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für Kirchen- und Gchu'zwecke -.6000 strank». die Pfarrei St. Martin in flnnouUin (südlich Lilles, 3000 Seelen stark, jährlich für kath. Schulzwecke 8000 ,sr , die Pfarrei Haubourdin. 11000 Seelen stark, jährlich für kathol. Schulzwecke 8-000 Fr., die Stadt Lille und llm.tfbunj opfert >rkich zur Erhaltung der kathol. Universität ein paar Millionen Franks.

Solch ungeheuere Opfer leistet sich dal katholische Volk in Frankreich, weil e» seine Jugend der rellgion». losen Schul« Nicht preisgeben will, und unser katyol. Volk in Deutschland soll heute vom politischen Tenor eine gleich« Last sich auferlegen lasten!

Damih, das» man sagt, der Pfarrer kann ja die Schüler, Di* Religionsunterricht wollen, sammeln und unterrichten, ist wenig geholfen, da ein religionsloser oder religion-feindlicher Lehrer, die unsere Regierung am liebsten sieht, dem Unterricht de» Pfarre » durch reltgionSjiriudlichen Unterricht entg«genw»rlen kann.

bei owie Cerra» bedeut t. Selb t der tiefste Schmerz über den Verlust lieber An,lehmiger und die größte Eib t erung über den teilroei en oder gänzlichen Ruin der Existenz berechtigen eben'ovenig zum Verrat am eigen n Stand, wie Unzusri.oenhest mit einer bet allen Parteien. Ter Aliniin 8« und Handwerkertag hat jedoch Vor'orge getroffen, daß selbst die Erbii» teristen seiner Be'ufsanzehöi igen, unier voller Wah» rung ihrer Iniereffen, bei den Wahlen zur Nnio» nalver ammlung und zu den bundesstaatlichen Par­lamenten ihie Summe einer dürgerltchen Partei zusühren können.

Ungeheuere Opfer

diirde die Trennunfl von Kirche und Staat katholischen Vo ke auferlegen.

Wenn das katholische Polt will, daß seine Kinder n rclisiösen Schulen erzogen werden, bann muh r» »pent Schulen auf feine Kosten unterhalten, »'ne Ahnung von der Höhe dieser Lasten geben uns einiC« Zahlen aus französischen Gemeinden. Die eine *on den zwei Pfarreien in St. Mihiel, 4000 Seelen zahlte jährlich dem dortigen Dekan vor de« Krieg

Ohne Arbeit kein Brot.

Die Regierung hat wiederholt in Bekanntmachungen dem deutschen Volk, insbesondere den Arbeitern die eindringliche Mahnung zugerufen, daß nur Arbeit sie do;t Hungersnot und dem Unter­gang retten könne. Nur durch eisernen Fleiß werden wir die Werte schaffen, mit denen wir dringend nötige Nahrungsmittel und Rohstoffe bezahlen können.

Wi« berechtigt diese Mahnung ist pefct au» einer Mitteilung des Neich-ernährungsami» hervor, wonach die L-bensmittelzufuhren ausdem neu­tralen Ausland bereit» stocken, zum Teil schon Panz eingestellt worden sind. E» stehen große Mengsn an Gemüse und Fischen für das deutsche Volk bereit, aber sie werden erst hereingeschafjt, wenn al» Gegenleistung die zugesagten Kohlen den be­treffenden Staaten zugeführt werden. Di» jetzt war die nicht möglich, weil unser Zahlungsmittel, die Kohle» infolge der Arbeitseinstellungen der Bergarbei­ter nicht mehr geliefert werden können.

Stott nicht weiteres grenzenlose» Elend über un» kommen, so gebietet die Selbsterhaltung, daß die Koh­lenförderung sofort im alten Umfang wieder ausge­nommen wird. Ohne Kohlen gibt e» kein Brot, keine Lebgnsmsttel, bet weitere Bestand de» deutschen Vol­kes» der deutschen Industrie ist in Frage gestellt und damit auch die Lebeneerhaltung und dar Wohl der deulschcn Arbeiterschaft.

Was aber hurdert die ausreichende Kohlenförde­rung? Unabbärnipe und Spartakisten sind es gewesen, div nicht nur nicht selbst arbeiten wollen, son­dern die auch noch die arbeitswilligen Bergarbeiter gezwungen haben zu feiern, die gedroht Höchen, die Bergwerksanlogen zu demolieren, wenn der Betrieb nicht eingestellt würde.

Wer also verschuldet e«, wenn wir auch weiter hungern müssen, wenn na­menlose» Elend über une kommt?

Rote Wahlverderbnis.

Sie Zentrumspartei in Braunsberg Hai beim Dolksbeauftragten Ebert in Berlin Beschwerde dagegen eingelegt, daß der 8t.- und S.-Rat in Königsberg feine Regierungsgewalt mißbrauchtzur amtlichen Be- - günstigung der sozialdemokratischen Wahlagitation, in­dem die Landräte angehalten werden, den sozialdemo­kratischen Werbern Fuhrwerke und Unterkunft zu ner- schaffen, ihnen da» Kreisblatt für Inserate zur Ver­fügung zu stellen. Ferner werden durch dieselbe Ver­fügung diese Werber ermächtigt, dienstliche Telegramme und Telephongespräche auszuführen. Unwiderkproche- nen Mitteilungen zufolge werden dieselben Werber au» den Kaffen he» A.» und S.-Rote», also au» amt­lichen Geldern, den Steuerertränniffen de» gan­zen Volke«, besoldet. In dem Protest wird beigefügt, solche Handlungen seien früher von den Sozialdemokra­ten selbst alsdiegrößteSchurkerei und Ge­mein y e i t, al» die Handlungsweise von Wege­lagerern bezeichnet worden und hätten oft zur Un- giltigkeitserklärung von Wahlen geführt. Würde der Zustand nickt geändert, so werde Beschwerde bei Wil­son erfolgen. Sn der Versammlung teilte ein Redner mit, von sozialdemokratischer Seite sei erklärt worden, denen, die Zentrum wählen, solle da» Leben zur Hölle gemacht werden. Wetter wurde mitge- teilt, den Teilnehmern beim letzten sozialdemokratischen Umzug in Königsberg sei ie ein halbe» Pfund Butter überfaffen worden. In Draunsberg wurden Anhän­ger für die Sozialdemokratie dadurch gewonnen, daß man ihnen ein Pfund Fleisch überließ.

Au» den Siemenswerken in Siemensstadt bei Char- lottenburg, wie au» anderen großen industriellen und kaufmännischen Betrieben kommt die Nachricht, daß den jungen Mädchen über 20 Jahren von örbeiteroerbän- den bezw. ihren Anhängern schriftliche Erklärungen zur Unterschrift vorgeleöt worden sind, Inhalte deren sie sich verpsüchten, bei den Wahlen für die Nattonawer- sammlung ihre Stimmen nur den jo'ialdemokrat'schen Parteien zu geben; verweigerten sie die Unterschritt, so wurden sie mtt der Entfernung au» der Ar­beit bedroht. _

Ein Dolchstoß in den Rücken veS eigenen Standes.

So bezeichneie die Ferfammluni be8 beit f- fchen Innung»- und Handwerkertages tu Weimar fvergl. Nr. 1 der F. Zm.) b-e Abgabe eines soüaidemokran'chen Stimmzettel». Er spncht hiebe- klimm e Erwartun i auJ, daß an 'esich's der t-oft« lo'en Polin'chen und wirt chasilichen Laa« unsere» Datei lande» jeder deutsche Handwerksmeister und jede Frau Weifte, in, sowie deren wadlbereckng e, über 20 Jahre alten löfuer und Söhne bei den bevor- flebenden Wrhlen ihre Stimmen resllo» auf eine bürgerliche Wahlliste vereinigen. Kein Ange- 181 iper de» g.w rbltchen Mtnelüande» darf glauben, daß die von der kozialdemolra ie geforderte Soz a- lineruna der Betriebe und Produk ionsmiitel nicht auch bi» Handwerk und Gewerbe berührt. Es muß sich vielmehr jeder Handwetker mit teinen wahlbe­rechtigten Familienangehörigen bat übet klar sein, bah die Ab abe eine» joztaldemo', mischen Stimm |ei: 'S da Dolchstoß in den Rücken eigenen Llan-

Die Sozialdemokratie

gibt und Friede und Brot!

Ist» wahr?

Ein Schlagwort ist«, weiter nicht», ein gefährliches Schlagwort, ein verlogene» Schlagwort.

Hat denn die Sozialdemokratie Waffenstill­stand und Friede angebahnt? Rein, da» hot die alte Regierung getan unter dem Reichskanzler Prinz Mar von Baden. Und der Friede würde für un» nicht so ungemein ungünstig werden, wenn die So­zialdemokratie durch die Revolution nicht die Kraft de» deutschen Volke» gebrochen hätte. So aber mflf- fen wir un» alle» gefallen lassen nicht bloß von den Großstaaten, die gegen un» kämpften, sondern sonor von Polen, Tschechen, Ungarn und Rumänen. Die Sozialdemokratie hat une wckhrlo» ge­macht; ihr Friede ist der Kirchhofsfrlede.

Und Brot hat die Sozialdemokratie gebracht? Ich gebe zu, daß die Löhne augenblicklich hoch sind. Da» traten sie übrigens auch im Krieoe. Aber die Frage ist: ® ie fange werden die Löhne so hoch bleiben? Jeder Einsichtige kann sich die Frage selbst beantwor­ten. Wenn in Deutschland weiter gewirtschaftet wird, wie e» feit der Revolution geschieht, dann werben ganz bald die großen Industriewerke zusammenbrechen und Millionen Arbeiter brotlo» werden, |a, bann wird der Staatebanferott unaus­bleiblich fein. Dor einigen Tonen wurde gemeldet, daß Krupp vor dem Bankerott stehe: Krupp, diese» Ricsenunternehmen, da» über ungezählte Gelder ver­fügte. Krupp ist nur einer, viele werden ihm folgen. Revolutionen und Republiken kosten viel Geld. Die Revolution, die 1871 in Paris ausbrach und nur kurze Zeit dauerte, kostete über den vierten Teil der getarn­ten Kriegskoften Frankreich». Wo» mag die Revolution erst u n s kosten? Rechnen wir einmal. Außer Ansatz sollen dabei die Milliarbenwerte an Heeresgut bleiben, die durch den zum Teil ungeordneten und zügellosen Rückzua unserer Truppen, der auch auf das Konto un­serer Sozialdemokratie gehört, verloren pingen oder verschleudert wurden; außer Ansatz auch die Milliar­den, die da« Wirtschaftsleben durch die Zerrüttung aller wirtschaftlichen Derhältniffe verlor; außer Ansatz endlich die Millionen, die gewiffe Existenzen al»Re- voli'ttonspeminn" einfachen.

DieDolksbeauftragten- in Berlin beziehen ft 80000 Mk. jährlich, die bei ihnen annefteflten Boten 40 Mk. täglich, d. h. jährlich 14 600 Mk., ihre Schreib- ftäulein täglich 25 Mark. Für Arbeiter- und 6dl- batenräte beziffert man die Ausgaben Im Reiche auf mnd 600 Millionen jährlich, nach anderen sogar auf 1300 Millionen jährlich. Da« ist mehr, al« die gesam- irn ordentlichen Ausgaben für unser gesamte» Heer tnd unsere Flotte in Frieden»zeit betragen haben.

In den Zeitunaen war vor kurzem zu lesen, daß die Regierung in Bersin innerhalb 15 Tagen 800 Mil- fionen Mark verausgabt habe. Da» ergibt pro Jahr 21 Milliarden Mark, ober die Hälfte bei Ein­kommen« oller Deutschen im ganzen Weiche in Friedenszeiten. Hiernach müßte feder Deutsche zu den Kosten bet Relchrreoferung In Zu­kunft die Hälfte seine« Einkommen» beisteuern, wenn die Wirtschaft rociterneht wie seither. Und dabei wäre vorausgesetzt, daß Handel und Industrie wieder auf- d'uhten wie vordem in den Friedensjahren. Auch die "0en<-kosten sind nicht in Anschlag gebracht. Wenn wir die bmahlt haben, ist nicht nur unser ganze» Ra- llvvolvermögen hin und mehr al» da». Unser ganzer ^richtum ist alsdann der Ertrag unserer Arbeit und drn müffen wir auf lange Jahre mit unseren Feinden teilen.

Da kann jeder sich selbst ausrechnen, wie es Deutsch- wnd »rcebcn wird, wenn die Sozioldemokwie am "über bleibt. Dann wirb Deutschland bettelarm und ®u Arbeit und on Brot wirb e» fehlen.

G» wirb nicht lange mehr dauern, dann werben ollen die Aimen aufgehen, auch denen, die jetzt her So- peldemokrotie »uhibeln. Retten kann uns nur eine ner- Iton^e christlich.demokratisch, Regie- kun g, wie sie da» Zentrum erstrebt.

Mcrktr Euch schon jetzt!

ßm Sonntag über acht Tage, also am Sonntag den 19. Zanuar, ist Wahl zur deutschen Nationalversammlung!

wählen nicht nur die Männer, fon- »ern auch die Zrauen, Männer und Zrauen müffen am Wahltage das 20. Lebensjahr vollen­det haben, also vor dem 19. Zanuar 1899 gebo­ren sein-

Wahlzeit ist von morgens 9 Uhr bis abends S Uhr.

gehet frühzeitig zur Wahl! Laßt es nicht bis zum übend anstehen!

Sorgt dafür, daß Cure gleichgesinnten Haus­genossen und Bekannten beizeiten zur Wahl gehen!

Nehmt den Zentrumszettel von zu Hause mit! Laßt Luch keinen falschen Zettel aufdrängen! Per Zentrumszettel trägt 15 Flamen, er beginnt mit dem Namen: Uichard Müller, Rentner, Zulda.

Streicht und ändert nichts am Wahl­zelle!!

Sagts den änderns

tungebetrirbe nicht verstehen wollen, zu der Er, füllunfl dieser einfachsten Forderung der Demokratie, 3» der .schrei nach Einiauaa» echt? Dünen wir, dürft ihr an feine Wahrhaftigkeit glauben 1 SBi« stimmt zu ihm der Aufruf zum Generalstreik, der von den revolutionären Obleuten, dein Berliner Zentralvorstand der unabhängigen so aaldemokratischen Partei und vom LprrtakuSbund unterzeichnet iit? §st da» die Sprache der Einigung, die Sprache von Leuten, die »erhandeln wollen und zum Frieden kommen möchten. Nein, e» ist wieder der Schrei nach Bürgerkrieg. Der Spart 'kuSge-st ist e», der vor Mord uni Räuberei nicht zuruchchrrckh der Euren BertiauenSniännern in der Regierung mit Galten und Schaffst drsht, der auf den Trümmern unsere» ganzen Lande» und Volke» denSiei* er­kämpfen will, d. h.: Die Herrschaft von Tolschlaiern und Plünderern! Dentt immer daran: Bei allen ,feit- genommencn, die an der Besetzung der Neich»druckerei un» der anderen Behörden beteiligt waren, >st durch Mitgliedskarten ihre Zu gehört keit <ut unabhängi­gen sozialdemokratischen Partei nachgewiesen worden und dennoch Haden si u die Unabhan rigen al» unpar­teiische Vermittler angeboten Wir wollen die Eini­gung der Arbeiterklasse, aber ehrlich, ohne Hinterha.t, ohne Waffen. Helft un» da» durchsetzen. Wir können Frieden und SosiallSmu» nur schaffen, wenn wir sind und bl-iben Sure Vertrauensmänner.

Berlin, 10. Ian. Die,Frerheitt, daS Organ der llnabhän t en, gibtTele ramme deutscher Landc»regie- run en wieder, in denen der Ruf nach Einsi ung er­tönt. Man erkennt au» die,en Telegrammen, die au» München, Braunschweig und Dresden eingelaufen sind, nur zu deutlich, daß sie de't-Ilt iinX

Persin, 10. Jan. Die DpartakuSlertte überfall«, den Straßen und bescklagngh- men sie, so daß die Versorgung der Berliner Devölke. rung bedroht wirb. Da- Verlagshaus Moffe gle.cht einer belagerten Festung. Um größere Opfer zu der. meiden beschloß man, sie ariSzurauckern. Vom Schön« Hoferplatz auS sandte eia kleines Feldgeschütz bis nach Mitternacht Gasgranaten zumBerliner Tage­blatt", die zwar eine mächtige Wirkung hatten, die hartnäckige verteidig»'"« jedoch nicht für Nebergabe bewegen konnten. Das P o l iz e i p r ä s i d i u m soll noch den letzten Entschlüssen nicht gewaltsam genom­men. fA.bem ausgehungert werden. In die Reichs, kanzlet tourte heule unter andcrm auch ein rusiisclier Agent eingeliefert. Der jetzige Stabtlommanbaiit Hatto von Potsdam ber ein kombinierte» Regiment beordert. Offiziere sowohl al» Mannschaften stehen rückhaltlos hinter der Regicrtmg. Bon diesem Detachement wurde gestern abend geplant, da» VerlagSgebäude de»S o r. wärt»" wieder zurückzuerobern. Alle Vorbereitun­gen waren bereit» getroffen. Offiziere hatten sich all Spartakisten verkleidet, um die erforderlichen Erkun­dungen zur Tur^ührung de» Angriffs einzuholen. Plötzlich kam jedcch ein Befehl von der Negiert» g, da- hinlmitcnd, das, feindselige Unternehmiingen unterlas. fen werden sollten; diese« unverstänblickge Da^wisckien- treten erregte großen Unwillen bei den Mannschaften. Von mehrheit»soziasistischer Seite wird aber mitgcl.-ilt, Kaß die planmäßigen Operationen der NegterungS- truppe»! erfolgreich weiter gehen und weitere V e r. stärkungen von allen Richtungen ncxH e'ntreffen. Die Kieler Matrosen sind zuverlässig. Erne Abordnung von ihnen ist hier einnetwffen; auch au» Hannover sind heule nacht Verstärkungen eingetroffen. Die Re« (»ening will anscheinend erst dann zum entscheidenden « aurbolen, wenn sie die überwältigende milita­ri fd* Uebertefle-fieit erlangt hat. Die Einwohner, schäft beginnt aber über diese» sie in starke Mitleidem. ^ft ziehende Zögern bereit» unwillig zu werden, i wtb vertm, 10 Jan. Am lick luiro tcitge.eUt!

Der Spa,takus-Aufruhr brich» zusammen, bte Initiative liegt fest in der Hand Der_ Regte- rune» rnppen. Die ?lufitändischen sind völlig , in die Bei teioianng gedrängt und vermögen auch diese nur noch mühsam dnichzujühren. Man darf mit Sicherheit aut den Fortgon z dieser Entwicklung recknl-n. Da» Sathau» und die 5bt Nerte-Werkstätt-'n im No den und Süden S pa nd - u » sind von Ne- oierttng-truppen genommen worden. D e Sparta« kuS-L.'tite en bullten sich mtmer mehr al» aewi > | ett- I o fe Verbrecher. So erschien am Mittwoch ein Auw mit bewaffneten ?tJirtatiften in der Siemens- stad'. S e eeilnn iten Räumung des Verwaltunas» pebäubrS und begannen, als dies to rtoeiaert wurde, eine wüste Schießerei, in deren Verlauf ein Ar­beiter in bte Stirn und zwei dutch die Schlagader getroffen wurden; beide waren tot. Eine Gewalttat veibrecheriichster Art vruuchie eine andere Sparta- k utbande itr der Druckerei von B ü x e n st e i n. Eie hatten den Besitzer gefangen und wollten die Ar­beiter mit Gewalt zwingen, für sie Betliner Bank­noten zu drucken. Tie Arbeiter verweigerten biefi A nsinnen, wie sie auch für die Dauer der Besetzung jede Tätigkeit ablehnten. Auch sonst wächst in bee* «tb-iterschaft der Entschluß, dem vetbrechertschenf Dechen der Lpartakus-Leute unter allen Um^ ständen unb für immer ein Ende zu be» leiten*

Berlin, 10. Jan. Die Zahl bet Zoten be­trug dis gestern abend 180 Personen; es han­delt sich zum Teil um Aufständische, zum Teil um, unschuldige Paffanten, währen» die Berluste der Regierungstruppen bisher überraschend gering sind.

Berlin, 10. Jan. In Spandau ist e» den Re­gierungstruppen endgültig gelungen, nackdem bisher in Spandau avwet selnd die Medrheit»sozialisien und Spart iku» die Macht in den Händen hatten, einen vol­len Steg davonmtragen. Die Re, terungstruppen ha­ben fast alle wicktigen, bikher von Spartakus besetzt gehaltene i Gebäude zuriickerobert. Da» Rathau», 6it Munitionew.rtstäiten und Fabriken besinüen sich in Händen der Regierungetruppen. Die Sisendahn- und relcpbonverbinvungen zwiiwen Verlin und Spandau sind noch gesperrt. Da» Ratbau» wurde am Vormit- tat gestürmt nach einer Beschteßuaa von 50 Minuten. Mehre«e Spartakusleute wurden gefan en. Drei Spar- ttifu»:inbän, er Hutten sich noch im Rathauslurm auf und sind, nackdem sie tbre Munition verschossen haben, wehrio» geworden, sodaß |ie sich gefangen geben müs­sen. Man red)uet jedoch in Spanduu mit weiteren Vertu hen der Spartakukpartei, die Macht zurück, juerobetn. __________________________

Tie Umtriebe im Reich.

Veemcn, 10. Jan. Heute nachmittag fern .i große Demonstration auf dem Markt statt. Sic ver­langten: sofortige Abdankung d » Senat», Einsetzung eine» Volkskomm ffar», Entfe nung der Mehrheit»- soziolisten au» dem Arbeiterrat und Ersetzung dersel­ben durch Kommunisten und Unabhängige. Diese Forderungen wurden dem AktionSau»schuß de» A.- und G.-Rate» unterbreitet, der sie bewilligte. Darauf 1 wurde die .Sozialiftifche Republik Bremen"

Tie Stratzenkämpfe in Berlin.

Berlin, 10. Jan. Die furchtbaren Straßen- kämpfe in Berlin haben in I tzter Nacht einen nicht mehr zu überbietenden Höh Punkt erreicht, i'er Schle si cke Bahnhof ist nach stunden langem Kampfe mit Ma!ch>nenerwehrfei!er und Geschützen durch die Regterungsti uppen zwückerobert wo« den. Mchre-e hundert tote ßpariaktsten, falt alle mit Bauchschüssen, liegen im Bahnhofsgebäude. Tie Straße Unter den Ltnden ist im Besitz der Regterunisiritppen. Es werden me rfach ©letlg'- fchsitze aufceitellt, wahrschetnltck, um von hier aus über das Schlo t binroeg das Politeipeä idtum zu beichießen. Stunden!. Kämpfe hat es tmZ ttungsvter tel der Jerufalemeistraße gegeben. Hier halte 8 80 Tote und zahlreiche Berwundete gegeben. Die- beritzer Heetstr aße ist von Regierungstruppen beletzt. Gestern abend fam es am Bahnhof Zoolorischer Garten zu Ma chtnengewehrkäinpfen z-oifchen Regte- rungstrnppen und Spar afiften.

Berlin, 10. Jan. Tw Beiliner Bevölkening wird die letzte Nacht nicht Io bald vergeffen. Un­unterbrochen rollte das Ge'chützseuer übet daS Zen­trum, aber auch über die äußeren Viertel der S-adt und ununterbrochen hörte man das Tacken ter 'Dia- schtnenge ehre. Zm Zeitringsvieitel, das in der Nacht der Brennpunkt des Kampfs gewesen ist, weil die Spartakusleute doit den Mittelpunkt ihres Widerstände» haben, sind ganz? Straßenfluchten ob- gesperrt. Unaufhörlich krach en die jchweren Ein­schläge durch die Nacht. Fette, wehren und Saniiäts» formationen hatten alle Hände vo I yt tun, um die Verwundeten zu beroen. Der Etudruck wird immer stätker, daß den Aufstänoigen die Zuv.',sicht am eigenen Endsiege zu schwinden beg nnt. £a# Organ des Heirn Liebknecht, die ,Slo t Fa >ne^, ve> kündet, da» Reich habe jetzt den Kampf aufgenommen. Liebknecht will offenbar, falls ihm das Berliner Pflaster zu h werden tollte versuchen, neue Pu ' kcke iw R i che vr7k> re''"».

Verlln. 10. Jon. Auch der Westen Derlln«, der bisher von den Kämpfen ziemlich verschont ge­blieben ist, ist feit gestern in Mitleidenschaft gezogen worden. Im Tiergarten batten die Spartakisten einen Schützengraben ouegehoden. Er wurde am Nachmittag von den Regierungstruppen genommen und darauf der Tiergarten gründlich gesäubert. Im Grünewald war das Gerücht verbreilet, daß der Spartakusbund befchloffen habe, di« Dillenkolonie zu brandschatzen. Die in der Qrlonie befindlichen Trup­pen wurden alarmiert, und nachdem sie Verstärkun­gen empfangen halten, rückten sie bis zur Halenseer Brücke vor. Die Zugänge zur Dillenkolonie wurden stark mit Artillerie und mit Maschinengewehren be­stückt. Bisher ist es jedoch nur zu belanglosen Schie­ßereien gekommen.

Berlin, 10. fynn. Die V n abb S n g i ge n, bie F>* "-'nen den Spartakislen immer mehr

genähert haben, versacken die Reaiernng Ebert-Dckei- Femarn beb' reft zu beeiligen, daß sie btn Arbeitern anraten. Einig nngverban dl nngen zu er* engen.ie verar stalteten heule eine Massienkunbge.

g für die ®in;gtuifl. ?? i e diese Einigung zu oct. ftfien ist, gebt au» ber Dntscl-e bervor, baß bie niY1- hängiqe Prelle ben Rücktritt der jebigen Regierung ver'angt. D«nn sollen je zwei Po'tBbeauftragte au» be.ii Mehreit»-, den unabhängigen Eozialilten und den kuarSaknsleuten gewählt werben, mit anderen Worten also: bie Unabhängigen wollen zusammen mit ben Spartak n «le Uten bie Majorität haben und damit ihre Gewaltherrschaft über ganz Deutschland au»üben. Die Verbanbl» gen sollten offenbar nur ben stweck verfolgen, für die in bi« Ver­teidigung gedrängten Spartakisten etwa» Lust zu f»af­fen und Zeit zu gewinnen für einen günstigeren Zeit, punkt zum endgültigen AuStragen de» Kampfe». Daß e» ben Spartakisten auf eine Versöhnung und Verstän­digung nicht ankomwk. dafür <ribt etne Ertraausgabe be» immer noch im eVsitze der Spartakisten befindkicken .Vorwärt?' deutlich genug AnSdnick. Die revolut'o- nären Cbleute und Vertrauensleute der großen Ve. triebe, die Wablvereine der ttnabhängigen und der Spartakusbund veröffentlichen darin ein-n Aufruf zum

"-""'ralstr-ik und zur allgemeinen Bewaffnung. Der Origtnal.-Vorwärt»" gibt ein Ertrablart heran», in dem e» u. a. heißt: Auf zmn letzten enlsckeida'de llampf. Der Generalstreik muß (Fitre erste Antwort fein. Bewalfnet Enck gegen (Eure Todfeinde, bie (Fbert-Stbeibemnnn. Zerschmeite. rnng ber Revolution ob« Zerschmetterung der Ebert« Sckeidemann: so heißt die Alternativel Wenn seht bie llnabliängigen immer wieder zur Ei ngang mtfforbern. so ist da» eine Frreführuna der Arbeiter, bie in llnirllickkeit nur ber planmästigen Verhetzung d -- neu soll. Die mebrheit»soiialistiscke Partei und die Arbeiterräte, welche auf itnfcrm Boden freben, find ent. sck>lollen. den Kampf aufzunehmen und jeden Terror zu unterdrücken. \

Die Regierung erläßt eine Kitudgebuiw. in o-i sie sich mit diesen EinigungSbel^e-chnngen befaßt, sie hat darin, wodl m>» Erkabrungen der letzten Wecken :'-s '-arte Zweifel tri dem ehrlick-m Verpön- NgirnrtShrrren der äußersten Vin'en au-o-drückt. Ader »»undsätzl'ch wird sie Verhaud'nngen nickt an» dem Wege geben, ?<nr lckeint e». daß sie lacklicke sterbe» runden erbebt, um e;n treuer-1» ttw'ichgre'fen bei bol-

i.idxn terror» für die Zukunft unmöglich zu ma. eben.

stn brr stund ebun i der fHeiierum heißt e«:

Spartoku? nibt sein blüh -r» ?piel verloren. Sckem hat er nach Mv»tau telegraphiert, der .stampf muffe möalickst bald ab ebrocken werden. Die Berliner Ar- tzeitersckaft fei noch nickt reif rür bie Diktatur be» Proletariat». Run erbebt sich der .Schrei nach Einigung-. LenoffenI Di, Meüeruni bat tage­lang verbandelt, um dies. Ein, un, zu erzie'en, um jede« Blutvergießen zu vermeiden. Rur eine Be- dinoung halt die Regierung al» selbstverständliche Voraussedun -stellt: Wieder-erst,llung der Preßfrei. he>tl Unb da -sten sich die '! der Beiliner Sei-

Ur. 8. | KÄM.SÄ1Ä I Samstag 11. Zanuar 1919. | I 46-