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| Sreifoq 31. Zanuar 1919. | 1 46- 3a^r»

Truppenentsenvung nach Bremen.

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Wegen Anwendung von Daumenschrauben gegM: die deutschen Krieg-gesangenen hat auf Grund des vor.' liegenden Berichte» die deutsche Regierung E t n- sprach bei der französischen Regierung erhoben und um strenge Bestrafung der Schuldigen ersucht.

oabet keinereaktionären" Absichten, son, 'N stellt sich auf den Bod'n des vorgeschlagenen .Mtineinen und freien Wahlrechts; sie fordert nur

VAV K u)f eV« Vlil MC l y Tut I Wl)}f «leüerklein 490 (507), Rotzbach 331 (254), Rüdig. Heini 173 (176) und Stau ebach 147 (146) Siimmen aur. In Ammeisberg und Stausebach erhielten die

Winterseldt geht.

General von Winterseldt hat auf feinem Ent- schluß, seine Entlastung zu nehmen, beharrt. Er teilt die» dem Staatssekretär Erzberger in einem Telegramm mit, in dem er gegenüber Gerüchte, Zerwürfnisse mit Erzberger hätte keinen Rücktritt veranlaßt, hervorhebt, daß er bei Erzberger stets Vertrauen und volle» Ent- gegenkommen gefunden habe. Lediglich da» Verhalten der Gegner hätte ihn zum Rücktritt bestimmt Erz­berger sprach in einem Antwor »telegramm sein auf. richtige» Bedauern über den Rücktritt au» und sagte ihm im Auftrage der Re ierung den wärmsten Dank für seine in der Oeffentlrchkeit viel zu wenig bekannte schwere und verantwortungsvolle Arbeit.

Die Wahlen.

Hi. a. Man schreibt uni: Mit großer Freude -rtiitn d(- -.acholischen Lehrer el begrüßen, daß in L «enirülusparte! für die preußische Landesver> ««nmlung eine Anzahl Vertreter ihres Stande» ge. iäHt sind: Rekior Kamp (Bochum), Vorsitzender pe» jkaihol- Lehrerverbandel Deutschlands, Rektor «o lwald (Berlin), Vorstandsmitglied ter preußischen tzwiellu»« del Kaihol. Lehrerverbandes, Rekior Srua (Düren), Vorstandsmitglied des K-L.-B., Sebrer Kley (Neuwied), pädaoogischer Schriftsteller, »anpilehrer Elsner (Nausdorf, Schles.), Mitielschul. Mer Schwarz (Frankfurt a. M.), Lehrer Dietrich (Halle). Auch eine kath. Lehrerin befindet sich in Zrntrumsfroklion: Frl. Rektor Stoffels.(Neuß), Zusuzrat Marx (Düffeldorf), Kreisschulinipekior prß (Ahrweiler). Die bisher bekanntesten Redner Zentiumspartei auf dem Schulgebiet befinden sich unter den Gewählten. Die katholische Lehrer« schaf, wird nunmehr dafür sorgen müssen, daß auch bk, den Aommunalwahlen Vertreter ihre» Stande! güvählt werden.

(X) Im Kreise Kirchhain entfielen auf die Kan« bibaten des Zentrums diesmal trotz der schwächeren Jeteiligung tm allgemeinen mehr Stimmen als bei brr Wahl am 19. Januar. Damals erhielt die Liste Müller 4711 Stimmen, während el diesmal die Liste Schwarz auf 4731 Stimmen brachte. Die keutchnationalePartei blieb sich mit 492 (493) Stim­men gleich, während die Sozialdemokraten mit 2292 (£644) und Lie Demokraten mit 1703 (2047) gehörige Einbußen erlitten.

I Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Karl Schütte, für die Anzeigen: I. Parzeller, Fulda. Rotationsdruck.

Die Kommission arbeitete einen entsprechend«.: Vor» schlasi au». , Tiefer war der Reichsleitung all» 31.9« t e r r al vorgelegt worden. Die Reichsleitung nahM dazu indes keine Stellung.

Deutschland und Belrien.

wtb. Berlin, 27. 'Jan. Belgische und hollöt kusche Zeitungen bringen einen Artikel über deutsche Akten, die zum Transoprt m einem Eisenbahnwagen verladen, aber infolge der Wirren in Belgien zurück­geblieben seien. Ein besonderes Aufheben wird von Den Akten einer Kommission gemacht, aus denen sich ergeben soll, daß Deutschland beabsichtigte, Belgien in ein Abbängigkeitsverhältnis zu bringen. In Wirklich­keit handelt eS sich um Arbeiten einer von dem Genc- ralgouverneur Belgien», also von dem Haupt der CIIu. pationsverwaltiLig, einer zu Studienzwecken eingesetz. ten Kommission. Sie hatte die Aufgabe, die Frage de» künftigen Verhältnisse- Deutschlands zu Belgien nach allen Richtungen zu untersuchen. Tie Kommission er­blickte ihre Aufgabe im wesentlichen im Studium der

über weist die deutsche Reichsregie-

hin, daß die W i l s o n s ch e n V o .

geluna Der Kolonialfrage auch von den Alliierten o h ne fest anzog, wah( Einschränkung angenommen worden sind. Die *"*

Pläne, Deutschland vom Besitz kolonialer Gebiete <ni8- zuschalten, erwecken überdies im deuffchen Volke, da» von seinen Gegnern einen Frieden deS Recht» et, wartet, ein Gefühl tiefster Erbitterung. Für Deutschland» AuSschUetzung vom Kolonialbesitz liegt keinerlei Grund vor. Die Behandlung der Eingovo. reuen, auf die unsere Gegner sich gern berufen, war in den deutschen Kolonien zum mindesten nicht schlech­ter als in denen unserer Gegner und die Befürchtung, Deutschland könne seinen Kolonialbesitz zu U-Boot-Dta. tionen und FloUenstützvunkten benutzen, entbehrt jeder Begründung vom dem Augenblick an, in dem die deutsche BÄksregierung sich offen und rückhaltlos zu dem Wil- sonschen Völkerbund bekannte.

die Verschiebung der Gemeindewahlen bis zur gesetzmäßigen Neuregelung der Gemein- deverfaffung und hält die altbewährte abschnitts­weise Erneuerung der Gemeindekörperschaften für geboten.

Die gegenwärtige Regierung wird in die Der, schiebung willigen müssen, wenn sie nicht in den Verdacht einer einseitigen, blindeifrigen Partei- politik geraten will. Die sachlichen Erwä­gungen sprechen mit aller Wucht gegen die gefähr­liche Umstürzung.

Der Entschluß zum Einlenken wird vielleicht den augenblicklichen Regenten erleichtert durch die Be­obachtung, daß die Wahlmüdigkeit sich auch in den Kreisen ihrer Anhänger geltend macht. Vielfach haben sogar die sozialdemokratischen Stimmen am letzten Sonntag stärker abgenommen, als diebür­gerlichen" Stimmen. Das Zentrum hat am zwei- ten Wahltag die gleiche oder teilweise sogar eine stärkere Stimmenzahl aufgebracht-

Die Gemeindeverwaltung auf dem Wege der Diktatur und Ueberrumpelung in die Gewalt der roten Partei zu bringen, ist ein Wag­nis, das etwas spartakissisch anmutet. Sollten die Machthaber darauf beharren, so werden sie in der neuen gesetzgebenden Landesversamm'ung einen schweren Stand haben. Unsere Freunde im ganzen' Lande werden aber auch für den schlimmsten Fall aus Dem Posten sein, um bei den kommunalen Neu­wahlen die Wahlmüdigkeit in unseren Reihen zu überwinden.

Es muß allen besonn »ncn und christlich gesinnten Mitbürgern klar gemacht werden, welch große Werte (moralisch und materiell) bei den Gemeindewahlen auf dem Spiele stehen. Dann werden vielleicht die rot-n Partciegoisten erfahren, daß allzu scharf schar­tig macht.

*

Die »DolkSstimme" in Frankfurt brachte die Mit. teili'ng, daß die Kandidatenlisten für die Preu­ßischen Gemeindewahlen bis zum 4. Februar den Wah'vorsiSnden eingereicht fein mästen. Der Franks. Zig." zufolge ist diese Meldung unzutreffend. Der Einreichungstermin wird möglichst spät hin. awsaefchoben da sich fönst mancherlei Unstimmigkeiten ergeben würden. Den Barteileitimgen würde bei einem überhosieten Termin eine Arbeit zugemutet, die sich formt bewältigen läßt. Al» frühester Termin zur Edi- reidhinq der Kandidatenlisten dürfte der zwanzigste Fe. bruar in Betracht kommen .

Von der Konmtunalpolitifchen Bereinigung wird mis mitgeteilt: Auf den Einspruch deS Vorstandes der Kvrmn-unakpokitifesien Vereinigung gegen die. Verord­nung bett. Auslösung und Neuwahl der Gemeinde lalle, fiien bis spätestens 2. Mörz hat Innenminister -Hirsch telegraphisch folgendes geantwortet:Die Verordnung gilt allgemein. Ausführung der Verordnung kann dem Ermessen der Selb'tverwaltunaSorgane nicht aMhetm. gestellt werben. Die preußische Regierung besteht also, ohne auf das in unserem Einspruch ck gefüh te fachliche Bedenken einzugeben, auf allgemeine Ausfüh­rung ihrer Verordnung. ES dürfte nunmehr Sache der nichtsozialdemokratischen - Stadtverordneten und Ge. meindevertreter in den einzelnen Kommunen fern, sich darüber zu verständigen, welche Schritte angezeigt er­scheinen, um dieallerschwerste Schädigung kommuna­ler Interessen" hintanzuhalten, die nach dem in Kom- munalverwaitimgskreifen Wohl allgemein geteilten Ur, teil des Kölner Oberbürgermeisters aus einer über, stürzten Neubildung der Gemeindekollegien zu erwar­ten sind. ' >

wirtschaftlichen Fragen und war bestrebt, eine Rege« luny zu firmen, die bisherigen engen wirtschaftliche« Begehungen zwischen Deutschland und Belgien im bei­derseitigen Jziteresie zu vertiefen. Em wirksame» Mit­tel hierzu glaubte sie in der Zollunion zwischen den beiden Ländern zu finden, wie bekanntlich auch Frankreich im vergangenen Jahrhundert , Frieden wiederholt ähnliche Pläne mit Belgien hegte.

Listen der anderen Paiteten ni t eine einzige Siimme. Im Kreue Marburg war am 19. Januar und auch am Sonntag Ginseldorf der einzige Ori, kt einstimmig die ZenirumSIiste wählte.

Weimar.

wtb Weimar, 30. Jan. Die Ernährung s. frage für die während der Nationalver­sammlung in Weimar beruflich anwesenden Personen ist insoweit geregelt, als vom 2. Febr. an ein vereinfachtes .Kartensystem eingeführt wird. Di« Ankommenden erhalten für bi» erste Woche ein Heft­chen, worin für jeden Tag Belegkarten für 1 Früh­stück, 1 Mittagessen und 1 Abendbrot enthalten sind. Die Preise für die einzelnen Mahlzeiten sind in allen Gasthöfen und Restaurants behördlich festgesetzt. Alle Äntressenden haben ihre Brot-, Fleisch- und Zuckermarken mitzubringen.

Tie auswärts verbreiteten Meldungen, in Wei. mar drohe eine Uebersüllung wegen der National­versammlung, sind unbegründet. ES sind hinrei­chend Unterbringungsgelegenheiten bereit gestellt, so daß die Wohngclegenheit Nachlarstädte nicht in An­spruch genommen zu werden brauchen. Durch die Vermittlung deS hiesigen katholischen Pfarramtes sind den Zentrumsabgeorbneten passende und ge­räumige Wohnungen in den ersten Familien, haupt­sächlich den katholischen Familien, eingeräumt wor­den. Für bie Zwecke der Zentrumsfraktion wird das in der Nähe bei LanbeStheaterS gelegene Hotel EhemnitiuS bereit gehalten.

Zur Zeit der Tagung der Nationalversammlung wird auch ein Zugverkehr zwischen Wcrmar und Berlin und de« andere» Großstädten eingerichtet werden. _____

Die deutschen Kolonien.

Gens, 30. Jan. Zu den vorläufig unterbroche­ne.: Verhandlungen über bie Austeilung der deut­schen Kolonien deuten bie französischen Zei­tungen noch nachträglich an, baß bie Gegensätze ziemlich scharf anfeinandergestoßen seien, weil sich fast alle Parteien für ihre Ansprüche auf Verspre­chungen beriefen, bie ihnen durch Geyeimverträge zujjesichert seien. Bcsond rS Italien habe durch seinen Botschafter daran erinnert, baß Englanb und Frankreich ihm freie Hand in bet Adria zugesichert hätten, während sie jetzt die Ansprüche der Jugo, flawen auf bie damaiische Küste unterstützten. Jta-. lien sei außerdem als Ausgleich für bie englischen und französischen Ansprüche auf bie deutschen Kolo­nien in Afrika eine Ausbchnung seines Kalomalbe­sitzes ht Tripolis und an der Samoaküste zugesichert worden Während China die Rückgabe von Kiautschou verlangt, beruft sich Japan darauf, daß Großbritannien die deutschen Kolonien im Stillen Ozean ihm zugesichcrt habe. Ter neue Sul­tan von Hedschas verlangt seinerseits Damaskus, das ihm bie Engländer im Geheim»» versprochen haben, während es jetzt die Franzosen haben möchte«.

Berlin, 30. ?pn. DieDeutsche OTg. 8fg/ ver­öffentlicht folgende inspirierte Auslassung; Sei deq

Etwas Schonzeit für die Wähler.

Wenn Sabor noch lebte, würde er sagen:Das läßt tief blicken." Nämlich das Zurückgehen der Wahlbeteiligung am letzten Sonntag.

Von den Wählern, die am 19. Januar für die deuffche Nationalversammlung sich mobil gemacht festen, ist ein beträchtlicher Teil am 26. Januar zu Hause geblieben, als ob bie preußische Landesver- jammlung ei.t gleichgültiges Ding sei.

Früher erklärte sich bie geringere Beteiligung fei b n Landtagswahlen sehr einfach. Das Wahl, recht war ungleichmäßig und für die' Massen in fer dritten Klasse nicht verlockend. Die öffent- Lche Stimmabgabe schreckte viel ab. Die Wahl­handlung erforderte pünktliche Einhaltung des Ter­mins und kostete für mar»hen zu viel Zeit. All tfe Schwierigk iten waren jetzt fortgefallen. Es fenbelte sich einfach um die Wiederholung derselben Wahlhandlung, die am ersten Sonntag unter starker Beteiligung vollzogen worden war.

Und mit welcher Erbitterung hatte gerade die stzialdemokrarische Partei um die Beseitigung des men Klassenwahlrechts gekämpft! Bis zur Andro- Mg einer Revolution mitten im Kriege hatte man M verstiegen; und nicht einmal eine ausreichende Ust zur Beratung wollte man den zuständigen Körperschaften lassen. Nun wurde die heißerstrebte «eforni mit einem Schlage durchgeführt, und zwar m der radikalsten Weise, ohne alle Einschränkungen Wtb Sicherungen. Man hätte also erwarten dürfen, *®6 gerade die sozialdemokratischen Wäh- sich mit Heißhunger auf die fette Beute Wersen wlb zur ersten Probe auf dasideale" Landtags, Wahlrecht sich bis auf die letzten Männer, Frauen Jünglinge drängen würden. Aber nein! bie jwrnüfd) geforderte Landtagswahl stieß weichin auf ^eichgültigkeit.

Dieses psychologische Rätsel beutet barauf hin, für die Massen der Wähler unb Wählerinnen ^Wahlakte nicht so schnell auseinandersolg?« -ur;en. Den einen Sonntag nach dem anderen der ^vhiurne zu opsern, das ist manchen Leute» zu 2*1 Man mag das als Mangel cu Einsicht 5* Cbferfrcubigfeit schelten; aber man muß doch M der Tatsache rechnen. Es ist ratsam, zwischen 2® verschiedenen Wahlhandlungen einen auSgtebi- N Zwischenraum zu legen, all Atempause für bie und als Spielraum für bie Führe, unb Heb.

berrn Wahlgeschäft.

Die Behandlung

der deutsche» Kriegsgesangene».

Bon den unerhörten Mißständen, bie in den französischen Gefangenenlagern herrschen, gibt ein in der PariserOeuvre" veröffentlichter Tagesbefehl des Chefs eines großen Äriegägcfange. nenlagers bei Eerrotte eine schauerliche Vorstellung. Dieser Tagesbefehl lautet:

.Wenn der sträfliche Mißbrauch mit den für die Schweine benimmten Speiseresten nicht auf- hört, und jemand diese in schlecht verstandenem Mitleid den Deutschen unb Oester, eichern zur Verfü­gung stellt, werde ich mich veranlagt sehen, alle Schweine zu verkaufen und Ihr französische» Soldaten möget dann über manael''afte Ernährun, klagen.-

Der TageSbefthl trägt das Datum vom 8. Jan. 1919. Jedes Wort des Kommentars würde seine Wirkung abschwächen. Zu wünschen ist nur, daß diese» Dokument auf den Tisch der WaffenstillstandS- kommsssion von unserer Vertretung mebetgelegt wird, daß es unsere Regierung nicht nut sämtlichen feindlichen, scndsrn auch neutrale« Regierungen mit der Frage vorleg«, ob diese« empörenden Zuständen nicht endlich ein Ende gemacht werde« kann.

liebet die Behandlung, die unsere Gefangene« in Italien erfahren, unterrichtet folgende Meldung: Sus der Heimfahrt «ach Deutschland passierte« 1 Züge mit über tausend deutschen Orientsoldaten bie italienische Grenzstation Chrasso. I« Italien war die Aufnahme bet deutschen Soldaten, wie bnr Berliner Tageblatt" gemeldet wird, geradezu glänzend und bie Versorgung reichli ch. Die italienischen Bellördeu wetteiferten mit freundlichem Entgegenkommen. Zurzeit befinden sich in Kon­stantinopel noch 10 000 Deutsche, die über Hamburg heimgeleitet werden sollen, ferner 1100 Kranke und SanitätSmannschaftcn, bie auf ben Prinzeninseln liegen itnb üW bie Schweiz heimkehren werben. Es weiden dieser Tage noch mehrere deutsche Züge in Chiaffo erwartet.

Franzüsifche llnrnenfchlichkelt.

wtb Berlin, 30. ftm. Wiederholt muhte während de» Kriege» auf die schändliche Gepflogenheit der Fran­zosen hingewiesen werden, widerstrebend« deutsche Kriegsgefangene durch Anlegen von Daum e n, schrauben zu quälen Diese tm die Foltern des Mittelalters erinnernde grausame Marter war zwar en den französischen Kolonien stet» beliebt, wurde aber jetzt im Weltkriege »um Hohne aller Kultur '« zahlreichen Fällen deuffchen Kriegsgefangenen gegenüber annehxmhtl Ter folgende amtliche Bericht eines neu. traten Delegierten gibt über die neue Böllerrechtsver­letzung dieser Art Ausschluß: .Dem Soldaten W. Sch. vom Hauptdepot Garplagne wurden im Juni 1917 auf Kommando in Mal bloche bei Renne» Daumeiischrau- ben durch Gendarmen angelegt, als er sich weigerte, in bi« Gefängchszelle ciryutreten, Die Daumenschraw»

Besetzung von Kehl.

wtb Kehl a. Rh, 30. Jan. Nachdem bereits gestern Abend der Ba nbof und dal Postamt durch französische Wachipoiien besetzt worden waren, ist heute das Gros der französifhen Besatzungltruppe« in Kehl eingerückt unb hat die Umgebung von Kehl ent piechend den in der Verlänneruug del Waffen­stillstand svertrages festgesetzie« L «'en besetzt. D«r Eijenbahn-, Post« unb Fern prechverkehr ruht.

«orderetzung. Wenn gleichzeitig für mehrer« Wah- 7^ organisiert unb agitiert werden muß, so swh«« un Raume sich bie Sachen; es gibt Ueberla- gegenseitige Hemmungen, Verwirrung.

An den vollenbcten Taffachen, nämlich an dem Wonis der Reichs- und Staatswahlen, läßt sich ^genblicklich nichts mehr ändern. Aber in der ^wede sind noch die G e m e i n d e w a h l e n, bie

führenden britischen und französische« Staatsmännern | ben, heißt el in dem ^eeicht. waren ftsrf «w-

besteht die Absicht, eine Wiedereinsetzung Deutschland» x»ogen. so daß er m der Zelle ebne ®d&imerigfett.n Me in seine kolonialen Rechte zu verhindern, ^entgegen. Daumen herausziehen konnte ^wcr HM der Feld, - .......- erneut darauf wedel de» Kommando» tbm die Dmunenichrauben tote.

äae zur Re. der angelegt und zwar betört daß er d>e Schrmcke» fest anzoa, wahrend bet Gendarm ihm sagte, daß es nicht nötig toäte, die Schrauben fest anzuzrehen. waren die Daumenschrauben sehr stark angezogen und sie wurden während 12 Stunden beibehaüen. Ter Schmerz war sehr groß unb die Daumen Waran angt, schwollen und toinü). Die Blasen brauckren Wochen «t Heilung. Jetzt zeigen die Daumen des Sch. feine Spur mehr von den Daumenschrauben, auch keine Nae.

Wtb verli«, 30. Jan. Dir Reichsregierung hat sich zur Wiederherstellung geordnete« Zustände in Bremen genötigt gesehen, eine Truppenabteilung dorthin zu entsenden. Die erste« Truppenzüge trafen bereits in Br«ne» ein Die Stärke der für sonstige Zwecke oereitge. stellte« Truppen erfährt infolge des starke« Zu­stroms von Freiwillig n ferne Verminderung.

Berlin, 30. Jan. Ein Vertreter derPol.-pmck. Nachr." hatte eine Unterteilung mit dem VolkSbeaus- ttagten NoSke übet die Gründe und nächsten Ziel« bet Expedition nach Bremen. NoSke sagte: Daß die Zustände in Bremen unhaltbar waren sah alle Welt ein, auSgenomernn die Spartakisten selbst. Esne kleine Minderheit versucht durch Gewaltmittel ihre Herrschaft über die Mehrheit auftechtzuerhalten. Bremen hat eine besondere Bedeutung al» unser ztoeitwichtigtber Handelshafen im Hinblick auf dq» Einlaufen von 2 e. bensrnittelsch i f f r n. ES bestand nach den letz­ten Erfahrungen feine Bürgschaft dafür, daß bei dem Einlaufen und Auslaufen der Schifte Zwifchenfäll« ober Störungen nicht vorkommen würden. Die Zu­fuhr von Lebensmitteln muß aber angesichts der außerordentlichen Knappheit unbedingt s i ch e r g e- stellt werden. DaS deuffche Volk sieht großer Not Entgegen, toentt nicht in kürzester Frist beträchtliche Le. benSmittelmengen aus Uebersee zugcführt werden. Um da» fühetzustellen, sind Truppen von erheblicher Kamvf. kraft nach Bremen in Bewegung gefetzt worden. Fügt sich die Minderheit, die jetzt, in Bremen gegen alle» Recht sich im Besitz der Macht zu halten sucht, so wird die Akkion in Ruh« Muftatten gehen. Nur für de« Fkll, daß die Minderheit. di« in Bremen ihr Regiment aufrechtzuerhalte« sucht, gewaltsamen Widerstand lei. stet, wird durchaegriffen werden, dann abet mit rück­sichtsloser EntsÄsssenheit.'

Ja# sind noch die G e m e i n d e w a h l e n, bie

V(bl P tv bruar angefüningt sind. Die Wahlmüdigkeit, . g |S Qin letzten Sonntag weithin zu Tage getreten 'dh hi.^^ützt die Forderung auf Vers iebung .«t Wahlen.

. (al?? verlangen ist auch in rechtlichen unb ÖFl i-14 en Rücksichten wohl begründet.

^aben schon hcrvorgehoben, daß die gegen» .St Rogi»rung weder die Befugnis noch ein« !x t'';Veranlassung Hot, auf diesem Gebiete der 11* Men Gesetzgebung durch einen UkaS vorzu« a o 'en Tie kommunalpolitische Bereinigung der ß^trymspartet in Rheinland und Westfalen hat (ivv -p 0N einen förmlichen Protest bet der preußischen ch-r Gerung ringe'egt mit dem Hinweise, daß die Ver- llcgen Auflösung und Neuwahl der Ge» 'lbrperschasten ungesetzlich ist und vieler- M a.die Fortführung einer geordneten Verwaltung *il\ k.,; äußerste gefährden würde. Die Vereinigung bftT n keinereaktionären" Absichten, son.

iliBff ukrH 121,1

Für die ZentriimSliste brachte Kirchhain 86 (83), Imoneburg 315 (225), Neuitadt 632 (638), Allen- Mtet! 793 (790), Anzefahr 179 (177), Emsdoff 235 (<34), Eisuushausen 192 (193), GemmelSbeto 67 (68), Mardorf 518 (512), Momberg 434 (433),

Bedrohung der Oymarken.

verli«, BL Ja«. Di« Lage in ben deutschen Ostmarfe« hat sich *fii«r verschlechtert. Di« Ge­fahr eine« feindlichen Einfalls ist in drohende Näb« gerückt; vor den Grenzen Ostpreußens stehen- starke bolichrwisttichr Heer« unb ba« noch steige- blirbene Wesipose« wirb erneut von den Polen be- br»bt und damit auch die Mark Brandenburg t« Mitleidenschaft gezogen. Das gleiche gilt für bi« militärische Lage i« Westp eußen. Tie zahlreichen dort ins Leben gerufenen deutschen Bürgetwehren sind außer Etarde, den drohenren Vormarsch bet Polen auftubafte«. Die Ent endung von freiwil­ligen Truppen i« Höh« von 10000 Mann wärt dringend erforderlich. Di« Reichsregierung ist sich über die Wenpreuße« drohende Gefahr vollständig int Klaren: sie vermag ober augenblicklich noch nicht den Polen a««reich»nden Widerftand erngeoentustellenj

Dte russische« Sowjet Truppen fteue« in der L nii Libau-Libussa-Sown». Ltdau und Kowno sind noch nicht in ruisische« Händen. Die ruisijchen Truppe^ stehen aber unmittelbar davor. Die Bolschewisten verfügen in de« Abschnitten über zahlreiche D visi^ onen, die durch eine -eiserne Di zipli« zusammenge« halten und vornwrts geführt werden. Tie S.- 4 tpiele» tm bolschewistische« H»ere nicht mehr dis Rolle, die sie am Anfang de" tulsischen Revolution ipieltt«. Die Kommandogervalt ruht vielmehr in den 'Händen der Truppenführer. Ten CowjelS gegen« über befindeit sich Te,l« der 8. und .10. deutiche» Arme« tm Rückmar ch, ebenso bie Uebenefte bei Eiserne« Division. Es wäre ohne Frage möglich, de« Bolschewisten «och jenseits bet ostpceußtjchel Grenz« Widerstand zu leisten, wenn bie deutschen Truppe« durch einen einheitlichen festen Willen gtz leitet würden. Di« «ommandogewalt befinbet fies abet trotz de« neuesten Erlaffes bei Kriegsminrsteri «och in ben Händen bet Soldatenräte, bie zu einew zielbewußten Handeln der Ruffen gegenüber wf "^Schlnmig«"Hi!fe durch zuverlässige Frei, williaenkorps, die gewillt sind, den Gegnes wenn «s nicht anders geh', mit Waffengewalt zu- rückzuwerstn. ist dringend noiwendig.

Unsere Kohlennot.

Die KVAennot, bie die zuständigen Stillen mit höch­ster Beunruhigung erfüllt, ist allmählich so groß geluot ben, daß man auf unangenehme liebercafcbungen go faßt fein muß. Wit treiben rettungslos einet Kau» firophe zu, wenn die Regierung nicht sofort zweckdieid. liche Maßnahme trifft Leidet sind die kürzlich ge* brachten Nachrichten, daß die Kohlenförderung in Eber, schlesirn sich günstiger gestalte, weil der Streik abflaue nicht zutreffend gewesen. Es wird flott weiter ge­streikt. Im Ruhrgebiet geht die Fördemug von Tag z> Tag zurück. Wir hatten im Frieden im Ruhrgobie etwa 34 000 Wagen täglich mit Kohlen verladen, jeh kaum 910 000.

Unter der Kohlennot leiden alle Industrien. Neu, erding» ist, tote wir erfahren, durch die mangelhaft Kvhlenbelieferung die Heriu:lli:ng von Aetznatro» so sehr zurückgegangen, daß ein vollkommener Zusamt menbruch aller vom Aetznatron abhängigen Industrie^ bro8L Born Aetznatron aber hängen fast alle Jndw ftriw mehr oder weniger ab. Die Textilindustri braucht eS zur Ausschließung der einheimischen Fase« stosse, bie <Strob!ra''tfutterinouslrie nicht minder. Nao Angabe de» LandwirffchaftSministirimnS stehen nur na» geringe Futtermengen zur Verfügung Wird nich »knügend Strohftaflfutfer erzeugt, so ist die Er näh rung der Pferde in Den Städten nicht mehr durchführ bar Da» aber bedeutet den Zusammenbruch einet Test fei städtischen Transportwesens. Die Seherin buftrie braucht Aetznatron zum Gerben^ die Metall indüstri« zum Letzen, die Seifenindufttie zum B«rse»

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