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Die Angst vor dem BolfchewiLmvS.
Tine Erkläruni Ludeudsrffs.
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Deutsche Nationalversammlung.
Sitzung vom 27. März.
Aus der Tagesordnung steht der vierte Nachtragsetat für 19 18 und d er Noietat für 19 19.
Finanzminister Schiffer begründet die beiden Vor- lagen mit dem HinNeis auf ihren vorläufigen Charakter und hofft, das; schon die nächsten Wochen klare und end. gültige Verhältnisse bringen werden.
Äbg. Sch« z-Ostpreußen (Soz.) verlangt von der Regierung gegen einen Bolschewismus, der mit Handgranaten zn überzeugen sucht, schärfste Maßnahmen. Gr bezeichnet die gestrige Rede des Herrn Kardorsf als eine Schilderhebung der Gegenrevolution. Tie Sozialdemokraten hätten die Revolution nicht gewollt. Ter Rcdner richtet an die Regierung die Anfrage, ob die «leustenmg des russisä>m Volkskommissars Tschi sche- rir. auf Wahrheit beruhe, daß deutsche Truppen zu einem Lffcnsivstcß im Bcultikurn gegen Rußland angesetzt seien. Gr hält die Aufwandsentschädigung von ICO OOO Mark monatlich für den Retchs^rä,.denten für unnötig und tritt für Sozialisierung des Flugwesens ein.
Reichswehrminister Noske erklärt auf die Anfrage Schulzes, daß deutsche Truppen zum Schutze der deutschen Ost grenze im Baltikum ständen, aber keine Lffensirbcwcgung gegen Rußland unternehmen sollen. Tic Negierung sei von dem Wunsche erfüllt, mit Rußland in Frieden und guter Nachbarschaft zu leben.
zur vollständigen Lahmlegung des Verkehrs auf der Südbahn führte. Tie Angelegenheit ist um so • bedeutungsvoller, als der. größte Teil der vcn der \ Entente für Deutsch-Oesterreich bestimmten Lehen $» > mittel, namentlich Brotgetreide und Mehl, von Ii'a- « lien über die Südbahn nach Wien befördert wird. Tem
Eisenbahnerstreik in Deutsch-Oe-terre ich.
Dirn, 2i. März. Vorige Woche wurde zwischen der Regierung und den österreichischen Eisen: ahne-n über deren Loh: fordern-, gen eine Vereinbarung cr .ieli, wo. nach 80 Millionen Kronen für deren Lohnforderungen bewilligt wurden, Nickttsdestonewiger brach gei.een aus verschiedenen Stationen der E u o v a hlli. besonders auf denen, d.c an der ingar.schon Grenze liegen, unter dem Einfluß der politischen Umwälzungen in Ungarn ein Streik aus, der vom Lokon-ot vpersonal ausgehend allmählich alle Zweige der Arbeiter ergrifk und
war vor Beginn des Krieges am 81. Juli 1914 er» mordet wo«den. Er war im Begriff, in einem CafS zu speisen, a!8 ihn durch das offene Fenster, hinter dem er in Gesellschaft feines politischen Freundes Renaudel saß, der Schuß tiaf, der ihn auaenb.icklich rötete. Der Täter wurde alsbald ercis^ffen. Ter Fall lag vollkommen klar, es handelte fiep nm vor» bedachten Moid und der Täier war auf sriicher Tat ergriffen woidrn. Gleichwohl wurde die Ver» Handlung immer von neuem verschoben, da man es offenbar nicht wagte, über die Ursachen und Beweggründe des Votblechens, durch das der führende Vertreter des Friedens edankens in Frankreich aus dem Weg geräumt wurde, während der Datier des Krieges dem Urteil der Oeffentlrchkeit auSzusetzen. Wenn dies jetzt endlich geschieht, jo ist die Wirkung auf die öffentliche Meinung durch den für Frank» reich günstigen Ausgang des Krieges, der nach land» läufiger Moral vieler, wenn nicht alles rechtfertigt, tm voraus abgeschwächt. Dazu das Gutachten der Aerzre, das die Zu echnungSfährgkeit deS Mörders als b»ichränkt daruellr.
* Für den Anschuß drntsch-Oesterreichs sanden am Mittwoch in sämtlichen 21 Bezirken Wien- große Massenversammlungen statt.
! Streik schlossen sich im Kaufe deS Vormittags auch d e i Arbeiter der O st b a h n, die die Verbindung zwischen Wien und Ungarn herstellt, an. Im Laufe d.r ®er» handltmgen über die Festsetzung der n-uen Forderungen der Arbeiter kam eS zu scharfen Ausetnandersetzun. gen zwischen den dem Kommunismus zuneigenden v-rup. pen und den Mchrheitssozraliste^r, bei denen die bis^ri- gen Führer der sozialistischen Eisenbahner verg dcn.s vermitiel.-id einzuwtrken versuchst ha sten. Tic VeryanS- lungen dauerten heute abend noch an. Bon ihrem Er- gebnis wird cs abhängen, ob der Streik morgen früh beigelegt wird oder sich auf sämtliche Eiferivahnen Teutsch-Oesterrcichs erstreckt.
Die mißglückte Streikpropaganda,
Tie Kommunistische Partei hatte gleich nach Beendigung des letzten Generalstreiks unter der G r o ß Berit n e r Arbeiterschaft lebhaft .für. einen erneuten Ge- i neralitreipgewirkt, der am 26. März beginnm sollte, i Tie Agitation für diesen Streik ist in einem Maße er» ; folgt, wie kaum jemals zuvor. Zahlreiche Fli>gb!äcker i machten in den betrieben die. Runde. Ihre a--freitenbe | Sprache hat alles überboten, was selbst von den Kom« | munisten und Spartakisten bisher in d'eser Beziehung « geleistet worden ist. Bctriebsverfammlung'n wurde» i zum Zwecke dieser Agitation mißbraucht, und auch bet | allen sonstigen Ee.'egenheiteu ist für den neuen Streik. ! agitiert worden. » ■ .
Alle diese Bemühungen sind vergeblich g:ive« sen. Cs ist nicht nur nirgends gestreikt worden, es kehlen auch jegliche Anzeichen, daß die kommun frische Propaganda irgendwo Erfolg zeigen solle. Tie Arbe« teischaft sche ut sich darüber klar geworden zu s in. welchen Wahnsinn solche politischen Streiks augenblicklich darstellen.
Kommunistische Strömungen in Bayer».
München, 27. März. Unter dem Eindruck bet letzten Vorgänge in Budapest zeigen sich' auch in München seit einigen Tagen kommutiistifchc Bewegungen Tie Kommunisten rufen die Massen zu Kundgebrmgen für c ne bayerisch« Räterepublik auf. Tie Landeskonferenz der Unabhängigen in Nürnberg beschloß, alle Kaiser-, Königs-, Bismarck- und Milttärdenkmäler feen bis zum 1. Cft- einzuschmelzcn. Alle blauweißeu oder schwarz-wciß- rofen Fahnen seien zu beschlagnahmen. Ter 9. November und der 1. Mai -seien als gesetzliche Feiertage anmerkemren und das Bürgertum, besonders die Studenten u. die Offiziere, völlig zu entwaffnen.
Abg. Pitcknicke (Tcm.) erk'ärt, daß seine Partei in ®fr 2oaialifierung eine Grenze zu ziehen triffe. ‘“Wr den Luftpostdienst erwartet er eine baloige Gut- Ichciduug. inwieweit er in privaten Händen oieiben l°ll. Redner kann in der Rede des Ministerpräsiden, nichts anderes finden, als daß er die monardnfti» Wen ii d milttärifdxn Tcmonstratlonen verurteil e. Fr empfiehlt in der jetzigen Zeit der Fri.-densverhand. unigcn vor allem zusammenzuhalten zu einheitlicher Adirelw und nicht durch solche Demonstrationen wie am t-onnmg dem Auslande zu zeigen, daß der M.li.aris- «us ncch nicht gestorben sei.
Abg. Haase (Unabh.) bezeichnet die politischen Zu- Namx schlimmer als in der Kriegszeit. Er hält eine yeiDtnbung mit Rußland und der Ukraine jetzt von Vrvßtem Nutzen,
* .^eichswehrminister Noske erklärt, daß auch et zu P«Bianb ein gutes Verhältnis wünsche, aber die gor« ntng Rußlands, daß Deutschland erst bolichewistnch K“l.cn solle, für unannehmbar halte. NaLDem der unter stüriiTischem Beifall des Hauses General T” tettow-Voebeck den Tank für seine Indienststellung rnj Regierung ausgesprochen hat, erklärt er, daß er die ^«Haftung dcS Redakteurs der .Roten Fahne' und t j Unterzeichner des Aufrufes, den er kürzlich berufen vp’ jupeorönet habe. Redner wundert sich, daß Die tJ^onpipcn nicht einmal in diesem Saale, in dem • Immunität genießen, den Mut haben, ihre Laien t.,‘n ?« bekennen. Unter stürmischem Beifall des Hau- ni d Händeklatschen sowie Lärm bei d-n Unabhän« kie c f l1ßt Redner die Brandstifter dcS Bürgerkrieges, kl. n Haase und seine Freunde, an, auf deren " ly vergossene Blut komme.
Pis,"^nüdent Fehrcnbach rügt den Ausdruck .B-and- und ruft Frau Zictz (llnabh.) zur Ordnung, tz-^ckidem noch Äbg. Becker (Tentscke Dolksp.) gegen KeiVemann polemisiert und Scheidemann in feinen 8cnen die Gewaltpolitik der Entente bei- .'"Ettte, antwortete
he»«« ‘.U'ftwprnfifcent Scheidcmonn nochmals auf die fieitriA1’’1 JJrEid;trttn Angriffe und sucht den Ton seiner 'Men Rede gu rechtfertigen.
•vsid'uf^01^8611 8<5cn Beßlich an den Haushalts- Freitag: Anfragen, kleine Vorlagen und Verord-
Btrfln. 27. März. General Ludendorff erklärte gegenüber einem B. Z »Vertreter über den von Minister« Präsident Scheidemann in der Nationalversammlung erwähnten Vorfall in der Wichelmstrahe während des Umzuges des NationalbunveS dcut-cher Offiziere. er sei auf cem Stete zu seinem «chwie ersobn gewesen, ater Dem DemonstrationSziig begegnete. Ludendorff sagte: g b nahm ieibitbeiftänDucb an, daß c« sich. Da wir ja in Berlin noch Den BelauerungSzuitanD haben, um eine Bon der Re sierun, genebmigts Itunbgebung tue en der deutschen Oft,trenne handelte und ging daher ruhig Wetter Inz -i-chrn ober erM^ntm mich toobl einire Teilnehmer deS Zuges, begrüßten mich mit H-rufen unD einige kamen auch auf micy zn, um mir die Hände zu drucken. Selbsv.rstänblich t.a'e ich mich ehrlssch über tiefe mir dargebrachten Achtnugebeweise gefreut. Trotzdem aber trat ich am nächsten Haus ins Hauswr in-d ssdonn in einer. Parterrcraum aus Fenster und bat die Tei nefunrt des Zuges, ruhig ihres Deges -u gehen. L.0S ist geschehen, und nachdem der Zug vorüber war, verließ auch ich wieder daL Haus. Auf die Frage, wie «r sich zu dem Vorwurf stelle, durch sein Verhalten eine Gegenrevolution au fördern, anttrortete fiubenboiff: Ich ftebe icbcr itecnDteie gearteten Beilegung im Ztut'djen dalk völlig fern. Ich lebe völlig als Privat'oann in Berlin und bin in feiner Weise parteipolitisch hervor«
Bern, 27. März. Wie ein Sonderberichterstatter aus bester Quelle erfährt, herrscht in Frankreich eine unbeichreibliche Angst wegen der durch die ungarisch- Revolution bewirkten Veränderung der politischen Loge im allgemeinen und der Enuaiion der Friedenskonferenz im be mve-en. Ter ,Tcmps' gibt der allgemeinen Stimmung Ausdruck, wenn er schreibt: Die ungoiitche Rcvo rition dedeu et den Wiederbeginn des Krieges. Di» Lage der Verbünd ten in ganz Mittel- und Ostern opa ist kritilch; der Bol chewi -mus von Ungarn wird , Ä zunächst in Sofia Nachahmung finden. Tie Vcr« I u biindeten können heute nicht mehr beanspruchen, daß I z> sie die Ge-chicke bet Welt regeln. I bi
• Berlin, 27. Mörz. Rach Pariser Infor. “ mationen wechselte Clemenceau mit Rom zahlreiche Depelchen, aus denen zu entnehmen war, daß ^^>dl1u^ L>tlfeleistung gegen Ungarn ersucht wurde. He Italiener haben aber wegen bet eigenen inneren Polin chen Sage die nachgejuchte Unter« Nutzung ntdjt ceftjäb'en (önntn. Zu Den italienlschkn Truppen in Nord talten hat die Regierung kein Vertrauen.
Dreutzische Landesversammlung.
Sitzung vom 27. März.
. en’JW ein Antrag Adolf Hoffmann eingegangen, den
•j ernaren 9‘ November als Nationalfeiertage 2in^»-,^Ä^chung der Erklärung des Staatsministerium, p/J- M°rz wird fortgesetzt. •
; e n b m Sraan ^bt die Verdienste der
itrft ®1 r *! <f) Q f t während des Krieges hervor, ver-' iü n, °ee die einseitige agrarische Intereflenrertretung,
- von den Freunden des Herrn Kardorsf geübt werde.
* Bildung einer dotlanfilen Rerchsmarine. Der Entwurf emes Gesetzes über die Biidung einer vor. läufigen ReichSmnrine, der der Nationalversammlung zugegangen ist, besagt u a:
.Der Reichspräsident wird ermächtigt, die bestehen» den Formatlonen Der bishcri ien Kriegsmarine auizu- lösen und eine doriäufi ie R ichSmarine zu bilden, die die K sten sichert, den sicheren Seeverkehr ermög» lickt. Die ungestörte ÄuSüvmrr der Fischerei gewährtei. stet, im Verein mit Der Reich wehr Den WnorDnunien brr Relchsremerung Geltung verschafft ur.D Ruhe und Orduun; aufre tit hält Die vorläufige ReichSmarine soll auf demokratischer Grundlage unter Zusammen, fassung bereits bestehender Freiwilligen-BervanDe n id durch Anwerbung von Freiioilli.ien gebildet werden. Mitglieder der bestehenden Marine können tn die neue Reich-marine ausgenommen werden. Besonder» be« währten Tcckosfizieren, Unteroffizieren und Mannschaften ist die Offiziers. Lauf»bahn zu eröffnen *
* Mannheim, 19. März. Bei der Vermögens» auSeinandersetzung zwischen dem Groß Herzog von Baden und »der Republik B.-.den verzichtete der Großherzog auf alle ihm etwa zustehenben Rechte au« leinen Besitziümern und erhält dafür eine Bir- abfindung von ächt Millionen Mark. Die großher- zögttche Familie erhält das Schloß in Baden, ein Lind aus in Baden veiler und ein kleines Sch'oß in der Stadt Freiburg. Alle übrigen Schlösscr gehen in das Eigentum des badischen Siaa'eS übet.
Der RcllalonsunLerrlcht art den Lehrer» und Lehrerinnensemlnaren.
Fn einer Entscheidung des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung vom 11. Jan. war erklärt worden, daß in den Lehrer- und Lehre- rinncnseulinaren der-Religionsunterricht zwar Prüfungsfach bleibt, aber von einem Pflicht, fach zu einem Wahlfach herabgesetzt wird. Nur auf ihren Wunsch find die Zöglinge in der Rp-l'gionS- lchre zu prüfen und das Ergebnis soll auf die Ge. jamtprüfuiig keinen Einfluß haben.
Die Preußischen Bischöfe haben nunmehr an die Reg erung ein Schreiben gelangen lassen, in dem fle ihren schweren Bedenken und ihrer ernsten Befürchtungen wegen dieser Entscheidung Ausdruck geben. Sie erklären:
Tcr Rclrgionsuiitcrxicht bietet dem fatpoUfrf'en Ehrt, fien die notwendige. Grundlage aller Bilvung und die unenkbehr.ich« Richtschnur aller sittlichen Beisttigung. Tas gilt, auch für den Prärarandcn, Den Seminar.sten, den Lehrer und die Lehrerin.
Tie Felge des Ministerialerlasses vom 11 Patina b. I. wird auf die Tauer unzweifelhaft die sein, das. ein größerer Teil der katholijhen Besucher von Lehrer« SBiltungSanfiatien auf Der. Religirnsunicr richt ter« S'chtet, nicht sowohl au5 prinzipiellen Gründen m SyM
sb" Nationalverband deutscher Offiziere, erläßt ebenrans eine Grflärun«, roona ti daS Zufammcntrcffen mti tiubenhoiff ein ganz »u älli <8 neroci'en fei. ES fet am »irmni<fDenImaI weder cin Kaiserhoch au're» drackt worden, nt>ii Die Nationalhymne ge,un en. Die bai?e e,st da» Publikum angeitiminh, all» der Rua aultmaiiDecging.
P opß Sinais.
In die'er Woche Hai nun endlich in Paris bet *roicB ßeg « Villain, den Mörder Jauräs, b<- gönnen. Zaurvs, bet jranzösijche Soziafistensührer
Abg. Mayer-Schwaben sZtr.): Mit der Regelung unserer Reichrsinanzen nmß bald begonnen werden. Wir Kirnen nicht warten, bis unsere Wirtschaft wieder ge- simdet ist. Wenn wir hier schrittweise vorgefen, wird , sich auch langsam wieder der Wert der deutscken Mark Leben, von dem wir annehmen, daß er jetzt den Tiefstand erreicht hat. Mit den Gruindgedanken der Rede des Mlnisterprästdenten find wir durchaus einverstanden. Auch wir glauben, daß ti? Forderungen des S.e» qcrS ihre Grenzen finden müssen an den ewigen Gesetzen der Moral und der Menschlichkeit. (Sehr richt-gl bei dec Mehrheit.) Jede Urberspannung der Forderungen muß auf den Sieger selbst zurückfallen. Schm ■ bollen sich im Osten die Wolken des Bolschewismus Sfamnxn und drohen sich über ganz Europa zu ent« )rn. Mögen unsere Gegner dafür endlich das not« locnd.ge Versmndi is finden im Int resse Europas und der ganzen Welt. (Sehr wahr! bei der Mehrh tt.) Siir sind bereit, dic 14 Punkte Wilsons restlos und loual zu erfüllen, wir erwarten aber das auch ven unsren Gegnern. (Sehr richtig, bei Der Mehrheit.) Wir meinen, daß den Vorfällen in Berlin vom lebten Sonntag nicht die Bedeutung bei?ul gen ist, die ihr der Ministerpräsident zugess-rachen hat. Tie Einrichtung eines StaarsgerichtLhofes haben wir schon stuhcr im Zusammenhang mit dem Ministerve.ant.ro t- lictkeitsgesetz verlangt. Wir würden es bedauern, wenn iebt dem Staatsgerichtshof eine Ausnahmestellung in- lofern clngeläuwt würde,-als er zur Aburteilung ge« irifjer Pcrsönlichkciten, dw es wünschen ober von deren Aburteilung man sich eine Klärung der Schuld,rage veisprickt, dienen soll. Unsere Stellungnahme zu d c» str ötage im Cinze.non behacken nir uns vor, bis Der Enlnulf vorliegt. (Beifall im Zentrum.)
Abg. Graf v. Posadowsty (T. natl.) wendet sich Men die Angriffe des Mlnisterprästdenten gegen die Teilnehmer an der Versammlung im Zirkus Buch, ss. m>r gegen eine Zerstückelung des Reiches prof itiert Wien., Er erklärt, daß die Teuesch-Na.ionale Volks- Partei in den schärfsten Protesten gegen die majjto en gerrerungen der Entente mit der Rcgiermig gehe. Ter Miniitervräsident hätte, anstatt die ganze Nation zur einheitlichen Abwehr zusammenzuschließen, in den Herzen vieler Milli neu Ten fcher tiefe Ern örung Hervorrufen. Deutsch Iwichz Zukunft verlange an der Svitze «r Negierung einen Mann, der für die nationalen Regungen Verständnis fände, und nicht bloß ein Par- tarebner sei. (Große Unruhe »und Zwisch.-nruse.) Tie »oe ?eS Ministerpräsidenten habe das Ansehen Liutschlaiids vor dem Auslände stark geschädigt. Seine Partei werde sich durch keine Drohung abhaltcn lassen, we Negierung zu bekämpfen, wo sie der Ansicht feien, "B die Negierung durch ihre Maßnahmen schädlich toirft.
Deutsche; Reich.
* Tie Zusammenstellung bet deutschen Akten zu« Vorgeschichte des Rrie eö wurde tu den letzten Tage« abgejdflojfen. Ihre Veröffentlichung ist tm Laufe des Monats Mar zu erwarten.
k Die Ausführung des Wehrgesetzes. Die neue Reichswehr, die auf Grund des von der National, versanrmiung angenommenen ReichZwehrgcsetzes geschaifeu werden fall, beginnt sich jetzt allmählich zu formen. Eine Reihe von Verbänden, welche die ge« setzlichcn Bedingungen erfüllt haben, werben in nach» stör Zeit in die neue Reichswehr überführt, bezw. deren Grundstock bilden. Tiefe Verbände erhalten besondere Reichswehrnummern. Sie unterstehen direkt dem Reichswehrminister. Tie Werbetätigkeit der einzelnen Verbände wirb künftighin eingeschränkt werben, wenngleich auf d'.ejc Art bes Aufrufs der Freiw>lligcn künftighin nicht ganz verzich« tst werden kann.
ff Tas neue Militär-Strafrecht. Die Reichsregierung hatte vor kurzem schon eine Reform des militärischen Strafrechts angeurndigt. Die bezügliche» Arbeiten sinb nunmchr soweit gediehen, daß ei» entsprechender Entwurf den Einzelstaaten und bet» Reichsmilitärgericht zur Prüfung vorgelegt werden konnte, lieber Einzelheiten der Reform ist noch nichts näheres bekannt, nur soviel mag betont werden, daß die allgemeine Richtung dahingehen.wirb, baß alle nicht rein militärischen Vergehen nicht mehr von den Militär-, sonbern vor den z.vilen Gerichte« geahndet Werben sollen. > j
• Der Staatsgerichtshof. Ter gestern vom Ministerpräsidenten angekündigte Gesetzentwurf über den SiaatSgerichishof dürste schon in den nächste» Tagen dem Parlament zugchen. Eine parlamcnta- rismc Unlerfuchunaskemmission ist in ihm nicht vor- gesehen, sonder» ein nichtvarlamentarjfcher Gerichtshof, dem RichtN unb Sachveistänbige angehörc» sollen. Bor biefen Stäatsgcrichtshos sollen solche Persönlichkeiten &mmen, die das Verlangen danach ausgcsprechcnss haben, vor einen Staatsgerichtshof gestellt zu werden,.;. B. v. Bethmann-Hollweg, Lu- benborff oder solche, bereu Verhalten inbezug auf dc-.r Krieg nur vor einem Staatsgerichtshof festgestellt werden kann.
Die Lage i« Norditalien.
Bern, 26. März. In Rom fand gestern aboab ein driug-nder Kabinetts'ar statt, her Ifid? mit der politischen Lage tn Norditalien betaäfngte. Man brt in Italien zahl'eiche Verbindungen mit der Sowjet-egierung entb ckt, die durch fianzösische Soldaien bermt’telt winden.
Paris, 27. Mär-,. Ter Telegraphen». unb Tcle» pho -veikebr m-t Rom ist seit Moniag unte>krochen. Außerdem wiid die Grenz perre lebt stark durchgeführt und Reisende nach Frankreich nicht durchgelassen. ____
T7r 73« I Verantwortlich für den redakttonellmi LM; Karl Schütts I *7A ttlrtf-y 1CI1Q I «erlag s« Fuldaer «krienbruckerei tn Fulda. - Preis monatl. 1 A& Tnhrr>
|U. 4*7» | surP,e Anzeigen: I. P a rze l l e r, Fulda.- Rotationsdruck, f aO« IllurZ IVIv» | gß Pf^Fcrn,pr. Nr. S. Teltgr.-Adresse: Fuldaer Zeitung. | »V. jUIJty»
Diktat- ober DerhandlungSsrieden?
wtb Berlin, 27. März. Ans'ändische Blätter haften vor einiger Zeit Aeußerunocn von Lloyd Georoe und Pick on mifqtteilf, wonach narb übereinstimmender Ansicht dieser beiden Staatsmänner die Friedenskonferenz sich nicht ansBerban-Aungen i $ie «y,to.nunQ s- «cahWen
mit der deu.lchen Tclegation einlasien werde. Tie . ‘"J’Mn3'B ™B^en‘ . ,
Deutschen müßten sich ramit begnügen, den ihnen I rtMn®rs"!'. 2ö^^ar3~ 'Bureau ®ttrovat-reg tmrb von den assozt-crtcn Regierungen vorz,,legenden Fric« kaß die' nattouallstische B-.icgun ck^Ae^^m'fich
denSvertragsenlwurf entweder anzunehmen ober ab« ! weit in die Wüstcn hinein erstreckt und ein-n ziile'men. Taronfhin bat bekanntlich der Vorsitzende I außerorLcutlich ernsten Charakter augenom« der Waffenstillsiandkkommission Reich-miniiter Erz« I men hat. Tte britischen Behörden wurden von der berger am 19. März in Spa eine Anfrage stellen I Bewegung vollkommen überraidit. Es gelang daber lassen, in welcher eine Auskunft darüber verlangt I ^mglich in den größc.en Städt-n, wo genügrno Trup- wurdc, ob die erwähnte Aeußernngen den Tatsachen I *’eiJ ?J,r-imiidcn, sie mit Waffengewalt zu
m ? eingeflang-m. I m-ch der Stamm dir Sennssi sich drobcnd erhebt,
moil Vre'ir SlC1^6 r<ie 2*nö ^lhrn nie' I den miit eren und kleineren Wdui -enckätten herrscht
mals die Erklanmgcn abge-eben, welckre ihnen -nie- I offene Rebellion Cs ?e at tick, im Gfcncn’ate a» toor?fn ^n?> on- toc,I*e 616 e bernn« I früheren Bewegungen eine avffaUci.Bt Ern e t tchtcit laßt haben, die am IU. Marz von dem Vorsitzenden der I und eine una-wöbnliche Sck-"rfe D-8 iPora -6-n8 deutschen Waff.nstlllstanDSkomm,ff,on gestellt worden ist. Inzwischen werden auch ttotz der schufen Zensur btt - — ..... I Er inde der A- f -andsbeweg-ng bekannt. Erne Pct.tion
Eine Militär. Expedition gegen Nnstarn? SltÄL12%5ziGionr-*UntSfd.riften von dem cp . m ... , , - „ " .. I Vertreter der erglgch.en Keg erung, Wingate Pa-ma,
Panser Berichten zufoloe sollen die AUueiten die Einberufung einer ägyptischen Sta tion al nunmehr doch bejchloffen baden, in Ungarn mit be« I Versammlung und die Entsend ng e uer selbstän- Waffneier Hand cinzugreifen. In Marseille herrscht I digen ägyptischen Fnedensdclegation nach Paris, die lehr lebhafte Tätigkeit, da von dort ans die Truppen I von der englischen Regierung brüsk a b g e I e h ut verschifft werden'sollen. General Mangin sei $um | Purm"tT 6icif.m Augenblick begann im geheimen Oberkommandanten der Armee ernannt wölben. I flebnung, die nunmehr zum plötzlichen Aufstand
die nur starke Gegensätze zwischen der landwirtschaftlichen unb Der anderen Bevölkerung Hervorrufe. Redner versichert Die Landwirtschaft der Unterstützung der Regierung in jeder Weise, doch muffe die Landwirtschaft auch für die Besserstellung ihrer Arbeiter sorgen. Die Staatsdomänen ollen nicht mehr verpachtet, sondern in Siaatsmusterwiri- chastcn umgewanDelt oder in genossenschaftliche Bewirt- chattung gebracht werden.
Abg. v. Richter (D. Bpt.) vermißt in der Rede des Minislers eine Anerkennung für die mittleren und kleinen Bauern. Mil Schmerz nimmt er vom alten Preußentum Abschied und bebcuert, daß der Ministerpräsident kein Wort des Dankes für Die chohenzollem übrig gehabt habe, denen Preußen doch soviel verdanke. Die Berordnung über die Gemeindewahlen erklärt er für ungesetzlich und Die A.» und S -Röte als sozialdemokratische Propagandastellen.
Abg. Schrack (Soz.) erwidert, man habe es den S.» unb A.-Räten zu verdanken, daß tm Lande Ordnung herrschte. Redner verlanot eilige Demokratisierung der ganzen Verwaltung unb bestreitet, daß die Sozialdemokratie je religionsfeindlich gewesen sei.
Abg. Schmeddlug (Ztr.) erinnert gegenüber Dem Vorredner daran, daß Bebel als das Ziel der Sozialdemokratie den Atheismus hingestellt habe. Auch heute noch würden in sozialdemokratischen Wahlversammlungen religiöse Einrichtungen mit Vorliebe lächerlich gemacht (Widerspruch bei den Soz.) Die Finanzen sind sehr ungünstig. Aber andere Völker sind schon in gleicher Sage gewesen and Durch Srariamfeit um Fleiß wieder hochgekommen, zum Teil sehr schnell. Warum sollte ein gutes Geschick nicht auch uns zu Hilfe kommen, wenn wir fleißig unb sparsam sind und eine vernünftige Bevölkerungspolitik treiben? Tie direkten Steuern sollten Den Einzelstaaten erhalten bleiben. Den Ursachen des Steigens der Staatsschulden von 31/* auf 6 Milliarden in der Revolutionszeit wird das Haus ernsthaft nachzugehen haben. Unzu- löffig ist es, unsere ctatsmäßlgen Mittel für die Arbeiter- und Solbatenräie zu verwenden.
Abg. Dr. Srenjet (Dem.) hofft auf einen finanziellen Wiederaufbau nach dem Programm be» Fincmzmimsters.
Ein Regirrungskomi-itflar ergänzt sodann Die Ausführungen des Finanzmlnisters zur Tarifreform unb teilt die Erhöhungen im Güter- und Personenverkehr mit.
Abg. Herat ID. natl.) verteidigt die gestrige Rede des Abg. Kardorsf, sie sei nicht provokatorisch gewesen, sondern nur eine Abwehr gegen den Dorwurf der Schuld am Kriege. Das Ausland warte ja nur auf ein Schuldbekenntnis. um uns für alle Zeiten an den Pranger zu stellen. Redner bezeichnet die Rcvobüion als überflüffin. da bereits vor dem 9. Nov. große Zugeständnisse gemacht worden seien, durch die der Kaiser nur ein örtsscher Prösi- den! gewesen märe. Es wäre also ohne Rcoolution materiell das gleiche erzielt worden.
Ministerpräsident Hirsch hält seine gestrigen Worte über die Gegenrevolution aufrecht. Es feien zwar vor dem 9. Nov. Zugeständnisse gemacht worden, aber zu spät, die Revolution ließ sich nicht mehr aufhalten.
Finanzmintster SüDtfam schiebt die Schuld an der schlechten Finonzlace Preußens zum Teil dem Snstem Helffertchs tm Reich zu, dem die preußische Regierung nicht entgegentrat. An der Garantie für die Kriegs- an f t ihen halte er fest.
Hierauf wird die Beratmia abgebrochen. Ein Antrag der Unabbönripen auf Freilassung des von den Englän- dem verhafteten Abg. Bellcrt wird einstimmig angenommen.
Freflag: Fortsetzung, Notetat.