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,iöc. Preis monar:. iVijc .tulbner ^eitun.i,

Ukr-ag <xr ,tul6aet 95 Pf-'. >ternipt. .« .

Kompanien mit 3503 Mann zur Verfügung gefteflt. Auch die B rl ner Garnison hat sich offenbar un- ter dem Diuck der zu r»wartenden Frontti uppen dazu bequemt, ihre neutrale Haltung aufzugeben und sei auf die Leite der Regierung getreten. Wi" man hört, hat die Regierung nunmehr größere Trup­pe nm aisen um Be> Im zufammeng« zo'en und ;um Teil frton nach Beilin hiuempezoien, sodaß hinter der von de- Regierung aep anten Maßnah­men wirklich a»ch die dazu gehörende Macht steh«. Tie Zahl der Regieruna»truppen soll auf 70 bis 80000 Mann gewachsen sein und diele Trup­pen, die über den Tenor der SpartakuSIeute Im­port sind, sollen den Moinent herbeisehnen, wo rS losgeh'. Auf Veranlassung von Noske sind auch z'verlässige Ma-inetruppen auS Kiel nach Berlin auf dem Anmarsch Wie daSAchiuhi-Abend­blatt" mitteilt, hat sich da« geamte in Berlin wet- iende Osfizierkorps auf Ehrenwort dem Oberkom- mandie>enden von Berlin, Noske, verpflichtet. D e Regierung ist zur Bildung von' Offizier Bataillonen geschritten. Noske hat das Standrecht über Berlin ve« hängt. Die Berhän ung des Stand­rechts wird als Signa! zu energischem gewaltsamen Borgehen gegen d e Spartakus! nte aufgefaßt. Tie Regierung hat auch fünfhundert Studenten angeworben, deren Bewaffnung b-rei'S irattgefunden bat. Tie einzeln n Studentenkompanien weiden von Frontofsiz'eien gejührt. Bon unabhängiger Seite wird erzählt, daß sie 18000 Arbeiter bewaff­net hätten.

kttlin, 8. Jan. Heute moto en zwischen 4 und 5 Uhr sind von dem Vorort Halleniee bei über den Kur­fürsten da n geschloffene Formationen renierungS- treuer Truppen unter heftigem Getoehrgeknatter in die Stadt ein ezo ren, von der Bevölkerung mit dem Gefühl wahrer Erlösung be rützt.

Der neu ernannte Kriegsm nister Oberst Reinhardt eab einem B rtretec der .Telearat hei nnion- einen kurzen llrberdlick über die milrtäriichen Mahnahmen, die zur Sicherung der- Haup st rdt getroffen sind. Den Befehl über die gesamte Berliner uns Potsdamer Barnrson wie über das Generalkommando 8 und die Garde hat der S$olf8beauftragte RoSke von der Re­gierung erhalten. Diese Truppen stellen die militäri­sche Macht dar, die der Re lerung an Ort und Stelle ^ur Verfügung steht. Die Regierung will mit allen Machtmitteln beweisen, datz sie gesonnen ist, unter allen Umständen wieder Ruhe zu schaffen. Es ist natürlich auheiordentlich schwer, in Berlin wieder geordnete Zustände herzustellen, zumal die von den LpaitakuSleuten besetzten Gebäude über die ganze Sradt verteilt sind. Immerhin muh gesagt werden, daß die Marit der Regierung dauernd wächst.

Berlin, 8. Jan. Der Straßenbahnersireik dauert noch an. Die Direktion der St>ahenbayn bat eillän, datz eine Eisüllung der Fordernngen der Angestellten eine Mehtbelastung von 40 Millionen ja >rlich bringen würde, eine Bela >ui>g, die auch durch die Tarif-Erhöhungen nicht auszugleich-n ist. Tie Schaffner nndFaher bei langen 503600 Mk. monailich, dazu eine Zula e von 800 Mark. Ter Beiliner Stadt- und Borort-Verkehr ist von den Eisenbahn'Arbeitern eingestellt worden «IS ein Zeichen der Sympathie sür die Regierung und als Pro ei't gegen die Versuche von Spartakisten, bte Bahnhöfe in ihre Hand zu bringen. Es soll auch den unruhigen Elementen der Vororte aus diese Weise das Kn 'imen nach Berlin eritbroe-t to-rhen.

BerPn, 8. Son. Sn mehreren westlichen Voror­ten Berlins traten im Laufe des Mittwoch Störungen in der Versorgung mit W a s s e r und Licht rin. Sie konnten nur teilweise behoben werben. Infolge von Gerüchten, wonach eines der Wasserwerke von Spar­takusleuten in die Luft gesprengt worden sei, deckten sich die Bewohner so reichlich mit Wasser ein, daß Wafferknappheit eintrat.

Berlin, 8. San. Das Rel chskanzlerhous und die Gebäude in der Umgebung sind ran Truppen Oer Regierung dicht besetzt. Sm Torhos stehen Ge­schütze und Flammenwerfer und die Fenster der um- lieferten Gebäude Reifen Maschinen, Mehre. Die Reichsdruckerei ist nicht im Besitz der Regie­rung. Sie ist von revolutionären Obleuten und Un­abhängigen besetzt. Unter den eingedrungenen Men- scheu sind zwei Einbrecher und mit diesen ein Sicher­heitsmann abgefaßt worben, als sie einen Geldschrank zu öffnen versuchten. Ein Versuch, die BankNo­ten s e tz e r e i gewaltsam zu öffnen, konnte rechtzei- ti gverhindert werden. Die Besetzung von Pro­viantdepot» hat dazu geführt, daß die Sparta« kusleute sich und ihre Familien mit Nahrungsmitteln und anderen Bedarfsgegenständen reichlich versorgen.

Ein Aufruf der Regierung.

Berlin, 8. Jan. Die Regierung veröffentlicht folgenden Aufruf:

Mitdürgerl Epartaku» kämpft jetzt um die ganze Macht Die Re imma, die binnen 10 Tagen die freie Entfaltung des Volke» über fein ebene» Schicksal bctbei'ubren will, soll mit Gewalt gestürzt werden. Da» Volk soll nicht sprechen dürfen, seine Stimme soll unterdrückt werden. Die Erfolge habt Sbr ge ehen. Wo Spartakus herrscht, ist jede persönliche Frei- bett und Sicherheit aufgehoben, die Preffe unterdrückt, der Verkehr laljm elejt; Teile Berlin» sind in die Ställe blutiger Nämp'e verwandelt, andere sind schon ohne Waffer und Miujt, Proviantämter werden gestürmt, die Ernährung bei Soldaten und Zivilbe­völkerung wird un.erbunden. Die Regierung trifft alle notwendigen Maßnahmen, um diese SchreckenSherrschail zu zertrümmern und i re Wiederkehr ein für allemal zu verhindern. Einschneidende Handlungen werden nicht mehr lange auf sich warten lassen. E» muh aber gründliche Arbeit getan werden und die bebarr der Vorbereitung. Habt nur nov kurze Zeit Geduld. Seid zuversichtlich, wie wir e» sind, und nehmt Euren Platz entschloffen ein für die, die Lull Freiheit und Ordnung brngcn werden. Gewalt kann nur mit weivalt bekämpft werden I Die or.-ani- fieite Gewalt de»,Volke» wi d der Unlerdnickung und der «inarchie ein l'noe machen k Teilerfolge dr «stinde der Freiheit, die von ihnen in lächerlicher Weise auf» gebauscht werden, sind nur von votüberaehender Be­deutung. Die stunde ter Abrechnung nahtl

Berlin, 8. Januar 1019.

Tie Reichere ierung:

Ebert, Scheidemann, Laidsberg, Roike, Wiffel.

1000 Botschewi len in Berlin.

Don zuverlässiger Seite wird der,Germania^ die Mlileiluiig, daq 1000 rufliidje Bolschewisten in Berlin etnceiroffcn sind und sich hier in beut« jchen Soldaten« Kleidern aufgalten.

Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Karl Schutte. I O lottttnr 1Q1Q

für die «neigen: I P a r , e l l e r. ?ulda.- Rotationsdruck. | VOnnErSTOC! JUHUOr UlAJ

Handgranaken unb Ma chinengetoehrfeuer den Bahn­hof sturmreif zu machen. Sie töteten dadurch zwei Mann der Re lerunastruppen und verletzien einen sc! wer. Die RegteruncStrnppen leisteten tapferen Widei stand. Nachdem sie Verstärkung nbähen hal­ten, zogen es die Angreifer vo-, das Feld zu räu­men. Cie »ahmen 15 dis 80 Tote und Be wundete mit sich fcrt. Tie Besetzung des Schlesiiaen Bahn- Hosts durch die Spariakusanbänger wird dadurch wirkungslos gemacht, daz die Züge ohne Halt durch- fah>en.

»Berlin, 8. Jan. Die Straff en kämpfe, die den ganzen Mititvock voimiitag an'edauert hatten, wurden am Nachmittag in verstärktem Um­fang fort e etzt. Die betritt eingeti offenen Stiett- kiäste au» dem näheren Umkreis der Ha» pi'tadt werden voraussichtlich noch durch Zuzug aus Bahern und Baden veställi weiden. In dies, r Lage wachst begreiflicher Wei e die Reivosiiäi der SpatiakuSIeute und der Beobachter in den S'taßen meift, daß sie sich auf den Endkampf vorzubereiten beginnen. Sie nehmen vielfach in der Umgebung der von ihnen besetz'en Gebäude Absperrungen vor, armieren viele Häuser stark mit Maschinengewehre und Hand­granaten und errichten Deckun en aus allerlei Mateiiaf. Zn großen Zusammenstößen kam es am Tiergarten, in ber| Gegend der Reichs­tags und Unter den Linden. Tat ganze Stabt« viertel vorn Tiergarten btt zur Friedrichstiaffe, bett im Norden von den Linden unb im en von der Leipzigers! ratze begrenzt toiib, ist von ResterungS- truppen besetzt uno abgefperrt worden. Nördlich der Linden sieden noch SpartakuSIeute. Unter den Stuben selbst kam es zu schweren Kämp'en, bei denen zahlreiche Tote und Berwundeie am Platze blieben. Man soll allein vor der Pasiaae, die von den Linden nach der Friedrichstraße führt, neun Tote gezählt haben. Auch Flammenwerfer traten in Tätigkeit, um daS Dach eine« Hauses an der Ecke ber neuen Wtlhelrnstraffe von Ma chinengewehren zu fäubem. Die Spaitakusleute, die den Teil des Tiergartens, der dem Brandenburger Tor am nächsten liegt, besetzt hielten, lieferten dort ebenfalls blutige Kämpfe gegen die Regierungstruppen und bestürmten außerdem da» ReichstagSgedäude. Auf beiden Seren sollen schwere Verluste zu der- zeichnen sein. Ueberhaupt ist da» Re'chSiagSgebälide von den Re ierungsti Uppen regelrecht zu einer Festung auSaebaut worden. Ueberaß sieht man Maschinengewehre aus den Fenstern Hervortugen nnd auch auf den Däfern deS ReickstagsgebäubeS s'ehen Geschütze. Tie Leitung ber regierungst euen Truppen im ReichStageg»bände bat der.Borwats'« Rebakteur Kutin er. Tie Spartakusleute ver- uchen, daS Retchs'agSgebäube mit allen Mitteln n ihre $>anb zu b kommen. Sie wollen bie Ueber- gäbe erzwingen und oingen mit Ma chinengeweh etr, Handgranaten und Gewehrsalven geien daS Ge­bäude vor. Etn regehechter Fettet kau Pf ist im Gang. Unaufböilich knittert daS Maschinengewehr­feuer und bie Gewehr alven. Dazwischen vernimmt man weithin die dumpfe Detonation der exploote- i enden Handgranaten. DaS ReichStagSgebäube ist trotz dieser wüsten Kämpfe von einer riesigen Menschenmenge umlagert. Bisher wurden alle An­griffe gegen daS Gebäude abgeschlagen, und man darf zuversichtlich hoffen, daß die Beiteidiger sich auch weiterhin bähen werden. Sogar in der engen Toroiheenstraße Halen die Spaitakusleute Geschütze aufgestellt, um auch von dort aus bas RetchS ag«gebdube unter Feuer nehmen zu können. Besonders gefährdet ist die Marschallblücke, die die Verbindung zwischen dem Retchcta Sgebäube und dem Lehrter Bahnhof darstellt, und itänoii vom Reicht tag her nut Maschinengewehr feuer bestrichen wird.

In der gleichen Zeit fanden heftige Kampfe um bc8 .Berliner Tageblatt" statt. Regierung« uppen, versuchten, daS (ilebäiib , in dem SpanakuS teilt Hauptquartier aufgejchlag.it harte, ztt nehmen. DaS außero,deutlich stark mit Maschinengewehren geschützte G bäube ober muffte den SpartakuSieu en öberlaffen bleiben. Der Kampf ende e auf beiden S i.en recht veilustreich. Man iptach von 13 loten und vielen Verletzten. Z» einer schweren Schießerei kam eS auch vor bem Gebäude des Wölfischen Tele- graphen-Büi o. Eine gerade zufällig bie Char­lottenstraße heraufkommenbe Gruppe von Menschen, die mit Politik nichts zu tun batte, sondern angeb» sich einen Einbrecher bei folgte, wurde von der Be­satzung bei W. T. v. inber Dunkelheit für Regie­rungstruppen gegolten und unter Feuer genommen. Vier Personen wurden getötet und zwölf versitzt. Schließlich kam es am Abend auch dicht bei bei Reichskanzlei zu einem Zuammenston zwilchen einem von Spartakusleuten beetzi« Panzeramo, bas sich bereit» zieml ck genähert hatte, unb ben Regierung»- truppen. Do' ^<-nzeiauto wurde aboewtesen.

Berllti, 8. Saiu Sn den Abendstunden entwickel­ten sich neue Stampfe in ber Wilhelm strotze, Un­ter den Linden und in der Leipzigetstratzr vor dem Rricgeminffterium. Außerdem griffen Spart akus- leute bie Kaserne der Gardedragoner in Mo-bit on. Ein Teil der von outzerhalb herangebrachten Regie­rungstruppen nimmt an diesen Kämpfen bereits teil. Die Spartakusleute fühlen sich offenbar unsicher. Ein xrvtzer Teil von ihnen ergreift, trenn es ernst wird» das Hasenpanier. Freilich gibt es unter ihnen auch v'e fanatische, rot nicht» zurückschreckende Draufgüiger. Sie fühlen, datz tfe Entscheiu.ig her- onnciht und verdoppeln ihre Aufmerksamkeit. Sie ha­ben die Umgebung der von ihnen besetzt en Gebäude adpesperrt und die Gaekaternen ousgelöscht. Die Colts ftimmung wendet sich immer deutlicher gegen Lie Soarlokuslrule, auch viele Unabhängige sprechen sich jetzt bei össentlicl en Ansprachen auf der Strotze gegen die Gewaltherrschaft der Sparta kusleute ans. E» wird erzählt, datz bie Spartakusleute, um Anhänger zu werben, ein Handgeld von 500 Mack und eine monatliche Löhnung von ebenfalls 500 Mk. zahlen.

»erlitt, 8. Bez Für ben freiwilligen Dienst der Reaiemng hoben sich b>» gestern abend mehr al» 14 000 Personen gemeldet unb sich tut Bewaffnung für bie Regierung beteit ei klart. Die republikani­sche Soldatenwehr hat sich von bem Polize-Piä- s,deuten Eichhorn losge.agt unb der Regierung 14

Der Bürgerkrieg in Berlin.

Man schreibt uns aus Bersin: Als Berliner mutz «ch vor dem ganzen Reiche schämen, wenn man fer bie Zustänbe berichten soll, bie in der bisheri- ® Aeichshauplstadt Herrschern Was allen vernünf- Iven Leuten von Anfang an klar war, was von len guten Deutschen immer wieder verlangt worden fj haß die durch revolutionäres Recht geschaffene «eichsleitung sich eine Machtgrundlage schaffen muffe, sie wenigstens in Berlin Ruhe und Ordnung Brecht erhalten oder wiederherstellen wolle, das in sich in diesen bösen Tagen mit erschreckender deutlichkeit. Während drautzen im Lande fast überall zvost alles wieder ruhig ist und die Bürger keine East verspüren, nach dem vierjährigen blutigen Krieg. *ncn tiefe Wunden wir an unserem Volkskörper -.lich sehen und fühlen, nun auch noch den Bruder- lieg zu entfeffeln, verfällt Berlin immer tiefer in den Taumel und Blutrausch der unsinnigsten Revolution, »je je ein Land durchgemacht hat. Es ist, al» ob die «jesenstadt von einem Fieber befallen sei und als ob Örtlich nur noch der Unsinn das Recht hätte, sich an Me Oesfenllichkeit zu wagen. Gearbeitet wird nicht Mehr: die einen wollen nicht und den anderenn wird er unmöglich gemacht. Auf die Strotzen kann man itf) nur unter Lebensgefahr begeben, denn an feiner belle ist man sicher, deh nicht irgendwo ein Maschi­nengewehr oder eine Flinte losgeht. Und doch lebt E Berlin fast nur noch auf der Straße; zu f)un- -erltausenden durchziehen Arbeiter und Angestellte die Streßen, bald hört man Hochrufe auf die Regierung MerlScheidemann, bald brüllt einem ein ,Fwch Liebknecht^ entgegen. Wo die Soldaten und die be- Mffneien Zivilisten Eberts und Scheidemanns sind, gewinnen sie zwar meist die Oberhand, aber Sparta» tu® ist überall und während die Regierungsleute an Irgend einer Straßenecke Spartakus verjagen, hat Spartakus anderswo eine Eisenbahndirektion oder ein Proviantamt gestürmt. Wenn da nicht mit aller Entschiedenheit durchgegriffen wird, ist überhaupt olles verloren, bexn setzt geht es rasend bergab und Berlin steht im wahrsten Sinne des Wortes unmittelbar vor her wildesten Anarchie. Aber nicht nur die ehemalige Keichshauplstadt ist von schwerster Gefahr bedroht, dar ganze deutsche Reich würde die Folgen zu tragen haben, wenn eine Rer'erung LiebknechtLedebour rw Ruder käme, denn dann wäre es gewiß, datz der W^enstillstand über den 17. Sanuar hinaus nicht weUer verlängert werden würde. Don zuverlässiger Seite wirb uns auf das Bestimmteste versichert, datz rrniere Feinde mit einer Regiemng LiebknechtLede­bour unter keinen Umständen verhandeln würden. Dar­um berührt das Schicksal Berlin« trotz des tiefen Ge­gensatzes, der sich zwischen dem Reiche und seiner ehe- inalioen Hauptstadt ausgetan hat, auch das Reich aufs aKertieffte.

* r erl'n, 8. Fon. Zu ernennen Kämpfen und Zu ammenstößen kam e« gestern geaen Mitternacht, al« die SpartakuSIeute versuchien, sich in den Besitz le« Anhalter unb be» Poisdamer Bahnhof» zu ieken, bie in ben Hänbcn ber Regierungstrupden Rnb; bie Angriffe wurden abgeschlagen. Das ff uergefecht verslummte bald wieder, lebte aber noch mehrfach wieder auf. Auch .in den Morgenstunden btt heutigen Taoes war in verschiedenen Stadtteilen Eewehr- und Mascbinengewebrfeuer hörbar. Der ill xanderplatz ist völlig in der Hand bet Sporte« Men unb gegen jebrrmann abgesperrt. In ber kuaeSa'.lee sammeln sich seit bem frühen ty'orgen ttneber größere Gruppen. Es ist das elbe Bild rote in ben Ta en vothei: Inmitten der Gruppen stehen torber die Agit iloren des Spar akuskunbe». Männer «nb F,auen. Da» Reichst agSnebäude Ft noch nicht deicht; in ben vorgebauten Ei kern finb ve, deckte Viaich nengewehre zu sehen. Da« Branbenburger Tor weist von gestr. Kämpfen starke Maschgw.-Narben auf. "or bett verschiebenen Recierungsgebäuben in der helmsti aße sind Plakate angebracht, die nach M en bin kenntlich machen, daß sich diele Gebäude im Besitz von regierungstreuen Truppen befinden; an ihren Eingängen stehen Posten, feldmarschmäßig, mit Stahlhelmen unb Hanbgranaten im Gürtel. Der WilhelmSplatz ist burch einen Kordon von regierungstreuen Truppen abgefperrt, unb man da>f ihn nur umer eiaener Lebensgefahr über- schreiten, ba nach Angabe biefer Trupp-n sich in Per fleqcnüberhegenben Mohrenstiaffe be > öffnete 8n- banger be« SpartakuS-Bunbr» festgesetzt hoben.

Geschäfte sind auch heute zum allergrößten teil geichlossen.

Berlin, 8. Jan. Die Hoffnung, durch Berhond« lunaen eine Ret ung au» der verzweifelt geworde­nen Lage zu finden, bat sich nicht erfüllt. Tie Cer- Handlungen in ber Reichskanzlei zwischen Regierung, °en Unabhängigen und den revolutionären Obleuten |>ns bol litänbtg gescheiter k.

Berlin, 8. Jan. Die ganze Nackt zum Mittwock »tnourch jjt f6 in Berlin zu Schiebereien teils flroseren, teil8 geringeren Umfang« s gekommen und *On ouberer Wicktigkeit ist, baß eS ben regierungS- uenen Truppen gelungen ist, ben SpartakuSleuteu ^i» Branoe nburger Tor toieber abznne:m.n. , er schlesiiche Bahnhof ist noch von den SpartakuS- j .besetzt, b:e anderen Bahnhöfe aber sämtlich *n. Vän ben ber Regierung. Entgegen einer Pt;iem beibietteten Melbung toiib erhärt, daß ber Fernverkehr zwar beschränkt, aber nicht t.'n9efte111 fei. Buch der Fernverkehr aus ber nach Frankfurt ist ungestört. Allerdings wirt nur ein Zug von Berlin, Anhalter Bahnhof zwar 5.25 Usr früh, an Frankfurt a. M. 12 nachis. Anhalter« unb Po sbamer Bahuhof mio nach wie vor in ber Hand der Orbnungs- tr,«pp<>.

Angriff auf ben An baiter Bahnhof wurde oplegfn obneichlonen. Bewaffnete Hausen bi atmen

108 Bahndossoebäitde ror. Tie in bem Bayn i j un,eiceb achte Besahung brängte sie mit borge- . uetien Gewehren zurück, erhielt aber plötzlich au« . n 9eeenubell'e'-enken Häusern lebhafte» Ma tbinen- Lfr< 'fenfr. Sie zogen sich darauf auf ben Bahn- rl iuiiick und roebnen die Angreifer ob. Später« ? ,< ""Hirn sich Parlamentäre ber Angreifer. Sie tu -Lten bie Regietungstiupven auf, ben Bahnhof L ""ergeben, da die SpartakuSIeute hundert Mann I't leien »nb vier Panzeraittos besäßen. Auf bie T^ichuung hm verjuchten die Angreifer erneut mit

Umtriebe im Reich.

Lüffelbork, 8. Jan. In der verfloffenen Rächt wurden die,Düffelborfer Zeitung das .Ttiffel- botfer laqebla V, die .Lokalzeitung', bte .Freie Preffe' und Sie ,rüsselborfer Nach'ivten' mit Ge- alt b^ietzt würben. Die E>n,tcktungen st»' teil- weise derart zeistört wo den, baß bas Erscheinen bet Zeitungen vorläufig unmöglich tit. 2 te Polizetverwaltuna et Hätte auf das Etstich n um polizeilichen Schutz, hierzu nickt in der Lage zu lern. £er revolutionäre Sicherheit«!) enit hat mit den Spartakusleuteu gemeinsame Sacke gemacht. Ge- tüchiweite 6eilautet, baß ber Cberbüroermettter, ter Poliz isezernent unb anbeie fühlende Ami^per onen sich aus Düffeldorf emfemt u»b ins befetzt- tlnkS- rhemiiche Gebiet begeben haben. Ter Dulfeldotfer Pieffeverein ianbte an den Reickskanzler rnen energi cken P> otest mit dem Eisuwen itm Sckutz.

Halle (eaalet, 8. Jan. Eine oiöfeete Mensmen- menge vor bem Geschäft-lokal be» Soldatenrate» ver­tan te die Ausgabe von Stoffen, die ihr verweigert wurden. Der Zu,, begab fick sodann vor die Neil» Kaserne, wo er die gleiche Forderung stellte. Gegen die mit Gewalt andräniende Menge warf ein Felowebet au» dem Gebäude eine Han dgranate. Hieraur^ wurden drei Demonstranten getötet uno vier verwundet.

" Berlin, 8. Jan. Der hiesige A.« u. « -Rot er- Härte die «erfü, ungen der bremischen Unterr.cht-ve- hüide üoer den gteluJonäuntcrri ht für un ultt t und et ließ eine eigene Verfügung, wonach der N e i i g i o n S - unterricht unb b.e M o rgenan b a ckte n fort- fallen, sowie die Direktoren von den Lehrerkollegien gewählt werden, an deren Beschlüße sie sich zu ha.re» haben

* Hamburg, 8. Ion. Ter u. S.-Rat von Ham- burg-rtitona h«it mit Gesetze»kra«t die Aushebung de» Eheverbot» für Lehre» innen beschlossen.

' llugeburg, 8. Jon. Auf eine Androhung des Staate» durch bie Gemeindebeamten, beschloß der Maaistrat Teile,ungszulagen zu gewähren, durch die die Gemeindeumlagen um weitere 30 dis 40 Prozent in die Hahe schnellen werden.

Kiel, 8. Jan. In der gestrigen Sitzung ber Stabtverwaltung wurde u. a. über die Mittel für die Ärbeittlo enfüriorge vei handelt. Während der Sitzung drangen Erwerb»lo|e in den Saal ein und loioerteu lärmend eine Erwerbiloienunierstiitzung von 8 Maik für den Tag. Unter dem Druck bei Lerhältniffe wurde entsprechend beichlosjen.

(Eint VrohMz ber Enlenke.

wtb. Loses, 7. Lau.Daily Mail" «neidet aus Paris: Felbma'.fchakl Mackensen wird ton Saloniki nach Frsrckleich Lberxeführt. Es flöhen w i ch- tige Beschlüsse Ker ALiierten, bie nicht einmal angebentet werben können, st) gegen den Bol­schewismus in Europa bevor.

Wilson gegen Clemenceaa.

Mr kennen seit langem das Manöver feindlicher Staatsmänner, in ben Keilen.JBer Gegner, die für ver, nünstigen Rechtsfrleben arbeiteten, mißliebige Stellen zu unterschlagen, der £>. enllichkeit vorzuenthalten und damit eine Lerständisune zu hintertreiben, ein Manö­ver, bas leibet auch in L.i.ischland während des Stie­ge» von veran.trvorllichert Instanzen geübt wurde. Heute kommt bie Kunde, datz bisAgenzia Stesam aus der Rebe Wilson », die dieser beim Empfang in der italienischen Kammer geholten hat. Wesentlich^ ausgelaffen hat. Diese Stellen werden in französi­schen Blättern veröffentlicht und lauten:

Wenn es leicht ist, von Recht unb Gerech­tigkeit ?u sprechen, so ist es zuweilen sehr schwer, sie in bie Wirklichkeit umzusetzen. Das verlangt eine Reinheit der Beweggründe und eine Selbstlosigkeit ber Ansichten, welche bie Welt bisher in ben Beratun­gen ber Böller noch nickt gesehen hat. Wir wissen, batz ein neues Gleichgewicht der Machte nicht begehen kann unb darf. Man hat dieses System genügend ausgeprobt, aber es hat sich als unzureichenb herausgestellt. Man muß daher e t w a » anderes an seine Stelle setzen, und ick freue mich, baß ich überall inmitten der großen Völker die Auf» saffung oorherrfchenb sand, baß dieses Reue ein star­ker unb geeigneter Völkerbund sein muß. Was wir früher als rein theoretisch und Utopie betrachtet ha­ben, wirb jetzt praktisch und notwendig. Wir stehen am B o r a b e n d e i n e r n e u e n Z e i t, in der eine neue Regierungsweise bte Menschheit bis zur Höhe bes Fortschritt» führen wird."

Bekanntlich war es (Elementenu, der Jagte, das alte Prinzip vom Gleichgewicht dere Kräfte burch Uebermacht einer Mächtegruppe sei bas einzige, bas nach wie vor Geltung beanspruchen könne. Gegen wen sich also Wilsons Ausführungen richten, bedarf keiner (Erörterung.

Brockd-rst? Programm.

«icht um bie Breite eines Haares" über de» Wil ön- Friede» hinaus.

Tertait5ielretär des Auswärtigen Amte». Graf Brockdorff - Rantzau, hat nach Ueber» nähme seines Amte» eine«! Pt esi Vertreter empfangen und bleiern auf feine Frage über bie Richtlinien, die er i" bet Politik zu ve« folgen beabsichtige, nach- stehenbe Erklärung ab egeben:

Mein Bestreben wird fein, Wahrheit und Offen, beit 6tm eigenen Vot'e wie Bem fluManöe gegenüber. Da» bcutftbe Volk soll im Un rlück seine innere Groß» und Würde bewahren, Lelbfterniedrirun,i tote lieber» Hebung vermeiden. Zn meinem Teile hierzu beizutra. oen, bin ick entschloffen Den Frieden will ,ch verhan- dein unb schlitzen al» einen Frieden de» Recht»

E nen Frieden der ®:toalt. der Vernichtung und Berskiavung lehne ich ab. M-rnche unserer Gegner verdächti en die Revolntion ul» den Versuch Deuttck- land», sich den au» der Annahme be» ÄUsonschen Pro ramm» folgenden Verpflicht in «en zu eniziehen. Diese Behoupknn t ist ebenjo univ.ibr wie der ©taub» irrt i tit, da» Deutschland der Revo'ution werde sich oemütn den Zo derun en der reinen Gewalt beu.iea

co'on e »ch an dieser Stelle flehe, wird dafür e» sor t rortoen, datz Deuischland seine Zusa en gewissen^ haft rmloft nbrr nicht um die Breite eine» Hanies über da» binau#iebt, wa» e» cl» rett nnertannt bat. Ein Gru b«eit,t der Völker ist ba» Reckt der Selbftbe- nimmunfl. Unsere Gegner Halen e» nicht nur aner­kannt, sondern zum Kampsruf gemacht; Deutschland erkennt e» gleichfalls an, fordert e» aber auch für stch. Wenn btt Grundiatz gelten soll : .Der Balkan den Baiianbölkern', so wird e» auch Heitz-n müssen: .Deutschland den Deutschen.'