| Samstag 5. April 1919. | L'L I 4S. Zahrg
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III. O V» | für die Anzeigen. F. P a rze 11er. Fulda. — Rotationsdruck.
Äf.
Der Polendurchmarsch.
yfb Berlin, 4. April. Wie wir von der Waffen, Msjandskonnnission erfahren, findet die Schluß- Lung der Verhandlungen in Spaa wegen des Durchzuges polnischer Truppen durch Kntsthes Gebiet heute abend statt. Augenblicklich handelt es sich darum, die Vorschläge des Reichsmini- sjxrZ Erzberger mit einem Gegenvorschlag des Marschalls Fach in Einklang zu bringen, daß die deutscher, . As vm-geschlagene Beförderung von 90 000 Polen Lüneville aus quer durch Deutsch!an d, rifc nicht über Danzig nach Polen möglich wird. sKarschall Fock will allerdings anscheinend das Recht her Entente betont wiffen. alliierte Truppen über Danzig nach Polen zu entsenden und hervortreten Men, daß nach Auffassung der Entente auch die pol- rische« Truppen des Generals Haller, die unter dem Oberkommando der Alliierten gekämpft haben, zu Sen Efltentetruppen gehören. Für den Fall, haß die deutsche Regierung den Landtransport nickt Mke durchführen können, scheint Marschall Foch die Vögsichkeit nickt aus der Sand geben zu wollen, auf He von der Entente oeltend aemackten Ansprüche HS Weges über Danzig zurückzugreifen. Es ist wahrscheinlich, daß noch heute abend ein Mommen «verzeichnet wird.
Die Kölner Ansfuhrverhandlungen.
Die Verhandlungen in Köln über den Verkauf wn Hol», Kohle, Zucker, Papier und Pap'er. »offen beaannen am Donnerstag. Die Verhand- limgen über die Kohle führten zu einer Diskussion Wer das Luxemburger Abkommen, in der deutscherseits bemerkt wurde, daß die gegenwärtige Ausle- gutta und Ausführung de« Luxemburger Abkommens durch die Franzosen überhaupt keine Möglichkeit -um Kohkenexport an die Alliierten gegen du AuSsandvaluta zulafle, daß also der gegen- wärtige Znstan) die Bezahlung von Lebensmitteln eit die Alliierten durch Kohlenverkanf an die Alliierten . unmöolich macht. Der Zuckeroxport wurde von der deutschen Kommission abgelehnt im Hmblick auf den großen Zuckermangel in Deutsch- kxb.
■ Eure Kommission für die besetzten Gebiete.
wtb Sifin. 4. April. Tie Reicksleitung hat beschlossen, eine Unterkmnmisfion der Friebenskommisstcn mit tat Sitz in K ö l n einzusetzen. Aufgabe der Unter« ZäBtntir'rm ist es, die aus den besetzten Gebie- t^n sich ergebenden Fragen zu beantworten und zu tejtrpffn. Fum Vorsitzenden der Unlerkom-nission wurde der Oberbürgermeister von Kö'n, Adenauer, bestellt. Tie Unterkornmff'ion tvüd fick aus hervorragenden Vertretern - des linksrheinischen Wirtfckaftslebens und Sgr Arbeiterschaft z-ffamniensepen. Eingalen sind m rWen an die Geschäftsstelle der Unierkonnn-ssion her ßiiedcnskommission zu Händen des Geh. Regierungs- tottg Dr. Matthies, Köln, Zeughaus st ratze Nr. 4.
Amerikanisches Mehl.
' DaS ^Berl. Tagebl." me.det aus Hamburg: Am SWueiStag wurde Hamburg als erste deutsche Stadt, zum Danke für da» schnelle und unoe 'örte Auslaufen der deutschen HantelSffoite, in die Lage »eretzt, an ihre Bewohner amerikanische» Weizenmehl zu verteilen und zwar je ein halbes Wfuttb auf den Kopf. Die Menge soll vier Wochen hintereinander verteilt werden. Bei der Entladung der LebenSmittelschiffe wird unheimlich viel Gestohlen. Bon den dort arbeitenden Eckauer- leuten wurden bi» jetzt 40 wegen Mehldiebstahls verhaftet.
Norwegische Lebensmittel für Deutschland.
; Der Führer der norme iicken Lebensmittelabordnung, die aus Paris und London zu>ückke'»rte, teilt wii, daß die Erlaubnis, nach Deutschland 7500 To. «prisefett auSzusühren, auf 10000 erhöbt wurde. Ferner ist Norwegen gestattet worden, alle gelagerten Heringsmengen, etwa 2 Millionen Fässer auszu» führen. Dagegen har die Entente keine Ausfuhrer- laubmS für frische Heringe und Sardinen ericilt, u«b ebenso wurde die Ausführung von Heringe öl ^geiednt, das als Rohstoff, aber nicht als Lebens» *’ttel bezeichnet wird. Rohstoffe für Die Industrie vürfte« nicht nach Deutschland geliefert werden.
Bayern und Ungarn.
Mönche», 4. April. Ter Nack richt, baß zwischen ®et bopersischen Regierung und der russischen Sowjet- republik Bündnrsverbandlungen ün Gange seien, wird ' *chtsich widersprochen.
Der BaychewiS««- in Bayern.
Auftstzurg, 4. April. In einer vom hiesigen trab L-Rar einberufeneu öffent sichen Versaw.iu- wurde beschlossen, an den Münchener Zentra'rat Forderung zu stellen, dte Räterepublik «w bougidjen. Werter wurde beschlossen, in Aug°burg ?’ner eintägigen Streik durchzuführen.
wib Anpobnr«, 4. April. Anläßlich des in der ge- 'n Versammlung gef afften Beschlusses traten beute arbeitet in den Ausstand. Tie Straßenbahn niht.
in den ZeitungSdruckereren wird nicht gearbeitet.
Ubr bewegte sich ein T e m o n st r a t io n s- 2".9 bnrdi die Stadt, in dem rote Fahnen »nd Tafeln, der Aufschrift ^Hoch die Räterepublik!" ge- wurden. Tie Temonsiration verlief vo^kom^en l?w>g. Im Laufe des Vormittags erschien eine offent« i*1« 9e:c>innna<bnng von der Arbcitervarir' und dem S." S.-Rat Augsburg, m der mttgeteilt wurde, baff "zbeitertierfnmmhmg sich mit der russischen *T. nn gä zt f d>c.n Sowjetrepublik und mit dem S^meftnciten • ‘1 roleiatiat so11dartsch erklärt Jr® Ben int Generalstreik. befindlich n württcrnbergi« /eikn- Genoffen ihre Sympathie auSbrüdt
Ei« Militär« «sftaud geplant.
. Mkb Berlin. 4. April. In mehreren Eiädien ll^ve in der letzten Zeit bet Versuch gemacht, mili- Much, Formationen für eine im April vorzuneh- «mde Militärrevolte zum Zweck des Stur- der Regierung, der Sprengung der Lx'"»nalversam mlung und Ausrufung d r ?vte-Republik zu gewinnen. So fanden in ^sWebttTQ und Berlin Be prechungen statt, an j*”** neben Soldaten M'tgt eder der Partei der ck^bhängigen Sozialdemokraten teilnahmen. y. f^ner Linie sollten die Soldaten de» Maqdebur- " *’• A»NL-!mp^, dessen Zentralrar aa den Er«
Nur eine halbe Ernte.
Tie Fol-wn be« Streiks.
Dke Trennung von Staat «nd Kirche.
Das Ergebnis der Atzstim wnng im Verfallungs- auSschuß über die Arnkel 30 und30a ivergl- Re. 79) bedeutet formeö die Trennung von Kirche und Staat gemäß ten Anträgen der Linken, sachlich liegt darin jedoch ein nicht unerhebliches Entgegenkommen gegenüber den Wümchen des Zentrums und der Reckten. Vor allem ist einmütig den Religions- gesellsckafien der E'mafter der öffentlich rechtlichen Korporationen zuerkannt und volle Glaubens» unb Ge vissensftethett ausgesprochen worden. Zugleich ist jedoch auch die Gleichstellung gewiffer Bereinigungen nvt den ReligionSee'ellschafien festgelegt, die sich die Pflege einer Weltanschauung zu« Aufgabe macken. Vereinigungen wie derMonrstenvnnd sind damit den Rel- tironsgesrllickafien gleichgestellt. Des weiteren ist der Anspruch auf die bisher im Eigentum der Retigwns 'ejellichoften und der reliaiö en B'reine btfindltchen Permögensbestande sickergestellt. Auch sind Sonntage und anerkannte Feiertage erhalten und bre Seel'orge in Krankenhäusern, Straf- und oustiaen öffenilichen Anstalten gesichert worden. Bedauerlick ist, daß die See! oge im Heere mit S immengleichheit abgelel. rt wurde. Es ist aber die hesech'iet, baff hier h't der emri'-n Lesung eine Aenderung eintritt. Eine völllge Beseitigung der Seessorsr im Heere wird Wohl nur wenig vertreten werden. Die Staat-leAuu-'en.an Sleli* aionsgesellschrfen solltn nicht e'nsach beseitigt werden, d. h. es wird eine vollwertia? Entschädigung gezahlt werden, wofür die Grundsätze durch das Reich ftstzusetzcn sind. E- ist ?it hasten, daß auch die Be» st'mmung. wonach die Behörden nur insoweit das Reckt Halen, nach der Zugehörigkeit zu einer Reli- gionseesellschaft zu fragen, als davon Rechte und Pflichten al'hängen, eine solche Auslegung erfährt die den Großstadtgcmeinden nickt d'e Möglichkeit nimmt, den ?u'ug an neuen Msioliedern fest'U- stcllen. Die staatliche konfessionelle Statistik wurde ausdrücklich festgehaltea. -
• Keine 2ozialifierunr>?willkür. An der Kinne des Vereins der brounfcbtorinifdicn Metallindustrsiellen re. oen die braunschweigische LandeSresieruna entschied da» Oberlandes'ericht Braitnschweig als BerufS-nstan', nachdem das Landgericht die Klane nb^ewiesen batte 1. daff der beklagten Firma Amme, Gresrck' und Kone» een, Aktien esellschaft, bet Schaden zu ersetzen ist, roel<ter ihr durch die Aushebung der Akkordarbeit und die Einführuna der Lohnarbeit unter Mitwirkung der Volkskommrffire Oerter un"> Eckardt entitanben ist, 2. ist der Firma Iuedel, Ä-G., be- SHaden zu ersetz-n. der durch die Einsctzuni des Betriebsrates, dem die Scitun' brö t-dmi'wen und kaufmännifcken Bet'iebeS. sowie die Vertrilunn des RemnewinneS übertrn en war, entstanden ist. Das Urteil betont, daß ein de - arti>er Eingriff in die Reckte bet einzelnen Firmen unnesetzlick ist und vor allem wider daSReichS- ges etz verstoße. Di-Resierunn fei daher nicht befust, auch nicht in Zukunft, über das ReiHSiefctz Hin'venzu- gehen, welches d'.e Sozialisierun,sre chte >charf um rrenze.
* 30 bolschewistische Anitstoron sind in Wien eingetroffen und als Gäste in der ungarischen Ge- fanbfdiaft abgesti-gen.
* Könin Ludwin von Bayern, bet seit dem Ausbruch der Unruhen von Bay-rn na* Tirol geflüchtet war, verließ seinen "Mufenthalt im Oetztal und reiste nach Vadutz in Lichtenstein. Die Abreise erfolgte auf Trönnen der Soffafeemokraten
* In Po'en will infolge uim- nstiner Arbeitsv-r- bältnisse ein großer Teil der Lnndbevölkerung als Sacksengängex in De'stichland arbeiten. Tie Aus wandernng nach Deutschland ist jedoch voiläusig noch verboten.
* Die Besatznngsarmee der Entente in Ungarn ist auf 40000 Mann gebracht worden, darunter 15000 Italiener.
* Etwas über 2000 Mann deutsche Truppen ans Konstantinopel sind in Wilhelmshaven eingetroffen.
* Eine amerikanische Entstisirnn's »Nefckichte. Der awefkani che Senator Luke Leo, der als Oberst und Kclmmandenr eines Feldartillene - Regimentes an cker iranzösischen Front stand schreibt in der .Rewhork T'mest daß er im Dezember v. I. mit einigen amerikanischen Oisiueren versucht habe, den früheren deutschen Kai ker aus Holland nach Paris zu entführen. Er er’ähit, sie feien dem Kaffer 'chon w netze aewe'en, daß sie ihn 'prechen hören konnten, a's Wacken erschienen nnd die Ausführung des Planes vsthinderten. Der Entführunas-Versuch fet kurz vor Weihnachten unternom-men worden. — Tatsächlich haben französische und enstiche B ätter vor eint'en Mona en übet einen EnfführungS-Bec» such bieie- Art berichte*.
* Tie Engländer besinnen ft ff. Raff einer Ti- mesmeldting beschloß der V rbanb der Re dereien in L'veipool einstimmig die soscsttge Wiederaufnahme des e'altich-dent'ch'n Schiss sde« kehrs mit der Untetzeicknttng d's Friedens. Der frühere Beschluß, die Hand lsbeziehungen mit Teuischiand fünf Jahre nach Friedensschluß ruhen zu lassen, ist damit auf;ei oben.
* Ter nördliche Kaukasus von Bolschewisten gesäubert. Nach einer amtlichen enstischen Meldung hat General Shkaros von der kmkasitchen Fret- willtgenarmee am 29. Mirz WiadikawkaS genommen >md dem bolichewisti*chen Hcere eine entscheidende Niederlage zutefüst. Der gauz^nörd- liche Katikastts t’t von den Bolsch wiffen ge ättb? t.
* In Iohhanneöbura tTransvaal) herrscht seit einigen Tagen Generalstreik.
Wir iönnen an den Beschlüssen kein reines Wohlgefallen haben, denn wir müssen manchen Ver- lüft von wertvollen Singen beklagen. Aber rotr dürfen nicht einseitig auf das blicken, wo. vom ©ti übel der Zett hinweggertffen wird, wndern müssen auch in Betracht zte en, was auS «.em Sch ffbrttch noch gerettet und sogar neu gewonnen witd. , .
Tie Trennung von Kirche und ^staar, die der Lerlossungsaus chuß proirammattsch fe.tge- letzt hat, ent pticht nicht un ern Wünschen erst rech: nicht die Gleichst.llnng de» Montstenbundes und ähnlicher „Weilanschauungs"-Vetetne nut den anerkannten ReligtonSgeteUichafien. Ader wenn dte Lotung des alten Verhältnisses von Staat und Ktraw unvermeidlich geworden tst, dann bringt dock dte in Weimar dorbereueie Regelung bedeutsame -1110?- iungen des U 'be s, namentlich wenn man >>ck m« dem radikalen Ukas des revo!utionä,en Kultusmtrn- Iters A tolf Hoffmann vergleicht. Auch das pieußrtche Regierunrsptogramm, daS neitlich der 'Mrnilierprast- Dint Hirsch verkunaet hat, sieht bekanntlich eine freundliche und schonende Ausetnandersetzung rm W ge Oer Bere nbarung mit dem Endziel der betorr-- ieriigen Selbständiakeil vor.
Außer dicscn Abschwächungen der ersten radtraie« Pläne werden uns auch wirkliche V orteile gegen- über der früheren Crbnung in Aussicht gestellt. Anzeige','sucht bei der Ernennung von Pfarrern usw^ um die in dem BiSmarckschen Kmturlamps >o hart getämptt wurde, kommt in Wegfall. Ebenso sollen Ordensleute endlich die gebührende Bewegungsfreiheit erhalten und können die Rechtsfahrg- k.-it einfach nach dem Bürgerlichen Geseyduche er- toerlen. Wenn die vorgesehene „Ablösung'" der slaai- lichen Leistungen an die Neligionsgescllschast reolia', erfolgt, dann ist die K'.rckc in nt a t e i i e Uex Hinsicht sicherer gestellt, als bei der frühere^ AbhangtA- feit von den jeweiligen Beschlüßen zum Gtaatshcurs- bal4-. . .
Bon grundleeender Wichtigkeit ist, daß wtr lep: das erhalten, waS im Dismarckschen Kulturkampf das Zentrum vergeblich zu retten suchte und was es im späteren Tvleranzantrag vergeblich zn erringen fuchie. ,. , ,, ,
Nämlich die Verankerung der kirchlich en Freiheit in der Verfassung. Und sogar rn der Reichsversassung. Tas ist nicht nur Ersatz sur d-r- anfgehobcnen Arfikel 16 und 18 der preußilch-n Bcr. faffung, sondern eine Verallgemeinerung dresev Schuvwehr für das ganze Reich. Tas war gerade der »stveck des Toleranzantrages, den rnctstchts- lofen Regierungen u. Landtagen von Braunschweig, Sachsen und anderen Einzelstaaten die Mißhandlung der katholischen Minderheit zu verwehren. Was damals mit der üblichen Berufung auf die Zustandrg- ke't verweigert wurde, ist jetzt erreichbar. In den Emzclstaatcn werden die kmooliÄ-nftinblichen rfzana- tiier sich fortan nicht mehr so austoben können, wie sie es bisher gewohnt waren Tie Gesetzgebung und Reg'enmg in den Gnzelstaaten wtt-d in- de-r Äuttur- fraae durch die reichsrechtlichen Vorschrrften zur träglicken Behandlung der kachel sch^n Äcrch^ oer katbÄischen MiLbücher und ihrer Kinder genötigt.
Grönie Bedeuuing hat a >ck her gen erst gefatz'e Beschluß über di- Zukunft d> s R e l i a i o n s u n t e r- rickts in bet Schule. Er 'oft als ordentlicher Lehrqegensiand in konfessioneller Form erhalten bleiben. „ . .
Es ergibt sich, daß unsere Vertreter ttt den Porlancnien und in den Reaternngen flut und er- folgte.d) handeln bei der schwierigen Aufgabe, dte ihnen gestellt ist: von den sittlich-tsltgtö.en Gütern zu retten, was noch zu retten ist.
Nack den Abstimmungen über das BerhaUniS zwt- ksen Lurche und Staat begann im Ausschuß rat dem Referat Gröber die Lehaiiblung der Frage oeS R e» . l i g i o n s u n t e r rsi ch t e s. ... "v?:,
Tcr Antrag des-Zentrums zu Artikel 31 ver-- langt, iah der Rrfigicnsnnterl.icht -rdenilrches L hrfach in den Schulen ist und- unter Scitvnq der ReUg ons- r-csellschasten stMtslndet. Tie theclog's.t en 6atvUcuen an den llniversitaten sollen erhallen dlc.b°n Fe-noo sollen Privatiinlcrriltsisansialren cr.ichtet weiden dürfen. Ten tüLtigen VcllLfchüicrn soll der Zugang zu höheren Lsildimasstusen crrnöflid;t werden. D'.e -etzrcr sollen die Rechte und Pflichten der StaMsbeam-err haben. — Tie Sozialdemekrntcn beaniragen den Zusatz: ^eicr geist'.g schöpferische Deutsche, der den Nun.'- weis erns-er künlilerischer oder kultureller Ta.:g!cu erbringt, aber mit' ssiNen Werken einen Lebensunterhchr nicht Virdienen kann, genieß: den Schutz uni d'.e <sur* foige des Reiches." , _
In seinem Referat wünschte Abg. Grob er eine Erklärung der Regierung, wie der methodische Avstzmr der Einheitsschule gedacht fei. Ter Rettgtonsunterricht in den öffentlichen Schulen sei keinesfalls zu entbehren.
Richtigste sei die Konfessionsschule, afctt es empfehle sich, diesen Grundsa» nicht in der Berfastung festzMe- gen, da die einzelstaatliche Gesetzgebung in biqer VjW rerichicbcn fei. Ein Zwang zum Besuch einer offtiit» Inten Eckiilc darf nickt bestehen. Schon das Reckt der (Eltern, ihre Kinder nach ihrer lleberzeugmig im Re- ligionsrmterrickt unierwcifen zu lassen, erfordere vte Antastung von Privaffchulen. wobei mm: narürltcy eie Staatsaufsicht zugebeben müsse. — RcichSm.ntfter Dr. P r e u ff teilt mit, daß der Zuiammentritt einer Reicks- schul-Konfetenz in Vorbereitung sei, um daS Schul.ncs. n nach der Laee ter fepigen Berbäünisse umzuarbeiten. Tiefe Konferenz würde wchl «i einet Ilcbercmstim- mung darf brr iomm.cn, was einheitlich im . Reiche geregelt werden könne und Watz der Landesgesetzgr^uN» zu überlassen sei. Auch würde eine Tentsckrift ülvr die Kult,irpolitik des ReiwrS vorgelegt weiden. Tie Vertreter der S o z i a l d e m o i r a t e r. und Temo» I r a t e n setzten fick für Verweltlickung der Tchusi! ein im Ylegensatz zu den ZenttumSai trägen. Der dems. kratischc Redner S e y f e r : wollte euien RelipionS- ,-ntc:richt zugestehen, aber er dürfe nicht fonfestionsll sein (!) Ter Soffalbematrat Äatzenstcrn lehnta dagegen einen interkonfessionellen Religionsiinterrtchr ab, elvnso aber auch He Trennung der Schulen nach Konsejsiouen. — In llrbcreinmmmung mit dem Ang. Gröber legte Abg. Rheinländer den Standpum: des Zentrums vor allem tahin dar, daß ter ReligionL- untetricht ortentliches Lehrfach in ttr Vol'sfcku'e fe.n müffe. Für die Eiiiheitsfchule sei seine Paltei mit folgender Maßgabe: Tie Volksschule muff die Grund- läge des ganzen Systems sein, von ihr mi ß der Auf:ieg ni den höheren Sckmlsin'e^en möglich fein. Tie beiden Gcschlechier sollen grundsätzlich nickt bereinigt werden, die konfessionelle Scku e ist eine für ,u:3 unerläßliche Forderung. Die gemeinsame Schule für alle SBeltitut«
örtftunaen beteiliat war und Formationen des XXL und XVI. A'meekorps an dem Un'ernehmen be eilige sein. Die b iden letzt-n Armeekorps lagen früher in Lothringen. Tie Reciimenttr demobilisieren in Orten, dieim Bezirk des IV. Armeekorps liegen. Die Le»>e sind nickt immer gut unterqebracfft, die Unkerosfiziere sind wegen ihrer Zukunst be'orgi. Die vorhandene Unzufriedenheie wollten velbrecheriscke poliiiscke Drahtzieher auSnuhen, indem sie den politisch und wittschastlich wenig erfahrenen Soldaten Har» zumachen suchten, es lei nur nöiia. die Rsoie nng zu stürzen, um itznen eine angenehme Z 'fimft zu garantieren. TaS wirkte bis zu einem gewissen Grade bei einer Anzahl Solba en, ba ihnen der E'solg als ganz sicher in Aussicht gestillt würbe. Nichdem in Magdeburg der Plan erörtert wo,den war, wurde in den letzten Tagen von Verschwörern in Berlin bei den Ttupp ntetlen ber Versuch gemacht, sie zur Teilnahme an bent Handstreich zu gewinnen. Ter Plan ist der Regierung in den Haiiptzüaen bekannt. Für alle Fälle traf der Reichswehrminiiiet als Ober- tonimandierendrr Vorkehrungen, durch die gewährleistet wirb, baß jeder Ethebungsveriuch auf das narhbrütfliffffte unterdrückt wetd-u kann
Berlin, 4. April. Ti» Entlaffung des Regiments Augusta dürste heute zum größten Teil beendet werd",,. Tie Mannschafiei, erbaltrn ale f nen zustehende Gebührniffc ausbeioblt. Gegen die reran!- worilicken Mikgliedw des Soldalenrates werden schwere Anklaocn erheben. Es ist beobackiet Irr-bcn, daß in her TunMbeit über die Kasern-ffmauer him-eg an Mvi'isten Gewei'ne, Äkasckinenp»w?bre und Kisten gegeben worden find, die bann auf forf»-Wnfft
wurden. Es besteht her Ve'dackk. daß Helft Woss'n- stffmuggck tm Einver' änduiS de? Reoi"c"t'f"hre> s der. genommen worden ist. Es handelt sich bei diesem Regiment nat'"rlick nickt um ba? biel T-rob'e Frmff'-rgi- ment Augusta, sondern um das Ersatzbataillon, das nicht im Felde gestanden hat.
. Ter Ausstand im Ruhrgeb!et.
wtb Essen. 4 April. Tie Lage im Rnbrrevker hat sich g»»en gestern nur unwesentlich verändert. Tie Zahl der AuSslänh'nen beläuft fick bei ber heutigen Frühschicht auf 142003 gegen 131000 gestern.
♦ Böckum, 4. April. Im Bochumer und Dor'» munber Revier bat sich ba? Bild des Ausstandes etwa» gebeffett. Eine Verschärfung hat der Ausstand im Essener Revier erfahren, wo sämtliche Schächte vom Streik emiffen sind.
* Dortmund, 4. April. Spartakisten verbreiten im Ruhrgebiet Flugblätter, worin sie den Ansckluß der aesamien deutschen Arbeiter'chaft an den Generalstreik für kommende Woche ankündiaen.
* Dortmund, 4. April. Hier streiken anck die Postillone, Müllkn'fcher «nd Schneider. DaS Publikum muß seine Pakete selbst abtzolen.
Plündetnngen in Altona.
vmtd. H-buri, 4^ April. Mehr al» 1000 Personen hielten heute motzen auf dem Altonaer F r sch markst e jeden Waaen an, der a„5 der Auktionrhalle kam und beraubten die Fisckkörbe ihres Inhalte», den die Men e unter sich verteilte. Polizei- und Sicherheit» Mannschaften mutzten die Menze auSemanbertreiben.
Die Lage in WürtLemderg.
Schwere Kämpfe mit Spartakisten.
Stuttgart, 4. Ap'il. liebet die Aufforderung ter Regierung, beute die Arbeit wieder atffznn hnien, ist bisher eine Einigung ber Sl'eikleit ng nicht erzielt worden. Eme gemein tarne Sitzung der Leitung ber wehrheits ozialisttschen Gewerkichaften, des Ä^- und S.-Rates und der Zehnei kommiision hat zu keiner Eni'cheidnng geführt. Hem« sollen die Bet Handlungen fortgefübrt weiden. Eine starke Strömnna ist dafür, den Spartakisten, die dte berufenen Organe ansgesckaliet haben, die Verantwortung ganz zu überiaffen. Ter so encmnte Ab- tetlungsausscknß des geeinigte« Pioletar ats, der Urheber des Generalstreiks, fordert auf.jm Slieik zu beiharrtn, bis das Militär von der Straße her« ichwnnden und die Fock -ntnaen bewilligt seien. Der Bürgerstreik bauett ebenfalls fon. Der Verkehr rubt b.8bolb heute noch. Der bürget rat bat aber bejck lassen, nachdem nickt nut die Negierung, fonbetn auch bie Gewe> kichafien zur Wieberaufnahu.e der Arbeit aufgrfotbert haben, den Abwehr streik einzustellen. Die büigei« lichen Zeitungen werden morgen wieder erscketnrn und bie Läeen geöffnet weiden. An die Gasarveiter, b e tm St eil verharren wollten, bat bie Regietung eine Erllä.ung etlaffen, bie die N.chtausnatzrne der Albeit unter St afe bellt.
Stuttgart, 4. April. Heute kam es auf der Berghohe zwischen Gaisburg und Wannen zu einem Kamps gegen etwa vierhundert Spartakiste n, dre dort Schützengräben ausgehoben und 8 bis 10 Maschinengewehr ausgestellt hatten. Ihre Stützpunkte an den Hängen wurden mit Artil- lertefeuer belegt. Auf der Straße Gaisburo, Wangen lag starkes Feuer der Spartakisten, durch daS ein Kind getötet wurde, während ein zweites und ein Posten der Sicherheitskompanie schwer verwundet wurden. Ueber Nacht wurden die Schützttigrä'en von den Spartakisten geräumt. Ein Wassenla- ger in Walt heim bei Wangen, in dem sich auch Ma- fch!n»--grwehre befanden, wurde ai-fgehvlen. Um *18 Uhr abends wurde aus den Häusern beim Wik- hesmSbau auf dort aufgestellte Sicherheitsposten ge. schoflen; bei dem sich entwickelnden Feuerec'echt fanden zwei Einwohner den Tod. Bis jetzt sind 16 Tote, darunter ?toci Angehörige der Sickerheits- wehr, und 41 Verwunhe^e gemeTbet. Die avffcror« deutlich»!! Ktiegsgeri ch"t e sind in Tätigkeit getreten und haben bereits in mehreren Fällen schwere Strafen ausgesprochen. Tie R,eg'"mng bat kcfchlassen, daß bi» Angestellte'- ber staatlichen Betriebe, die gegen den Millen der Reg'eru-g in h°n Streik getreten sind, für die Stre kroge kettie Bezasiliing erhalten. — Außer in Stuttgart, Böblingen, Eßlingen und Nürtingen wird überall im Land? geirbestet. Ein Verfuck der Svartak'-stev, in U l m den Generalstreik zu inf;cniercn, ist gescheitert.
Berfit, 1. Avril. Tas neue Erntejahr I.'nn jetzt bei günftiger Gestaltung der Wittenings e-hältiiiffe nut tai fialbs Hrträgnis eines normalen
Mittelernte liefern. Tie Werke, welche küusiliche Tün- qemü'cl erzeugen, oder die zur Düngung sick rignei,- den Stosse als Nevcner-iei'gung brr'-ellcn, haben zu lauge stillgrl:gcn. Die VcrkchrsichwifUglciten, insüc- scndere die taug? andauernde Gistndahusperre in Mit- teldeut^laiid, ta(en di» ai srsfckende Vcrs»rgun'i des agrari'ckc,. Ostens mit kmstlichem Dünner verhin- crt. Tie Behörden fn^en heule zu retten, w a s z,i retten ist. Sie stellen jetzt Sonderzüoe. bi: den Osten noch mit b»n nolwendigen Meng,n an Timgemit- teln versorgen sollen. Für den Fachmann un'erikat c3 jedoch fetn-m Fweisel, baff diese Sendungen für die es Erntcjahr z u spät fo-rmen. CS erscheint aus pollt:- schen Gründ»« notwendig, jetzt sckon auf die hier vor- lieneube Geeabr bin'uwe-sen. Dte beutscke Poli i? ber nächsten Zeit trirb von ber Tltzsacke auSaehen müstcu. daß Deutschland auch im femmenben Erntejahr mit schweren Lcbensmittelschwierigl.ttten zu rechnen Hat.