der alten Verfassung ausgestellte Stimmenverhältnis der Bundesstaaten maßgebend sein. Würden diese Beschlüsse der Konferenz in Kraft treten, so wäre dadurch auch der Grundsatz der uneingeschränkten Oberhohett der Nationalversammlung gelt offen. ,, _
Berlin, 28. Jan. An der Spttze der vor aufigen Reichsgewalt, beten Ein etzung nach dem Beschluß de» bunderiiaat.ichen «uSschufle» der Nationalver- sammluna vorgejchlageu werden wll, will, wie die V. Z. erjährt, ein votläufiger Retchrprajrdent stehen. __________________________
Konferenz der einzelstaatlichen
Finanzminister.
verl'n, 28. Ian. Leute trat in Weimar eine Konferenz der einzelstaatlichen Finanzminister zusammen, die sich auch mit der F>age neuer indirekter Reichsstenern beschäftigen wird. Vor allem wird der Tabak wieder bluten muffen und zwar in elfter Linie die Zigarette. An zweiter Stelle kommt der Zucker in Betracht. Sodann dürfte eine Vereinfachung und damit zugleich auch eine Erhöhung de» Grundstücksumsatzstempel« in Angriff genommen werden, wie sich überhaupt der AiSbäu der um» sa tzsleuer'dnschließen wird, deren Sätze ntcht nur erhöht werden sollen, sondern bet der auch die Ver« schtedenheit der Gegenstände berücksichtigt werden soll, auf die sich der Umsatz bezieht. Tas gilt Vorzug«- weise für Luxus achen, wie Luxuswohnungen, tote LnxuSmobilar, da« Halten von Dienenchaft, Reisen nach dem Auslande und Zugehörigkeit zu Vergnü« gungSvereinen. Entsprechende Vorlagen sind demnächst zu er warten.
Die Verteilung der deutschen Kolonien unter die Räuber.
Heute tvurbe in der Sitzung der Vertreter der Großmächte die Frage der deutschen Afrika» Kolonien weiter besprochen. Die japanischen Vertreter s'tztcn ihren Standpunkt in Gegenwart zweier dazu hergerusener chinesischer Vertreter auseinander. Hughes und General Botha teilten die Ansprüche der englischen Kolonien mit, wonach Neu- Guinca an Australien, die Samoa-Inseln an Neuseeland und Südafrika an die Sudafrikander fallen soll. Sodann kamen Westafrika, Togo und Kamerun zur Sprache. Wilson entwickelte seine persönliche Theorie für die Regelung der Kolonialfrage. Nach seinem System würde der Völkerbund die Verwaltung dieser Gebiete einem eigens mit der Verwaltung beauftragten Staat übertragen.
Wilson und die Kriegsentschädigung.
• erlitt, 28. Jan. Bei den Erörterungen über die Frage der KnegSemschädigunaen bleibt Präsident Wilson, einem Lyoner Funkiprnch zufolge, fest auf dem Standpunkt neben, daß man keines- w e g « een Ersatz der gesamten Kriegsko'ten von Deutschland eitoarten dm ft, sondern nur den Er atz für tatsächlich erlittene Verluste. Hierunter fallen weder die für die Heere aufgewendeten Kosten, noch die füt Muniwn und ähnliche». Allen darüber hinauSgehenden Forderungen setzt Wilson bestimmten Widerstand entgegen, denn er weiß einerseits, daß Deutschland übermäßige Forderungen nicht aner- kennen kann, andererseits hält et das ganze bisher aufgestellte Prinzip der Schadenersatzleistung für falsch. Er beabsichtigt daher, daiauf zn bestehen, baß die entscheidende Frage sehr genau erörtert roirfcu
Keine Milderung der Blockade.
wtt London, 27. Jan. Reuter erfährt, daß feit der Unterzeichnung deS Waffenstillstandes von ver- tchiedenen Setten ein starker Track ausgeübt worden ist, um die Härten der Blockade zu mildern. Tie Möglichkeit einer Bedro ung des Frieden» durch die Milderung der Blockade für die Türkei liege sehr fern. Wa« aber die Mittelmächte anbelangt, so werde die Blockade, abgesehen von Lebensmitielver- einbarungen in ihrem dollen Umfang aufrechterhalten.
Rue eine RotauShilfe.
Rach Meldungen au» Trier über die vereinbarten, Lebensmittellieferungen für Deutschland sollen wir zunächst 800000 Tonnen Brotgetreide erhalten Wa» diese Menge für unsere Volksernährung bedeutet, er- kennt man au« einem verreich mit der Einfuhr pon Brotgetreide im letzten Jahre vor dem Kriege. Unter Berücksichtigung unserer sehr bedeutenden Ausfuhr an Roggen und der Ausfuhr von Weizen, die etwa den 5- teil der Ausfuhr ausmachte, hatten wir im Jahre 1918 einen Einfudrüberfchud von 1,4 Millionen Tonnen Brotgetreide. Die »ns jetzt in Aussicht gestellten 200 000 Tonnen bedeuten mithin nur ten siebenten Teil der JahreSeinfuhr vor dem Kriege. Dabei ist ober noch zu berücksichtigen, daß wir nn Jahre 1913, ebrn'o wie m dem ooraufae angenen Jabre, eine un. >ewühntich gute Ernte hatten Unser Einfuh'bedars war injol edesten vcrhältnismlchir gering. Wenn also unserer Boltee nährung eine durchgreifende Hilfe zuteil toer.en soll, dann bedarf ei im Laufe dieses Wirtschaftsjahre» noch weit gröberer Mengen an Brot ietreide. ferner sind un» 70000 Tonnen Schweinefleisch in LuSsi.i t gestellt. Hier »st ein Vergleich mit der itr edenSzeit kaum möglich, weil Deutschlano in normalen Zeiten den überwiegenden Teil seine» Bedarf» an Fleisch au» der eigenen Viehzucht deckte. Im Jahre 1913 wurden rund 2, 000 Tonnen Schweinefleisch und 32000 Tonnen Rindfleisch ein eführt. Die in Aussicht stehenden 70000 Tonnen Fleisch würden mithin unsere Einfuhr un Jahre 1913 um 17 000 Tonnen überschreiten
Ta» Schicksal der deutschen Orienttruppen.
In der Sitzung der DoffenstillstanbSkommission vom Moniag wv'de von deut cher Seite an die Vertret r de« Verbandes eine Note geratet, nun unversüg'ich den in Aussicht gestellten Abtransport der in Haida, Pascha umer bauen Bedincunaen unteraebrachten deutschen Orienitruppen durch da» Mittelmeer zu beginnen. Zugleich wurde deutscherseits festgestellt, daß bisher die mündlich angekün- digte Antwort über da» endgültige Schicksal der deutschen Truppen im Schwarzen Meer vom Verband nicht ringe'roffen sei. Unbetaunt ist auch, ob eine Poltverbindung mit diesen Truvoeu möglich ist.
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Zentrum und Tozsaldemokratte,
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Südwestefrika wird an die süd
a temet Weise in Frage kommen.
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6 33 (51), D 12 (7), Z 431 (451) U 1 (3). ^rnbotf. DL 13, S 55, D 6, TN 3, Z 271. Motzbach. S 961134) D 31 (9), DN 44(20), Z9 (26). W«t)auftn. DL 5, S 17, D 2, Z 237.
6 24 (21), D 4, Z 296 (315), U 4 (8).
S 11 (15), TN 5 (5), Z 213 (217), 116(7).
Aus dem fireife Gersfeld:
Sütter. (Berichtigung). Nicht S sondern D 29 (30)
(ooöesiflUltn in Men.
eine vorläufige Zusammenstellung.
»/.a vorläufige amtliche Ergebnis in Hessen-Nassau.
Die Reichsverfafiung.
Berlin, 28. "'an. Auf der Be>a'ung der von der Reich-konfer^ni der einzelstaatlich>n ®ertr tet anaesetzten Kommission ist unter dem ftaifen Eia- druck der Ansiührungen süddeutscher Regieriin 'Sö rti e- ter, der nahezu einfiimmig gefaßte Beschluß bervorge- g-n-en, ben von der Regierung boraelept'-n Eniwurf der prov sori chenDersastuna.be, lick an denPreuß.-r nt- tourf an lehnt, anrunehrnen, o r der Reichsregierung wiederum eine Art B u n des r at an die Sette zu stellen, der alle der Nrttonalver ammlung vor. zulegende Gesetzeniwürfe vorher zu prüfen und m>t leinet Genehmigung zu berteben hat. In diesem Sunbeitat soll nicht bie Kopfzahl, jonbem dar in
Lauterbach (Kreis). Z 681, DN 2147, DL 1723, D 3542, S 5599, U 1.
Herbstein. Z 621, TN 6, DL 12, D 41, S 91.
Offenbach. Z 4714, DN 1301, DL 2096, D 5842, S 21199, U 2443.
E Aus dem Reiche.
Vohlkrel, Reg.-Lez. Merseburg, (Erfurt. U 350 518 i?. Sitze), S 144 561 (3 Sitze), D 208 401 (5 M). DN 120124 (2 Sitze), Z 52 135 (1 Sitz), z 12 263.
Aurich, Stabe, Osnabrück. Gewählt sind: iu -H IBahirS b D. 2 Z, 2 Welsen, 1 DL.
p| Weis Reg.-Dez. Hannover, Hildesheim. Es er- e| L.??uen S 9, D 1, Z und Welfen 7, DL 2 Sitze.
L« Reg.-Vez. Münster,Minden. 10 Z, 5 S, ll La!,??' * 1 * * * * DN, 1 D.
Cj TO Reg..vez. Arnsberg. 10 6, 1 U, 7 Z, » E,DN und DL, 2D.
:.'l Hoh k’9 ^eg.-Lez. fioblenz, Trier. 12 Z, 2 D, 4 S. '*1 o 71’ Bttlln, Es werden erhalten die S 8,
u 6- $ 3, DN 2, Z und DL je ein Mandat.
Der .Vorwärts* vom 24. Januar widmet Zentrumspartei einen langen Artikel. Bemerkenswert ist zunächst, daß das sozialdemokratische Haupt- o-gan im Zentrum einen weit gefährlicheren Gegner sieht, als in der demokratischen Partei, von der die Sozialdemokratie nur zu aut weiß, we« Geistes Kind sie ist. Bismarck hat vor Jahrzehnten da« Wesen dieser demokratischen Herren schon treffend aekenn.
• vorläufige Ermittelung de« WahlergebniffeS 19. Wahlkieis durch den Wahlkommiffar Ober» icruncSrat v. Le ritze ergab folgende« Reful at: 165,416 Stimmen, 5 Sitze.
Dies vorläufige Ergebnis entstammt 2025 biimmbezirken. 575 Stimmbezirke stehen noch aus, »eist aus besetztem Gebiet.
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Demokraten eoziawemokraten ßnabtängtge Dmach würden, wenn sich lichen Feststellung durch den Wahlausschuß keine gtren Verschiebungen ergeben, die folgenden idaten als gewählt zu betrachten fein:
fSfcq ____ , ________...
;ang afrikanische Union kommen. Reuter stellt fest, die Serii ftteaige Rückgabe der Kolonien an Deutschland soll
Zentrum , Deutsch-Nationale Deutsche Volkspartei
».-her liegen vorläufige Meldungen aus 20 von L-23 Wahlkreisen vor, sie um affen 346 von den
Mandaten. Danach sind gewählt: Zentrum und Welfen ..... »eutichnatwnale Volkspartei . . . Teutidjltberale BollSpaitei . . . jeuticbe Demokratische Partei . . jPieMeitSiOäialilten......
Unabhängige - - - - .
tzchlesw.-Holst. Bauei ndemokr. . .
Die Landeswahlen in Hessen.
sder -odt, 28. Jan. TaS enbgüLige Ergebnis l«u« Landeswahlen liegt diS henke abend Crt. Gemeinden, al o bis auf wenige oberheffstche
. vor. E« erhielten:
S^ltiiin 105,365 Eli nmen, etwa 13 Ada.
^°uei 49,(’4t Stimmen, etwa 5 Abg.
^olksp. 60,136 Stimmen, etwa 7 Äbg.
mot aien 106,540 stimmen, etwa 14 Abg.
un' ®*&.emofraten 239 091 Stimmen etwa 30 Abg.
vhangige 7707 Stirn nen, etwa 1 Abg.
L 7ä^^°ch^(Ltabt). Z 23, DN 87. DL 284.
Ans dem fireife Hünfeld: int 8 168 (154), S 7 (7).
Aus dem fireife Fulda:
B vkitstkinbach. W 250. Z 203 (214), S 23 (18), U 2.
Aus dem fireife Schlüchtern:
irM B,3tn- W 157 (156). Z 146 (142), DB (2), D (1),
chitl ® 1 (0),
Latz Zentrum unv
die geistliche Ortsschulausficht.
In manchen Leserkreisen herrschen Unklarheiten übet die S.cllung des Zentrums zur ge-stlichen O rtS s chu la n fs i ch t. Es sollen daher die Grundsätze de« Zentrums bezgl. dieser Frage kurz eniwickelt werten.
1) ES ist zunächst sestzuhalten, daß gesetzlich die
geistliche Schulaussicht durch daS Gesetz vom Jahre
1872 breitS beseitigt ist. Nach diesem steht
die geistliche Schulaufsicht nur dem Staate zu. Die
ses Gesetz bedeutet unzweifelhaft einen schweren
Schlag gegen die Rechte der Kirqe und war ja nur
Ulos. Z 3 (3), TN 12 (16), D 74 (95), S 12 (7). Ode.stoppet. Unterstoppel. W 144. TB 27 (91), ®,86 (57), © 38 (46). .
Wer«. Z 337 (357), DN 68 (31), DL 14 (6), D * (98), S 158 (307), U 25 (23).
zeichn-t, als er sie die Vorfurcht und Schrittmacher der Sozialdemokratie nannte.
Für die So ial^emokratie viel mißlicher liegen bie Dmge beim Zentrum. DaS Zentrum ist keine Klaffenpartei, wie die Sozialdemokratie, e» ist eine Volkspartei, die alle Stände und Berufe nmlch'ießt, ein1* starke Stütze vor all^m auch in der christlichen SIrbet tetf tbaf t bat. Die Sozialdemokraten meinen aber, daß alle Arbeiter in ihre Pirtki hineinaebören und e« verursacht ihnen viel Kummer, baß breite Schichten bet Arbeiterschaft in bewußtem Gegensatz zur Sozialdemokrasie sich zum Zentrum bekennen. Dafür muß eine Erklärung gefunden werden und bie Sozialdemokratie bat sie auch schnell bei der Hand: Da« Zentrum bat wieder einmal fernen religiösen Köder anSaeworsen und bank der Dummheit Adolf HoffmannS haben bie christlichen Arbeiter auch angebiffen. So muß der „Vorwärts" oefteben:
Die Landeswahlen in Baden, Bayern und Württem- berg haben bereit« nejeipt, daß das Zentrum wieder stark und lebenSkräftia dasteht und auch die Ergebnisse der Wahlen zur deutschen Nationalversammlung haben da« Zentrum zwar enttäuscht, unter den rückschrittlichen Parteien aber hat eS doch noch am besten ab« g eschnitten.
Don einer Enttäuschung ist nun allerdings in unteren Reiben nichts zu spüren, denn wir haben unseren Besitzstand gewahrt, die für untere Partei abgegebenen Stimmen haben sich gegen bie letzte Reichstagswahl fast vervierfacht und den meisten Zenttumslepten ist das Ergebnis der Wahlen am 19. Januar wohl weit eher eine freudige Ueberraschung, als eine Enttäuschung gewelen.
Enttäuscht sind aber zweifellos unsere Sozialdemokraten, bie bis zuletzt siegeSgewiß versichert hatten, daß sie in der deutschen Nationalversammlung die Mehrheit haben würden. An dieser Mehrheit fehlt aber ein beträchtlicher Teil. Sie täu cht sich aber auch lehr, wenn sie meint, das Zentrum hätte ihr durch die Voranstellung der kulturellen und religiösen Forderungen so starken Abbruch getan. Gewiß sind e« in erster Linie kulturelle Fragen, über die e« zwischen den Anhängern de« Zentrums und der Gefolg chaft der Sozialdemokratie niemals eine Einigung geben Wird, aber die Sozialdemokratie überschätzt sich doch ganz gewaltig, wenn sie meint, bas wäre der einzige Schönheitsfehler an ihr, der verhindert, daß unsere christlichen Arbeiter und überhaupt unser ganzes christliches Volk in Liebe zu ihm entbrennen. Da hätten sie sich doch ganz anders beim deutschen Volke in ihrer Macht einführen müssen, als es ihr in den letzten Monaten, seit Beginn der Revolution gelungen ist. Der be’onnene deutsche Arbeiter und jeder, der nicht gerade auf den Kopf gefallen ist, kann sich heute nicht länger der Erkenntnis verchließen, daß die Sozialdemokratie in der kurzen Zeit ihrer Macht gründlich bankerott gemacht bat. Ein solcher Wirr» war, w e ihn die sozialistische Herrschaft in Deutsch, land gezeitigt hat, wäre unter keiner anderen Regie« ung möglich getosten und eine solche Entwürdig u n g D utschlandS, wie sie die Sozialdemokratie verschuldet bat, hätte keine andere Partei herbeizu» führen sich je unterstanden.
In Wahrheit mögen die Führer der Sozialdemokratie sich heute weit mehr darüber wundern, daß eS noch so viele Einfältige gibt, die ihnen nachlaufen, als daß die besonnene deutsche Arbeiterschaft sich auf den Boden de» geitnben Wirtschaft» • Programm» deS Zentrum» stellt. Bor dem Kriege hat sich die Sozialdemokratie nur in unfruchtbarer Verneinung gefallen, während de» Kriege» hat sie ziel- bewußt auf den Umsturz hingearbeitet, und im Um- stürz hat sie zwar ihre blind niederreißende Kraft geoffeubart, bi» zur Stunde aber noch nicht» getan, da» zu der Hoffnung berechtigte, daß sie auf der Zerstörung auch etwa» Reue» und Beffere» aufzn- tauen vermag.
Die Sozialdemokratie wird noch recht häufig Gelegenheit haben, zu zeigen, wa« sie für Deutichlands Wiederaufbau zu leisten imstande ist, und bann wird sich auch erweisen, ob dieSoz aldemokiatie ober bas Zentrum mehr lejencgeitaltenbeAirart in sich besitzt. Wtr sind mit bem .Vo wärtS' ganz einer Meinung, baß ber große Kampf der Zukunft zwischen der Soziaidemokiatte und bem ^entmin anSge- fochten werden wird, denn die Entwickelung wird e» m;t sich bring n, daß daS deutsche Volk in zwei große politische Heerla-er sich teilen wird, aus ber einen Seite bie Sozial emaki atie mit ihrem bürgerlichen Anhang, und auf ber anbernSeste eine christliche Bolkspariei, in ber und um bie sich alles scharen wird, was christlich gesinnt und die Geltung ber bestehenden Gesellschafts- und bet göttlichen Weltordnung zu vertreten willen» ist.
ber Anfang der bekannten Kusturkampfgesetzgebung. Man hat besten ungeachtet die Geistlichen zumeist mit der Sckzulaufsicht betrau!. Ter Grund war weniger bie Vorliebe der Regierung für bie Geistlichkeit, als vielmehr die Einsicht, daß die Mithilfe ber Geistlichkeit im Interesse der Schule gelegen sei, und weil auf dem Lande besonders zu. meist andere geeignete Personen für die Wahrnehmung der Aussicht nicht zu finden waren. Die bisher bestehende Schulaufsicht der Gesttlichen ist also keine kirchliche Einrichtung, sondern eine rein ftaa liehe. Ter Staat ernennt den Orts- und Kieisschulinspektor, dem Staate allein, bezw. den staatlichen Lrganen ist derselbe in dies'm 2hn'e unterstellt, ihnen allein veran wörtlich. Die Be. richte des geistlichen Schulinspektors sind nicht an die bischöfliche Vehkirde g-gattcen.
2) Welche Fordeiung erhebt die Kirche bezüglich der Schulauffich? Sie fordert kraft göttlichen, unveräußerlichen Rechts die Aufsicht und Leitung der religiös-sittlicken Erziehung. Auch da» neue lirchliche Riech Sbuch spricht die Forderung in Kan. 1381 klar und deutlich aus:
„Die Oröinarien haben das Recht und die Pflicht, zu toadien, daß in den Schulen ihre» Bezirke» nicht» gegen Glauben und Sitten gelehrt werde oder geschehe; sie haben auch da» Recht, die ReligionStehrer und RelinionSbücher zu approbieren".
Unbestreitbar bezieht sich dieses Aufsichtsrecht also zunächst auf den Religionsun erricht, dann aber auch auf die religiös-sittliche Arbeit der Schule und des Lehrers überhaupt.
3) Dieser unbedingten Forderung der Kirch« kann die Sr Sschulinspeksion ber Geistlichen, wie sie seit 1872 au «geübt wurde, n i ch t genügen. Denn sie hat in derselben nur eine gewisse Beruhigung, daß der Geistliche mit priesterlicher Gewisten. haf igkeit das ihm vom Staate übertragene Amt auch als eine willkommene Gelegenheit wahrnehmen werde, die sittlich-religiöse Erzichung in der Schule zu beaufsichtigen. Dagegen beschwert dieses Amt den Geistlichen mit einer Meng" Arbeit, die rein bürokratischer Natur ist, ober aber die fachmännische Vorbildung vorausgesetzt, die der Geistliche nur in besonders glücklichen Fällen restlos aufzuweisen hat, wenn er sie auch hundertmal bester nachweisen kann als irgend ein Förster ober Gutsvorsteher. Gerade dieser Teil b~r Arbeit wird oft nicht nur von der Lehckbrschaft aus begreiflichem Standesbewußt- sein, sondern auch vom Klerus als unzuträglich empfunden.
4) Der Erlaß Adolf Hoffmanns, ber die geistliche Qrtsschulaufsicht beseitigen wollte — und der nun von der Regierung selbst als ungültig erklärt worden ist — mußte den lebhaftesten Wi de r- f p r u ch aller kirchlichen Kreise finden. Denn es war nich S als ein Signal gehässiger Kirchenfeindlichkeit, zu bem, zumal in dieser schweren Zeit, nicht der gerinafte Anlaß vorlag. Er war ja nur gedacht als Versuch, den Einfluß der Kirche aus ber Sckule ganz auszuschalten, und ein solcher Versuch müß e die schärfste Zurückweisung finden und hat sie gefunden, insbesondere in dem Protest ber Bischöfe an bie preußische Regierung.
5) Dieser Protest bedeutet aber nicht, baß die Kirch" durchaus die Ortsschulaufsicht ober Kreisschulaufsicht in der bestehenden Form aufrecht erhalten wisten will! Im Gegenteil, es muß die Sorge der kirchlichen Streife fein, das kirchliche Aufsichtsrecht reiner und wirksamer gefetzlich zum Ausdruck zu bringen. Man muß dabei nur festhal en, daß es der Kirche nur um eine wirksame Mithilfe bei ber religiös-sittlichen Erziehung zu tun ist, nicht aber um technische Aufsicht Es lasten sich sehr Wohl Lösungen der Frage denken, bie scwohl ber strengen Forderung des kirchlichen Rechts, als auch den Wünswen der Lehrerschaft gereckt werden. Vor allem wird nicht der S aat den Lehrauftrag für den Religionsunterricht zu erteilen haben, sondern die Kirche, die Kirche wird ausschlaggebend sein in der Wahl der L e h r b ü cher für den Ncligionsunlericht und wird auch ein Ein. sprachst echt haben müsten bei der Wahl ber übrigen Schulbücher, damit keines gewählt werde, das den Grundsätzen des Glaubens oder der Sitten widerspricht. Ferner wird nur der Lehrer für die Erteilung de» Religionsunterricht» herangezogen wer. den dürfen, welcher nicht nur die erforderlichen Kenntnisse auf weist, sondern auch Überzeugung» reu und sittlich unantastbar ist. Weiterhin wird der Religionsunterricht der Aufsicht der kirchlichen Organe unterstehen müsten, wie das ja auch jetzt schon — abgesehen von der Orts- und Sbreisschulaufsicht — in allen Schulen ber Fall ist, und diese Aufsicht muß im Namen der Kirche und nicht deS Staa eS geübt werden. Endlich muß auch die Kirche durch ihre Organe in wirksamer Weise bei der ganzen fit lich-fligiösen Schwerziehung mitwirken können, z. B. durch Teilnahme an Konferenzen, in denen das religiös-sittliche Betragen ber Schüler zur Sprache komm:, und Abgabe be» Votums über die sittliche Reise eines Schüler- u a. in.
DaS Zentrum ist bisher für eine bestehende geistliche Schulaufsicht ruigeirr en in Ermangelung ei. ner besseren Form ber Wahrung ber fira, ich-n Rechte. ES steht aber durchaus auf dem Standpunkt ol’ipir Darlegungen, wie auck tu Katholische Lehren erein in seinem Programm bi" gezeichneten kirchlichen Forderungen ausdrücklich zu den feinigen gemacht hat. _________________________
Zentrum: Mittelschullehrer Schwarz, Frank.
Amtsgerichtsrat R h i e I, Fulda, Redakteur kenrath, Limburg, Rechnungsrat Drinnen. ttg, Fulda, Rechtsanwalt Wentrup, Montabaur. Deutsch-Nationale: Pfarrer Ritter,
iederzwehren, Schriftsteller L. Werner, Nieder- koistmgen.
Deutsche (liberale) Volkspartei: Ober- lngmneister Eugen Gebcschus, Hanau
Demokraten: Universi ätsprofestor Stabe, larburg, Kaufmann Ehlers, Frankfurt, Lehrer imxel, Kastel, Gastwirt Goll, Frankfurt, RechtS- alt Heilbrunn, Frankfurt.
Sozialdemokraten: Arbeitersekrektär
äf, Frankfurt, Stadtverordneter Hanschildt, Kas- Gcloarbeiter Schreiber, Hanau, Schmied Weber, riesheim, Lina Ege, Frankfurt, Gewerkschaftssek- ät Grzesinski, Kassel, Gewerkschaftsbeamter Häse, iesbaden, Lehrer König, Frankfurt, Parteisekretär ittich, Frankfurt.
fieil Ans dem fireife Gelnhansen:
1» «illenroth. Z 69 (80), DN 1 (4), D 1 (1), e 26 (16).
1448(137(J)' ® 26 (42)' D 1* (16), DN 3
Fassung vorgesehen, nach der die Verwaltung der «utschen Kolonien dem Völkerbund über» tragen wird, ber seine Befugnisse an die interes. $ fierte.i Nationei« überträgt. Danach würde Frank- reich Togo und zwei Drittel von Kamerun
-- i Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Karl Schütte I ttTlffm«* InmtrtV 1CHQ I «erlag der FuldaerActiendruckeretin?fttlda. -Prei»monat. I 4$ iQhrQ,
23» I lür die «nieigen: I Parzei 1 er, ^ulda. — Rotationsdruck. | lllll 1 WOuj XV« ^unUOr V D\ J* | yg — ,l»rn«pr. Ar. 0. Lelegr.-Ädreffe: Fuldaer Hettuni. |
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