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Neue Erpressungen.
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mecunnen gegen die Polen aufgeben und die Truppen dürfen folgende Linie nicht überschreiten: Don der russischen Grenze westlich Luisendorf, westlich Großneudork. südlich Brzoca, südlich Schuhin,
* Trier, 15. ^ebr. Zusatzabkommen über die Verlängerung des Waffeniiillstanbe»:
ängerung drS Waffenttillftanbe»:
• Tie Deutschen müssen alle Cffenfibbe-
Datsche Nationalversammlung.
' Sitzung vom 14. Februar.
F »intriti in die TageSordnuna wurden her- -Telegramme und Adressen verlesen. Die um der Interpellation Dr. Heinze •‘hV'sBol'Sp) wird nach einer Erklärung de» Mi. äsidcnten Scheidemann an einem der nächsten setzte die Besprechung der Erklärung | ® id]5*c terun.i fort in Verbindung mit der ersten Ml« iro'iten Beratung de» dritten Nachtrag» Aerchshau»hal«plan für 1918. — «l» ^«^"»mmister de» Reich»schatzamt» Schiffer da» r»6t führte u. a. au»: Bei dem Bilde, da» ich zu habe, werde ich dem vom Abg. Araber »et- 1*2“; Krundsah gerecht werden, mit rückhal t l«ser ^Tebeit darzulegen, wa» ist. (Beifall.) Ich werde KeäbefAtänlter, vielleicht grausamer Offenheit zu ETfütecfjen. Die Wahrheit auf diesem Gebiete ^hnidit zum wenigsten auch unferm W rtfchaft». EL «.gute kommen, denn die besten Träger dedselben । wit Recht den größten Wert darauf, zu wissen, «eldien Drngen sie zu rechnen haben. Die Summe flnkitjetrebite, die un» bewilligt sind, einschließ- Je Millionen Kredite, die noch au» der Frieden», »ammen — beträgt mehr al« 140 Milliarden. iu treten an Schatzscheinkrediten au» dem Gesetz 25 Juni 1918 6 Milliarden, zusammen 146 liärben. Dieser Anleihekrebit stand nn» im Ct- »ut Verfügung. Diese Kredite sind flüsfi, ge- t in Kriegsanleihen im Betrage von beinahe 93 »eben und in Buchschulbforderungen im Betrage y Milliarden. Außerdem — da» ist ein Porten .anz beionderer Höhe und schwerwiegender Be- m — haben wir auSgegeben Schatzanwelsungen Reich-Wechsel in dem ungeheueren Betrage von 2 58 Milliarden. (Hört! Härtst Wir haben eine schwebende Schuld von 58 Milliarden. Damit t mit die bewilligten Kredite um 5 Milliarden schritten.
Dazu treten noch die Kredite, die wir unseren leepenoifcn gewährt haben und die wir im Verkehr neutralen Ländern genommen haben, im Betrag g,5 Milliarden. Wir erhalten damit eine (Be- 'umme von 161 Milliarden und hätten die bewilligten Kredite um 14 Milliarden über- t Der Monatsdurchschnitt unserer Ärieaefoften n 15 Milliarden im Jahre 1914 auf 40 Milliar- 8. Ein erhebliche» Abflauen der Kosten ist Zeit nach bet Revolution nicht einge- . Die Methode unserer Kriegsfinanzierung ist m« nicht tadelfrei. Man hatte an einen Krieg gedacht und al» er sachlich und zeitlich :r den Kops wucht», zeigte sich mehr und mehr, : dem nicht gewachsen waren. Schon bald nach be» Kriege» trat die üble Erscheinung hervor, Beschaffung de» Kriegsmaterial» in die e der allerunaeeignetesten Elemente «Mehr richtigst E» find damal» Unsumme« schleudert und dadurch Leute bereichert worden, mrh moralisch sehr anfechtbar waren. (Lebh.Zustimm) i Em reifen de» Reichstag» kam zu spät. Al» neue» •*nt kam damals das Hindenburgprogramm. Wirich betrachtet wat e» ein Programm der Bering und hat ungeheuren Schaden angerichtet, üftefte Hochkonjunktur setzte ein. E» tarn über- nicht mehr auf die Kosten an. @8 wurden ge» Prämien dafür geboten, die Arbeitet eine» de» nach dem anderen au-zumieten Der dadurch chtete wirtschaftliche und moralische Schaden ist ungeheuer. (Lebhafte Zustimmung.) Nach Krie S» (fteHten die Fabriken für Heere»material nicht so- pie Ärbeit ein Wir haben nicht mehr Waffen und Won hergestellt (Widerspr. bei den U. Soz.), e» war )eaa, ba» sofort wieder zerschlagen wurde. (Hört, l Die unproduktive Arbeit war aber notwendig, nicht die Arbeiter ohne weiteres auf die Strafte konnten. W>r mussten dafür sogar mehr zahlen, -ieierschichten eingelegt wurden, die auch bezahlt ® "“fsten. E» kamen dann die vielen durchaus «Sagten Streik», und der wahnsinnige Wettlauf »te höchsten Löhne. DaS wirkte natürlich «»>au^ die Kosten der Demobilisierung.
,, *ön£t geht dann mit dem Finanz lebahren bet @ a t e scharf inS Gericht. Er stellt fest, baft »Wien Fällen nicht so gewirtschaftet hätten, wie « vleichSinteressen entsprochen hätte. Da» gute alte w’ort Hai heute eine Umkehrung erfahren, da» "er die Million nicht ehrt, ist bet Milliarde nicht «um Beweise, welche furchtbaren Steuerlasten «Worten, führt Schiffer au», »oft wir künftig Ulia rven Mark Steuer an Reich,Staat emeinbe zu entrichten haben werden: 'r 5 Milliarden vor dem Kriege. Grafte Erre mng * ruft die Feststellung hervor, baft für viele ? HeereSgut gestohlen, geraubt unb ®trt unb schandhaft damit verfahren worden unterläßt auch nicht, die Schuld der u.
!*** festzustellen. Die Wiederkehr der Bet.
_ ®. oie Läuterung de» sittlichen Empfinden» der ngett werden allein au» demSumpf herauSf ühre n ZTT^ßSfroge führte bet Redner aus: AuS dem Heetesmatetial werden wir nicht gxr l0"öern höchsten» 8 Milliarden betau»-
• Wir werden also darauf angewiesen fein, erK, , unf<te Schulden unb für unseren Be. % x auf dem Wege bet Steuern vorznneh. ij.?' Steuerfrage ist ein enge» Etnver.
»jn 11 £,en Einzelnaalen notwendig, auch muft sich Sirrf* , f’tun8 engsten Einvernehmen mit ffchaftslebrn abspielen: Dann soll die Steuer»
9 eint soziale fein', vor allen Dingen sollen c *?C0en Krankheit unb Alter nicht mehr ifnrr' unter allen Umständen geschont toer- jau.) lieber ben Umlauf an Papiergeld «irr;- .""sfuteilen: Gegenüber einem Umlauf bon rt*n 's? ?«ahre 1914 haben wir heute einen , bn-v1 Milliarden, ungerechnet da» Pa. - erlist Kommunen in Umlauf gesetzt haben. biej,’?11- entschlossen zu fein, alle Machtmittel e,,," S'!n anzuwenden, die sich ihrer Pflicht dem »i»7r 7 entziehen suchen. Die Strafe soll I n^ern strenger al» füt gewöhnlichen Ich QL,*n- Der Redner schliesst mit den War. fattb, an den gesunden Kern unsere» Balke» w deruf dieser vorn ganzen Volke ge-
kl Z voranzugehen auf dem I
ibot, auch auf finanziellem Gebiet. Ich 'tchen toirbn,n®Cn' "tich dieser Glaube nicht n n^ffler8. Rede nn Hanse und auf den rdE^t wird, bittet Präsident Fehrenbach 6cIaLn"^ricn' e.8 dei der guten alten Gewöhnen Ml Beifallskundgebungen durch Hän. Nbo,^ /ms den Tribünen wie im Saale von ’fien fr,tlre er' $,e h?0^ rwch in Wahlver.
6nJru^n' unterbleiben.
=9rQ1Z lUnabh. So;.) kritisiert das Regie- L*oft,n^'3Q5 er al» kavitakistisch hinstellt. Tie * SXm^iL^nft,ni'J18 d« Feindseligkeiten seien , ^n^otunachung hervorgerufen worden. Red.
richiigl) Selbstverständlich ist gegen diese Räte sofort ein- geschritten worben. (Beifall.) Wenn Mittel angewendet werden, um Freiwillige an bet Abreise zu verhindern, die deutsche Dörfer unb Städte gegen polnischen Imperiolis- mu» verteidigen sollen, so rufen die Unabhängigen In die- fern Saale dazu: Sehr gut! Es erübrigt sich, ein Wort dazu zu sagen. (Stürmischer Beifall, Lärm bei ben U. Eoz.) In Bayern ist eine öffentliche Warnung ergangen. Freiwillige für ben Grenzschutz zu werben. ((Hört! hört!) Diese bornierte Mrnnaftung wird nur übertroffen durch eine politisch wie wirtschaftlich gleich große Einsichtslosigkeit. (Lebhafte Zustimmung.) Diese gewissenlose Preisgabe deutschen Boden» verschärft die ohnehin ungeheuren Er. nährungsschwierigkeiten. Sn Berlin unb Bremen ist Blut geflossen. Wir bedauern da» und geben auch zu, baft manche» vorgekommen ist, wo» mißbilligt werden muft. Sch bedauere lebe» Menschenleben (Zuruf bei ben U. Eozst Heuchler!), aber wenn ich vor die Wahl gestellt werde, ob um einiger Tollköpfe willen das Schicksal Hunderttausender auf da» Spiel gesetzt werden soll, dann muß zugepackt werden. (Stürmischer Beifall.) Sch stehe mit gutem Gewissen unb mit sauberen Fingern da. (Beifall, Zurufe bei ben U. Eoz.) Die Berliner Bevölkerung wurde durch eine geradezu wahnwitzige Agitation in der unglaublichsten Weise aufgehetzt. 34 bin am 5. Januar und den folgenden Tagen durch die Straßen gezogen unb habe oie Leute gesehen mit Dem Gewehr in Der Faust und dem Maschinengewehr auf dem Lastauto. Wo waren die um jedes Menschenleben so sehr besorgten Heren Haase unb feine Freunde an diesem Tage? (Stürmischer Beifall, Lärm bei den U. So,3.) Sm Polizeipräsidium gab der erste Mann der Unabhängigen, Herr Eichhorn, wahllos Waffen au». (Stürmisches Hört! hörtl) Wir muftten biete» verbrecherische Treiben beenden. Herr Haase hat einen vchießerlaß kritisiert. 6» wärt hier sehr interessant, wenn Haase an» den Schießers aß vortragen wollte, der mit den Waffen verteilt worben ist, die mit russischem Gelbe bezahlt warben sind, um den Bürgerkrieg in Deutschland zu entfesseln. Die Unsicherheit in manchen Teilen Berlin» Ml geradezu schreckenerreg end, auch 6ee-
I die Leidenschaft der Arbeitslosen geradezu aufgepeitscht morden ist. Unter Mitwirkung dieser Versammlung, Henke, find in Bremen die schärfsten, gewaltsamen Eingriffe gegen die Pressefreiheit verübt worden. (Pfuirufe.) Al» die Sache kritisch wurde, und als die Kugeln pfiffen, waren die Haupthetzer verschwunden. Das sind die Revolutionshelden, für die sich hier die Unabhängigen begeistern. Buch in Kuxhaven ist es so gewesen' Ende Sanuar nahm der Cuxhavener Arbeiter- unb Soldatenrat mehrere mft Kohlen beladene Prahms weg, deren Ladung für Dampfer bestimmt war, die eine große Zahl in Südrussland unter den traurigsten Verhältnissen lebender deutscher Soldaten in die Heimat zurückbefördern sollten. Die Abfahrt dieser Dampfer ist durch diesen Gewaltakt unmöglich gemacht worden. Meviele unserer deutschen Soldaten in Russland diesen Streich mit ihrem Leben bezahlen müssen, wird kaum statistisch festgestellt werden können. Ein andere» Mitglied diese» Hauses wirkte ht Braunschweig mit en der Aufrechterhaltung des Zustande» der gewaltsamen Unterdrückung der Pressfreiheit. (Hört, hört, Pfuirufe. Präsident Fehrenbach bittet, Pfuirufe zu unterlassen.) Durch die Auslieferung von Verfchlußstücken für die Geschütze einiger Minensucher in Cuxhaven durch den 8t.- und S.-Rot ist ein grober verstoss gegen die Wafstnstill- standsbedinmmaen begangen worben, was eine Verschärfung der Bedingungen zur Folge hatte. Gegen solche Zustände ist einaeschritten worben. Wo die neue Freiheit von einer Minderheit bedroht wirb, wird die Steuerung der Bolksmeinung zu Ihrem Rechte verhelfen. Sie bedauert es, wenn dabei Gewalt anaewenbet werden muft. Aber die Verantwortung dafür trifft nicht die Regierung. Nachdem Abg. Dr. Rieftet (D. Dp.) den Standmmkt feiner Partei baraelegl hatte unb nach einer persönlichen Bemerkung des Abg. Henke Mnabh. Soz.) zu den Darstellungen Noskes vertagte sich da» flau» <tv* Montan: Fortsetzung der Beratung.
Bertu et utvaet i'ichenarudereitn ,tulba. — ft$rei»mon«tL I FL IaTifq
8B W. — ,iern|pr. «t.9. leie r.Abreise: .vutbner flettuni |
Nördlich Sxin, südlich Samoioctin, südlich C 0 zieien (Kolmai), nördlich Czarnikau, westlich Riala, westlich Birnbaum, westlich Bent eben, westlich Wöllstein, nördlich Lissa, nördlich Biernicbow bi» zur schlesiich-lussiici-en Grenze. (Die Linie entsp'icht uncefätir b*t beuiiqen polni cken F'vnt in Po en. Ost» und We>> Preu gen sowie Obe. schlesien bleiben in un eter Hand). Der Sckutz der Deutichen in die'ern Gebiet wird von einer rnteralliierien Kommission in Wat'chau garantiert
2. Ter Waffenstillstand wird für unbefristete Zeildouer mit dreitägiger Kündigungsfrist ver» längrtt
3. Tie Ausführung der früheren Waffenstill' standßbebingungen wird fortgesetzt und zum Abschluß gefühlt
Erzberger bittet und fleht um die Erlösung unserer Kriegsgefangenen, um die ^ufubr von Lebensmitteln, um die Milderung der überflüssigen Blockade, um Gerechtigkeit für die Deutschen in Eliag-Lo bringen unb Posen. Ter Ruf, der sich «ich, allein an das RechtSgesühl, sondern auch an da» menschliche Mitleid lichter, findet kein anderes Echo, als die Ankündigung von neuen Zwangs- m assreaein.
Tie Bedingungen für die Bewilligung der vorläufigen Verlängerung des Waffenstillstandes, die mit nur dreitägiger Kündigungsfrist läuft, sind kurz gesagt: Pünktliche Ausführung der bisher übernommenen militärischen, wirtschaftlichen und finanziellen Verpflichtungen, und zweitens: Einstellung der Feinds et lgkeuen gegen die Polen, d. h. Zurückziehung unserer Truppen Himer eine Linie, die die gesamte Provinz Posen mit Ausnahme einer im Westen und Süden ganz schmalen und im Norde» (Netze-Linie) etwas breiteren Streifen verlangt.
In der sranzösi chen Preffe war bekanntlich an» gekündigt worden, daß diese vorläufige Verlang rung nach etwa 14 Tagen zur enbgiliigen Verlängerung führen soll, die den Zweck verfolgt, Deutichland vollends zu entwaffnen. Außer einer radikalen Waffe«, ablieferung und Beschneidung der Truppenzahl sollen vor allem Kontrollkomnmfionen in Die deutschen RüstungSfabriken entandt werden. Andererseits soll gleichzeitig in diesem zweiten Vertrag die Versorgung Deutschlands mit Lebensmitteln erledigt werden.
Die Trierer Verhandlungen.
wtb Berlin, 15. Febr. Da die Regierungsstellen in Berlin und Weimar die Vorschläge der Enient» mit großer Benpätuug erhalten hatten, ermchte Reichsminister Erzberger den Marschall Joch um Verlängerung der Amworlfrist bis Montag, den 17. Februar, mittags 12 Uhr. Marschall Fach ließ antworten: 4.
Der Waffenstillstand läuft am 17. Februar, morgen» 8 Uhr ab. Die letzte Stunüe um eine Verlängerung zu unterzeichnen, ist 6 Uhr nachmittags am 18. Februar, damit Zeit bleibt, den Truppen die Befehle zu übermitteln. Wenn zu dieser Stunde das Abkommen nicht unterzeichnet ist, wird bet Waffenstillstand am 17. Februar, morgen» 5 Uhr, nicht mehr in Kraft sein."
Samstag vormittag richtete der Reichsminisier Erzberger zwei weitere Schreiben an Foch. In dem ersten präzisierte er den deutschen Standpunkt zur Bereitstellung der deutschen Handelsflotte für die Lchensnültelversorgung der Welt mit Einschluß Teutschlands. Er ließ keinen Zweifel darüber, daß das Schifsahrtsabkommen mit dem Lobensmittelab- kommen unb dem der Bezahlung der Lebensmittel gewidmeten Finanzabkommen ein einheitliches unzertrennbares Ganzes bilden, und daß namentlich das Schiffahrtsabkommen nur dann verwirklicht werden könne, wenn die Lebensmittelversorgung Deutschlands völlig geklärt und gesichert wäre, lieber diese letzten Fragen wurde im Laufe des Freitag und Samstag im Rathaus in Trier zwischen einer größeren Anzahl von deutschen und alliierten Sachverständigen eingehend verhandelt. Eine Versorgung Deutschlands bis zur neuen Ernte ist durch dies« Verhandlung-ri noch nicht sicherte stellt. In dem zweiten Schreiben des Reichsministers Erz. berget» an Foch wurde eine Reihe deutscher Gegenforderungen ausgestellt, darunter die Freigabe unserer Kriegsgefangenen, die Aufrechterhaltung der Verkehrsfreiheit, sowohl im be. setzten Gebiet, als auch in den von den Polen besetzten Teilen Teutschlands, Wahrung der deutschen Hoheitsrechte in Ost und West, Wiederholung der Forderung, daß niemand wegen Kaufs oder Verkaufs von au§ Belgien und Frankreich weggeführte» Maschine« in Untersuchung gezogen oder bestraft werden darf, Freigabe der Küstenschiffahrt, bessere Behandlung der deutschgesinnten Bevölkerung Maß- Lothringens. MarschÄ Foch erwiderte Samstag abend:
Der Text de» Abkommen», bet Ihnen gestern übermittelt wurde, ist von den verbündeten unb assoziierien, Regietunarches» feHgelegt worben Ich kann ihn weder ändern, nord erweitern. @» muft betont werden, baft an den Verhandlungen in Paris über dies Fest- setzung der Waffenstillst ondsbedingungcn auch Präsident Wilson tetlgenommen hat.
Annahme unter Protest.
Weimar, 16. Februar 1919. Unmittelba» nach dem Eintriffen der Fochschen Bedingungen in Weimar trat das Kabinett zu einer Sitzung zusammen, u der die Parteiführer zugezogen wurden. Man beip ach die Folgen der Annahme oder der Ablehnung unb war sich dabei völlig klar, daß e8 nicht möglich sein würde, die Fochschen Bedingungen zu erfüllen, ohne Deuiscbland weiter dem Ruin zuzutreiben. Denn man sich trotzdem unter Zustimmung aller Parteiführer für die Annahme der Bedingungen aussprach, so tat man eS in dem Bewußtsein, daß das deuifche Volk nickt über 9iacht in eine verzweifelie Lage gebracht werden könne. Unter P>ölest ennchieb man sich für die Annahme der Bedingungen und es wurde an den Minister Erzberger frl rnbe Rote ab?e onbi:
Ditte Abkommen unterzeichnen, aber vorher Mav schall Foch folgende schriftliche Erklärung Übergeben:
.Die deutsche Regierung ist sich her Schwere bei Folgen bewusst, die sowohl hie Annahme wie die Ab. lehnung des Abkommens nach sich ziehen müßte. Wen» sie ihre Delegierten angewiesen hat, zu unterzeichnen, so geschieht dies in der Ueberzeugung, daß die alliierten und assoziierten Regierungen ietzt endlich bestreot sind.
Zur Verlängerung
des Waffenstillstandes.
W Berfitt, 14. Febr. Der Sonderzug bet deutschen WaffenstillstandSkommlssion traf heute hormittag ü tthr tn Trier em. Tie Ankunft Foch» etfclgte um 12 Uhr. Die «wunq wurde um 3 Uhr eröffnet Darauf nahm Erzberger ba3 Wort. Er saute:
Unser Volk hat den Eindruck daß die Verlängerungen deS Waffenstillstandes nut den Zweck Hanen, uns neue schwere Bedingungen au f 3 uer legen und dem Frieden dorzugrest'en. So wird der SBaffenfhöftanb eine Quelle bt§ Völ kerhas- f c», -a der Verzweiflung. Damit aber ebnen die Alliierten dem Bolschewismus den Weg — das deutsche Volk dagegen bemüht sich, ihn abzuwehren. Erzberger gab bann einen Ueberblick über die ungeheuren Opfer, mit denen iaS deutsche Volk den Waffenstillstand und dessen bisherige Verlängerung bisher erlaufen mußte, darunter deutsches Kriegsgerät im Werte von Weit über X Milliarde Mark, und auSgt lieferte Kriegsschiffe von mehr als IX Milliarden Wert. Allein die preuftisch.hessische EtaatSeiscnbahn habe für 2X Milliarden Mark Eisenbahnmaterial übergeben. Erzberger sprach dann übet die Durchführung der T e- Mobilmachung, infolge der jetzt nur noch 200 000 Mann verwendbar seien, ferner über die Rückgabe der teindlichen Werte urb Dokumente, sowie die Uebergabc der landwirtschaftlichen Maschinen. Zi r Abgabe der Lokomotiven sagte der Reichsminister u. a.: ES fehlen noch 600—700 Lokomotiven. Ick erkläre mich bereit. Ihnen dafür nach näherer Vereinbarung Eisen, bahnwagen gut Verfügung zu stellen. Ich schlage vor, noch heute eine Unterkomm's^ori zur Regelung dieser Frage einsehen zu wollen. Ich bin bereit in Verhandlungen über Kompensationen für die noch fehlenden Maschinen ringutreten und erwarte Ihre Vorschläge. Er sprach ferner über die Rückgabe ben Maschinen unb Material an Belgien unb Frankreich und über bie Rückgabe bet U-Boot e.
Crzberger richtete sodann einen dringlichen Appell auf sofortige Rückgabe der deutschen Kr' e gs- gefangenen. DaS natürlichste menschliche Gefühl empfindet e», sagte er, a!8 Barbarei, baft Sie erst sich selbst Ihre KriegSrsangenen schon im Waffenstillstand sichern, bann aber bie Anwendung derselben Auffassung auf unsere Gefangenen obleimen unb sie al» spätere Sorye für ben Frieden abwälzWann werden Eie endlich die Stimme der Menfchlichftit sprechen lassen? Ein Sturm ber Entrüstung unb Verzweiflung geht durch da» ganze Land. Wir haben genug Zeugnisse, baft eine große Zahl unserer Gefangenen körperlicher uno geistiger Zerrüttung entgecengrH. ' Ich fragt Sie, woher nehmen Sie das Recht, Tausende deutscher Man- net auch jetzt noch in» Verderben zu tagen? Tie Alliierten müssen sich darüber klar sein, daß auf diese Weise der mensch« nversöhnenbe Geist nicht gefördert wirb. Daher fordere ich noch einmal die rettende Tat: geben Sie unsere Gefangenen sofort zu. rück, entl assen Sie sie noch heute!
Reichsminister Erzberger setzte sich sodann energisch ein für die Aufhebung ber Verkehr »sperre zwischen ben linksrheinischen und rechtsrheinischen Gebieten und für die Freilassung von Personen, die widerrechtlich wegen Ankauf von maschinellen, im Besitz der deutschen Heeresverwaltung gewesenen Gerä ei, der.
hastet morden sind. Dann erhob sich feine Ansvrache zu einer scharfen Anklage gegen bie Unterdrückung alles deutschen Wesen» in Elsaft-Lothrin. gen unb gegen die Ermutigung der polnischen TroberungSgeli'ste durch die Entente. Er rief au»: Das deutsche Voll kann und wird sich nicht das Recht nehmen lassen, sich gegen die frecken Angriffe der Polen auf fein eigenes Gebiet mit ben ihm zu Gebote stehen- den Mitteln zu schützen. Wilson» Punkt 1t gibt den Alliierten nicht ba8 Recht, dem deutschen Voll die Abwehr solcher Angriffe zu verbieten. Das Recht beS deutschen Volle» auf den ungeschmälerten Besitz seiner Einheit bleibt ewig unb unantastbar.
An das Gewissen Amerilas appelliert Erzberger, in« bem er aus da» SchiffahrtS- unb Lebensmittelabkommen überleitet unb Amerika an die amerikanischen LebenSmittelnöte der Jab re 1862 bis 1865 erinnert. Damals war eS Deutschland, welches den Vereinigten Staaten in ihrer Not unter die Arme griff, ihm nicht allein Geld, sondern «ruck ttl-idung, Schuhe, Maschinen lieferte und die wirtschaftliche Erholung ermöglichte. Heute, nach 50 Iobren, ist eS um- gekehrt. Wenn Amerika beute ebenso Deutschland bei- stände, wie Deutschland vor 50 Jahren den Bereinigten Staaten, könnte ^mer k-i Lebens^lt»-! und Rohstoffe gegen deutsche Anleihen geben und da, durch Deutschland helfen, sich her auszuarbeiten und noch ein gute» Geschäft dabei zu machen. Da» deutsche Volk kann nicht von den Zusagen leben, die man ihm gibt. D i e hinschlepoenden Verhandln n. gen, in denen mehr ober weniger große Zahlen ge. nannt werden, machen nicht satt, unb Wir forbern endlich Taten. Weit über eine halbe Million Männer «nb grauen unb Kinder fbib an Entkräftung ober an den Folgen geringerer Widerstandsfähigkeit gestorben. AIS dor fast 48 Jahren der deutsch-französische Soffen« tIL stand geschlossen war, legte Jule« Favre die bisher bon ihm sorgsam verschwiegene Ernährungslage von Pa. ris Bismarck offen dar. Paris hatte nur mehr für einige Tage Brot. Bismarck gewährte sofort eile e r» benklichen Erleichterung en für den TranS- port unb bot Favre au» den deutschen Beständen alle irgendwie verfügbaren Lebensmittel an. Favre erkannte die» dankbar an und äußerte: .Denn un» b i e Preußen kein Mehl gegeben hätten, wä- ten w i r Hungers gestorben." Damals bat. ten wir die Uebermackt. ietzt ruht sie bei Jbnen. Gebrauchen Sie Ihre Macht gutl Gebrauchen Sie sie »0, baft Sie nach Menschenaltern noch vor dem Volksgewis. sen bestehen kann. Tenn jede Macht gibt ewige Verantwortung Bedenken Sie, daß ber Hunger die Brutstätte verheerender Keime istl Bedenken Sie, baft, wenn diese Keime sich entwickeln und auSbre.chen, auch für Ihre Völker die größten Gefahren entstehen. Ber. zweiflung ist die Mutter des B 0 l sch e w i s in u S. Er ist eine leibliche unb geistige Hungerlrankheit. Das beste Heilmittel ist Brot und Recht. Geben Sie uns ferner unser unveräußerliches und auch von Ihnen ber-. bürgteS Reckt auf einen Frieden der Versöhnung! Wer heute Völkerhaß sät» erntet DolschelviS. muS.
Verlassen Sie Ihre Politik der rücksichtslosen Ausnützung der Macht! Seien Sie sich bewusst, baft wie im Einzelleben, auch im Leben der Böller bie Gewalt, p0litil sjch bitter rächt.
nei geht weiter auf ben Tod Liebl»eckt§ unb der Frau Rosa Luxemburg ein. Seine Ausführungen finden lange kein Echo im Hause, obwohl er offen auf Aufreizung der Mehrheitssozialisten auSgeht. Diese verhalten sich still, obgleich man ihnen anmerkt, baft sie vor Erregung zittern. Aber schließlich kommt e» doch zu starken Explosionen ber Temperamente, besonders bei bet Kritik HaaseS an bem Verhalten der Regie, rung während der SpartakuSunruhen in Berlin. Haase verlangt von der Regierung eine vollständige Amnestie für die Spartakisten. Scharf greift er Roske wogm feines Schiefterlasses an. Haase versteht es im Vor. laufe seiner weiteren Red«, die Stimmung so zu schüren, daß eS oftmals zu schärfsten Auseinandersetzungen Cscheu den MehrheitSsozialdemokraten und den Unab.
gigen kommt.
ReichSWehi Minister Ro»ke: Dass Haase daS Regie- rungSprogramm bemängelt, ist selbstverständlich Was immer auch darin stände, et würde e» doch bemängeln. Äit größter Dankbarkeit gedenken wir heute noch den Opfern, die untere Krieger im Felde gebracht haben. <Beifall.) Daß für bie Ärieg»binterbliebenen in jeder nut möglichen Weis« gefolgt wird, »st selbstverständlich. Da» Wehtministetium hat beschlossen, baft daS Eiserne Kreuz und 6te Rote Kreuzmedaille werter verliehen werden sollen, besonder» auch an die zurückkehrenden (Befangenen. (Beifall.) Höchste Anerkennung verdienen die Offiziere, Beamten und Soldaten, di« unter den größten Schwierigkeiten ben Rückmarsch unserer Truppen ermöglicht haben. Gegen Offiziere find in der letzten Zeit berti e Vorwurf« erhoben worden. Fehler de» alten System» werde ich nickt beschönigen. Aber e» geht nicht an, Tausende von Männern, bie immer »lebet ihr Leben füt ba» Vaterland eingesetzt haben, in Bausch und Bö en zu verdammen. (Verfall.) Ich habe feit der Revolution mit vielen Offizieren zu- sammengearbeitet und müsste mich vor mit feluet schämen, wenn ich mcht fe ien würde, daft diese Mannet mit einem außerordentlichen Maße von Selbstüberwin. düng füt da» deutsche Volk hervorragende» geleistet haben. Die Fürsorge füt die di»het attibcn Offiziere und Unteroffiziere wird durchgeführt werden. Erworbene Rechte werden respektiert, Existenzen nicht leichtfertig vernichtet werden. Unsere wertvollsten Bestände an Wehrmacht sind heute die Verbände der Freiwilligen. E» ist nicht wahr, baft sie der Monierte* oolution dienen. (Lachen und Widerspruch bei den Unabhängigen.) E» ist nicht wahr, daft e» m Deutschland eine Werft« Garde gibt (Ern. Widerspr bei den Unadh) Wa» ist denn geschehen? Sn geringer Zahl hat im Osten eine Aushebung von Wehrpflichtigen ftohgefunben, da» war unumgänglich notwendig. Gegen polnischen Smpe- rialirmu» ist i Ehre zu verteidigen. (Bestall.) Sn
Mengen von Nahrungsmitteln für Mitteldeutschland und e» ist nicht abzusehen, wie wir über die schweren Zeilen Hinwegkommen sollen, wenn die Nahrungsmittel, zu deren Lieferung die polnischen Gutsbesitzer verpflichtet find, un» nicht zugesührt werden. (Zustimmung.) Daher ber Grenzschutz. Diesen Grenzschutz haben nun deutsche Soldatenrate zu stören gesucht. (Hört! Höri!) Sn vielen Städten ist da» Werben von Freiwil- Itgen verboten werben, (flirt! HSrtl) Sn einzelnen Städten wurde tat Zeitungen bei Androhung einer Geldstrafe von 10000 M. verboten, Anzeigen für bei schütz zn bringen. (Höri! hört! Sehr gut! bei den