Schwere Vorwürfe gegen den Prinzen Max
den Antraq einaebrachk, die Regierung um Dor« leauna eines Geietzrntwulfes zu ersuchen, in welchem aÄtzUch fMeieat wird, daß 1) all- Kn-gr- und Schw r'riegSoeschädigten, bie früher
SiaateZ und der CelbitverwaltungSkerper de« Provinzen, Kreisen und <b memden gestanden oaben, I soweit es die dienstlichen Verhältnisse nur rrgenüwte üestarten, wieder ein gestellt werden, 2) Kriegs, und Schwerkriegsbeschädigte der Bewerbunz um I Stellen in Betrieben des Staates, dir Prooinzen, der Kreise und Gemeinden bevorzugt werden^ unter besonderer Berücksichtigung der Schwerkrlers beschädigten und 8) sestzustellen, wie viele der Be omtenstellen im Staat und m den SelbstvertoalmngS
I körpern der Provinzen, der Kreise und Gemeinden | den Kriegs, und Schwerkriegsbeschädigten vorzube«
lange der Tisch aut bestellt war hatten b« Seut-^e* Spannkraft und Ddut in Leib und &cle. Als S-amti- bans Küchenmeister wurde, sank die Stimmung lang, sam aber stetig, sowohl an der Front tote im Hinter, lande.
-zetzt ist der Streik Mode. Ein Berliner Ge- lchrter, ein Sternkundiger, der offenbar auf de» Monde Besckeid weih, bat sogar einen Dortrag gehalten zur Eirpfeblung des Schweigestreiks, d h.: wir solle« durch entrüstetes Stillsdurrigen gegen dre harten Be» dingungen der Feinde protestieren Zur Begründung des »Sckwcigestreiks" wurden sehr lange Reden getial. ten obschon einige vernünftige Zuhörer durch Zwischen, ruf mahnten, die Herren möchten selber mit bem Schweigen den Anfang madjeii. Diesen wunderlichen Zwischenfall erwähne ich nur, um zn zeigen, daß fcaS Ctreikfieber wirklich schon eine wahnsinnige Höhe er« reicht hat. E i n Gebiet gibt eS aber noch, auf dem beim beften oder schlechtesten Wille sich nicht streiken läßt, Essen muß der Mensch, denn das Essen hält Leib und Seele zusammen. Ein S p e i s e st r e i k i nicht denk- bar. Wenn ein Klub b;n Selbstmördern ihn versuchen wellte, so wü,.tN fie im letzten Augenblick doch all« -umal Streikbrecher werden. Man soll sich nicht mä» sten-, man braucht nicht bei jeder Mahlzeit den Bauch auf die Leiste zu Magen. Fasten ist eine fein? Zucht, wie sogar der avpetitreiche Luther anerkannt bat; aber andauernd hungern, das lähmt den Menschen.
In diesem Sinne begrüße ich jede Derbesserung mt» ferer Futterverhältniffe. aber mit dem Zusätze: Wer nicht arbeiten will, obschon er es kann, der soll auch nicht essen. Tas Essen ist nicht SelbLzweck, sondern bi6 Mittel, um uns arbeitsfähig zu mackien. In? Schweiße des Angesichts soll der Mensch sein Brot verdienen. Ta? gZt setzt erst recht. Tenn wenn wir nicht allzu« mal sleiß'g arbeiten, so können wir die LebenSnit'el nicht bezahlen, di« wir im Auslande losesten müssen, lknd ohne Bezahlung gibt eS nichts. Also führt der Arbeitsstreik in Hungersnot. Wer da? weht einsieht, gehört, in? Irrenhaus, und wer bewußt dagegen frevelt, gehört ins Zuchthaus.
lösungsbestrebnngen geknüpft werden, sind irrig. WaS Frankreich ersehnt, wird feinem Tonischen nutzen ( -ehr richtig!) Wik sind Anhänger der Reichseinheit unter der selbstversiändliciiem Voraussetzung der Ausgestaltung der Selbstverwaltung. Dieser Aufgabe wurde Preu- sten sogar feine Se!bständig!e,t opfern. Es kann aoer auf diesem Gebiet nur vorangehen, wenn die anderen Einzelstuawn folgen und das ist bis heute nicht der Fall Deshalb bedauern wir lebhaft den gestrigen Be. schlu'ß des Weimarer «erfafsungsausschusies, der letz.en Endes darauf hinausläuft. Preußen zu zerschiaaen. (Sehr richtig!) Tie Leistungsfähigkeit Preußens darf dem Reiche nickt verloren gehen. TaS aber würde durch die Zerlegung in unfähige M 111 e I jt a a t c“ ncschehen, und diese Verkümmerung Preuß ns wurde zugleich die Verkümmerung Deutschlands ,ctn. (Sehr nichtig!) Wir haben diese» Standpunkt auch im Staa en» aussckutz vertreten. Selbs verständlich werden wir uns bemühen, den gestrigen Weimarer Beschluß, der natürlich bei der Entente große Freude auslöscn würde, tote- der zu Fall zu bringen. (Beifall.) Preußen hat eine große Vergangenheit, eS muß auch eine große Zulun,t haben. (Beifall.)
TaS HanS vertagt sich auf Samstag 12 Uhr: förmliche Anfragen. — Schluß 6 Uhr. i
i I 46.Zahrg,
Preußische Landesversammlurrg.
Sitzung vom 21. März
' - Eine Reihe von formellen Anfragen irirb_ nach Erklärung des Ministerpräsidenten in allernächster
£•. benntiiortet werden. a.er Lcfetzeutwurf über die est t s ck ü d : g u n g der Mitglieder des Hau» rz wurde cinimnmig angenommen.
” ßiuc Ansrage von L i n z-Barrnen ftTnail.) be» _pic Loslösung sbe jrrebungeit ein» fe i ne r Landesteile.
’ gfn. Linz-Barmen (Tnail.): Tas Haus muß Gin» fcttrtl) eilifLen gegen bie Uebergrisfe des Reiches in das setz.stbestimiuungsrecht der Einzelstaaten, und ein sol- U bctgrisf ist der Beschluß der Nationalversamin»
t:t Weimar, wonach es dem Reich mögl ch wird, »eile von Preußen loszureißen, selbständig i>u mache» in andere deutsch^ Staaten zu vereinigen, auch toenn Preußen nicht zustimmt. Tas ist eine n n c c» jjtte Vergewaltigung Preußens durch
Reick, (cehr richtig! rechts.) Es ist eine «erhörte Anmaßung, daß jetzt offen die Grünbrmg »incr >o c st d e u t s ch e n Republik betrieben wird. fjr Negierung hätte diesen Trennungsgclüsten aufs ^ärfne eukgegenireten müssen. (Sehr richtig! rechts.) Tre Regierung sechst ist sck-ld an birf&’t Beurebnnwn hti ihren brutalen Eingriff in das Rcchtsleben, durch ihr Prcgcamm Cer Wrucue uuD Cer Ungerechtigkeit. Klliirubc bei bett Sog.. Lebhafte Zustimmung rechts.) xie Schreckensherrschaft der Berliner Boljcheirtsten ist der Parole „2 o 3 von Verl in!" zugute gekommen. gas Unerhörte ist, daß ioesiltchs Streife mit der Entente in Verbindung getreten sind, um eine Volksabstimmung Wer die Dilbung einer rheinisch-westfäiijchen Siepu» yü herleizuführen. Zur Begründung des Verlangens der rheinischen Republik wird angeführt, daß die Rheinländer von den Prenßen sehr verschieden seien. (Sehr rirhiig! im Zentrum), daß das Rheinland von der ptrnßisck-en Verwaltung benachteiligt worden sei (Sehr richtig! im Zentrum), daß den Rheinländern sit Mißtrauen begegnet worden sei. (Sehr richtig! im Zentrum.) £d) will die Fehler der preuß scheu Ver- Mllung nickt verteidigen. ES ist richtig, daß wir uns mit gewissen preußischen Eigenheiten nicht befeeunben kennst». Dem Zentrum toirit man vor, daß eS eine Jdbitänöipe chemische Republik unter Loslösung vom fltidie an strebe. (Lebhafter Widerspruch im Zentrum: Piemals! Wo steht das? LücwnN Tie Rheinländer ticken immer zum Reiche gehalten und weder Not noch Pesobr werden sie hierin tvankcnd machen. TaS ist «ick die Ansicht der Anhänger der selbständigen rheinischen Republik. (Sehr richtig! im Zentrum.) In kn evangelischen Kreisen des Rbemlandes denkt nie» ranb an die Abtrennung Preußens. Preußen darf auf hie Nheinlande niemals verzichten.
i Abg. Schlos-mann-Tüfleldorf (Dem.): Nachdem die Nldimg eines deutschen Einheitsstaates llch nickt hat kfüirflidten lassen, lernt bte Cein.kraiiiche Partei alle itziisiciliingspläiiL Preußens entschieden ab. JnS- ksondere verioerfen auch wir alle Bestrebungen zur ISrünbung einer eigenen rhei'iisch-tvestfälstcken Repn» ilik. Auch ein Teil des Zentrums steht diesen Desire- ikinnrn kühl und ablehnend gegenüber.
I Abg. fRunnt (Soz.): Wir Rheinländer sinh Deutsche Md wolle» es bliibe». (Beifall.) Die LoStreiinungs» kftrebunren stehen in direktem Widerspruch zu den Wil» stnkckcn Pläne», die doch aiich von der Entente angenommen worden find. Tie LoSlösungsbeftrebunaen gehe« biS zum 9 November zurück. Schon am 4 Dezember wurden Zentrumsstimmen laut, die die rhein'sch- Mtfärifdit Republik auSrvfen wollt«». Auch an meine jPorteisreunde bat man sich gewandt, die sich aber völlig «lilelmeiid verhielten. Tie Arbeiter im Rheinland sind gegen eine eigene Republik.
i Ministerpräsident Hir'ch: Tie LoslösungSbesire- hungen im Rheinlande gehen auf eine Zeit zurück, wo ,8’n Bolschewismus nickt Cie Rede fein konnte. Ich b e- bauert d i e einseitige Stellungnahme ,it8 Abg. Linz in diesem Augenblick, wo da? gan-t preußische Volk einmütig sein sollte l'cbnoens so ab» jdrg g bie LvS'vsinigsbesircbiingt n tm Rheinlande sind» H holte ick eS für unrecht, die Führer der j"e>veg>! n g der T en r s ch f ei n d 11 chl c 11 zu Pesch» ldi gen. Tie Griinde für die Belvcgung Iie» Pen zum Teil in kulturellen Sorgen, zum Teil auch 'Iwrrfdit die Befürchtung, daß die politischen Btamwn sich künftig in einem den Rheinländern Widerstreiten» i®en Sinne betätigen fönnten. In Westfalen bat sich bann eine Anschlußbewegung reitenb gemalt. In den iLoSIö'nngSbestrefungen liegt Mangel an Solidarität?, el. der auf das Ausland nur ungünstig und unter iindrn gefährlich wirken kann. (Sehr richtig!) »Homme libre" karin man davon lesen, die Fran- tofen Ironien am Rhein nichts anderes, als was die Abeinkänber selber tvof'ten, (Hört, hört!) In d eier schweren Zeit müssen Sie daS Allgemeingefübl doppelt lu stärken suchen. Da? ist die Pflicht aller StaatSbür- 6er. Die nirtfdiaftlidien Hoffiinngen, die an die LeS»
ttm Deutschlands Besitzstand.
Tie Entente will die Landung der polnischen Armee Haller, die mehrere Divisionen betrnoen soll, in Danzig erzwingen; bie erklärte Absicht ist: Durchmarsch nach Polen zur Unterstützung b.’t polnischen Verteidigung gegen den Bolschewismus. WaS aber tatsächlich dahinter steckt, kann unendlich m«hr fein! Die deutsche Regierung wider'etzt sich dem Verlangen und verweist die Alliierten auf die Hafen Königsberg, Memel obtr Lidau. Unversehen» ist ein schwerer Konflikt ausgebrochen, dessen Aue- oang und Folgen noch unübersehbar sind. Die Reichsregieruna lehnt die Landung polnischer Truppen in Danzig nach wie vor ab. ES wurde wiederholt darauf binoewiesen, daß nach Sinn und Wortlaut bes Waffenstillstanbsabkommens vom 11. November 1918 bte deutsche Negieiung in keiner Wei'e verpflichtet ist, in Danzig polnische Truppen landen zu lassen. Sie bat bei den Verhandlungen in Posen ausvrückltch ob lelehni, die Frage dort überhaupt zu diskutieren. Aber auch in Epaa, wo bte Frage allein enischieden werben kann, wiid die deutsche Regierung aufgrund deS Artikels 16 des Wofsen- sttllstandSabkommens vom II. November 1918 stet» batattf beharren, polnische Truppenlandungen m Danzig nicht zuzulasien, um, tote Reichsminister Erzberger den Danziger Ab'eotdneien der Nationalversammlung auf eine Eingabe geaniwoitet hat, die Polengefahr von der deulschen Stabt Danzig avzu» wenben. Genetal v Hammerstein hat eine in diesem Sinne gehaltene Note überreicht. Ter sranzösi che Unterhändler, General Nudant, nahm bie Ro-e mit der Bemerkung entgegen, et toetbe fte so ort Foch übermitteln. Die Note habe den Vorzug, klar zu sein, indem sie die deuilcbe karegorijche Ablehnung aller Vorschläge und Forderungen bet alliierten und assozi erten Regierungen enthalte. Sie schaffe somit die tatsächliche Lage, die in entsprechender Weife behandelt werden wurde. Die Ankündigung der Landung polniicher Truppm har in ganz Westpreittzen begreifliche Auf- reaung hervorge>nfen. Tie deutsche Nc hrhett der Bevö^kerunz ist entschlossen, sich um ketneit Ptet» der polnischen Vergetoaltigung zu fügen. Falls der Versuch gemacht würde, d eie Landung nut Waffen- grivalt zu e-zwinaen, würde sich die Nolwenbigkett der Bereiischajt und militätischen Abtveyr ergeben.
Reichsminister Erzberg et Hal als Vorsitzender derdent chenWaffenslillstanbLkommission den Alltteiten eine Note übetreicdt, tnder gefiagk wird, ob es wahr sei, daß die Deutschen den Friedensveitragsentwurf ohne Debatte annehmen müßten.
In einer Kabinettssitzung am Freitag wurde bte Friedensdelegation, die sich nach Paris begeben wird, endgiltig zusammengefiellt: Staotssekretär des Aeuße>en Graf Brockbotff-Rantzatt, Reichsminister Dr. Taptd. Reichsminister G esbects, Abgeoidneter P,of. Walker SchücktNg'Maibu.g, Gejaud-er Dr. Adolf Müller-Betn und Bankier Dr. Melchior- Hamburg. Diesen führenden Unterhändlern stehen 38 Sßern eiet au8 Handel und Industrie und aus dem deutschen Geistesleben zur Seite.
wir noch imstande sind, die kostspieligen Cßtrarcn zu bczahlcn. - .
In beet Kriezsjahrcn ging unser Wunsch bahr», daß uns selbst und unseren Verbündeten eine recht gute Ernte beschert sein möge. Zum Besten der Fe.nde, mit denen wir im Kampfe lagen, konnten wir bama.8 einen solcken Segenswunsch nicht sprechen. Wir waren auf unsere eigene Ernte angewiesen; die Gegner aber batten die Ernte von ganz Asien, Afrika, Australien und Amerika zur Verfügung. Als wir vor einem Jahr zum Fricda.rSschluß von Brest und Bukarest kamen, ba rief btr f,einblütige Minister von Leslcrrcich aus: TaS ist bet Bro reden! Ach, von bem erhofften Brot aus dem Lsten t.t so gut wie gar nichts auf unsere» Tisch gekommen. Tie neuen »Freunde" lieferten nicht. Im Lauf? des Jahres brachen auch nock die alte» Freunde im Cften zusammen. So kamen wir in die traurige Lage, unser Heil im Waffenstillstand und w.ifer Brot bei den Westmächten suchen zu müssen. Unsere eigene t«- nie v n 1918 *- a« nicht fa put, baß wir unsere Rationen steigern durften. Wenn doch bie Brotration etwas erhöht wurde, so geschah eS zur Hebung der Stimmung in der Hoffnung, baß nach dem Wafse»- stillstand ba'd die Zufuhr in (Sang käme. TaS hat sich aber »och fast ein halbes Jahr verzögert. Wir blieben auf der Hungerfolter und sind auch heute noch nicht erlöst, sondern hltben nur Aussicht auf e:was Gr» Ic idterung der Spannung. Tie Sachlage bat sich nur insofern geändert, als wir jetzt nidjt mehr von der eigenen Ernte allein abhängen, sonder» mir der gesamten Welter nie zu rechne» haben. SVer.n eS in allen Erdteilen ein fruchtbares Jahr gibt, so fäät uns etwas Erkleck!icl)es ab. Bei schlechtem A issall der näckfften Wclternte würde eS auch uns schie lst gehe», da wir bann auch zu hohen Preisen wenig bekommen würden. Tie siegreichen Völker sorgen natürlich zunächst für sich, und die Neutralen sii d nach wie. vor ab- hängig von diesen Herren der Welt. Also hängt es wesentlich von der bevorstehenden Ernte ab, ob der kommende Fri be für uns ein Brotfrieden wirb Wir können allo nur wünschen und beten, daß dem gcvv.en Grbfretfe ein üvigcs Wachstum beschert fein möge. Nickt bloß auS Menschenliebe, sondern in unserem eigenen Jntcresse, beim tote sind Kostgänger geworden, v
' / Q I Verantwort!, für den redaktionellen Teil: Dr. Ioh.Ktamer. I 22. märz 1919
slr. vV. | für vte «nzetpcn II. Par , euer, Fulda. - Rotationsdruck. I
TaS Zentrum gegen Landraub im deutschen Osten.
Tie Zentrnmspartei der preußischen Landes- versanmuung ist on die pienßijche Staats.egieiuna, die Waffenstillnanbskommiision und die FriedenSkom» miision mit folgender Kundgebung herangereten: Wir widerprechen einmüüg jeder Abtretung von Gebietender östlichen Provinzen, die als brutale Vergewaltigung rmvfuetden werden und einem wirtlichen Bölkerfriebsir ftt Eut opa bauernb entgegen stehen würbe. Gerade bas Zentrum, bas immer für Gerechtigkcit gegenüber ben nattonalett Älinderheilen einaeneten ist und eintreten wirb, ist berufen und verpflichtet, diesen Standpunkt namens seiner Wählermasien zu vertreten. Dieser Stand- punkt enispricht auch ganz bem vom Feinde ange- nommene.i 14 Punkten, die Wil,on in seiner An- ■ . .. r.nt) spräche an den Äongteß vorn 8. Januar 1918 be- I 1 - __—
kanntgegeben hat, und wir vet langen daher, daß er I
mit aller Kraft vertreten wird." | Tie Kabinettsbildung in Preußen.
----------—---------- , . | Nach Blätlerrnelbunge« sind die Verhandlungen Die Lebensmittelschiffe kSnnett absahren. fischen der eovaibemoftaue, der Deuncheu In Hamburg haben die Seeleute am Freitag Demokratischen Pariei und dem Zent^u^ eine neue Versammlung abgehalten. Bon den I über die ^'^ung des p ß^ Berständtgung 5—60f>0 anwesenden Seeleuten haben lal) für die soweit geforbert g°r^'ba^& rüc{t zft. 3 Es Ausfahrt bet Schlsfe, 804 gegen bie Ausfahrt go- auch mit bem 8« © “SkrioSn roeaett be8 ku l- st'.mmt. Demnach enthielt sich die größere Mehrzahl I bestanden ^kannstich . i zneuen Regierung, der Besucher der Stimme. Tas Resultat wurde mit tu T»oli«St« Än nun einem Becmttt- lebhaftem Bravo gegen vereinzelten Widerspruch I Die ?^"^ter d wonach die Regelung der
ausgenommen. Ter Vorsitzende betonte, datz sich ! lungsvotimlag zugestim , ® Simultan-
nach der Abstimmung d.e Minderheit der Frage, ob SionfeHton8-ober 1 ™ {
Mehrheit zu sugen habe. Sodann erklärten schule bt« citf wettere« den totalen bie Vertreter beS Seemannsbunbes, baß sie den Auf- | z-a überlassen werden soll. >
trag hätten, mitzuteilen, daß Emden, Bremen, Bremerhaven, Lübeck, Flensburg und Nordenham sich gegen eine Beteiligung an der Auslieferung der Schiffe ausgesprochen hätten und wohl bei ihrem Nein bestehen bleiben würden. Es kam noch ein Antrag zur Abstimmung, wonach der Seemanns, bund beauftragt wird, die Jntercffsen der arbeitslos
Unpolitische Zeitläuse.
N. Berlin, 19. März 1919.
1 »Laß sie Scttcbn gehn, wenn sie hungrig sind." So Drißt es in dem Liede von de» zwei Grenadieren Na» etHeor.8. Dai an wurde ich erinnert durch dos Abkommen über bte LebruSmitlelversorgung für Teutschland.
Wort „betteln" paßt insofern nicht, als wir ja -?s ersehnte tägliche Brot bezahlen sollen, unb, zwar ?>ckt zu knapp. ‘Sagen wir also: »Laß sie hanrstern griftn, wenn sie hungrig sind." So ist eS unS befdtie» *<n. Denn die fcinClid-on Mächte verpflichten sich nur, eine Portio» zur Einleitung zn liefern, so- ^fagen ein erstes Frühstück. Tas Mittagsmahl, das vtieirbrot und das Abendessen müsien wir uns s.'lber y°.rficn. Wenn wir für Geld und gute Worte das Fo:'ge bekommen, fe können wir kauen; wenn das 91uS»
nicht I efrrit will oder nicht liefern lann, so müsien ®‘t an dem Daumen lutschen.
Dabei ist noch vorgesehen, daß Tentschkanb ja n'cht "fra zu viel einhamstert. Nur 370 000 Tonnen rno» ^tlich dürfen luir an Nahrungsmitteln zukaufen. Tas ^ocht lo bis 11 Pfund auf den Stopf für ganze drciß g -.og?^ w-g seufzt mandxr: »Zum Leben zu wenig, ?>nv Sterben zu viel." Nun, wir müsien c5 a'S Gr» 5 ® n 3 u n g betrachten zu den Vorräten, die wir n.-ch und zu dem Zuwackis, den uns die neue Grnte splfentlidh bringen wird. Als Lückenbüßer ist Cer aus» jcnoifdje Zuschuß sehr angenehm. Nur ist d e Voraus- « ung, daß wir bis auf weiteres mit uns rer knappen Motion uns begnügen. Cs wird also Fasteifeit in 2>msckla„d bleiben, nationale Fasten»eit unter Staats» ^'trolle und unter Kontrolle der siegreich.'» Mächte. ’5°!tcn;eit über Qster» hinaus, tvenigstens bis zur neuen Ernte, vielleicht bis tief in den Herbst hinein. Met und frank uns tüchtig satt zu essen nach Herzens» das weiden wir uns verkneifen müsien bis zu bet £f't. trenn nach dem endgültigen Friedenssckluß btr «-«toerkehr wieder in regelredfte» (Sang kommt. Und bann noch hängt unsere Magenfüllnng von zwei ^oingungen ab: erstens ob in der Welt überhaupt "Wich Nahrungsmittel porhandcu sind; zwcste:v», ob
erhebt In bei »Kreuzzeitung" der bekannte konservcctive Führer Graf Westarp in der Angelegenheit bet Abdan» Fung unb Flucht des Kaisers Die Bekanntmachung des Reichskanzlers Prinzen Max von Baden vorn 9 vunu wuujiiugi. >vuv, v.v —- ---—। November, die mit dem Satz beginnt, „^xc «a.jet
getoorbtnen oder werdenden Seeleute gegenüber bei 1 unb fi5niß 6at sich entschlossen, dtm Thron zu ent» Regierung wahrzunehmen. Der Antrag wurde ctn- sagen", erklärt Graf Westarp als Fälschung, stimmig angenommen. Tie Dampfer „Burger» I fei eine Fälschung schon ^^halb. west sie zu e r Lest meister Schröder" und „Bürgermeister von Melle" verösfentl,chi wurde, ms dw Lnstcküeß^^d^K sollten Freitag abend als erste Hamburger Le^ns- nicht fessel!e^ Widerspruch zu den Tatsachen, da Mittelschiffe den Hamburger Hafen verlaffen. Beide guösprack, daß der Kaiser auch als König von Pre». Dampser gehen nach Liverpool. _, . I 6Cn abgedankt habe, und da sie bie kaiserliche Erklärung
3n Stettin haben bte Seeleute keine Schwie- I bcn Verzicht als Kaiser als unbebingt und end- rigleiten gemacht. Tort werben die auf Grunb b-S | gültig behandelt, während die staatsrechtliche Lstvk, . Lebensmittelablomniens mit ber Entente abzuver- feit be8 «exa1«« mietenden beulschen Schiffemit aller Beschleunigung £
jur Ausfahrt fertig gemacht. Nche Feststellung, daß der Kaiser abgedankt hecke, war
----- I durch Wolff und durch den Furikcntelegravhen dem In- DI« k-mm-n«- Vermögensabgabe. | «* »»««;» - S Äfi «S*. ©XainfK den dieser Sachverhalt sowohlaufdiL seelische Stimmung des Kaisers wie auf d-e sachliKete fernäpuitgen über bte weiter zu fastenden Entschlüsse auöüben mußten, dürfe niemand übersehen, der sich ein Urteil über die furchtbare Tragik des S. November bilden wolle. Auch in ihrem mif den K r o n p r t n. - ? n bezüglicke» Teil entsprach jene Bekanntmachung, wie Graf Wcstarv weiter behauptet nickt der Wahr- beit Danach mußte die Oesfentlichkeit aiinehmen, daß auch der Kronprinz Verzichtet habe, wahrend tn Wahr- beit mit diesem überhaupt noch nicht verhandelt war und k-inerle» Erklärung von ihm vorlag. TaS Urteil über die Persönlichkeit des Prinzen Mar und seiner Mitarbeiter, die an jenem Tage das beutzche Volk, fo- wie daS deutsche Seer in eine verhängnisvolle Täuschung versetzt haben, steht nach dem Grafen Westarp sonach fest TaS Ve'halten des Prin-en beweise, daß er seiner Stellung in feiner Weife gewachsen war und keinen Begriff von seiner staatsrechtlichen und geschichtlichen Verantwortung hatte.
k Man schreibt uns ai'S Berlin: Tie National» berfanunlimg wird sich in ihrer nächsten Tagung »eben der Vcratung ber endgültige» Verfassung vor allem ,mit de» (steuerfragen zu beschädigen haben. Die künftigen Steuern werde» sehr vielfältiger Art und Form sein. Tie Krönung deS ganzen Steuerwerkes wird bie große Vermögensabgabe fein. Wie in Regierungs- hCiferi verlautet, rechnet daS ReichSsckatzamt mit entern ertrage von etwa 40 Milliarden.Marl auS dieser Vermögensabgabe. Um welche an sich ungeheure summe eS sich dabei handelt, mag die Taisacke erklären, daß der damalige Wehrbe'trag eine Milliarde betrug, und daß diese Summe auf 3 Steuerjahre verteilt wurde. Wurde man die Abgabencrm des Wehrbeitrages a 8 Richtung gebend für die neue Aermvgensbesteuerung arinehmcn wollen, so würde jeder Steuerpflichtige das 85 bis 40fadie Ce8 damaligen StruersollS aufziibringen haben. Man wird aiinehmen dürfen, daß bie Abstufung dcr Abgabe cnrfpredienb ber Leistungsfähigkeit, aber auch unter Berücksicktigung der Art der betreffende» Vermögen erfolgt. Richt jedes tm Kriege erworbene Vcrnwge» kann als Kriegsgewinn angesprochen wer-
den. Wie bedeutet, wird die Abgabe biS zu ungefähr i — - , Vrekdeiernent.
60 Proz. steigen, jedoch würde dieser Piozentsa'; nur I 19 v B 3*
auf Vermög.» von über 109 Millionen Mark Anwcn» I ffitäbrenb bei MassrnauSstandS in Lktpztg tft bte dvng f-nden. Bei bem außerorbentttheit Finaiizbebari I <Rri6(reibcit vollständig unterdrückt W»rd N. Mtt des ReickcS wird sich aber nicht vermeiden lassen auch I \ 0 fkederrna wurden dem 91«beitet» unb Sol- bie kleineren Vermögen unter 20 000 Mk.. die einer» «««™ mit $uSnaf)nte der
zeit leim Wchrbeiira« verschont wurden, zur Vermo» ba etHat »Ttjwe yiiww i qei.
gensavgabe heranzrizf hon. Für die Sßerrrög:n3;efdttf» I Leip,tget L olkszet U g • n neinaelassen.
lung wird nickt der 31. Te-embet 1918, sondern der 31. I tun gen Wut den nickt neid) Le Pxg hine'Ngelafte«.
Tezembcr 1919 'n Frage kommen. I Zetzt macht die mebrhettSioztalacmokratische Freie
, __________ I P^xssx die etwas übe,rächende Tltfteiluna, daß der
Preßd^ernent deS A.-Z.-Rates der Asphalteur Hirschmeicr gewesen ist.
ZeatrumSamräge für die Kriegsbeschädigten.
In der preukischen Landesversammlung bat der Aba. Sckül>na (Zir.) mit Unterstützung der Fraktion
Aber eS hieß doch immer, die deutsche Landwirtschaft sei imstande, aus eigenen Erzeugnisien daS Volk zu ernähren! Freilich, unter normalen Verhältnissen ist die deutsche Selbsternährung möglich. Unter den jetzt- gen Verhältnisien geht es aber nicht. Auf de» Siedern unb in beni Viehställen haben wir in den schweren Iah» ttn Raubbau treiben muffen. Tie erschöpften Aecker bedürfen zur Auffrischung besonderer Düngung; die Viehzucht braucht Kraftfutter, vor allem zur Erzeugung von mehr Milch und Feit; die Landwirtschaist biaudt viel Arbeitskräfte und findet sie nickt, weil die Maffen von Arbeitslosen, die sich in den Städten h-r- rmtreiben, teils nicht willig, teils nicht fähig sind für die Landarbeit. Allmählich wird bie brutsch« Landwstt- schast auf die Höhe kommen, und dann können wir den Alp der Hungersnri abschutteln. Vib-r vorläufig müssen wir wegen unseres täglichen Brotes bei den Nach, bain und sogar bei.den bisherige» Feind .i anifopfen.
Sstnnetzlick, aber unvermeidlich! Darum hat auch unsere Regieri ng bas neue Abkommen unterzstchnet, um das deutsche Volk vor dem Untergang in Hunger und Brudermord zu bewahren. Wenn der Magen knurrt, beißt man auch in ben sauersten Apfel, solange nichts Beffercs zu haben ist.
„9iadj Golbe drängt, am (Selbe hängt doch alles." So singt ber Dichter, unb das paßt auf die heut gr Zeit, ba alle Welt von einer wilben Gelbgier ergriffen bt. Icber träumt von Lohnerhöhungen bis in die Wolken hinein, rnb wer einige Geldscheine in der Tasche Hai, der sucht noch im Glücksspiel (in Berlin sogar auf offener Straße) noch etwoS dazu zu gewinnen, bis er geruDft nach Hause sästeicht. T e Kriegsgewinnler sind noch nicht in den Ruhestand getreten; tm Gegenteil, jetzt lat sich diese Zunft erst reckt erweitert. Eine Unmafte von kleinen Gewinnsüchtigen g'ault noch aus dem Schwanz des Krieges goldene Federn ruvsen zii können. Der' Hrißhmig'r nack Ge d ist eine Zeit» krc» kbeit; dieses Fieber trirb: hoffentlich wieder, sinken. Aber der ßuncer nach S v e i s e, der Drang zu ordent- licf-er Sätt gütig und krästioer Ernährung wurzelt im Körver selbst, ist ein unausrottbarer Naturtrieb. Tas deutsche Volk wäre im Kriege trotz der Ueberzahl der Feinde nicht so kläglich zusammengebrockwn, wenn cS reichliche, feile und träftige Nahrung gehabt hätte. Sa-