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aerZeitung

'r. 4^* | für die Wntewnf ;V Par,? Ne"r*""ldL-^tmahon6bru<f | Mittwoch 19. Zebruar 1919. | I 46. Zahrg.

amen ta en. Wir beschuldi en Euch vor uller Welt und für nDe Zeiten deS fei en Meuchelmorde».

MiniüerprSfident Scheidemann: Here von Gräfe sprach, tote wenn wir nicht in einem furchtbaren Zu­sammenbruche ständen, sondern noch in den Zeiten leiten, wo er un» se ne freunde die wüstesten Krieg», reden gehalten haben. Wir hätten zu die cm surcht- huicn üitc^cnte nicht zu lemmen 6iaud,tn, und Ls 6

Tie Versorgung Deutschlands.

Genf, 18. Febr. Tie amerikanische Lebensmit- telkomutissron hat Genf verlassen und ist nach Deutsch­land abgereist. Tas Eintreffen der ersten Serie der amerikanischen Lebensmittelschifse in den deutschen Häfen ist für die erste Märzwoche vorgesehen.

Berlin, 18. Febr. Wie wir erfahren, weilten S Offiziere des amerikanischen Hauptquartiers in Bremen, um sich an Ort und Stelle von den dort herrschenden Verhältnissen zu überzeugen. Sie ga­ben bei ihrer Abreise die ausdrück.ich? Zusicherung, alles, was in ihren Kräften steht, zu tun, um nach Deutschland über Bremen Lebensmittel, h^ranzu- schaffen, da sic sich vollständig von den jetzt geordne­te^ Lerhättnisjen Bremens uberzcuat hätte«.

?»ie deutsche Nationalversammlung.

Sitzung vom 18. Februar.

Telegramme des Protestes gegen dre Demarkation». jLJcnb einge. an en aus Bromberg, Birnbaum und K.oe1’ 3n einem Telegramm aus Berlin wendet ETein Heir mit scharfen Worten geien den Der-

Spöbel und fordert die Einruhr,ina von ll.nieätrauer und da» Verbot öffentlicher Tanz» ^-k->ten. ^Lebhafter Befall)

Äiif oer Tagesordnung steht die Interpellation Dr. twinie u. Een. (D. Vp) betreffend die Borlegun i einer K^jschctft über die bisher von der Waffenstill.

nsskommission gepflogenen Verhand- .r„naCn (Äurlieferung der deutschen Handelsflotte, Erfjanhlun^en über die Kohlen- und Erzfrage). WUbg. Dr. Bögler D. V. begründet dre Jnterpella. =j. Der Pals, r lag des deutshen WirtspaftSlebenS

schwächer und schwächer. Mit grausamer Sicher. M weiß der Feind die Punkte zu wählen und zu Eta, die un» dem Ruin ent e en führen müssen. Die Itieieruni des Eisenbahn Materials war technisch un. Wchjch in der gestellten kurzen Frist und unter den MMUgsten Vorwänden hat der Feind die Abnahme ver« Ejert, und Tausende von Wagen haben wieder Hun- Ettvuscnoe von Kilometern zurückfahren müssen und EJgÄbie erheblichsten Verkehrsstörun en hervorgerufen. M richte an den ReichSminister Erzderger die Eine, ob ihm diese Dinge bekannt fing (Heiterkeit), L»n lam die Natoricht toir seien wegen der Verzöge, hag der Ablieferung von Wagen zu einer Konvent,o- laijitafe insose n verurteilt worden, alS nun 10 Pro- Et aller Wagen uns Lokomotiven mehr geliefert wer» I Eg sollten. War eine solche Konventionalstrafe rm I Eriiaj ausgemacht, und wenn nicht, warum haben I fr fte angeno nmen? Dann kam fchltetzlich die Be- I chuimtigSnatoticht, es sei erreicht worden, daß wir I litt der 10 Prozent Wagen und Lokomotiven .nur" I jgOOO landwirtschaftliche Maschinen zu liefern brauch- I jbg. lZort! hörtl) Ich frage: Hat der Reich». I Mvftec Erzbrrzer sich davon überzeugt, ob un- I fee Stahlwerke und Maschinenfabriken überhaupt I fc der Lage sind, diese Maschinen zu liefern ? Ich be. I weisst es. In Rhein.and-Westfalen sind seit dem I | üoeember auS Man iel an Minetten schon 21 Hoch. I 6m auS eblasen worden. Bei den Verhandlungen in I ffa«, Trier und Luxemburg wurden Sachveruändige I

,^'ss. Müller (Soz.) wandte sich gerfen die Kriegs» Politik der Interpellanten und sagte: Wir haben b e ^.?T*rcn ^affenstillstandsbed'ngiing- n auf uns nehmen müssen, weil wir eben dem Diktat btS S’eger? unte— liefen. Der gan-en Schwere imfe-et Sisttat'on n:dit nur in Fincmzfrapen, sondern auch hn Punkten der VolkSernährung sind sich weite Kress- deS Volk 8 leider immer noch nicht ganz bewußt. Wen,« uns der der. fbrotoene Rechtsfriede nicht gewährt, toe nn uns der (9e. wastfriede an'ge»wungen wird, so dand-elt es sich dabei nicht mn Deutschland allein, es hard.-lt sich um den Untergang der ganzen europäischen Kulftnr.

Wg. Wrüber (Ztr.): Tiefe Trauer hat unser deut­sches Volk schon hn Hinblick auf unfer.'e K r i e g S g e- fangenen und die neuesten WaffenstillssandSbedin- gungen erfaßt.^ Da ist es begreiflich, d,,ß manche Leute nach einem Sündenbock suchen, ausf den man allen Groll unb. Zorn abladen kann (Selir richtig.) Es war eine schwere, ober aud) völlig mijßttmaene Attacke, was wir soeben erlebt baden: Falsch in ihrem Aus- ganaspimkte, fa'sch in ihren Kampse-irnitteln, fass.h in ihrem Angriffsziele. Zu unserer ni*t geringen Heber, raschung haben wir von dem Begrüi.d-tr der Jnter-el. lation gebärt, er ftebe hier als Verteiler her n d u. ftrie. (Hört! Hörtl) Bisher sind wir immer der Meinung gewesen, daß Mitglieder be§ Reichstag'S und der Nationalversammlung Vertreter deS ganzen Volke» sind, (Sehr gutl). Last sie tjm Aufträge und

über biejbisherigen Verhandlungen der Waffenstillstands, kommisston ist nahem fertig und wird dem HauS zugehen. Zu den lux mburuschen Abmachungen ließen die All,, tetten nur drei Sachverständige zu (Wiüerspruch reicht», Zuruf recht»: E» waren aber fünf da!) Mir war er gelungen, noch zwei Sachverständige hinzuzubekommen. Ueber die Schi sfahrtSfragen haben eingehende Besprechungen mit Schiffahrtskrer en stattgefunüen. Die , gegenteilige Behauptung ist eine unerhörte Vermesse,,.

heit. Insgesamt waren in Trier 30 Sachverständige anwesend. Nur Hugo Stinne» fehlte. (Heiterkeit) Ob durch solche Reden die Stellung der deutschen Unter­händler erleichtert wird, stelle ich Ihrem Urteil anheim. Sre wird mindestens erschwert, wenn unnebh e Be- hauptungen in alle ffie.t verbreitet werden. Da» gilt auch von allen Anfragen, deren Charakter al» der ei­ne» Ammenmärchen» auf mehrere Kilometer ersichtlich rst. Dazu zählt die Anfrage, die von meinem lieben ölten Areund, dem Abg Graefe (Heiferüeitt, gestellt tooroen ist. Danach soll bet den ersten Verhandlungen der deutschen Waffenftillstandskommiffion ine Entente zu einem entschädigungslosen Frieden bereit gewesen fern, aber nach AuSbruch der Revolution soll goch erklärt haben, dieses neue Faktum ändere die ganze Lage. Deutschland sei erledigt, da frühere An. gebot hinfällig. Der ganze Artikel rst Dichtung. In den Verhandlungen ist vom Friesen oder gar vom ent» schadi ungslosen F,ieoen leine Rede gewesen. ES sind uns sofort die schwersten Bedingun. en des Waffenstlll. stände» bekannt gegeben worden. Erst am Sonntag, aen 10., abends 8 Uhr, erreichte mich oer Funkipruch der Obersten Heeresleitung, die in 9 Punkten um MU- uerun , ersucht, aber den ausdrücklichen allein bisnet noch nicht veröffentlichten Latz enthält: ©elingt bie Durch, lebuna dieser Punkte nicht, wäre trotzdem abzuschließen. (Hött! hört!) Es mph wunderneh­men, daß gerade die Herren, die den entschädigungslosen Frieden noch am 24. Juni 1918 zum Sturme gegen Herrn d. Kuhlmann benutzten, sich hier heute al, bie Bekenner eine, solchen Frieden, hinstellen. Herr Dr. Bögler stellt M auf den bequemen Standpunkt: Kritisieren ist leicht, Bestrrmachen ist schwer. Ich wäre ihm wirklich dankbar, wenn er auch nur einen einzigen positiven Vorschlag gemacht hätte. Er beschwett sich über die Konventionalstrafen: sie sind wotz meines energischen Widerspräche» in die Der. langcrung be, ersten Waffenstillstandes ausgenommen worden. Wir muhten eben der Gewalt weichen. Ueb> rigens hätte die Abgabe weiterer 10 Prozent an Lokomo» tinen und Eisenbahnwagen unser Wirtschastr>leben sehr viel mehr erschwett, al» die Ablieferung landwirtschaftlicher Maschinen, die sich wenigstens durchsetzen fStzt, ohne daß irgend einem deutschen Bauern auch nur eine einzige Maschine weggenommen werden muß. (Hört! hött!) E, ist alles geschehen, ohne daß mir den fingen Rat be, Herrn Bögler (Heiterkeit) hätten einholen müssen. Nun

I A.e Frage der Sachve rständlgen. Gegen meinen Walen und ohne daß ich vorher gefragt trwrdeu bin, war zu den Berhandlungen nach Spaa Herr Huao Stinnes entsandt worden. Ich habe seine Abbetufpng durchgesetzt und ich vertrete sie, weil ich unseren Feind en al, Sachver» starkigen nicht einen Herr anbieten kann le, bet an der Ausbeutung Belgien» so hervorragend beteiligt gewesen ist, wie Herr Hugo Stinnes, der vor allen Dingen di- haupttreibende Kraft gewesen ist bei der Berschlep. pung der belgischen Arbeit»loseu, die so unge» I heuer viel böse» Blut gemacht hat. Hstvr Dr. Bögler I bat eine Reihe van Depeschen de. Bereit» der deutschen Stahlindustriellen vorgelesen — nur von einer hat er uns I nichts mitgeteilt; sie lautet: .Wenn Hugh Stinnes nicht I in Luxemburg als Sachverständiger gugetcren wird, ent- I sendet Beteln überhaupt feinen Sachverständigen." (Hört! I hört!, Bewegung und Pfuirufe.) Unter sillchen Terroris- wus suchen Sie (zu Dr. Bögler) die Reg! krung zu setzen. Wer ich kann Ihnen sagen: Ihre Herrs Haft ist vorbei. (Stürmischer Beifall.) Die Interpellanten haben in ihre Interpellation das bitterböse Wort von hjr 8usliefe, rung bet deutschen Handelsflotte eingcfüot. I 2ch protestiere gegen diese Schlagwötteram lation. In dem I Abkommen selbst heißt es nur, daß die deutsche Flotte der Kontrolle der Alliierten unterstellt ist. Daß die Sochveiständigen nicht rechtzeitig zur Stelle waren, hat niemand mehr bedauert als ich. Wir koinnten aber den Waffenstillstand nicht daran scheitern lassen, daß wir die Schiffe nicht zur Verfügung stellten. Dip deutsche Regie- I nmg ist entschlossen, die Bedingungen, die sie auf I diesem Gebiete übernommen bat, loyal a » szuführen; aber nicht mehr. Unser Volk darf nicht ver- hungern. Hunger ist der Schrittmacher für den Bol- I schewismus. Um unser Volk über die schwerste Zeit bis zur neuen Ernte hiwegzuführen, müssen einmal unsere Arbeiter das Ihre tun, um Ware für die Ausfuhr I zu schaffen, und dann müssen die Kapitalisten ihre fremden Werte dem Deutschen Reiche zur SBerfPgung stel- len, und zwar in einem solchen Umfängst, daß wir vor I dem Hunoettode vor der Ernte gerettet sßnd. Rur eine I kurze Frist ist uns noch gestellt, die Finanzierung l der Lebensmittel sicherzustellen. .Jeder Deutsche j muß sich klar fein, baß er fein Privatkarsitol nur retten I kann, wenn er es ir den Dienst der Elesamtheit stellt, f (Lebh. Zustimmung.) Wir haben gegenüber dem Drängen I der Alliierten erreicht, daß die Handelsflostse n i ch t e h e r I ausziilaufen braucht, als bis Uebereinftirr/mung über die I Finanzfragen herbeigefühtt ist. Wenn diese Ueber. einstimmung aber nicht bald, vielleicht in vierzehn Tagen I erzielt wird, dann laufen mir die große Gefahr, keine I Lebensmittel zu bekommen und die; Flotte schließ- I sich doch los zu werden. Es handelt sich «m den Auftakt I einer neuen Hetze gegen Erzberger. (Sehr gut! I im Zentrum.) Abg. Bögler hat in feiner Rede immer I noch die nicht ganz unwichtige Tattache veraessen. daß wir den Krieg verloren haben. (Sehr richtig! I bei der Mehrheit.) Sonst hätte er eine fiMAe Rede nicht I batten können. (Beifall.) Ich habe ba<» Vertrauen zu I unserem Volk, daß es ssch wieder oufridMen wird. Ich I afoube an unser Volk urh an feine ZukutP. (Lebh. Bei. soll bei der Mehrheit, Zischen rechts.)

Abg. Haußmann (Dem.); Auch wir mißbilligen I die ITebcrlenfung auf das persönliche Gebiet. Detttsch- I land befindet sich in einer unerhörten 3 to a n g 3 l ag e* | Wir bieten bas schmerzliche Schauspiel völliger Wi'ht« I losigkeit, und unter Ablehnung aller Geheimnistuereien I reden toir über die schwerwiegendsten Dinge so offen. I wie kein Parlament Der Welt. Die EntsiHeidung über I Annahme ober Ablehnung der Bedingungen ist deshalb I so schwer, weil die Entente unerfüllbare Be» I bingungen stellt unb ihre Nichterfüllung zum Vor. I wand weiterer unerhörter Bebrückungen macht. (Sehr richtig!) Wir verstehen e» beShalb, daß ber Außen.

I Minister sich brcimal besonnen hat, ehe er die neuen I Zumutungen hin nahm. Aber wir mußten schließlich I annehmen, weil die Verantwortung für die Ablehnung noch größer gewesen wäre. Im Westen wären wettere I Gebiete unseres Landes vomFeinde besetzt toor- I den, und im Osten wären die Polen weiter borge» I brungen und hätten das obersch'esische Kohlengebiet be. I fetzt. (Sehr richtig.) Tie Interpellanten haben ja I auch weniger das Abkommen selbst angegriffen, als vielmehr den Unterhändler, der es abgeschlossen I bat; b. h. unseren Unterhändlern in den Rücken fallen, I wo alles darauf ankommen muß, ihre Stellung zu stör, ken. (Zuruf rechts: Frankfurter Zeitung.) Solche I Entgleisungen von Zeitungen sind ichon tn allen Lagern vorgekommen. Wenn an Stelle ErzbergerS Herr Vög. I ler unterhandelt hätte, kein Mensch wirb alauoen, baß Fach dann bessere Bedingungen gestellt hätte. (Sehr I richtig!) CS ist überhaupt schmerzlich, daß ein Ver. tretet der Schwerindustrie, ber nur mit Hilfe der Ver. hälitiiswahl in das Parlament kommen konnte, h'er den Ankläger spielt, mährend die Schwerindustrie eigentlich auf die Anklagebank gehörte. (Leb­hafte Zustimmung links.) Heute wollen wir auf d e Abrechnung mit den Parteien ber Rechten Vorsichten, aber die Abrechnung kommt. Jetzt kommt alles darauf an, dem Ausland gegenüber geschlossen und einheitlich Stellung zu nehmen. Der Angriff bet Rechten ist völlig zusammengebrochen. Unser wehrlos s und lei- benbe» Volk fragt und, weshalb c5 weiter hungern und frieren muß, nachdem eS die Waffen niedergelegt hat. Tie Entente hat Angst noch vor dem gefesselten Dcuffchland. Sie ist unzufrieden, daß toir überhaupt noch Lebens'eichen von uns geben. Durch diesen Haß und dieses Mißtrauen werden nur bet Bolschewismus unb die Reaktion gefördert. Tie Gegner toiVen heute gegen Deutschland weiter, obwohl l>,'iiverialiSmus und Militarismus bei uns tot sind. Tie Gegner suchen durch den Wasfenstillstanb Vorteile vorweg in die Scheune zu bringen, von denen sie fürchten müssen, daß sie sie nach den Punkten Wilsons rstcht bekommen werben. (Ziistimmnng.) Wir hoben ein Recht und einen Anspruch auf Frieden. Wir wollen auch besiegt stolz sein, Deutsche zu fein und dieser Stolz muß uns burcö alle Leiden führen und emporfuhren. (Beifall bei ber Mehrheit.)

Aba. v Gräfe (Deutsch-nationol): Graf Posadowsky hat treffend nachgewresen, daß die Bezeichnung .Waffen­stillstand- geradezu ein Hohn ist für den Zustand der tatsächlichen llntcrtoerfung, der damit gemeint ist, daß der Vertreter der Regierung gestern die Waffenstill­standsbedingungen in einem Ton tiortrua, in dem nicht» zu merken war von dem Zorn, der da» ganze Volk durchzittert. Herrn Erzberger steht d,e Entrüstung schlecht, mit der er die Stimme be» Volke» hier zurück» weist. (Lachen links.) Einmütigkeit herrscht in allen be- teil, ten Kreisen darüber, daß Herr Ercheraer mit einer Souveränität ohnegleichen, ohne Sachve, ständigen- rat die toichtiasten Entscheidungen getroffen hat. E» ist doch fein Zufall, daß gerade die .Franks. Zeitung» Herrn Erzberger stark angrcift. Wir lehnen jedenfalls die Bernntirortung ,ür da» neue Abkommen ab (Lachen links.) Wären Sachverständige gehört worden, vielleicht wäre die Zustimmung zu den neuen Bebinnun -en nicht erfolgt, (stürmische Zurufe: Wa» dann?) Auch wir sind un» der Stowe >e der Berantrvortun i bewußt, aber gerade der Ministerpräsident hat doch gefaot, daß der Tag tommen könnte, wo wir Nein sa en müßten? Wo­rauf warten w,r denn noch? (Zurufe: Wa» dann?) Wenn wir alle» ruhig hinnehmen, dann lachen uns die Feinde ja au», unb wir schwächen die Stellung Wilson», wir machen e» Wilson unmösiich, für uns einiutrcten, wenn wir alles schlucken. Wanrr endlich wird, so fragen wir, daS Nein erfolgen? tZuruse: WaS dann?, Die letzte Rede Wilson» zeigt bereit» unalaub- li_ne Abweichung von feinem Programm. Die Stunde hätte längst geboten, datz unsere Vertreter dem Mar­schall Fach gefaxt hätten: Wenn ihr den traurigen Mut besitzt, das Deutsche Volk jetzt, wo eS in verblen­detem Vertrauen aus eure edlen Zusagen freiwillig die Waffen nieDergelegt hat, hinterhältig totzuschlagen — wir können e» nicht ändern, nicht hindern, aber toir weisen mit Bend tung die Zumutung zurück, datz toir selbst zu tolchein Verbrechen de- und wehmütig;ia unb

1 Instruktionen nicht gebunden sind. Mich nicht an solche deS Herrn Stinnes! (Beifall!) Zwei Hauvtan. grissspunkte waren eS. bie ber Begründer der Inter­pellation zum Ausdruck zu bringen versucht hat. Em- mal die nicht genügende Hinzuziehung von Sachver. ständigen und dann bie angebliche Auslieferung unserer Handelsflotte Von bem, was der Begründer der In. terpellation zum ersten Punkt gesagt, ist nach den Aus­führungen bt5 Herrn Staatssekretärs kaum ein Quent­chen übrig geblieben, und was die angebliche Ausliefe­rung der Handelsflotte anlangt, fo zeigt bei Wortlaut deS einschlägigen Aitikels beS Abkommens, baß zu An­griffen von einer brrortigen Maßlosigkeit keine Ver. anlasiung voilag. (Sehe richtig.) Und daS Ziel der ganzen Attacke? ES ist ja schon gesagt roorbtn; Weg mit Erzberger. DaS wäre viel kürzer und ein. facher gewesen a.'S die ganze lange Siebe. Und der Kern des kurzen Sinnes war das Interesse deS Herrn Stinnes (Heiterkeit. Widerspruch.) Meine politischen Freunde können mit bem Verlauf der Interpellation durchaus zufrieden fein. Wir freuen uns, in unserer Mitte ein Mitglied tote Hirrn Erzderger zu haben, ber mit so außerorbenflicher Begabung unb so emsigem Fleiß für das Vaterland leistet, toaS fein anderer zu leisten imstande gewesen wäre. (Lebhafter Beifall im Zentrum.) Wir können nach dem Verlauf ber heuti­gen Debatte sagen, baß bie Partei beS Herrn Inter­pellanten in eine sachliche Erörterung, wie wir sie gerne gehabt hätten, nicht eine solche persönliche Note hinein- zutragen nötig gehabt hätte, wie eS ber Begrünber der Iziterpellasion — er ist ja noch ein junger Herr — (Heiterkeit) getan hot. (Zuruf: Jungfernrede!) Ge- wiß, aber keine gute. (Sehr gut! und Heiterkeit.) ES kann nur im Innern zur Verwirrung führen und bei unfern Feinden Freude erwecken, wenn in einer fo wichtigen Frage ein solcher Zwist in unserer Versa mm. hing ausbricht. TaS Vaterland ruft uns alle aus tief, fier Not zur Einigkeit. Wir im Zentrum sind bereit, diese Einigkiit zu wahren. Und deshalb weisen wir einen solchen Angriff als durchaus ungerechtfert'gt mit aller Entschiedenheit zurück. (Lebhafter Beifall Im Zentrum.)

halb haben wir schon Anfang ISIS unsere Stimme für einen Frieden der Verständigung erhoben. Wir sind dafür in der schlimmsten Weise beschimpft moroen, haben aber unbeirrt weiter gearbeitet Es ist dann jo» weit gekommen, datz mir dank der Politik der ver­einigten drei: Schwei industrie, Alldeutsche und Luden- dorff zusammenbrechen mußten. S»e tragen ein ge­rüttelte» Matz von Schuld Daran, da» wiederhole ich. Glauben Sie, S»e hätien bessere Bedingungen herau». geholt? Wären Sie zu Aoa; gekommen, so wären Si« einfach zum Teufel gejagt worden, mit Ihnen hätte" matt überhaupt fein Wort gewechselt Ihre Rolle ist auSgespielt Die Demokratie in Deutschland bürgt da- für, bah ihre Zeit endgültig vorüber ist. Die Gene-, raloitettoren. Die Schwer industriellen, die Alldeutschen und ihre Politik sind in Deutschland unmöglich gewor­den. Das ist vielleicht da» einzig Erfreuliche, wa» un» der Krieg gebracht hat (Beifall lints.j

Reichsminister Lrzberger: Herr o. Graefe hat sein Be­dauern darüber ausgesprachen, daß ich gestern nicht Töne Des Zornes gefunden habe. Das steht auf derselben Höhe wie die Aeußerungen gewisser Blätter, daß ich fo gut ausgcsehen hätte. Ich bedauere, daß Herr Dr. Bögler solche persönlichen Spitzen in die Debatte hineingetragen hat Ich habe nur da» Mindestmaß von Abwehr dagegen angewendet, aber ich kann Ihnen (nach rechts) sagen: Sie haben kein Recht Anklage erheben (Stürmischer Beifall und Widerspruch): denn Sir find die Schuldigen, die das deutsche Volk ins Unglück hineingefühtt haben. ((Erneuter lebhafter Beifall und Widerspruch.) Ich will es Ihnen beweisen. Als am 12. Dezember 1916 Herr von Beth- mann im Reichstage das erste Fnedensangebot mitt eilte, da war es Herr v. Graefe, der rief: Skandal! Unerhott! Unerhört ist es, wenn Herr o. Graefe hier auftritt und unsere Feinde geradezu ausstachelt, un» dir Handels- flotte wegzunehmen, indem er sagt, er halte da» für ganz selbstverständlich. Diese Sätze werden unseren Unter­händlern als au» der Nationalversammlung stammend ent­gegengehalten werden. (Sehr nchtio!) Das ist nicht die Stimme eine» Vertreter, des deutschen Volkes, sonder« eines Desperadopolitikers. (Beifall und Zustimmung.) Herr v. Graefe meint ich hätte da» neue Abkommen nicht unter­zeichnen sollen. Glauben Sie mir: ich habe mir die Frage sehr eingehend Überlegt, mit allen Konsequenzen, aber ich kann nur sagen: eine Politik des Würfelspiels mache Ich nicht mit (Lebhafter Beifall.) Wa» hätten wir er­reicht. wenn wir nicht unterzeichnet hätten? Dann hätte Clemenceau »triumphiert, denn dann wäre die ihm lästige Tatsache der vierzehn Punkte mit einem Schlage beseitigt gewesen, unb zwar durch unsere Schuld. (Lebh. Beifall.)

Abg. Haase (U. Soz.): Auch bie Mehrheits?atteien und die Rechtssozialisten waren nicht unschuldig an ber Kriegspolitik. Noch jetzt wirb viel zu sehr mit bem Säbel gerasselt (Sehr richtig! bei ben Unabhängigen.) Da» Volk i seiner Masse will den Ftteden.

Abg. Dr. Slrtfeman» (D. 83p.): Der Kern der Inter- pellation ist nicht: „Weg mtt Erzderger!", sondern blaß: „Weg mit der Souveränität de» Vorsitzenden ber Waffen- stillstandskommission und seine Unterstellung unter da» Auswärtige Amt." Die Zeit für die Entscheidung ber Frage, wer die Schuld am Zusammenbruch trägt, ist noch nicht gekommen.

Reichsminister Dr. David: Das Schlimmste an der heutigen Interpellation ist, daß sie van Männern ausgeht, die die Schuld an unserem ganzen Jammer trifft Wenn draußen der Eindruck erweckt würde, daß Sie (zur Rech- ten) noch einen maßgebenden Einfluß haben, fo könnte uns das außerordentlich schaden. (Beifall b. d. Mehrheit'

Mittwoch: Nachtragsetat

ter Kodlen- itrb Eisenindustrie, die Doch in erster Linie wei interessiert sind, überhaupt nicht zugezogen. Mtt! hört!) Woher nimmt Herr Erzderier Da» «6t allein über so wichtige Fragen zu entscheiden. M bei der Erneuerung deS WaffenftillitanbeS im Kumar iit Herr Erzberner in Veihandiunaen einge- Mstn. ohne datz SachrerstänSige zur Stelle waren, öiwohl von Satoverstänviaen aufs schärfste Protest er» bOra worden war, hat Erznerper da» Stoiffahrtsab- tmmen unterschrieben. Wer gab ihm DaS Recht dazu? vie.Franks. Ztg.' sagt, bie Abberufung des Herrn Mer er sei die einzige Möglichkeit, den «chaden aus- Wiche», den er damit an.erichtet hat. datz er Die Mara einer Ablehnung der feindlichen Bedingungen W« schwärzesten Farben malte. Herr Erzberger ist

»ach Spa gefahren und jetzt ist er wieder da Jnteifcit ) und hat Vereinbarungen mitgebracht, die RSeücrunj schwere Stunden bereiten mutzten. Biel- Mt muhten sie angenommen werden. Aber Diese Ab- Mmin en find das Schlutzalied in Der Kette, dre der «ichSminister Erzber ier in ben monatelangen Bet» (»um-en um Das deutsche Volk gelegt hat (Beifall

Bottspartei, Unruhe tm Zentrum), Ser Kette, WAs Volk ecw ir ien wird. (Unruhe unb Rufe tm PJttum; Unerhört!) Wenn Deutschland unter einer wMißen Kohiennot leiöet, so ist eS nicht die Folge Rtonötn Streiks (Hört, hört», sondern weil allein tm Rrteuiet 2 Millionen Tonnen aus den Zechen liefen, Eu» arr 5e;Q^rcIt werden können, und Tausende von «ciiSMiili en müssen feiern, weil man ihnen ke ne E* debcn kann. (Hört, hört!) Aus diesen Taufen» ■ Bttocn halb Hunderttausende werden. Wir werfen ®rä&-'rAer vor. Daß er in wichtigen Beben»« Nation niemals Sachverständige zu Rate Bj“ hat 'Die nächsten Ausführungen de» Redner» K» m lärmenden Kundgebungen verloren. Dr. gLAe -Ukt: Da» ist im neu n Deutschland Die Diebe» Er' Woraus sich die Sturmszenen wiederholen.

der Lärm minutenlang aigedauert hat, er- b», ^agdent Fehrenvach: Ich habe feitzustellen, daß ^pkrsonlichen Angriffe den EntriistumS,turm I Unruhe recht» und Stufe: Reutin l ich aber das höbe Haus, den übrigen t er»?;? In ^Ui,e zuzuhören.) Ich bedauere, daß metne letzten AuSsührunten ate persön- ,^ch habe Damit nur Die Schlutzfol erung EL. ™enL sachlichen Feststellungen gezogen (Unruhe Wtt^«ehrhejt) Ich siege hier ..IS Vertreter einer le,,!,.'c< die am (Erntden ist. (Laute Ruse bei ■ V H'" sollen Bertreter des Volkes stehen!, 8sWn ReichSminister Erzberger: Wie ist eS WLss..batz dem deutschen Volke, da» einen Wilson» ie, ”?3rtet hat, jetzt ein Waffenstillstand auferlegt ■ #j(1.it,nen solchen Frieden unmöglich macht Wenn h» kinem Kirchhoffrieden kommen sollen, zu den weiteren Verhandlungen h*e besten I rvto» »^verständige hinzugezo en werden. (Bet« ' j/r®' Äsichen bei der Mehrgeit) lauten Erzberger: Die Rede de» Jnter-

^Nimgg^b statt an mich, sich an Marschall Fach 6l t» ','Lebhafte Zustimmung.) Die Be >rundung kti» ]]„, t*nec Oberflächlichkeit und Leichtfertigkeit tythtih 5ul,£. keckst», lebhafte Zustimmung bei Dec R’hien -ch bisher nicht kennen gelernt habe. ** unt, „to.ctlter An wurden auf völli er Unken nt» Pli^. 9!ur e_,ner unerhörten Verfchtebung der Mheir ^^ange auf iedaut. «*>ört, hört! bet der 1 ketesrM Unruhe resttS.) Der Sorte nee meinte, Bfatw, aeucrung des Waffen.-illstanve» habe ihm

Uns sind bie Augen längst geöffnet, C^oliHf 'rtuPt|e bet Heuti en Interpellanten mit Bitt t Riedetaan t unseres Volkes berbetge» Itter Zustimmung bei Der Meorheit,

^tch Cl‘ ^chi».> AnoesichtS dieser Sachlage ist eS Stln Katies Stück, wenn ein Vertreter der I ber wagt, in der Nationalversammlung

B^tben h „nc®. M Nisters zu tpretoen, der für bi.t, «etsöbnunq eingetreten ist, während htitjirem o} ,r,up’>e bw Bolkcleidenschasten au'wüblte ^ischx q‘ 'y°l'e neue Blutopfcr auferlegte. (Erneute C8* biebet der Mehrheit, Lärm rechts.) L^ute'fii^ tc nand etnent SBilfonfrtcben ent :crcu, stch der Vorredner an oen Wilson» l«it) Uber verhögnt hat. (Seht gut! bei der B*. solch, J" Vorredner sra t, woher ich das Retot ?'"> ßeijuh,1.10 e abzustolietzen. Von ihm nicht. §^blunn,n 6on ber letzten Regierung, habe bte Zj^'bierun ^bitergeführt int Namen der Revo» £.®abinett$ handele jetzt tm Auftrage des 1 Dee ~le titaSe ist also überflü sig. «Sehr m-- urreonec verlas Kundgebun,en, bte gar h? »io 1 trcn' unterstellte mit Aeutzerun en, bade, und wagt. Den dreisten Satz lvstin-^'chniemals Sa chverständige '*0a2c.-1Jlnn-e umuicheTätigkeit war, daß ich Ta g uiber>ianoigx gehört habe. EmeD e n k s ch r > f t

Die Verlängerung des WaffenstMstandeS-

Deutschlands Knebelung.

torü Paris, 18. Febr. F o ch referierte am Mvn. tag vor den Vertretern der Großmächte über die An- nahine de» Wafsenstillstandsvertrages durch Deutsch- and. Ta ei sich nur um eine vorläufige Maßnahme lasble, werde keine feste Stellung dazu zu nehme» ein. In den nächsten Tagen werde ein definitiver WaffenftillstandSentwurf vorgel-gt werden, der bis , um Absch uß des Borfriedens Geltung haben solle. Deutschland werde danach nur eine Militär, macht ben 25 000 Mann zur Aufrechterhal­tung der inneren Ordnung besitzen dürfm. Alles KriegSgerät soll mit den Kriegsindustrien der Gntcnk- unterstellt werden. Es sei nötig, daß Foch in der Lage fe.n werde, die Bedingungen den Teur- schon am nächsten Donnerstag bereits 6c. kanntzugeben.

Die Pariser Zeitung „L'Heine" versichert, daß die Besetzung von Essen und des Ruhrgebie­tes nur für den Fall in Aussicht genommen wäre, daß Deutschland die Bedingungen für die Derläiv»- ruug deS WasfeustillstandeS abgelehnt hätte.

Das Ende der deutsche« Seemacht.

wtb Pari», 17. Febr. Nach Reuter ist eS so gut wie sicher, daß die endgültigen Friedensbedingungcn betreffs der dcuffchen Flotte folgende Punkte um» fasse« werden: Die Zerstörung aller Forts auf Helgoland und der Besestigungsanlagen am Kieler Kanal, sowie die Oeffnung deS Kanal» für den gewöhnlichen Verkehr. Mau wird Deutschland nur eine Flotte belassen, die für Berteidigunzszwecke genügt.

Dte Polen kämpfen Welter.

wtb Rawitsck, 18. Febr. Die Polen binden sich nich» an die Waffenstillstandrbedingungen. Ter Bolksrat zu Ra witsch teilt mit: Trotzbem um 5 Uhr nachmittags ber Waffenstillstand begonnen hat, unternahmen die Polen in ben Abendstunden einen heftigen Angriff auf Sarno, Friediichswetler, LaSchn unb Konaczowo, wobei sie starke Arirlleiie verwende ien.