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Dle Bezahlunc, unserer Lebensmittel.

wtb Berlin, 7. April. Von zuständiger ®ttHe wird milyeieili: Die uns zum Einkauf von LebenS- mitlein zur Verfügung stehenden Zahlungsmittel ha­ben zunächst auSgereicht, um die von der Enlrnre garantierten Biengen zu kaufen. DaS erste von TeutschlanS freihändig anzukaufende MoncttSkon- lingent konnte aber nur zum Teil gekauft werken, weil dir Zablungsmitel fehlen. Die weitere Ver orgung Deutschlands hängt davon ab, daß wei­tere ZahlungSmiikel beschafft" werden. Wenn die Kohlenförderung noch immer hockt, dann muß die deutsche Ernährung zujammenbrechen, bevor de» eigene Ernte zur Verfügung sieht.

Der Umsturz in Bayern.

Diderstsnd deS Kabinetts Hoffmann.

totb. Nürnberg, 7. April. Ministerpr':,ident Hoff- ®«i*n veröffentlicht folgenden Erlaß:

Die Regierung te» Freistaate» Bayern rst nicht iurückgetreten. Sie hat ihren Sitz von München !*r!eOt Die Regierung ist und bteibt die cinzr, e In- *®btnn der höchsten Gewalt i,n Bayern und ist allein ^erchtigt, rechtswirksame Anorbnun en zu erlassen und ^lehle zu erteilen. Weitere Publikationen werben xolgen.

Dürnberg, 7. April.

Der Mrniüerpräsidcut: Hoffmann.

Eine Schlackst vor Odessa.

Berlin, 7. April. Nach Meldungen Pariser Blätter wütet vor den Toren Odessas eine stron Schlacht. Najsi'che Bolschewi ten und iilrainiscvrj Sowie irnppen einerseits und atliicxte Besatz ungS» trupp.n andererseits sind im Kampfe, der sich u.it den aanzen FesiungSgürtel von Odessa ausgedehnt' hat. Die Vol chewisien beichießen Odessa mit schwere,, beschütze«. Ter Stand der slaiisMscheu Bert«-'

I Verantwortlich für den redaktionellen «'eil- Karl Schütte. I Ä 1019

sis. 8/. | tür die An.eioen: F Var-ieiier. -»ulda.- Rotationsdruck | VICIISIUH O« WPUI

____ ____der bisherige Ministerpräsi­dent Hoffmann erklärt hat, daß r e-ue Neue­rung nickt niederlegen werde, wird vu er Re-chS- regierung weiterhin die Retterung de Ministerprä­sidenten Hoffmann als die berechtigte . ay.rische Re-

menen ist der frühere ReichstaaSabg. BrandeS der Mit lied der Unabhängigen war. Magdeburger Arbeiter erklärten, sie würben solange streiken, 6i6 Bi andeS wieder freigelassen sei. Darauf wurde de, Bescheid erteilt, daß Brandes unter ollen Um­ständen der Pi ozeß tür seine SiTafiat gemacht wurde, deren er schuldig sei, seine Freilassung kanre nicht in Betracht. Ter Neibsju tizminrter O to Land s- herg, der den Wahlkreis Magdeburg int a.'en Reichstag vertrat, kam nach Maideburg, um dort in vermitteln. Er wurde von ausrührerij chev Truppen als Geisel verhaftet.

Magdeburg, 7. April. Die Streikenden erzwan- aen die Stillegung des Strahenbadnbelrirbes. Der Versuch, auch den Eisenbahnverkehr aus zu cholten, iss nicht gelungen. Inzwischen haben b:e Unnb- dängicr» «nd Spartakisirn durch Angehonge bei Wachiregiments sich auch des kommandierenden Generals des 4. Armeeloips v. Kleist, dessen Stbiu- ianien, Fihr. v. Schlichting und mehreren anderer Offiziere bemächtigt und halten sie als Geiseln ß^awtb%«rl{n, 7. April. Von zuständiger Seite wird uns mitgeteiltj daß das Auto, mit dem der Minister La ndsberg unter Bedeckung mcarerer Aufständischer von Magdeburg nach B> aunschweig gebracht werden sollte, in Helmstedt durch dir Aufmerksamkeit und Entschlossenheit der Polizei a n- gehal ten wo.den ist. Die Auf ft a n b t scheu wurden entwaffnet. Der Munster hat sich auf die Polizeidirektion begeben.

* Berlin, 7. Avril. Auf Aumdnnng der Reichs- regierung sind von Berlin aus starke Abteilungen von Regierungstruppen nach Magdeburg entsandt worden mit dem Anfiraa, den Au,rühr zu un'e,brücken und die als Geiseln von dem auf- 'ühreiischen Wachregiment Festgeoommenen zu be­freie». Die Haftrnllassnng der Führers der Unab­hängigen, Brandes, lehnt die Re iernng nach wie vor ad. Er besteht die Ansicht, daß die Reichs xc- kution gegen Magdeburg ohne schwere Kämp.-r »«$* geführt werden wiid.

An die Eisenbahnbeamicn.

wtb Berlin, 7. April. (Amtlich.) Es sind zur Qeit unter ten Eisenbahnbeamten Bestrebunaen 'm Gange, zur Durchsetzung einer einteiligen Ge- ha ltsfordern na gegebenenfalls rn den totreir einzutreten. Die Siaalsregierung stimmt ml gro- ften Beamtenverbänden in der Auffassung ubei ein, aaß der festen Anstellung der Beamten und der staatlichen Garantie diesem besonderen Rechte rh« Gebundenheit an den Dienstvertrag, den sie einseitig nicht en können, entspricht. Auch das KoolitionSrecht rechtfertigt keinen Kontraktbruch. Jede Dienstverweigerung stellt sich daher ais Diens^ vergehen dar, das bte gesetzlichen Folgen nach sich zieht.

Die Reaieritng würde der Volksgesamtheit gegen» über gewissenlos bandeln, wenn sie den Beamten dir Befugnis einräitnten wollte, Staatsbetriebe, wie di, Eisenbahn, süll-ulegen und dadurch der Volksge- samtheit, deren Interessen der Beamte dienen soll, unendlichen Schaden zuzufügen.

Dies gilt umsomehr, als der schwer bedrängte Staat in seiner Fürsorge für die Beamten durch Milliardenaufwendungei! bis an die äusserste Grenze seiner Leistnnasfähigkeit jetzt gegangen ist und daz zahl'eiche Volksgenossen, von denen die Mittel zur Befried.gung der neuen Foroerungen der Eneubohn» beamten" aufgebracht werden mühten, in ihrer etel« lung weniger gesichert und geringer eullOyiu l'-tto, ww eb n die'e Eiienbahnbeamtin.

Ja, die Negierung mühte solchen Streik zu einer Seit, in der das Vaterland noch fortgesetzt durch üuhere Gefahren und durch den Mangel an Rah- runasinitteln und Rohsioffen schwer bedrogr tif, geradezu al# ein Verbrechen am gesamten Bo le b trachten. Hungersnot und Stillstand der geiaunen Wirtschaft würden die unausbleibliche Folge des Ber- sagens dec Verkehrsmiltel sein, und die Beaniien würden dadurch neben der Gefährdung ihrer Lebens­stellung für sich seihst, für ihre Frauen und Kinder und für alle Vo.ksgenossen namenloses Elend hcraul- besckwören.

Die Regierung weih, dah weitaus bte Megrzahl ihrer Beamten ihre Ansicht teilt. Diese können sich darauf verlassen, dah die Negierung auch alle ihr zu Gebote stehenden Machtmittel anwenden wird, um Dienstwillige vor dem Terror Einzelner zu beschützen.

Sie ist überzeugt, dah es nur die er Darlegung bedarf, um die Beamten, dir dem Vaterlande ihre Treue in den Zeiten härtester Prüfung und Rot unverbrüchlich bewiesen haben, von einem^ verderb­lichen Kampf gegen die Volksgesamtheit aozuhalten.

Berlin, 7. April 1919.

Die Prenhische Staatsreglerung: Hirsch, Fischbeck, Braun, Hämisch, Tr. Südeknur, Heine, Dr. Am Zehnhosf, Oesser, Siegerwal».

Eine neue Machtprobe.

wtb y-rlin. 7. April. Halbamtlich wird bekanntae- geben: Die Anzeichen mehren sitz, das; die Woche de« Närekontreffe« von den kPariakisten und dem ihnen nabesiehenden linken Flügel der Unabhängigen ru einer letzten großen Machtprobe mißbraucht werden soll. Die Genannten sehen in den Freiwilliien-KorpS mit Recht das Hindernis de« Umstürze« und der Anarchie. Da sie ihnen nicht ander« beizukoinmen vermöien, ver­suchen sie, den ein'einen, der sich anwerben läßt, ab» >nschrecken. Die spurtakistische Neunerkommiision in Essen bat ihnen die tiefste Verachtimg ausgesprochen, ihnen wirtschaftti ben Boykott angekündigt und beschlos­sen, sie wie die Peit zu meiden. Fn der SBeejammhm; der Berliner Arbeiter» und Soldatenräte ist auf An­trag des Kommunisten Herfurth den »kreiwilligeaver- bänden schärfste Verachtung au»resprochen und eben-o die künftige AnSsperrunq der Freiwilligen angedroht worden. Die Nesiernn Struppen toben in den schlimmsten Tagen tie Republik vor der Zerstörung be­wahrt. Die Neich?regierun; wird ihnen ta« nie ver. gessen. Ab leseben von allen streng zu verurteilenden und zu bestrafenden AuSichreitlingen gebührt ihnen Dank und «cdutz Beide« soll ihnen werden.

Der Neichsmehrminister hat die Photographien der von Spartakisten niedergemetzelten und verstümmelten Re.nerun i«soldaten nach beglaubigten Aufnahmen der Aerzte jetzt veröffentlichen lassen. Die Unabhängigen haben von Druckerei zu Druckerei versucht, die Her- stellung Les ihnen so unangeuehmen Dokumenten, b-weises zu verhindern. E» ist nicht gelungen, und die Bilder geben nun die von AoSke versprochene Antwort auf die Behauptungen Haase« i» der Rational, Versammlung, Ausschreitungen ^e-jtn Regieiun^Ssoldatcn seien gar n cht oorgctommen.

Strkikagilation der Unabstä« iffrn.

Berli«, 7. April. Wie den .P. P. W." mi« pf» wrliaiafzli.tsii «reifen mit.ietcilt wird, haben die linksstehenden Unabhängigen und die Spartakisten in oen letzten drei Tagen ungeheureAn st renn ungen gemaclit, um in der Berliner Arbeiierschatt Stimmung für einen General streik zu machen, der Dienstag oder Mittwoch dieser Woche einigen sollte. Die Ar. beiter sind besonder« am Sonntag durch HauSagitation lüchlig bearbeitet worden. Aber geeade dies: Anitreng» unnen sprechen dafür, dah für einen neuen General» ftrctt keine Stimmung vorhanden iit. Die wr. fabrungen de» letzten Streike» wirken heute noch nach Sollte es zu einem Streik kommen, so wird jeden,all« nur mit einem Teilstreik zu rechnen sein.

Ter Streik iu Düsseldorf.

Düsseldorf, 7. April. Während die Straßen­bahn« beschlossen haben, in den Generalstreik ein. zutreten, ist der Versuch, auch die Stcrcnseisenbahn- Beamten und Arbeiter in den Generalstreik mit bineinznzirhen, völlig fehlgeschlagen. In einer Ver­sammlung dcr Eisenbahner ergab sich bei der Ab- slimmung für oder gegen den Generalstreik auch nicht eine Stimme zu Gunsten de» Streiks. Auch Oie 'ozialdemolratische Mehrheitspartei hat sich ent­schieden un er Mahnung an die Arbeiter, die Arbeit sortzusetzen, gegen den Streik ausgesprochen. Gegen Abend hatte sich die Streiklage in Düsseldorf nur wenig verändert. Der Straßet-babnverkehr ruhte vollständig. Tie Eleltrizitätswerke wurden von den Mannschaften der Regierungslruppen nach Möglich­keit in Betrieb erhalten. In einer Versammlung des ArbeuerraleS wurde offen zugegeben, daß der Generaistreik als mißlungen angesehen werden kann.

Straßenkämpfe in Duisburg.

Berlin, 7. April. Trotz de« seit Sonntag »esent. ltch verschärften Belagerungszustandes hatten die Spar- latiften in Duisburg zu Sonntag abend eine Ver» jaminluna anberaumt, die von Negierungstruppen ausgehoben wuröe. Die Truppen wurden von den Versammlunisteiinehmern mit Handgranaten em. pfangen, wobei vier Soldaten schwer verletzt wurden. Zwei Arbeiter, die der Mufforberuni Händehoch nicht nachkamen, wurden erschossen. Verschiedene Häuser wurden gestürmt, etwa 200 Spartakisten, Frauen und Männer, wurden gefangen genommen.

Der Streik im Saarrevier.

Saarbrücken. 5. «piil. Der Streik der Berg, leute im caar^ebtei tjai nun auch aus die lothrin rischen Gruben übergegriffen. Die Fran-osen sind nicht für Bewilligung de« Ächtstundeniage« un) geben mit Geren» maßregeln vor So haben sie den Direttor der staat- lichen Grube Dudweiler in Haft genommen. Fern« haben sie 25 Bergleute mit 4 bis 14 Tane Gesän ni« bestraft und 17 von ih en aus da« rechte Rheinuier obneschoben. Unter den Bergleuten herrscht eine große Srbitterun r.

«th Saarbrücken, 7. April. Der Verwalter de« Saargebiete» (Mineral And.au«, veröffeiitiicht einen Maueranschlag, der die Wiederaufnahme der Arbeit auf Montag den, 7 April anordnet, Zuwiderhandeln­den Gesängni« androht Ausw.egler usw. werden vor ein fltie »gcricht gestellt.

Mttttärrevolle in Magvedurst.

Min.ster LaudSbrrg als Geisel sestzenommen.

wtb Berlin, 7. April. Wegen des Verstichrs, eine Militärrevolte in Magdeburg itnb Umge- ß«i>b und IN anderen Garnisonen hervorunusen, waren in Magdeburg mehrere Personen verhaftet worbe». Ter Belanntcft« von Heu in Hast flauem»

Das Standrecht.

Mün.vrn 7. April. Da« Generalkommando des 1. A »9, gibt'bcrannt: Unter heut, wurde die Räter, pW l k Tayern» aa«erurcn. Für den Bereich de« 1 bayerische!, Armee- forp« wird bi« auf weite,e» dcr verschürste Ve- laqeruna « zustand verhängt. Zusammonrottun en und Demonstrationen sind strengsten« verboten Wer tätlich ce en die Vertretung der Räterepublik vor eht, wer plündert, raubt oder stiehlt, wird erschossen. Der im Bereich de» 1. bayerischen Armeekorps verhängte Belac>eruna»zustand und da» Standrecht werden nur im Fntereffe der Sicherheit de« Proletariat« bi» auf weite, e» aufrechter halten. Dir Polizei tunde ist auf abend» 10 Ubr und an Sonntagen auf abend» 11-30 Uhr fest wsetzt. Eine Stunde nach Eintritt der an legebene» Seit hat alle» in seiner Behauuni zu sein. Da» Recht der Straße gehört der klassen bewußten Arbeiterschaft. Die revolutionären Soldaten, welche den Schutz der Arbeiter!lasse übernommen haben, sorgen für die Durchführung dieser Anordnung.

Die Befchlagnahw« der Vermögen.

» München. 7. April. Da» Gesetz für Enteignung von Vermögen soll folgenden Inhalt haben: Jede« Ver- en (Vermö enrwert, über 10000 M. wird festgestellt VIu» dem Vermögen soll gestaffelt nach der Höh« eine Vermögensabgabe erhoben werden. Der Rest wird dem Fnhab« vom Staat mit 34 Prozent verzinst. Dar Vermögen selbst gehört dem Staate. Um den Kapital«. fibiDinberunncn in? Au»land ent egen zutreten, bat der Zentralrot angeorvnet, daß kün ti i alle Zahlungen im Betrage von mehr al« M)00 Mk. nach außerbayer,scheu Orten der Kontrollstelle des ZentralwirtschaftSrat» zu melden sind.

Für «nd gegen dle Räterepublik.

Die Münchener Diktatur wird in Bayern keines­wegs wideritond«!o» aufgenommen. Als bedeuiungS- voll kann angesehen werden, daß die Landeskonfe­renz der jonaldemokraiischen Partei, die in Nürn­berg tagte, sicd mit großer Mehrheit gegen die Ein- sübrung der Räierepublik erklärt hat. In einer Reihe von Orten ist von den radikalen A.- und S - Raten die Räterepublik ansgerusen worden. Das Bürgertum hielt sich zurück. Verschiedentlich ist aber auch die enttchiedenst« Ablehnung be# Münchener kommunistischen Regiment» znm Ausdruck a- kommen.

Würzburg, 7. April. Aus dem Nestdenzplatze wurde heute die Räterepublik au»a#nifen. Die Banken, Telephon und T.legrnpd, sow-e die Zettunaen, sind von kommunistischen Truppen besetzt. Es herrscht General- streik, der gegen die große Mehrheit der Arbeiter b«. schloffen wurde.

» Aschaffenburg, 7. April. Heute fand hier eine Riesenversammlun i de» gesamten Bürgertum» auf der G'oßmutterwiese statt, tn der gegen die Einführung bc» Rätesystem« protestiert wurde. Al» der erste Red­ner etwa 5 Minuten gr proeben hatte, wurde die Ver- iammiun- durch Sozialisten gestört E» kam dabei zum tandgrmenge. Nachher taqie die Versammlung weiter, auptreoner waren Iuüizrat Rieth, rin Feldgeistlicher ! und ein Arbeiter, der an» der Sozialdemokratie aus- geschieden ist. Der Unabhängige Stopp, der gleichfalls gaS Wort ergriff, wurde niederzeschrieen. Nach Schluß der Versammlung bildete sich ein riesiger Demon. strationszug der Bürg«, der durch die Stadt zum Rat- Hau« zog. Im Laufe de» deuti en Tages wird, trotz ve« Widerstande» d-S Bürgertum», auch in Aschasf n- bürg höchstwahrscheinlich die Räterepublik auszerufen werden.

Nürnberg, 7. April. In Fürth wurde heute vor- mittag die Räterepublik ausgernsen. Der Oberbürgcr- meister ist zurückgelreten. Mittag» versuchten die Kommunisten zur Feier d« Ausrufung der Räterepu­blik die Glocken zu läuten. Sie wurden aber ducch Militärpatrouillen daran gehindert. Der A.» und S - Rat Nürnberg» hat sich beute nach sect,»stündi er Beratung mrt 138 gegen 70 Stimmen gegen bie Räte« rebubtik erklärt. Ebenso hat sich auch der Vollzugtaus» schuß der Bauernräte Mittelfranken» in einer Entschließung argen die Räterepublik und für die Unterstützung der Regierung Hoffmann mit allen zu Gebiete stehenden Mitteln au.zesprotzen.

Neustadt a. d 6., 7. April. Heute nachmittag fand hikr unter freiem Himmel eine gewaltige Volks­kundgebung statt, an Der Arbeit«, Bauern und Bürger, Frauen und Männer aller Stände teilnahmen. Redner au» allen Parteien sprachen sitz einmütig g e- pen die Herischast der Münchener Nateregierung au» und berianflten sofortige Tagung dc» Landtag». Den Forderungen der Redner wurde einmütig unter jubeln» dem Beifall zuaestimmt.

wtb RegenSburi, 7. April. Der A.. und S.-Rat, der nur au» Sozialdemokraten zusammengesetzt ist, hat sich für die Räterepublik erklärt.

totb Antiwch, 7. April. Heute wurde hier die Räte» republick aurgerufen. Die Arbeit ruht.

P«ssau 7 April. 6>ne vom «. und S.-Rat einbe- rufene Versammlung sprach sich für die Räterepublik und sür da» Bundni» mit Ungarn und Rutzlanh au«.

München, 7 April. Der revolutionäre Studenten­rat, den eine radikale Gruppe von etwa hundert Stu- dierrnden ohne Beteiligung der übrig«! Studenten eingesetzt hat. odnete die Absetzung de« Senator« und die Schließung der Universität an. Im Sommer soll die Unrversiät al« Bolkshochschule wieder eroifnet werden.

Die Regierung in Bamberg.

* Bamberg, 7. April. Die Minister haben Nürn­berg wieder bei lassen und sich nach Bamberg be­geben, wo zurzeit Verhandlungen und Be prechungen stattfinden. Heute nachmittag bewegte sich ein klei­ner Zug von eitoa 2300 Demonstranten zum Haup>markt und forderten die Ausrufung der Räte­republik sowie den Eintritt rn den Generalstreik für morgen. Es Dürfte aber hierzu nicht kommen, da die Streikpaiole von den meisten Arbeiter abgelehni worden ist.

In Bamberg sind Abgeordnete aller bürger­lichen Paneien der fränkischen RegieruncBbezirke zuiammengekommen u.erhebeneinstiminigProlett gegen die AuSrnsung Bayerns zur StäieirpubliL Da sich auch die Mehrheitljozialisten Bayerns am Sonntag dagegen ausqe>pioven haben, wiro die gesamie Bevölkerung aufqe;orbtr, sich hiater den vom Volk gewählten Landtag zu stellen.

Die RelchSreglerung gegen die Räterepublik.

Wnmar, 7. April. Urber die Sti llung der Reich»- regierung tu bett Münchener Vornanzeu verlautet, nag die Reich rregiernng die Räieregierung nicht anerkennen wird. Siach der vor länfiien Reichsverfassung aelttn nur solche Repenrngen al» vollwntia, tie sich auf eire aus deItokratffchen Mah­irn hervorgeganqene BolkSvertretuna stützen können. Dieixr Bor ich «st entspricht 6« Räiercgieruus in

Der Vorfriede tn Sicht.

/ «resseäu^erunaen von der Gegenseite haben uns tz», baldige Vorleauna des Vorfrirdensvertragrs an- tinbiat. Nach 5 Monaten Waffenst llstand i t dw jXtantwortlitbf B«fchleppung beS Friedens» wabltüb dock auch bei den feindlichen Völkern auf «.hetftanb gestoßen. Die Sehnsucht nach Entlast

de- Truppen und Kriegslasten bat offenbar inf die Haltuna der feindlichen Staatsmänner mehr «b mehr Einfluß oetvonnen.

$ab t «klärt sich auch die Zurückhaltung, die -ÄtrBinn« in dem früher fo taut angekündigten fiampf äearn den Bolschewismus sich bemerkbar *6*t. Ungarn, da- doch eigentlich wegen seine» llkb-rtrit»es »um Kommunismus scharf geiüchiigt wrben müßte, wird mit schonender Geduld behan- Mt man suckt sich mit ihm zu verständigen. Jetzt eiti) soaar Stimmung aemacht für eine feindliche zuSeinandersetzt'Ng der Entente mit den gegenwar. tiant Machthabern in Rußland. Man bat also tz, der Eitnetzirng von wei'eren Truppen in Ungarn Der im Norden von Nußlgni rin Haar gefunden.

Zloch näh« berührt unS die Wahrnehmung, daß <gf der Gegenseite immer deutlicher die Erkenntnis durchbricht, eine weitere Gewaltanlvendung gegen ®etitfd)Ianb würde furchtbare Lasten und @e« ^,en herbeiführen. Glemenceau und sein näherer Iriana haben nach tote vor den H rzeuStonnsch, vni möglichst viel Land abzunehmen, und un-er dem Tci-vand der Nichterfüllung der WaffenstillstandS- bet^ngunaen in da» Ruhrgebiet einzudrrngen und eamtntlid} die viel bewunderten Kruppschen W«ft enftr ihre Kontrolle zu bringen. Ab« in Amerika unt England scheut man von einer Wiederaufnahme der Kriegshandlungen zurück.

Allerdings tritt bie Kriegsmüdigkeit beS Volkes in Frankreich not) nicht ko scharf zutage, weil dort die deut chfeindlichen Leidenschaften viel ärger sustepeitscht sind, der nationale Größenwahn auch diz in die sozialistischen Kreise cwdrunaen ist und der Diktator Clemenceart die öffentliche Meinung ,i"dtrzubalten versteht. Wie wenig Mark die fran­zösische Sosialdemokratie in den Knochen ha', konnte »an neuerbtngt erfeben auS der kläglichen Ha tnng gegenüber der ur.erbö ten Freisprechung deS Mör- d-rS von IaureS. Hier und da ein lahmer Protest, schandenhalber; ober keine ernstliche Gegenströmung #egen diesen Frevel an der Gerechtigkeit und an der Parte-. Auf die Friedens ehnsucbt der Franzosen braucht man alto keine großen Hoffnungen zu setzen, aber et kommt un» zu gute, daß Amerika und Eng­land die französische Unersättlichkeit einichränken. In Me er H »ficht ist ja auch schon «was erreicht wor­ben. ko bat sich schon gezeigt, baß die Supve von Danzig nicht so beiß gegessen werden konnte, wi­der stanzösikche Genera! Nudanr st» gekocht hatte. Sttn bie KriegStnüdigkeit b'i den feindlichen Völ­kern sich nicht geltend gemacht hatte, fo wäre bie Drohung mit dem Abbruch des W fsenstillstandeS nicht verpufft. Auf unS brauchte man ja keine Rücksicht zu nehmen, denn wir haben nicht bloß Unlust, sondern geradezu Unfähigkeit ntr W':e- bfraitfn.ihme deS KanipfeS. Im Notfall köniren wir nur passiven Widerstand leisten in dem Sinne, daß totr den Gegnern »eben der alleinigen Verantwort- lrchkeit auch die ganzen Lasten zuschirben, die au8 einer Besetzung Deut chlandS bervorgehen würden. Sie schweren Opfer an Personen und Gütern mir» frn obichrrckend. Um o mehr, ol« ihnen kein greif» imtr Vorteil gegen über steht, wenigstens nickt sür bie Engländer und Amerikaner Denn die können iv Deutschland nicht mehr holen, als toaS sie sich f*o» gesichert hoben, und bei weiterer Berg.-toalii- «ung deS deutschen Reiches würden sie sogar die er» kbtite KiiegSentfchödtgung aufs Spiel setzen, da Teut'ckland zahlungsunfähig würde

' »Nun laßt genüg sein des grausamen Spiels." 2-ieir Stimmung bei den gfgneriidben Völkern ist vatüilich und für unsere Stellung im DerbandlungS- fcj!e vorteilhaft. ES geht doch nicht alle« einfach üach ememTikrat", wie die feindliche» Machthaber iurrfl glaubten.

»

, Paris, 6. April. Der Friedensvertrag h*hb tn drei ober vier Ionen fertig vOlliegen.ölit dc»!« kategorischen Erklärung tritt der Londoner »Adverier" heute allen anderslautenden Meldungen t»tgegen; da derAdvsrsn" sich dn besten Bezieh- *neen zu englischen Vertretern auf der Frieden»- tonferenj erfreut, fo darf wohl angenommen werden, » er recht unterrichtet ist. DaS Blatt fügt hinzu, da? man allen Grund zu der Versicherung habe, daß die pessimistischen Nachrichten tber den Verlauf der IriedenSkonferenz jeglicher Begründung entbehren. Xloqb George und Wilson arbeiteten in vollem Ein- drruehmen für den demokratischen Frieden.

Bafel. 7. April. Nach einer Paris« HavaS-Mel- °uvg teilt da»Echo de Paris" über die Finanz- Verhandlungen mit: Ein Kompromiß wurde Vielt in den strittigen Fragen wegen der Hrt der Bezahlung durch Deutschland. Der Vorschlag,

Zahlungen auf 80 Jahre zu beschränken, war ®£m der französischen Regierung bekämpft worden. *Jte. twernanonale Kommission wird die vom Feinde

leistende Kontribution jeweils für zwei Jahre im ^ous fest ktzen.

Basel, 7. April. Wie da«Echo be Paris" mst- *t scheint es, daß Frankreich dem Plan, dar linke ? bei nufer besetzt zu halten, entsagt bat.

wirtschaftliche Blockade werde daS einzige Druck- vttel bleiben, Teutfchlond zur Auiführuvz dkS rstttedensvertrageS zu zwingen.

gierung anerkannt.

Weimar, 7. April. Die bayerischen Abge­ordneten, die zurzeit in We mar weilen, beur­teilen die Entwicklung der Tinge in München keineswegs boffnungslo?. Man nimmt an, daß die Matzt der Rtteregierung auf Mituchen, AuaSburg und die Um ebung diese- Städte beschränkt bleibt. Weiter «wartet man, daß die bah riiche Negierung den Landto « in einer nordbayeii chen Stadt, wahlsch-inlich Bamberg, zu ammenrufen und der Münchener Raterezierung den Kampf aujazeu wird.

Degenmatzregeln.

Berlin. 7. April. Zum Sckutze bet fJlegferttni und des Londta e« ift Da# Freikorps .($PP. da» sich bi» vor kurzem in Ohtdruff befunden bat, nach Bamberi heioblen worben. Die Renerun z in Bambera wird an die Regierun 6trup en Bayern» mit der Aufforderung beranfreten, sich zu in Schuhe der Demokratie zur Ver­fügung zu stellen und eine große Werbeaktion einzu- leiten. _____

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