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Fuldaer Leitung
Druck der Fukbaer «ctieudrnckerei t« F«ld«
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Mitteilungen der städtischen Nahrungsmittelfielle.
Lokales.
Sulöa, 15. Februar 1'119.
t. Eine große Protestversammlung gegen die völ. kerrechtswidrige Zurückhaltung unserer Gefangenen findet —- ------- ’ - "" " '■ ' "*1—
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Verteilung 79: Marmelade voraussichtlich l1 /» bi- 2 Pfnns auf den Kopf.
Da in absehbarer Zeil eine Brotauf irichverieiluug nicht in Aussicht ist, toub emp ostlen. sich die Mar» melade für kommenden B>dan zu siche« n; zur B«r» fügung steht aupenbl'ckttch eine gute Eimer-Ware.
Slnme'bunien aus De kestnn iskarte 79 au die Nab« ninci8mitteI|teHe; Anmeldesch uj: Tiens.ag den 18. Februar.
Die Stabt hat Gelegen hat, noch Weif;kohlfa«»» kraut zu beschaffen. Der Preis wild sich Vorau»» sichtlich auf 30 bis 33 Pfg. für das Pfund stelle«. Aede gewünschte Menge kann geliefc.t werden. Diejenigen Vei braucher, welche noch Sauei kraut habe» möchten, werden gebeten, ihre Bestellun g unter Angabe deS Gejchä'iS. durch das sie bedient fein möchten, sofort schrift ich der Nabrnngsmiiteluelle aufzugeben. Die Ausgabe der Ware wiid innerhalb ter nächsten drei Woben erfol en können; nähere- darüber wird jpäter bekannt gemacht.
aus dem Naqvargeviet.
(—) Seiferts. Das Hotel „Zum Löwen" ging zum Kaufpreis von Mk. 40,000 Mk. in den Besitz des GasiwtneS Franz Joseph Nüdling von hier über.
♦ Bebra. Dieser Tage kamen wiederholt Lazare 11 n ü g t als Leerzüge hier an. die wieder als Personenwagen eingertchtet und in die Personenzüge eingestellt werden sollen, sodaß dadurch der Wagenmangel etwaS beheben wurde. Einzelne Lazare.tivagen, kenntlich durch das rote Kreuz, werden in die Pcrso- nenzüge der Hauptstrecken eingestellt, um schwerver. mundete Soldaten zu befördern.
* Wanfried. Einen guten Fang machte die hiesige Polizei; sie war verständigt worden, daß nachts einem Besitzer in Hopfeld bei Ltcktenau zwei Pferde im Werte von 10,000 Mark gestohlen worden seien. Der Spitzbube wurde hier mit den Pferden festgenommen; er ist ein alter Zuchthäusler, der seine Freiheit dem Amnestie-Erlaß veidankt. AlS die Verhaftung des Diebes bekannt geworden war, meldetet sich nicht weniger als vier Gutsbesitzer aus der Umgegend von Mühlhauien, denen in bet letzten Zett Pferde gestohlen sind.
Segen, V*10 Katbedralamt m. Pr., 11 Ehr, V.12 M' m. Pr., */«2 Sakraments-A., 2 Ehr, 4 LatramentS- Bruderschaft u. Pc, 7 L i. d Marienk. (Montag «. Donnerstag nachm. 5 A. — Stadtviarrkir he. *'»6 */«8 M., */«7 M u. Kom d. Jüngl., 8 M. u. Pr. <L Schulgd.i, 9*/» P arramt u Pr., U M. u Pr. 2. Sstuted.), 9*« A. f. d. Jüngl.-sod. i. d. Severi irte, ll'< Chr. f. d. Jungst, 2V« Bruderschaft vom hochw. Gut, 6 KriegSditlandacht. Pfarrkirche zum hl. Geiste. e'*7 Kom., 7 Frührn., 8 Pr u. Ämt, ’/»5 Chr., 5 A. Mittwoch 5 Ärie; S-A. — Sevrritirche. */»7 M — Herz» Jesn-Heiin 6 M., 8 timt m. Pr., 2 «., 8 KriegS-A. Mittwoch K-A. — Frauenberg. M. v. ö—7. 8 Bruder» schastSm. m. Pr, 9 Hochamt m. Pr. nahm. 2 Pr. u. Ä. f. d. Te>tiaren. Donnerstag, 20. ,>ebr. Vierteljährige Gedächtnisfeier f. d. verstorbenen Mitglieder, Verwandten u. Wohltäter d. granztskanerorden». X feierliches Requiem.
Evangelischer ®otte»blenlt
Sonntag, 16. Jebr 53o:m. 9"« Weber, 11 Kinder« eotteSdtenft, nachm. 2 Ruhl. — Bieberstein. Vorm. I Reich.
15. Februar ISIS.
Ausgabe von Krankenmehl in der städtisch«» BerkaufSstelle:
Dienstag vormittag an die Nr. 4501—4750, Freitag vormsttag . , , 4751—5000. Die Karten sind vorher in der jiaitenauSgab»« stelle erhältlich.
Seiber war eS auch in dieser Woche nicht moakich die Fleischration auf die vorgesehene Hö te von 200 gl zu bringen. Gegenüber der Vorwove ist tndeffeu eine Verbesier >ng ein getreten; es konnten durchschnittlich 150 gr Fleischwaren auf einen Abjchnilt auSgegebe» werden.
Zn der am vorigen Samstag ans geschriebene» Derteilunz 78 werden auf den Kopf auSgegeben:. 150 gr Weizengrieß zum Preise von 48 Psg. d. Pid^ 250 gr Haferflocken in Pak. z. Pr. v 82 Pfq. d. Pfd* 250 gr Morgentrank in Pak. z. Pr. v. 90 Pfg. d. P'd. oder Gerstenaraupen z. Pr. v. 41 Pfg. das Pld. oder Gerstenmebl in Pak. zum Pr. von 80 Pfg. das Pid oder Teigwaren z. Pr. v. 66 Pfg. d. Pfd., 250 gr Kaffee-Ersatz,. Pr. v. Mk 1.16 u N k. 2,—d.Psd,> 1 Suppenwürfel zum Preise von 13 Pfg., 1 Brühwürfel zum Preise von 5 Pfg.
Die Waren sind vom Donnerstag ab in den Geschäften adzuholen. ES wird dtii'gcnd empfohlen, mit diesen BerteilungSwaren haushälterisch umzu- gehen und vor elfem den Grieß und die Hafer flocket für besondere Bedarfsfälle zurückzustelleu.
In der nächsten Woche entfallen auf jede Fett»' karte
40 G amm Butler
zum Preife von 4 30 'DH. für 1 Psd. Molkerethutter, zum Preife von 4.05 Mk. für 1 Psa. Landbnt'er.
Die Krankenkarten werden voll beliefert. AbgabO au die Berbraucher: Freitag uns Samstag.
Die Nachzügler in F e.jchwaren werden in bet nächsten Woche wiederum durch die Metzgerei Rotzbach, Florengaffe, bedient.
Gotles-ienjtor-nung.
Katholischer Gottesdienst.
Sonntag, 16 gebt. Dom. */,6, 6, */«7 u. 7 M. */»7 M. u Kom. bet Jungl.-Soö. u. d. christcnlehrpfi yun.il. i. b. Mcrtenk, 8 Pfarramt in. Umg., Pr u.
Eingesandt.
Für Mitteilungen an biefer Stelle übernimmt die Redaktion nur die oreggesetzliche Verantwortung
WaS wird aus de« Solle ererben ? WaS unsere äußeren Fcmbe richt zustande bringen, da» vollenden die inneren Fcindx — die Schleichhändler und bte Schwarzsihlächter. Ein erschreckendes Bild zeichnet die .Düflelborfer ftreie Presse" tn ihrer Nummer vom 19. Januar, die einen Brief eines Fuldaer Schleichhändler», den man in Hamburg auf der Straße gefunden hat, avdruckt mit der Ueberschrift: »Der Meisterschieber". Dort werden angeboten: feinstes Weizenmehl, geräuchertes Rindfleisch. Landschtnten, Erbsen, feinstes Rin- verfett uiro, natürlich zu Preisen, die ein gewöhnlich Sterblicher nicht zähen tann. Größere Ouanti- täten können geliefert werden. ES wäre falsch, für diese Lebensmittelschiebereien nur denk Händler, von dem der Brief stammt, zur Rechenschatt ziehen zu wollen. Zunächst muß ich die Erzeuger die ihre Produkte auf verbotenen We en und jedenfalls zu Wucherpreisen lieferten, aufs schärfste tadeln.
Daß die Schwarischlachtungen in letzter Zeit in oe« radezu unheimlicher Weise betrieben toei den, ist ein offene» Geheimnis. Was fragen die Wacherer, die unersättlichen Schieber und schließlich die aefräßi en Verbraucher danach, ob dem deutschen Volk noch ein größere» Unheil wider,ährt, al» es bereits der Fall ist. Von der christlichen Nächstenliebe will ich derartigen Verbrechern am VolkSwodl ge enüber gar nicht reden, aber ich möchte sie doch warnen, denn eine» Tage» könnte sich die Schändlichkeit ihre» Unt'i neunte 8 bitter lächen. Nur der Erzeuger ist in der La e, größere» Unheil zu vergüten, indem er 6te bebö'blichen Anordnungen r ipettiert und seine Erzen wisse abliefert. Alle diesbezüglichen Mahnungen haben toenii genaht, und es siebt ec*. limine# zu befürchten, wenn nicht, alsbald eine Aenderun i eintritt. Wenn aber die tiun ernden „Wölfe“ ausbrechen, dann wehe denen, die durch ihre Verbrechen die Sicherstellung der Volksernährunz unmöglich gemacht Hanen
Darum ibr wuchernde Erzeuger, ihr unersättliche Schleichhändler, laßt ab von eueren Verbrechen am Volke und ibr gesräßi 'en Verbraucher mit dem gefüllten Geldsack, mäßigt euch. Ein Volksfreund.
AuS den Verlustlisten.
Jof. Mütter. Ulmdach, l. rertv- Jos. Schäfer jfvlda, l v Hi inr. Staubach, kjerdffei», sch. v. Ernst Gerlack, k? neu, L v. Jos. Hommel, Uurick,heust«, tim. Hcinr. Stock, Bub flhb, > vw. Hemr. Müller, lsaiiaii, ti n. Seegti Bernh Oetzel, KAjf-'l, um Beruh. Stert. HrtHif, tim. Rud. Berkenba<h, Kafitl, vm. Gust Groß, Kefir!. tim. Theod. Aul, viiNbatz. tim. stnedr. Lange, klaff,1, tierm. ffrunz Liebego tt, Ktffel, tim. Hcinr. Ehrinst, 5'jtzlir, pef. Ludwig Becker, Kaffe 1, vm. Gust Bork, «offeh vm. Georg Klepp, Vaffel, sch vw. Christ. Baupel, ilafsel. in Geigsch. Eeuard Spitt, Kariet, vm Phil. Schmidt, tchletz nr»d, verm Jo, Lorei, Giesel, berm Jakob Nußbaum, lilmdlim, L v. Jos. Schick, lUorio f, l. v. Kont. Zeber, Jaffa, gef. Johann Kollmann, klaffet, sch. ti Ernst Balke, Kassel, sch. b. GGt. Jos. Liese, Ifrmitfetff, gef. Otto Hohmann, hrnan. vm Heinrich Luft, l »teilshwa z. berm. griebr. Buet, ÄUba, sch. b. Wilh. Ebert, Welter», t an f. SBuuJtn.
15. Februar 1919.
eitioj, Pfarrer, Stil. Neudo-f bei Oppeln, penbof r, LanbgerichtSrat, Aachen.
. Porsck. Geh. Justizrat, Rechtsanwalt, SBteÜOU. . jur. Reinecke, RechtSanmatt, Münster.
.. ilhiel, Andreas, AmtSgeri.tstsrat, Fulda.
#lid)tar8ti, Bauernlutsbesitzer^Ost-rwitz.
lätiip, Redalteur, Esten.
leuetmann, Gemeindcsekretär, Mülheim a. b. Ruhr, vawatzki, Anton, Pfarrer, Danzig.
'Dr. 6 ai m e d D i n (i, Landesrat, Geh. Re i.-Rat, Münster. 'Schmidt, Eisenbahnschloster, Conz (Mosel).
■Sr. Sä)initt, Gefängnisdirektor. Düsseldorf. be.Echmittmann, Hochschuiprofeffor, Köln. . Echoenkaes, Landwirt, Altenheerse.
»chüling, Pa isekrctär, Amern-st. Georg, ietoorg. Mittelstullehrer, Frankfurt a. M. »Nenaer, Arbeitersekretär, Geilenkirchen. Ifekgmann, Rechtsanwalt, Saarbrücken, »feger, Gewerkschaftssetretär, Oberhausen.
■tepe rwatd, Generalsekretär, «öln. Ardeitersekretär, Gladbeck.
JfeffcU, Rektorin, Neuß
«Hatoe, GewerkschastSsetretär, Posen.
I®nbea, Verdandsairettor, Esten.
UMrtch, Uniaersitätsprofessor, BraunSberg.
»khtien, Gewerbelehrer, Etverfeld.
«oreisann, Bor.tzender deS Gewerkverein» christ- >U!kr Vergarbe ter, Essen.
RSjrup, Rechtsnnwa.i, Montabaur, gyibermnnn. Professor, Recklinghausen. EwSfe, Oberlchrerin. Alten item.
off. Geh. Justizrat, Rechtsanwalt,
Auszug a:i$ dem staiöesamtS’Hegifter
des Standesamtes Fulda.
Sterbefälle in der Zeit vom 7. bi» 14. Februar 1910.
28 Januar 19 9 Oberleutnant Karl Heinrich Weiffenbach, 27 I. V T. 6. Februar Ehesrau HionziSka Kollmann, f eb. Bronz, 51 .1. 3 M. 20 L. 7. Eliesiau Siatharma Heil, geb. Bittorf, 52 I. 3 SR. 22 T. 8. Ehefrau Mathilde Kraus, geb. Pfeffer au» Niederbieder, ->7 I. 2 M. 9 St. 10. Eheirau Katharina Möller, geb. Gerlach aus Breltenbach, 32 I. 1 M 5 T. iO P. ter Eustachius Balthasar Kircher, 81 I. 4 M. 29 T. 10. Müller Joseph Heil auS Droschkau 66 I. 1 M 17 T. 10. Fobrlkdireitor Heinrich Wippet, 45 I. 11 M 18 T. 11. Susanna Schilling, 51 I. 1 M. 26 T. 12. Privat!» Karoliiie Wagner, 81 I. 11 M. 19 T. 13. Landwirt Konrad ,iahn aus Neuenberg, 76 I 6 M. 29 T.
Zum E.ntrag ge.'ommcne St erde fälle ortSangehöriger Krieger.
20. Oktober 1918. Gefreiter Hugo Joseph Valentin Schwarz, 25 I. 3 M. 7 St. 19. Januar 1919. Gefreiter Adalbert Bartholomäus Schmitt, 19 I. 4 M. 25 T.
Ausgabe von Zwieback:
Ve ugSberechtigi find nur Kinder unter 4 Jahren, Personen über 65 Jahren und Krank, laut Attest. Gegen Nachweis der Bezugsberechtigung und Vorlage der etwa schon voihandene« Berechtigungskarte zum Bezug von Zwieback und Krankengebäck weiden nummerierte Sonderkarten am Mittwoch 19. Febr. in der KartenanSgabe- stelle ousgegeben. Für dir Korten von Nr. 1 b 6 2000 steht die Ware am M ttwoch und onnerS» tag in den Konditoreien von Sattler und Thi* « gegen Vorlage bet Sonfeikarten zum Preis von 42 Pfg. das Paket zum Verkauf. Auf jede Sonder« karte werden 3 Pake e geliefert.
Von einer Anrechnung von Zwieback auf die Brotka'te ist nach höherer V rfügung abzusehen: das bisher übliche Krankeng böck in der Konditorei Sottler kann dagegen nach wie vor nur geg,« Meh kartenablchnitte (umgetauschle Sioifarte) abgegeben werden.
Wie am 12. b. Mts. bereits bekanntgegebe», konnien in dieser Doc! e nur 30 Gramm F tt auß- gegeben werden; auch diese 30 Gramm standen nicht ganz in Butier, sondern znm g'ötzten Teil in Mar- garin ' ut Veifügung. Demenispieckend mußte ei« Teil > - Geschäfte, w e vor einigen Wochen tcho« einmo mit Matwrine bedient werden; selbstverständlich ist uniet den Geschäften abgewechselt worben, io aß die Ve> brauchet, denen in friiheien Wochen feine Butter, londein Matgai tue geliefert wurde, diesmal Butter erhielten. Gegebenenfalls, wird and) in bet komn enden Zeit in ähnlichen Fällen UN er den Geschäften weitet gewcch eit.
Leidet sind die Siir .bten inbe-ng auf hie Fett» Versorgung seht schlecht. Der Ruck ani der Buiter- herstellung in 6er Molk ret bat na ü.ltche ä.sacheq,! ntch anSwätiS ist keine Buitet gesandt 1 'orten, tat' Gegenteil wird die Herstellung der Molk.'ter in Hai«-' zell noch für die hiesige Ber orgnng mitheran fezoze«.' Auch für die nächste Zeit ist eine Ire ei', e Erhäffi ung der öutteibetfteUuna nicht iu er n.
oberhaupt soll doch nicht bloß als Pracktpuppe im Schaufenster stehen, sondern soll regieren, kommandie. ren. Wenn er nicht die Macht hinter sich hat, so trägen feine Aufwandsgelder keine Zinsen. Er muß an Mut und Kraft ein Hauptkerl fein; darum sollte man ihn auch ruhig alS Hauptmainn des Reiches anreben. Doch schließlich macht ja nicht der Titel den Amtskohl fett, sondern vielmehr daS Hirnschmalz und der Hand, schlveiß deS Inhabers. Der Vergleich ist nicht gerade appetitlich, aber er paßt doch.
Schön, daß die Nationalversammlung so glatt , und schnell die erste Einrichtung getroffen hat. Nur dürfen wir uns nicht einbilden, daß mit der neuen Verfassung und den neuen Serntem plötzlich eine neue Zeit des Heils und des Glückes anbncht. Notbehelf für den Augenblick. Wir hausen immer noch in Trümmern und Schutt; wir wirtschaften immer noch in Drangsal und Not; wir muffen immer noch mühsam ringen um Ord- nrntg und bitte» um Brot.
Hange» und bange» in schwebender Vein! Gestern wurde gemeldet, daß Amerika setzt endlich Fett und Sckwemefleisch schicken wolle. Manchem lief schon das Sehnsuchtswasser um die Zähne, als er das .as. Und heute kommt die kalte Dusche hinterher. Tie (Entente macht die Zufuhr abhängig von versckärften Bediugun» gen für die Abgabe unserer Handelsflotte. Tarüber hat sich bis jebt eine Einigung nicht erzielen lasten. Tie mündlichen Verhandlungen in Svaa sind zunächst abgebrocken wo.den.' Die Aussichten auf Fett und Brot sind also wieder .höchst unsicher". Also dürfen wir den Sck'macktriemen noch nicht oblegen; vielleicht wer- de» wir ibn noch enger ziehen muffen. Wir nagen i ach wie vor am Hungertuch. Obendrein ist dieses Hunger, tuet) um unsei.n Hals geschlungen und wird von den un. erbittlicfen Gegnern im Zwangsverfahren benutzt, als Erdrosieliinsmittel.
Wie heiß haben wir früher das Ende des Waffen. kampfeS berlreigesehnl! Jetzt ftntren wir im klapperigen Gebein, daß der Wafserislillstand noch schlimmer ist alS ber Fcllbkrieg. Wir Hoffirn, ariS bem Regen 'n ben Sonnenschein zu kommen und sind in die Traufe ge. raten.
Neulich wurde auSgerechnet, daß 700 000 unschuldige Deutsche infolge der schlechten Ernährung vorzri. fig gestorben seien. Wenn das so Wetter geht, so kann bis zur nächsten Ernte die Million von Opfern voll werden. Dohtgemerkt: eS bandelt sich da nur um die bür. gerliche Bevölkening; die Opfer auf den Schlachtfeldern stehen noch auf einem weiteren Riesenblatt. Wenn da von .Greueln" gesprochen wird, so steht doch klar und fest, daß es keine größeren Greuel geben könnte, als wenn man noch weitere Hunderttausende von wehrlosen Leuten dem Hungertode ausliefern wollte. Wir wollen und können es nickt alanben. daß im zwanzigste»
unterstützen. Der Ruf des deutschen Volkes geht an das Gewissen der ganzen Welt. (Er ging zunächst aus von den Auslauscl)gefangenen, die ihrer Brüder im fernen Lande gedachten, deren Los sie geteilt, er wurde ausgenommen von den Hunderttaufend"« Angehörigen, sprang von Stadt zu Stabt, von Herz zu Herz. Möge er auch in Fulda ein allgemeines, hilfsbereites Echo finden. (S. Anzeige.)
Jahrhundert Nationen, die sich zivilisiert nennen, einen solchen Massenmord muf ihr Gewissen laben möchten.
Wir wollen ja ni.bcs gebe,teuft haben, fonbe' n wol. len alles bat bezahl»», so sckwer es uns aucy fällt. Tenn trotz bet ungeheuren S-mloenlast und der entsprechenden Steuerlast mästen wir doch die letzten Goldstücke zusammenlrahen, um oie notwendigen Nahrungsmittel dasür zu kaufen. Auch der letzte Rest deS Volks, vermögens darf nicht geschont werden; beun wer ver. hungert, dem hilft auch sein ganzer Besitz nicht mehr.
Jetzt kommt bte .Fastenzei t". Früher war da» eine ernste Mahnung, mäßig zu sein ur<o sich freiwillig Abbruch zu tun in der (Saumenluft. AlS der Krieg m* brach, hob die Kirche das Fastengebot auf. In ben ersten KriegSjahren wirtschafteten wir noch so aus de« Vollen, daß der weitaus größte Teil deS Volkes Wohl noch die alte Fastenordiiung hätte tnnebalfen können. Aber dann würben die Vorräte knapp un» immer knapper; das unfreiwillige Fasten griff immer mehr um sich. Aus dieser Zwangsfastenzeit hat unS weder der Wafsenstillitanb, noch die Revolution zu retten ber. mocht. Im Gegenteil: die Hungerkur droht sich zum Sch uffe dfeses Erntejahres noch zu berfcfcärfen.
Immer noch lautet die Parole: Tucchhalten und Geduld I Zu der Geduld muß freilich noch ein Doppeltes kommen: Erstens bte Klughet t, indem mm, mit bem Rest der Vorräte recht sparsam, peinlich sparsam wirtschaftet. Zweite s die Tugend, nämlich die christliche Barmherzigkeit, die mit helfender Hand eingreift, wo die Not am größten, ist, namentlich zur Rettung dar. bender Kinder, Mütter und Kranken. Manckier hat doch immer noch so biel, daß er ein Stückchen an die Verhüt gernden tie abreichen kann, ohne sich selbst oder seinen Angehörigen in Leibcsgefahr zu bringen. Jetzt kann man mit jcd-r Brotkruste ein wirklich gutes Werk tun.
Mit Recht wird darüber geklagt, daß seit ber Umwälzung bet Eigennutz erst recht ins Kraut geschossen sei. Millionen benfen nicht mehr art das Gemeinwohl, sondern nur an ihre eigene Tasche und ihren begehrlichen Magen. Das ist häßlich und verderblich, vor allem aber unchristlick. Bei der Wahl hat sich gezeigt, daß es doch noch recht viel entschlostene Christen tn Deutschland gibt. Möge der christliche Geist sich auch in den Heimsuchungen bewähren, die uns für die nach, 'fen Monate noch bcvorstehen. Ter Geist ber Brüderlichkeit, der sich nicht mit schö en Worten begnügt. sondern in gegenseitiger Hilfeleistung, in Unter, stützung der schwer bedrängten Volksgenoffen sich bekundet.
Wir gehören zusammen auf Gedeih und Verderb. Die deutsche Treue und die christliche Liebe solle» kein leeret Watz.» ivetbcn »solange wir noch das Leben haben!
finbet am Dienstag im Gesellenhause statt. Es wer. den sprech"« der Vorsitzende des Caritasverbandes, Herr Prof. Dr Thielemann und die Herren Rektor Solle und Kaufmann Frank;, die „W i n f t i b i a" hat sich in dankenswerter Weise bereit erklärt, zwei entsprechende Lied r zum Vor. trag zu bringen. Die Einladung richtet sich an die ganze Bürgerschaft der Stadt Fulda. Der Zweck der Versammlung soll sein, für dte vom Waffenstill. stand am härtesten Getroffenen unser Möglcchstes zn tun. Tie ftemben Gefangenen sind zurück, wir wenigstens frei vom unmittelbaren Truck des Krieges, ihr Los ist eher verschlimmert. Gefangene n l o s ist an und für sich schon hart, immer drük- kender wird es durch die Trennung von der Familie, die ständige harte Disziplin, die Entbehrungen an
die moralischen Mitfel, die Berufung auf Recht und Menschlichkelt für den sonst Hilflosen, die stärkste Waffe, gegen die aus die Dauer der Mächtigste nichts vermag. Wir fordern unser Recht; nach dem Haa. ger Abkomme» betr. die Gesetze und Gebräuche des Landkrieges vom 1& Lktober 1907 sollen „nach dem Friedensschluffe die Äriegsgefang-nen binnen kürzester Frist in ihre Heimat entlasten werden." Tie angedrohte Zurückbehaltung zum Wiederaufbau wäre eine Rechtsverletzung und ein Vertragsbruch. Wir appellier"» an die so viel gepriesene „Humanität" Menschlichkeit) ber Feinde, unter denen auch Väter und Mütter, Brüder und Schwestern ind, deren Kinder und Brüder gefangen waren; cßtcn sie alle kalt fein? Wir rufen die Neutra- en auf. unsere Forderung mit dem großen mora- ffchen Gewicht ihrer Meinung und Stimme zu
Unpoütljche Zeitläufe.
N. Berlin, 12. Februar 1919.
haben wir wieder ein Dach über b?m Kopf, wir auch was in den Topf und ben Kropf?
Dachdecker in Weimar haben recht fix gearbei- ' mere nämlich das neue Reichsbach, die vor« -ersaffung des deutschen Volksstaates.
„ i-er Umwälzung vom 9. November hat da» Reich J“Se>t unter revolutionären Zelten gebanst. Die ”,6on den wechselnden Winden arg gerüttelt und 's hat uns oft genug in die Bude geregnet ™ w. wenigen Tagen ein Pappdach geschaffen Ein Notbehelf, ber hoffentlich auSreichen g* bte schlimmsten Störungen abzuwehren und ^trtschafl in ge. regelten Gang zu halte». Nachdem Kupferbach nach allen Regeln der Kirrst t Wcrd-n. DaS wirb aber noch viel Zeit unb “Ifen, denn zu der endgültigen Reichrverfasiung ' £®Ue Register der Beredsamkeit aufgezogen wer. t y.maI traten sie gedämpft, und bas war sehr nur alle Welt ist es vortetthafl, wenn die Par- „ Uch ai f_ kurze „Erklärungen" beschränken, statt t,rf.,LCn raufdicn zu lassen. In Weimar hotte man Gefühl, daß tn biefer Zett ber schweren 1 ‘Jmgcnbe Worte, sondern zwingende Taten fmb.
tf,,.baden wir auch einen Reichspräsidenten, ein ^ö"»^^^ah!ies und bestelltes ReichSoberhaitpi. DaS Uerung im Titel, aber nid’t in ber Person.
.'er t, der seit dem 9. November bte erste , , bleib' an ber Spitze. Ich habe nichts da-
r cr "UN zeigt, baß ersuch ber rechte Mann 0 >2 ist, b. h. in der Feuerwehr gegen die
acfällt mir freilich der Titel nicht recht, ^gen niel „Präsidenten". Einen 9 eichSp.ä- e nen^ Piääbenten des Kabinetts, einen Prä. ,-'a-io alversammlung. ein.n Präsidenten eudauses, allerhand Präsidenten von Aem. lrn ‘^lä'iivcn i sw.. dazu noch verschiedenartige wn o’n Junizdienste, ferner die alten Ober» — -in"' ningSpräsidorten usw. Alles, was in tetfev' n^efli.laft den Vorsitz hat, new« sich, „auf . Praiideut. Wer soll sich unter bem Ge- % or> l‘l!\f!'lcn zurechlsinben? Für ben Nia an, K l’ Reillsgewalt verkörpert, hätte man we.
be,anbeie Bc-eichtning von rein deutschem :;Cn wllen z. B.: N e i ck S h a u v t m a n «t.
.'traten hätten vielleicht eingetoenbet, ■ '*«♦. zu militärisch. Nach meinem Gesühl “fit Empfehlung. Denn das R-.ick».
gy Zentrum in der preußischen R? §andesversammlung.
• bezeichneten Abaeorbnete» gehörten ' preußischen Abgeorbnetenhause an.) r Malermeister, SBo.tum.
BP’.‘ Ejsenvahn-Gütcrtiorsteher, Kreuznach.
«st Mittelsckulledrer, Danzig.
■t” , ।' -ruützrat, Re ittsanwalt unb Notar, Esten. v0rwa schaftSiekretar, Köln.
Isra"-' »imtSgeri-' t$rat, Neustadt, O-S. Sn'cnbadn-Lanbmesier, Hannover.
■Eft Stabtverordneter, Buer i. W.
+ ' Pottver oalter, (iuctienbeim.
Fabrikant, Stadtlohn.
FZri ». Lehrer, Halle a. S
■KrirtPe. Lanb erichtSrat. Arnsberg.
U§«feld ©driftleitcrin, Wert.
K'fftsmann, Pfarrer. Herborf a. b. Steg. Kinnenbera, Rechnanasrat, Fulda.
2 et Hauptlehrer und Landwirt, HauSdorf, ®L,.« Neurose.
M" Geiiogenschaftsleiter, Euskirchen.
Nlk.'in Juitiirat, Gron-Strehlitz.
^afrbenbet. Geh. Reg.-Rat, Professor, Bersin-
Wdende. . . ■ *
SBcrleierirau, Gleiwttz.
KJjel, AmtseeiichtSrnt, Myslowih.
•’s EisenbalmperkehrSkontroll., Kreuzburg O.-D. BEealb, Rektor. Berit».
»tbe Fiieorich, Professor, Osnabrück, »tvnowski, Arbeiterfekretär, Dortmund. E ßaaer, Generaldirektor, Berlin-SttröneRerg. M-ch, Gewerksckattsiekretär, Herzogenrath.
«tken'rath, Redakteur, Limburg a. L.
Vetold, Landesökonomierat, HauS Loevelinklo« bei
^He^tz, Kreisschulinspektor, Ahrweiler. itfcSeti er, Frau Geheimrat, Berlin.
Urtfiefet, Gewerkschastssekrrtir, Essen. fekvby.Ra ffauf, Landwirt, Wolken, Kr. Koblenz, festert, Oberpfarrer, Köln.
Mp, ednilreitor, Bocbum.
Zoiksschuilehrer. Neuwied. ' Arbeiterfekretär, Essen.
>iepp" ^.Bauern nt«besiher, Peterwitz,K.Falkenstein. fegmann, Bors. d. kathol. Bergardeitergewerkjchaft, ffewttirchen.Snar.
r»g. Rektor. Düren.
ggdpoff, I., Studienrat, Köln.
stets, Landwirt, Sandfortshof bei Kerwenheim, engewand, Scblossermeister Osnabrück.
Lanscker, UniverfitätSproiessor. Bonn, tocha. Kassendirektor, Radzionkau.
»inz, Berwaltungsgertchtsdirektor, Wiesbaden, ehr, Kewerke, Men en i. W.
ffkaiß, Amtsaerichtsrat, Reichenbach. •
Hkaix, Geh. Justizrat, OberlandeSgerichtSrat, Düssel- dori.
Waren, Wilb, Pastor, Hannover.
x, Eisenbahn-Wagenmeister, Köln, flucti Dackdeckermeister, Neuwied. HAU er, Gutsbes, AmtsgenebtSrat, Prüm ((Eifel).
siol, Arbeiter et retär, Beuthe» O.-S.
Reuber, Generalsekretär deS Schics. Bauernvereins Breslau.
tt Neumann, Alfred, Amtsgerichtsrat. Ratibor.
Bequemlichlcit und Abwechselung, den Mangel an geeigneter Bstchäftigung, die Unsicherheit über ihre Dauer, die Ungewißheit über die Entwicklung in der Heimat und die unausbleibliche religiöse Berwahr- losung. Hart ist auch die Prüfung der A n g e h ö. r i g e n, der Eltern und Geschwister, die nach den Söhnen und Brüdern, der Kinder, die nach dem Vater verlangen, die Ungewißheit über ihre Befreiung und über ihre Lage und Gesundheit, wenn der Brrefverkehr stockt und das gerade jetzt, wo ohnehin schon so vieles »ied rdrückt. Zwar hat unsere Waffensttllstandskommission getan, was in ihren Kräften stand. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, muß das ganze B o l k sie mit Nachdruck unterstütz"». Politische Machtmittel haben wir nicht, wir sind besiegt; uns bleiben nur noch
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