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| Do ^erstocr 10» April 1910» | £ •{*. - ^.^,xr. «,.s. mwe *«»»"» l J %,
mit-lieb ist ein cefnmte P-esie Der Biirgerstreik fctien Deohun,en stecken geblieben.
Bah-rnS soll 'oiialifiert werden, ist unter der SEirfuni der drakoni» der Gewalthaber in seinen Anfänien
Der Wirrwarr in Bayern.
Das Durcheinander in Bohrn Hot sich noch nicht entwirrt, doch ifi sichtlich d'e Stellung der alten Re» gierung, die >n B imberg Zuflucht aesticht hat, in bei Erstarkung begriffen, währ--nd die Näteregierung nach wie vor auf schwachen Füßen fte^t. Soaar die fioit» mnnisten wenden sich gegen die Räte, allerdings aus dem Grunde, weil sie ihnen nicht radikal genug finX München und der Süden wird jetzt von der .Qobleu» ,>,fuhr abqejchnitten. Da die Landbevölkerung keine Lebensmittel mehr nach München und Augsburg liefern will, ist nickt ahzusedcu, to:e die Natergie- rung sich längere Zeit dort soll ballen können. Tie Räte scheinen übrigens in München ihres erneuen Lebens nicht sicher zu sein; es robb von llebe>fällen und Angriffen ans Mitglieder des Zentra rates be» richtet. Tas Zen trat ratsmitglird Mühsam wurde windelweich grpiügelt.
Die Zustände in München.
• München. 9. April. Die Mteregiernna erlätzt Vorfügun ten über Becfü lunzen, die sowet in Situ t treten Als erite» wirs der Bergbau soziauiert. Die
.■Reine holländische« Lebensmittel.
ttm'letbom, 9. April. Waen der andauernden Sweiks und des flaudigeu Sinkens der ke ai'chen Valuta roiid die holländi che R'gierung -ntgegen ihrer früheren Absicht keine Lebens mittel nach Deutschland senden. Die deutsche Valuta hat heu:e leit KiiegSbeginn ihren tiefsten Slaud erreicht und zwar Ivutben für 100 Mark 19,30 Gulden ac> •abtt. Mau i:"t hier der Ansicht, bai den Pariser Verhondlanzen der Entenie keine allzugroße Beden- tuna bei'.unieffen fei, da diese den Verlauf der Tinge in Deutschland nicht entsprechend ein Lätzen. Tie Erkeunkn s werde bei dec Euten-e zu spät kommen, jedoch dürsten hierdurch die Friedensaussichten für Deutschland günstrger weiden.
* Ans seiner Krugs lefangcnschatt in England berichtet ein Studier cnter, ter sä Werve» tvundet in G fangenschasi fil und vor einiger Zeit ausgelauscht wurde, dem Vo.kchlst in emj£art dir folgenden Erlebniss-:
Zu-n Tret für alle diesemren, welche An ehöriee in Geioagcaschait br.i.'en auf der eir Urs hen In cl haben, sei es flefa.it, deh fort die Tebanblun-r fast ausschueglich aut ist. Dio Verpflegung lägt in manchen Hi ein gu roitnf fien übrig, jeooii lebt tli a mit Bezug naf die Gua.itiiät, denn da- Essen ist aut. In dem Lager O.westrh, in wel hem ich mit et u.i 13 >3) St irne« n)e t u itcr ebr.i ht war, konnte m in ii h ni cht betla >en. Wit belamen auch ansscktte z.tch -Ski jbr.it. Die O.ia ität bat hier Cie Me.rge ersetzt, uns man innere als G> fenicner zufrieden fein. Die „To.nmieS*, die zur Bll- te und Bev.ichun i in unserem :1a er ro t:en, hrtr n für oewüh.riich dieselbe Spc.fe wie wir. Im Hospital ers Oswe lry-Lggers h't sich die Berpflegun i io iac u ich A sicht uz des W.i'fe.itillsta.idc- et v is gebe tert. Äekleioun r und Untertiinft lägt in {einem üa.ier zu wünschen übri v £n Oswcsiry iit deidel io tu r n 1 ä n g c n b. Hospital ist der An«
zui beinahe e.egant. Der bcurfije Gefangene tröst dort br n.tc Tu.-Hose und Rock mit Reverskrag erz weitzes Hrnd mit roter Binse. Wird man oll „ lefunb" i ns „Camp" entloffcn, so wird vollständig neue» Zeuz für den Lageranzug verpatzt, dieser besieht weiitens ■cu» früherer englischer Utairenumrorm; an Rock und Hoi« iit aU jteniACidicii ei». tuikcr roter Steck. Aus
aA I verantwortlich für bfn redaktionellen Teil; ltcr!. BSö11e. JTf. | kur d,r An,einen: I. P« «zeller, Fulda.— Rotationsdruck.
Wodnunen sind des blagnihmt und werden zivm iS- weise rationier'. Alle Privatver nittlnng von Waiiiungen iit verboten Jeder Einzcl;au''halt darf arundsätzlich nur ein Zimm r mit K i che buben, für jeseS Fa nilien- Scb'afraum freigegev n. Auch die
______ ____________ In der getamten Bevölkerung herrscht tiefe Erregnn । und Besoc nis vor Cem Stommenben. /In allen Ltratzcneckcn fleben die Plakate, auf denen bie M ivnah neu der Negierun i zur Durchfilhrun r ihrer Sotialificunp.5pläne dem Volke bekannt legebeu werden. DaS Publikum sieht staunend vor der neuen Wirtschastsorbnim i, die auf Sem Papier vor ihm auf- nebaut wird, von der eS si ch aber trotz aller Worte absolut keine reckte Vorstellung machen kann, oieaen Abend wurden über München von »Ilie gern Flugblätter
Die SlreikSew-MNg im Reich.
Ans dem Ruhrgebiet.
wtb Esten, 9 ?lpril. Auf sämtlichen Zechen mit Ausnahme von vier Schrchtanlaien wird gestreikt. Es siiiS 410,00) Blaun ans tändig. Ter Reichsarbeilsminister Vauee ist in E'sen einqc- irossen, um mit den zuständigen Stellen in Verhandlungen über den (Menewl ttetf emvttreten.
H rne, 9 Avril. Die hiesige Schuhzentrale fitbt folgen ces bekannt: „Von morflcn früh ab bars sich fein Streikposten mehr sehen lassen, Jeder Ar» beilSiöiöi 't kann ungestört seiner Arbeit nachflehen Z iivibrrhandlnngen werden nach den bestehenden Ge> ie;en streng geahnblt.
Bet Haftung d:r Renner-Komm t'sion in Essen.
wtb Essen, 9. Avni. Tie Mitglieder der Neu- ner-Kom ission waren tu Verhandlungen mt dem Rcichskornm-ss ar eingeladen, batten aber dieser Einladung nicht Folge gcleifle'. Am -Paten Abend wurden die Mttglie'ec der ocnannlen .Qonimiffion, soweit sie sich biet befand.-n, von Truppen des Frci- kotps Lichlichlag im Ausiraqe der Reichsregierung verhaftet. Nah der Verhaftung wurden die Trupp n von Spartakisten angeqriffen, kodasi sich m der Ra e des Hanpibahnhosese-ne Schießerei ennvickelte. Die Angreifer w irden zerstreut. Einige Zeit nachher wurden in der Nähe des Bur Platzes aus einem Hanfe Handgraita'en auf die Truppen geworsen, wodurch zwei Z>v.listen verwundet wurden. Ter Herauszeber des .Spartakus', Epstein, wutde verhaftet.
Schießereien in Tüsseld-rf und Mülheim.
e Düsseldorf, 9 April. Heute kam es zu ernsten Aurschreiluttten. An mehre reu Stelen wurden t eine Avte-lun -en R.'ii'rn» iStraoven ans Dee Str 132 ge v rll- inm entwaffn t. Aili Dem Hinden inrawr l nnte-nah n« r ZiviliUe 1 einen förmlichen ^ewriberfall am einen Po ien Ne iernn stttapv n. Es ent oick lte sich eine Hefti e S tue;erei. Sbüctzlich blieben bie Llegierungs- ttuppen H eren brr La e.
• Mü b-im, !). Aotil In ber üerian-enen Stift berfu liten beru ,sf eie Spartakisten eie Kaserne gn nürinen. Das Freikorps Schultz einpsin, bie An- vreiienben mit Maschinen evehr-eu-r and schlag sie zur cf. Hierbei rouebe eine Frau mit ihrem Kinde getötet.
Streikende Bergarbeiter im Erzgebirge.
wh Oeikuitz fErzgeb.r 9. April. Seit vvriesiern nach iiittr i sind sie Bele uchrften be# La iau-Del#nitzer Kohlenreviers nutitinbig. Die Streikenden crieaen oie bekannt n radikale 1 .vorDernngen Der Ausstand iat auch nur da# Z vicknier Äebiet iidergerrisfen. Aus- ftäiid.ge erzwangen io: tere ;‘lrb it$ci;vtelu;ijen.
Tie Lage in Berlin.
* * Berlin, 9. Aprst. Tie Verinche, im Zu'am- -nenhang mit dem Ratelonmesi hi Berlin neue Unruhen herbetzusu ,'en. find als qescheiiert z>i betrachten. Tie Aqstauon >ür den tte n era ist r c t k bat stark nachgelassen. Tir Führer der Unabhängigen be- S«up.e.i zeiu, duz fu- pezen.väriig den «Uei{ nicht
Krisis auf der ftriedenskonferen;.
Ultimatum Wilfoas.
»tb Amsterdam, 9. April. Einer Meldung aus "ewhork z «folge ist eine Krise in der Fiiedens-- 'onferenz ein geirrten. Wilt'on überreichte bheft
indirekt ein Ultimatum und erklärte, dosi er -eine Zugesländnisfe mehr niachen werde. Die An- totberunq bgg ^Georpe Wachingwn" wird als end- guiige Drohung ausgelegk, dasi der Präsident jurück-ieben wird, wenn tue Konferenz auf ttya toten Punkt kommt. Tem .Newhork Herald" ^>wl. e ist in den letzten Beratungen des Rates der fine sehr große Spannung entstanden. Eine "Et verantwortlichsten Wilson außerordentlich nabe« Iknenbe Periöulichkeitrn, erklärte, er würde nicht «staunt sein, wenn tue ameiikanische Teilnahme an -er Friedenskoisterenz ein v0rze 111aes Ende unde. Der Parier .iforre ponbent des „Daily Giro« • tie- trift mit, Wil on habe das Zö iern der ökledenStonserenz falt mt) habe b'schloffen, fe europä schrn Friedensmacher ihre eigene Suppe ^rn tu lassen.
* ®rnf, 8. Sprit Eine Melbnni, Wilson werde Ylpril nach Amerika surückkehrei', deren Richtia- k‘.ln. Paris beiir.tten irorien war. wirb offenbar 6ie heutc von Hava« berbrei eie la'onifbe Notiz »Sin habe bas ceflcntoäibfl in b;n Per» 10r« »M e^ ’au*n befinblid c schiff .Äe 0 r 0 e ü< n f b t n i- |u sieches" bh' > 4 auigcjorjcrt, nach Brest 111 Sce ttw^ ^on macht offenbar die e friosten Anstrengungen, seinem Friedensp.ogiamm das möilidie zu
l ^ucb 2whd Georre bat sich den W I on'chen lieb , , ngen genähert — nicht gerade ans Nächsten» i-r ,0”t’ern ,n ber Erkenn'nis, daß die Pernichtuna - 'Häeu S^ioite und der Lähmung der deutschen in hLtUe (äni’,ai’0 '«ehr Interesse am Frieden als ifte -toflte,ni Bernichtniig LeutschlandS habe, soi, ^?btz!ge Postiik von No>damerika und England ve»n l? rl“”1 $' *,c öer läng t dnrchge etz', '".nicht Frankieich unter Führung von Clemencrau ^“^,ei,’er Aatigkeit seine Haß-, Raue», und epolitik veilolgie.
Mn , ed ’e?l firh,,9b den Druck ausFrankreich wirk- >ie » "fachen, wi-d sich baB zeigen. W>r nun ar, o18e«ltoidlu“ü ruhiger.Zuiuck^aliung za bet-
nb.ieroorfcn mit ber Mitteilung, batz München bulb von bem übrigen Bayern ab eschlog'.'n sein ro.-rie; mt b bie yebcnJmittel- unv Kohlen zuruht w irdeauSbleioea Eine WaffenCemonstrotion ge ten bie N't.'repaülik ft'nbc bevor, uns es Werve nicht lan te bauern, bi# Manchen kcipitnlieren würbe. Titf ich'tch stellte si h schon bol) heraus, batz bie telephv iis be und telegen? nj.be Perbinbuna mit Nürnberg, .«rrnkfurt, Berlin, kurz auf allen Hauptitrecken zum Norbert, un ter b ro t) e n mot.'en ist. Teilweise ist auch der Bahn- un) Postverkehr unterbunden.
Di« Stellungnahme der Mehrheitssozialisteu.
München, 8. April. Die MebrbeitSsozialisten hielten ceftem abend ihre Hanpto rsaminluna ob ES kamen zwei An rä e gut Abituuinun,) Der erste fieberte fllattwei bie Abiehnung bet Mitarbeit an bet Räterepublik; biefer würbe abielehnt. Da e en Wurfe bie fobwnbe, höbst bemerkenswerte Enischtirtz ing auge- nomnien: Die Kommiision wirb beauftra tt, noch »in. mal ben Veriub gtt inechen. bie 5 i n b c i tSf ron t mit ben Komuiunistrn herzuitellen. Geliu t Die» nicht, so lehnt bie Berfcmmluitfl bie Mitwirkung an den Vcr- waltunzsgefchäften bet Räterepublik ab.
Zugeständnisse an die Banernbündler.
Tie be'ondere Art der Räteiep ibl k, die sich in München konstituiert, cebt hervor aus den Bedin- gungen, die (9a nDörfer, der Führer des ex'remen Flügels des Bauernbundes, hinter dem allerdings nur em Zehntel der Bauern steh', arslellt da'. Er erklärte sich zur Mitarbeit an der Räieregiei uni bereit, wenn ihm zngesiche t würde, dan fein Landbesitz unter tausend Tagwetk und keine auf dem Lande befindliche frab'ik oz alisieit würde.
Ta in Bah 'in der Landbesitz über 1000 Tagwerk nur einen ganz geringen Test der Laubroii t chafi ausmacht, fo würde damit eine Sozialtsieruug des landwirtfchgftl'chen Besitzes, die in Rußland und Ungarn den Grundpfeiler der ganzen Rätepoliiik bildet, überhaupt nicht in Frage kommen. Tas heiß', daß die ganze Sozialisierung in Bayern etue Halbheit bleiben würde, leibst wenn die den Münchener Machihabern vorschwedende Sozia'isiernng der siädtifcheii Industrie an sich durchführbar wäre. Tie ga- ze Rätepoliiik trägt mit derartigen Zugeständnissen au die bayerische Bauernichaft schon ben Todes- keim in sich.
Für die Regkernnz in Bamderfl.
Derliu, 9. April. Aus Bamberg wird gemeldet: Der bayeii chen R'gierung, die in Bambeig weilt, uns aus allen Zeilen des L indes Ae ißerun- gen der Treue zuaeoanger.. Sie ist fest entschloss v, den ve !affiing»mä';i en Zit'tand w ederherzn teilen und der Gewalt Gewalt en tgege n zu se tze n. Ter Regieiimg fteheit bereits eine Anzahl zuver. IS1 i 1 fl e r Truppen zur Bei füguni, die durch starken Z'istroni von Fi eiwilligen in ständigem Wich.» begriuen sind. Die Reg erung brurietlt die La -e duichaus znv-rsichtiich n-id tst nberzeitgt, daß sie in absehbarer Zeit weder völlig Herrin der Lage icin wnd.
Aufruf des Aeltesteurats des Landtag.
Bamberg, 9. April. Ter Aeltestenral d's Land- tage - erläßt riu-m Ausruf an das bayen che Volk, worin ec die Aumagitiiflen einer „(Suipp* iiiarfjt« hu igeriger Leute und sreiudländuch r Pzaniasten, die versuchen, die RegieiungSg walk on sich zu reißen", mit aller Entschiedenheit zu iickwr it. Ter Landtag |<i die all in souve äne Vostsveitntnn 1 Bayerns, er werde seine Veehandluu,en in »der Ucbtieuiitiuimuita uiii der rechimäbige» Negieruug
wünschen. Eine von ekwa lOOM Per onen besuch.« Vri sammlung der Parteisunftionare, Bet^iebevcr- tranensleute und Arbeiikiierrä-e dec sozialdemokra- tischen Mehrheitspgttei pioirfnerte mit ofier e*axfe aeneu die Ber uchs der Unabhanawen und Kommun- nisten, die Berliner «rbeiter-'chafi in einen Generalstreik hinemzuhetzen. Tie Versammlung iah in einem Generalstreik den Versuch zur Slufintiunn einer Ge- wasiherrschaft einer Mindeiheit. 2lucb tne demokratische F-aktion des Raiekongre ses hat m oer letzten Eitz ing gegen den G^neralstieik p oiestie^t.
Der Streik in der Groß Beilin >r Met al! in dnstrie bauet noch an, da die Obleute der streikenden Anaesicü'.en einrn gestern gefällten LMteds'p uu) a s nicht befriedigend aniehen. Nach die em Swieds- pruche sollten die Arbeiter ungefähr das meitache von dem Lohn erbaten, den sie int ^uli 1914 et- hielten. Die Geölter sollten eine Ausbesserung blS 800 Mark monailich erfahren.
Hebet den Stand der Sireikbewegung bei den Beiliuec Grwßbanken wiid mitgekeilt, daß dte Beom en der Comme>z- und Diskonibank, der Bist» irldenischc" Cieditbanf, der Tieion'gefe^cha't, der Dresdner B>uk und der Bank für Handel und In- du'irie zur A-b it nicht ers hienen sind. Tie An ze- stellten der Natioiialbauk für Deutichlaud und^der Lent cheu Bank arbeiten, do h wird zur Zeit über die S.ellilnqnahme zum Streik abgeitimmt. Unve» rü'irt von 'der Streichewegnng stnd die Berliner Handelsgesellschaft und die Neichsbank, sowie dt- Privalbanlstimeii.
Braunschwekg.
Braunschweig, 9. April. Heute ist die „hiesige Arbeiterschaft zum Zwecke ber restlosen Durchführung ber N volution in den Generalstreik fetreten. Der E senba'm- und Siraßenbahnverkehr rudi völlig, die Banken sind gefchlo>n. Ber der großen Mo>sen- v'rfammluiig auf dem Schlo Platz sprach ter ehemalig» Schneider und P-ä ident Merges. Er tvr- derte die Ausiufung der Räteiepublik BraunschweiZS, Beeitigung deS Miliiarismus und Kapiwlisinils, Aushebung der Natianalverlamniluna und a«ec Lindtaqe in Deutschland. Nach der Bcrfammlung sand ein Demo.istrationsz'tg mit Musik statt. Der Landtag hat seine beusige Sitz-mg plötzlich abge- bi oben und sich auf unbestimmte Zeit v nagt. Heut« uachminag wird der neu gewählte Laudesatbe terial sich als einzig souveräne Ülliacht in Braunjchweig ausrujeii.
Strasienkämpse in Ma deburg.
Maidebura, 9. April. H"-ite fnVj sind Regle» rungSiruPpen in Magd-bnig eingerückt uiw haben alle öffentlichen Gebäude bejetzt und den Bahnhof oesichen. Tie Regieningstnippen, das sreiivillig« Lgiidirgerko ps, stehen unter dem Befehl des Gene- ralmajois Marker. Die Befhmmmt en des Beiage- lungsziistanaes sind verschärft worden, augerSem ist an allen Straßenecken di- A.isundermrz ergangen r „Richt stellen bleib?it, sonst wird scharf geichogen. Die T uppen haben auch die Ha ipi na>est beiechr und ichützen den w edec anfgenommenen Verkehr der Straßenba in. Gestern abend fanden Straßen« kämpfe statt, wobei Blut floß. Es wurde b.'DUbt, daS >Gebäude der wzialdemoktaiischen „Bolkssttmme" zu stürmen. Von beiden Seiten w.lraen Handgranaten neroo feit, wobei es einen Toten gab- Beton« deis stbhasi waren die Schleßeieieu au der Haupt- Post. ___________ ___
Neue Enthüsiunae» «der Ei hhorn.
Im Ausfckiuffe brr P endlichen Lanbesversaminlungi über oie Berliner llntubcn ivu be bie Entstehung biefer Unruhen ringehcnb beraten. StegicrunflSrnt Dr. Doh« eritai.cte Bericht über bie von ihm t emn.btcn Fcst|tellnnflen, insbesondere h'nsichtlich bet Lätiokeit des früheren Poligcip äsibente.i Eichhorn, lieber vie'e hunberttausenb Mark fehlen Belege. EiLhorn selbst bat in eine n Aaüe 5 00 und in einem a.-beren Falle 1625 Mark für sich unterschlagen. Unter ben verschwundenen (yrl)ein bi finden sich ou si 147 000 Le» rumänischen Geldes, bie bei £) sisie en veschla nahmt mürben. Die Sam uluni und Vrrieiluni von ÜVciffen bat Eichhorn bereits am 11. November 1918 begonnen. Allein von Cer D utichin Äinss-n. un» Mumlioiis ab >k sind Wasfen 1 in Werte von 400 000 Mark er. vcetzt lvorkev. Cichhom hat ferner vnt;r Benutzung eines Sau rsloff ebrnicS versucht, bie Haup11 aff< ceSPolizeipräsibinmszu berauben. Der Ber. such iit aber nicht geglückt. Boni Ma iftrat Beritt ai Eichhorn viele Zentner feinstes AuSzi'gSuiehl erpretzt, um davon Torten für feine Leibwachen batten gu lassen In ben von Ei.dhorii und feinen Trabanten beictzt pebaltcacn Räumen mürbe eine Nvtenpref s< ne unben, bie gut Be.tutzunr fertig leftellt war. Der Mini'ler deS Imirre Heine wies nach, batz bie Unruhen vom 5. Januar p anmätzi 1 orLaniiic.t_ to iren und batz iinch c nrm einheitlichen Pla.t an verschiedenen Stellen ber St-dt sleichgeitia losgrichlac,.-n würbe. Auf c ne Anfrage teilte Regierung-rat Dr. Dshd noch mit, datz bei ben Jan lar-Unr-ghcn 19 > Personen unb bit ten Unruhen im Mär, 1175 Personen netitei worben f mb, barunter ri.oa ein Zehntel Solbaien.
deutsche Nationawersammlung.
Sitzung vom 9. April.
Erste Beratung des Etat- für 1919.
»mangminiftcr Schiffer: Der Etat, den ich Ihnen । . fl, der erite Schritt gum Fiiebensetat mich in-
'„le ber wesentliche Teil des oroc it.i l-en Cir.tr ? 'billigen beruht. Dm, ich für biese S.t.ähun ien Ih.cksicht auf bie unsicheren Grunbla.en eine Ber- 5,t-pö ticb'h't borlävft i nicht übernehmen kann, lic.-t j,fC Hand. Der Etit balanciert mit raub 13 «•nterbrn. bec Fehlbeirali beträgt nicht wem» ,ralS 7cki Milliarben Mack. Dtbei ist biefer Ln( nur e n Dur.tigaiigSetat zu noch schlimmeren ouftänben, bean in ihm finb noch nicht ent alt'N L (fnHcbäbinunaen, die wir der ttntente zihlen «üfcii UN» euch nicht die Lasten, bie mir durch die von gewü'ifchte P.-reinlaun, Deutsch Oefterreiti» auf L nehmen müffln. Dec allaemcine Pensions- ,»nbs ift mit 1.1 Milliarden veranschla t, wir toerbeu Lej glt einem PcnsionsfoiibS von 4.1 Milliarden lönmten Wir miificn unbriingt bas Gebot ber Spar- stioikeit beherzt, en. Im all erneinen ift bas Drangen
Aus oben vom Parlament viel stärker eewesen als #n jeiten dec Regie ung, das natürliche Vechältnis -^re aber, bah bie Volksve» tretun r den Daumen auf hem Beutel hast Eine Revision beS Bcam te nbc- loibungSgesetzeS ist in Vorbereitung. Wir haben itlbalb 1 ii Milliarden für Teu-run -.scula-en an Be» emt* ein eicht. Wir konnten biese Hilfe ben Beamten utnforocni er vcrsa .en, alswirgerabein bem tüchtigen um teüechiichen,arbeitsamen u ■, enügsamen brutschen Bea m- ter tum ein köftl. Erbe auS bet Berga nicn heit heben. sLebhafte Ziistimmunr.i Es ercibt sich bie Frage, tPte mii bei einer anhaltenden Prcisstcigcruna bie ge» rechten Wünsche ber Beamten befriebi-en können, ohne in Widerspruch mit unseren Finanzen gu kommen. Di- jür gibt es iuc ein Heilmittel: Die Herabsetzung der Zahl der Bea m ten. Auf der anderen Seit- Nit» es die Sozialisierung mit sich bringen, baß wir bit Zahl ber Beamten erheblich vermehren müssen. Da «utz rin offenes Wort oefp. orten werden. Auch bem SPrmtentun' finb Grenzen eczogen, bie nicht über» Witten werden tönncn, wenn nicht die All erneinheit tzchoden leiden soll. Aemter, bie nun einmal ben freien berufen übcrlaffen finb, können vcn bem tüchtigsten TurchickniltSbeamtcn nicht übernommen werben. Im klusivärtinen Amt haben wir g'.vei Poften für den ?rrWcnft cini-esetzt unb wir wollen damit nur alte keriäumniffe gut machen, beim wir haben eS vor bem Krier an bet richtigen Be>iutzun: der Prrffe fehlen lasirn, aber bas Uedermah ber Preffcat ani ation, an brr bie gea-nmärti e Verwaltung le bet. mutz auch ab» re -uiwerben. WennauSRei.chsm tteln Propa,>anba für eine Partei gciricbcn wirb, so muh ich daS namens ber gangen Die icruni als durchaus tadelns» »tri bezeichnen. Der Et.it enthält eine provi'orifckc Dcrchfühiiing der Mohuahmen gegen die K,rpitalab- üicndermifl na» bem AuSlanb, benn bie Zuflände, bie sich au- diesem Gebiet gcbilbet haben, sind so übel, bah »och wirksamer ein reifcubc Maßnahmen notwendig sind. 9m Mittelpunkt beS Etats sieben bic Steuern, die mit einem (Sefamtertrag von 7 Milliarben eingesetzt finb. ES ist nicht, wie mir in fort eietzt zu» redenden Eteuervorschlä en erraten wir-, möglich, ben Aeichsfinangen durch Erricktiing öff-ntlidjer Spielhöllen nurgubclfen. ES cutileht die Frage, od nnset Volk bic gewaltigen Sicuerlaften Überhauvt wird tra"n können. Ich bin feit davon überzeugt, datz un er Volk bazii in der La e ift, wenn diese steuer» Inften v rknüpft find mit einer Sen k u n a ber P re 1 s e. Benn biefe Senkung nicht erfolgt, bann w rb oller» lin 8 b e Finanzirrun 1 beS Diei lies auf eie Dauer un» n>ö lich fein Die Preise können ober nur gesenkt werden, wenn wir m e h r G ii t e r c r ze u , e N. Wir «tüjfen arbeiten. AIS Heiler ber Furanivcrwal» liin.i litte ich daher an bie Gefamtheit imfc.es Volkes die Bitte, gu ben Gc.vohnh.ileii unb Ziistündeu von ■rüber zurück nikchrcn. ArbeitSlust 11 n » A r b e! t S- kraft müssen neu belebt werben unb wir muffen von bem organisierten Wahnsinn ber Gegenwart oblaff/n. kluch bann wirb daS Werf ber CrOniin 1 unirrer Allongen noch ungeheuer schwer fern unb alle Sfrä te "offen zu biciem Zw ck gusammenstchen. Das große veik, das den bem , angen Volk getragen Werben soll, aus ber Mitar c;t beS ganzen Volkes heraus- wachsen. (lebhafter Beifall.)
Donnere tag Forlsctzun-.
fort'etz-n und fobalb «s cefordeilich ift, auch to^er j zu öffentlicher Tizung zusa iimen rote 1. Ter Auf» ruf kgsti siit Bayerns Volk sieht am Abgrund. Die Rä'erepubttk bedeutet die Loslö ung vom Reich, den Pilitiicheu und st'irtichafli'chen Un erpang nuseies Baterlan-ies. V'yeriiches Volk, raffe dich auf zur re-ieudcu Tat, stelle dich enmütia und geschlossen hinter dir R-gierunz und Volksveciretung, be» bayerischen Landtag.
Nczieriingstrnppcn in Nürnberg.
Nllrnbero, 9. April. Nllru'ierq wurde heute Nacht van Negierungstruppen bei eh t und damit die Beifuche, die Nätrrepnblikaiiszurujen, im jieime erstickt.
Gegen die Räteregierung.
Tie Garntfon tu Pafsan hat sih sät das Ministerium Hoffmann und geieii die M iitchener Räte- regieruug erklärt. Einen gleichen Bcichlnz faßte die fast vor den Toren Münchens licacnde Garni-on Freising. Tie 11 n chnürung Münchens durch regieiungsiien« Trupp-n durfte set-ou in iveniien Taten beendet fern. Reaierungstreue Truppen beginnen Bahnlinie von Nürnberg nah Donauwörth und Regensburg zu be ehen. In Ingolstadt war'dte Räterepublik einen halben Tag lang prollamier', dann fetzt? der Bärgerstreik em, d m sich die Tnippenkörp.'r vollständig anschio » sen. Jetzt stehl die Stabt wieder vollkommen zu der N--ierung Hossmaun.
Stur; der Würjvttrgrr R.1!ewrrtschaft.
wtb Würzburg, 9. April. Tie russische Räke» herrichafi wurde heute in Würzburg durch Soldaten, Studenicn und Arbeiter gestürzt. Am Vormittag wurde die Ka erne des 9. Iuf.-Regt?. fa «p - los überrumpelt, mittags die Residenz (»a$ Hauvt- gaart er der Äonuniiniften) und darauf der Stäupt» b ihn Hof. Tie Feste Marienberg war ron_ den Spartakisten geräumt worden. Durch die Bürgerschaft, der si b in den ketzteii Tagen eine wild? Er- bitteruni bemächtigt hatte, geht ein Ansatmcn der B-sienitig. Die von der Komm'inisten verhafteten IG Geiseln, darunter bei zweite Bürgermeister, Professoren und Mehrbeits o-,'allsten sowie Oifiiieie wurden unverletzt befreit Der Soldatenrak Sanhcr ans München, der am Vorm ttag hier ei nach offen war, um die Artillerie für tre Kommnnisten zu gewinnen, wurde kurzerhand in der Artillmieka'erne verhaftet und sestgegalten. Ter rnssische Hattvtanf- wieaier Wat bei, der sich im vie-ten S ock der R'si->enz in einen -st leiderschrank verkrochen hatte, wurde verhaft-t und sie tt seiner Aburte lang entlegen. Bei den Negierunistruppm gab es zwei Tote, bei den Spgriafl'ten, soweit bts ier fe'tgcflellt weiden könnt', zwei Tote und mehrere Verwundete. Außerdem wurden zwei Z'viltstcn aew et.
wtb Wüiiburo, 9. April. In Wu-zburg begann brr Bürger- nud 53 e a ni t e h a 118 ft a n b gegen bie Räterepublik. Jii'olaedessen wurde mittags der Ei enbahnaerk.chr Würzbu-a—Nusbach—Giin enhaii' ien— Treiichlking n ent leitefit. W e vnla net, beab- sihtigen die Eisenbahner dir Eniste lnug des Verkehrs weiter aus zu dehn en, bis in München em Umschwung eiugeireien ist.
Aßt