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fanbt waren ,tn der Darschauerstraße von einet yim- Zertköpfigen Menge angehalten, die Besatzung in i ß- Zandelt und entwaffnet. Von der ans sie. ben Mann bestehenden Besatzung kehrten nur fünf Mann zurück, die unter Eid folgendes aussagten: Wir passierten gegen 10 Uhr die Warfchauerstraße. Wir wurden sofort überfallen, geknebelt u. nach dem Ausweis gefragt. Daraufhin wurden wir in ein ^mnibusdepot in der Warschauerstraße gebracht. Wir sollten mit 18 Leuten zusammen erschossen wer- den. Tie Erschießung auf dem Hofe, der wir ver­wohnten, wurde von früheren Verbrechern u. Zucht­häuslern ausgeführt, während die eigentlichen Spar­takisten größtenteils ohne Waffe dem Treiben zu­sahen. Die Leute, die vor uns vernommen worden waren, wurden dann immer zu je 18 auf die^ler- pflegungswagen gestellt u n d d a n n e r s ch o f. fen. Wenn der Wagen von Leichen voll war, sich' ren die Spartakisten ihre Opfer ab Auf dem Hofe des Omnibusdepots spielten sich dre furchtbarsten Szenen ab.

Berlin, 9. März. Infolge der Grausamkeit, mrt der die Spartakisten gegen die in ihre Hände gefal­lenen Regierungstruppen vorgehen, hat sich der Oberbefehlshaber in den Marken, Noske, zu fol­gender Ankündigung veranlaßt gesehen:Wer von zetzt an mit der Waffe in der Hand gegen RcgierungstruPPen kämpfend angetroffen auf der Stelle zu erschießen."

Wes h«t in Berlin gesiegt?

Den Abbruch des Berliner Streiks muß man auf das richtige Konto bring v Was den Ausschlag ge- neben hat, sind nicht die Aufrufe der Mehrhertssozia- kisten oder ihre Stimmen in dem Vollzugsausschuß der Berliner Arbeiterräte, auch nicht die sozialpoli' tischen Zugeständnisse der Regierung, sondern die Waffenerfolge der Regierungstruppcn.

Der Streik war ein Hilfsmittel in der Hand der Macher; aber die Hauptsache war der Aus st and. So erklärt es sich auch, daß die Verheißungen der Re­gierung wegen der Verankerung der Arbeiterrate, der Sozialisierung usw. so wenig Eindruck machten. Diese Reformen waren nur ein Aushängeschild der unab- bängigen. In Wirklichkeit erstrebten sie mrt Hilfe der Spartakisten und des Berliner Mobs eine rich­tige Revolution, wodurch die Regierung Ebert- Heidemann gestürzt werden sollte, die National­versammlung nebenbei auch, damit auf diesen Trüm­mern endlich die ersehnte Gewaltherrschaft begründet werden könnte, in die sich die Ilnabhangi. gen und die Spartakisten teilen wollten.

Daher fiel die Entscheidung über den Fortgang oder Abbruch deS Ilmernehmens nicht in den Verhand­lungssälen derRäte", sondern auf dem Schlacht­feld am Alexanderplatz und in den umliegenden Kampfstraßen. Die Verhandlungen über die Sozial­reformen usw. liefen neben den militärischen Aktro, nen; aber den Sieg der Regierungstruppen hätte alle Diplomatie hon seilen Scheidemanns und seiner Freunde nichts genützt. . ,

Wenn -man nach dem eigentlichen Sieger fragt, Io ist es Herr NoSke, der Reichswehrminister.

Bei dieser Sachlage ist es durchaus richtig, wenn bie Regierung sich nicht auf die verlangte Zuruck, zichung der Truppen einläßt, sondern die einzelnen Aufrühernester ausheben und die Aufitändischen völ- lig entwaffnen will.

Was an gesetzlichen Reformen versprochen worden ist, muß von der Regierung natürlich redlich erstrebt und von der Nationalversammlung wohl­wollend geprüft werden. Nur darf man sich nicht dem Glauben hingeben, daß damit die Unabhängigen gelvvnnen und die Ruhe im Lande gesichert wäre. Die starke Hand muß die Ordnung schützen, sonst erheben sich wieder die Empörer, bie es auf ine Erlangung der Macht abgesehen haben.

Die Unabhängigen wühlen weiter.

Berlin, 8. März. Eine Berliner Korrespondenz berichtet: Wie wir erfahren, haben die Unabhän- gigen in der letzten Nacht beschlossen, den General- streik, den auch sie als gescheitert betrachten, abzu- brechen, ober die Zeit biS zum Zusammentritt des allgemeinen Rätekongresies zur intensivsten Agitation für den Sturz der Regierung und für eine Regierung Haase auszunutzen und eventuell am 26. März, dem Tage des Zusammentritts des Rätekon­gresses, einen neuen wohlvorbereiteten Ge­neralstreik für ganz Deutschland zu beginnen.

Mitteldenischland.

wtb Berlin, 8. März. In Halle wurde am 7. März der Oberstleutnant v. Klüber auf offener Straße von Spartakisten überfallen. Die Verbrecher schlugen v. Klüber mit einem Knüppel halb tot und warfen den Schwerverletzten alsdann in die Saale. Beim Versuch, das Ufer wieder zu erreichen, wur­den dem Unglücklichen in gemeinster Mordlust beide Hände abgehackt und er wurde mehrmals ins Wasser zurückgestoßen. Schließlich wurde er schwim­mend erschossen. Oberstleutnant v. Klüber war von der Reichsregierung mit der Organisation des militärischen Schutzes der Nationalversammlung in Weimar beauftragt.

Leipzig, 9. März. Bei Eintritt der Dunkelheit kam es gestern abend gu Unruhen, die auf den be- »orstehenden Abbruch des Generalstreiks zurückzu» führen sind. Der Sonntag verlief ruhig.

* Eisenach, 9. März. Gestern Abend wurde der Generalstreik von den Führern der Unabhängigen unter großer Enttäuschung der streikenden Arbeiter für beendet erklärt. Die 49 er haben sich mit den Streikenden zu einer allgemeinen Waffenabgabe ver­ständigt. In den letzten Tagen kam es hier nur noch zu belanglosen Ausschreitungen. Ueberaü ist die Ruhe wieder hergestellt, sodaß die für heute an­gesetzten Wahlen zum weimarischen Landtag ohne Störung bei guter Beteiligung vor sich gehe« konnten.

Oberschlesien.

* Berlin, 8. März. In Oberschlefien nimmt die Streikbewegung, zu. Es besteht die Absicht, die Betriebs» anlagen zu zerstören. Die Bewegung wird von sparta» Mischen Agitatoren geschürt. Die öffentlichen Gebäude sind militärisch besetzt. Die Belegschaft der Gruben ist im allgemeinen gegen den Streik, läßt sich aber von der spartakistischen Minderheit terrorisieren.

wtb Breil««, 8. März. Der Volksrat von Breslau teilt mit: Im oberschlesiscden Hüttenbezirk sind jetzt siebzehn Gruben am Streik beteiligt. Auf dem Borsig- Werk wurde der Generalstreik verkündet. Die Beamten Pes Hüttenbezirks sind tätlich angegriffen tooroen. Sämtliche Beamte sind schließlich geflüchtet. Die Be- wegung nimmt einen bedrohlichen Charakter an. Neu­hof wurde von den Spartakisten gestürmt und ernge- Kommen. Die Spartakisten bemächtigten sich sämtlicher Waffen. Eine Gegenbewemng wurde eingeleitet.

wtb. Breslau, 8. März. Der kommandierende General des & A.-K. hat über 14 oberschlesische Kreise den Belagerungszustand verhängt.

Beuthen, 8. März. In Radzionkau sind G e- peindevorräte gestürmt und für etwa 90000 Mk.

wvensmmtt, oatünter 300 Zentner Roggen, geraubt worden. In M i k u lts ch ütz wurde der Bahnhof gestürmt, die Beamten schwer mißhandelt und verzagt auf «ahn- bok Borsigwerk die Beamten vertagt und Schienen aufgerrffen. Die Führung bei diesen Ausschreitungen hatten auswärtige Elemente.

Aus Bayern.

München, 8. März. Die zwischen den sozialdemo­kratischen Fraktionen und den Beauftragten des Räte- kongresseS getroffenen Vereinbarungen, die dem Land­tag gestatten sollen, eine kurze Tagungzu halten und eine reine sozialistische Regierung zu ernennen, wur­den, wie zu erwarten war, auf der heutigen Sitzung des Rätekongresses mit überwältigender Mehrheit angenommen. Tie Haltung der Mehrheit deS KongreffeS genügt aber vollkommen, um dem Landtag eine ganz unmögliche Lage zuzumnten. Mit beinahe höhnenden Worten empfahl der Vertreter deS Kon- gresieS bei den Einigungsverhandlungen die Annahme des Kompromiffes. Der Mehrheitssozialist Ullrich de- tonte nämlich ausdrücklich, durch die Vereinbarungen sei der Landtag praktisch bereits auSgescbaltet. Sein Ehrgefühl muffe ihm verbieten, sie anzunehmen. Die Unabhängiaen wollen natürlich noch viel weniger vom Landtag wissen. Es zeigt sich also, daß mit der An- nähme der sogenannten Einigungsbescklüffe der Kon­flikt zwischen Landtag und Rätekvngreß nicht einmal überbrückt worden ist, fonbern eher noch eine bedenk­liche Zuspitzung erfahren hat. Wie möglich sein wird, auS der immer verworreneren Sage wieder zur Klärung zu kommen, bleibt vorerst noch ein Rätsel.

München, 8. März. Die Presseabterlung deS Zentrokrates veröffentlicht Richtlinien für die Durch- führu'-H der Pressraussicht durch die gewählten Vertrauensleute der lokalen Räteorganisattonen, die eine völlige Knebelung der bürgerlichen Presie be- deuten, die sozialdemokratische Presse fällt nämlich nicht unter die Preffeaufsicht. Für die übrigen Blätter soll nicht nur die bisherige Zensur beibebalten, sondern auch der ollen Begriffen von Sittlichkeit und Gewissensfreiheit hohnfprechende Zustand eingeführt werde daß die Zeitungen gezwungen werden, Artikel, die ihrer politischen Ueberzeugung entgegen- gesetzt sind in ihren Spalten aufzunehmen. Das ist ein Vorgehen, wie es in der Geschichte ohne Beispiel dasteht, ein Verfahren, für das sich in den Zeiten der ärgsten Reaktion und des unumschränktesten Absolu­tismus kein Gegenbeispiel finden lasten wird. Wenn das die Freiheit sein soll, die die Revolution dem deutschen ckolke gebracht hat, so danken wir dafür.

München, 8. März. Die Geiseln, die nach bet Ermordung Eisners, hauptsächlich auS den Steifen bet Aristokratie, gefangen gesetzt wurden, befinden sich jetzt wieder in Freiheit.

Keine Eroberung Rigas.

wtb Benin, 8. März. Die aus dem Haag ver­breitete Meldung von der Wiedereroberung Rigas ist n i ch t z u t r e f f e n d. Die deutschen Truppen stehen noch in ziemlich weiter Entfernung von Riga.

Meuterei kanadischer Truppe«.

wtb Liverpool, 7. Mürz.Liverpool Ezpreß" meldet: Tas Mißvergnügen über die Langsamkit der Demobilmachung führte zu einem ernsten mili­tärischen Aufruhrim Lager von R h h l in Wales. Es wurden Vorräte geplündert. Ein Vertreter des KriegSamts hielt eine Ansprache an die Mannschaf­ten und versprach Abstellung der Mißstände.

wtb London, 7. März. Das kanadische Haupt- quartter in London erläßt eine Verlautbarung über den militärischen A u ft u h r im Kimmelpark, in der es heißt: Gegen die Aufrührer, von denen ein gro- Teil schon verhaftet ist, wird scharf vorgegangen werden. Eine Anzahl Zivilisten nahm an dem Auf­ruhr teil. 12 von ihnen sind bereits festgenommen und den Zivilbehörden übergeben worden. Im Ver­lauft der Unruhen wurden 3 Aufrührer und 2 Wachtposten getötet, 40 Mann, darunter 2 Offiziere, verwundet. Im Lager von Rhyl befanden sich 25000 Kanadier, die auf ihre Ausschiffung warteten.

* General von Lettow-Borbeck traf in Kolberg zum Besuch des Generalfeldmarschalls v. Hinden­burg ein.

* Prozeß gegen einen Fliegerlentnant. Un#r der Anklage, im letzten November den gesamten Flugzeugpark Wilna, der einen Wert von 10 Millionen Mk. darstellte, um 2 Millionen an die Bolschewisten verkauft zu haben, steht der Flieger- leutnant Porten, der vor einigen Tagen in daS Berliner Untersuchungsgefängnis eingeliefert War­ben war.

Deutscher Reich.

Ebert in Berlin. Reichspräsident Ebert ist am SamStag nach Berlin gereist, zum erstenmal seit Uebernabme der Präsidentschaft. Er wird auch in nächster Zeit nicht nach Weimar zurückkehren. Mitte der Woche werden auch Scheidemann und der größt« Teil der Minister wieder nach Berlin übersiedeln. Reichspräsident Ebert wird seine Dienstwohnung im ReichSamt des Innern, die er als Volksbeauftragter bezogen hat, beibebalten. Pläne, bie bahin gingen, für den Reichspräsidenten eines bet Berliner Schlösser in Stand zu setzen, sind auf seinen Wunsch fallen gekästen worben.

* Tie preußische Landesversammlung Litt am Donnerstag, den 13. März im Abgeordnetenhause zusammen.

* Stuttgart, 7. März. In der württembergischen Landesversammlung wurde mit 100 von 129 abge­gebenen Stimmen der bisherige Ministerpräsident Bios (Soz.) zum Staatspräsidenten gewählt. Wilhelm Blo« steht im 70. Lebensjahr. Er ist bet Sohn eine« Arztes; nach bem Studium bet Philo» logie wurde et Journalist. Dem Reichstage gehörte et' seit 1877 mit Unterbrechungen, zuletzt für Braun- schweig an. Seine Schriften, darunter Romane und ge chichtliche Abhandlungen sind außerordentlich zahl­reich.

Eine Anfrage.

Weimar, 8. März In der Nationalversammlung haben bie heffennaflauischen Zentrumisabgeordnete» Becker und Schwarz (Frankfurt a. M.) folgende An­frage eingebracht:

»Rach unwidersprochen gebliebenen ZeitungSmel- dungen und zuverlässigen privaten Mitteilungen find in Wiesbaden in letzter Zeit mehrfach grundlose Mißhandlungen friedfertiger Bürger durch die Zugehörigen der französischen Besatzung»» armee erfolgt. Ferner waren Frauen und Mäd­chen andauernd Belästigungen durch französische Sol­daten au-gesetzt. WaS gedenkt die Reichste ierung zu tun, um die Bürger Wiesbaden! vor weiteren Miß- handlungen durch Angehörige bi französischen Be» satzungsarmee zu schützen und bie Frauen und Mäd- chen vor Beleidigungen zu bewahr» *

Gemeinde-Wahl^

V Hainzell. Sechs Bürgerliche »Fetzen sechs Sozialdemokraten in der neue» Gemeindevertretung gegenüber.

]:[ Hünfeld. Für die Stadtverordnetenwahl waren vier Listen aufgestellt. Gewählt sind Rechtsanwalt F. Eramet, Sattlermeister H. Hades, Laufman»

K. Siebert, Schreinermeister I. Lübeck, KreisauSschuß- astiste«t A. Raabe, Fabrikant H. Aha, Schlostermeistet O. Bogt, Maurermeister I. Sauer, Gastwirt I. Knokh, Spebiteur und Landwirt I. Petter, Stadtkämmercr A. Dietz und Eisenbahn-Unterastistent F. Ulrich.

Q Hanau. In das Hanauer Stadtparlament werden auch drei Frauen einziehen.

Mühlhausen (Thür.) Die Stadtverordneten» wahl hat das Ergebnis gehabt, daß die Sozialdemo- traten in Zukunft das Stadtparlament allein be- herrschen. Sie haben 21 Sitze errungen, während die Bürgerlichen sich mit 15 begnügen müssen.

Aus dem Nachbargebiet.

() SteinhanS. In einer gestern im Brebsiichen Saale abgehaltenen gut besuchten Versammlung sprach Herr Volksvereins-Sekretär Frank über bie Folgen der Revolution, unb Militärpfarrer P. Kit- dorf au8 Hünfelb über das Programm bet Sozial­demokratie und deren Schuld an ben jetzigen trauri­gen Zuständen in Deutschland. Beide Redner feste!« ten durch ihre Ausführungen in hohem Maße die Zuhörer.

-n. Großenlüder. In letzter Zeit wurde zweimal das Datlehnskasfenlager von unbekannten Einbrechern heimgesucht und mehrere Säcke mit Mehl und Korn gestohlen. Eine verstärkte Nacht­wache seitens bet Bütgerwehr wäre sehr am Platze, um bem diebischen Gesindel das unsaubere Hand­werk zu legen.

]:[ Hünfeld. In einer Versammlung be8 hiesigen Geschichte- und §eimat«muftnm8-SeteinS hielt Herr LandeS-Oekonomletat Metz einen interessanten Vor­trag überDem großdeutschen Gedenken im 19. Jahr­hundert". Der Vorsitzende, Herr Rektor Sondet- gr ld, sprach über das ThemaGroßbesten im Lichte der Vergangenheit". Die Versammlung war auch von ben'Offizieren unb Unteroffizieren deS hier und in der Umgebung von Hünfeld tn Quartier liegen­den Dragoner - Regimentes 14 mit bem Regiments- Rommanbeut Freiherr« von Westerreller an bet Spitze seht zahlreich besucht. Das Regiment, bisher in Colmar in Elsaß, stellte eine Freiwilligen- Schwadron auf.

XX Witzenhausen. Hier ist eine Kuratie neu errichtet tooroen. Die Mittel dazu hat bet Boni- satius-Vetein bet Diözese Fulba gut Verfügung gestellt. JnWitzenhausen tourbe bereits 1900 unter teilweiser Mitbenutzung eines von KuratnS Biet zu Allenborf (189294) erworbenen Wohnhauses eine Kapelle gebaut. Bisher wurde der Gottesdienst in Witzenhausen durch Bination des KuratuS in Allendors besorgt. Witzenbausen selbst zählt etwa 400 Katholiken, hierzu kommen noch die im Bezirke zerstreut wohnenden. Zum KuratuS wurde Herr Kaplan Dunkel von Fritzlar ernannt.

0 Gelnhausen. Der Zimmermann Heinrich Häf­ner auS Langenselbold hatte mit 3 Freunden zur Nacht­zeit eine Fahrt nach Somborn unternommen und einen Einbruch in das Anwesen deS dortigen Bürgermei­sters versucht. Als der Nachtposten hinzukam, ergrif­fen drei der Beteiligten die Flucht, während Häfner gegen den Posten vorging. Dieser gab in der Notwehr, zwei Schüffe ab, von denen der eine den Häfner schwer verletzte. Im Schwestleirnhause zu Somborn, wohin man ihn brachte, ist Häfner gestorben.

ft. Frankfurt a. M. Auf Anordnung der franzö­sischen Vesatzungsbehörden sind die Eisenbabndienststel- len des besetzten Gebietes angewiesen worden, sämt­liche Eisenbahnangestellte namhaft zu ma­chen, bie in Landgemeinden wohnen, dort Landwirtschaft treiben oder sich durch Hausschlachtungen selbst versorgt haben. Diesen Beamten werden Lebensmittel von den Alliierten nicht gewährt, während allen anderen solche toöd,entlief» zügetefft werden sollen. In dieser Woche wurden bereits Speck und Gefrierfleisch ausgegeben.

* Heppenheim (Bergstr.) Ein entsetzliches Ver­brechen setzte unsere ganze katholische Bevölkerung in Aufregung und Schrecken. In bet Nacht zum Donnerstag ist in unserer Kirche emgebrochen, in der Sakristei die Schränke erbrochen und in der Kirche der Tabernakel gewaltsam geöffnet worden. AuS der Monstranz wurde das Aller heiligste und auS einem Kelche die geweihten Hostien ge­raubt, die heiligen Gefäße haben die Räuber nicht genommen. Aus bet Sakristei raubten sie bie kost­baren Seinen» unb Brokatstickereien, bie seidenen Fahnen, Chorröcke und dergleichen mehr, vor allem bie kostbarsten unb wertvollsten Stücke, während sie minder wertvolle Leinensachen unberührt ließen. Bis jetzt fehlt von ben Räuber» jede Spur.

0 Bad BtLckena». Die Gendarmerie in Zeit» lofS und Brückenau beschlagnahmte ein Auto, das etwa zehn Hektoliter Schnapsim Werte von 200000 Maik mit sich führte. Der Branntwein sollte über die bayerische Grenze nach Preußen geschafft werden.

Lokales.

Fulda, 10. März 1919.

L- Best wechsel. DaS dem Bauunternehmer AmanduS Schneider gehörige Wohnhaus Adalbert» straße 22 ist käuflich tn den Besitz des Lehrer- Johann Kalb übergegangen. Der Kaufpreis beträgt 48,000 Mark.

-b Der MannergesangvereinWinftidia" hielt gestern abend eine außerordentliche Versammlung zu Ehren seiner Sängerjubilare: Lokomotivführer Toni Böschen, Kaufmann Ferdinand Heil unb Möbelschreiner Wilhelm Plappert ab. Ersterer gehört bem Verein 30 Jahre al» Sänger an, die beiden letztgenannte» sind 25 Jahre aktiv. Der Vorsitzende DerWinftidia" richtete herzliche Korte der Anerkennung an bie Jubilare, die er der jüngeren Generation als Vorbild hinstellte und über­reichte einem jeden ein künstleriich au-geführtes Diplom. Auch bie Mitglieder ließen jedem bet Jubilare ein sinnige- Geschenk überreichen. Mit einigen gutgetoählien Siebern erfreute bie Sängerin Frl. Böschen, Tochter de» Lokomotivführer» Böschen, bie Versammlung. Reicher Beifall war ihr Lohn. Der Verein trug beifallswürbig mehrere Chöre unter Leitung be» Herrn Joseph Ebert vor. Alle» da» gab ber Versammlung einen schönen stimmungs­vollen Rahmen.

L-tzntzelsonntag" wird der erste Sonntag in der Fastenzeit im Fuldaer Lande genannt. Seit uralten Zeiten vergnügt sich hier die Jugend mit dem Abbrennen der sogenannte»Blasen". So war e» auch wieder gestern, wo bei eintretenber Dunkel­heit die Feuer tm Fulbatale und auf den Höhen anfleuchteten. Gegen diesen Brauch ist an sich nicht» einzuwenben, wenn er nicht au»artet. Die» geschah aber in ber Stabt insofern, als eine Anzahl Jungen mit ihren brennenben Fackeln bie Sangebrückenstraße entlang bicht an ben Fenstern des Erdgeschosse» vorüberzogen und so die Bewohner erschreckten.

(!) Hasendiebe treiben in letzier Zeit wieder stärker ihr Unwesen. So wurden in ber verflossenen Woche am Pröbel 5 unb einem Züchter in der Künzellerstraße 12 schwere Schlachtkaninchen unb zwar durch Erbrechen der Behälter gestohlen. Auch eine Anzahl Hühner, Enten und Tauben sind an­scheinend von den gleichen Dieben in den letzten Tag« hier gestohlen und geschlachtet «ach auswärts

verkauft worden. Einer der Diebe, ein junget Mann von auswärts, ist fettgenommen worden.

7. Beschlagnahmt wurden am SamStag im Zuge von Kerzell nach hier eine größere Partie Lebens, mittel (frisches Fleisch, geräucherte Würste unb Butter), bie noch Frankfurt a. M. bestimmt unb in Schmalnau aufaegeben worden waren

(*) Ein großer Schaden ist einem diesigen Metz, germeiftet dadurch entstanden, daß die ihm zum Räuchern übergebenen Fleischwaren aus drei^ Haus­schlachtungen am verflossenen Samstag gänzlich der- brannten. Der Metzger ist nicht versichert.

vermischtes.

* Ueberflnß an Heringen. Aus Hamburg Wirb gemeldet: Nachdem die HeringSschwärme i» die Elbemünbung zurückgekehrt sind, hat die Zufuhr einen Umfang erreicht, wie feit vielen Monaten nicht. Diese Fische dürften bald auf bem Markt zu billigen Preisen erscheinen.

Aus den Verlustlisten.

Joh. Knüttel, Hettenhansea, verm. Mlh. Diel, Dirlos, l. v. Jakob Eckhardt. f ins. Krankh. Jos. Eidmann, Qolexftl«, verm. Jos. Niedling, Sok«, sch. v. Adam Schwab, Srm«tz»s. w. Heini. Rentzel, Hana«, vm. Joh. Möller, 6lm, vm. Konr. Schulz, Ilmenau, vm. Jos. Storch, rchweben, l. ». Emil Lauer, hasswnr;, vm. Aug. Richter, Brent- hach (Gersfeld), vm. Äug. Wehner, «ttew, vw. Jos. Beck, Hünfeld, t ins. Krkh. Anton Fuch», heralL trat Karl Döpp, WSchtersbach, vm Sttmae Ritz, «Otztzach, vm. Konst. Seuring, BietekShu«, L vw. Ltn. d. R Heinr. Freund, Schlichten», birh. sch. »w., f, Heinc. Ruppert, Jaffa, t cm j. ®. Konr. Krau»haar, Sbecksibach, gef. Georg Kaufmann, Vacha, vm.

Ferd. Detig, ziiesenhans««, gef. Karl Jahn, Kliede«, vm. Amand Bech, Bernhards, verm. Konrad Martin, SHtntorf, vm. Paul Ortmann, Befiel, vm. Wilh. Bott, l. v. Friede. Herbordt, ttefftt, vm. Heinr. Sack, Biendorf, sch. VW. Ignatz Schie. bener, 8»ida, biöh. vm., in Gefgsch.

Letzte Nachrichten.

wtb London, 8. März. Dem Reutersche» Büro Wird aus Paris gemeldet: Es ist falsch, anzunehmen, daß die Verhandlungen in Spaa abgebrochen sind. Die Delegierten sind nut znrückgekehrt, um weitere Instruktionen einzuholen. Die Mitglieder bet alli­ierten Kommissionen, die in Deutschland waten, scheinen alle einer Meinung zu sein, daß es not­wendig ist, Deutschland sofort mit S«6en 6. mittein zu versehen, wenn derBolschwis- mu» vermieden werden soll. Aber die Alliierien sind offenbar nicht geneigt, mit dem besiegten Feinde darüber zu verhandeln, wieviel Lebensmittel geschickt werden sollen. Der britttsche Standpunkt scheint ber zu sein, daß Deutschland zwar nicht zugestande« werden könne, auS ber ursprünglichen Absicht der Alliierten, es mit Lebensrnitteln zu versorgen, einen Kontrakt zu machen, daß aber trotzdem die Lebens­mittel geschickt werden müssen. Diese Auf» faffung wird von ben anberen Alliierten geteilt,: wobei bie Amerikaner, nachsichtiger als die Fran­zosen, die strengeren Forderungen stellen.

Awbl AM. IIAcherlottenfeurg 9.

£ DACHSTEIN-

fr l:schlne für Hanäletrieh

Gotter-ienjtordilMg.

Dienstag, 11. März. Frauenberg Zweiter Dienstag der Novene zu Ehren deS hl. Anioniu» von Padua. Auss. d. Allerhl. von morgens 57, bis zum Schluß deS Hochamtes. 7,8 M. m. AntoniuS-A., 7,9 Levit namt, darauf Fastenprcd. u. Kreuzweg. Rachm. 7,5 Antonius-A.

Amtliche Anzeige».

In der gestrigen Sitzung des Ternobilmachungs- ausschußes wurden einstimmig folgende Richtpreise hinsichtlich der Arbeitslöhne für Notstandsarbeite» empfohlen unb zwar:

1. Für ös« Kreis Fulda.

a) Stadt Fulda.

für die Arbeiter bi» zu 16 Jahren. . . 4,00 Mk. von 1618 Jahren. . 5,00 Mk,

Über 18 Jahre .... 5,50 Mk.

b) Landbezirk des Kreises Fulda, für die Arbeiter bis zu 16 Jahren . . . 3,50 Mk. von 1618 ...... 4,50

Über 18 Jahre .... 5,00

3. Für »en Kreis Gersfeld.

für die Arbeiter bis zu 16 Jahren. . . 3,50 Mk. von 1618 Jahren . . 4,00 Mk,

Über 18 Jahre .... 4,50

Daneben für jede der vorgenannten Klaffen unter 1 a, b unb II. für den ersten unterhaltener! Ange­hörigen 1 Jt, für jedes Kind 0,50 Jt. bis zum Höchstbetrag von 2,00 M. und eine weitere Steige­rung nach Billigkeit in besonderer: Fällen von Be- bürgtigteit.

Fulda, ben 8. März 1919.

Im Einvernehmen mit dem Arbeiter- und Soldatenrat. Der Sansrat: I. B.: v. D e roi tz.

»» -...... mm iini.jn.M.uwMw«!

Lebensmittelverteiltmg im Lanvvsstrk des Kreises.

Auf der Grundlage der bin4) Verordnung vom 25. 5. 17 cingesührten Lcbensminclkartc»' findet m de» nächsten Tagen in den LandgemeinSen und G>iis(-s«v> Ich eine Verteilung von Lebensrnitteln statt.

Es werden verteilt: ''

I.

An sämtliche Einwvlne^ bet Landgen eiittsn ge. gen Hingabe des Bezugkal schnitteS 17 ber rrebensm'.r- telkartt 75 gr. Tcigwgren ruz Pfund zu 86 Pfg. un8 75 Gr. Graupen das Pfund zu 44 Pfg.

II.

An diejenigen Einwohner der Landgemeinden, die kein Rindvieh besitzen, (es sind dies die in den Kun- benliften rot angehakten Personen) gegen Hingabe des Bezugsabschnittes 18 der LebenSnüttetlarke auherdeni noch 100 Gr. Grieß daS Pfund zu 48 Pfg. oder 100 Gr. Haferflocken das Pfund zu 32 Pfg.; 70 Gr. Kunst­honig das Pfund zu 80 Pfg., 375 Gr. Marmelade das Pfund zu 1 Mk., 1 Euppenioürfel daS Stück ZU 13 Pf».

Die Waren sind bei dem Kleinhändler zu entneh­men, bei welchem der Admeldeschein abgegeben ist. Bezugsberechiigung erlischt mit dem 31. 3. 1919.

Fulda, den 8. März 1919.

Im Einvernehmen mit dem Arüeirer» und Soldatenrat. Der Landrat: ». Dewitz, Regierungsrat.