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Samsfaq 8« $cbruor 1919, | | 46, Zahrg.

,#» | Verantwortlich für den rebatHonetlen Teil: Karl Schütte. > ji* I für die Anzeigen: (V P a r ze11 e r, gulda.— Rotationsdruck.

deutsche Nationalversammlung

dumpfer Resignation den Aufbau de» neuen Reiches vollziehen sollten, der nur mit zukunftsfrohen Kräften

t aus den Reihen

dieser Stunde atrmlo» entgegendarrten, waren Wohl geeignet, nnsere Seelen fieberisch zu erfass n.

Und Ebert rprah! Sprach nüchtern, kalt und trocken! Sprach wie in einer zahmen sozialdemo­kratischen Parter-Bersammlung. Sprach von allem

genommen werden. Die meisten Aussichten scheint der frühere Staatssekretär

Lkiinn vom 7. Febr. Bald nacb 3 Uhr wurde die ..Sitzung bcr Nationalversammlung durch den -^oräliernten Pfannkuch eröffnet.

K!, nrovisorijche Schriftführer Dr. Reuman.

2* verlas eine gröbere Reihe ringe- Begrüßungstelegramme. Sehr viele lrLn sind aus allen Teilen Deutsch • Oester» rin^elaufen; sie bringen sämtlich den

I steht heute ichon unzweifelha t fest, daß wrr Hari £ Der erste flFinbrti» I am Rande des Abgrundes stehen. Wir sind beute

üw r CtTW «tnvrua. ein be.telarme» Volk, ärmer, als wir es im

w d»» “n •' unb Ohrenzeuge der E'öffi»ng»- I Jahre 1648 nach Beendigung de» 30 jährigen Kriege» » -'wtionalverfammlung in Weimar schreibt I waren. Wir haben die größten Kriegslasten zu ft b-i* I tragen; denn wir haben nicht nur un ere eigenen

K 14.. 7en Hoffnungen und mit welchen ®e« I Kriegsko en aufzubringen, sondern auch noch zu 1 tin tuL mön äber den klassischen Bod n Wei- I einem guten Teile die Kriegskosten unserer früheren ie J ? -lkationaltheaier, dem Bersammlungs» I Verbündeten zu tragen. Ine Gegen atz zu England, ' $lon°2ll'd,en Dersaffiinggebenden Veisamm- I da» gleichfalls der Geldgeber seiner' Verbündeten SftBen unwillkürlich ergriffen von all den I war, wird Deutschland wenig oder gar nrcht» von

*n .Gedanken, die uns die historischen I seinen früheren Bei kündeten zu, Ückerbalten. Außer.

Ter ?n ,m ®,ein hier in Weimar aufdräng- I dem sind wir noch durch ungeheuere EinschädigunaS- 11 fie-on*Raum, in Maienglöckchen und I Verpflichtungen belastet. Zu der gleichen Zeit aber,

I tan u^f' beb, sichtbar die leserliche Siimmuna. I in der wir aufS Arußerffe iparen, jeden Pfennig

' iieh'thiV flro6e Augenblick, in welchem die I zweimal umdrehen mutzten, ehe wir ihn ausgeben, • °111 ous der Taufe gehoben werden I hat die sozialistische Regierung in geradezu staunens-

1*6,1» *”ai der Stimmungen übervoll, und I wert unbekümmeiter Weise mit unserem Gelbe ge» •üi f». le, ,n jenen Augenblicken zu Millio- I wirtschaftet. Milliarden sind hinauSgeworfen wor- , 4lolksaenoffen schweiften und die auch I den, so ist es möglich g wo, den, datz neben die 4 Oen yiilitonttt der fremden Völker, bie * Kriegsgewinnler de» alten Regimes heute die Stevo-

und jedem, aber ohne plastilche Wärme und ohne den Inhalt, den man erwartete und erwarten mußte. Eberis bis in jede» einzelne Wort hinein festqelegie «mnnuu|t.., v!., Rede ertrank in Rebensächlrchkeiien. Wo blieb da der oculsch-österrrichischen Bevölkerung zum Aus» I der große „Schwung", den die sozialdemokratische ?inZaku.istdergrobdcutfchenRepublikanzugehö en. I Regierung von der Nationalversammlung und für litrciun.i der Telegramme wird vom ganzen Sau» I bie Nationalversammlung erwartete. Ich habe schon 'ßurmiichem -BeitaU aufgenommcn. — Lut Tele» I hinderte von Parlamentssitzungen mitgemacht, ich erbittet al» etilen Beschlich bet Nationalver» I 7 . rtrnt„ *, ,,„k

EL« bie Absetzung aller «» und S.»Räte ^egroße und kleine Tage «'lebtund lchbln wahr- L recktö, Pfui.Rufe link» und Unruhe» und die >ich in dieser Beziehung nicht verwohnt. Aber nie habe >mdenburgs zum provisorischen Präsioenten. I >ch, und zumal in einer solchen nach äußerem Aut» usM Wohlde» Präsidenten, der Bizeprä» I druck geradezu ringenden Zeit, etwa« io stimmungS- enirn und der Schriftführer. Die Wahl de» I lose», et tun» so wenige» würdige» mitgemacht, al» Kenten erfolgt durch Namensaufruf. Abgegeben dielen Auftakt. Ich habe! mir oft während der *n -W Summkarten. Davon entfallen auf den immer flacher und immer ich möchte sagen trostloser Wremokraten Dr. Damd 374 , werdenden Rede Ebert» in Gedanken vorgestellr, wa»

TbSSeit ' 6 unbeschrieben, ^deS andere Volk, was insbesondere da» ftanzösische

^Dav.d erklärt, daß er die Wahl annehme und Parlament in einer Sitzung getan hätte, in welcher S an die Versammlung eine Ansprache. Er dankt I die Vertreter eine» unsäglich geprüften, leidbedruckten, bas Vertrauen, verspricht gerechte und unparteiische I geschlagenen und gedemütigte« Volke» sich zusammen» laUuna unb fährt fort: An Stelle de» früheren, auf I gefunden hatte. Man hätte Tränen vergoffen, man bürgerlicher Bevorzugung einer Minderheit ausge» I hätte feierliche Schwüre geleistet, nicht zu ruhen, bi» len Systems soll eine auf voller staatsbürgerlicher Land und Volk sich wieder erholt und erhoben

. Mehrheit) Die Demokratie gibt einem Volk da» I jstrochen, an denen ba8 batnieberliegenbe Volk sich le Siel t der Selbstbestimmung; sie legt auch jedem I vo rder ausgerichtet hatte. Man hatte vor allen ;lnen die hohe Pflicht der Selbstzucht aufl (Leb» Dingen auch em Wort des Mitgefühl», der Trotte» e Zustimmung.) Das demokratische Recht de» ein» I und der Ermunterung für diese» Volk und alle en findet seine Grenzen an dem demokratischen I seine Glieder gehabt, zumal nach einer fast 5jährigen |l der anderen. (Lebhafter Beifall) Nur bei gegen» I unerhörten Prüfungszeit. Nicht» von alledem in «--voller Achtung der demokratischen Rechte kann Ebert» Rede. Und darum war dieser erste Eindruck »t» x,, <Ts,mn- I "icht erhebend, nicht ersrilchend, nicht ermunternd,

«gelten. Dieses Haus soll eine Stätte de» freien I }°nöftn et «Wang all die hohen Stimmungen, mit »» fein. Aber nicht Worte nur erwartet unser in denen man m diesen Histon,ch gewordenen Saal ^enb Dual seufzende» Voll von un», sondern I trat und die man al» Geleit einer neuen Zeit ge» nl «Lebhafte Zustimmung.) Nur durch rasche» I wünscht hätte, geradezu nieder. Wir aber bedürfen lierisches Wirken ioerden wir da» Bertrauen recht» I der Seelenwärme und der Frische de» Herzen» in ben, da» man auf un» setzt. Neben der groben der trüben Zeit, der wir entgegengehen. ES

mve des Versaffungsneubaue« sollen und müssen würde geradezu ein Verhängnis für unsere« Volke«

toÄTST“«griff«öaK«*oS ?uru"ft toenn toir fr-ud-undhoffnungtws,in ö, besseres an Stelle des Alten gesetzt werden. I lalilmu»I Auch diese» Wort hat für manche Leute I ' - - - ...

t noch einen schreckhaften Klang. Auch hier mutz I anSgefuhrt werden kann, drucke gegenseitigen Verstehen» geschlagen werden, | ---------— ■

H wir zur fruchtbaren Zusammenarbeit auch auf I Dl« XWtlt Regierung,

m Gebiete kommen. Die Idee de» SozratiSmu» I _. .

die Ueberbrückung de» Gegensätze» zwischen der I Weimar, 7. Febr. Dre sozialdemokr rschicht und Unterschicht. Nur durch sie kann der I tion bat bekchloffen, der Nationalversan iulu

«schicht und Unterschicht. Nur durch sie kann der I tion bat beichloffen, der Rationalversan iuln > den mnse Friede im Innern unsere» Volke» errichtet I Volksbeauftragten Ebert al« Reichspräsidenten Zukunft zeigt unS ein Volk, da» in allen I vorzuschlagen. Die Verhandlungen der Parteien iSto'uS'ÄTÄüW Mrdnt M» Ld » "«KS'aM ' > putsche Gemeinschaftsgefühl, die Liebe »um beut» I °

■ Lande und zum deutschen Volke erstarken lassen. I 9tlBL rotr,_ Mintsterprasideni ■ beut eben Lande und zum deutschen Volke gehört I Demokratischen Partei genom !ivr Stunde auch Elsatz-Lothringen! (etürmi- I meisten Aussichten sc ' tk, langanhaltender Beifall.) Zu unserem Bedauern I Dernbnrg zu haben.

«en wir festjtellen, datz dort die Wahlen zur beut« I Wie wir erfahren, wird sowohl von fonalbemo» «^honaiaeriamrnlung verhindert worden sind kratiicher al» auch von demokratischer Serie eine ÄÄm Beteiligung de» Zentrum» an der Regierung

tRecht der Selbstbestimmung Über'seine nahonaU ^ranf

*tigle.t gewährt wird, wie e» m den W.lsonschen dre polnnchen Ent,che,dungen auf mog»

Mchen ausgesprochen ist! (Stürmischer Beichll und I lichst breite Schultern zu legen. Tte ZenirumSfrak. «eklatschen.) Und zu diesem deutschen Land und I tion hat in einer Sitzung über die Frage berate«, gehört auch der deut sch.österreichische Bru» I welche Stellung sie wählen soll für den Fall, datz 'stamm (Lebhafter Beifall und Händeklatschen). I die Möglichkeit de» Erntrit:eS in die Regierung an

«"der alle Kundgebungen zu sei» sie herantritt. Bei den Beratungen im Schatze der- ÄS“u"'“k'‘“’Ä"Ä

« T-utsch.Oesterreich» in nicht allzu ferner Zeit I foroo^1 au8 mnerpolrtiichen tote aus wirtschaftlichen «Xieqen in unserer Mitte willkommen heitzen zu I und autzenpolitischen Rücksichlen. Jndeffen ist nach»

(stürmischer Beifall) Die Natwnalversamm- I drücklich betont und gefordert worden, datz da» Zen- UMge das weithin sichtbare Zeichen eine» neuen I irum nur unter ganz bestimm'en Bedingungen Mvatwnalen Willen», de» Willens zur rettenden sich an der Regierung »nd der Mehrheitsbildung be» EbmX?nnneJ.na 8,ur krpstvol» (eiligen büife. Vor allen Dingen muffen dtese Be»

JWn se.L ("Beifall.? Mö"! von WeVmar em! y^eVbrteben dann^bekauck, «Ä

•®'ou»,icben, die die Herzen unsere» Volke» er» I ^u'et be teben, dann aber auch auf dte F.age des die seine Seele erleuchtet in der düsteren Zeit Privateigentums und auf den Schutz unsere» Wirt» wnaien und persönlichen Leide», um mit neuer id)aft»leben» gegen eine radikale Sozialisierung, ki» r i>cm finsteren $ai bcr Gegenwart den Auf- I Ferner wurde die Aufrechterhaltung de» bundes» Lra sinden zu einer lichten und glücklichen Zukunft! I staa'lichen Charakter» de» Reiche» al» Bedingung r folgt bie*11) I f“r ben Eintritt in b e Regierung bezeichnet.

^l bon drei Vizepräsidenten mit gleichen I Vorläufige Weldj^getoalt.

Rechten. I * Weimar, 7. Febr. Wte au» parlameniartschen

fr,««««: S4 wr, tei eiWär.. kl'!'.

t* ? rinem Wahlgang zu wählen. Da ferner, I ^rfeyentwurfet über dte vor k auft ge Reich»» Wdurch die Blume (er weist auf das Blumenseld alt zu Ende geführt werden. D,e «rotzen Par« ^ Rednertribüne — H iterfeit) ja sagen kann, "ten haben sich auf einen gemeinsamen Antrag ge» bete h ßUn0 unter den Parteien erzielt ist, so I einigt, der eine längere Debatte au»schließen dürfte.

d'e Wahl durch Zuruf vorzunehmen. I nr

hu voafe (Unabh S.) widerspricht diesem I •” SütHWtWÄ Är€DtPX>Xkrl6g6»

L 81 i°äab die Wahl durch Zettelabgabe erfolgen I Der Nationalversammlung ging eine Kreditvor- bo, gtn,. m ,, v , I läge von über 25 Milliarden zu. Es sind darin

^>°e?den ist, datz zu Vizepräsidenten die Forderungen für die Ausgaben enthalten, die

L»-°» rem)"i”37*«„8»yi?i‘,ie:ÄdI r'rt’“*‘"3"‘

tg. J JJ'l 358 Stimmen; 25 Stimmzettel sind un» I uernngen für die nächste Zett.

E tgJ~le gewählten Abgeordneten erklären, datz I •

k foi„| uuEhmen. I Deutschland steht vor dem finanziellen Zusammen-

kedensall« Schriftführern und brnch, vor dem Staatsbankeroit. «u» unteren

: Gnh?»S11».1“.»10«;-... * X- einst geordneien Finanzverhältnifsen ist ein Wirt war stiejchsneivalt 1 <mc8 über die vor» I gewoiden, der selbst von den kompetentesten Stellen

k' . I nicht völlig überblickt werden kann. Nur da» Eine

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nflitru»

sofort von der Beschwerde in Kennmi» zu petzen.

wtb Berlin, 6. mit französischen K

ffebr. Fünf deutsche Dampfer, die ieg»gefangenen nach Cherbourg aus»

deutsche Anfrage hin bekanntgeben, datz weder in der neutralen, noch in der besetzten Zone Arbeiter - und Soldatenräte bestehen dürfen.

Die französischen Besatzung»beh»rden in der Pfalz haben 10000 Doppelzentner und 200 Waggonladungen raffinierten Zucker», die für die Zuckerfabrik in Fran­kenthal bestimmt waren, beschlagnahmt und nach Elsatz-Lothringen befördert. Die Zuckerversorgung Deutschland» durch die ReichSzuckerstelle ist infolgedeflen stark gefährdet. Die deutsche WaffenstillstandSkominis» fion forderte die fofortige Rückgabe de» beschlagnahm­ten Zucker», da die Alliierten nur daS Recht haben, für ben unmittelbaren Unterhalt der Besatzungstruppen Requisitionen vorzunehmen.

Der stellvertretende Vorsitzende der deutschen Kom» Mission erhob beim belgischen Vertreter Vorstellungen

wegen Vergehen der belgischen Sefafcui pen gegen die deutsche Bevölkerung. Der belgische Vertreter versprach» die belgischen Besatzungsbehörden

liefen, sind entgegen der Verabredung nicht gunuLe» kehrt. Auf die deutsche Nachfrage erklärte der fianzö» sifche Vorsitzende, der alliierte EchiffahrtSrat in Paris werde demnächst über die weitere Verwendung dieser fünf Dampfer befinden.

Die Alliierten hatten die Beschlagnahme der

ihre Anordnung in der neutralen Zone befind» deutschen $eere»güter angekündigt. Die deutsche Kommission sprach dem Verband in der heu­tigen Sitzung jede» Recht zu irgend einer Beschlag­nahme in der neutralen Zone ab.

Da» Oberkommando der Alliierten lieft auf eine

„Braunschweiger Karneval".

Hebet die skandalösen Vorgänge in bet Republik Braunschweig gibt die ^Deutsche Zeitung» folgenden interessanten Beritt: Eifere Kultusministerin, Frau Haftdauer, kommt nach einigen Tagen, nachdem sie in» Ministerium eingezoien ist, zu einem Assessor und erzählt ihm, datz sie letzt Unterricht im Rechtsct reiben unb .in die Ortho raphie" habe und saqt: .Wissen Le, da» mit die Ortho raphie r» gar nich so schwer, wie da» mit dem mir uns mich, habe ich mich jetzt ge­rn erlt* Dieselbe Dime, ehemals Hausmädchen, zuletzt Waschfrau, kommt zum Oberschulrat Br. und erklärt: .Von heute ab gibt e» keine Reli iion mehr, meinen Zniendcaten, der da» mit Sie besprechen wird, habe ich

ungeheuere Summen an Arbeitslose geradezu o!» L ämie auf die Faulheit auSgezahlr. Zn Groh- Berlin allein beträgt die tägliche Arbeitslosenunter­stützung fast zwei Millionen Mark. Es liegt auf der Hand, bah bei den grohen Sätzen keinem arbeits­losen auch nur im Traume einföllt, sich anderstvo Arbeit zu suchen, mögen die verschiedenen Industrie- zweige, der Kohlenbergbau, die Sticksioffindustrie und vor allen Dingen die Landwirt'chast nach ArbeiiSkräslen grausam schreien. Wo früher Milli­onen au-gegeben wurden, werden heute Milliarden vei schwendet. Hier emzugreisen und energisch Halt zu gebieten, ist die erste und dringendste Ausgabe der Rat ionalver jamm lung.

Das neue Reichsheer.

Weimar, 7. Febr. Sofort nach Verabschiedung be« Berfaffungs.ntwurf« wirb die Nationalversamm­lung die Wiederaufrichtung eines Reichsheere» zu beschließen haben, da» allein der Kommandogewalt der Reichsregierung untersteht. Nach ihrer Bildung wird die neue Reichsregierung Vollmachten zur militärischen Exekutive gegen die den Anordnungen bet Reichsgewalt sich widersetzenden Lanvesinstanzen verlangen. Damit dürsten die letzten Sparta­kistenherrschaften im Reichsgebiet Verschwin- den. ____________

An« den Verhandlungen

der WaffenstillstandSkommiffion.

Die Aufhebung der Blockade.

* Berlin, 7. Febr. Wie di«,Korrespondenz,See* dienst' über Rotterdam aus New-Dark meldet, toit® im Handelsdepartement damit gerechnet, daß die Blockade über die Mittelmächte Mitte April auf­gehoben werden wird. ES verlautet, daß Japan sich für nicht länger gebunden erachtet, weshalb auch Amerika darauf drängt, bis zu diesem Zeitpunkt die Blockade aufzuheben. Das Handelsdepartem'-nt hat die großen Handelsfirmen aufgefordert, Vorbe­

reltungen zurWtederaufnahme derWarenverschtffungen zu treffen. Die Regierung wird sediglich dte Aufsicht über die Zahlungsmittel behalten, um Spekulationen in unerwunschen Za ilungSmitteln vorzubeugen.

Dir Kommandogewalt.

Berkin, 6. Febr. Der Kongreß der Soldatenräte l'tzte t ■ute leir» Bef^rim^en for:, um zu de n (frlaft deS KriegSminist:rS über die Regelung der Kommindo- gewalt Stellung zu nehmen. Tie Berhandlunga.r ver­liefen stellentreffe ävfterit stürmisch. Wieder traten ein­zelne Red, :t auf, die erklärten, man dürfe im I iter» esse der Revelution unb der revolutionären Errungen­schaften dem Erlaß keine Folge leisten. Andere Red­ner widersprachen dem und erklärten, daß man den Er­laß befolgen müsse, um nicht unmögli ■ st Zustände im ganzen Reiche zu schaffen. Lohen.Rei^ß erklärte: »Lehnen Cie die Verordnung ab, bann beschwören Sie einen Konflikt h raut, tn Dem e >e nicht die Sie, er fein werden. Dann sind Sie Anarchisten k Wenn Sie da» Gesetz, da» von den von Ihnen eingesetzten Instanzen erlassen worden ist, nicht anerkennen, dann mutz ich glauben, datz Sie nicht das Bestreben haben, unser Land vor den Schrecken de» Bürgerkriege» zu bewahren, sondern daß sie den Bürgerkrieg der Verständigung vorziehen. (Lebhafter Widerspruch. Züruf: Der zweite KosteI) Schließlich wurde eine Entschließung angenom­men, über die gefichliche Seite der Armeeverordnung abzustimmen, bevor sie nicht bindende Erklärungen über die Stellung der Reaierung und de» Zentralrats zu der Verordnung selbst und den der Konferenz zu ma­chenden Abänderungsvorschlägen und AuSführungSbe- ftimmun.ien und Ergänzungen auSarbetten soll.

Berlin, 6. Kebr. In der gestrigen Sitzung deS Äon» grosses der Soldatenräte traten Diuming unb der frühere Volksbeauftra te Barth auf, um die Rotwen- diokett der Bildung einer Zentralstelle aller Soldaten, röte zu begründen, der die Kräfte der Soldatenräte un Kampf gegen die Regierung sammeln solle. Barth führte au8: »Sie müssen sich darüber klar fein, datz die Regierung den Z ntralsoldatenrat nicht anerkennen wir». Das bedeutet einen Kampf mit der Regierung. Sie müssen sich ferner darüber klar fein, datz Sie in der Regierung Leute vor üch haben, die keine Verständigung mit dem Volke wollen, sondern mit dem Geld verschwägert find.

Die S.-Rate des 11. nnb 15. Armeekorps.

Eisenach, 7. Febr. Immer deutlicher tritt e» zu­tage, datz der Zusammentritt des Großen Soldaten- rate» des XI Armeekorps (Kassel) und des XV. Armee­korps (Straßburg-Kassel) in Eisenach in feinet auf. saftigen Haltung gegen die ReichSregieruvg eine mili­tärische Störung der Nationalversammlung beabsichtigt. Dafür spricht schon vor allem die Besetzung de» Eisenacher Telegraphenamtes, die fast vier Tage anhielt unb die eine Bekanntgabe bet bedrohlichen Lage an die Reichsregierung unmöglich machen sollte. Ferner erhellen die Störungsabsichten aus den Truppen­transporten vom Sonntag und Montag von Eisenach und Gotha nach Weimar. Datz e» an den genannten Tagen nicht zu einem blutigen Zusammenstoß kam, lag in der kurz vor Weimar aufdämmernden Erkenntnis der oppositionellen Thüringer Truppen, gegen die gut organisierten und vorzüglich disziplinierten Regierung»- truppen auch der Zahl nach nicht aufkominen zu können. Durch den Mitzerfolg ihre» militärischen Proteste» gegen Weimar hat sich im XL Armeekorps der Ritz zwischen bet regierungstreuen 22. Division Kassel und bei .unabhängigen'» 38. Division Erfurt womöglich noch vergrötzert.

Reue sparkakistische Ausschreitungen tn Hamburg.

Hamburg, 7. Febr. Gestern abend versuchte ein Trupp Spartakisten die Gefangenen aus dem Strafjustizgebäude zu befreien. Als ihrem Ersuchen, bie Gefangenen herauSzulaffen, nicht Folge geleistet wurde, warfen sie Handgranaten gegen die Fenster und zogen dann ab. Man befürchtet, daß die be­waffnete Arbeiterschaft heute den Versuch machen werde, die L ebenSmittellager im Hafen in ihre Gewalt bringen, aber nach der Ueberzeugung der Ordnungstruppen werden sie dabei den Kürzeren ziehen.

Warum bekommen wir keine Seefische?

Der Reich» - Kommissar für die Fischversorgung hat einem Mitarbeiter der ,Voss. Ztg/ ausemander- geietzt, weshalb unsere Versorgung mit Seefischen trotz reichlicher Bestände so jammervoll bleibt. Du Gründe fiud folgende: Man bat eine Reihe vo» Fahrzeugen, die früher im Dienste der Marine stan­den, für die Hochsee-Fischerei freigemacht. Aber an­statt mit den Dampfern zu fischen, ist em Teil der Matrosen auf den Fahrzeugen und macht Sozia­lisier ung s »Experimen ie. Die Fortschaffung her Minen, die eine Vorbedingung der Hochiee- Fischerei ist, ist deshalb unmöglich, weil bekanntlich die Lohnforderungen der Besatzung der Mmen- Fahizeuge bis zu 100 Mark für Mann und Tag gestiegen sind, abgesihen von dexLebensversicherung. Wenn sich nun auch an derKüste die Fischerei etwas gehoben hat, so sey» man sich über dieAblieferungS- Pflicht kaltblütig hinweg. Tie A.» und S. - Räte machen mit den Fischen, wa» ihnen be­liebt. Auch ein Teil der Besatzung unserer Fisch- danipfer stellt unfinnig« Lohnforderungen. Das DurchschnUtS - Gehalt eine« Mannes der Be­satzung, die am Brutto-Gewinn beteiligt ist, bered)» uet sich nach diesen Forderungen im Monat auf 1200 Mark, wozu noch freie Beköstigung und Woh­nung kommt.

Die Bolschewisten-Gefahr.

Seit dem 3. Feb uar liegt der Ost schütz in der Hand der Obersten Heeresleitung.

Die Sage ist vor allem im Baltikum (Kurland, Livland, Esthland) immer noch sehr ernst. Zwar ist es gelang n, den Ansturm der Sowjettruppen am Windau-Abschnitt zunächst zum Hallen zu bringen. ES liegen jedoch Anzeichen dafür vor, daß der Geg­ner nur Verstärkungen heranzieht, um dann seinen Dormarlch mit erneuter Kraft foriznsetzen. Der Be­sitz von Libau scheint das nächste Ziel der Sowjet- truppett zu sein.

Auck) südlich deS Baltikums ist cS uns gelungen, unsere Linien zu behaupten und damit die Grenzen von Ostpreußen und die für den Abtransport so überaus wichtige Bahn Brest-Litow k—Groß-Pi ostken zu sichern. Äowno, Grodno, Bialh iok und Brest- Lltowsk sind in unserem Besitze.

Die Räumung der Ukraine ist am 12. Februar beendet. ES ist gelungen, alle Tr> ppen bis auf die tn Odessa und Nikolajew)! abgejebnutenen zurückzu­führen.

Am 2. Februar passierte der letzte Zug in der Richturg Kiew mit Teilen der sächsischen 92. Jnfan- terierDivision Powursk. Es steht zu hoffen, daß be«. weiteren guten Fortschritten der Räumung sämilichc Truppen am 20. Februar, mit Ausnahme des Greith schütze-, die Reichsgrenze überschritten haben werden.

lutionSgeivinnler get iflir fib ?i< lid trd b n? <r f 1'/ mitgebradjt.- — August Merge«, vor der Revo- - ” — ■ — lutton Schneider, jetzt Präsident, ru,t eine» Tage» tn

einer großen Fabrik an. E» entwickelt sich folgende» Gespräch: .Hier Präsident Werges.- .Hier Äulomo- bilfabrik X.-| .Sann' ich wohl den Schlosser Tapp« sprechen?- .Jawohl, den mutz ich aber erst holen lassen.» Also Herr Tappe erscheint am Apparat. .Hier Tappe-. .Tag, Heinrich«. Run hört man Tappe immer sagen, .nein. Au tust, da» kann ich nich, dazu bin ich zu dumm, ach, laß mich man zfrieoen, davon verstehe ich nicht- usw. Schließlich, .na, denn warte mal'nen Augenblick.« Und Herr Tappe fragt den Fabrikbesitzer: .Herr 3E. ich soll durchau» Polizeipräsident werden, wa» meinen Sie dazu, da» kann ich doch nicht, aber Mer ge­meint, ich soll unter allen Umständen ja sagen.« .Na«, sagt Herr X.. .dann tun Sie’» nur.« .Aber, nehmen Sie mich denn wieder, toenn ich dort hinaus geworfen werde, denn lange kann da» ja nicht bauern ?«j Nach, dem Herr X. ihm dann versprochen hat, ihn wieder an. zustellen, wenn e» mit der Herrlichkeit zu Ende, erklärt sich Herr Tappe bereit, und ist heute noch in Braun- schweig Polizeipräsident.

Solche und ähnliche Anekdoten gibt e» viele, trau­rige Zeichen unserer traurigen Zustande, da» traurigste aber, datz ein Assessor im Ministerium sitzt, naher Per- toanbter eine» früheren Ministers, der, um die Lag« auSzunützen, jetzt rechte Hand de» Herrn Merge» ist. Frau Merge», Logenschlietzeriu in Brüning» Saalbau, hat ihr Amt noch nicht aufgegeben, denn sie kennt ihren Mann, bislang hätte sie ihn immer ernähren müssen, da alle seine Berufe nichts gewesen seien, so wurde auch mit diesem Berufe baS Ende nicht mehr fern sein. Sie kennt ihn. Und wa» sie sagte, da» wollen wir von ganzem Herzen hoffen! Wie herrlich weil hoben'» wir gebracht. Wenn diese vortrefflichen Blüten au» dem Braunschweiger TollhauS ein nicht allzu beschämende» Zeichen von jeglichen Mangel an Einsicht für die tat­sächlichen Aufgaben, die die fchwere Zeit an jedermann stellt, beweisen würden, könnte man sie al» gelungene Fastnachttschwänke bezeichnen. Und da wundert man sich noch, toenn au» dieser Art Regierung nicht» her» auSschaut al» wirtschaftlicher Verfall!