankenhäusern wurde eine große Anzahl Verwundeter etngeliefert. Infolge des Streits auf dem Gaswerk mußten jetzt auch die städtischen Krtegsküchen Ben S3etriebeinftellen.
Bet Lage Be» Generalstreiks ist keine Aenderun i cimetreten, eine solche Büiftc erst zu erwarten sein, wenn am Freitag und Samstag die Lohnzahttmreu ausbleiben. In den Straßen, wo sich die Kämpfe hauptsächlich abspielten, find zahlreiche Fensterscheiben zer- schossen, die tieitin en der Straßenbahnen herunter- gerissen. In der Zimmermannsiraße wurde em Offizier Übersailen, von der Men e zu Boden gerissen und in bestialischer SBetfe gemartert Einzelne Soldaten, die auf der Straße vom Volke über- füllen und entwaffnet worden waten, wurden fogar ihrer Uniform und ihrer Stiefel beraubt. Heute morgen nahmen die Schießereien in Bet inneren Stadt ike» «jortian. Der SwaüetU'-rked- ist sehr lebhaft.
Preutzlsche Landesversammlung.
Sitzung Bom 10. April.
Ztr Beratung stehen Anträge.
Abg. Oelze «D. nat.) begrunOet einen Antrag be- treffend die Sicherstellung der Rechte der Staatsbeamten, der Geistlichen, Lehrer, Offiziere und Militärbeamt^n sowie Maßnahmen ,ur Beseitigung der wirtschaftlichen Notlage der Beamten, Ordnung der NechtSverhälMiffe her Beam'en.
Der Antrag wird ohne Debatte an eine Kommission venviesen, ebenso die von anderen Parteien u. a. vom Zentrum eingeb rächten Anträge betreffend die Beamtenverhältnisse.
ES folgt die Beratung deS Antrages Kammer (D. nat.) auf Abbau der Zwangswirtschaft und den Wiederaufbau deS Handwerks sowie deS Klein. Handels. Hiermit verbunden ist die Beratung der Anträge der Abgg. Esser (Zentr.i u. Dr. Klüger (Dem ) auf Wiederaufrichtung des Mittelstandes, Holl, mann (Deutsche VolkSp) auf Hergabe von Rohstoffen der Heeresverioaltun, an das Handwerk, die Aenderunz deS VetdiniunsswesenS uns anderes.
Die Anträge werden von den Antragstellern begründet uns gehen schließlich an eine Kommission.
Freitag: Fortsetzung.
SeuMe Nationalversammlung.
I., , Sitzung vom 10. April.
Die Nationalversammlung setzte die erste Lesung ,g (Statt fort.
gicWminifterprafibent Schkibemann führte au8: wickti iste außenpolitische Erei mis seit der Bet« Jnuni wat der Abschluß der Vethandlun sen über den ^planten Diirckiug der polnischen Armee durch Danz io. ES ist gelungen, unfere (Senner von diesem «Inne ablubringen. ®e 'cnübet allen Völkern wünschen yjr den Geist rückhaltloser Versöhnuni zu betätigen, wit wellen eine gleichmäßige Annibernng an alle Böl- kr. Dem russischen Volk wollen wir gern die Bruoer- »and reichen, wenn eS aus die gewalttätige Propaganda »t-BeIfckew ismus verfititet. Wenn wir inbezug juf Elsaß-Listdrin cn auf eine Volksabstimmung brän« .tn fo tun wir e8 nicht in der stillen Hoffnung, einen «und des Wilsonpro -rammS zu entkräften, sondern gnt für olle Zukunft Revanche-Ideen rm Keime zu er* fajen. Wir leiden schwer unter der noch immer an- dauernden Zurückhaltung unserer Brüder und Söhne in Kriegsgefangenschaft. Wir wünschen von ganzem Herzen, daß der kommende Friede möglichst ytnig Spielraum läßt für künsti e Auseinandersetzun- gen. Deutschland muß in her Bitternis ferner Laie wenigstens Trost haben, einen Sieg errungen zu haben, nämlich den Sieg übet den Militarismus. Die Gefah- t(n für den Erwlq unserer auswärtigen Politik kom- wen nickt so sehr von jenseits der Grenze als vielmehr -äs unserem Volke selbst, aus bet unaufhörlichen Erschütterung unseres Landes, aus den Un. ruhen, nu5 dem Brand, dessen Stichflammen immer wieder hervorbrechen und das ganze Haus zu Vernich, len dwhen. In einer Zett, in der endlich für unser ganze», durch Unterernährung und Entkräitung gequil« M Volk eine Erhöhung der Rationen winkt, da die Mockade sich lock-rt, — in diesem Augenblick ruhen Hunderttousende von Händen, die allein durch ihre Arbeit die Zahlungsmittel schaffen können, ohne die es bin Psuns Mehl und Speck für unsere Frauen und Kucket gibt. (Lebhafte Ziistimmuna.) Wir wenden -nr gegen die R ate - Republik nickt nur aus Gründen der Weltanschauung, nicht bloß^aus innerpolt» tischen Gründen, weil wir in ihr die Zerstörerin deS letzten Nestes staatlichen Zusammenhalte» sehen, sondern leit wenden uns gegen sie, weil wir den Frieden wollen. Einig fein in der Abwehr der Räterepublik heißt: sich pifammenfinden in der großen, daS ganze Volk um» fassenden Partei, deren einziger Programmsgtz lauten ,Wchr Erst und vor allem Frieden! (Beifall.) Die Verhandlungen deS in Berlin tagenden Rätekon» »reffes begleiten wir mit Interesse nnd mit den besten Wünschen. Eine schwere Verantwortung liegt auf der tßüung: möge fie sich Darüber klar fein, daß man ttenfre Bewegungen nur mit geistigen Mitteln beimpfen kann. Es ist nicht unsere Schuld, wenn daS Lori.Gewalt" noch nicht aus dem Wörterbuch unserer Pckiiik verschwinden tonn, datz e» nicht verewi „t wird m^fm^üWtmin]ten Begriff, dem Gewalt frieden. (Leb-
Abg. Dr. Pfeiffer (Ztr): In diesem Augenblick dränst es unS, einen Appell an daS Weltge» pissen zu richten. Wir flehen am Ende dieses fürchterlichsten Krieges der Weltgeschichte und erst eine fp fitere Zeit wird erkenn n, waS in diesem Kriege von miscrem Volle an Tapferkeit, Seelengröße, Selbstzucht und Autopferunr geleitet wurde. Je länger der Waf- stitküllftand dauert, um so mehr wächst die Begehrlich- »it unserer Feinde. Man will uns nicht nur auf Jahrzehnte hinaus wirtschaftlich bedrücken, sondern man will uns zerschlagen, um un» ein für allemal dar Liedetausstehen unmöglich zu machen. Ein Gewalt- .fnede würde den Keim zu neuen Kriegen in sich tro- y‘n, die ja nickt gleich zu kommen brauchten, die aber Jommen müssen. Wer Drachenzähne sät, dem erwachsen «woffneie Manner. Dann wird der Augenblick kom- «>,n, wo unser Volk nach Vergebung rufen wird. Insbesondere sollte Frankreich für diefe Folgen Verständ- m» haben. War doch bei ihm der Revanchegedanke zur ^nschen Hysterie geworden. (Sehr richtig y Darum meden wir tm gegenwärtigen Augenblick warnend ■n,ej:e Stimme. Ich spreche im Namen der ganzen «nonalt>et|ammlung, wenn ich diesem Schmerzens. 71” eine® bis zum äußersten gequälten Volkes Au8» ,uct t>ebe. Für den Frieden erheben wir drei Forde» ungen, ohne die es keine Einigung geben kann; naumung des besetzten Gebiete» sofort bei lZktstbensschluß (Beifall?, Rückgabe unserer rangen en (wiederholter, lebhafter Beifall) und »i ,,he?un9 der Blockade. (Stürmischer Beifall.) 'ist Erheben auch laut und feierlich Einspruch ge-en »•Lx uneihört gewalttätige Vorgehen unserer
m ,n den besetzten Gebieten. (Sehr richtig.) jj" »tarnen meiner linksrheinischen Freunde rufe ich au», daß sie in dieser schwersten Schicksals« »nh ^"^re» Volkes alle Sonderwünsche zurückstellen K.°«?"Erschütterlich auf dem Standpunkt stehen, daß
Deutsche bleiben wollen. (Stürm. Beifall.) Wenn 6le Unantaftbarfeit unserer deutschen Gebiete ver» v,.0<n* f° verlangen wir auch beim Friedensschluß, fc»kUn3 unfere Kolonien nicht weggenommen H °EN. Unsere Kolonien sind wirtschaftlich Nicht nur sondern sie sind für uns ein nationaler »^enpunkt. Zur Wiedergutmachung des angerichteten fcZ?Mn8 haben wir un» bereit erklärt. Aber diese
^utmgchung darf nicht erfolgen auf Grund Zahlrngebäude, die unsere Gegner em-
•9 au fischten. (Beifall) ES ist geradezu zum Lachen, Jnan sich den Größenwahnfinn der belgischen ?MQ -'Leut< öoc Augen hält, die 30 Milliarden Scha.
Deutschland beanspruchen. Dabei hat ^1» duchuen Schatzungen unmittelbar vor dem Kriege •7 bel jsche Nationalvermögen überhaupt nut 1. rktUtQv n betragen. (Hört! hört!) Wenn der V ö l. t.nhD u"ö zustande kommen soll, dann muß Deutsch« üleichberechtigteS Mitglied in ihm aufgenom« '■ werden und zwar ohne moralische Ouirantäne, SmruJ to,lt UNS nach Ansicht unserer Gegner erst den y, ut Erkaufen müssxn. Bei dieser Gelegenheit spreche hin^3’/118 "Einer politiicken Freunde nochmals den ii*^fn<>ei Wunsch aus, daß in den Kreis der Schiess. „»tzEr auch der Papst einbezogen werden muß. Ich in mein tiefstes Bedauern aussprechen, daß eS l^.^.EUtschlanB Männer gibt, die glauben, m r-n schuld am Kriege aufbürben :tn "^lleicht in der Auffassung, daß durch unserer Schuld unsere Feinde milder vtd wurden, aber da» ist eine vollkommen veriehlte in;,Spekulalion. Wir sehen ja jeden Tag, baß ttft >nde auf Grund eines solchen Eingeständnisses härtesten Bedrückung entschlossen sind. Von Bolt hi.Strömungen abgesehen, hak Bas deutsche
Ef En Krieg nicht gewollt. Wenn der Friede toor»Q»U8 bem ®sift der Gerechtigkeit und Berföhnlickfeit L,n " toirB, so kann er seinen Zweck nicht erfüllen, dn'tfei-k" “n$ öie -^Eder zur Unterzeichnung einer Ge- 'täftei» i 6 -tn b> von Hanger und Entbehrun-en ent. 'ist drucken, fo kann es fein, bas diese Faust tan^^-^'EEibt. sondern sich zum letzten Wider« $ feinlkka^menbaUt («türm, «etf.) Dann kann ihlli-itt der Zustand des WeltbolschewiSmuS
“f. Bet öen Brudermorö bedeutet und die Ver
Wühlarbeit in Hannover.
* Hannover, 10. April. In Hannover rühren sich die linksradikaien Elemente seht lebhaft. Auf dem Klagesmartt fand eine Demonstration statt, bei Bet au n Generalstreik aufiierotbert wurde. Dann zog ein Zag mit roten Fak nm nach Beu großen Fabriken, wo die Betriebe für beute still gelegt wurden. Mot ien soll die Eriwingung des Generalstteifs in allen Betriebe» fortgesetzt werden.
Braunschweiger Ultimatum.
Braunschweig, 10. April. Bei einer heute vormittag auf dem Sculoßpiaß obgebaiteneit VolkSversamm. Ium teilte der feinere Präsident McrgeS den Streiken- Ben mit, daß der Land.'sarbci errat den Landka i dutck ein Ultimatum vor die Entscheidung gestellt habe, ob der Linötag bereit sei, alle Macht an den LanSes- arbeiterrotaotutreten. DieAntwsrtdeSLandtagessteht noch au?. Ferner erzählteMer'cs der versammeltenMenge, es wären heute 3 7 Großstädte zu Gunsten des Räteih iemS in den Ausstand getreten. (Hiervon ist erfreulicherweise nicht das mindeste belangt) An die Versammlung schloß fick wieder ein großer Umzug durh die Stadt. Die Ausrufung der Räterepublik Braunfickweig soll spätestens a.n Samstag votgenom- men werden.
Braunschweig, 10 April. Nachdem gestern vormittag der politiiche Generalstreik erklärt ist, rügt der Verkehr vollständig. Braunschweig iit von der Außenwelt vollständig abgeschlossen. Mit Ausnahme der Lebens- mittel, esckäfte müssen alle Ges Hüfte geschloffen bleiben. Li hi- und Wasserwerk bleiben vorläufig in Betrieb. Nah8 Ugr abends darf niemand auf der Straße sih aufhalten. Um eineWiederausnahme od. Fortsetzung der Ardeir unmöilid> zu machen, werden alle Betriebe durch die bewasfnete Arbeiterwehr bewacht.
Der Streik in Magdeburg gebrochen.
wtb Magdeburg, 10. April. Generalmajor Märke, ordnete die Auflösung des hüsiien Soldatonrats an Ser St teil ist gebrochen. Die Arbeiter nahmen heute früh vollzählig in ollen Betrieben die Ar beit wieder auf. In der vorletzten Nacht kam es zu neuerlichen Plünderungen tm Lebensmittelia.ger, sodaß eine Verkeilung an die Bevölkerung unmöglich geworden ist. Die Plünderungen sind offenbar von den jetzt aufgelösten Wachmannschaften verübt worden. Heute vormittag erschienen zwei Flieger au$ Braunschweig über der Stadt, die maisenhask .panakistische Flugblätter abwarfen, in, denen zum Generalstreik und zum Anschluß an Rußland auige» fordert wird. — Rach den Feststellungen des Landesjägerkorps be'aufen sich die Verluste der Zivilbevöl» ke-ung bet den Zusammenflö gen am Mittwoch aus neun Tote, darunter eine Frau. _ 39 Verwundete haben Aufnahme in den Krankenhäusern uns Lazaretten gefunden.
Politischer Streik in Danzig.
In Danzig ist ein Streik der Eisenbahner aus- gebrochen. T> otz der dringenden Warnung der ‘Siebt- heitssosialiiten durch Plakate hat sich dec Streik der Arbeiter der Eisenbahnhauptiverkftätke.Ue ben 'CcFen- bahnbeirieb lahmlegckn, zum Generalstreik ausge» ixachfen und zu eitlem politischen Streik erklärt worden, mit dem Ziel der endgültigen Beseitigung der Regierung Ebert-Seheideman n, bei Aufrichtung derRäteregiernng und der Anknüpfung von Besiehnngen zu den Sowjetregierungev in Rußland und Ungarn. Bis gestern mittag streikten rund 20000 Arbeiter der Reichswerft, bei Schickauweift, ber Artilleriewerkstatt unb bet ®e« wehrfgbrik. In einer auf ber Ei enbahn laupiiveik- ftätte obgebaltenen Versammlung ber Streifcnbeir wurde ein Telegramm des Eiienbahnministers Oeser verle en, der die Forderungen der streikenden Arbeiter ablehnte. Der Personenverkehr von Danzig wird durch die Beamten, dte in ihrer Gesamtheit nicht am Streik beteiligt sind, unter rntlitänschew Schutz möglichst fahrplanmäßig aufrecht erhalten.