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heben. tandS.

Z ntralrat dec sozialistischen Republik Dcutsch- Leiuert.

gattungen sind vertreten, ebenso alle Al erSklofien. Es ist nur mit großen roieripfeuen möglich, alle die Hilfsbereiten zu b waffn'n und zu ve>pfle- gen. Die Oioanisalionsarbeiten Noskes nehmen den besten Verlauf.

r Ein Schreckschuß.

Berlin, 9. Jan. vom Zemralrat wird folgen­der Aufruf durch Funk Piuch »e, breitet:

.Der in Berlin weilende Radek bat die au'ständi. gen ©pirtofuSlfutc e>mahnt, au-zuhalte >, bis rus­sische Truppen hei ei nkommen. Der Soldaten- rnt der zehnten Armee würde die Russen duichlassen. Bon der Ostfront wi d uns mitceteilt, der Durchmarsch der Rufien sei ganz auS iesct lassen. Stein Sol- baten rat duldet den Einmarsch der russischen Truppen in unseren revolutionären Kämpfe. Die Be- hanplung RadetS ist sinnlos und eine Veleiöiguna des deutschen Proletariats, dessen Söhne an der,sront

der Demokratischen Partei für @ior Berlin besetzt. DieKreuzzeitung", die von SpariakuSanhängern bei tzt war und infolgedessen einige Tage nicht er­schien, sollte am Tonnersiag wieder gedruckt und auSgegeben werden. AlS die ZeimngSpakeie beret 8 anfaeladen waren, wurden die Wagen von Spar- takuSleuten umgeworsen und die Zeitungshaujen verbrannt.

Berlin, 9. Jan. Wie der Charlottenburger ,Neue .ge t' von zuverlässiger Seite gemeldet wnd, bat der amt8entsetzie PolizeiPräsidentElch- horn, der durch leinen Wide> stand gegen seine Ab­setzung die Veranlassung zum Vluivergießen gegeben hat, da- Nutzlose jeder weiteren Verteidigung ein- gesehen. Um dem Schicksal zu entgehen, das seiner darrt, wenn er gefangen würde, ist er nach Dänemark entflohen, woher übrigen« der ruisische Bolschewist Radek gekommen ist, um den Aufstand mit anzetteln zu helfen. Daß er sitzt sein He l in der Flucht such^kennzeichnet seine Feigheit ^ind seme Serrnferflfpnn fO.

Berlin, 9. Jan. Gestern erschienen Spartakisten \ k iberitz bei dem dortigen Flugzeuglager und v. *" gten von dem Soldatenrat die Herausgabe der im Arsenal beflndlichen schweren und leichten Fl le- gerbomben. Der Kommandant erklärte den Spartakisten, daß er auf keinen Fall die ihm anver- trauten Sprenggeschosie aus der Hand gäbe. Nach dem Abzug der revolutionären Arbeiter ließ der Sol- datenrat das gesamte Lager an Bomben auf freiem Felde in die Luft sprengen, um jeder Überrumpelung vorzubeugen.

Berlin, 9. Ian. Die Arbeiter der deutschen Was- fen- und Munitionswerke, die als G a r d e t r u p p e n Liebknecht« gelten, haben einen Aufruf erlösten, worin sie erklären, daß jetzt,, nachdem so viel Blut geflosten ist, die Führer aller Parteien zurücktreten sollten. Die Arbeiter seien des Kampfes müde, und wenn die Parteien sich nicht einigten, so würden die Arbeiter am Montag die Arbeitwiederau f- nehmen und nicht mehr auf die Straße gehen.

Berlin, 9. Ian. Man hat die Hoffnung, daß mit der Säuberung Berlins von den Spartakushorden in dieser Nacht energisch besonnen wird, insbesondere dürfte wenigstens ein Teil der Spürtakusnester in den drei Derlagshäusern von Ullstein, Moste und S^erl» außerdem auch im Wolffschen Büro und imVor­wärts" ausgeräuchert werden. Bei der Moste­schen Druckerei (Bert. Tagebl.) lebte der Kampf, der den ganzen Tag über mit Gewehr und Maschinenge­wehr geführt wurde, mit Eintritt der Dunkelheit hef­tig auf; seit 7,45 Uhr ist hier eine ununterbro­chene heftige Beschießung mit Arfllle- rle im Gange. Ununterbrochen dröhnt der Geschütz- domirr durch die Friedrichstadt. Das Zeitunnsviertel siegt in tiefes Dunkel gehüllt. Eine eigentliche Ab­sperrung ist nicht erfolot, da die Schutzmannschast so gut wie oufvelöst ist. Im Galovp fahren Fuhrwerke und Omnibusse um die gefährlichen Kreuzungen der Friedrichstraße, um den Gewehrkugeln und den Ma- schinengewehrgarben zu entgehen. Die Bevölkerung lauscht in änostlicher Svannung, aber mit der sichern Hoffnung, daß es nun bester wird, nachdem man sich endlich zu Taten aufgerafst hat. Dem entscheidenden Schlaoe geaen die Spartakusleute wird sich zweifellos eine Art Guirilla krieg anschließen. Sparta­kusgruppen schsichen sich heute bereits über die Dächer, um aus dem HotelExzelsior" ein überraschendes Feuer auf die Regierungstruppen am Anhalter Bahn- Hof zu eröffnen. Daß die verbrecherische Gesellschaft auch vor den religiösen Gefühlen der Bevölkerung nicht Halt machte, war zu erwarten. Spartakusleute hoben heute die irn Osten gelegene Georgenkirche besetzt und in eine Festung verwandelt. Am Nach­mittag wurde noch ein Putsch auf den Schlacht- und Diehhof versucht, der aber erfolglos blieb. Dagegen plünderten sie eine Anzahl Lebensmsttelneschäfte zu ihrer Derproviantierung aus und beschlagnahmten einen großen Marmeladetransport.

Berlin, 9. Ian. Der Straßsnbahnerstreik ist be- endet, die Straßenbahnen verkehren wieder. Der Stadtbahnverkehr war gestern von 6 Uhr ab unter- brachen, da die Auestöndigen versuchten, den Lehrter Bahnhof zu stürmen. Ein einfahrender Fermug wur- de dabei von den Spartakisten arg zuoerichtet. In den Vororten Berlins streiken vielfach die Arbeiter der Elektrizitätswerke, fo daß einzelne westliche Dor- ortaemeinden ohne Licht sind. In Friedenau hat außer dem Wasserwerk mm auch das Elektrizitätswerk den Betrieb eingestellt. Auch Zehlendorf und Nikolas­see sind seit gestern ohne Licht.

Bersin, 9. Ian. Wie verlautet, hat die Regie­rung den ihr bekannten Führern und Drahtziehern der Spartakusbeweguno das Telephon abgefchnit- ten, so u. a. Liebknecht und Rosa Luxemburg, außer- dem die Fernleitung des Dersiner Büros der Vetersb. Tel.-Ag. Auch die Telephone derFreiheit", des Organs der Unabhängigen sunftionierten nicht mehr.

Berlin, 9 Jan. In Moabit, einem Berliner Stadteil, in dem Spartakus ziemlich stark vertreten ist. befinden sich all« Kasernen fest in den .Händen der regierungstreuen Truppen. Sie sind mit schweren Maschinengewehren, Flammenwerfern usw. äußerst stark beseht, die Kasernen mit Posten und starken Pa- troulllen, die mit Handgranaten anS'crüstet sind, um- stellt. In einer Kaserne, der R indardt-Kaserne, ist ein Meldeamt für da» freiwillig'nkorpS. l'm Laute ctnc8 Nachmitta » baden sich hier über 1000 Freiwil- riie für die Regierung gemeldet. Span dau. da? am Miitwoch tMüberaebend in die Hände der Unab. känate.en und Lpartakisten gefallen war, ist seit Don. nerStag vormittag bi n diesen wieder prräumt worden. Die MunitionS« und Artillerielager sind wieder im Besitz der ReaierungStruppen. In Spandau herrscht Ruhe. Die Bebötterung und Arbeiterschaft sieht auf Seite der Regierung.

Berlin» 9. Jan. Wie dieD. Alla. Zta." mit« teilt, haben sich die Berliner Ersatzbataillone sämilich rückhaltlos hinter die Reg-erung Ebert» Sche>demann gestellt. In den letzten Tagen haben Alarmbereitschaft und Probealarm et wiesen, daß die Er ahbataillone au8 ihrer Mitte keine Gefahr zu beiornen haben. Waffen, Proviant und Ausrüstung sind zur Genüge boruan.ien. Die Zahl der Offiziere' die sich der Regierttng zur Versüaunq stell en, ist über E> warten groß. Auch sonst bat der Ap ll an die Bevölkerung ein günstiges Ergebnis gehabt. Bei der Dienststelle der Gareekavallerte-Tivision zählen die Meldungen auf viele Taufende. Alle Waffen­

Die Stratzenkämpfe in Berlin.

Die Stellung bet Regierung gefestigt.

Berlin- 9 Ian. U> brr die Kämpfe am Mitt- ».ach wird noch ergänzend gemeldet, daß sie fast rsnahmslos zu Ungunsten der Spartakusleute ver- <*u," v mnter weiter versuchten die revolutionären «.heiternden Durchbruch der Reichskanzlei zu er- " minaen und in jedem Falle wurden sie mit starken Cluten zurückgeschlagen. Die Lage der Regierung ^t sich weiter pebefsert. ES ist ihr gelunren, p» starke Truppen massen zu sichern, bte am rofi*btlbe Berlins zum Einmarsch bereit stehen, «her auch in ter Stadt selbst hat sich die Lage ver- Ändert. Auf den Not uf der Regierung hm haben «ch viele Frontsoldaten, die bereit« entlassen Baren, wieder zur Verfügung gestellt. Viele Mehr- A-sozialtsten sind bewaffnet worden. Da es der Negierung inzwischen weiter gelungen ist, große Waffenlager hei anzubringen, so dürfte sich allem jn cbetn nach die Laoe der Spaitakusleute in den nächsten Tagen erheblich weniger günstig gestalten D,r Bürgerrat von Berlin erläßt einen «Iifruf, in dem er darauf binroeift, daß fei/ von Verbrechern gefährdete Ordnung und kichetheil der Reich-Hauptstadt unverzüglich energische ntihtäti tbe Maßnahmen eiforde-t. Die Seid 8- regierung sei fest ent chlofien, Sicherheit und Ord- imna wiederberzustellen, und Pflicht de» Bürger- s« es, ihr dabei zu helfen. Der Bürgerrat fordert Ajeden waffenfähigen gedienten Mann auf, so ort der ^republikanischen Volkswehr beizuireten. Der Bürger­rat selbst hat sich einhellig zu den Waffen pemloet. gte republikanische So Ida i e n wehr erläßt eine Warnung an die Berliner Bevölkerung, in den nächsten Tagen aus der Siraße zu er cheinen. Man will veimeiden, daß bei der berung der SU aßen Unschuldige oder Neuaierige verletzt oder gelötet werben. In der Reichskanzlei herrschte die ganze Nacht hindurch ein lebhafte- Kommen und Gehen von Personen aller Art. Aerzie, Sanitäter und gcueiroebrleute sind bemüht, den fortgesetzt ein.e» lieferen Verwundeten die erste H'lfe angedeihen zu lassen, unter denen sich auffallend viel Jugend­lich» h fin»»n.

Berlin. Am Donnerstag haben im Laufe des Dor« vlllags sehr heftige Kämpfe In der Schützen- mb Ierusalemstraße und in der Nähe desBerliner Tageblattes" sich entwickelt. Wenn nicht alles trügt, ist feit gestern ein wesentlicher Umschwung in den Machtverhältnissen eingetreten. Auch in dem Verhal­ten der S p a r t a k i st e n selbst kommt da» zum Aus- druck, denn sie beschränken sich heute rein auf die Ver­teidigung. Die Erbitterung in der Berliner Be- Tötfenmg ohne Unterschied des Standes ist gegen das Treiben der Spartakisten auf das höchste gestiegen. Ein Panzerauto, das gegen Mittag mit einer schwarz- tvcisi-roten Fahne durch die Leipiioerstraße fuhr, wur­de stürmisch bejubelt. Die Besatzung bestand au« jungen, prächtig aussehenden Menschen, die alle das Eiserne Kreuz erster Klaffe trugen. Anscheinend wa­ren es Offiziere in Mannschaftsuniformen, die unter Schwenken ihrer Fahne Hochrufe auf die Regierung ouebraditen. Sie fuhren zum Kampfplatz In der Echutzenstraße, wo die Regierungstruppen die dort liegenden besetzten Zeltungsredaktionsn von der Spar- takusherrfchaft befreien wollten.

Berlin, 9. Ian. Die Reicksdruckerei, die sich noch gellem in den Händen der zum Spartakus­bund neigenden Unabhängigen befand, ist ohne Per« lüfte von Regierungstruppen wieder erobert worden, tbenfo sind die Proviantämter in Tempelhof pnd an der Köpenickerstraße wieder im Besitz der Re- -ienmostruppen. Die Siegesallee, die gestern den Mittelpunkt der Spartaklstendemonstrationen hj(. bete und von wo aus diese einen Angriff gegen das Brandenburger Tor unternahmen, ist heute vormittag von Reaierungstruppen bes'tzt worden.

Bersin, 9. Ian. In den Mittagsstunden sind weitere Gardetruppen in feldmarschmäßiger Ausrüstung mit Sturmhelm aus den west'ichen Vor­orten Berlins eingerückt. Gegen Abend lullen die üb­rigen Tmppen der Gardedivision nach Berlin kom­men. Im Zentrum tobt noch immer ein erbitterter heftiger Straßenkamps und nnoufhöttich Jogen Autos mit Maschinengewehren durch die Stra- ven zwischen der Milhelmstraße und Unter den Lln- hen. Die Mlhelmstraße ist vollständig abgefperrt. Die Zahl der Opfer fft bedeutend. Man schätzt sie auf etwa 200 Tote und Verwundete. Heute mittag griffen die Spartakusleute in der Leip- ktgerftraße mit Flammenwerfer und Maschi­nengewehre an. Der Eingang zur Wilhelm, siraße wurde erfolgreich verteidigt. Älcmere bpartakusbanden plünderten Geschäfte und raubten Soldaten und Zivilisten aus. Am Brandenburger Dor tobte dauernd heftiger Kampf. Die Spartakus- «Ute versuchen immer wieder, die Stellung zu neh­men. Bis jetzt haben die Regienmostruppen den wichtigen Posten fest in der Hand. Die Spartakus- «ute haben sich heute auch auf politischem Gebiete be« jjtigt, indem sie in verschiedenen Wahlbüros die Wahllisten beschlagnahmten und vernich­teten. Die städtischen Behörden hatten jedoch vorsich- sigerweise schon vor einiger Zeit Abschriften anfertigen Wen.

* Berlin, 9. Jan. In der Nähe de? Mar- siolles, de- HauPttelegrapbenamteS und im Ser« Awr Konfektion-Viertel haben am Abend beftioe Schießereien stattgefunden. Der AnbalterBabn- wurde abermals beichoffen, da Spartakus einen Zui mit Truppen au8 der Ukraine für eine Ber- siorkung der Regierungstruppen hielt. Die Arbeiter- ro>e fast aller großen Betriebe haben Sitzungen bqebalien und in ihnen gegen Spartaku« Stellung genommen. So fei nur berichtet, daß die Arbeiterräte zweier der größten Betriebe der Berliner -lllktallindustrie, die Akiienaesellfchaft Daimler und ** Firma Gebrüder Israel beschlossen daß *foer 21» beiter, der sich auch fernerhin u Kund­gebungen für Spariaku8 beteilig», als entlassen «u betrachten ist. Ein Angriff der Spartakusleute 1*' die Kaserne de- 3. Garde,egimems wurde t>de legen zttrückgeichlaoen. Ebenso wurden alle ^eue>en Versuche der CpartakuSIeut«. sich der Ber- sinerProviantäm ter zu lemächtigen,abgetoiefen. 'daegen haben die Spartakusleut« da» Wndchureau

I 5r-itaq 10. Zonuar 1919. j 46-3abrq

Die Umtriebe im Reich.

Berlin, 9. Jan. Wie der »Vorwärts' mitteilt, hot der Spartakusbund mit russischem Gelde eine weitverzweigie Propaganda in oonz Deutschland entfaltet. Tie ru fischen Agenten haben Million»« zur Verfügung oest llt.

Tisi.ldorft 9. Jan. In der ve> floffenen Nacht wu,de das Düffelborfer Telegraphenamt und Fernsprechamt vondenSpartakusleuienbeseht. Von den Unab! ängigen würben nacht- Komme,zien- iat Eich, der Generaldueftor d»- Mannesmann- Weiks, und H.indelskammeriynd ku- Tr. Brand, beide bürgerliche Wahlkandidaten, verhafiet.

wtb Hagen ('ZBeftfalen , 9. Ian MS zwei für den LrtSschutz bestimmte Freiwilligenkompanien feldmarsch­mäßig von Sahl, wo sie auf estellt worden waren, nach Ha en zum Bahnhof auSrücken um dort ve, laben <u werden^ wur cn sie in Der Nähe von Dolstern von der Sräerheitswache gestellt und aufneforbert, die Waffen nieder zu lenen. Al» sie dieser Aufforderung nicht nachkarnen, sollten sie gewaltsam entwaffnet werben. Sie fetzten sich zur Wehr und eS entstand ein hart­näckige» Gefecht. Auf beiden Seiten traten D a- schinengcwehre in Tätigkeit. Die Za l der Toten läßt sich noch nicht übersehen, d >rft« aber weniggens 10 betragen, ebenso sind 40 bis 50 Verwundete zu ver­zeichnen.

* Halle, 9. Jan. Wenen der Anordnung de» hiesigen S.-Raies, daß alle Nangabzeichen abzu­legen sind, streiken beu:e in ländlichen Lazaretten mit Hilfsla'.arettenbie Äerzte, 3 m ti 3 ti erofi eit, Pfleger und Schwestern, sobaß 3000 Verwundeie und Kranken ohne Pflege sind. Gestern abend wurde dieHillesche Ze tu na" von Spartakisten be­setzt, die erklär,en, da» Blatt unter dem Tuel Rote Fahne" herausgeben zu wollen. In den Raumen des B.t-iebs wurden Flugblätter der Deutschnat'vnalen Volkspartei beschlagnahmt. Der VerlagSbirektor Poetzjch wurde vorübergehend als in Schutzhaft befinb'ich erklärt.Jn den f> ührnMorgenstttn- den wurde bte Besitzung der Zeitung jedoch wieder aufgehoben. Der Chefredakteur der demokratischen Saalezeiiung" befindet sich seit Dienstag in der Hast des So'do'enrats

fieipjg, 9. Ian. Heute die Station Leutzsch bei Leipzig passierende Truppen nach Berlin sind von Leipziger Matrosen aufgeholten und entwaff­net worden. Bei dem entstandenen Feuergesecht wurden auf seilen des Truppcntrancpoorles fünf In­fanteristen, darunter 2 Offiziere, getötet und 12 Mann verwundet, auf feiten der Matrosen zwei getötet und zwei verwundet. Der Obmann der Infanteristen wur­de van den Matrosen in Haft genommen.

München, 9. Ian. Aus Augsburg wird gemeldet, daß dort heute nachmittag soztalist'.ch-radikale Ele- mente die Expedition derNeuen Augsburger Zei­tung" (Bugsb. Postztg.) und derAugsburger Ne'iest. Nachrichten" stürmten. Sie bemächtigten sich der dort lagernden Vorräte an Mahlflrmbläsiern der Deutschen demokratischen Partei und der Bayerischen Volkspar­tei (Zentrum), um sie dann auf der Straße zu ver­brennen.

Stnt'pari, 9. San. Sn den Abendstunden wurde das Eebgude desNeuen Tageblattes" von Spnrta- kusleuten besetzt. Der Effmbahnverkehr war einge­stellt, wurde et er bald wieder ausgenommen und jetzt herrscht völlige Ruhe. Zu Zusammenstößen kam es nicht. Nur in der großen Snfanteriekaserne wurden, wie es heißt Irrtümlich, einige S^üffe von den Re­gierungstruppen abgegeben und mit Handgranaten ge­worfen, ohne daß jemand verletzt wurde.

Die Sanferenzcn bis znm Borfriebettsoerirag

wtb. Paris, 8. San. Havas meldet: Die erste Besprechung über die Friedenskonferenz wird am 13. Sanuar durch den Meinungsaustausch zwi- schen [Regierung»Oberhäuptern, sowie den Ministern des Aeußern Frankreichs, Englands, der Vereinigten Staaten und Italiens beginnen ffine Vollsitzung wird wahrscheinlich am 1R. Januar stattfinden, der die Ver­treter der Mächte beiwohnen, die mit den Mittelmäch­ten die dipiomai'schen Verhinduncen abgebrochen ha­ben. Der Zweck dieser Cißung besteht in der defini­tiven Fefffetzung der Delegierten jeder Nation.

Nach einem Pariser Bericht der Neuen Korre­spondenz w»rd tie Vorsr'edenskonferenz wahrscheinlich drei Monate In Anspruch nehmen. Nach Ablauf der drei Monate, d. h. Anfang März, wird der Vorfriedensverlrag, nachdem zwischen den Groß­mächten der Entente völliges Einvernehmen herrscht, den feindlichen Bevollmächtigten zur Unterzeich­nung vorgelegt werden. Diese Bevollmächtig­ten werden dann oach Poris e'mxeladen, um die Be­dingungen der Alliierten zur Kenntnis zu nehmen. Man wird ihnen einen Monat Zeit einräumen, damit sie die Bedingungen ihren Regierungen mit teilen ton­nen. Der Vorfriedensvertrag wird eine Klausel ent­halten, in welcher die Entente dem Gedanken des Völkerbundes zuftimmt. Ferner wird die Klau­sel die Festsetzung der En t s ch a d i g u n g s s u m m e, die Deutschland zu zahlen Hoden wird, sowie die Form der Zahlung und die Festseh'N"» der Grenzen ent- hasten. Es bleibt hierbei, beißt es in dem Bericht, noch Immer die Frage, ob T^nifchland, dos am 19. Januar seine Nationalversammlung wäh­len wird, bis dahin die Regierung besitzen wird, welche befähigt ist, Ende Februar oder Anfang Mürz Devoll-

Tle Lage in Pofen.

Die S'adt Brom berg befindet sich noch * deuticher Hand. Die Polen sind mit 34 000 Munn im Anina» ich auf den Bahnhof Schneidemühle. I« Thorn und Graudenz herrscht Ruhe. Ebenw in ganz Ober'chlesien. Der wichtige Bahnhof Bentichen befindet sich wieder i < deutscher Hand; die Polen wuidrn dort über bte Oder zurückgewoifen. Die Lbfahit eine» Freiwilligendataillons ous Bo­chum nach dem £Di en wurde vom Münsteier Generalwloatenrat vethtndert unter Androhung der Waffengewalt.

Die Bergardeiteransstinde.

Elke« (Ruhr), V. Fan. Zu den Sergarbeiterau» ständen wird uns von zuständiger Seite mitgeteut, daß bei der heutigen Morgenschigit die Belegsaaslen vcn 18 Schachianlagen, hauptsächlich im Mürpeimer, Ooec- bausener und irssener Bezirk größtenteils nicht c < .i, gefahren ' nd. T,e Gesamtzahl dr- seit der Heu. tigen Morgen^chicht ausständ. Arbeiter betragt 11 153.

wtb BreS.'au, 9. Jan. Infolge Kohlenmangels sich die elektrische Straßenbahn zu einer Tin- ftellung des Betriebes genötigt.

Lpveln, !). Jpn. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, sind auch die Arbeiter der galizischen Stem- kohlengrubcn in den A u s st a n d getreten. Sie haben außer ungeheuerlichen Lohnforderungen besonders di« Forderung gestellt, daß sämtliche männlichen xüdi,ch:n Einwohner der Stadt Jaworzno bis zum 9. Januar sich bereit erklären, in Zukunft unter Tag m den Gruben zu arbeiten. Tie Lohnforderungen sollen zum großen Teil bewilligt worden sein.

Cypete, 9. Jan. Jri KönigShutte herrscht jetzt Ruhe, seitdem die Jäger kürzlich Ordnung gcschaf. fen haben. Die nächsten Tage werden wohl für Oboe, schlesien sehr kritisch werden, da die Polen mit allen Mitteln die Wahlhandlungen für die Nationa.- Versammlung zu stören drohen. ES ist ziemlich hat, daß hinter den Spartakisten auch polnische Hetzet stehen, die ganz andere Ziele verfolgen als die Anhänger Liev- knecht». InHelnitz-Grube" fordern bte streikenden Arbeiter die Entfernung jeglichen militärischen Schu. tzeS und drohen zur Aufrichtung der Regierung Liebknechts mit dem allgemeinen Ausstand. Werter fordern sie die Oeffnung der polnischen Grenze Ar,o auch hier wieder eine Betau,ckung der lpartakiskschLn. mit den polnischen Interessen.

Arbeiter- unb Soldatrn-Unruhen m England.

Haag, 8. Jan. Ans London wird von erhebli­chen Arbeiter- und Soldgienuninhen in England gemeldet. Zwar tst der Ei^enbohndtenft nicht voll­kommen pcftöit, aber auf großen Strecken liegen all» Beibindungen still. Es wurden in mehreren mut- tätlichen Zentren Versammlungen abceljalten. btt eme Beschleunigung der Demobtliiation verlangen und die sich weigern, jetzt noch an die 5ront zu geben. In den nieuteu Fällen haben bte Schürer die Er üllung ihrer Wünsche ver proeben ober auf eigene Rauft Maßnahmen zur Beichleuntgung bet Teniobilüation getroffen.

wtb London, 9. Jan. Reuter. Anläßlich des Streik» iit et in den Maschinen- und Schiffsbau- Zenwen zu ernsten Cckwierigkei en gekommen. Dte giößtendtoirrigfeiten sind an der Roido tkuste entflanben, wo 10000 Mann peftein bte ShbenS- ftätte verließrn Die Nieter und andere Alkordorbetter auf den Werften in Pih h haben bie Arbeit nieber» gelegt. Auch die Kesielmacher und dte Arbeiter tu einigen Maschinenfabriken find in den Aussianp getieten.

Petersburg ein K rchhos.

Paris, 8. Ion. v'bet Stockholm meldet unter dem 7. Januar die Ru'fil'che Telerraph'nagentur, baß in P.te,slurg Lebensmittel und Sohlen fast volls ondig fehlen Tie Gefangenen erhalten nur zwei Suppen in der Woche und gar lein Brot.

möchtlgie nach Paris zu tntfenben, die in der Lag sind, den SorfriebensDertrag zu unterzeichnen.

Sperrung der Rheinlinie.

Karl»ruh», 9. Jan. Die Rlieinlinie geaen El Lothringen ist erneut aelchlof i en. Die el lotbringischen Bahnen sind für alle Transporte außer für Lebensmittel pelperrt. Nach ruv-r figen Nachrtch'en sind twii-ben Liraßdurg un^ Kehl stark? Mafien rranzösischer fio ontaltitippen zujammenaeio en. Wie her ,Eorrtere beUa aus Par s drahtet, wuide die Demobtuitetung der Jahrgänge 75 uis 95 widerrufen.

Die Opfer der Hungerblockade.

Berlin, 9. Jan? Wie jetzt ntitgeieilt werde« kann, sind nach einem Bericht derBerl. Kltn^cheu Wochen chrfft", der ficb auf b s dahin vertraulich ge- we ene Mittetlunaen des Reiws e undbeilsamieSstutzt, nicht tvtnner al» 763 000 Zivilpersonen Männer, Frauen und Kinder - der Hungeiblockode erlegen. Diese furchtbare Z fier wirb sich noch be. beutend ei hohen. Die Zah» her Todesopfer steigert sich 1917 auf 32Pio ent, 1918 auf 37 P.ozent, die Opfer der Grippe sind darin nicht enihal en. Am schwersten haben an den Folgen der Unterernährung die Kinder aelinen: dis zum Alter von 15 3a ,J*n eraab sich für 1917 eine Steige, ung der eterbefalle nm mehr als 50 - 55 P'vzent oegenuoer dem sttz-en FriedenSjabr. 1917 sind 50000 Kinder bs zum Atter von 17 Jahren, 15 000 Rladchen und Frauen bi» zu 30 Iah» en der Hunqerb ockade zum Cpfet qesallen; das Alter von 60 Jahren und mehr ergab nach e;ntoanbSfreier ftciti tiieher Feststellung b»t bet» den Geichlechlern 127000 Todesfälle infolge Unter- ernährung. D c Tuberkulo e ist 1918 gegenüber 1913 um 100 Prozent geniegen und hat fetzt tu- folge der Aushungerung wieder einen sehr hohen Stand erreicht. . .

Zu den Opfern, die der Krieg auf den Schlacht­feldern gefordert, muffen die 763 000 Menschen htn- zugezählt werden, die der Kampf Englanes gegen die wehrlos Zivtlb völkerung gefo,oert hat, die art Unterernäbiuna, vorzeitiger Emkräftung und an den KrankheitSsol en nicht ausreichender NabiungS- zufubr oesioiben sind. Täglich fordert die Blockade neue Opfer, denn die Hungerblockade gegen das un­glücklich», entkräftete, gegen Krankheiten nicht mehr wideritandskähtge Deutschland dauert ja fort, jeder Menschlichkeit Hohn sprechend.