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einer Ältntl kst »ine Mau, Die vurch eincTperatron hätte gerettet werden können, unter den Augen der gerate gestorben, weit die Aerzte die Operation in dem ungeheizten Raum nicht haben ausführen können.

Erfurt, 4. März. Der Generalstreik in Er» furt ist beendet. Wie verlautet, sollen infolge des AerztestreikS 35 Wöchnernnen gestorben sein. Die Unabhängigen gestanden die Wiederaufnahme des Eisenbahn-Beike>rS, des Post« und Telegraphen-Ber- kehrS, sowie persönlichen Schutz für alle Beamten, Bürger und für wlche Arbeiler, die sich nicht am Streik beteiligt haben, zu. Die Arbeiten wurden in einem Teil der Betriebe wieder ausgenommen, wäh­rend ein Teil der Arbeitgeber sich angesichts der un­ruhigen Zeitumstände nicht zur Wiedereröffnung der Betriebe entschließen konnte.

Der Verkehr Berlin-Weimar. I

Weimar, 5. März. Infolge des Generalstreiks In Berlin ist die Flugpostverbindung Berlin--Wer- mar vorläufig eingestellt worden. Ter Personen- Verkehr mir Leipzig wird noch aufrecht erhalten. Die Verbindung Frankfurt-Weimar ist noch unterbro- chen. Die uvcrbinduug BerlinWeimar über Halle ist seit gestern wieder hergestellt.

, * Mannheim.

wtb Mannheim, 6. Mär,. Dee revolutionäre Ar. Vetter rat fordert zum Generalstreik auf Die Mehrheitssozialisten teFr.cn eine Beteiligung ab, fcr. bern vielmehr die Arbeiter auf, ihre Arbeitsstätten nicht |u verlaßen.

Streik m Bremen.

wtb Sternen, 5. MÜH. Die Arbeiter fordern die Freilassung der bei der Besetzurig Bremens am 1. Fe- bruar gemachten Gefangenen. Nachdem die Berhand» fungen gescheitert sind, wurde gestern beschlossen, in den Streik zu treten. Seit heute morgen find sämtlich« Arbeiter der großen Werke ausständig, außer m den HansaLlobd-Werken, wo von 2600 Arbeitern 400 die Arbeit wieder aufgenommen haben. Im Elektrizitäts­werk wird noch gearbeitet. Tie Wraßenbahnen Ver­kehren wie sonst. $n der Stadt ist alles ruhig. Die Regierung beschleunigte die Prüfung der Strafakten und hat bereits 42 politische Gefangene, bei denen kein Fluchtverdacht vorliegt und gegen die das gerichtliche Verfahren noch nicht eingeleitet ist, aus der Hast ent. lassen.

Ei» Mißerfolg der Spartakisten.

Siel, 5. März. Die eifrigen Bemühungen der hiesigen Spartakisten, die Arbeiterschaft zum General­streik aufzurufen, habe» einen vollen Mißet folg zu verzeichnen. Die Vertrauensleute und Obleute der Großbetriebe haben einmütig sich gegen de« Generalstreik erklärt.

Aus Bayern.

München, 5. März. Nachdem sich die vom Räte- Kmgreß Ende vergangener Woche unter Beiseite, fetzung des auseinandergetriebenen Landtages ge­wählten sozialistischen Minister in der Mehr­zahl weigerte, ihre Aemter anzutreten, rückten als­bald auch die Unabhängigen und Bauernbündler von den Radikalen ab. In einem gemeinsamen Aktions­programm fordern fcte beiden sozialistischen Parteien u. a. die sofortige Einberufung des Land, tag es zur Anerkennung des zu wählenden soziali- stischen Ministeriums. Durch dieses Vorgehen der drei Gruppen ist der Rätekongreß, der unter an­dauernd stürmischen Verhandlungen in München die Zeit totschlägt, in eine schiefe Lage geraten. Die radikalsten Schreier verlangten die nunmehr sofort vorzunehmende Ausrufung der Räterepublik. Nach langen heftigen Beratungen wurde jedoch schließlich em BermittlungSantrag angenommen, nach dem der Rät^kougreß mit den Landtagsabgeordneten der beiden sozialdemokratischen Parteien und des Bauernbundes in Verhandlungen treten soll, um noch einmal den Versuch einer Einigung zu machen.

Schwierigkeiten für Wilson.

Washington, 5. März. Der Kongreß bat sich gestern vertagt,nachdem die Obstruktion der Repu­blikaner im Senat die Annahme einer Reihe wichti ger Maßnahmen noch vor Schluß der Tagung verhindert hatte.

* Washington, 8. März. Die Maßnahmen, die in­folge der Obstruktion der Republikaner nid t nie Per- Handlung kommen, umfassen die Kredite für die Eisen, bahnen, dieSLiffahrtS ejellschaften,dieEinwanderungs. politrk, den Ausschluß und die Aukweisung fremder Staatsangehöriger. Im letzten Augenblick eingebrachte Anträge über eine frühere Abrüstung des ameiikanischen Heeres konnten nicht zur Abstimmung kommen. Nach der Vertagung erklärte Wilson in einem Erlaß, daß eine Gruppe im Senat mit Ucberlegung die Beschluß- saffung verhinderte. Diese Leute trügen für die Bee in. ttächtigung der Führung der Staatsgeschäfte während seiner notwendigen Anwesenheit in Paris die Vergüt- Wartung. Er ve> traue darauf, daß das Land feinen Entschluß, nach Pari» zu gehen, ohne eine besondere Tagung des Kongreßes einzuberufen, gutheitze.

wtb. Washington, 4. März. (Reuter.) Senator Lodge hat einen Entschlußantrag ausgearbeitet, wo­nach der Senat erklären soll, daß er den Bülker- bundplan nicht billige und daß die amerika- Nischen Unterhändler beauftragt werden sollen, sich so­gleich mit dem Abschluß de» Friedens mit Deutschland zu beschäftigen. Lodge sagte: Wenn die Abstimmung über diesen Antrag vor der Vertagung de» Kongresses nich mehr vorgenommen werden kann, sind die Parteiführer bereit, eine Erklärung zur Un­terstützung des Anträge« einzureichen, die die Unter­schriften vieler Senatoren trägt Lodge verlangte, daß die Frage deö Völkerbundes später eingehend geprüft werden solle. Infolge de» erhobenen Widerspruches kann der Antrag nicht mehr in der gegenroärti en Ses- sion des Senats erörtert werden, die heute nacht endet. Lodge verlas die Namen von 37 Senatoren des neuen Senats, die die Entschließung unterstützen. Da diese Fahl ein Drittel der gesamten Mitgliederzahl des Se­nats überschreitet, reicht sie aus, um die Ratifika­tion de» FriedensvertragcS zu verhin­dern, für dessen Annahme eine Zweidritte im ehr- ''eit erforderlich ist.

Deutsches Reich.

* Die preußische NationalversaMmlnng. In den Kreisen der preußischen Regierung besteht die Absicht, die preußische Nationalversammlung für Anfang nächster Woche nach Berlin einzuberufen.

** Die Pensionierung von unmittelbaren Staats­beamten. Die derzeitige preußische Regierung ver­öffentlicht eine Beiordnung vom 26. Februar betr. die einstweilige Versetzung der unmittelbaren StacnS- beamten in den Ruhestand.

Danach können immittelbare Staatsbeamte, die in bet Staatsverwaltung nickst weiter verwendet werden können, weil das boei ihnen verwaltete Ami infolge einer Umbildung der Staaisbehörden aufhört, unter Bewilligung des gesetzlichen SBartegeibeS ein,iweilen in den Ruhestand versetzt werden. Während 5 Zähren er­halten sie als Wariegeld den vollen Betrag ihres ruhe- gebalisfähigen Tiensteinkommens, darnach drei Viertel.

Auch ohne daß der vorhin erwähnte Grund vorliegt, iKnnen jederzeit einstweilig i,n den Ruhestand versetzt

werden: UntecsiclÄssekretüre. SttnrRettätOtrertoren. Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten. Beamten der Staaröanwaltsckmft bei den Gerichten, Vorsteher staat­licher Polizeibehörden, Landräte, Gesandte und andere diplomatische Agenten. Das Wartegeld dieser Beamten beträgt sofern nicht die -obengenannten Voraussetzun­gen vorliegen, stets dreiviertel des ruhegehaltsfähigen Tiensteinkommens und höchsten« 12 000 Mk.

Auf Verlangen sind die Beamten verpflichtet, sich wieder im Staatsdienst verwenden zu lasien.

Unmittelbare Staatsbeamte, die bis zum 31. De. aentber 1920 zehn Dienftfahre haben und infolge der Umgestaltung des Staatswesens ihre Versetzung in den Ruhestand nacksucken, sind in diesen zu versetzen, ohne daß Diensninfähigkeit oder Vollendung des 65. Lebens- ahres nachgewiesen zu werden braucht. Das Ruhe­gehalt beträgt für sie */. ihres ruhegehaltsfähigen Tiensteinkommens. Tas .Gesetz' findet auch Bnwen. düng auf Okerwachtmeister und Gendarmen der Land, genbarmerie.

Tie bereits einstweilig in den Rnhestmid versetzten Beamten unterliegen für die Zeit nach Inkrafttreten deS Gesetzes seinen Bestimmungen. Vorher festgesetzte Wartegelder sind neu festzusetzen.

Die bereits einstweilig tn_ den Ruhestand öer- etzten Beamten unterliegen für die Zeit nach In­krafttreten des Gesetzes seinen Bestimmungen. Bor- her festaesttzte Warteaelder sind neu festzutetzen.

Hannover will los von Preußen. Die Hanno, derschen Abgeordneten der Nationalversammlung haben eine Kundgebung an die Nationalversamm­lung erfaßen, die für eine Lostrennung Hannovers aus bem preußischen Staatsverbande emtritt. I» dieser Kundgebung wird darauf hingewiesen.

daß der Entwurf der ReichSverfaffung in feinem gegenwärtigen Wortlaute den Hannoveranern kaum eine Möglichkeit bietet, diese Loslösung herbeizuführen. DaS hannoveranische Volk erstrebe aber mit kaum nennens­werten Ausnahmen eine solche Loslösung. Die Hanno- verischen Abgeordneten fordern deshalb, in den bevor­stehenden Kommissionsberatungen darauf hinwirken zu wollen, daß die Vergewaltigung de« hannovekischen Vol- k S nicht fort efetzt, sondern die Möglichkeit erschlossen werde, auf gesetzlichem Wege Hannover von Preußen zu trennen. Zur Begründung wird angeführt, daß Hanno- ver mit dem preußischen Staate nicht rechllich, sondern allein durch Gewalt verbunden sei.

flMslaitb.

* v. Korrber, der frühere österreichische Minister­präsident, ist in Wien gestern im Alter von 69 Jahren gestorben.

Zur Larrdiaqswahl

in Sachsen-Weimar-Eisenach, die am 9. März statifindet, hat e« eine Reihe von Zeitungen deS Weimarischen Landes befremdlich ge­sunden, baß auf der Zentrumsliste der Name des früheren Abg. Dr. Kiel fehle. So schrieb daS Weimarische BlattDeutschland" in einer Be­sprechung der einzelnen Parteilisten:

' .Auf der Zentrumsliste fehlt leider der verdiente Mühlenbesitzer Dr. Kiel, der mehrere JahreVizepräsi. deut des Weimarischen Landtages war und der eine hochgeachtete parlamentarische Kraft war.'

DieEisenacher Tagespost", das führende Organ der Demokratische « Partei in Sachsen-Weimar, schreibt unter dem 1. März:

Mit Bedauern hat man im Eisenacher Oberlande und insbesondere im Bezirk Dermbach-Geisa da­von Kenntnis genommen, daß der verdienstvolle Ian- jährige Abgeordnete für den Geisaer Bezirk, der Mühlenbefitzer Dr. Kiel in Geisa, auf der Liste der Zentrumspartei fehlt. Herr Dr. Kiel hat rund 20 Jahre dem weimarischen Landtage angehört, in dem er bis zuletzt eine hochgeachtete Stellung ringe» nommen hat. In unserem Lande wird ihm besonders hoch ungerechnet, daß es nicht zuletzt seiner Tätigkeit alS Mitglied des Eisenbahnausschusses, das lange Zeit hindurch die meisten Referate über die Bahnvorla en im weimarischen Staate zu erledigen hatte, zu danken ist, wenn der Bahnbau nach Geisa zustande ge­kommen ist. Herr Dr. Kiel war lange Jahre hin- durch Vorsitzender deS Petitionsausschusses im Land, tag, welcher Ausschuß wichtige und interessante Fragen mit Erfol i behandelt und so unter ferner Leitung eine verhältnismäßig große Bedeutung er- langte. Dr. Kiel gehörte auch lange Zeit hindurch dem Finanzausschuß des Landtages an und war als Mitglied dieses Ausschusses Referent über viele wich­tige Etatkapitel, insbesondere über das gesamte Schulwesen, sowie über die klinischen Anstalten von Jena. In den letzten Jahren feiner Tätigkeit wurde er zum Vizepräsidenten öe5 Landtages gewählt, welche Wahl das beste Zeugnis ist für die hervorragende all- \ erneute Achtung und Wertschätzung, deren er sich im Landtage erfreute. Die letztere Tatsache tritt umso stärker hei vor, wenn man bedenkt, daß Herr Dr. Ktel alS Katholik der einziie Zentrumsmann im weima- rischen Landta e war und daß somit nur seine persön­lichen Eigens asten, vor allem seine hervorragende Tüchtigkeit ihn zu solcher Stellung gelangen lasien konnte. In politischer Beziehung war Dr. Kiel ein Zentrumsdemokrsk im besten Sinne und fanden bei ihm alle fortschrittlichen Bestrebungen die nach­drücklichste und zuverlnistgste Unterstützung. Ganz be­sonders voui letzteren Standpunkt aus wird man des- ha.b allen Grund haben, das Aus cheiden des Herrn Dr. Kiel aus dem weimarischen Landtage auf das leb- Hafteste zu bedauern. Hoffen: ich kommt die jetzt viel­fach verbreitete Absicht zur AuSsühruni, Herrn Dr. Kiel künftighin für den größeren Staat, Republik Thü­ringen, in erster Linie wieder für den Landtag vorzu- jchlagen."

Wir bemerken hierzu, daß e« nirgends m hr als in Zentrumskteisen selbst auf das tiefste bedauert wurde, daß sich Herr Tr. Kiel aus Gesundheit c<- tücksichten veranlaßt sah, dies< al auf eine Kandi­datur zum neuen Landtage zu verzichten. Bon den Zentrums Organisationen Von Weimar, Jena, Eisenach und Apolda, sowie Te,mbach war di? Kan­didatur von Heirn Tr. Kiel dringend gefordert worden. Auch die Ber'iauen?mäiinei-Bersammlung deS Zenit ums vom Amtsbezirke ^eisa halte etnsttm« mig die Ausstellung desselben beschlossen.

'Auf die reichen Verdienste des Herrn päpstlichen Geheimkäninierers Dr. Kiel, die sich derselbe wäh­rend seiner jahrzehntelangen Zagel örigkrit zum Wei- ntarischen Landtage, vor allem auch besonders um die katholischen Angelegenheiten deS alten Groß- herzozmms, erworben bat, werden wir später ein­mal zurückkommen. Den Lesern der.Fnld.Zig/ sind ja noch die glanzvollen packendenReden deSGenann- ten rn Erinneruni, die derselbe zur Beidehallung des konfeisionellen Unierrichtes in den Volks,chulen im Weimarstchen Landtage gehalten hat, die dann auch das Scheitern der gegenteiligen Anträge zur Folge hatten. ___________ _________

Versammlung der Landrvlrtschaslskammer.

§§ Kassel, 4. März. Tie 25, Vollversammlung der Landwirtschaflskammer für den Regierungsbezirk Kassel wurde gestern nachmittag durch den Vorsitzenden, Kam­merherrn v. Kendel l.Eschwege, mit einer längeren Ansprache eröffnet, in der er den Landwirten die Pflicht vor Augen führte, gerade fetzt alles zu tun, um dem bedrängten Vaierlande durch Lieferung von Lebens. Mitteln aller Art zu Hilfe zu kommen und dem Bür­gerkriege entgegenguarbeiten. Allerdings könnte diese Aufgabe die Landwirtschaft nur dann leisten, wenn sie von allen Fesieln befreit wurde) eS sei von der Reichs­regierung zu prüfen, ob man nicht die Butter und Eier von dem Höchstpreiszwange ausnehmen und sie durch de» freien Handel dem Verbrauche iufüärcn lasien

wotte: zwar ronroen trenn trte "tereire wvm morn rrtinr , in die Höhe gehen, aber dennoch bliebe die Möglichkeit, in erheblich größerem Umfange als bisher den verderb- lichen Schleichhandel auszufchalrin An der Ration.e. rung von Brot, Fleisch und an der Zwangsbewirischaf. tung der Kartoffeln mühte allerdings festgehalten wer­den. Geschäftsführer Tr. Sprenger erstattete einen Bericht über die Arbeiten feiner Kommission, die in Ge­genwart des Oberpräsidenren Dr. t>. Trott zu Solz d>e Vorarbeiten zur Errichtung eine» Vtehversiche- rungsverbandes getroffen und hierzu die Sia. tuten misgeorbeitet batte: es bandelt sich um em M'l. lionenunternehmen, das den Zweck hat, alle im Re- gierimgsbezirk Kastel vorhandenen Viehoersicherungsge­sellschaften und außerdem alle Viehhalter, die aus Scheu vor den Kosten überhaupt nicht versickert haben, hier rückzuverfichern, um im Falle von Totalschaden diese so gut wie vollständig decken zu kormen. Die Satzungen wurden genehmigt. . .

Heute erftöftere Generalsekretär r^ekonomierat Tr. Staehly einen eingehenden Bericht über die Tätig­keit des Vorstandes. Am Anschluß daran genehmigte die Versammlung nach längerer Aussprache folgende Entschließung:

.Nachdem die deutsche Lmdwinsäreft während der Kriegszeit sich einer außerordentlich drückenden Zwangs­wirtschaft hat unterwerfen muffen, die zweifelsohne die Erzeugungskraft der Landwirtschaft in sehr ungünsti. ger Weise beeinflußt bat, ist es der dringende Wunsch der ges rmten Landwirtschaft, daß sie so bald wie möglich von dem auf ihr lastenden Drucke befreit wird. Ge­schieht dies nicht, so ist zu befürchten, daß die Erzeu- gungSsähigkeit upib Erzeugungsfreudigkeit in einem Blaße herabgedrückt werden, daß dies für die künftige Ernährung unseres Volkes verhängnisvoll werden wird. Die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer be­antragt daher, daß mit dem Abbau der Kriegs, wirtschaft unverzüglich begonnen wird. Sie bean. tragt die sofortige Einführung des freien Verk-Lrs ohne Beschlagnahme und Zwangspreiseregelung für Gemüse, Obst, Öner, Heu und Stroh; bei Hafer, Gerste und Hül­senfrüchten wird eine stärkere Belieferung der Land­wirtschaft zu Futterzwecken mindestens das doppelte der gegenwärtigen Menge für unbedingt erforderlich erachtet. Für Butter wird bte Aufhebung der Zwangs­wirtschaft dann gefordert, sobald die Versorgung mit Fetten vom Auslände sichergestellt sein wird, 8a gerade die mit der zwangSmäßigen Erfassung der Butter zu­sammenhängenden behördlichen Maßnahmen (Schließrn der Zentrifugen, häufiges Probemelken, Ueberwachung der Ställe und dgl. mehr) die landwirtschaftliche Be. völkerung aufs höchste erregt haben und noch erregen, da sich Sie Butter erfahrungsgemäß am meisten der öffentlichen Bewirtschaftung im Wege des Schleickham. dels entzieht. Tie Zwangswirtschaft für die wichtigsten VolksernährungSmittel wie. SBrotgetmbe, Schlachtvieh und Kartoffeln wird dahingegen auch noch weiterhin beibehalien werden müssen. Ihre Aufhetzung wird erst dann in Frage kommen können, wenn wieder regelrechte Erzeugungsverhältniffe eingetreten sein werden."

Aus dem vom Geschäftsführer der Landwirtschasts- kammer Dr. Sprenger erstatteten Bericht über die Tätigkeit bet Tierzuchtabteilung, insbesondere die Maß­nahmen zur Förderung der Schafzucht sei hervor, gehoben, daß sich im Regierungsbezirk Kasiel dank der Tätigkeit der Tierzuchtabteilung der Landwirtschastskam. mer die Zahl der Schafe um volle 15 Proz. vergrößert hebt. Geschäftsführer Ten ter berichtete über die Er­folge der Maßnahmen zwecks Anbaues von O e l f r u ch- ten und Fluchs. Ter Rapsbau sei überall erfreulich gesteigert worden, während von einer nannenswerten Zunahme des Flachsanbaues leider noch nicht be­ruhtet' werden könnte. Maßnahmen in dieser Richtung feien aber getroffen worden Sodann beschäftigte die Bildirug eines AuSschustes für Kleintierzucht die Kammer längere Zeit. Es wurde beschlosien, den Ausschuß für Geflügelzucht aufzulösen und dafür einen Ausschuß für Kleintierzucht zu bilden, dem die Ziegen, zücht, Geflügelzucht, Kaninchen- und Bienenzucht als Arbeitsgebiet überwiesen werden. Ter Ausschuß besteht aus dem Vorsitzenden der Landwirtschaftskauimer imi> vier Kammermitgliedern, ferner fünf Mitglieder aus den Kreisen der Ztegenzüchter, Geflügel-, Kaninchen- und Bienenzüchter und Den landwirtschaftlichen Hcms- frauetttiereinen. Nachdem dann der HauShaltsvorau» schlag für 1919 genehmigt worden und die auszuschrei. L-cnbe Umlage wieder in gleicher Höhe wie im abgelau- fernen Jahre festgesetzt worden war, wurde die Ver­sammlung geschlossen.

GeweirrÄe- Wahlen.

:: Rothemann. Das gestern rnitgeteilre Wähler- gebnis enthalt einige Unrichtiokeften. Nach dem amtlichen Ergebnis haben von 237 Wahlderechtinen 200 ihre Summen abge lebe». Die Zentrumsparle'. erhiclk 122, die Arbeiterpartei 73 Stimme». Gewählt sind von der Zemrum-partei die San hurte Ferdi­nand Klug, Karl Sleinacker, Ferd. Schäfer, Ferd. Hartung, Joh. Möller und Wilh. Hoffmann, von der Arbeiterpattei Wilhelm Füller, Anton Hillen- branb und Friedrich Witzel.

-b- Gersfeld. Bei den Gemeindewahlen erlangte die bürgerliche Liste 9, die sozialdemokratische Liste 3 Sitze.

* Bolkmarsen. Bei der Srad-verordnstenwahl erhielten die bürgerlichen Listen 9 Sitze, die sozial­demokratische 3 Sitze. 74 Prozent der Wähler üvle« ihr Wahlrecht aus.

Ku; bem Nachbargeblet.

-h- Hünfeld. Ein gewaltiger Trauerzug bewegte sich am Montag Rcichm. vom hiesigen Josephsherm zum stillen Friedhof. Es galt der verstorbenen Oberin, der S ch w e st e r O t t i l i a, die letzte Ehre zu erweisen. Betend zcg eine riesige Prozesuon Der­lei zum Gottesacker. Boran gingen in langen Ret­hen die Schulkinder mit ihren Lehrern und Lehrerin­nen ihnen schloß sich an die ganze Lateinschule mit ihrem Rektor und den übrigen Lehrkräften, der Mannergesangverein, der Kriegerverein, der kalhol. Meister- und GcselleNveiem und die Jnngftauen- l.ng'egation, sämtlich mit Fahnen. Dann folgten die Behörden der Stabt, der Konvent des Bonifalius- klosters im Chorrock und der amtierende Geistliche, von Diakon:» begleitet- Bon Jünglingen, Mitglie­dern des hiesigen kath. Meister- und Gesellendereins, getragen, von weißgekleideten Mädchen mit Kränzen begleitet wurde die liebe Tote zur letzten Ruhe ge­tragen. Trcnternd schloffen sich an liebe Angehörige der Verstorbenen, in langem Zuge liebe Mitschwe- ftern des Hauses, des hiesigen Hospitals und der gan­zen naben und fernen Umgegend, schließlich in schier unabsehbaren Reihen Frmien und Jungftauen der Stadt eine erhebende Kundgebung von Liebe und Anhänglichkeit. So ist sie denn heimgegangen, die Oberin unseres Josephshauses, gekannt und geliebt von vielen Hunderten von Kindern und Erwachsenen. Sie ruhe in Frieden!

* Hers-cts. daS hiesige Krankenhaus wurde ei» Ronshäuser Einwohner einoeliefert;, der von ein m dortigen Föifter beim Wildern anget,offen wurde. Als er das Gewehr gegen den Förster richtete, schoß dieser ihm eine Echrottadunc, in die Brust, die schwere Verletzungen zur Folge hatte.

Eschwege. In der geheimen Sitzung der Stadt­verordneten wurde bte Betteihunci des Ehren« bürgerrrchts der Stadt Eschweae an den Stabt« veroidnetenvoisteher Hochhoih einstimmig beschlossen.

* Lauterbach. Bei der am Montag stattaefunvenen Tchweineversteigerung wurden sür Zucht­schweine Preile bis zu 1800 Mark bezahlt.

y Langgöns. Aus einem hiesigen Gehöft Wut den in der Nacht zum Sonntag 10 fette Schweine

<ft (ibTien l<a» uViTiajrwm vx m cm*tir cwAtolttottoXW fortgefchofft. B-rmutlich kam das Fleisch nach Frankflirr a. M. .

Q Gelnhausen. In Hellstem hantierte der Han« delsmann Kaufmann vor seinem Hause mit einem Revolver. Die Waffe entlud sich und traf den vorübergehenden Hanbelsmonn Hermann Grünbaum, der schwer verletzt nach Hanau gebracht werde» mußte, too'elbit er gestorben ift.

Hanau. Ter mthtartidte Befehlshaber tn Hanau, Ge> eralmajor Rum chöttel, gibt bekannt, daß das anerkennenswerte Verhalten der Bevolke. rung fest Verhängung des Belagerungszustandes chn zu der Erwartung ermächtige, daß Ruhe und Ord­nung auch weiterhin aufrecht erhalten bletben. Er hebe deshalb den BelagerungSzuftaud ts Hanau von heute ab wieder auf.

[] Schwanheim a. M. Die französische Crtw lommandantur verbot die Abhaltung der ®e* meindevertreterversammlungrn mit der Begründung, daß sie unter das Versammlungsverbot fallen. Dw dieswöchentliche Sitzung durfte ausnahmsweise noch einmal abgehalten werden, aber höchstens 30 Mv nuten dauern.

Lokaler.

Fulda, 6. März 1919.

fit Ehrung. Die hiesige Fleischeriunungj ernannte ihren Obermeister Herrn Georg Jgnaz^ Schwarz beim Scheiden aus seinem Amte, daS ett viele Jahre stets arbeitsfreudig und mft anerkann­tem Erfolg wahrgenommen bat, zum ehrenober-; meister. Diese Anerkennung für fein verdienstliches. Wirken wurde gestern vormittag Herrn Schwarz rn, einer Ehrenurkunde ausgesprochen, die der jetzige Obermeister Herr Karl Sunkel an bet Spitze be« Gesamtvorstandes der Innung Herrn Georg Jana»' Schwatz nach warmempfundenct Antprache uoet« reichte. Die Urkunde stellt ein Prachtstück de» heimischen Kunstgewetbes bar und wurde entworfen und auSgeführt vom Lithographen A. K. I. Barn- berget. Vier Blätter in Federzeichnungen zeigen die Widmung, die Ernennung zum Ehrenodet. meister, das alte und neue Schlachthaus und da» MiigliedeiverzeichniS der Innung. Das Ganz« hat einen reichen ornamentalen Schmuck ers halten, zeugt von der Kunstfertigkeit seine» Schöpfers, ist im Gesamtentwurf tote tut Einzelnen subtil ausgearbettet und kommt zu prächtiger Wirkung. Die Urkunde ruht inelnes vocheleaanten mit Damastseide gefütterten Mapps aus schwarzem Saffianleder. Die Mappe, hervor- cegangert aus der durch ihre geschmackvollen Arbeiten auf diesem Gebiete bestens bekannten Werkstatt^ De» Buchbindermeistets Ludwig Fleischmann, macht einen durchaus gediegenen und vornehmen Eindruck. Di» zierlichen Beschlage und daS Monogramm auf der. Vorder teste, beides in Metallätzung ausaefuhrr, jchus ebenfalls die kunstgeübte Hand des Lithographen Bamberger. ,,, ,

© Bteschksgnahmungen. Gestern beschlagnahmte unsere Polizei bei einem Anwohner der Miitelstratze. zehn Paar Milstärstiefel, drei Rollen Leber, em Sack! Weizen, ein Kübel gesalzenes Fleisch und eme groKr Partie Würste. Bei einem Anrvohner der Juden« gaffe wurden heute früh durch die Pottzel vier schwere Säcke mit Rindfleisch beschlagnahmt, kurz nachdem das Fleisch mittelst Fuhrwerk in s Haus gebracht worden war. Gelegentlrch einer Revision am 27. Februar d. Js. toutben bei drei hiesigen Ein­wohnern 21/* Zentner Fleisch und zwei Zentner Wurst beschlagnahmt.

vermischte;.

» Best» Zerlegen einer Granate wurde in Braun­schweig ber Arbeiter Gerecke getötet. Der Mann hatte im Kehricht einen Granatzünder gefu^en den er mit nach Hause nahm, um die wertvollen Mes,mg- teile zu verlausen. Bei der Auscinandernahme ex­plodierte der Zünder und verletzte den Mann sehr schwer. Der Arbeiter Lehmkuhl, der ihm behilflich war, wurde noch schlimmer zugerichtet. Er ift seine« Verletzungen erlegen.

Letzte Rachrichtea.

wtb Berlin, 5. März. (Tel) Die mehrheitssozm- listischen Betriebsräte Groß-Berlins haben heute folgende Entschließung einstimmig angenommen: Die Konferenz stellt fest, daß der Streik gegen den Willen der sozialdemokratischen.Partei und chrer Vertreter im Arbeiterrat von einer durch Ztommn- nisten und Unabhängige beherrschte Veriammlung der Arbeiterräte eingelcitet worden ist. Nach dem E'-gebnis der Verhandlungen mit der Regierung kann die Konserenz eine weitere Fortsetzung des Streiks nicht unterstützen, wenn auch die Kom. rnission des BollzugsrateS mindestens dieselben Zuge- ständniffe der Regierung einbringt. In dieser Vor­aussetzung werden die sozialdemokratischen Arbeiter­räte beauftragt, den A b b^uchdes S t ret f sz« beantragen und im Falle der Ablehnung dieses An­trages den Streik selbständig aufzuheben.

"wtb Bern. 5. Marz. Rach einer Darlegung oeT ichweizrrischen Er nährungsdirektors über die Er­nährungsfrage ist die Schweiz mit ihrer Phosphor« ver orgnng durch Thomasschlacke allein a.-if Dentfch- lanb ati gerat eien. Als Gegenleistung würbe die Schwei; Die Au-fuhr von Fleiichkonierven gestatten.

- Paris, 6. März. (Tel.) Heute nackmitiag reiste Wilson mit grau und Gefolge bau Washington ntW N e w Y o r k, wo für den Abend im L^iernhsuse ctnfl Rede Wilsons über den Völkerbund angekündigt ist Auch Taft, der Führer der republikaniscken Patten, wird das Wort ergreifen. Um Mitternacht gedenkt fiffl der Präsident an Bord deS .George Washington' Rückkehr nach Europa cinzuschiffen.

Gsttesdienstordmrng.

Freitag, 7. Mär^ (Herz-Jesu-Freltag.) T»«. 7'/. M. m Segen, nachm. 6 Herz-Jesu-A. Franc», berg Fest d. Gehkimnisie d. hl. Kreuzwe s. ^AblaßtaA für alle Gläubiecn.) Generalabjolution f. d Tertiären^ IHecz-Jesu-Freitag.) Äu?s. d. Alleihl von 5* * morgen» bi» 5 abend» zur Anbetung des fiöttL Herzens JefU. 9 Levitenamt, 4 Schlußanvacht mit Umgang.

6. MLez 1919.

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Dm Fr-itag Nachmittag von 2 bis 3 Uhr wird in ber Molkerei Matte, das Psunb zu Mark l.-v verkauft. Bezugsberechtigt sind di» Ausweste Nr. 3LV1 bis 4-00. Die um 3 Uh- von Ben ge­nannten Ausweisen nicht abgeholte Menge ist ner,a!>en-