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Samstag, 22. März 1919.

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Fuldaer Zeitung

Druck bet Ktckdaer SUtieabeetfwef ht Mrkba^

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Batterien

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Es wird eu Montag vorzun,

Mitteilungen der städtischen Rahrnngrmittelfteve^

zur Erledigung anderer dringender Arbeiten vok- wendig.

kaufrstelle:

Dienstag vormittag an die Nr. 70017250, Freitag vormittag an die Nr. 72517500.

Rechenschaftsbericht des Vorstandes der Fuldaer Acticndruckerei über das Geschäftsjahr 1918.

Die Schwierigkeiten, die der Krieg im ge­samten Wirtschaftsleben gezeitigt, dauerten auch im Geschäftsjahr 1918 unvermindert an.

Bei geringem Personalbe stand waren wir durchschnittlich gut beschäftigt. Gegen Ende des Jahres zog regeres Leben in unserer Druckerei ein. Von den 33 zum Heeresdienst einberufenen Angehörigen unseres Betriebs kehrten 23 wohl­behalten zurück; 5 sind leider auf dem Felde der Ehre gefallen, 1 starb in der Kaserne, 2 sind als vermisst gemeldet, 1 ist noch in Gefangen­schaft und 1 ist in Ungarn interniert. Den gefal­lenen Helden werden wir ein ehrendes Andenken bewahren. Die meisten der Kriegsteilnehmer kehr­ten mit Auszeichnungen heim. Wir waren in der Lage, auch im letzten Kriegsjahr den Familien unserer Krieger fortlaufende Unterstützung ge­währen zu können. Für die meisten der Einbe- rufeneh bten wir auch die Krankenversicherung aufrecht, /iir diese Aufwendung stellten wir rund Mk. 13000 zur Verfügung. Erhebliche Lohnerhöhungen und Gehaltsaufbesserungen waren die Folge der zunehmenden Teuerung.

DieFuldaer Zeitung hatte unter der Papierknappheit, welche die Kontingentierung weiterhin notwendig machte, sehr zu leiden. Die fortgesetzten Papierpreissteigerungen führten notwendig zu einer Erhöhung des Bezugspreises auf monatlich 95 Pfg. Eine abermalige Papier­preiserhöhung ist für den 1. April 1919 zu er­warten. Der Aufschlag für Zeitungspapier gegen Friedenspreis geht dann über 200 % hinaus. Die Bezieherzahl der Zeitung hielt sich im ganzen Jahre auf fast gleicher Höhe von 15000. Der tägliche Feldpost versand (rund 1200) wurde bei Eintritt des Waffenstillstandes eingestellt.

Auch derBonifatiusbote war durch die gesetzliche Papierverteilung eingeengt. Die Leser blieben ihm im Berichtsjahr in alter Zahl treu. Durch Vermittelung der FuldaerOrgani­sation zur Versorgung unserer Soldaten mit guter Lektüre erfolgte der Versand des Bonifatius- boten an die aus der Diözese Fulda stammenden Soldaten. Diese Organisation zu unterstützen, war uns eine angenehme Kriegspflicht.

Das Verlags- und Druckereigeschäft war den Verhältnissen entsprechend zufrieden­stellend.

Der Wirtschafts betrieb (Harmonie) stellte sich ganz in den Dienst der Vereine und arbeitete mit Verlust. Zur Zeit der Demobilmachung waren die meisten Wirtschaftsräume länger als 2 Monate von der Etappeninspektion 3 belegt.

Für den Rechnungsabschluss schlägt der Vor­stand der Generalversammlung vor, neben den Beträgen für Abschreibungen auf Schriften- und Maschinenkonto Mark 20 000. für Betriebsver­besserungen und Neubauten, Mark 5000. als Rücklage für Kriegssteuer, Mark 2600. für Unterstützungszwecke bereitzustellen und eine 4 <Vp ige Dividende (M. 480. von M. 12000. Aktienkapital) zu genehmigen. Der verbleibende Gewinnrest von Mark 18.39 soll in neue Rech­nung vorgetragen werden.

5n der Verteilung 83 werden auf den Kopf aus- gegeben: 375 Gr. Haferflocken (zum größten Teil in Paketware) zum Pr. von 82 Pfg. das Pfd. in Pak. und 62 Pfg. lose ausgewogen, 400 Er. Gerstengrau­pen z. Pr. v. 44 Pfg. das Pfd., 1 Pfd. Marmelade z. Pr. v. M 1, das Pfd., 225250 Gramm Kaffee- Ersatz in Pak. z. Pr. v. M 1,16 das Pfd., 1 Suppen­würfel z. Pr. v. 13 Pfg. Die Waren können vom Donnerstag ab in den Geschäften in Empfang genom­men werde«.

Mit bet Ausgabe der Eier auf die Abschnitte 2. 3 und 4 wird Ende nächster Woche begonnen. Die Ge­schäfte werden der Reihe nach bedient; das Nähere wird Dienstag oder Mittwoch bekannt gemacht.

22. Mär; 1919.

Wie am vorigen Samstag schon bekanntgegsben, findet auch die nächstwächigs Fellverlellung durch Dor­anmeldung mittelst Derteilungskarte statt. (Nur die Kranken-Fettkarten behalten ihre Giltigkeit und find wie üblich durch die Geschäfte einzureichen.) Für die kommende Woche ist die Anmeldekarte 84 zu benutzen und an die Nahrungsmittelstelle emzufmden. An­meldeschluß: Montag, den 24. Mär;. Es wird drin­gend gebeten, sich pünktlich und richtig anzumelden; für die Bedienung von Nachzüglern wird eine Gewähr nicht übernommen. Einzusetzen ist die Fell-Einhelks- zifser. Fettselbstversorger dürfen keine Anmeldung einreichen.

Da die in der Molkerei zur Verfügung stehende Buttermenge in der nächsten Woche auch für eine kleine Ration bei weitem nicht ausreicht, muffen 40 Gramm Margarine auf den Kopf der Dersorgungsbc- rechtigten ausgegeben werden; nur die Krankenkarten werden mit Butter bedient.

Klrcher-LudwlS

3044

Die Nachzügler in SMMwaeen »erben in der nächsten Woche durch die Metzgerei von Hermann veldung, Lchwernemarkl, bedient.

Am vorigen Samstag wurde bereits darauf hin- gewiefen, daß jede ausgegebene Lebensmittelkarte nur für den ihr aufgedruckten Zeitraum gilt und nach Ab­lauf desselben verfallen ist. Auch die Gr "sie haben nur laufende oder cufgerufene Karten zur Bedienung anzunehmen. Vor allem dürfen auch die Döckerelim nur Brotkarten der laufenden Doch« mit der einzigen Ausnahme annehmen, daß am Freitag und Samstag bereit« Brotkarten der nächsten Woche mitongcnom- men werden dürfen, damit jeder Verbraucher Gelegen­heit hat, sich dos Brot für die nächste Woche hinzu- : legen. Am Montag dürfen dagegen Karten der aöge- laufenen Woche oder noch ältere Karten nicht mehr angenommen werden.

Den GemüsegefchLften von Geschw. Weinberg, Ge- schw. Liebig, A. Kräh Wiw., A. Günther, A. Scholl, K. Frohnapfel, A. Bischof, 3. Borket, Ed. Engelhardt. Geschw. Wetter, M. Hartmann, El. Waider, G. Storch Wtwe., ist der inzwischen eingetroffene holländische Weißkohl zum Verkauf überwiesen worden. Die Ware ist sehr schön. 3m Durchschnitt wird auf den Stopf 1 Pfd. z. Pr. v. 25 Pfg. abgegeben. Der LebensmittelWsweis ist zur Feststellung der Kopfzahl und Abstempelung vorzulegen. Wer in einem der genannte« Geschäfte bereits Weißkohl erhallen hat, darf von einem anderen nicht noch einmal bedient werden.

Am Dienstag werben in der KartenausqabHelle Zwiebackkarlen ausgegeben. Bezugsberechtigt sind nur Sinder unter 4 Jahren. Personen über 65 Jahren und Kranke laut Alles!. Lebensmittelausweis und Kran- kengebäck-Dezugsberechtigungskarte sind oorzulegen. Am Dienstag vormittag erhalten nur diejenigen Be­zugsberechtigten Karten, die noch keine in Händen ha­ben; her verfügbare Rest wird Dienstag nachmittag auch an andere Bezugsberechtigte abgegeben. Bedient, werden in der nächsten Woche die Zwicbackkarten bis zur Nummer 6300. Auf jede Karte werden 200 Gr. Grieß z. Pr. v. 48 Pfg. das Pfd. obzuholen in den Geschäften von B. 3. Nuppel oder F. W. Höf- fing, sowie 2 Pakete Zwieback z. Pr. v. 44 Pfg. das Paket und 1 Rolle Keks z. Pr. v. 39 Pfg. ob­zuholen in den Konditoreien von Rattler und Thiele gegeben. Bei der Grießabholung sind die Karten den Geschäften vorzulegen und werden ,ion diesen ge­stempelt; bei der Abholung von Zwi-^oack und Keks werden die Karten von den betr. Geschäften eingezogen.

Die Ware Grieß, Zwieback und Keks steht am Mittwoch und Donnerstag in den genannten Ge­schäften zur Abholung bereit, am Frestag ist sie ver­fallen. ____

3a der nächsten Woche findet eine Sonderausgabe von Schokolade 1 Tafel z. Pr. von M 1,75 auf den Kopf für Kinder bis zu 3 Jahren und eine Sonderausgabe von Kakao voraussichtlich 1 Pfd. >V Pr. v. oM. 3,75 auf den Kopf für stillende und »erdende Mütter statt. Die Sonderkarten hierfür werden am Mittwoch in der Kartenausgabestelle aus- gegeben. Die Ware ist am Freitag und Samstag in der Konditorei von L. Rottler erhältlich.

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Die Frage de-Plätzer Waldes".

Man fAreibt uns au8 dem Kreise Hünfeld:

DerPlatzer Wald' umfaßt eine mit Kiefern be­standene Fläche in der Größe einer mittleren Gemar. kung und liegt östlich der Bahn Bebra-Hünfeld zwischen den Gemeinden Gruben und Steinbach. Der Loden ist früher bebaut peteefen, wie sich bieS aus der vor. handenen Gemengelage, Äckerfurchen und anderen Merk, malen ergibt Wahrscheinlich ist daS Ackerland infolge der im Mjähru en Kriege entstandenen Entvölkerung der Bebauung entzogen worden und hat sich im Laufe der Zeit selbst aufgeforstet. Die Bodenqualität ist als mittel, teilweise als < ut zu bezeichnen. Die Lage ist eben, die Vertehreverhältmsse günstig. Angesichte dieser Tatsache unterliegt eS keinem Zweifel, daß die besagte Fläche sich gut für den landwntschaftttchen Anbau eig­net. Bei der heutigen Bodenkultur und bei Anwen- düng künstlicher Düngemittel würden bestimmt gute Erträaniffe zu erwarten sein.

Unsere Lage erfordert möglichst Steigerung der heimischen landwirtschaftlichen Erzeugung. Daneben muß Siedlun, S ebiet für die zahlreichen Krie,'»invali­den und bte überschießende landwirtschaftliche Bevöl. kerung geschaffen werden. Unter diesen Umständen er« scheint es fraglich, ob es richtig ist, die besagte Fläche auch fernerhin der landwirtschaftlichen Bebauung vor- zuerthalten.

Zweifellos erfüllt der Wald wichtige wirtschaftliche Funktionen. DieS kommt indeffen für unsere Provinz weniger oder überhaupt nicht in Frage, da sie eine der waldreichsten Gegenden Deutschlands ist. Insbesondere besitzt der Hünfelder Kreis ebenso tu e die anliegen, den Bezirke mehr alS ausreichenden Waldbestand. Bon diesem Gesichtspunkt aus ist derPlätzer Wald» ent­behrlich. ES fragt sich nunmehr, ob eS privatwirtschaft- lich beffer wäre, die Waldkultur dem Getreidebau vor­zuziehen. Diese Frage mutz ohne weiteres verneint werden. Der Wert der jährlichen landwirtschaftlichen Bodenerzeugniffe dürfte ganz summarisch geschätzt den Derkaufswert des durchschnittlichen jährlichen Holzer» tragS während einer WirtschaftSperiode gewaltig über- steigen. DieS wird umsomehr der ,sall sein, als die Forstverwaltuu i die fragliche Fläche bis auf ganz geringe Teile mit Kiefern bepflanzt hat, einer Holzart, die nur nach langen Zeiträumen zur Reife kommt und aus diesem Grunde niedrigere Durch,chnittSerträge liefert Nicht gering wird man bei der Feststellung der Wirtschaftlichkeit die Möglichkeit tn Anschlag bringen müssen, auf der Fläche die Einwohnerzahl eines statt- lichen Dorfes zu ernähren.

Im allgemeinen Interesse wird man deshalb die Forderung erheben müssen, daß der genannte Wald baldmöglichst abgeholzt und d,e Fläche der landwirt­schaftlichen Bebauung zugeführt wird. Der Entschluß hierzu dürfte der Forstverwaltung umso leichter fallen, al» gegenwärtig großer Bedarf an Holz besteht und die Preise außerordentt hoch find. Diese Tatsache schlägt auch den Einwand aus dem Felde, daß die HolzdestSnSe noch nicht reif feien, Selbst wenn dreS zutreffend wäre, so würde eine sofortige Veräußerung der Bestände für den FiSkuS finanziell günstiger auskommen al» das Ab­warten der Schlagreife, die erst in einer Reihe von Iah-en eintreten würde, wenn die Holzpreise wieder niedriger fein werden. Don der Forftverwaltung wird ein weiterer Einwand zu gewärtigen sein, nämlich der, daß auS verschiedenen Gründen ein Mindestmaß von Waldfläche für den Staat erhalten werden müsse. Hierauf wäre zu erwidern, daß die Gesamt-Waldfläche damit keine Minderung zu erfahren braucht. Es wurde lediglich eine Neuaufforstung der entsprechenden Flächen in Gebieten notwendig fein, die sich für den Anbau landwirtschaftlicher Kulturen überhaupt nicht oder in weit geringerem Maße eignen sSkhön, Westerwald). Jedenfalls kann nach der heutigen Sachlage nicht mehr verantwortet werden, daß eine landwirtschaftlich nutzbar zu machende Fläche wie der .Plätzer Balo' der Be­bauung entzogen wird.

Es ist dringend ju wünschen, daß sich die maß gebenden Stellen baldigst mit der Prüfung der Frage befassen und sie zur Entscheidung bringen. Die sofor- tige Durchführung der angeregten Maßnahme würde den zahlreich heimgekehrten Kriegern des ÄreifeS Hün­feld Arbeit und Verdienst verschaffen.

SletfceIHdtcr Gottesdienst.

Sonntag, 28. März. Dom. sDiözesankrieoSkollekte.) V«6,6, V-7 u. 7 M., i. d. 6 M. Kom. d. chrisll. Mütter- vereinS, 8 Pfarramt in. Pr., ValO Kathedralamt m. Pr., ll Ehr., >/,12 M. m. Br., 2 Ehr.,/ 3, d. Vers. d. christl. RüttervereinS, fällt wegen Fastenpr. auS, 4 Faüenpr. u. >., 7 A. i. d. Marienkapelle. (Montag nach«. 5 A., Donnerstag abends 8 Fastenpr. u. A., Freilag nachm. 5 Kreuzweg.) Stadtpfarrkirche. 8'/, Kom., 5'/« M., 8/« M. u. Kom d. Müttervereins, 8 M, u. Pr. (1. Schulgd.i, 91/, Pfarramt u. Pr., 11 M. u. Pr. (2. Schulad.), 91, Ehr. f. d. Jüngl. i. d. Severik^, V/t Ehr. f. d. Jun »fr., 2Vt Bruderschaft ». hl. Erzen Michael, 8/« A. f. d. Mütterverein, 5 KrieeSbitt-A. - Pfarr­kirche zum hl. Geiste. */<7 Som., 7 Früdm., 8 Pr. u. Amt m. Kom., 5 Pr u. kurze A. Mittwochs 6 K.-A. Sodali ät. VilO. Severikirche. */»7 M. Nonnrn» kirche. Hochamt an e onntetgen vorm. 10, an Werktagen Vormilt. 9, Vesper an Sonntagen nachm. 3, an den We klagen der Fastenzeit vormittags 10*/» Uhr. MichaelSkirche. 2 Drudersch. v. d. 7 Schmerzen Mariens. Herz-Jesu-Heim 6 M., 8 Amt mit Predigt, 2 u. 8 A. Mittwoch abends 8 A. Frauenberg. M. d. 57, 8 M. m. Pr. u. Josephs-A., 9 Hochamt m. Pr., nachm. 2 Kre uzweg-A. u. falram. Segen.

Evangelischer Gottesdienst.

S o r n t a g, 28. März Lorrn. 97i Reich, 11 Kinder- gvttesdrenst, nachm. 2 Weber.

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