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Die versunkene Krone

Roman von Felix Naboc.

<£in verbrechen. Nach einer Meldung an( Detmold wurde cm Diensrag abend von sperre kisii'cher ©eite ein Attentat mit Handgranate« auf einen fahrenden Personenz«g verübt. Mehrer, Personen wurden getötet; andere schwer oder leicht verwundet.

Damit kein« Pause im Streike« eixtrete, in Berlin die Leute vom Aino in einen Ausstand ei», getreten. Sie streiken, weil die Arbeitgeber e» ab­gelehnt hoben, für die Filmvertreter (Reisende) «ede^ den TageSdiäten von 45 Mark außerhalb und vo» 10 Mark innerhalb Berlin« noch ein weitere» Mi», destgebalt von 10.000 Mark, ferner für Ausnahme- Operateure ein Mindestgehalt von 24,000Mark und für Schauspieler ein Mindest» Honorar von täglich 100 Mark zu bewilligen. Bescheiden stad die Äim>' leide grade nicht.

geblieben. Auch eine praße Anzahl Helme, Waffen und andere Geräte wurden durch die Schulkinder zusammengebracht. Jetzt ist man endlich mit der Sichtung bieerBeute-Sammelstelle" beschäftigt, um da» Brauchbare abzutrontportieren. Die unbrauch­baren Fahrzeuge werden hier verkauft.

Israelitischer GottiSdtea«.

VomStag. 18. März. vorabcndgotteSdlenst, Predigt 6,45, inoizevö 8, nachmitt. 4, SabbathauSgang 7,15 Uhr,i Sonntag, 16. März. Purim. Morgens 6,25, nach«. 8, abends 7, 'O Uhr. SoochengotteSdienst: morg«»0chSlh nach«. 5,45, abends 7,15 Uhr.

Anfrage» an:

MI tot II«

Chartottenburg 0.

werte ihn mit meinen Armen, benetzte Ihn mit mei­nen Tränen, kühle die harten Schollen, als ob sie die Lippen meines Lieblings gewesen wären, nahm eine Handvoll Erde von dem kleinen Grabe und verließ die Heimat."

Aber warum haben Sie die Gesetze nicht ange- rufen?" fragte Äurt n. Seefeld.Wir leben doch in einem Kulturstaat, dessen Gesetze Sie geschützt hätten!"

Do, nützen mir Gesetze"! erwiderte die gebro­chene Frau.Hätten mir die Gesetze des Staates mein totes Kind, meinen Sohn, die Liebe meines Gatten zurückzugeben vermocht? 91 ein! Ich war von dem geächtet und verstohen, den ich über olle» geliebt hatte. Damit war für mich alle» zu End«. Mein Leben war zerbrochen, meine Ehre zertrümmert wie eine poften, Krone, die man in» Meer peworsen Hot. Sie ist tot, liegt lief unten in dem feuchten Grabe. So wollte auch ich tot fein. Ich ping In die Well hinaus, nahm einen andern Namen an, versuchte es bald do, bald dort, erwarb mir durch meine Kenntnisse in der Musik und in fremden Sprachen mein Brot und schlug mich durch, fo gut e» ging. Solange ich gesund war, ver­diente ich gerade so viel, als ich zum Leben nötig hatte, machte sogar kleine Ersparnisse. Krankheiten zehrten diese wieder auf, und dann kam die bittere Not Aber oll da» hätte mich nicht angefochten, wäre nicht die furchtbare Wunde in meiner Brust gewesen: da» Heimweh nach dem Gatten und dem Sohne, nach dem kleinen Grabei Das stoß an mir wie ein nagen- der Wurm. Da» war so mächtig und drangvoll in ! dah ich sahrelang sparte, um die Mittel zu einer 9 c.je In die Heimat zusammenzubrinpen. Einmal war ich auch dort, am Grabe meine» Kinde», aber die andern die Lebenden, die sah ich nichtl Und nur auf Umwegen erfuhr ich einiges über sie, nicht viel Gute»! Er, den ich geliebt hatte, sank und sank ward znm Trinker und Spieler, war sogar einmal in einen Prozeß wegen Falschsp'elerei verwickelt. Mei­nen Sohn sah ich niemals, niemals und hatte doch so große Sehnsucht nach ihm, trug soviel Liebe zu ihm in der Brust! Nie mehr durste ich seinen Mund küssen; nie hörte ich seine Stimme den süßen Namen Mutter" aussprechen! Fünfundzwanzig Jahre er­trug ich dieser traurige Los, war eine Verbannte.

Literarischer.

»arte bet* besetzten und neutrale« Gebiet. 130000b, Verlag von Ludwig Ravenstein, Frankfurt a. SU, Preis S Mk.

In weiten Kreisen ist man über den genauen Verlauf der Grenzlinien, ivrückenkopfgebiete und de, neutralen Zone noch im Unklaren. Bei allen denen, di« mit diesen Gebieten im Verkehr stehen, wird daher die vorliegende nach amtlichen Unterlagen bearbeitete Karte großen Anklang finoen. Sie zeigt die neu berichtigten Grenzen der Brückenköpfe Köln, Mita, und Mainz.

Aus den Verlustlisten.

Leo Weber, $*eale«u, f ins. Krankh. Heinrich Stock, yechel«»»«»lieche« (Hünfeld), f ins KrU. tBilL Trabani, »teixan (Schlüchtern), f t«f. Krlh. Heine, Schulz, Maffei, vm. Phil. Gebhardt, amSnebeea l. Derrn. Emil Spahn, Vachrain, in Gefgjch. Antotz Freund, ßagebasle«, in Gefgsch. Lor. Schlag Sh lau, L vw. Koh. Gutermuth, vahlherda, Bern, Willi Gersting, Maffei, pef. Heinr. Bro mm, Staiie, dach, vm. Kornelius Michel, jirlendach, dar, tzrnnp Roßmar, Znlda, L o.

Deutsches Reich.

Die Auflösung der Familiengüter. Wie halb­amtlich mitgeteilt wirb, ist beabsichtigt, der preußi» schen Landesversammlung einen Gesetzentwurf vorzu­legen, der die Neuerrichtung von Famtliengütern verbietet und die Auflösung der bestehenden unter gewissen Bedingungen vor sieht.

* Dr. fioett, der Minister des Demobilmachungs- innts, hat, wie wir hören, sein Ent lass» ngsge such gingereicht.

Weimar, 9. Mörz. Nach einer Verfügung der einstweiligen Regierung von Sachsen-Weimar-Eise- nach werden sämtliche zum Kronfideikommißvermögen und zum Sondervermögen des Großherzogs von Sachsen, deS großherzogltchen Hauses und seiner Mitglieder gehörigen Gegenstände, soweit sie inner» ?alb Sachsen-WeimarS liegen, vorläufig mit Be- chlag belegt , ,

Meiningen, 11. März. Das GesamtergebntS der Landtagswahl für Sochsen-Meiningen ist folgendes: Mehrheitswzialisten 42,316, Demo­kraten 13,794, Unabhängige 7536, Deut chnattonole PolkSpartet und Bauernbündler 11,954. Es er hallen demnach Sitze: Sozicrldemokr .ten 14, Demo- Iiaten 4, Bolkspartei und Bauernbündler 4, Unab­hängige 2. _____________

Das Enverqebnis der Landtagswahl;n Sachsen-Weimar.

'Weimar, 13. März. Das Gesamtergebnis bet weimarisch en Landtags mahl liegt fitzt b's auf einen kleinen Ort, der für das Endresultat ohne Bedeutung ist, vor. Danach haben erhalten: Demokraten 38722, Zentrum 5292, Deutsch-Nationale 84964, Deutsche Vo.kspartei 9786, Sozialdemokraten 72465, Unabhängigen 18409 Stimmen. Deutsch- -rationale und Deutsche Volkspartei hatten ver- bundene Listen, ebenso die Demoirattsche Partei und da« Zentrum. Es erhalten: Demokraten und Zentrum zusammen 10, davon das Z ntrum 1, Deutsch- Nationale und Deutsche Volte-Partei zusammen 11, Mehrheitssozialisten 18, Unabhängige 3 Sitz». Es stehen tomit 21 sozialistischen Mgeordneten 21 nicht» sozialistiiche geaenüber. ,

;; Geisa. Es lohnt sich, auf das Ergebnl» bet LandeLwahlen in Geisa noch einmal zu­rückzukommen, da daraus hervorgebt, w e sich bei zielbewußter Arbeit und überzeugter Wählerchafl auch die Vielbeklagte Waljlmüdtgkeit überwinden Iaht. 8lm Sonntag wurden für das Zentrum 574 Stimmen abgegeben, gegen 573 Stimmen am 19. Januar. Tas Zentrum hat also nicht einen Wähler verloren. Dagegen sind die Sozialdemokra­ten von 142 Stimmen auf 57, die Temok> aten von 115 auf 79/die rechtsstehenden Parteien von 15 auf 8 Stimmen zurückgegangen. Zm benachbarten Wiesenseld sind am Sonntag 133 Zentrums- itimmen abgegeben worden gegen 125 Stimmen für >as Zentrum und 8 für die Sozialdemokraten am 19. yanuar. Es herrscht große Genugtuung da- rüber, das Herr Lehrer Dotter-Gei,a als Abgeord­neter in die Wetmariiche Landesoetsammlung em» ziehen wird.

Letzte Nachrichten.

w Essen, 14. März. Nachdem die Bergarbeiter des Bezirkes Sterkerade erst vor einige« Ta­gen die siebenstündige Arbeitszeit durchgesetzt haben, verlangen sie deren Herabsetzung auf sechs Stun, bett täglich einschließlich der Einfahrt. In eines Belegschaftsversammlung wurde erklärt, daß matt die sechsstündige Arbeitszeit, nötigenfalls durch Streik und Steuerverweigerung erzwingen werde.

W Leipzig, 13. März. Von den 400 000 Mark, die währeich des Generalstreikes ttn Auftrage des Ar­beiter» und SoldatenratcL von dem Qbcrbürgermeister in Leipzig erpreßt worden ivaren, hat ein mit der Auszahlung von Geldern an die Eisenbahnarbeiter Le. auftragter 100 000 DLark unterschlagen. Bei der Festnahme des Tärerö, der ein vielfach vorbestraft ter Mensch ist, wurden nur noch 42 000 Mark bei ihm borge funoen. 1

totb Berlin, 13. März. Der Tag verlief ut best de- setzten Stadtteilen im allgemeinen ruhig. Ein heftiges Feuerüberfall richtete sich gegen eine Truppenansaimn. Lung vor dem Stabsquartier. Durch energisches Vor­gehen der Regierungstruppen wurde die Ruhe sofort wieder hergestellt. Tie plan mäßige Durchsuchung nach Waffen wird fortgesetzt. Tie Regierungstruppen wer- den hierbei von der Bevölkerung unterstützt.

totb Rom, 18. März. Tie italienische Setegattoql hat der Friedenskonferenz eine Denkschrift übcrretcht, in der die italienischen Forderungen überreicht tvetbenj In der Denkschrift wird einleitend erklärt, daß die 8so derungen Italiens auf der Grundlage der Wilsonsche« Grundsätze beruhen. _______ '

sstwaS dagegen machen können sie dürfen nicht tzinmal protestieren, diese Arsikel aufnehmen. Fast täglich muß also beispielsweise derBayerische Kurier", das Organ der Bayerischen Volkspartei, heS Zentrums, einen Artikel bringen, der die Seg. Zungen des Sozialismus preist! Die Aussätze, meist Dllenlange. giftgeschwollene Blüten sozialistischer Hournalistik, müssen als Leitartikel auf die erste Seite kommen. Es ist unglaublich, was sich da voll« 'ßteht, und man kann sich eine brutalere Art, den Politischen Gegner zu bekämpfen, nicht vorstellen.

Auegestoßene, Heimatlose: Und gerade in meiner letz­ten Krankheit nyr diese Sehnsucht so übermächltg m mir, daß Ich sterben zu müffen glaubte, wenn ich die­sem Triebe nicht gehorchte. Ader ich war mittellos. Und ich wollte diesmal nicht In die Heimat zurück- kehren, ohne Frieden zu machen mH den Meinen. -- Da mir die Heimat oerschlosten war, suchte ich den Schlüffel zu ihr. Seite Frau, die Ermordete, hielt W» In ihren Händen: sie stand zwischen mir und meine« Saiten, verfolgte mich fett fünfundzwanzig Jahre« ihrem Hasse. Darum ging ich zu ihr, darum de­mütigte ich mich! Ach, ich hätte sie auf den Km«' angefleht, zwischen mir und der Heimat zu oermtttdn, mir den Frieden zu geben, nach dem ich mich sehn« den Frieden und eine Heimat! Aber sie ließ mich nicht vor ihr Gesicht: sie verschloß die Tür vor mir und da, in meiner Verzweiflung, schrieb ich den tönet, der nun so verhängnisvoll für mich geworden ist- Richt um zu morden kam ich zu Auguste v. PerlaH sondern um sie um Versöhnung, um Frieden zu bitten.

Kurt o. Seefeld war von dem Holzstuhl aufj£ sprangen. .Mir schwindeln" sagte er.Was mir da erzählt haben, packt mich wie ein Wirbelstunn- Lasten Sie mir einen Augenblick Zeit, um meine Ge­danken zu ordnen." Er durchmaß die enge ®efW niszelle mit raschen Schritten, trat dann vor die Ge­fangene hin und sagte: »Mir ist, al» hätte ich dien Stimme schon einmal gehört vor langer, litnfl» Zeit oder Im Traume! Ach, warum pocht me» Herz so laut, warum wallt mein Blut so heiß. Mv Auguste v. Perlach stand zwischen Ihnen ltnb Ihrem Galten. Und wie nennt sich dieser?" Atemlos pte» er die Frage hervor.

Muß ich das sagen?" ?

3a, sa ich bitte darum: ich flehe öe <$" mir zu sagen: Wo liegt Ihre Heimat? Wie Öe! Ihr Gälte?"

Meine Heimrtt Ist das schöne Bauernland wo die Alpen ragen, wo der See Maut. fm6 Gatte heißt: Maximilian n. Ncuhau»." _ J

Kurt stieß einen Schrei au» und sank in die .N* Mit beiden Armen umklammerte er die Frau schluchzte: .Mutterl Mutter! Liebste SRuttÄV Gortietzung W»

Schaulen in deutscher Hand.

wtb Libau, 12. März. In weiterem Vorbringen wurde den Bolschewisten der wichtige Eisenbahn» knotenpunkl Schaulen, an dem die Bahnen Tilsit» Mitau und Libau-Tünaburg sich treffen, unter steten Kämpfen entrissen. Nördlich davon wurde Schagoth an der litauisch-kurländischen Grenze ge­nommen.___________ ___________

500 deutsche Kriegsgefangene aus den dänisch sprechenden Bezirken Schleswig- sind au- Eng­land nach Dänemark (!) zurückbefördert worden.

Der König ohne Geld. Aus Genf wird be­richtet, daß der frühere König von Griechenland, der jetzt in der Schweiz lebt, keine Geldmittel mehr er­halte, weder von der Familie der Königin, noch ouS Griechenland. Die Königin hat bereits damit an» ! fangen müffen, ihre Juwelen zu verkaufen oder zu Verpfänden, um die Hotelrechnungen zu bezahlen.

SurDberhessen u.Senhess.llemtern.

:: Neustadt. In der ersten Sitzung der neuen Stadt- verordneten wurde Herr -AmtSgericht-rat Siebert als Stadtveroidneten-Vorsleher und Herr Ferdinand Gies als dessen Stellvertreter gewählt. Ebenfalls wurde ein Arbeiter- und Bauerniat gewählt. Au» den Tagen der Demobilmachung sind m der hiesigen Stadt einiae hundert Wagen und Feldküchen steyen gers auch nicht einmal einen dösen Gedanken in mei­ner Brust trug, hatte ich doch den Fehler begangen, mit ihm freundlich zu verkehren, mir [eine kleinen Hilfeleistungen gefallen zu lasten. Ich hätte sie nicht annehmen, sondern zurückweisen sollen. Mein Gatte faßte Mißtrauen: die Eifersucht erhob ihr Drachen- Haupt. Über e» wäre nicht Mim Aeußersten gekom­men, wenn nicht hinter ihm jemand gestanden hätte, der das Feuer stet» auf» neue anfachte, der wie ein dunkler, drohender Schalten, wie eine finstere, feind­liche Macht zwischen ihm und mir stand. Ich ahnte diesen unheilvollen Einfluß, wußte aber nicht, woher er kam; erst viel später erfuhr ich die Wahrheit. Aber da war es längst zu spät, da hatte ich meinen Kreuz­weg längst angetreten. Nach jener furchtbaren Nacht lag ich lange Zeit krank, war dem Tode nahe. Und als ich lanpfam genas, war mein Kind längst begra­ben; ich selber lag in einem kleinen Zimmer, da» sonst nur unliebsamen Gästen ungebeten wurde: mein Gatte wollte mich nicht mehr sehen, hatte mich verstoßen! Nicht nur im f)cr>en, auch äußerlich. Sobald ich ge- ne<en war und wieder gehen konnte, ping ich zu mei­nem Knaben und wollte alle Liebe auf ihn übertragen. Aber der harte Mann riß ihn mit au» den Armen und rief:Rühr' ihn nicht an! Du mordest ihn mir sonst auch noch, wie du die Tochter gemordet hast. Sei verflucht und verlaß diese» Hau»; sonst Hetze ich dich mit Hunden hinaus." Aller Haß, bet ihm eingeträu- feil worden war, sprach aus diesen Worten, und al» ich auf mein Recht als Gattin pochte, sagte er höhnisch: Hat eine Mörderin Rechte? Sie ist verfemt und geächtet! Weg von hier! Hinaus!"

Mit Worten und Blicken peitschte et mich hinaus. Da ping ich. Alle Demütigungen hatte ich bisher ge- duftig ertragen; dies aber_ war zu viel! Mein Stolz erwachte; meine Frauen würde gebot mir, nicht länger unter einem Dcche zu wohnen, unter dem mich Hoß und Derachtung verfolgten. Nut mit dem Allernötig» sten versehen, verlieh ich das Hau». Nicht einmal Abschied nehmen durfte ich von meinem Knaben; iebe Berührung mit mir wurde ihm verwehrt, al» ob ich mit der Pest behaftet wäre. Da mich die Lebenden von sich stießen, ging ich zu den Toten. Ich warf mich übet den Grabhügel mriues toten Kind», un.tlam-

Lokaler.

Fulda, 14. März 191L

Jubiläum. Die große Zahl der Jubilate in den Fuldaer Sianz- und Emaillierwerken F. C. Bellinoer hat sich gestern wieder um einen erhöhe. Herr Spenaler und Jnstalla eur Adam Danz konnte auf eine 25jäbrige treue Arbeitszeit in genanntem Werte zurückblicken. Die Firmeninhaber und die Mitarbeiter erfreuten ihn durch herzliche Glück­wünsche und hübsche Ge-chenke. Die GesangSabtei» lung deS -Arbeite,fortbildungsvereinS", die in dem Jubilar ihien allbeliebten langjährioen Tenoristen verehre, ließ eine schöne Erinnerungsgabe übeireichen.

;; Die Lohnbewegung der städtische« Arbeiter deS GaSwerkeS hat nach Verhandlungen zu der folgenden Einigung geführt: Handwerker erhalten künftig 1 Mark 80 Pfg. für die Stunde (bisher 1 Mark 25 Pfg.), Ofen arbeit er 1 Mark 70 Pfg. (bisher 1 Mark 15 Pfg.), Betriebsarbeiter 1 Mark 30 Pfg. (bisher 80 Pfg.). Ueberstunden bis 9 Uhr abends werde« mit 25 Prozent Aufschlag bezahlt, Nacht­arbeit mit 50 Pro;., Sonntags- und Feiertagsarbeit mit 100 Proz. Ferner wurde an Urlaub bewilligt bei 13jähriger Dienstzeit 8 läge, 4Ojähriger 6 Tage, 79iahriger 9 Tage, lOjähriger und mehr 14 Tage unter Fortbezahlung de» Lohnes. Außer­dem werden Schutzkleider für die Arbeiter angeschafft. Die Verhandlungen wurden unter der Mitwirkung von Aibeiter-Sekretär Kuhn vom christlichen Fabrrk- «nd Transportarbeiter » verband geführt. Die im christlichen Metallarbeiter - Verband organt- sierten Arbeiter der Maschinen - Fabrik Hartmann haben auch im Wege der Vereinbarung in den letzten Tagen gleichfalls eine Verbesserung der Löhne in einer durchschnittlichen Höhe von 10-12 Mk. für die Woche durchgefetzt. Wettere Lohnbewegungen sind in Fulda zurzeit noch im Gange.

(*) Das Gaswerk hat wieder Kohlen erhalten. Die Gaslieferung braucht also nicht mehr eingestellt zu werden.

;; Zum Erwerb bei Stockschen Anwesens an bet Maderzeller Landstraße durch dar Mutterhaus der barmherzigen Schwestern haben die zuständigen preußischen Ministerien die Genehmigung erteilt. Das Anwesen wird zu einem Erholungsheim für Schwestern eingerichtet werden.

;; Dienstantritt. Herr Gaswerksdirektor MeweS, der bekanntlich zwecks Wiederherstellung der Gesund­heit längere Zeit beurlaubt war, hat vor einigen Tagen seine Dienstgeschäfte wieder übernommen.

() Eine Gesellenprüfung für das Schneider­handwerk wird Montag den 7. April abgehalien. Anmeldungen sind btS spätestens Sonntag den 30. März an den Vorsitzenden Schneidermeister Robert Gut beriet, Kanalstraße 53, zu richten.

D Da» Konzert unserer 47er im Saale des evangelischen Gemeindehauses, am gestrigen Abend, das erste nach dem gewaltigen Völkerringen, wies einen zteml guten Besuch auf. Herr Obermusikmeister S a n b o w hatte die Freude, mit einem trefflichen alten Stamm seiner Trompeter glücklich aus dem Kriege heimzukehren, denen das Publikum durch lebhafte Beifallskundgebungen für die Darbietungen des Abends ein herzliches Willkommen bereitete. Die Wärme der Begeisterung der Musikfreunde stand er­heblich höher als die Temperatur des Saales; die Heizung war wegen Mangels an wärmeerzeugenden Stoffen in den Ausstand getreten. Tas Orchester zeigte sich als ein ansehnlicher, technisch gut durch- S'ifteter Klangkörper, der auch hinsichtlich der utung mit großem Verständnis den Zeichen sei­nes Erziehers und Leiters folgt. Ganz besonders ausdrucksvoll und schön wurde die Ouvertüre zu Mendelssohns ^Heimkehr au« der Fremde" und die durch ihre innige Melodie befhiefenbeMeditation" von Bach-Gounod gebracht, in der auch die feinste Nuance zur Geltung kam. Die Fantasie aus der Zauberflöte* sand in der ganzen Anlage wie in der Hervorhebung der einzelnen Motive eine einwand­freie Wiedergabe. In den Sätzen au» Lortzing» Undine* wurden die heiteren Untertöne Wirkung», voll wie neckische Lichter aufgesetzt. Einige Zuga­ben bereicherten die volkstümliche DortragSordnung.

)( Zu« L'rfte» der 8olfebun»t< zum Sckutze Net b,Utsche» Arien», und Zwilgesannen»», Ortsgruppe »ulba, beranfiaitft der Evan,.-Mönner.verein am eonntaa den 16. März abend» 8 Uhr im ebam. Ge­meindehaus einen Vortragsabend. Herr Pfarrer Weber spricht über bai Thema: .Kurhes se« greift aal! Der rvc.igel. ILnattneSverein und der Gesan verein .Liederkranz' haben ihre Mitwirkung zuaesaat.

Aber die Wellen waren mitleidiger als der harte, grausame Mann, den ich über allcS geliebt hatte: pe trugen mich in eine stille, seichte Bucht, wo ich mich an dem uberhängenden Buschwerk emporziehen konnte und gerettet war. Als ich mich von meinem Schrecken einigermaßen erholt halte, als mein Blick Mieder hell wurde, sah ich mein Kind in derselben Vucht; sein Spitzenkleidchen hatte sich an einer Wur­zel sestgchackt. Mit zitternden Händen hob ich e» au5 dem Gaffer, küßte den lieben, süßen, kalten Mund und legte die kleine Leiche an meine Brust. Darüber verlor ich die Besinnung und als ich erwackste. War eS Nacht- Die erstarrte Leiche in meinen Annen, ging ich nach unserem Hause und sand eS verschlossen! Mein totes Kind auf dem Schoße, zit. ternd vor Nässe und Küste, saß ich auf der Schwelle des Hauses, bis der Morgen graute. Tann kam mein Mann mit unsicherem schwankendem Gange, wie es ost vorkam, wenn er in die Stadt fuhr und bis Mitternacht trank und spielte, mit wfldrollenden Augen, Bei meinem Anblick stieß er einen Fluch aus und schlug mich mit der flachen Hand ins Ge. ficht.Weg von hier!" schrie er-Tie Kindsmöv- betin hat keinen Platz mehr in meinem Hause!" Ach weinte und flehte; ich warf mich vor ihm auf bie Knie, erklärte ihm alles, bat ihn, den unschuldi­ge« Jäger verhören zu laffen aber er yörte nicht auf. Ze mehr ich tat w-d meinte, um so wilder ge. bärdete er sich und in feiner Wut versetzte er mir et«en Faustschlag, t-a mich zu Hoden warf. Da schwanden mir die Sinne."

Kun drückte der Armen hmllch die Hand.Mein Gott", fagte er,was müssen Sie gelitten haben? Und habet waren Sie unschuldig."

grau Berg trocknete ihre Tränen und sagte leife: _5a, so wahr Gott mir helfe,'ich war unschuldig! Und doch trifft mich ein Vorwurf! Der Frauen Ehre tft wie ein reiner, blanker Spiegel: nicht der leiseste Kauch d«s Ihn trüben. Wiewohl ich wegen der-

Aus dem Nachbargebiet. V

V Großenlüder. Am 18. März feiert Cornelius i Reith mit seiner Ehefrau Agathe Joflpha geb. Mohr da» Fest der goldenen Hochzeit. Wegen Er- ' frantung de» Jubelpaare» muß die Feier dieser 1 TageS in der Wohnung statifinden. Von der preußi- scheu Regierung ist ein Gnadengeschettk bewilligt worden.

* An» bet Rhön. Die bayerische Hochrhön ist für die Schafzucht von ganz besonderer Bedeutung und e» könnten dort für Tausende von Schafen er­tragreiche Eommerweiden durchs die Kultur der ' Oedflächen entstehen. In einschlägigen Kreisen er­wartet man die baldige Verabschiedung de» Alm- weideoeletze» durch die bah'tische Regierung, damit gesetzliche Handhabe für die Genoffenschastsbildung zur Kuliivierung und Erschließung von Weiden ge­geben ist.

A Wächtersbach. Der hiesige Beigeordnete Georg Kolb hat sich in seiner Wohnung aus unbekannten Gründen erfchoffesi.

Offenbach. Ein hiesiger Hausbesitzer ließ eine freirewordene Vierzimmer-Wodnung meist­bietend unter vielen Bewerbern versteiget«. Der geniale Menschenfreund hatte Glück; denn der Miet­preis schnellte von 800 auf 2200 Mark in die Höhe, und der Bestbietende erhielt den Zuschlag. Was aber sagt die Behörde zu diesem schamlosen Wucher?

(8) Alzey. Die vier verstorbenen Geschwister Curschmann haben letztwillig der Stadt eine @tif» 1 tung über 100 000 Mark zugewendet, deren Zin- ' fen zur Verschönerung der städtische« Straße« und Anlagen dienen solle«.

* Eichenberp. Den herrschenden Landhunger läßt die Nachricht erkennen, daß sich mehr als zwei« \ hundert Pachtbewerber für das Rittergut Neuenrode , gemeldet haben.

Kastel. Ein Akadernikerau»fchuß aller akademifch gebildeten Männer und Frauen von Kastel und Um­gebung, dem nahezu sämtliche akademischen Beruf»- , Vereinigungen sich an geschlossen haben, ist gegründet worden. (E ne Anzahl Feldgrauer wurde abend» in der Nähe de» GüterbahnhofeS von Polizeibeamten ' erwischt, als sie einen Wagen plünderten. Die Einbrecher riffen aus und gaben auf der Flucht mehrere Schüsse, durch die zwei» Polizeiwachtmeister am Kopse verwundet wurden, ab. Infolge der Schießerei eilten weitere Polizeibeamte herbei. Es i kam zum Handgemenge. Schließlich wurden drei Räuber überwältigt und zur BohnhofSpolizeiwache abgesührt, während die andern entsprangen.

* Heiligenstadt. Gegen die Bestrebungen auf Loslösung von Gebietsteilen de» Regierungsbezirk» Erfurt und Bereinigung mit einem einheitlichen staatsrechtlichen GebildeGrößt HS rin gen" sprach sich der Kreistag einftimmig au».Mit der Elektri- zitätSversorgung unsere» Krei'e» durch,@Ü6- harz" wird demnächst begonnen werden.

Eifenach. Der Beznksdirektor teilt mit, daß infolge der durch den Streik hervorgerufenen DeikehrSfchwieriskeiten nicht genügend Vieh geliefert worden ist Infolgedessen konnten nur 150 Giamm Fl isch mit eingewachsencn Knochen verabfolgt we den.

* Mühlhausen i. Th. Der HauSfrauenbund w'll ein Heim für erwerbstätige und alleinstehende Brauen und Mädchen in Verbindung mit einer auSangeftelltenfdjule ins Leben rufen. E» ist geplant, junge Mädchen, die die Schule verlosten haben und sich der hauSwirtfchaftlichen Tätigkeit widmen wollen, in allen Zweigen de» bürgerlichen Haushalt» auf praktische und theoretische Weise aui- zubilden.

?" Jena. Dieser Tage besuchten Justizrat Dr. Bel l-Eff'N, Kolonialminister, Prosestor ke» Kirchen- rechtes Dr. KaaS-Tiier und andere Abgeordnete Jena. Die Herren ttntcben durch Pfarrer Silben durch die totb. Kirche und de« alten interessanten Friedhof geführt. Ein Gang durch die Stadt schloß sich an.AbgeordneterRecktSanwalt Dr. Herschel- BrcSlau, ein glänzender Redner, wird zur Vorbe­reitung der Gemeindewahlen hier sprechen am 22. d. M , abends 8 Ubr, in einer öffentlichen Versamm­lung über Kommunalpolitik. In der nächsten Zeit sind bereit, a!S Redner de» Zentrum« in unserem Wahtkrei» zu tpiechen von Jena 10 Redner» von Rudolstadt 2, von Saatfeld, Pößneck, Neustadt, Weida, Ilmenau, Suhl, Schmalkalden, Vacha, Elsenach je 1, von Metningen und Atnstadt je 2.