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nr. 10

Sie Kirchenfeindschaft der neuen

la^fton troll- bWehen bleibt

Durch die die Oeffent- Gesetze vom

I vermttworlttch für den redaktionell«! Teil: Karl Schütte. I 11 Iammav 101A I «erlag der Fuldaer«etrenbruckereiin-lulba.- Prei-monatt I A(q TohTQ

sur die Anzeigen: P a r, el l er. Fulda. Rotationsdruck. | UlCnSTOCt If. ^UflUGr VpV'K | Vio. Ferner. Rr. 0. »eleor »Adresse: Fuldaer Zeitung. |

Dah diese Kontrolle den Berliner Gemeinden nicht billi, au sie en kommt, geht aus dem HauShaltSvoran. schlag des «allzu »rat» hervor, der den Gemeinden letzt «gegangen ist. Darüber te.lt die .Ta ü.che Rundschau- fot ende« mit: Jede» der 24 Mitglieder deS Vollzug«, rat» erhält lich (auch Sonntags!) »Y Mark also ,m Jahr 14 00 Mark, d h. jeder einzelne daS Gehalt eines Regierungspräsidenten! Neben cner großen Zahl von ©efretärcn, Angestellten und stenoty rinnen gibt er dann mit i5 Mark tätlich eine .DanitatSda me-l Die Auf abe deS Vollzu rSrat-- soll sich au) die Kontrolle de» Gemeindeverwaltung beschränken. Jit d,es Geschäft so gesun. heitSschadi end, daß für die 24 Mit. lieber de» VollzuiSrateS stänji > einesanitätSLame tätig sein mutze Da» Erstaunen hierüber wird noch erhöht, wenn man unter dem weiteren Personal deS Vollzugsrats zwei .Kellner- auf e,ührt findet, für die täglich 18 Mark eingesetzt find. Bisher war es bet den hohen Vermal- tungSbehörden nicht üblich, datz zu ihrem Angestellten» personal auch Kellner ncböilen

Die («esamtrechnuug schliesst ab mit dem Betrag von 12000 Mark pro Woche, macht 621000 Mark pro Hahrl Diese Summen sollen jetzt die Grotz-Berltner Gemeinden zahlen und da» für eine Behörde, die nicht selbst zu verwalten hat. sondern von Den bisherigen Vkrwaltun.Svehöiden al» Kontrollinstanz neu hin» zu tritt . ...

tz» ist unerhört, tote die Sozialdemokrat «e, 'eit sie am Ruser tit, mit dem Gelbe der Steuerzahler wirtschaftet, -toii mit dieser Besellschast, sie bringt Deutsch and an den Bettelstab.

gehört Man vernimmt nun, datz er all orgau derBerltner Gemeinden s

die Sache In der ersten Zeit nach der Revolution ge­dacht hat, ist die Wohl für sie aber doch nicht ausge­fallen. 95 Prozent der Bevölkerung haben wir hinter uns, rief damals der bayerische Ministerpräsident Äurt Eisner aus. er, dessen Partei, die Unabhängigen in Bayern, genau so Fiasko erlitten hat, wie in Baden und Württemberg. Kühlen sich die Gemüter noch weiter ab und lernt das Volk die Sozialdemokratie ei ft bei praktischer Arbeit kennen, dann korrigiert sitz do» jetzige Abstimmungsresultot von selbst noch weiter zu. gunsten der Gegner der Sozialdemokratie. Praktisch arbeiten, aufbauen kann die Partei ja nicht, ihre ein» zige Sirebit feit der Revolution war nur das Riede r» reißen und Zerstören.

lieber das Störkeoerhöltuis der übrigen Parteien läßt sich solange kein sicheres Urteil bilden, folamie au» der Provinz keine vollständigen Angaben vorliegen. Doch ist sicher, daß die Bäuerische B o l k s p a r t e i (Zir.) in ehrenvoll-e We'se aus dem Kampfe her­vorgegangen ist und ein starkes Gegengewicht gegen die Sozialdemokratie bilden wird. Das läßt sich nicht ebenso ron den Demokraten, oder wie sie sich in Bayern nennen, her Deutschen Delk«portei sogen, die arg mitgenommen aus der Wohl d-raueschrefien. Die Partei ist an diesem Sbicksal nicht unschuldig. Ihre mangelnde Grundsatifestigkeit gegenüber dem Umsturz hat ihre weite Kreise ihrer ehemaligen Wählerschaft abspenstig gemacht.

gierung in aller Heimlichkeit und mit großer Schnelligkeit erlassen hat.

Bisher toiir die Austrittserklärung persönlich ♦er dem Amtsgericht abzugeben, und eS mußte ein daraufhin gerichteter Antrag vorhergehen, der durch den Richter dem Vorstand der Kirchenge­meinde bekannt zu macken war. Die Aufnahme der Suztritiserklarung durfte alsdann nicht vor Ab. laur von vier Wacken zu gerichtlichem Protokoll erfolgen. Das neue Gesetz hat diese Vorschriften derart erleichtert, daß überhaupt nur noch eine Erklärung über den Austritt au8 der Kirche zu Protokoll des Gerichtsschreibers zu erfolgen und öfstnilich beglaubigt dann dem Gericht eingereicht M werden braucht. Die Wirkung dieser Erklä­rung trift sofort mit dem Eingang bei dem Amtsgericht ein. Dann erst erhalt der Vorstand der KirÄengemeinde von dem Austritt Rennt» M Mit dieser Neuerung ist die Gelegenheit zu vorheriger feelsorge-licher Einwirkung, die das alle Gesetz auS wohlerwogenen Gründen dem zu­ständigen Pfarrer Vorbehalten wollte, in Weg­fall gekommen. Auch hinsichtlich der W«r» wng des Austritts auf das Au'hs en der auf der «nönlichen Kirchen- bezto. Kirchengemeindeon- «Hörigkeit beruhenden Leistungen sieht das Ge- m Erleichterung für den Austretenden vor, und ^Avert die Balancierung des Kirchenetats durch Itoalbmfn Weafnli her EttnraaSpsticht.

.Gleichartige Bestimmungen sind für den AuS- Etltt aus den Synagogengemeinden ortrofrn.

Sine Verbesserung können wir in dieser von «r revolutionären Regierung getroffenen Neu- 8?b>ung nicht finden. Wir bestreiten auch, daß «n Bedürfnis zu einer solchen Neberstürzung wfLifl. Die Oeffentlichke't und insbesondere die berufenen Vertreterorg.me kirchlicher Interessen ^°>en aber Anspruch damuf, daß sie bei gesetzli- wen Maßnahmen, die von einschneidender Bedei«- 7^g für ihre Existenz find, rechtzeitig gehört damit alle dabei in Betracht kommenden «rilchtspunkte vorher zur Erörterung und Be° ^kung gestellt werden können. DaS Vorgehen L meler Angelegenheit ist ein neuer Beweis wt die klrchenfeindliche Richtung der ^enwärtigen Machthaber. Auch damit derfol- 2^1u nur den Zweck, Verwirrungen hervorzu- ^wn und die Schwiergkeiten zu ver- en, unter denen die Kirchen durch die be- t . ^rennimg von Kircke und Staat zu rJn .öaben werden. Sie wollen die kirchlichen ^rmmsajionen mit allen Mitteln schwächen ieisiiJ°ern< um der von ihnen gewünschten Zer- e*me und Zerstörung den Boden zu bereiten.

Die Wahlen in Bahero.

wib. München. 13. Jan. (Amtl.) Einstweillge Wahl- gebniffe nach dem Stande vom Montag abend 8 Uhr. Bon 191 rechtsrheinischen Distrikten und Verwaltungs­bezirken liegen einstweilige Wahlergebnisse des baye­rischen Landtags für 147 Distrikte und Verwaltungs­behörden vor. Hiernach entfallen auf die hauptsächlich­sten Parteien folgende Stimmen: Bayer. Volkspar­tei (Ztr.) 754 457, Sozialistische Partei 696 433, Deut­sche Bolkspartei 312182, Bayerischer Bauernbund 250238, Rationalliberale bayer. Mittelpartei 86 153, Unabhängige Sozialdemokraten 67 593, Mittelstands­partei 3180, llnterofsizierspartei 9 236. In diesen Zahlen sind die Wahlergebnisse von Nürnberg ganz, jene von München zum großen Telle mit enthalten. Von 416 Münchener Stimmbezirken fehlen noch 39, dagegen liegen die Wahlergebnisse aus verschiedenen Städten, z. B. au» Augsburg, Fürth, Würzburg, überhaupt nicht vor, sodaß sich die Gesamt-Ergebnisse noch verschißen können. In der Annahme, daß durch die ausstehenden Resultate da» Stimmenverhältnis der einzelnen Parteien z« einander sich nicht erheblich ändert, dürften al» Ergebnis der Wahlen auf die Bayer. Volkspartei (Ztr.) 55 Abgeordnete, auf die Soz. Partei 50, auf die deutsche Volkspartei 22, auf den Bayer. Bauernbund 18. auf die Nationalliberalen 7, auf die Unabhängigen 4 Abgeordnete entfallen.

Negierung.

Man schreibt uns aus Berlin: preuß. Gesetzsammlung Nr. 42 hat Weit Kenntnis erlangt von dem 13. Dezember 1018, betr. die Erleichterung des Austritts qu8 der Kirche, das die neue Re­

her erworben hat. UnS sind ke ne Mannt. Und ei ist uns auch nicht bekannt, datz die Demokratie in ihrem Programm mit größerer Wäi me die Mittel« standSforderungen verträte als das Zentrum. Ihre Hinneigung zur Sozialdemokratie mutz im Gegenteil beim Mittel stand die schwersten Bedenken gegen die Demokratie weck n. Mn den Rechtsparteien, die zweifellos für die Entwickung und Hebung des selb­ständigen und festbe'oldeiev Mittelstandes getan haben, wa» zu tun war, wollen sie durchaus keine Gemein dtaft haben; mit der Sozialdemoki ane, den ärgsten Feinden de§ Mittelstandes, hüten sie sich, ei zu verderben. Im Mittelstände bat man nicht do» Zutrauen zur De­mokratie, dah sie einen starken Wall gegen die rote Flut bilden, in der mittelftän ischen Landes tg. m Würzburg meinte jüngst vielmehr ein Eulen p-egel die Demokraiie habe zu nichts anderem Aussicht, als der kraftlos berabbängenbe Schwanz vom Hinterteil der Sozialdemokiatie zu werden.

Die Behauptung, das Zentrum si für das Großkapital, eine Dummheit allerersten Ranges. Wann bar je das Zentrum für das G otz- kapital nur die Hand gerührt? Ist es nicht im Gegenteil immer und immer wieder in bet Sozial» !Gesetzgebung, in der Steuergesetzgebung, in der Be- olduneSfraqe und wo immer es möglich war, für daS Wohl der unteren und mitt­leren Schichten de» Bol keS eingetreten? DaS ist ja gerade eine der schönsten Blumen im RuhmeSkranze des Zentrum», datz e» unzugäng­lich für alle schönen Reden hochmögender Herren nie und «immer seine Hand dazu geboten hat, die Grotze«, die Mächtigen vor den Klemen und Schwachen zu begünstigen. Und wenn nicht da« Zentrum gewesen wäre, damals, al» es noch nicht zeitgemäß war, sich der niederen Bolkiklassen anzu­nehmen, dann wäre bie ojiale Gesetzgebung nicht so rasch in Fluh gekommen, bann würde die starke steuerliche Erfassung der hohen Einkommen und hohen Vermögen und die schonende Behandlung der geringeren Volksschichten nicht gelungen sein. Wer anders als unser Kandidat, der als erster auf der Zentrumslifte steht, wer andrrS al» Richard Müller «ft es denn gewesen, unter dessen Führung im Reichstag alle de breiten Mosen übermäßig be­lastenden indirekten Steuern zu Fall gebracht würden, durch dessen Ant'ä e v elmehr diejenigen, die in der Lage sind, zu zahlen, die Kapitalisten, gehörig zu den allgemeinen Abgabe« herangezogen worden |i«b?

Wähler nnb Wählerinnen!

Laht Euch nicht dumm schwätzen! Gebt Eure Glimme nür ab für bie Zentrumslifte. Sie beginnt mit bem Namen

Richard Müller, Rentner» Fulda.

Hat man so etwas je gehört?

Ut unserem Leserkreise wird uns mitgeteilt, tu*.» v'ö,^e Kreise Beiw rrung anzurichten L.,;" ,'uoem sie vor Zentrumsleuten die Demo- aufihi.i 8 klt ^ste Freundin deS Mittelstandes iuriJ» das Zentrum schlecht zu machen

V«« die Partei deS GrohkapitalS.

^Egewesen^^ en Eöahlschwindel ist doch lange nicht ben Dah'en wird ja viel geschtoin- her. <*-ae Landes so der Brauch feit alters .®an*e Leute handelt es sich nur darum, tiiAen <ue ^Ehaup ungen zur Herabsetzung deS polt- iie J11* aufzustellen, wobei die Rücksicht auf bie jachen, und bie Pflicht bet Wahrhaftigkeit, tritt Mensch nun einmal bat, nicht die

9iab# >? 2L Iptflt. Aber deshalb braucht auch nicht $an °'E Dummheit habet die erste Rolle zu 'pielen. «ihipns U° ^"Psiens wviel hausbackenen Verstand Nicht schon der politisch Blinde die Su» E" w't bem Krück ock fühlen kann

be» ,.le Demokraten sind die heften Freunde toifien Von£>ed- möchten wir aber doch gern ht hjteel$e Verdien'» sich denn die Demokratie andere« PartL.cn um de« Mittelstand bis«

In Baben hatten bei den Landeswahlen am 5. Jan. bie bürgerlichen Parteien eine Zweibrittel- mehrheit über die Sozialdemokraten davon getragen. Bon den Unabhängigen wurde imMusterlänble* überhaupt keiner gewählt. Die meisten Mandaten errang bas Zentrum. In Württemberg bekommen die Bürgerliche« noch den Wahlen am Sonntag 94 Mandate, davon da» Zentrum 31, die Sozialdemo­kraten 56, von denen nur 4 der mit Spartakus ver­bündeten Unabhängigen Sozialdemokratie gehören. Auch in Bayer«, wirb im neuen Landtag her Snzial« demokratie eine starke bürgerliche Mehrheit gegenüberfteben. In Bayern, tote in Württemberg und Baden haben die Wahlen cl'o gezeigt, datz die Mehrheit des Volkes von einer einseitigen Klassen­herrschaft nichts wissen will und die sozia« listische Gewaltrepublik ablehnt.

Daß in Bayern, tote das vorläufige Ergebnis zeigt, die sozialdemokratischen Stimmen lehr stark ugenommen haben (besonders in den Grotzstäd'en), wurde vorauSgesehen. ES ist das in erster Linie auf die demagogische Hetze zurückzuführen, mit der die sozialdemokratischen Agitatoren die Masten der Wählerschaft namentlich in den Städten für sich einzunehmen wußten- Die Soldaten wurden auf diese Weise fast geschlvsten für den loztallktischen Stimmzettel eingefan ten. Es wurden ihnen für den Fall des bürgerlichen Sieges die ichlimmsten Dinge in Aussicht gestellt, Wiederkehr bet monarchiichen Auto­kratie, des militari cheni^ewaltregim nts und ähnlicher reaktionä'er Berhältnisse, Dinge, an die kein Mensch u. k ine Partei auch nur im entfernie-ten denk u. denken kann. Aber war n auch nicht wahr, der Aufruf zur Rettung der bedrohten Revolutivnsfreiheiten zog doch, und so wähllen viele lm Taumel noch sozialdemokra­tisch, denen vielleicht erst später die Augen aufgehen werden. So glänzend, wie sich die Sozialdemokratie

Sie Geblettanjprüche der Feinde.

wtb Paris, 12. Jan. Die Pari er ZeitungMatin" zählt die haupisächlichsten GebietSfragen auf, die bet Konferenz unterbietet werven tollen. Territoriale Veränderungen toerbe« auf G>und deS Nationalen­prinzips ober dernaiionalen Sicherheit" oder der im .taufe de» Kriege» geführien Berhandlungen unb gemachten Benpiechen gefordert werden. Diese Versprechen werden einer Revision le-iens der Ver­einigten Staaten unterliegen, da diese sie nicht mit« unterrei^ n-'t haben.

Belgien verlangt Limburg freie Durchfahrt auf der Schelde und stellt Ansprüche hinsichtlich Luxem­burgs (verstümmelt). Frankreich verlangt Elsaß. Lothringen als Eigentum. ES ist wahrscheinlich dah es Bürgschaften gegen einen neuen Angriff verlangen wird. ES wird seine Interessen und Traditionen, so­wie alle Rechte in Syrien verteidigen.

Großbritannien wünscht mrßer feinen ko­lonialen Ansprüchen die Kolonien in Afrika mit Hilfe eine» Protektorats von dazu bereiten Araberstaaten mit Indien in Verbindung zu setzen. .

$ t a li e n fordert außer dem Trentino und Mr,en gemäß dem ihm gegebenen Versprechen einen langen Streifen Lande» an der Cftfiifte bet Adria wo rs mit den jugoslavischen Ansprüchen in Widerspruch gerat; Die Jugoflaven behaupten daß diese Gegenden Haupt, sächlich slavisch seien. Dieser Konflikt stellt einer der ernfreften Probleme dar.

Serbien wird Kroatien und Slovemen erhalten, nur die Frage bet Auseänge nach bet Adria bleibt ein Hindernis für seine Träume.

Rumänien wird gemäß bem Nationalitatenprrn. zip Bessarabien, TranSfhframen nnb bie Bukowina er- halten. Es wirb mir bei der Teilung deS Banats auf Wtzdetftand stoßen, da bie Serben einen Teil gegen­über vom Belgrad in seiner Gesamtheit verlangen. Die Donan wird wahrscheinlich al» die natürliche Grenze angesehen werden.

Griechenland wünscht Nm-depirnk, emelt Teil von Thtacien, einen Teil deS VilajetS Konstan. tinopel, daS Vilajet ©mtirna verschiedene türkische Ge. biete in As«m und auf den Griecheninseln in der AegoeiS. Konstantinovel soll international« fiert werden. Die Grundgesetze für die unter türki­scher Herrschaft gewesenen hellenischen Gebiete sind noch nicht MiSgearbeitet.

Hinstchtlich der Gebietsteile Polens, der Tscheche. Slovakei und Armeniens wird die .Konferenz sich von dem Grundsatz der Nationalitäten leiten lasten.

Die schleS wi a.h olste i n scke Frage wird ent­sprechend den Wünschen der Einwohner dieser Provinz aeregeli werden. Man wird an den Geist der Selbst- vettenoi'ung und allgemeinen Versöhnlichkeit der Vereinigten S'aaien appellieren die keine persönlichen Ansprüche stellen unb daher in vielen Fällen SchiedS. richter sein können.

Die Ausführungen bet WaflenstillstanbSbebingunqe«.

Ba'el, 13. Ja«. AuS Pari« toirb ciemelbet: Der ®fneralffab$cbef der Armee übermittelt folgende Auskünfte über die Ausführung der Waffenstill» standSbebingungen durch Deutschland: Die Zahl der bi« zum 12. Januar nach Frankreich zurückaekehtte« französischen Gefangenen beträgt 454 455, In den Lager« in Deutschland blieben noch ettoe; 28000 Mann. An Kriegsmaterial müssen bie Deutschen nur noch einige hundert schwere Kanonen und ungefähr 800 Minenwerfer abliefern. An« Eisenbahnmaterial wurden bis zum 9. Ja«, abgeliesert 1965 Lokomotiven auf 5000 abzuliefernde, ferner 61500 Waggon« auf 150000 ad,»liefernde 4421 Lastwagen auf 5000. Die 1700 zu übergebe#* den Flugzeuge sind sämtlich abgeliefert worden.

Protest gegen die Ausrottung

des Deutschtums im Elsaß.

wtt Bern«, 13. Jan. Eine deutsche Note ist soeben in Spaa überreicht worden, in der dage­gen Pi oiest erhoben wirb, datz vom ersten Tage der Be etzung an die sranzösische Regierung int ganze« Gebiet de« Reichslandes einen politischen Au«- rotiungSkampf gegen alle Deutsche eröffnet hat. Sie habe R'chier und Berwaftungsbehörben ihres Amtes enthoben, viele Personen ausaewieien, die Ichimpflich behcn'ielt würben. Die Dozenten der Universität Siraßburg sind abgesetzt worden. I« den Volksschulen, selbst »m reindeui scheu Sprachge­biet, ist ausschlietzlich Unterricht in französischer Spracke einaeführt worden. Endlich versucht die französische Regierung, die Grenze Elsaß'Lothringens dadurch zu erweitern, datz sie an der Nordgrenz« des Lande- eine neue durchaus willkürliche Festle­gung traf, die den Eindruck erwecken muß,^als ob Teile der Rheinprovinz, insbesondere da« Soor» decken, zu El'oh-Loihringen gehören. Alle die'e Maßnahmen lasten sich nut erklären, wenn eitoa bie französische Regie«ung die Absicht haben '"lli«^ die überwiegend deutsche Bevö kerunz Eljaü Loth­ringens zwangSweije zu französieren und bflKie« fetzie Gebiet durch Hinzuichlagen wertvoller Grenz» distiikte ilichst zu vergrößern. Die französtjche Regierung jcheinl sich jogar auf den Slondpmikt yi

Die Däufteruni verlfnS.

Sertln, 13. Jan. In Berlin waren In der Nacht zum Montag noch zahlreiche Scküffe zu hären. Sie kamen von verel"-elt»n Spartakist»n, die sich noch in einer Re'be von Häusern der südlichen Friedrichstadt und de» Osten» in den Dachgeschossen feftgenftet haben. Bon den Reps»rur"»triipppn wird bie fnftematif*e Säuberung Berl'uik fortgesetzt. Auch die zwangsweise Einziehung ber Dassen bat begonnen. Zu diesem Zweck werden die Straßenbahnen und die Auto» ge­nau unterfi'cht, auch finden Rachforshunoen In den Häusern unb Betrieben statt, in denen die Spartakisten ihren hauptsächlichsten Sitz haben. Es ist unzweifel­haft festaestellt morben. daß sich unter den gefangenen Spartakisten hauptsächlich jugendliche Burschen befrnhen haben. Die Führer bei den Kämpfen haben sich zumcist vorzeitig gedrückt und ha­ben dann die jungen Burscken ihrem eigenen Schicksal Überlasten. Bon den Ideen des Spartakusbundes wußten sie so gut wie nichts, sie hatten sich nur wegen den verlockenden Berf""Zungen »nd aus Abenteuer­lust in den Dienst ber Sichhn- und Liebkneckt-Garde gestellt. In ihrer Gesanaenfchast in den Mllitärae» fängniffen in Teqel und Moo^t. tco mehrere hundert unteraebratM fHv heneh^en sie sich sehr "wenig tavfer unb jucken durch Ausreden alle Schuld auf die Führer obuknfen und sich als will-nlos «* 'brauifjte Werkzeuge hintustellen. Wie non zuvnlöffwer Seite mitgeteilt wird, wurden in verfck'-d--^, von den Regierunns- truppen surütferoberten Gebäuden zahlrefts-e Schriften pewnden, aus denen der-nrneht. daß der Berliner Spartaku-anssfand von Moskau aus oeleitet wurde. Die Reoienino läßt pc*Tal3 erklären, daß sie auch weiter energisch vorgehen und insbesondere auch gegen die Häupter der Spartakusbewegung Ernst machen wird.

Sparlaklststche Plünderer.

Derlln, 13. Ian. lieber die Plnnderunoen im Ber- finer Osten schreibt die ,.T8al. Rdsch.": Nachdem die Spartakisten ans dem Berliner Stadtinnern in der Hauptsache zurückaedränot sind, erwählten sie sich den Berliner Osten oi« Stsstzvunkt, wo sie plün­dernd durch die Straßen ziehen. Die au» dem Schlesischen Babnhsf herausgeworfenen Sparta­kisten ?ogen wll Waffen ab, wodurch die Gegend des Schlesischen Bohnhoses der größten Gefahren ausge­setzt worden ist. In ber Großen Frankfurterstraße branoen die Svartakusleute in die Läden und P r i v a l h L «s e r ein unb plünderten, wo sie sich Eingang rerschcffen formten. Teilweise pngen sie bl» in den vierten Stock und rsn*"ten die Wohnungen aus. Zum Teil kam ee mit Regierunn-tnippen zu uner­freulichen Kämpfen, fin ber Nacht zum Sonntag fuhr ein mit 30 Soldaten unb Zivilisten besetztes Last­auto vor einem IuvrOeraefchäst in der Großen Frank­furter Straße vor. Die Soldaten sprengten die eiserne Rollwand mit Handgranaten und drangen durch tue zertrümmerten Fensterscheiben m das Geschäft ein, wo sie alles, Goldwarcn, Uhren unb Schwuckfacken ein« packten. In dem Stadtviertel am Stettiner Bahnhof sind in der letzten Nacht etwa 20 Geschäfte ge- brandschatzt worden, ohne baß es gelang, die Täter bingsest zu machen. Au» ber Dillen- folonie Grünewald wurden in den beiden letzten Tagen zehn räuberische Ueberfälle durch Spartakusge­sindel gemeldet. Um dem Treiben dieser fichtscheuen Elemente zu steuern, sieh Oberst Reinhardt am Abend und nachts die Strotzen revidieren. DerdLch- tiae Personen, bie sich nicht ausweisen konnten, ober ohne einen Waffenschein ber Kommandantur Waffen bei sich führten, wurden verhaftet.

Tie AnkM-er neklohen.

Berlin, 13. Tie beiden Hrnwtführer der Spartakisten Liebknecht unb Rosa Lurernbnrg find ?ur Zeit nnmiffindbar. Es ist auf bie bezeichnende Tat. fache hinznwe sen. daß gerade die Traht^ietzec unb An­führer d-r Bewegung sich während der Kümpfe nicht in den Sünitzc.ilini^n beftinden haben, tvohl aber eine große Zahl 16jähriger Burschen, die bei den Vernch. mungen auf bie ffragc noch ib^er politi« ^?n Meinung keine Antwort geben konnten. Die unabhänaig»n Füh­rer Ledebour unb Tr. Meyer sinb verhaftet wor­den. wird über sie «ach den behebenden Gesetzen entschieden werden. Radek befindet sich nach einer Meldung berPol. 9»rrL Rachr." nicht mehr in Der. litt. Der frühere Poli-eipräsibenr Eichhorn scheint, tote schon kürzlich gemeldet war, inS Ausland aeflüchtet zu fein. Er hat sich vor einigen Tagen einen Reisepaß nach Tänemark ausgestellt.

Wie der Berliner DollHugsrat das Geld verpulvert.

Berlin, 13. Ian. Der VollzuaSrat bet Berliner A.» u. S.°Räte, ber al» Zentralorgan ber RcichSregirrung fungierte und ber jetzt durch den Zentralrat her u. S.-Räte ersetzt ist, bat seinerzeit viel unliebsame« Au sehen erregt An seiner Mißwirtschaft ist herbe Kritik geübt worden. Seitdem har man nichts von tbm

an die Frauen und Töchter.

Al, Wahl zur Ratwnalverfamm'unz wird über Id» Schick,al »«ferrS Vaterlandes entscheide«!

Wenn Ihr wissen wollt, was dabei auf dem ghiele steht, so irht auf Rußland. Unter ber v^rrickaft des Bolschewismus ist es zu einem rau» «chenben Trümmerhaufen geworden, zu einer zzüste, bie nichts mehr betvo, bringt. Die Fabri» Itn sind zerstört ober geschlossen, jede Erweibsmög» fiü-'eit ist vermchiet Unschuldige sind zu Aber» <g« enden ruchlos gemordet, HungerS- «Or unb Seuchen wüten im Lande!

'olll Ihr dies rntjetzliche Schicksal Deut'chfand irsi> >kn?

^ol i Ihr den Frieden für Euer Vaterland?

Sollt Ihr verhüten, baß die feindlichen Armeen Mit) Deut chland besetzen?

So li Ihr Brot unb andere Nahrung vom Aus» sand unb em gesund Heranwachsende« Geschlecht?

Sollt Ihr Oidnung und Ruhe, per önitche St» ch-rhett, Unantaiibaileii Eures «ühjam erworbenen Eigentums?

Sollt Ihr eine gesicherte Zukunft für Eure Fa» «tilie und em aussichisreiches Forikommen für Bure Linder?

So li Ihr mithelfen am Aufbau deS freien Denuchiands und ein Wahl haft gleiches Recht für alle Stände?

Dann müßt Ihr

heraus aus der bisherigen Gleichgülttgrett, hinein in die Wahlschlacht!