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zwischen Verhun ern und Schiuach. Auch eine sozialistische 9kpierunp, und rcrabe bteie.
verfaffungSgebenden Varianten 8 der jungen Republik geben, wer möchte bo8 behaupten? Die Weimarer 0iimmun^en verheißen nicht ge^ade Gu es. Der politische Betrieb, der sich vier freilich viel mebr „fon^eniriert" vollziehen kann als in Berlin, ist überwiegend auf fülle Eraebnug eingestellt. Tiefe besieht sich nicht nur auf die «uSficbten bezüglich einer glatten Durchführung d-r Verhandlungen der Ratioralversammluna, soweit ättjere Störunaen in Frage kommen, sondern mehr noch auf lieber« raschungen, die sich im Jnnein dieses Parlamentes ergeben können. Nicht zuletzt ist mrn voller Bedenklichkeiten darüber, ob eS auch gelingen wird, den Beschlüsien der Nationalversammlunq die Ausführung ,u sichern. Will man das machen ohne Machtentfaltung? Und wie toll b-eie von statten gehen ohne eine in militärischer Gewalt sich ver- körpernde ©tna Sautoriiät? Wir mö en die Dinge drehen und wenden wir wollen: DaS erste Erfordern S, um Ordnung und Ruhe tm Lande zu schaffen, ist d r Aufbau des HeereS. Darüb r gibt eS selbst b-S tief in die Reihen der Ldzialdemo- kraten hinein auch gar keine Meinuncsverichieden- hoiten. Wollte man die aegenwäriigen Weimarer Stimmungen für die Tragfähigkeit dessen, waS durch die Rat onalversammlung geschaffen werden soll, als BeurietlungS-Maß'tab hcranzuz ehen, 10 würden sie nicht gerade erfreuliche Ausblicke auf unsere politische Zukunft e> öffnen. Die znlunftssreudige Note muß erst noch angeschlagen werden.
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ihren Forderungen nicht abgehen, was kümmert sie es, daß daS Volk hungert? Für sie ist viel wichtiger, >aß die „Errungenschaften der Revolution gesichert" blcibe«
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neuern, werden unsere 800000 Kriegrpefan renen noch immer gun d, ebolten und sind vom seelischen Ziüam- menbruch und harter Zwan »arbeit auf» schwerste de- droht. (Pfuirufe.) Au» diesem Akt der Gewaltpolitik spricht fein Geist der Versöhnlichkeit. 'Zustimmung.) Wir warnen die Gegner, un» nicht zum Heuter« ft en zu treiben. Man stelle un» nicht vor di« verhäu -
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bann schlicht und einfach, wie es seine Art ist, daS Prouamm der Republik. Zunächst hörte man die Ünjpracbe ruhig und mit geringen Unteibrechung n in, aber bald setzte Zischen und Widerspruch auf Kn R chten und auf der äußersten Linken ein, re- nau o wie im Reichstag. Seine Parteigenossen snb bte Demokraten spendeten ihm Beifall, der sich zum Schluß zum Handek-at'chen steigerte, aber wirklich mit eiissen bot Ebert niemanden. Sein Fehler vor, daß er durchaus staazsmäni ch sprechen wollte und dadutch zu wenig volkstümlich wurde.
Ter Alterspräsident Pfannkuch, ein 77jähriger sezicildemoiratischer Patteisunk ionär BeilinS, richtete freunblicb aufgenommene Worte an die Versamm- Ivno. Das Händeklatschen gilt mehr dem liefernd- toürbiren alten Herrn alS dem Inhalt seiner zwangS- lojen Rede.
Tie nächste Sitzung wird die Präsidentenwahl Kinoen. Zwilchen den einzelnen Parteien sind Vor- ^sptechungen gepflogen worden, die jedoch noch zu feinem Endergebnis geführt haben.
* Weimar, 6. Febr. Tie sozialdemokratische Reichstagsiraktion wird nicht, wie zunächst beabsich. IW war, den Breslauer Abg. Lobe für den Posten eines Präsidenten der Nationalversammlung in Loncklag dringen, sondern den Abg. Dr. David, kon den Deutich-Demokraten wird HauSmann w-d dom Zentrnm der Abg. Fehrenbach für daS Ptäsidium in Vorschlag gebracht. Die drei Präsi» denien sollen nach der neuen Geschäftsordnung ssletchberechtigt fein, sodaß daS frühere nachge- irduete Verhältnis der Vizepräsidenten zürn Präsidenten in We-ifall kommt.
Tie neue Regierung wird ein KoalitionSkabi- M fein, das aus etwa 15 Köpfen und zwar 7 Maldemokraten, 4 Zentrum und 4 demokratischen Mitgliedern bestehen wird. Tie unabhängiaen «»ztal.'emokraten haben abgelehnt, sich an der Re- iietungsbildung zu beteiligen.
h,: m ®,liat4ielretär des Auswärtigen Amtes Draf Brockdorfs-Rantzau wird in einer bet m>en Sitzungen der Nationalversammlung eine «»e über die deutsche auswär ige Politik halten und w einen balotqen endgültigen Frieden auf der V-widlage der Verständigung UNS der Wilson'schen «kiiudjatze eintreten.
Weimarer Stimmungen.
m Weimar, 6. Febr.
Rach langer schmerzlicher Pause hat der politische Hochfee rieb nunmehr wieder bei uns eingesetzt. Allerdings: welche Wandlung! WaS liegt alles <m seelen- erschütternden Eilebnisien zwischen dem 9. November und heute! Dama'S saßen im Reichstage die Parteien in ihren FraktionSzimmern und beratschlagten, wie d-e drohende Situation beschworen werden könnte. An die unmitti ldar, in Stunden auSbiecheode Revolution dachten damals in der Tat die Wenigsten. Die Dinre kamen et ft in Flug, als Prinz Max von Baden da- Fel» geräumt batte. ES gibt Politiker, d e ba behaupten, die Dinge hätten eine ganz andere Wendung nehmen können, wenn Prinz Max fein Amt behalten und da» KoalitiouSkabinctt entlegen genommen hätte, um beffen Bildung in den Morgenstunden des 9. November, wohl gemerkt unter Be- teiliguna der Mehrheits-Sozialdemokraten, die Parteien sich bemühten. Da plötzlich kamen zwei, dann vier, dann vierzig, dann verbunderl Bewaffnete in den Reichstag, drangen in die Säle, iprengten die Fraktionssitzungen und be'ehten die Räume. ES waten Spartakisten und Unabhängige. Es steht beute fest, daß selbst die MehrbeitSsoziald mokraten fibrt« rumpelt worden war n. Unter dem Zwang der Lage rief Scheidemann vom Balkon be< R ich tage» vor einer Rotte von ein paar hunbctt Leuten und Schr tern, die „Repu stik: Deutsche- Rich" au». DaS „Volk" hatte mit Tiefer Kundg bung gar nickts zu tun. Der Lauf ter Tinge war aber nicht mehr auf- zubalten, die Revo^uiton war ausgebrochen, und in den letzten bi ei Monaten haben wir ihre „Tönungen" am ei enen Leibe ja gerne ff.
Heut» ta en wir in Weimat. 2 it ab vom Schuß, möchte man lagen, aber t c de von Gewehren und Geschützen sind fcb' eveit' Ob sie auch Lürg.chaft für Die Standhaft ig. ii de» ersten
# Ham uura, 4. j^ebr. Vier en^lijcbe uud amerikanische Kretizer und Zerstörer sind in die Elbe ring«, laufen und befinden sich auf der Fahrt nach Hambiirzr. Sie kommen, wie e» offiziell heißt, zur Kontrolle über die abzurückenden deutschen Lebensmittelschisfe.
* Basel, 4 Febr Londoner Blätter melden au» Newhork: Die Börse verfot t mit größter Spannung die bolschewistischen Boizzän^e in ben deutschen Hafen. trädten. Da» StuatSSepartement in SBaibini.t.m erklärt, e» fei au»nef»lo)frn, daß Amerika an bols c» wistisch re lerte Stäbte Lebensmittet sende und iß der nicht pünktliche Eingan, der deutsch n MebcnSmitteb chiffe für die Verpflichtung Amerika» euie völlige neue Grünblau« schaffe
So ist das hungernde deutsche Volk in die Hänb« von Erpressern fegelen. Tie Seeleute werben von ihren Forderungen nicht abge' es, baß bc8 Volk hungert? F
muß daran festhalteiriLieder ärgste Entbehrung al» Entehrung! (Lebhafte Zulnmmuna.d Am Vertrauen auf die Grundsätze de» Präsidenten Wilson» hat Deutschland die Waffen niedergele.it. Jetzt gebe man un» den Wilsonfrreden, auf den wir Anspruch haben. Unsere freie Bolk»re"uvlik, ba» ganze beutete Volk, erstrebt nicht» andere», al» gleichberechtigt in den Bund bet Völker einzutreten und sich dort durch Fleiß und Tüchtigkeit eine geachtete Stellung zu er erben. Wit wenden un» noch einmal an alle Völker der Welt mit dem diingenden Appell, dem deutschen Volke Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, durch Berg wat» tipuna uniert« Volke» uns unfeier Wirtschaft nicht ba« zu vernichten, wa» sich trotzdem hoffnungsvoll bei ! un» anbahnt Wir können auch nicht darauf verzichten, die ganze deutsche Nation im Nahmen eine» Reiche» zu einigen. Ich bin sicher, im Sinne der gesamten Nationalversammlung zu sprechen, wenn ich die Kundgebung der deut ch.österreichischen Natio- nalversammlung für ben Anschluß an Deutsch- land ailsrid tig und voll Freude begrüße und sie mit herzlicher Brüderlichkeit erwidere. kLebh. Beifall.) Unsere Stamme»- und Schicksals enojfcn dürfen versichert fein, daß wir sie im neuen Reiche der deutschen Nation mit offenen Armen und Herzen willkommen heißen. Deutschland darf nicht wieder dem alten Elend der Zersplitterung und Verengung anheimfallen. (Beifall.) Nut eine große einheitliche Entwicklungsfähigkeit unsere» Wirtschaftsleben», ein politisch aktionSf ähiges, festgefügte», eint, ne» Deutschland, kann die Zufunst unsere» Volke» sicherstellen. (Beifall.) Die provisorische Regierung hat eine febr üble Erbschaft angetreten. Wit haben unsere Kraft eingesetzt, um bte Gefahren nnd da» Elend ter Uebcrganp.Szeit zu überwind n. Wir haben alle» getan, um ba» Wirtschaft»ieben wieder in Gang zu bringen. Wenn der Erfolg unserer Arbeit nicht unseren Wünschen entsprach, so müssen die Gründe gerecht gewürdigt werden. Wir richten deshalb an sie Unternehmet den drin enden Appell, bte Wiederbelebung der Produktion mit allen Klösten zu fördern. Auf bet anderen Seite rufen wii die Arbeiterschaft auf, alle Kräfte anzufpannen zur Arbeit, die allein un« retten kan n. Wir müssen arbeiten und Werte schaffen, sonst gehen wir zugrunde. (Zustimmung) In der Zeit der allgemeinen Not darf e« für Privatmonopole und mühelosen Kapitalprofit feinen Raum mehr geven. (Sehr richtig l bei den Sozialdemokraten.I Deshalb wollen wir planmäßig den Profit da au»schalten, wo die wirtschaftliche Entwicklung ein Gewerbe zur Vergesellschaftung reis gemacht hat. (Bravo! link«) Sorgenvoll blickt un» die Zukunft an. Wir vertrauen aber trotz alledem auf die unverwüstliche Schaffenskraft der beutfdjen Nation. Wir müssen hier in Weimar die Wandlung vollziehen, vom Jmperialfmu» ,um Jdea. lismu», von der Weltmacht zur geistigen G'öß«. So wollen wir an die Arbeit gehen, unsere «roßen Ziele fest vor Aueen: Da» Recht de» deutschen Volke« ,u wahren, in Deutschland eine starke Demokratie verankern und sie mit wahrem sozialen Geist und sozialisti- scher Art erfüllen. Da» wollen tote wahr machen, wo» Fichte der deutschen Nation al» ihre Bestimmung gegeben hat: Wir wollen errichten ein Reich de» Recht« und der Wahrhaftigkeit, gegründet auf Gleichheit alle» dessen, wa» Menschenantlitz trägt. (Lebhafter BeifaU.)
Hierauf bestieg der Mehrbelt»sozialist Abg. Pfannkuch den Präsidentenstuhl und richtete al» Alterspräsident an die Versammlung eine An prache, in der er u. a. sagte: Die ganze deutiche Nation innerhalb und außerhalb der alten Reich«,irenzen blickt erwartungsvoll auf diese Versammlung. Seien wir würdig unserer ungeheuren Auf abe und tun wir alle unsere Pflicht in Liebe zum beuts t en Volk und zur deutschen Freiheit, die unsere Herzen und Köpfe erfüllt. Deutschland soll wieder groß werben in der Welt, nicht mit Gewalttaten von Kriegen, sondern durch dir befreiende Gewalt de» Frieden«. Lassen Eie sich in Ihren Beratungen und Bef vlußfaffun en stet» leiten von dem Grundsatz: Alle» für ba» Volk und alle» durch da« Volk. Da» ist der Segenswunsch, mit dem ich die Ta. guug der Nationalversammlung eröffne.
Sodann wurde die Geschäftsordnung de» Reichstages al« probiotische angenommen. Beim bann erfolgten Namensaufruf ergab fiti die Anwesenheit von 897 Abgeordneten. Alterspräsident Pfannluch beraumte die nächste Sitzung auf Freitag 3 Uhr nachmittag» an.
Tagesordnung: Wahl des Präsidenten, der Vizepräsidenten und bet Geschäftsführer.
■LS* 8/t Uhr nachmittag» eröffnete der Dolksbeauf. Ebert die erste Sitzung der Nationalvcrsamm» einer Ansprache, in der er u. a. sagte:
b» m provisorische Regierung verdankt ihr Mandat «lutioit. Sie wird e» in die Hand bet Natio.
ie h,.c mlunfl Surücklegen. Die Regierung begrüßt "wer Nationalversammlung den höchsten und einzr. g? eouberän in Deutschland. Mit ben alten Königen u $!'r,ten don Gottes Gnaden ist es für immer vor» Zr («bijaftet Beifall link», Ziscten recht«, Rufe fS uttcnl) Da» deutsche Volt ist frei, bleibt feü. f'ch 'n Zukunft selbst. Wir haben ben «tin?;?tt o en- Diese Tatsache ist keine Folge bet Re» len E» war bie kaiserliche Regierung be» Ißrin» Itt iin»$ bon ®abcn, bie ben Waffenstillstand einleitete, d wehrlos machte Nach dem Zusammenbruch b»d ^..Verbündeten und angesichts der militärischen K Pl aftltd en La, e konnten sie nickt ander» han» iäi re,. Revolution lehnt die Verantwortung ab für NltonC?'ä'1.in 6aS die verkehrte Politik der alten @c.
der leichtsinnige Heber mut bet Militaristen E«?'Lt.,dse ®olk gefühit hat. Nicht nur un», auch "er hat der irriei ungeheuer erschöpft, «u» , rmhl bet Erschöpfung bei unseren Gernern -a^ . ber Au»beutung»gebanke in ba» «roetl hinein etrapen. Dieie Rache» und Ver» "^Nlisp.äne wrdein den schärfsten Piotest nenn» U'.eitlne Zustimmuna.) «n esicht» de» Mas» idih>ni.ittvSl)e*n* p'e Schulbfraae beinahe Hem. -.itmn-4 baS deutsche Volk entschlossen, alle zur Silben nh0-8U s'ehen, denen ein absichtliche» Der» >erbeR , 8 e,nc absichtliche Niederiracht nachgewiesen hmie ,“n.n- WeShalb haben nach ihrem eigenen '*mu»iin,ete Griner gekämpft7 Um ben „Reife» "t lieb.nau.?ctnicl,lcn! Er ist für immer erlrbigt «ten ' ekampft. um ben MilitariSmu» zu zer. ßehen Trümmer gefiür^t unb wird nicht mehr *t>btsh,r Waf tenftilljianssbe d ing unaen "ch tiühril??.cri,°rt p"rt gewesen und schonung»lo» 1 al»' '?"den. Eliaß-Lotdrin en wird ohne weite, i »iaina -^,lf*c3 Land behandelt. Die Wahlen zur I itotb,Jan,,mllino fmb tort toiberre?. tlich vcrhin. ? lonh. fPiuiruse.) Die Deutschen werden au» ltö beiAi„r,tnfbcn ^erneute Pfuirufei unö ihr Besitz bom Da« besetzte imtSrhem f » T biet
läiJt b'.,ncn ^"tfcttanb obcefdiloüen. rCnb | tu außer Stande sind, den Wasser . er, J
£it Eröffnung der
Nationalversammlung
Ter SpartakuSterror in Tüsicldorf.
DLfssidor', 5. Febr. Zwi'ckien den Vertreter» der Tüsseldorser Beamtenverbände und der bürgerlichen BeriifSorgani alionen eineneits und dem Voll- zugsauS chuß be» Arbeiterrats andererseits haben heute Verhandsilngen in dem Düfselüvi fer Rathau e slatige unden. Nach läng ren Eiöriermiqen erklärte p'ötziich der von dem Vollzugsausschuß eingesetzte Oberbürgeimeister Schmiöigeu, daß d:e bürge - li- chen Unierhändler verhaftet seien. Di- Mitglieder des BollzugSauS chusses, bte soeben die Nachricht au»Hamburg erbaten batten, zeigten sich sehr aufgeregt und erklärten, daß sie Die schuld sür alle Folgen der Bürgerschaft auferleaten. Die Verhaf- tet-'N sind 4 Her।en von ben Beamten- fotote Berufsorganisationen und 4 Herren der Presse, d e zur Berichterstattung antoeieub waren. Die Verhafteten wurden nach dem Gefängnis geb'acht, welche» rote e» heißt, in der vergangenen Naht vollständig geräumt worden ist. In der Altstadt stehen an den S ra tenübergängen Maschinengewehre und Posten der Spartakisten. Gioße Mengen Arbeiter ver am- meln sich in dein Volks mu e. Die vereinigten B e- amten- und Berufsorganisationen haben ihrerseits einen Bollzugsausjchuß gebildet. Die Beamten d r Post, des Telegraphen- und des Fern- iprechamtes, towie Der El enbahn haben um 12 Uhr Den Betrieb eingestellt. Auch zahlreiche Pri- valbetricbe, Geschäfte und Gastwirtschaften sind bereits geschlossen. Von den städtischen Aiigestellten arbeiten vorläufig noch Diejenigen der Straßenbahn, sowie De» Gas-, Wasser- uns Elektliziiät-werke». Die bürgerliche Presse bat ihr Erscheinen eingestellt. Die Erregung in der Bürgerschaft über die brutale Verhaltung ihrer Vertreter ist auße.ordentlich groß. Der Vollzugsausschuß der Aibeikerra'es hat Anschläge »«breitet, worin er onorDnet, daß alle Gasthäuser, Vergnügungsstätten und Theater geschlossen sein müssen. Er setzte Streikbrecher zur Bedienung seiner Fernsprech- und Telegraphenzentrale ein. Der ArbeiterauSschuß der Rheinischen Meiallwaren- fadkik hat den giößlen Teil Der Arbeiter bewaffnet und die Bureauräume beietzt, um Die Beamten an der Niederlegung der Arbeit zu hindern.
* Düsseldorf, 6. Febr. Dre Verhandlungen zwischen dem PoUzugSrat des Alb.ileratlsichuffes und Ten bürgerlichen Gruppen haben im Laufe des heutigen Tage» zu einer Einigung geführt. Der bürgerlichen Paitei sind hinsichllich der Pr.sse- und Bersammlungsfreiheit sowie der Wahlen zur Stadt- verordneten-Verfammlung gewisse Zugeständnisse gemacht worden. Daraufhin wurde Der Genelalftreck aufgehoben.
„Unabhängige- Verbrecher.
„ES ift jttn unabwendbare» Gesetz aller Revolu Honen, aller großen Stürme“, so schreibt die .Sozialistisch« Korrespondenz“, .daß sie viel Schlamm von Grund aufwühlen und an die Oberfläche spülen. Auch vei Dieser Revolution iit bie Der Pervrecher, bie eine kurze Glanzrolle spielten, schon ziemlich lang. Wir erinnern an Eichhorn und seinen Freund L o r i e n b a cb, den Kommandanten der Volksma. rincdfvifion, den Dieb und Betrüger feiner eigenen Kameraden, an Emil D r a ch uub Osterman u, die revolutionären ZcitungLkommandanten und alten Polizeispitzel, an den Lberleutnaut Waltz, an da» Voll- zugSratsmitalied Ströbel, an den Grafen Metternich u. a. m. Die Liste hat in den jüngsten Tagen eine ansehnliche Bereicherung erfahren. Ta ist der Lehrer I o r ii aus Niendorf, b 3 »um 9 November eine unbekannte Größe, seitdem Kommun istenfühver in Bremen. Auf sein Konto kommt ber letzte unsinnig« Putsch, da- jüngsie Bluivergießen in dieser Handelsstadt. Von allen, auch seinen eigenen Parteifreunden verurteilt, verklei. det sich Jörg al» Matrose und stiftet in Wilhelmshaven neue» Blutvergießen an. Em anderer typischer Fall dieser Art au» dem Osten. Tort schwang sich in Den Revolutionstagen ein Referendar Többccke in Allen- ftein zum Selbstherrscher auf. Többecke, ein schwerrei. eher Junge ans Bochnm, doit als besonders brutaler HauSvascha bekannt, während de» Krieges Trückeb.'rger und LebenSmiltelschiebei en gros, mimte den Radikalen und wurde zum Schrecken der ganzen Stadt. Jetzt endlich hat b.e Nei.hsrcgicrnng seine ii. b seiner Spieß- pefeilen Enlferni ng aus Allenstein duichgeietzt. ES ist bieUcidt rin Zufall, aber jedenfalls ein typischer Zu- sall, daß alle diese dunklen Elemente sich der unabhängigen sozialdemokratisichen Partei Deutschland» und ben Stcmmuniflen zugewandt haben. Tie alte Sozialdemokratie trirb sich vor diesen neuen Führern, ausgesprochenen Verbrechertypen, zu schützen wissen. Sir hält lieber an den alten erprobten Führern fest."
Deutsche Seeleute lasse»
Deutschland hungern.
Bereit» vor mehreren Tagen sollten die ersten 17 deutschen Handelsschiffe aus Hamburg auSlansen, von denen Amerika die Sendung von Leben»Mitteln abhängig macht. Der Deutsche SecmanvSbund hat jedoch bekannt ich das Auslaufen verhindert, da die Reedereien sich weigerten, die unmöglichen Forderungen der Seeleute zu bewilli. gen. Zwischen den Reedern und den seemännischen BerusSurganisalionen war zwar eine Einigung über den Tienst und über bie Hauersätze zustande gekommen, aber der © ema::5bunb hat sieh diesen Beschlüs. feit seiner offiziellen Vertre!re nicht gefügt und stellie neue, viel weiter gehend Forde-umien, die vorn Zentralveiband Deutscher Reeder nicht zuge. standen werden kennt"«.
Welche Felge» bie Erpressertaktik ber Seeleute hat, geht aus ben nachstehenden Meldungen hervor:
Eine amerikanische Kommission in Berlin.
Berlin, 6. Febr. Bor riniicn Tagen ist eine amtliche amerikanisch« Kommission in Berlin einpftroffen, um sich übet bie politischen unb wirtschaftlichen Verhältnisse Deutschland» zu unterrichten. Die gewonnenen Etnbrucke und ba» gesammelte Material sollen der amerikanischen Regierung al« Grundlage für ihre Stellungnahme bei ben FneSenSverhandluugen bienen. Die Kommsision steht unter Führung de« früheren amerikanischen Marineattachee» in Berlin, Kapitän Gerard.
Bin Ultimatum an den Erfurter S.-Rat.
, wfb Berlin, 8. Febr. Staat»sekretär NoSke hat an den S.-Rat in Erfurt tele-irapdient e» ftt.;e im schroff- sten Widerspruch zu den Anordnungen oer Regierunp, baß in Erfurt Tausende von Gewehren an Zivi- listen au«,«neben worden seien. Nach Ablauf von vier Tagen erwarte die Reichrregteruur Bericht, ob die Gewehre wieder abgeliefert seien. Der SiaatSsekretär bat keinen Zweifel darüber gelassen, baß, wenn die Waffen nicht zurückkommen, die erforderlichen M a tz- nah men veranlaßt werden müßten.
Reue Zu ammenstöße in Magdeburg.
Magdeburg 6. Febr. In der letzten Nacht rotteten sich etwa 400 bi« 600 Menschen zusammen, um ein Konfektionrgeschäft auszuplnndcrn. Rach erfolgter Aufforderung an bie Plünderer, ging Da« hiesi >e Wacht, rtptmmt mit »charfen Schüssen vor. Hebet bie Zähl bet Verwundeten und etwaigen Toten läßt sich noch nicht« seststellen. Mehrere Piünderer sind verhaftet worden.
ArbeitSlasen-Demonstratione« in Leipzig.
Zu ernsten ArbeitSlosen-Demonstralionen kam r» gestern in Leipzig. Die Menge zog nach dem Rathaus, drang in den Sitzungssaal ein und forderte Die Erhöhung ber ArbeitSlosen-Unterstützung auf 16 Maik täglich, Verbilligung sämtlicher Lebensmittel unb angesehene Burger al« Geiseln, um ein Eingreifen von regierungstreuen Truppen nach bem Bremer Vorbild zu verhindern. Ferner be- langten sie die Bewaffnung der Arbeits lo en, um'den Bremern zu Hilfe kommen zu können. Nur mit Mühe konnte der LbeiauS kostbare Silb«schätz der Stadt Lupfig gereitet werden. Die Menge entfernte sich et ft, als der Oberbürgermeister versprochen ha'te, ihre Forderungen bei der ReichSregierung zu vertreten.
Einigung in Hamburg.
wtb. Hamburg, 6. Febr. Wie der Zentra'beamten. rat mitteilt, ist die Arbeitsnikderleiuni der Beamten« schäft nach zusrieden'tellenden Zusicherungen seitens de» A» n. S.-RateS beendet. Die Beamtenschaft hat erreicht, daß die Entwaffnun. der esamten Arbeiter, schäft sofort vor enommen und die spartakistischen Trnppensendun -en nach Bremen ruck ängig gemacht wurden. Die LebenSmittellager stehen nicht me -r unter der Kontrolle der Vertreter de« VI.- uud S.-Rate» Hamburg und werden nicht mehr von ihm bewacht. Der Vt - unö S -Rat verpflich tet sich, keine Maßnahme zu treffen, bie gegen bie Regierung perid tet ist. Die Beamienorganisationen sollen zu allen Verhandlungen zugezogen werben.
Lübeck.
Lübeck, 6. Febr. Der hiesige Soldatenrat ist in» spartakistische Lager eingeschwenkt. Gestern forderte er die Garnison auf, nach Bremen zu gehen, um gegen die Regierung»truppen zu kämpfen. Die Gaini^on wie» jedoch diese» Ansinnen zurück. Heute morgen Ueß der E.-Rat da» Post- und Telegraphenamt besetzen, um bie Entsendung regierungstreuer Truppen nach Lübeck und Hamburg zu verhindern. Er wurde jedoch gegen Mittag gestvun en, seine Forderungen gmüd «nehmen unb Da» Post» unö Telegrap lenaint wieder frei zu geben.
Breme«.
to’b Bremen, 6. Febr. Heute mitt«1 ist die Werft der Aktiengesellschaft Wewr ohne Widerstand der «par. tafiften beietzt worden. D.imit ist auch ber gan,e N est ber Stadt Bremen, in dem sich noch die Sparta» tüten hielten, von den Truppen der Division G rite«, beri beseht. Kämp-e haben in der Stadt heute nicht itnttnefunben. Die S artakisten haben anscheinend die Waffen zum größten Teil abgegeben. Die Division Geriienberg erhielt heute bedeutende Benlär ungen. Auf dem Anwerbevüro« hat sich eine gt oße An ahl Fretwilli ter zur Aufnahme gemeldet. Die Haupträdels» ührer, die »ch jämmtrlid) gedruckt haben, werden der- olit. Die militärischen Bewe^un en werden plan, mäßig fortiesetzt.
Au» Bremen melden die „Pol. Pari. Rachr": Die Marinedri ab« hat eine Unternehmung weseravwärt« gemacht unb babri erhebliche Waffeumen en einge» bracht. Die ganze innere Stadt ist fest in den Händen der Regi-run Sirupp n. Die Voritädte bürsten im Lause de« heuti en Tage» besetzt werden.
Generalstre.k in stiel.
Pei bet Shießeiei in Kiel in ber Nähe beS Go.ivei nem, ii --gebaute» wurden 4 Z vil sten und 1 Äiatrose getetetj 8 Zivilisten unö 4 Maiinel.nie verwundet Au chliegenö an diese Doraänge be» schloffen die .ii oetter tit großen öffentlichen Ber» jamr.lungeii Den Ganeralstrei»
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Fuld aerZettung
rfr 31 I D"äntworklich kür de« reraktionellen Teil: Karl SchüttL I Cre>1frtrt 7 €t>hr Itrtt» IQ 10 I Verlag der Fuldaer Aktiendruckerei in Fnlba. - Brei» monatl. I 4«
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Weimar, S. Febr. Dte Eröffnung ber Na- .konalveriammlung wurde tn Weimar f st sich Lnngen. Am Mittwoch Abend fand eine Auffüh- «an« von Goethes Iphigenie durch Mitglieder deS tdeinaltcten Weimarer HostbectrrS statt. Am Ton- Lrüflö bormittag gingen Gottesdienste in der fctbtilif*cn unb evangelischen Kirche der Tagung ber egfionalberiammlung voran. Bei Beginn der Ber- «Mmluna läiitrten bie Glocken aller Kirchen bet Aalst. Sämtliche Häuser tragen zu Ehren deS Tage« «agaenschmuck.
8 Auri vor 3 Nht marschierie auf dem Theake,Platz «re Eärenkompagnie deS LavdeSschützenkotps in -znedens-Paradeuniform mit Musik auf, bie beim xa,fahren Der Volksbeauftragten pt5:e lirtte. Unter» füllte sich drinnen ber Saal. Die Uniformen, i, sich sonst so beherrschend in den Voröergtund gten, sind last völlig verschwunden. Die wenigen krauen — es sind etwa 30 — fallen kaum ans. «kchls vom Präsidentenstuhl nahmen bie Vertreter la Reichsregierung Platz, links die Vertreter der gunbe?ftaaten, dahinter der große Schwarm der üb- Regietungsverlreter. Auf den R>g!erungs- tSnlen mit wenig Ausnahmen lauter neue Gesichter, xie Führer des alten Reichstags sind fast vollzählig tud) in der Nationalve,sammliing wieder erschienen, xas allgemeine Händeschütteln und Begrüßen wurde aiucibrochen durch ein von unsichtbarer Stellr pege- iciic8 Klingelzeichen. Jrn letz en Moment batte der jtolkebeaufiragte Ebert noch durchgesetzt, daß er zu- trtt des D ort erhielt» und daß die Sitzung nicht, ,, Die es Parlamentärs chem Brauest entsprochen hätte, hrrch den Alterspräsidenten eröffnet wurde. Herr tbert gab einen Reckenschastsbericht und entwickelte
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