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Deutschlands Kriegsschulden.
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der Ostsee erkennen wir on, das Probl-m !<ir eelöst werden, ohne datz die Hoheit d>s Ket >
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eine ii t rnation'ale Neeelunn der sozialcn Frage durch den Friedenkschluß. Es ist rin gemeinsames Jn- tercffe der Arbeiterschaft aller Länder, daß der Arbeits- anebeutunn in jeder Form duich ii tcrnahonale An. näi eruna der sozialen Gesetz tbum ein Ende gemacht wi>d. ES liegst unS die bornchme Pflicht auf, Frieden nicht zu schließen, ohne den Versuch, unser soziales Programm international zu sichern. Vom kommenden Trieben erwarten wir, datz er der Welt in dem bon Wilson vcrüindeten Völkerbund eine feste Ornarn» saiion schafft, die allein ein Zusammenarbeiten ctmög« richt. (8ebb. Beifall.)
Ab,,. Keil (svz) kommt noch einmal ruf die Entwickelung der Revolution zu sprechen, der Ursachen, die zu ihr geführt haRn, sowie irrer Folgen, dabei polemisiert er ge en den Abg. Gröber, der die göttliche Weiiordnun i für jede flies ierun, in An peuch nehme und wendet sich peren die Behauptung, datz die Rebe» lulion den Frieden verzögert halte. Weiter zählt er die Errun ens haften auf, die die Revolution gebracht hat, bor allem daS Frauenwahlrecht und erörtert dann die Ltratzenkämpfe in Berlin und anderen Großstädten. Sehr eingebend beschäftigt er sich mit der Stellung der A.» u. S.-Räte. Die Soldatcnräte müßten berichwin- den, da das Heer aufgelöst wurde und ein Volksheer an seine Stelle trete. Die Arbeiterräte aber würden in Zukunft auch noch eine gewisse Bedeutung behalten. Zur Solialisierung sei die Z.it so ungünitig wie mö - lich. Schließlich protestiert der Redner gegen die weitere Verhängung der Hungerblockade, und gegen die Zurückhaltung der deutschen Kriegsgesan enen. _ Seine fließe schließt mit einem Appell an Wilson für den «Wilson-Frieden.
Abg. Graf Pasadowsky-Webner ^Deutsch-nst Vp) Die Forsernnaen der Feinde an Deutschland auf Grund der WaffenitillstandSbedineungen lassen Menschlichkeit und Gerechte iteit beimiffen. Man spricht immer bon dem erlediitsten dynastischen- oder ObrigkeitSstaat. man spr. lt auch bon dem Zusammenbruch einer Gewaltherrschaft. In Wirklichleit bestand in D'uischland daS freieste Wahlrecht der We t (Zurur: Preußen! Dag man in Phieuzen das Treiilassenwahliystem nicht ab unbadbar schon früher befeiti tc, habe ich wie erholt öffentlich als einen bedauci lichen po.itischen steh er erhärt Whr hatten in Deutschland eine muitergulti ie Rechtspflege, Selbttberwaltun', soziale Gesetzgebung, wir hatten ein Musterhaftes Schulwesen bon der Volkelchule biS zur Universität. «Ster . Wlderipr bei den Lv- gialDemox und unabb. Sozialisten ) Wir hatten ein durchaus freiheitliches Vereins» und Veriammlunasrecht. ©egenübrr _ der jetzt üblichen Herabsetzung des alten Staates möchte ich mich auf einen unverdächtigen Zeu. gen bergen, nämlich den Präuds tcn Wilson, der als Professor einmal gesagt hat, Preußen sei mit Erfolg bestrebt gewesen, sich eine größere Vollkommenheit der Verwaltungsorgane zu geben, als irgend ein anderer Saat Europas. Gewiß hat es im allen Slaat me sch- liche Schwächen gegeben, und die sind wohl in keinem Staate so ausgebildet wie in dem republikanischi-n Frankreich. (Sehr richtig! rechts.) Jedenfalls, loenn wir die inneren Verhältnisse m fercS Landes mit denen anderer Staalen bergleichcn, so hat das alte Preußen und Deutschland immer noch glänzend abgeschnitten. (Beifall rechts.) Wenn wir den Krieg verloren Halo i, so sind wir nicht militärisch besiegt worden, son. Lern technisch. ünaiuieH und wirtschaftlich, nicht nun
Der Völkerbund ohne Deutschland.
Paris, 14. Febr. Sie Friedenskonfe- renz wird morgen die dritte öffentliche Sitzung, srb- balfen, in der sie das Projekt über den Völker» b u n d behandeln wird. Wilson, der fein? Abrvife bis Sonntag verschoben hat, wird das Ziel, daK er verfo'gt, tarieren. Ter Völkerbund soll sich zunächst auf der Grundlage der gcgenwärt'gen Allianz «liif- bauen und es Dnnen an ihm nur die alliicrffn INa- tionen teilnehwen. Tie neutralen Staaten toerfren später nach Prüfung ihrer Lage zugelasien. Die Mittelmächte bleilen für jetzt ausgeschlossen; sie sollen ^rst zugelassen werden, wenn sie die flotf/ gestellten Forderungen erfüllt Halen. — Ter Entwurf sieht unter anderem ein Schiedsgericht für t'en Fall eines Konfliktes zwischen den Staaten 'des Völkerbund's, sowie die schärfsten Zwangsmittel wirtschaftlicher und militärischer Natur gegen un. bonnäßige Staaten vor. ______ —f -
wenigsten durcki die Erschlaffung unseres Volkes infolge der Unterernährung. Wenn die Gedanken aus leertn Mägen in schwache Gehirne steigen, so tritt leicht eine geistige Verwirrung ein. (Sehr gut!) Ter Redner tadelt die Kolonialpolitik, die überall in der Welt zer. streute Kolonien erwarb, die mau im Ernst nicht der- teidigen loiu.it. Auch die Flottenpolitik unterzieht er einer Kritik. Tie Flotte kennte ihre Aufgabe nicht erfüllen, weil sie zu schwach war. Ter unheilvolle Aus. gang des Krieges sei eine Folge der Verzögerung des U-Boot-VaneS. Es sei eine bewußte Luge, wenn un. fere Gegner fortgesetzt behaupten, Deutschland habe den Krieg gewollt, Rußland mit dem Panslawismus i»d der Furcht vor dem Nihilismus und England, das we. gen der irischen Frage vor dem Bürgerkrieg stand, haben den Krieg erzeugt. Ter Redner behandelt dann ein. gehend die von den Deutsch-Nationalen in Anträgen niedergelegten Wunsche. Wir wollen rrS nicht der Pflicht entziehen, trat an dem Wiederaufbau auch der neuen Regierung mikzuarbciten. Ich hoffe, daß sich für die Schaffung der Neichsverfassnng ein gewisses Gtnbernebtnein der bürgerlichen Parteien wird erzielen lassen und daß eS unserem Volke gelingt, sich wieder aufzurichten. (Lebhafter Beifall rechts.)
Hierauf wird die Verhandlung abgebrochen.
Präsident Febrenbach schlägt dann die Bildung von Fgchausschüsien bor, die widerspruchslos genehmigt wer. edn. Dein wird eine Interpellation Heinze bftiefen, die im wesentlichen auf eine Kritik der Erzber- gerschen Tätigkeit hinausläuft.
Samstag: Interpellation Heinze. Fortsetzung der Besprechung der Erklang der Neichsrcgierung, erste und zweite Beratung eines dritten Nachtragsetats zum tSaatshaushalt 1918.
jit deutsche Nationalversammlung
Sitzung oom 14. Februar.
Die belgischen Ansprüche
auf der Friedenskonferenz geben auf Aufgeben bei belgischen Neutralität, eine (Srenbei icbtigung gegen Holland, Fieiheit der Scheidesci iffahrk, Rückerstattung von Hollands ch«Limbiirg an Belgien, Emvei leibung von Malmcdy und Momjoie und An'ckflntz Luxem- burgs an Belgien oder Frankreich. Holland könne durch deutsche» Gebier für feine Verluste entjchädrgt werden.
zeitig bon der s roßen Gefahr des
Die Demobilisierung. f
Berlin, 14. Febr. Es ist angeodnet wordav, da^ nunmebr auch die Jahrgänge 1898 und zwar dis Ende Februar entlassen weiden. Jahrgang 1899 kann vorläufig noch nicht entlassen w d n.
Berlin, 14 Fedr. Tie „Rote Fahne meldet, d»4 KriegSmininerium habe aageordnet, daß zur Verstärkung des Grenzschutzes im Osten A»8- bebumen voroenommen wudeu sollen. Tie Auslw- bungen be chränken sich lediglich auf die Prov «?en O t- und Wesipieufzen und auf ein Kontingent von nut 5000 Mann.
Am Dienstag haben die Vertreter der Ein elstaaten Weimar über die Finanzfruge des Reiche- beraten. Wie wir erfahren, wurde dabei die stestpellun r gemacht, Latz unsere Krieisschulden die Höhe bon 150 Milliarden noch erheblich übersteigen und daß
zutreten. Sie tra en so die Erschwernisie bc3 j.rc e3 bon neuem in den deutschen Osten, der rieieti»
Zentrum und Republik.
Von unserer parlamentarischen Vertretung in Äeimar.
Die Rede. Ivelche der Zentrumsführer Gröber in der Nationalversammlung zur Einleitung der großen politischen Auksprackie hielt, gib t in ausgezeichneter Weise die Richtlinien wieder, welche die Fraktion des Zentrums vnb die ZentrumSpartei für ihr Wirken in der neuen Zeit als maßgebend ansieht.
An die Spitze oll seiner Arbeit stellt das Zentrum das Wohl des deutschen Volkes und Va- terlandes. Diesem Ziele mutz alles andere, auch die vielen Bedenlbchleiten, die wir erklärlichertoeise der neuen Entwicklung flcgeimiber h^gen müsien, rtnterge» ordnet Norden. Die Crfordernisie der Stunde sind: Friede, Ordnung, Arbeit, Brot! Jedes einzelne berührt Lebcnsin.eresien unserer Einzolper. sönlichkeit wie auch de? Volke? und Reickres als ganzem. Im Zusammenksong dieser Erfordernisie werden wir erst den Wiederaufbau, dessen wir so dringend bedürfen, vollziehen können.
Seit dem 9. November wurde nur von den N t ch- t e n der Persönl cli'eiten gesprochen. Pflichten kannte man nicht oder wollte sie nicht lenn-n. Dieser nbclntionäre Ziiskaud muß so rasch als möglich beseitigt werdezu. Rechte bedingen Pflichten. Und umgekehrt.
Tie erste Pflicht des Tages. der Stunde, ist die V f l i ch t z u r Arbeit. Ohne Arbeit kein Brot, ohne Bivt keine Ordnung und ohne Oibni'ng kein Friede. Wir betvegen uns hier in einem Zirkel, der nimmer avfzulösen ist. Die Srdnung im Lande bedingt aber auch eine Staatsautorität, und diese wäre wiederum nur Phrase und Schein, wenn sie nicht die nötigen Machtmittel zur Geltendmachung ihres Ansehens zur Verfügung hätte. Darum fordern wir ein Volk 5. Heer. CS muß auf demokratischer Grundlage errichtet loerdeu, aber ebne allgemeine Wehrpflicht ist die Schaffung eines solchen HeereS eine Unmöglichkeit. Tie Soldcstenräte dürfen keinerlei Nebenregieiung auftun. Taeegcn können sie in der Form voi Vertraneisaiis- schüsieu für alle Soldat« nangelegenheiten, wie Verpflegung, Urlaub, Beschwerden usw., eine wichtige Rolle spielen. DaS R ä t e s I) st e m in der bisherigen Gestalt aber, das den Anspruch auf politische utib staatliche Gewalt erhob, muß befeirigt werden.
Dos Zentrum hat schon durch seine Mitwirkung am Arl'eitSprogramm der Parteien und der flicaierung gezeigt, daß es seine Mitarbeit bei der Neuordnung der Tinge nicht versagen will. Es wird daher auch in der fllegicrrrg selbst durch seine Mitglieder vertreten. Unsere Anhänger werden es verstehen, wenn wir nicht sagen, daß es die Par ei eine nicht g-rmge kleberwin. düng gekostet hat, in diese Reg'<-r"no l-inzust^t 'n. Ab->r die Erwäg'mg. d^ß b'a h l'fllche Ea-be'n rrt«. Dir ken ’ ur geleitet sein darf von der Grirä'uug, daß alle? getan werden muß, um dem V'ater'aude zu d. - nen, muß jetzt vorherrschend sein. DaS Zentrum steht auf dem Boden echter Demokratie, es will vor allem auch den bundesstaatlichen Charakter deS Reiches erhalten wisten.
Es sind große und schwere Aufgaben, die politisch, aber auch wirtschaftlich und sozialpolitisch an da? Zentrum herantreten. Die Stellungnahme deS Zentrums in der Nationalversmnmlung gibt uns aber Gewähr dafür, daß den ErfordernUlen der Zeit unter Wahrung unserer prinzipiellen Anschauungen Rechnung getragen toirb •* **• ., sii.j . •
se ne unveräußerlichen ivesiprcußischen Gebic tastet zu werden braucht. (Sehr i.ditig.) Nolwcndig ist
Zur Verhaslung Radek».
Berlin, 13. Febr. Der bolschewistische Führer Roöet hat sich seit dein Januarputsch der Spartakisten stet» in •Berlin aufgehalten und hatte sich al» Nationalökonom Karl Richard aus Posen onxemeldet. Falsche ßeglti« mationspapicie hatte ihm der A.» und S.-Rat in Bremen besorgt. «Habet, den selbst rabifale russische Zeitungen alben „tierischsten Menschen Rußlands" bezeichnet haben, Hot sich bei seiner Lerhastung von einer kläglichen Feig- heit gezeigt. Er bat die Beamten des Berliner Polizei- präfibiums, die ihn verhasteien, säst kniesällig, ihm kein Leibs anzutun. Er hat langt vor seiner Verhaftung an seinen Rechtsanwall geschrieben, er möge im Falle einer Verhaftung sofort eine Eingabe an die Reichsregierung machen und um Schutz für jein Leben bitten unter Hinweis darauf, daß er rusjifcher Bolksbeouftragter sei. Er hat jetzt auch schon den Antrag auf Haftentlassung stellen lassen, weil er als Ehrs einet russischen Gesandtschaft dar Recht der Unverletzlichkeit genieße. Außerdem könne er als Mitglied der ruffischen Regierung nicht von einem deutschen Gerichte zur Verantwortung gezogen werden. Aus Antrag des Verteidigers wurden übrigens Radek die ihm vorher angelegten Fesfeln abgenommen. Mit Bezug hierauf ist es bemerkenswert, daß der „Vorwärts" zwar strenge Handhabung des Gesetzes verlangt und Ungehörigkeiten und Eigenmächtigkeiten gegenüber Derhafteten, verurteilt, aber hinzufügt: „Es liegen auch keine menschlichen Gründe vor, die Strenge des Gesetzes zu mildern, denn Leute, die wehrlose Gefangene töten oder mißhandeln, verdienen keine Scharung."
Belgische Truppen in Duisburg.
* Duisburg. 14 Febr. An äßlich der Unruhen am Mittwoch bat ber t> 'wische AbschnittSkommand nit an» geordnet, daß zur V.rhind.r inz weiterer Unruhen belgische Truppen mit Maschinenaewehren in Duisburg ein rücken. Eine Kompanie traf genern abend cm, zwei weitere Kompanien sollen heute o er merzen lolgen. Es ist Aussicht vorhanden, daß die Trupp.» wieder abziehen, da im hiesigen Gebiet fliufot herrscht.
Braunschweig.
Dramischweig, 13. Febr. Hier war in diesen Ta. gen der neugetrcihlie Braunschweiger Landtag versam, welt. Im Namen ber Landesregierung verlas der Vo.sitzende des Laudes-A.- und S.-Na,es. ein Husar, eine längere „Thronrede", die un.er den Abge rdne.en meerfach lauten Widerspruch sand, so a!S er behanprete, daß der A.- unb S.'-Rai die tcnsäctlicke und techcliche Landesrrgierrmg und baß die Landetversammkuug noch nicht der wahre Ausdruck deS Vol!swill-ns sei. Tie Botschaft kündigte dann eine Reihe von Gcsetzesvor. lagen an. Der zum Präsidenten gewählte Dr. Jasper betonte in einer bemerkenswerten Rede, die bei den Unabhängigen lebhasten Widerspruch und bei allen übrigen starken Beifall aus! äste, daß die Macht deS Landes durch die Wahl des, Landtages auf die Volksvertretung übergegangen fei. Auch die anderen Redner betonten übertinftimmenb: Nur der Landtag ist jetzt noch berufen, über die Geschicke des La. des zu entschcv. den. Jedem Versuch, den Landtag in seinen Arbeite», zu hindern, müssen wir mit allen Mitteln entgegenn.nr» ten; der Landtag wird nur der Gewalt weichen. Weiter wurde als allgemeine Anschauung hervorgehoben, daß Braunschweig sich nur einem Bundesstaat Niedersachsen oder Preußen ansclrließen könne. — Zwischen den bei« den sozialdemokrarischen Parteien, bit dir weit über« wiegende Mehrheit haben, ist sckiließlich eine Verständigung zustande gekommen, die dahin geht, datz in Zukunft der Landtag oberste gesetzgebende Gewalt im Laude sein soll, während ber A.. und S.-Rat, der demnächst auf breiter Grundlage neu gewählt wird, nur noch ein gewisses Einspruchsrecht und für die Durchführung de« Gesetze zu sorgen hätte.
Die radilalen 2U und S.-NSte in Bayern.
München, 14. Febr. Ter dem linken Flügel der Mehlheitssozialisten angehörende kayerische Militär» Minister R oßhaupter, hat sich durch sein en"r» g.schcs Auftre.en gegen die Uebergriffe der So I da, t c n r ä t e und durch seine Bemühungen um die Ausrcch'erhaltung von Ordnung und Sicherheit bei den radikalen El menten del Soldatenrats in zunehmendem Maße verhaßt gemacht. Heute erschien im bayerischen Ministerrat eine Abordnung der Landes-Arbeiter-, Bauern- und Soldatenrats mit der Forderung, daß Noßbaupter heute noch vor di-, fer Versammlung zu erscheinen habe, um seinen A b, schied entoegenzunehmen. Ter Minislerrat tri'$ in Abwesenheit RoßhauPIcrS diesen urerl.Lrfen Cin. griff in die Regierungsaewalt auf das cntschi'denst« zurück. — Tie Gegensätze zwischen den mehrheitS» sozialistischen Mitgl.cdern der bayerischen Neaieruug und den in immer stärkerem Maße unter radika en Einsiuß g ratenden A.- und S.-Räten beginnen sich seit der Rückkehr Eisners auL Bern in bedrohlicher Weise äuyi[pit;ert6,. '"" v-
flramms erwarten wir Rückgewährung unsere» Kolonial- besitzes, der uns zum Teil unter Bruch internationaler Beiträge, zum Teil unter fadenscheinigen Vorwänden genommen worden ist. (Lebhaftes Sehr richtig!) Wir sind bereit, über die Abtretung dieser oder jener Kolonie zu verhandeln, aber als rechtmäßiger Eigentümer. 3m Zu- kammenhang hiermit stimmen wir dem Gedanken einer Internationalen Kontrolle über die Tropenkolonien unter der Voraussetzung zu, baß sich alle Kolonialmächte ihr unterwerfen und daß Deutschland an der Verwaltung und den Erzeugnissen der Kolonien einen angemessenen Anteil hat. (Sehr richtig!) Wenn wir uns rccen die Beschlagnahme unserer Kolonien mit ollem Nachdruck verwahren, so müsien wir aus der anderen Seite darauf gefaßt sein, von dem eigentlichen Reichsgebiet werwolle Teile zu verlieren. Das gilt vor allem von Elsaß-Lothringsn, besten Wiedergewinn die Frucht unserer Siege und dos Symbol der deutschen Einheit war. Sie wisien, daß Prä- sident Wilson die Forderung anwestellt hat: bas Unrecht, das Deutschland im Jahre 1871 durch die Annexion Elsaß-Lothringens begangen hätte, sollte wieder gut ge- macht werden. Ich will hier nicht auf früheres Unrecht binweisen, daß einst dem deutschen Volke zugefügt wurde. Ich akzeptiere Wilsons StandpunN, weil es auf bas Recht ber gegenwärtigen Bevölkerung Elsaß-Lothringens ankommt. Diesem Recht wird aber Gewalt avoetan. wenn jetzi die französische Okkupationsmacht das Land wie ein end"ültig erobertes behandelt. Noch hat die Friedenskonferenz nicht bns Sieoel unter Elsaß-Lothringens Schicksal nedrückt, noch ist Cisaß-Lothrinnen von Rechtsweoen Reichslanb. (Sehr richtig!) Deutschland wird nicht eher glauben, baß bas neue Europa auf Gerechtigkeit gegründet ist. ehe nicht bie feierliche Zustimmung des ganzen elsaß- lothringischen Volkes den Friebensartikel befröftigt hat, ber bie Zukunft bes Lande» feststellt. (Lebh. Zustimmung.) Die franiösi>che Pläne, das preußifbe Saarae- biet oder die bayeris-ke Pfalz an Elsaß unb Lothringen amuilieben, bedeuten eine imperalistische Ber. grtoalti.iuno, die ecnau so scharf verurteilt werden muß. wie die früheren Pläne deutscher Chauvinisten, da» Brckon von Lon-wh und Briet» zu annektieren. (Sehr riditm!) Die historische Veoründun', die man auf französischer Seite für den Raub deS Saar'ebiet» anführt. ist zu hinsällia, als daß es sich lohnen könnte, sie zu widerleaen ((sehr richtig t> Da» deutsche Volk ist über alle staatlichen Grenzen, auch über die Grenze de» alten Reich» hinaus, eine lebende Einheit. Wir denken eher weder daran, aus Schweizern nach au» Nieder- ländern Deutsche machen zu wollen, unb von den skm- dinavischen Völkern annektieren wir nur die Saaen ihrer Vorzeit unb die Dichter ihrer Ge enwart. «sehr ridtia 1) Aber mit unseren österreichischen Brüdern hatten wir bi» zum Zusammenbruch bc» römi. fdun Reiche» deut d er Nation die ,-seiche Gefchid te. Wenn wir un» seht wieder mit ihnen zusammenfin- den, nachdem ihnen alle nichtdeutschen Stämme des Habsburgischen flieichcs die Freundschaft gekündiat haben, so w ffen toi^ daß wir nur eine späte Korrekiur an einem Fehler der flleickis rünbung vor. nehmen, der die Friedenskonferenz ibre Can'iion zewiß ni^t versagen wird (Zustimmun'.) Der Rebner legt Beruabriin, da e 'en e n, datz der neue tschecho-slow». fitche Staat nicht nur die Deutschen Böhmen; unb Mähren» mit Waffengewalt unter seine Botmäßigkeit zu zwingen sucht, sondern auch auf deutsche- Reichs e- bict überzuareifen droht, ferner da eacn, daß die preußisch-polnischen Stämme auf deutsch besiedeltes Gebiet über eirtffen Haben um mit einem mö'lutft günstigen Bcsitzslai d in die Friedcn-v rhandlun en ein«
bie 25 Milliarden, die jetzt in der neuen Krebiivorlage onaeforbert werden, zum größten Teile bereit» auSgc« geben sind.
Die Ausaaben de» Reicher sind seit der Durch« fübrum der Demobilmachung natürlich zuruckgegangen, doch übersteigen sie weit da» erträ iliche Matz. Man darf wohl erwarten, daß in der fllationaloerfammlung restloser Ausschluß über Die Höhe oer Konen der Re» vol u t i onswirtscha st, besonder» der Wirtschaft de« A.» u. S.-Räte verlangt werden wird. Wie un» mit» gefeilt wirs, beiau'en sich die Kosten allein für bi» persönlichen Ausgaben der A.» u. S.-Räte täglich auf mehrere hunüerttausensMark, aoer diese Geldverschwendung tritt ganz in den Hintergrund ge, en» über der ungeheueren Berschleuberunii an Heere»gnt, wodurch dem Reich mindestens 7 Milliarden verloren gegan cn sind. DaS deulsch Pott wird für diese M,tz- wirtschaft auskoniinen muffen und hat darum da» drin, endste Jitteresie, datz in Der finanziellen Gebahrunz des Reiches balD grünDUdjer WanDei geschaffen wird.
:n einseitig zu unserem Nachteil zu lösen gedachten, —b sie nach den vereinbarten FrieDensgnindsätzou dem Boden ber Gerechtigkeit unb Gegenseitigkeit zu tearen. (Sehr richtig!) 3di habe diesen Versuch Stfgtoicicn unb werde si ch zukünstia solche B e r > zurückweijen. (Lebhafter Beifall!) Man kann It ontun, man kann uns aber nicht zwingen, alt als rechtsverbindlich anzuerkennen, weil die iUstandsbedingungen nur Sinn hatten, wenn sie Dauer angelegt waren. Um bie vorgeblich im» »och gefürchtete deutsche Streitmacht unfähig zur naufnehme des Kampfes zu machen, behalten bie ft einseitig bie deutschen Kriegsgefangenen halten sie die Hungerblockade aufrecht. Jetzt schland längst kein Gegner mehr, den die Entente h zu furchten hätte. Wir sind im Beoriff, die klbisherige Streitmacht vuszrilösen und unser altes Mn-heer. das wir jetzt im Osten gut gebrauchen känii- eine neue republikanische Truppe zu ersehen. Mem werden die Bedingungen des Waffenstillstandes Manat zu Monat verschärft. Wenn die Gegner .uns strafen zu müsien, so dienen sie der Roche it der Gerechtigkeit und töten den Geist, in noä) ihren eigenen Erklärungen ber Frieden oeschlos- ®e,rlen jaflle. (Sehr richtig!) Bon den Punkten des n Friedensprogramms, wie die» von beiden ^anerkannt ist, werde ich mich nicht obbringen last •C°3U gehört in erster Linie die bindende Unter» unserer Differenzen mit anderen Staaten unter h «>rn ? t i0 n ° 11 Schiedsgerichtsbarke it .r .Derzicht auf eine Rüstung, die es erlauben eme Macht zu überfallen. Zu beiden Defchrön- unserer Souveränität sind wir bereit, wenn un» ^ihengen^ Gegner unb unsere Nachbarn sich ben Beschränkungen unterwersen. Wir erkennen an, e,clfling, die Deutschland bei ben Haager Frie» »merenzeu in diesen beiden grundlegenden Fragen -mmen hat, eine historische Schuld in sich schloß, 8.'Aer ganzes Volk jetzt büßen mutz. Dieses Be- v 1,1 "der keineswegs das Geständnis ein, ^»deutsche Volk im Sinne der feindlichen Dehaup- allfin den Weltkrieg verschuldet und daß bi Pardarei geführt, bie ihm ausschließlich Wir haben uns über jahrelange Kriegspläne ®fgner unb über schwerere Grausamkeiten ihrer '"si zu beklagen und sind bereit, über die Schuld und die Schuld im Kriege unparteiische Man» » ?u ^"ffkn, die das Vertrauen aller Kriegsüh- ideshalb halten wir an dem Wllsonschen It T» ki 6cm Sieger keine Kriegskosten »jLV cn un^ keine Gebiete der Besiegten abzu» IBeisoll.) Verpflichtet und bereit sind wir, i e" wieder gut zu machen, die in den von
B 7’”! Gebieten der ZivUbevölkening durch unfern , l.." 'lani)®n find. Wenn wir aber in diesen Ge- 4 unk ^e,r .rle wieder auf bauen, so wollen wir die» Ihn L-e ’tc'e Arbeit tun. (Sehr richtig!) So ver- . lr uns dagegen, wenn man unsere Kriegs» n?" folcbe Arbeit als Sklaven cerridyen tew? r,(9,ig!) unb etwa ben Kriegszustand deshalb
• um einen völkerrechtlichen Vorwand für diese mv r3u Huden. (Lebhafter Beifall.) Unsere 6eg» i k. 'cn ben Sieg zu überwiegend großen Teilen tn 6^ m'Illöri|d)en, sondern ihrer wirtschast- W?«kgfuhrung. (Sehr richtig!) Daraus folgt, daß ein . "'«hi nur ein politischer, sondern wesentlich i '.«hastlicher Friede sein muß. Eine Tcbi'i» "Filipe Sonderbehandlung Deutschlands auf "Es Handels und Verkehrs wäre für uns beytt,,.r' l.Schr richtig!) Man darf ein Volk wie ’ ti*Uni\niSJ als Volk, zweiter Klasie behandeln. Kn», "Qn darf ihm nicht vor dem Eintritt eine
““ ouferlepen, so wie man ein Schiff wegen I 8rpC°v bem ^>asen jurürftjält. (Lebhaftes Sehr — 'i,wes müsien auch wir auf dem Gebiet ber « umlernen. Wir haben uns nicht immer von . leüen lasten, daß auch in ben Beziehungen tiitinh §otz rjlt: Wenn du leben willst, so rib! jottn . Das hönot mit der einseitig bürokratischen ?!) auswärtigen Dienstes zusammen. (Sehr taiter cs wein Plan, erfahrene Praktiker
choftsnesinnung mehr o!s bisher in den at)n" ü.h'-ler“ einzustellen. (Beifall.) Handel und J?1 untrennbar zusammen. Die Freiheit - -'Edi Freiheit der Meere voraus.
v- k Deutschland ber Punkt bes Wllsonschen Achts-st °er von ber Freiheit her Meere spricht, einer ?r0^n"' Die Kolonialfrage soll nach Wik- . eine freie, weitherzige unb unbedingt
- dchlichtuna fiyden. 3m Sinne dieses Prö-
| erster Gegenstand steht bie Wahl bes Präsidenten , >cr Tagesordnung.
"■nie Wahi erfolgt durch Namensaufruf. Abgegeben werden 324 Stimmzettel, davon lauten 295 auf Fehren- L* 32 sind unbeschrieben, die übrigen zerfplitlett.
Z-Hreabach nimmt die Wahl zum Präsidenten folginDer Ansprache: 3ch übernehme dos Amt Des Esacnitii dieser versajiunggehenden deutschen National- Epmlung mit aufrichtigem Dank für das mir durch E'stahl bewiesene Bcrtrcuen. 3ch werde bestrebt sein, L im alten Reichstag, mit perföntidjem Wohlwollen jedes einzelne Mitglied der Versammlung ohne Abschied der Parteirichtung, und mit strenger sachlicher ImuHieiiidjteit meines Amtes zu walten, aber auch die irlnung und «Würde des Hauses zu wahren, febhaftcr Beifall.) 3ch habe eine Pflicht des Dankes zu rfüflen, ton Der ich ober glaube, daß sie dem Empfinden h k°nZEN Berfammlung entspricht: die Pflicht der An- Nennung und des Dankes gegen den zurückgelretenen tipbtnten Herrn Dr. David für die umsichtige aus» aßAnete Leitung der Geschäfte während der abgelaufe» Ji SBcdjc. (Beifall.)
tat* Als Lizepräsident on Stelle Fehrcnbachs wird der -^^^Memolrai Heinrich Schulz gewählt.
■ Darauf setzt bas Haus die gestern abgebrochene Debatte |tr die Regierungserklärung fort. Das Wort erhält
Sl-atsl-kretär Graf Drockdorff-Ranhau: Als Minister ts Auswärtigen habe ich dos Recht und die Pflicht, teflt Rechenschaft obzulegcn über die Grundlinien, Och denen id) die auswärtige Politik des «Hei» p zu führen gedenke. Die deuifche Außenpolitik ent» chrt jeder Bewegungsfreiheit. Die Erbschaft, die bas ^ammengebrochene alte System der Regierung hinter» (tn hat, ist eine Konkursmasse und doch weiß ich, daß f«r der Geschichte regreßpflichtig gemacht werbe, auch M ich Die Masse nicht nach freier Entschließung, son» tm noch Dem Willen ber Gläubiger liquidieren muh. dringendste Bedürfnis ber ganzen Welt ist bie Be» itigung des Kriegszustandes. An Deutsch, hat es nicht gelegen, daß er noch besteht. (Sehr rich» Als die frühere deutsche Regierung die harten Was» 'llstandsbedinguiigen onnahm, konnte niemand glau» », datz der Frieden noch so lange aus sich warten würde. (Sehr richtig!) Leider hat Deutschlands ine Entwaffnung unsere Feinde nicht milder ge»
I, sondern ihnen nur die -Möglichkeit gegeben, wei» Zucestandnisse von uns zu verlangen. Neuerdings sie den Versuch nemadjt, auf diesem Wege Fragen regeln, bie unzweifelhaft zu ben Gegenständen bes Schlusses gehören unb bie sie unter bem Druck Der
für'Dte Anzeigen: ,V Parzel 1 er, ituldai — Rotationsdruck. I Samstag 15. Zebruor 1914. | ft-KÄKSÄS I st. Zahra.
wiftffchcn JmperraliSu u» bedroht wird. D S poo nifche Recht auf einen gesidicr'en Deik: