Streik
- in
ak: «art Schütt«, a.— Rotationsdruck.
IPcfmat, 26. Febr. Nach Mitteilungen, die bei der Regierung e ngrqangen sind, dauert ter Generalstreik in und um Hall« fort. Tie Lage tat sich verschlimmert Ta8 Zie? der Streikenden ist nach tvie vor tet Sturz der D.egierung und die Bcfeitigung der Rafionalvetsammlung. Tie Re. flicninfl ist fest entschlossen, mit allen ihr zu Gebote stelenden Mitteln den 'Streik zu unterdrücken. E» befinden sich bereits Truppen im Anmarsch auf Halle. Cicker ist, daß ein Teil der Arbeiter» frf?aft gegen ihren Willen durch die Spartak, sten zum
* ß I Verantwortlich tut den teoaaiuu.. Jh. 40« ssurot« «n,eigen: A. Parzeller,
«erb München, 26. Febr. H Ute vormittag fand «mergrosfer Acteiliaung die Beisetzung Eisners i,o*t. In der Einsegnung-Halle hielt San auer die Gedächtnisrede. Nack ihm sprachen unter anderem die Minister Jaffe und Unter leit ner sowie die Abg. Haa^ und KautSky. Matrosen trugen den Sarg alr1
Kusiand.
* Etmocdnn' d s Emir van Asghrn stan. Au» Kabul w ra üb t London gemeldet, daß der Emir van rlsg >a"istan atu iUorgrn de- 2 >. Februar im Laie« von Laadunan angegt'.ffen uni tot geschossen worden ist. Der Em r, der im 47 Lebensjahre ftanö, regten« ;ett 1901. Daich eine ferr geschickte Potttck hatte er errachk. das hie Uuabhängtgkelt
Bayern.
München, 26. Febr. Sämtliche adligen Effekte de- Cdrtoeten Reiterregiments wurden n'8 Geiseln festgenommen. Auster brn bereit- cenannten Persöu. Itchreiten sind nodi felgend^ r.I8 C< f.-ln fernen mmcn worden: 6>raf Törring. Eeheimr-rt Rust, Tireftor ter Kathreimr-Mal sab.il, Prof. v. B siing und c nee der Inhaber der Münchener Antiquitäicuhandlung von Bernbeimer. ;
München, 26 Febr. Neber die gestrige Sitzung des Rätekongresse» wird noch berichte,: $ie äutz rst erregte Aussprache, in der fortgesetzt Anträge finge, bracht ttntrbcn, unterbrach ritte Rede dc» BollSbeanf- traaten Barth, der für Einigkeit sprach. Er ermahnte
vom Osten.
Berlin, 26. Febr. Zum Zw-ck« der penane« Festsetzung der Tentiikation»linie zwi che« Deutsch« lan> und Polen ist General Dupont mit der Obersten HeeteSleitunq in B rbtnonnz getreten. Im allge» meinen wid her gegen wär ifle Besitzstand ausrecht, er alten, do!r toi 8 die T'art Birnbaum, toie nicht am er» zu ettoarlen war, deutsch bleiben.
wtb terlitt. 26. Febr. («rnilMt») Die Polen sitz en in der Povuz Po en ihre Angriffe und Pal'» lillenvoistille an folendf« Stellen fotir 1. O «Na df vnt toi Liisa, sowie bei der Gtoizzer ,fahre lei Sirise nördlich Bemschen. Patiouillen« votlstöße. L. «>u 20. S. astend- nach «itillerievor» bereit ing Angiiss a.tf Maigoniusdotf und öltttch Mar vn!n gegen Miilleisselde. 3. Am 21. 2. An» griff auf Miet» lato sndtoestlick U ch. 4. Angriff d im Oberle chnitzer Forst d i Unterleschn,tz gegen Kalmar. Die Ictzthi» ausgestellte Behaup.ung, daß sich die Polen tlo'iinrs bemästtige» wollten, ftn'rt hierdurch Bestäitauni. In Diesenbach ij tlich Nawitsch erk är e palniches Militär, man i g hte nicht daian, da« Abkomme« mit der Entente zn halten. Die Angriffe würden im Gegen« teil fortgesetzt. . „
wtb .Oromberz, 25. Febr. Am25. Februar gri ff der Pole mit einer Ko npante «ast Ma chinen» gemestt feuer Klkin-Noüboif über die DeniarkaiionS» linte hinan« an. Er winde im G.g'itsto« zurück- gewiesen. Die Polni'chen Gesaugeuen sagen au«, daß ihn n von einem Waffenstillstand nichts bekannt sei. Bet »takel wurden feindliche Pn- trouilleuvorstötze zurück gewiesen.
Einnahme »an Llda«.
wtb Lvau, 26 Febr. Die Stadt Li bau ist durch einen gleichzeitigen Angriff von der Land- und See», feite, an dem reichSde.iische Truppen und deutsch- baltische LandeSwehrsorinationen beteiligt waren» nach heftigem Kampfe eingenommen treiben.
Tie Rückkehr unserer Afrikohelden.
Berlin, 26. Febr. Nach amtlicher Mitteilung wirb am 1. März G.mverneut Dr. Schnee und der Rest der ostafrikanische n Schutztruppe unter dem Kommandeur d. Letiow-Vorbeck in Berlin erwartet. Auf dem Lehrtet Babnbpf werden sie durch den 9teid)»folo. nialminister Tr. Best empfangen. Ans dem Par.ser Platz, wo auch die Kolonialkriegen, reine Aufstellung nehmen, wird die Schutztruppe durch Ansprachen de» Reichspräsidenten, des Oberbürgermeister» der Stadt Beilin und de» KrtegStninister» begrüßt. A »schließ «d marschiert die Schutztruppe nach der ftlrranberfaferne und wird von da in Söürgerquartiere entlaßen, gut die folgenden Tage sind eine Anzahl amtlicher und prt» Vater Feierlichkeiten geplant.
Unberechtigte Bmwürfe gegen unsere KolonialpolitK.
wtb Berlin, 24. Febr. «olonialminister Dr. Bel! erklärte einem Pressevertreter u. a.: Wilson soll von beträchtlichen Enthüllungen über unerträgliche Lasten und Ungerechtigkeiten gesprochen Haden, die wir den Eingeborenen anfeilegt hätten, und daß wir der Au», rottung der Eingeborenen mehr Interesse entgegenge- brocht kälten al, ihrer Entwickelung Sollte er unter den .Enthüllungen' bit, englische Blaiidiich vom August 1018 gemeint haben, so führt ein deutsche» Weist, buch über die .Behandlitng her einheimischen Bevölke- ruiifl in den kolonta'rn Besitzungen Deutschland» und Englaud»' vornehmlich durch englische» Material den S'eieeil. hast die der kenlst-en Koloniolpolittk gemachten Vorwürfe in a ft I o S übertrieben, entstellt oder unwahr sind. 2-id'eid-l finbei Wilson bi» mir enbgüL ti-en Rceelung der Völkerbund- und Kolonialfragen Anlaß, von dem Inhalt de, demsd-fn Weißuchr» Kenntnis zu nehme». Ein gerechte» Urteil setzt vor« aus, Last Leide Parteien gehört sind.
Wilon.
Präsident Wilson ist am Dienstag in bet sdauvk» stadl der Vereinigen Staaten. Washington, ang-kom- mea. DaS Kabinett trat am Nachmittag zusammen.
Boston bat Wilson sofort nach dem Betreten amerikanischen Bodens eine Bede über die Äulfiri’t a deS Bölke bi nde, oebalten. Seine Worte klingen voll, aber er selbst wird sich wohl keinem Zweifel barüb-t hi: geben, Last auch seine Anwesenheit im n'ten Erd. teil die M.-int-ngsverschiedenheiten unter seinen Ver. bünbrfen noch nicht geschlichtet, aber auch für f’nKt li noch keine Sicherung der großen HandelSiu-eressen gebracht hat. die el nach dem Kriege in bare» Qklb umsetzen will.
Oerfaffung und Wehrgesetz.
krotz aller Nmsturzgesahren wird in Weimar an grat Neubau eifrig gearbeitet. Wir s.-Nen eine end- tültige Steich » versassung und auch ein neue« Leickitheer erhalten.
Tabei ist dem Wehrgeseh der Vortritt eingeräumt tawbtn. Mit Siecht. Auf dem Bersasfim »geb.etc ha. hn mir >a säon einen Notbehelf, der anse.icht für de «tinidK». ;eil gvr gründlichen E rb-digiw« der großen tzaatsrech't.ichien Verlage. Ta, Wchrgesetz ist aber ein »sing ndeS Bedürfnis, da da, alle Heer zersalleu ist L,ii hir Ansätze zu den verschiedenea F^eiwilligenkoev» «der für den vlrenzschutz, noch für die Orbiuiiig8marf)t jg, Eutern ei Sreid tn können.
Tie beiden Vorlagen haben noch insofern einen Bni briingspiinkt, als bei ihrer B raning die Ratio- , a l p e r s a m m l u n g in den Vordergrund tritt und )>if siegierung sich in e nrr gewissen Zitrückhal ung g;. uni. Da» Wehrg.-setz ist geradezu au» der Anregung tztk patla'- etitarischeii Parte« n bervorgegat gen. und If». VersalsUngso^Upurf ist zwar d.-r Form nach tun
S'»girri'ng eingebrecht worden, aber nur mit per» Üiieben.m Zweifeln und Vorbehalten, so daß die Au»- geftaliung ausdrücklich der Nationalversammliing an. LjwTgcben wurde. Da» ist unter den obtvaltendeot lkerliälinisfen wohl erklärlich und nicht gerade gefährlich: aber regelrecht ist die Sache doch nicht. Tie Re. (ieriing mist in solchen wichtigen Dingen die Führung fat der Hand haben.
klnerkenititiig verdient e», daß der Wehrmmster Uo»ke für den barlamentarischan Entwurf zur J£>ee« eelreferm mit voller Entschiedenheit und recht geschickt «ingetreien ist. In der tzierfasfiingSfrage ergab d e tzchmierigleit. daß die Regierung, die in der Mehrzahl ihrer Mitglieder einf-eiUüon'Iidi gesinnt ist. durch die hnnderstaatlick-en Forderungen der Vertreter der Ein-el. siaaten im sogen. Staatenanssitmfle in ihrem Kon ept ^stört wurde Die Melnuna»"erschiedenbeiten hätten «b-r schon in den oberen Regionen e gentl ch ansge. tragen toerbri müssen. Nachdem die Regierung überhaupt ans ein .s'o-'ipromtß eingeganoen war, bä te sie euch sich riickbaltlo» hinter den Entwntf stelleti s llen. Ir. Preu st. der verkaner de» unhaltbaren ersten tzuNi-uriS war frei! ch webt der geeignete Manu, um die abgeäuderte Vorlage ein-itfüfir n. Seinen gründ, hin »enden P'an. ans den Trümmern der alten Pur- detttaaten mit kühnen Laudkartenstrichen n-ut Freistaaten zn bilden, die nith » andere, wie eiet Reste, nmgsbe'irk sein würden, und über di seu Itz b lden da, Reich al? Einheilsstaat basten zu lallen, bat er ausgehen müllen. Wenn er sich nun n-cht auk den netten Boden stellen wollte, ko hätte er lieber die Einsührir g». rede dem Ministerpräsiden'en oder sonst einem weniger belasteten Kollegen überlallen sollen
Wir denk-n. daß die Paetzien in dee Raiionalver- frnnmlviifl schon do:i rech en Weg znm Versassinu-Ssr e- ben finden u erden, wenn auch d'e R--g'erung neck» un. Kit- ig am Sck-eideweae stehen bleibt. Bei dies-m Ring. __-stzf zu-isckvn Zentralisation und Partikular SmnJ AW-.wobl wieder der mittlere Weg der richt ge W da» 9entrvn die len sene Führerin fein.
"Ein"Ai'?gN-ich, ein Kompromiß, eine vorständgiiug <i'f Vtaei seitigkeil ist hier Ivie ans ist len ar beten Ke. bist n da? lll-bot der ^kag». Wei n die Revoli t-ou d e rbrone um^eU-o-.sen ha-, so drni-chen desba b nicht die asten lltrnndsäulen der ReichSe-nheit anaetastet zii werden. G? ist ganz gut, trenn mau für den fe'igen Bun- desrat ein-n Eisatz ii-d't >m S aa'enhanse ob-r R c i ch?. rat, und e? e.-stsprichst ber OSeidiidife rnb bem Charakter de? deutsch-n Volke», wenn man ans diesem 6kbiete m* wie vor den Sprach walten lässt: Im nottoen. Ligen Einheit, im übrigen Freiheit der Staaten mH d-r Stämme Rur so erreicht man da» dritte <8itt: " allen die Liebe, und die allgemeine R-il-lfrendg- «it und brüderliche £>er?Iid feit i» ter den Gliedern bet oa'ion. Cfin-bic« würden auch bie schönsten versas« stmg,paragraphen nach Preußsthem Ideal kaum Bestand haben können.
, Auch da? Reichrwebrgesetz ist keine ideale, sich aligesd-lollene Sd-ops -ng. Ein Kompromiß zwi- men den revolutiouäreiii Theorien und den praktischen notu-rndlokeil-n. Letztcre drängen znm Ansch'nß an d'e vrraangenheit, die trotz aller Kritik doch ihre großen Vorzüge hatte.
Es bohrt llch da eine drdächiige Realpol-tik auf •rimb der friedlichen Verständigung an. der man nur «bfl n Forlgiv g wünschen kann. Dann hat auch da» «entrum^ da» Crf-r de» E'ni iti» in d.e SrfceitSge. Aetnschast wicht umsonst gebracht.
S8erbrennung»faaL
Nürnberg gegen München.
Berlin, 26. Febr. Au« Nürnberg wird ber.ch. ttf: Heute, am BeerdigungStage Eitzner» wird in Nürnberg mit wenigen Ausnahmen wie sonst gearbestet. Die vertrster ber Sozialdemokratischen Partei und ter Unabhängigen Nürnberg» gaben eine Erklärung ab, in der sie sich dageg-u verwahren, daß t-cr Manchen an» von einer 6!ruppe, bie nicht im Auftrage b t orpan'- fiertrit Sollateu- rnb Arbeiter bandle, J!norbmtr;f<n getroffen tor.bcn für da» panzc Land, So erfd-rtr-n auch die hiesigen Zeitungen in voller Zensurfr-iheit. Tas zweite baperisde Armee!-rpS stimmt den Müuche. ntr Anordnungen ebenfalls nicht zu.
ler gefärbten Gönmg. Er hat auch eine außeror. deutliche poiilifch« Bedeutung. Durch den General, streik iu Halle und die Besetzung des dort.gen Bahn- Hof» ist der direkte Eiscnöatznverkehr ztv.schen Weimar und Berlin unterbrochen. Man will offenbar Weimar ifoberen und damit den politischen Ar.e.tea der Natioualvcrfammlung entgegenwirken und die Sieg.erung zum Sturz dringen.
Wenn d.e Negierung jetzt nicht fest zupackt, dann toird sie in ter Lat die längste Zeit am Ruder ge. wesen fein. Wir haben in der 9lata>naltoer[amm ung von Scheidemann «ud NoS.« treffliche Worte gehört. TaS deutsch« B^lk erwartet aber, daß nun auch die Taten folgen. Tic fortgesetzte Erregung, d.e un. geheuerlichc Spannung, die nervöse Unruhe, die int Gefolge all dieser GärungS- und Zersetzungserschei- nungen im Lande herrschen, nehmen un» den letzten Nest von flra-t, der noch unserem Bo ke innewohnt. Ct)iu* ein festes entschlossene» -’.uparfen und ohne Gel. teudmachuug staatlicher Machtmittel, werden toir in dcm fürchterlichen Chaos v e r s» n k e n, gegen das die russischen Zustände noch ein K überspiel wären, bei un» handelt ei sich nm den Ruin e.nes b ühen- den Wirtschaftslelen», auS dessen Quellen Millionen unserer BolkSgcn 'sscn Erii'enz und LebenSmöglikl> feit bez ehen. Bei un» steht ein Organismus in Ge» fahr zu verkalken, der allen Gliedern unrere8 B-lkrS und jedem Ein-e ncn unter uns, Lebens, und Ter. frinSkrast zuströint
Man hat den Eindruck, als wenn in weiten Krei. fen unseres Volkes die furchtbare Gefahr, die un» mittelbar an unser Hau» klopft, in ihrer erschrecke.i. be;t Größe yoch nicht erkannt würde. Wir sttzen aber tatsächlich auf einem Pulverfaß, auf ’itvm Vulkan, ber jesen -lugenbfick explod eren und u iS alle ins Verderben n:^cii kann. Wir winden u 'S der lchnierste.i Eckuld vor «nS und den ki nitieiibku Geschlechtern ze ^en müssen, wenn wir nicht in d e. fer schwersten Zeit einheitlich und geschloffen zusam. m.-it stehen wollten, um dcs Wohle» willen von Volk und Vaterland.
felb und Schornewitz ihren Vefr'eb eingestellt. Wie der Leipziger Arbeiter, und Sosda'enrat mitteilt, ist der Generalstreik für ganz Thüringen erklärt. Bisher haben sich 23 Städte angcfchsoffen. Wie auS Zeih gemeldet wird, ist da» dortige Bürgertum in den Streik einnetteten. In Weißenfels ist die gleiche Maßnahme geplant.
Leipzig,. 26. Febr. In der Sitzung ber Arbeiterund Sokdatenräte teilte Tr. Kurt Geher mit, daß der Generalstreik mit 33 609 gegen 5312 Stimmen beschlossen worden sei. Die Eisenbahner und städtische Gatarbeiter hätten sich enffmmiq, de Elekrrizirätsap^eiter in überwiegender Mehrheit für den Streik erklärt. Bon einem Br^rettr der Eisen bahnet wurde rnitaoje'.lt, der Zugverkehr von Leipzig aus werde von heute abend an c inge st tüt.
wtb Erfurt, 26. Febr. Seit beu^ morren be-rschr hier Generalstreik. Die Stadt ist ohne elektrische» Licht, d'e Sttoßenbahnen v-vkehren nicht. Die Arbeiter fordern: 1. Sofortige Einsetzung von Be. triebSräten mit Kontroll- und Mitbssrimmunsisrecht durch Verordnung ber' Regierung. 2. Sofortige Sħrchisienrna'der"Bervtver^e und M"n)polbett-'ebe. 3. Zurücknahme beS Erlasses über die W'edetein- fühtung ber Kcnnmandoaewalt. 4. Restlose Aner. teunung der A.- und S.-Räte.
Weimar, 26. Febr. Jeder Drahtverkehr sowie di« Zugverbindung zwischen Halle und Weimar ist seit morgens vollständig gesperrt. Der Par- lamentszug Berlin-Weimar ist heut« mittag über Leipzig mir zwei Stunden Verspätung in Weimar eingetroffen. Der Gegen-uq von Weimar beute abend ist nicht mehr über Totbetba.Leipziq, sondern über Jena-TreSden nach Ber'in ge. leitet worden. Gerüchte, daß mich im naben Apolda und in Weimar selbst Borbereitun"7n zum Generalstreik getroffen würden, scheinen sich bisher nicht iu bestätigen. In Parlament^kre-sen wird 'cbha't bc» lprochew daß van den 32 Mitgliedern der U. S. B. nur no&4 in $3 ei mar ftnb, während alle anderen — antieb'id) zu Vermittlungszwecken — in doS Stteikgebiet abgrreist sind-
P auf« I. B., 25. fte&r. Spartakisten stürmten da» Nav-ail», die Kasern«, den oberen Babnbof. bie Hauptpost, sowie das Gefännni», a iS dem sie eme An. xnbl Gefangene befreiten Heut- vormittna gclnni e» ei den Sicherun Struppen die Kaser-e wied-t in ihre Hände zu brin en — Auf dem Altmarkt wurde bin» gearn die St ‘ erheitswache von be» Spartakisten • entwaffnet.
Sine Sitte für die Kinder und Mütter. . Mit Rücksicht auf d e außerw deutliche Feimot iy «ew'chland und bin Mangel an Milch für Kinder "nd Mütter bot bie deu sckie Negierung die alliierten n>’fltfnutgrn in einer Note vom 25. dringend gt» ihre Zustimmung dazu zu geben, daß die in Kbmachuugen über das Leben-wittelabkommen
V Spa« vom 8. Februar und in Trier boot 16 ^•inar vorgesehen« unv rzügliche Lieferung von F®? 80000 Tonnen Schw inefleisch und Fett Mvie von £5G 000 Kisten kondensierter Milck iosort r3 Ausführung zu gelangen, ohne den Ab chluß «chiffihr tsabkommen» abzuwarien. Angesichts ,n «rfchrech ndein Maße zunebmenden Sterblich.
EL*. Kinder hat die deutsche Reg'erung die L»«erten ferner ernicht, die Zufuhr eon 20 000 *Mnen Lebertran zu gestatt n und bie Berschtf- 6*"« nach Deutschland schnellste«» in die Wege letten «ollen.
der Franrosen au- Mannheim.
•j. ^EklSiuh«, 26. F'br. Die seit län. erer Zeit in "flnnbriin irfmbliiten franzöiisct en Trupptn in fcrOl‘f 6011 «iw« ütoti Bataillonen sind hau e mit tg m l« amt n T oß unerwartet nach Ludwigs« a b g er fi rf t. Der Verkehr mit Ludwigs» • " touib« daraufitin sofort auch für die mit AuS«
h., " versehenert Perioueu ge perrt. Man bringt 7«^Mafina!)niru nt>t M eu ter eie n inSeibinbung.
Eutente-Samu ettager wu,de genem p ötzlich ■ ky'Rttloben. Die B wavun Smann cha ie». sowie tz "Mikailijche Taniiättpersoual haben Mannheim
Esse». 26. Febr. Der Ausstand im R «5 ** reu i e r ist al» beendet zu betrachien. Auf em- ze ncn Zedwn Mtrift nur noch rin g»>» geringer v0- zrnisatz der velegsd;astcn.
Ellen, 25. Lebe. Der durch den BerLarbetterau»- stand und dir llnrub.n enger i d) t e I e 841»»«« ist vorläufig noch gar nicht abzufchatzcn Ungkzahlt» Millionen sind den Betrieben durch die LohnaustzMiba der Ai beiter, durch die sinnlo,« Z/r'wrung der Werk^ anlagen und die Stillegung der Betrieb« °^f/en ge- gongen. Schwerwiegende Folgen Hai der Streik inroe. sondeie für die Orcnwiiidcn, die in ihrer Go», m» Elektrizilölkversoiginig von den Zechen abhang.g sind. Am btzlrn Sonntag noch sind ans dr« Scdtrn „iwattqia« SlinneS 1, 2, S und 4* und aus der Zeche .Verrinigte Welheini- in Bottrop von einem Teil der Beleglchast die gesamten taoecnnloncn einschttetzlich der Zeche«- bäuser mit Cewalt slillgelegt worden. Tamit 'kt wa Stromliejerung an das Siheinisch.W«|llSl>schs Eteklrizi.äiSa e-k und die L e n ch I k r a f t v e r s o r- aung der Dem inden Gladbeck. Horst und Dorsten sowie von etwa LS Städten und Gemeinden de» b«rgi|<he« LandeS für die allernächste Zeit ernstlich bedroht. Wahrend teilweise schon die größte GaSnot herrschte, waren die Zechen gezwungen, auf den Kokereien über 200 000 Kubikmeier 6!a» in die 2 w ft en twei ch en ,« lassen, tveil die Mafdinen flillstanden. In etn:ae« Tagen weiden die Koksöfen vollnänNa e r kalle< fein und eine Witderaufnahm« de» Betriebe» der Kou ferrien wird dann vor Ablauf von fech» fi-odjen Tmntl erf-.-lgen känmn Ter Betrieb auf den genannten Zechen liegt noch vollkommen still. Ein« große Job! Ar- beilSluUligcr ist wegen der Drohungen durch bie Spor, taffen nicht in ber La-e, die unbedingt erforderlich« Rr' »arbeiten auSzuführen.
Ttre k gezwunaen ist.
tolb Leip'ig, 26. Febr. Im mitteldeutschen Vraunkohlenrevisr tuf-t bie Arbeit ans sämtliche« Grnbe«, ebenso in Anhalt. Der Eisenbahner streik erstreckt? sich von Nvrdhaiiten über Hall.» bi» noch Torgau Halle i st v ö l l i g g e » sperrt; Bitterfeld und De! tzsch ebenfalls. In bet chemisiben Iubustr c liegen alle großen Betriebe still; so haben bte Nelvr'a'dkraflwerke in Cakbe, Bit«er-
Der Streik in M Iteldeutschland.
auf einem Pulverfaß.
hleirf, u,n0 int Lande hält an, ja ei deu en Feuer- L;C1! k gar darauf hin, daß wir noch längst nicht »^n Berg sind.
diaf n"?- daß nn Rubrgrbiet die Ordnung einictc- sich w eder zu fest sten beginnt, flammen an Wirtschaftlicken Brennpunkten dei Reiche» hoi Streiks und neue Unruhen auf. Der Gen«.
1« i k in 'M i t t e l b e u t s ch l a n d ist eines bedrohlichsten Anzeichc« einer neuen, noch rabila.
die MehrheilSsozialisttn, die Crnmgcnfdnflfn ber Revolution zu Umbren, die Liukc. von Piujchin abzns.hrn. Der Spartakinrniübrcr Tr. Lciviii gab zu, daß tut Mitglied de» rrroliitirnärcn Arbcirt'rrat» da» Vilteutat auf Auer urd die anderen Blntlalrn im Landtag ver. übt habe. Eine Svartalistcnabordnuna, die wegen an. geblich schled'ler velanblm g eine» Soldaten die Ab. setzung de» BabuhosSkommaiidaiitcn »erlangte, brachte den Kongreß so durcheinander, daß er sid> der Weiter» beratung der Tagesordnung nidtt länger widmen konnte und sich ohne Ergel» iS bi» Tonner?lag Verla» gen mußte. Ter Spreder der Deputation .ein Ma. Irose, legle die Forderungen einer prolktarisd>eii ver- fnmmlurg o.r: Sofortige ÄitSrttfuig der Rälerepn» blik für Bapirn, der Landiag darf nie wieder zuia ii- men'rc'.en; alle Leb-nkmittelpreise sind sofort b 8 auf 25 Prozent zn reduzieren; sofortige Als.-tznng d» Stadikemmandanten Dürr und de» Balinbosskom- mandanien: die ferloeri Slrfeu müssen bewaffnet wer. den; die veliassnmig de» gesamten «Proletariat» ist dnrd-znsübren: mit Rußland ist d-e Hor m-? verbin. düng wiederberzustclle-i: d'e russisch« 6\-f iw ß
besetzt weidcn burdj Mi'g'ieder der So'oj-treoubl k. Alle Kri'-g?aewini-e sind einzuziel-en; die Krie-San« leiben rnb StaatSsduilden ssnd zu auiiiillieren. Tann kamen Anklagen (vorn die Ba'ns-of?ioade. die S.lda. ten mit-banbrlt habe. Zum Beu-ei» en l'lößten zwei ibren Oberkörper, um der Versammliing die Wunden zu ?-igen. di« ib.nen auf der val-ube'sn-ode be'gebrackt worden seien. E-neS Te-'? der v-rsammlw g und vor allem der Tribünen bemädstiale sich bei diek.-in Aul l ck die wildeste Empörnncr die durch Reden einiger weiterer Worttülirer an? b-r Vniteta*-:rrVrrfim-nhinn -u I’ftfcrtftcni Tumi l'e gr- rigert wurde. Unter w Ibcm Lärm Irit de sd-ließlich besckstossen, den Balfub-lskam. Mandanten sosae? Vor einer Konimission zur vcront» wortuni zn ziehen. _______ . _ _ ,
- Mlinst-en, 2'i Febr. Tie Sd'Iksser be» «Ara'en Areo-Znineberg und Are -ballest in Cf>erbnh-rn sind be ebt worden. In Sltnentbiir - ist -eitern die Bi buni einer felb't’nbi ’en bayerilssen Provinz, roiierung besdi'ollen warben. Tie neue flei-rmn ost unter be-n Schuhe der Äarniso irn Rtgen»purg und Anga!stabt steh-n
München. 20 Frbr. Alle h ute in Mänsttn nnt-r Vorzensur ersdienenen Zeitun eil l-rin-en eine» ihnen zum Abdruck anf-ezwun tu n fl »<nt r be» baye. lisch«« Zentral rot» an Preußen. Dieser «mnit ist an Weimar und Berti» peri1 tet. St.kidemann wirb zngernten: .*<«» auch die nächsten Ta'’< in Wnndien brin en md rn; Kein« Reichsintervention», «eiftiitl Keine riiernrn Div sionen! Wage niemand, da» battrriid» ‘Hfifi6ilre.lt anzusasif», D'iitschlanb und da» Rtich könnte» darüber in Trümmer gehen l"
Bayern «nd V.e Nefchsregferuna.
De«moe, 26. Febr. Die Neicki-re rierung bat am Tint8iag f üb ritie Anfrage nn bie bayerische Negierung gelichtet, die eint ivnhenti^che E klärnng der bavfii clw« Rfstiening über die i-hige Re ie» r ungsloi m bei langt «nb »um Ausd-tick bnnnt, daß die Reichrrcg'eritnst eine boy riidie Näiere» oternnq «ast uifiiWrnt Mu er al» nnneietz- l ich nnb M; f« die Neichso unbfätze Veisto'enb ev> achte» n üssc. Die Aiiiwori ber bast. i i chen Re« gifritna wird für die weiteren Besch üsse der Iieichs» regierung maa^ebenb sei«.
Auer» P S der verhaftet.
* Münch««, 26. Febr. Der Atientöter Auer» ist jetzt endlich ve, haftet. Er ist, wie gemeldet, em Mi - glich des revolu ionäirn Aibeiteria «;.
Ausschreitungen in Wambera.
Nürnberg, 26. Febr. Der „Fränkische Kurier" mel. bet au» Bamberg: Nach brr heute dorm tlag anlä stich ber Einäkdvrung EiSnerS von etwa 6000 Personen besuchten Traurrkunbgcbung kam e» zu schwere» Au»- fdjreitiingcn jugendlicher Feldgrauer und bal'wiichsiaer Burschen. Diese zoaen, um gegen die 8>t nuftgtrrng deS argeorbneten GlackengelüiilS zu protestieren, nach der St. Martii-Skieche rnb den Dom, den erzb schö'U- ch7» Palast und die Klosterkirche St. Jakob. Tte ver. fp-rrte» Kirchentüren wurden mit SV len u»b Stem-ncisen gewaltsam gesprengt und fditrer bffdäbirt. So da^cn rnb Zivilisten drangen in bie Kirchen rnb setzten die Glock-n in Bewegung. Der Dcmrsarrer, Domkapitular G.rger und der E r .»» bifd-of Tr. v. Hauck wrirden schwer am Leben bedroht. .6crbeigCntfrne Wrilßerieabte lung.-n mit Mascliinengewehren urb Schutzmannsausgebot- stellten die Ordnung wieder her. Trcizchn Haup.schuldige teur- den verhaftet.
Ti« Bestattung EisnecS.
AuS dem Industriegebiet.
Tüffe.'dorf, 26. Febr. Tie Lage in Düsseldorf ist neuerdings außerordenllich ernst. Die Zeitungen sieb n tt» er Vorzensur d-s völlig kommun ist:» fdien Aebeiterrates Gestern und vorgesiern ist e» zu abermaligen Sdiießereien gekommen. Nur durch entschlossen ottrcbgmfcnbf Regierur gsmaßnabmen ist der Ruin von Düsseldorfs Gemeinwesen und ^zibu'tr « ab« zuwende» Lei Ferrbauer der gegenwärtigen Zustände müßte die Siadt spätest-n» m 6 er L oden iä-ndidit Zablnnpen rinfte.Ee». Die Führer der Radikalen erklären die Be-ak-Inng de» Lohnauksall» während de» S.retltage durch dir Hntc1 nefimer für di- Por.i«»i tzimtz zur endgült-gen L'icberai'fnahme der Arbeit, ton» abcr offenbar nur ein SBortw d für die Fortf-tzuwz ihre 6>e- wa Iber schäft ist. *inrnl sie die von der Regierung ae- fert-rrte Waffenal-l'fferrng argensdeinl di zur i om d e niad-en. In einer ae'wrn cb-chrtitrnen Bers.rnmlnnj wurde eine Entschließung m-ftcrommen, bie die Herausgabe der Gefanaeuen au» de» lebten Kämpfen «nd die fofort'ge Z.nrackz ehung ber Rfgieiung-trnvpfn an» dem ^nbiiitrtrgfbift fordert und betont, daß f"'t feben von den Truppen eifdiofirnen Gffang-ncn zehn Ser« tretet ber Industrie da» Lebe« lassen muß.««.
uldaerZeitung
| Donnerstag 2Z. Sebruar 1919. | I 46. Zahrq