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Der Eisenbahnverkehr ist Tie Bahnhöfe der Stadtbahn

Sozialdemokratie und Kohlenprelse.

Die Kohlen und Briketts erfahren vom 1. Sortuar an eine ganz enorme Preissteigerung, die sich auf über 100 Mark für einen Waggon von 200 Zent­ner beläuft. Hiervon entfallen nicht weniger al» 20 Mark auf erhöhte Kohlensteuer. Die sozialdemo­kratische Regierung in Berlin har dies« Preiserhöhung mit der Begründung -uge stimmt, daß diese sich aus der Einführung de» Achtstundentags und den Lohnerhöhungen rechtfertigt.

So wird es wohl auch noch mit anderen Sachen; gehen

Da« Bemerkenswerte an diesem AahlauSfall ist, daß die braunschweigischen Unabhängigen erst ax dritter Stelle stehen. Dabei nahmen fie für sich die Alleinherrschaft in Braunschweig in «nspruch und der von innen gebildete A« u. S.-Rat hat sogar gedroht, den Landtag nur dann zu dulden, wenn er ganz ni ihrem Sinne arbeitet. Sie nehmen also in Anspruch, auch weiterhin allein in Braunschweig zu bestimmen, ob leich sie damit die Herrschaft der Mmderheit über die volktmehrheit aufrichten.

Um den dkrledeu.

rotb. Berlin, 6. San. Die Regierung hat stch in den letzten Tagen von neuem an die alliierten Regie­rungen mit dem Ersuchen um eine baldige Aufnahme der Verhandlungen zur Ueberleiiung des Waffenstill­standes in den allgemeinen Friedenszustand Sewendet. Gleiche Schritt» sind von der deutschen siakf-7-ftillstandskommission unternommen worden.

Mn« Oberschlefien.

wtb Beruhen, 7. Ian. Gestern abend besetzt« eine Bande von polnischen sparrakistischen Arbeitern die Preuhengriibe mit Maschinengewehren und be- hinderien die Beleamannschaften rote die Beamten an der Einfahrt Auf jeden Menschen, bet in die Rüde der Grubengebäude kommt, wird von btefet Bande geschossen. Wie wir erfahren, sind mili- tärisch» Maßnahmen zur Beseitigung diese« Zuslan» des getroffen worden.

* Waldenburg, 4 Jan. Hunderte von Berg- atbel ern drangen in die Geschäftsräume de« Reuen Tageblattes in Waldenburg gewaltiam ein. Sre behelligten die Schriftleiter und das technische Per- tonal durch Tätlichkeiten und verlangten sofortige Einstellung de« Erscheinens der Zeitung und Ent- fernuni des Hauptschriftlener«. Sie drohten ferner mit einem allgemeinen Ausstand falls die Forde­rungen nicht erfüllt werden.

Blutig« Kämpf« In Sohensalza.

Berti«, 7. Jan. Hohensalza ist in den Händen der Polen. Den pan'tn Sonntag über fanden Kampfe zwischen den Polen und den 140etn statt. Man zählte öder hundert 8ote und diele Verwundete. Die Deutschen wurden zurück'«drängt und schließlich tarn es, wie ein. Wl. Rund schau' meldet, zu Verhand­lungen. Da« Ergebnis war, daß die Besatzung Hohen- salzaS dis Montag 12 Uhr ohne Waffen abzog. Ihre Kasernen und der Bahnhof mußten bi» dahin über« geben werden. Aur eine Artillerieabteilung darf dre Waffen behalten. Such Wöllstein ist in die Hönde der Polen t efallen.

Blutig« Abwehr ausstSnviger Bergarbeiter.

Die in Äön tgShü tte in Ober chlesien auf« neue in bett Streik getretenen Bergarbeiter zogen vor bi« Gebäude der Berginspektion, mtftbanbelten die sich ihnen fn-geq nstellenden Polizfibeamten und machten einen Angriff auf das ton Jägern bewachte Verwaltungsgebäude. RachdeinWar nungsschüffe nicht« fruchteten, schoß die Wach« mti Maschinengewehr. ES wurden 16-20 Tote und 21 Verwundete fest- gestellt. C» wurde da« Standrecht und der Be- lagerungszustand über KönigShütie verhängt. Es wurden Geschütze gegen die Bergarbeiter aufaefalfren.

IU.Uk S. Zonuar |

die ewige Schuldknechtschaft der siegreichen Entente zu stürzen.

Wiederbeginn des KriegSrnstandes?

Berlin, 7. Jan. Bei den Berdandlunaen in Trier über die Verlängerung des Waffenstillstandes lautete die ur p>üngliche Fassung, daß der Waffen­stillstand b'« rum 17. Januar verlängert werden 'oll. Ter Vorsitzende der deutschen Kommission letzte dann durch, daß die Fasinna den Wortlaut erhielt: der Waffenstillstand würde bis zum 17. Januar und dar ber hinaus verlanaert werden, vo> behältlich der Zuftimmunq der Entente. Tama!« herrschte bei ber Konferenz die Auffassung vor, bah diele Zustimmung ohne wertere« ert tit werden würde. Am Samstaa dor acht Ta'en schon laaenAeußerunaen maßaeb-nder Per- önl chkeiten vor, die betagten, daß, wenn die Dinae in Berlin <o weiter gtnren wie bisher, und etwa eine Regierung Lrebkneckt-Ledebour anB Ruder kommen würde, fo sei damit zu rechnen, daß die Enten'r alle Verbandlnnaen abbreche, weder Roh^offe noch Leben«mittel liefern und daß sofort der Kriegszustand wieder etxtrefen werde. Wie lehr man in Ententekreisen mit solcher Mög­lichkeit rechnet, g ht daraus hei vor, daß vor einigen Tagen der deutschen Kommission eine Note -zugino, die mit den Worten begann:Da der Ablauf de« Waffeustiüsiandes l --- orsteht . . .." Auch An'amm- lungen gtöfterer Truppen massen am Rheine, die dauernd Nackzug erhallen, laßen darauf schließen, daß man im feindlichen Lager stch auf den Wieder- beginn des Ktregszustande« vorbe'eiter.

Y7- K | Verantwortlich für Leg. rr^a.'tioirellen Teil: Karl Schutte 1

Hl.'* | für die Anieraent 0 Parzeller, ,rutdq. RotatronsLruck. |

Umtriebe im Reiche.

Hali«, 7. ?an. Unabhängige Matrosen und Sol­daten sammelten sich auf dem Marktplatz und ver­brannten unter Hochrufen auf Liebknecht und Rosa Lu­xemburg Flugblätter der mehrheitssozialistischenVolks* stimme". Das Erscheinen der Saale-Zeitung wurde verboten.

München, 7. Ian. Heute nachmittag fand aus der Thereslemviese eine Arbeitslosenversammlung statt. Nachher zogen die Teilnehmer in geschloßenem Zuge vor das Ministerium des Aeußern und ließen durch «ine Deputation da» Berlanaen auf Erhöhung bet Un- terftützungsaelder stellen. Die Arbeitslosen versuchten in das Ministerium einzudringen und drängten die Wa­chen zurück ,wobei ein Matrose durch Messerstiche ver­wundet wurde. Inzwischen war die Landtagswache alarmiert worben, rückte mit Maschinengewehren aus und gab Schreckschüße auf ble Menge ab. Als diese sich schon zerstreuen wollte, fielen aus einem der anlie­genden Gebäude plötzlich zahlreiche Schüße, durch die drei Perfonen getötet und acht zum Teil sehr schwer verletzt wurden. E» kam noch an verschiedenen Stel­len zu Schießereien.

Nürnberg. 7. Satt. Heut« mittag kam es hier xu einer Demonstration der A r b e i ts l o s e n, <m der sich auch die Unabhängigen beteiligten. Einige lau­fend Menschen zogen vor das Redaktionsoebäud« ber Fränkischen Tagespost", des Organs ber Mehrhsitsso- zialtsten, und besetzten es. Die Erwerbslosen verlangen für Männer 8 Mark, für Frauen 6 Mark täglich, wäh­rend ber Magistrat nur 4, 50 Mark dezw. 3 Mark fest­gesetzt hatte. Sie drohten, daß sie sich nickt länger Hinhalten laßen wollten und gegebenenfalls sich nicht scheuen würden, mit Maschinengewehren und Bomben ihre Forderungen durchzusetzen.

Mannheim, 7. Ian. Ein Riesendemonstrationszug der Mannheimer Arbeiterschaft, dem sich auch viele Angestellte anschloßen, bewegte sich heute durch die Hauptstraßen. Refchslagsabg. Oskar Geck proiestirrte gegen da« unverantwortlich« Treiben einer kleinen Gruppe von Terroristen, bie die Errungenschaften der Revolution in Gefahr brächten. Diesem Protest gab auch eine einstimmig angenommen« Resolution Aus­druck, die erklärte, daß die Bevölkerung sich hinter die Regierung Edert-Sckeidemrmn stelle. Wie nachträglich bekannt wird, verübten Spartakisten am Sonnlag außer der Sprengung einer Wahlversammlung und dem An­bruch in di« Eefchästsröume dasGeneralarr-eiaers" noch einen witteren Putsch. Sie drangen im Anschluß an die Arbeitsloseir-emsnstrativn in das Rathaus du. Büroermeister Ritter wurde schwer mißhandelt.

Braunschweig, 7. Jan. Die gesamte renolurionäre Arbeiterschaft der Stabt Braunschweig ist in einen Sympathiestreik für die Partei Liebknecht eingetreten. Zahlreiche Teilnehmer an einem Umzug stürmten die Geschäftshäuser der bürgerllchen Zeitungen und da« Bureau besSozialdemokrat". Der Straßenbahnver­kehr ist eingestellt.

Sotimnnb, 7. Ian. Eine Zentrumswählerver- sammlung im benachbarten Kurl wurde von Sozial­demokraten gesprengt. Ss ereigneten stch wilde Svenen. LautTremonla" würben zwei katholische^ Geistliche schwer verletzt.

* Stuttgart, T. Jan, Soldaten zwangen die Direktion »er Straßenbahn, für si« den 8 Bfg.-Taris einzuführen. Danach drangen sie in« Kriegsmini- stenum, erbrachen die Schränk-' für Modellgftoehr, schlugen Türen ein, rißen den Offizieren die Achsel­stücke herunter und forderten der, Enilaffung. Tn S-- nnd S »Sxat, an fe rm Spitze der Lener de« Kriegsivfeu«, waren machtlos.

S n Putschversuch in Mecklenburg.

Berlin, 7. Jan. 1919. Nach B richten Berliner Blätter haben t» Schwerin bte Unabhängigen in.der Nackt zum Montag den Sturz der 5ie» gittung vermcht. Eine Abteilung Matrosen be­setzte neben anderen Gebäuden da« Arsenal, erklär e die Regierung abgef |t und nahm vrrsch ebene Ver­haftungen vor. Darauf rückte die Schweriner Gar­nison vor und überwältigte nach längerer Be- fchiezung bte Matrosen.

Si« braunschweigisch«« Landtag-Wahlen.

* Braunschwei«, 7. Ian. Da» amtliche Cr ebnt« für kit LandtagSwohlen trt Braunshweiß ist heute end­lich einpeti offen. SS fink den noch abae eben worden insgesamt Hit die demolratifche Barter 46 291 Ltim men. für kie «tte sogiatdewokratische Partei 69706 Sttnrrnen. rüt den Lande« wahlverdand ftechtsstekfirde bürget Ii<6e Parteien) 65 616 Stimmen, für kie unabhän.nkie L»zra-. kemotratie (Regierun, Spart«) 81868 Stimmen. Im Landlose erholten hiernach bte Demokraten 13 Sitz«, ber L-mdeSwahIserbank 16 Sitze, bte alte Sozialdemo­kratie 17 Siae und dec Bartel der llnabidnytnen nur 14 Sitze.

Der Bürgerkrieg in Berlin.

Berlin, 7. Jan. Sie Unsicherheit der Lage m Br-r- fin Mr?Sl noch fo.-t, und eine Entscheidung ist noch nicht crfaflo't. Während der ganzen Nacht hat es in ver­schiedenen Stadtteilen blutige Zusammen- st ö ß e auf den Straßen gegeben. Zu sehr heftigen jtSwpfen ist es auf dem Wilhelmplatz gekommen Gin park bewaffnetes Panzerautomobil fuhr vor dem Reichskanzlerhaufe vor und durchstieß hie Postenkette. Bor dem eisernen Gitter wurde den dort stehenden re- aierungstreuen Truppen erklärt, sie sollten Ihre Mas­sen abgeben, die Reichskanzlei sei völlig umstellt. Zehn Minuten ?ei! sollte den Posten dazu gelaßen werben. Es entwickelte sich darauf ein Feuergefecht, in das auch tie Besatzung in dem gegenüberliegenden Palais des Prinzen Leopold gegen die Svartakusanhänger ein» (triff. Es gab Verwundete unb Tote auf beiden Seiten. Uuch in den heutigen frühen Morgenstunden ist es auf hem Milbelmplok und In ber Wilhelmitraße zu hefti­gen Zusammenstößen gekommen. Frische Blutlachen auf den Straßen zeugen noch setzt davon. Außer dem Hauniteleoraphenamt und den ubrioen bernspreckstel- !en ist heute die Elsenbahnblrektion von be- ^nffneten Snortaku-leuten besetzt worben. Sie darin liegende republikanische Stcherheit-wacke ping nach kur­ten Verhandlungen zu den Svartakusleuten über. Sie Reicks druck erei, die gestern Ihren Betrieb einge­stellt hak, 'st in die Gewalt der Spartakusleute gelangt, tie dar Gebäude besetzt hatten und die Vorräte an fertigem Papiergeld mit Beschlag belegt haben. Die Reicksbank ist wie bisher von einer neutralen Ma-

jrosenwache besetzt. SasSägeblatt", dieVoflifche Reifung", berVorwärts" und andere Zeitungen er­scheinen auch heute noch nicht. SieGermania" er* sckeint unbehindert. SieKreuzzeitung", dieBerliner Neuesten Nackrichten" und dieSeutsche Zeitung" er­scheinen, wie sie mitteilen, unter Vorzensur ber revo­lutionären Obleute. Insofern bieten diese Blätter auch ein merkwürdiges Bild der Preffefreiheit. Sie weisen weiße Zensurlücken auf. Sie Großbetriebe ruhen vollständig. Sie Arbeiter ber Siemenswerte demonstrieren in großen Zügen für die Regierung Ebert-S^eDemann. Andere Werke demonstrieren für Spartakus.

Berlin, 7. Jan. Die Lage scheint heute zu Gunsten der Regierung gefestigt zu sein. Die Zahl der sich bei den Werbebüro« meldenden Truppen und Freiwilligen ist über alle Smartunoen groß, sodaß die zur Verfügung stehenden Waffen kaum ausieichen. Dann fftbieVolkSmarinebivision, deren Haltung am Montag noch schwankend war, vom Spar akusbund abgerückt. .BemerkenSroefist auch, daß dieFreiheit", das Organ ber Unabhängigen, deren Haltung sich am Montag von berRoten Fahne" in nicktS unterschieb, sich am Dienstag einer toefent« sich gemäßigten Sprach« bediente. Sie teilt auch mit, daß die Anregung ,u den Verhandlungen mit der Regierung auSichl eßlich von bet Partei- leiiuna der Unabhängigen anSgegangen ist. Diele Verhandlungen hätten zum Ziel, die Gefahr blutt* ger Zutommenstöße zu vermeiden unb bte Schlich- hing der vorliegenden Differenzpunkte berbeiznfnhren. Man kann wohl annehmen, daß biefe Anregung von den Unabhängigen nicht gefaßt worden wäre, trenn ihre Stellung nicht direkt aussichtslos erjchien Tatsächlich befinden sich die Unabhängigen In einer höchst unerquicklichen Sage. Alles was dir Ordnung und die ruhige Fortentwickeluug der revolutionären Errungenschaften will, strömt zu den Mehrheitssozialisten, während die Anhänger der Sttaßenrevoluiion sich dem Spartakusbund anschlie- fen, sodaß di« Unabhängigen bald ohne Anhänger sind. DieRote Fahne", daS Organ de« Sparti* kusbnndeS, ber bie Stärkung ber Lage zu Gunsten der Regierung Höchst unangenehm ist, nimmt gegen bie Einigungsverhandlungen scharf Stellung und warnt ihre Anhänger, sich von den Führernein* fetfen" zu laßen. Nur durch ent chlossenes und kla­res Handeln ber revolutionären Körperschaften könn­en bie schwankenden Elemen e unter den Tiuppen für dieheilige Sache" deS. Volkes getootben wer­den und zwar nur durch rasches Handeln. In der Tot muß bieRote Fahne" auf raschem Handeln bestehen, denn nach allen Nachrichten, bie in Berlin tut laufen, findet ein starker Zustrom regie­rungstreuer Truppen aus den umliegenden Garnisonen nach Berlin statt, sodaß sich die Lage ber Regierung von Stunde zu Stunde bessert. Dar Wichtigste jedoch ist, daß auch ber BollzuaSrat .Je« Berliner A.* unb S.-Rate« Beschlüße ge-

hat, bie auf eine Rückgabe desVorwärts" an bl« Meh i heitSsozialisten, Wiederherstellung der Pres'e» sreiheit und eine Bestätigung ber AmtSent*

Eichhorns hinauslaufen. Den Be­fehlen be8 Polizeipräfidenben Eichhorn«, so wirb bann gesagt, ist ntcht mehr Folge zu leisten. Wer sie ^solqt, handelt in offener Auflehnung gegen die Aetchsregierung.

* Berlin, 7. Jan. In den Nachmittagsstunden wurde die Lage in Berlin wieder recht ungün­stig beurteilt. Die Spartakusleute hoben weitere Eriolze erzielt. ~ -

eingekeilt. vri

!. äe chloßen. Die Spartakusleute verfügen über °re Reichskanzlei, das KrieaSmin isrerium, oar Gebäude der Eifenbahndirektion unb den "ttbaittliof. Tin reptiblikanisches Regiment, «as o. Garderegtment zu Fuß, ist zu den Radikalen "v-rgepangen und hat im Verein mit ihnen die e atzung der Ptonterkaserne überwältigt, -e teier ($> folg brachte zugleich dos neben der flaTente »e« nhe Proviantamt in die Hande der Spar- wkurieule. Durch Vermittlung von acht Mitqlte- °etn der unabhängigen sosialkemokratischen Partei etgnnhelt zurzeit di Regierung mit ihren Gegnern: ste fmbert bte Räumung bet b eietzten ®e» aube. Daß bie Ve>Handlungen zum Ziel führen, It leibet wenig wahischeinltch. Die Mehrhe'ts- lortattnen be breiten m Maße da« folg. Flugblatt. E. .Arbeiter, Bürger und SolbatenI Di« ^Pirtatusbanbe hat ber u.tt, ihre Gewalt,errschaft ^lter übet Berlin auSzuoehnen. Liebknecht hat ken i; p r bis auf* Messer- gegen bie bürgerlich« --evoikcruna verkunset. Si. e üngabl Toter unD Cer. . unöeter sind bereit# dura, spartakisliichr Mörderhand (. sollen. Erst nach Eintritt der Dunkelheit wurde die , . er abe der Reichskanzler innerhalb zehn Minuten t<|oi6ert Unter nichtswürdigem Mißbrauch der mit*

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geführten weißen Fahne eröffneten die ®partafu«Uutc noch vor Ablauf der Frist einen -teuerangriff, ber avieschlapen wurde. Dir müßen jetzt den auf ge­zwungenen Kampf annehmen Schon zu lange haben wir gezö.-ert. Zlhr mutzt jetzt bereit fe n, euch mit eurer ganzen Person für die revolutionäre Ctbnum einzusetzen. Zu diesem Zwecke fordern wir euch auf, et ne freiwillige republikanische Sch uywehr zu bilden. Dir dürfen nicht eher ruhen, als bte die Ordnung in Berlin wieder der estellt und dem Volk« der Genuß bet revolutionären Errungen- schatten aefiltert ist.-

Berlin, 7. Ian. Am Nachmittag ist es wieder zu einer großen Schießerei gekommen, unb zwar am Brandenburger Tor. Dort demonstrierten Sparta- kusleute unter Hochrufen auf Llebkneckt und Eichhorn. Plötzlich wurde vom Brandenburger Tor her Maschi- nengeroeh^lacken vernehmbar. Sofort stürzten einige Hundert Spartakusleute nach dem Brandenburger Tor und eröffneten das Feuer, wobei mehrere Personen verletzt wurden . Äugenblicklick Ist das Brandenburoer Tor und die gesamte Umgebung gesperrt. Die Zahl ber Toten Ist noch nickt feftoeftettt Man schätzt sie auf 30, die Zahl her Verwundeten auf etwa 100. Die Werbung von Regierungstruppen soll weitere gute Fortschritte machen. Die Gardekavallerie­division nimmt in Berliner Vororten Quartier unter dem Voraeben, sich auf der Durchreise nach dem Osten zu befinden zur Uebernahme des dortigen Grenz­schutzes. Bei der Division ist seboch die Ansicht ver­breitet, daß die Truppen zum Schutz der Nationalver­sammlung zusammengezogen werden. Ser jetzt von den Spartatiben herausgeaebene Vorwärts" ruft seine Anhänger dazu auf, fortoesetzt auf der Straße zu bleiben. Seine Ausführungen deuten darauf hin, daß bei den Spartaklden bie Furcht vor einer Ueberroättigung stark zugenommen hat.

Berlin, 7. Jan. G'« Trupps von Arbeitern ziehen ununterbrochen in da« Polizeipralibium Wo da« Große Haup quartier berUnabhängiaen" »st und Werden hier auf den Höfen, d>e einem Waffen lager gleichen, mit Gewehren unb Handgra­naten versehen. Der ,Bo r rt«, deßen Druckerei noch von den Unabhängigen besetzt ist, war in bet vergangenen Nacht in ber Linbenbriickerei am Schiff- bauerbam hergestellt worben. Die Spaitakisten batten davon erfahren, drangen mit vorgehaltenem Revolver in bie Rebgktion ein unb warfen bte ge­brückten Exemplare in die Spree. Die Güter* bahn böse stehen unter der Kontrolle bes Sparta­kusbundes. Auch da« Rathaus ist feit Mon ag, tote bte .Germania' zu m?Iben weiß, in den Hän- beit bet Spartakisten. Dasselbe gilt von betStad t- hauptkafse. Die Regierung hat burch ben Zentraltat außerorbentliche Ballmackien erhaben. Der Gouverneur Noske führt ben Oberbefehl über alle in unb um Berlin liegenden Truppen. Atan sollte danach mit einem energischen Borgehen rechnen können. ES verlautet,such, daß Truppen um Berlin zus a minenqez »gen würden, unb daß aus diesem Grunde von ben Spartakisten bet Zuz» ve» kehr nach Berlin ge perrt werden ioll. Aber ge­naue Nachrich en lassen sich darüber schwer erlangen.

wtb. Berlin, 7. Jan. Die westlichen Vorortbahnen verkehren fahrplanmäßig., Di« elektrische Straßenbahn verkehrt auf ben meisten Haupttinten. Der Potsdamer Vahnhof würbe in den Abendstunden von regietung»- treuenTruppen besetzt.Das SisenbahndirektionS« geb äude ist nach neueren Mittfitungen von ben re^ierunr Streuen Truppen heute vormittag wieder zu ruckerobert worden. Lei den Kämpfen gab eS auf beiden Seiten zahlreiche Tote und Berwundetr.

Berlin, 7. Jan. Bon Anhängern des Spartakus­bundes ist der Schlesische Bahnhof besetzt worden. (Es haben dort im Laufe des Nachmittags lebhaft« Feuer- gcfechte ftatigefunden. Bor demBorw«irts"-Ge- bäube kam es heute nachmittag abermals zu großen De­monstrationen. Es spielten sich bann aucy Handgrana­tenkämpfe ab. In dieDeutsche Allg. Zeitung" drangen gestern Rocht 30 bewaffnete Leute ein, die die Ferttgstellung der Morgenausgabe dieses der Regierung nahestehenden Organes verhinderten. Heute nachmtt- tag könnt« di«Deutsche Allg. Zeitung" wieder erschei­nen. Dir Beamten de« Berliner P o I i z e i Präsi­diums haben heute wegen Lebettsgefahr bas Ge­bäude verlaßen . 2m Gebäude verl-lied nur der Poli­zeipräsident Eichhorn rot felueü Sichrrhrstsmann- fchaften.

Berlin, 7. 3ar. In den frühen NachmiLvgsjtun- den suchten große Demonstrationszüge von Sparta« kusleuten und Unabhängigen nach dem Wilhelmsplatz vorzudringen. Sie riefen ununterbro­chen: Rieder mit den Bluthunden Ebert und Sckeide-- maim. Durch die aufgestellte Postenkette der Regte- rungstruppen wurden fie nach langen vergebllchm Ver­suchen abgedrängt. Die vielen Plakate mit der Außchrift Unabh. soz. Partei bewiesen, daß die Mah­nung derFreiheit", solange die Derehandlungen dau­ern, keine Aktionen einzuleiten, nicht beherzigt worben ist. Das Kennzeichen der ganzen Situation ist bas Schwinden jeder Autorität. Den Führern find bie Maßen vollkommen aus ben Händen entglitten. 3m Laufe bes ganzen Tages war an verschiedenen Stellen ber inneren Stadt Maschinengewehrfeuerzu hören. Besonders lebhaft gestritten wurde am Bran­denburger Tor. Auch auf dem Wilhelmsplatz wurde vielfach geschoßen.

Vlnc Division im Anmarsch auf Berlin.

*tb Berlin, 7. Jan. Rach einer Melbun« ber Deutschen Ab nbzig.' ist. «ine v o l l st ä n d r g e T i v i - iion mit Artillerie unb Maschinengewehren aus ber Richtung Potsbam im Anmarich.

Eine Drohung Ser Entente.

Berlin, 7. Jan. TieT)eutrd)e Allgemeine Zei- tung" schieibt regierungsoffiztös: Die bebauerttchen Vorgänge in Berlin am Sonntag unb Piontag Ha­den nach bereits voiliegenden Depeschen der deutschen Vertreter eine geradezu verhängnisvolle Wir­kung auf unsere außenpolitische Sage gehabt. Die Vertreter ber Entente haben sich bereu* erkun­digt. ob Deutschland nach bieten Ereignissen to bet Lagesii,seinen finanziellen Verpfltchtungen zu ent prechfN. Sie verlangen Sicherheiten für bie Erfüllung ihrer Forderungen unb drohen, sich im Eoentuellfalle bieie Sicher hetten auf eigene Faust zu verschaffen. Wenn sich da« beutjche Volk nickt im letzten Augenblick gegen Spartakus zur Wehr setzt, so droht dieser SUavenbesreier un5 in

Wüson In Rom.

: ugarro, 4. Jan. Wilson, ber in diesen Tagen in Rom wellte, hat in Gegenwart des Königs im ita­lienischen Parlament eine Rede rehalten, worin er be­tonte, daß bie Bande zwischen Italien unb dem ameri­kanischen Volke inniger geworden sind unb bie Ver­wirklichung von Recht und Gerechtigkeit durch den Frtedensschluß forberte. Bei dem Empfang ber rö­mischen Preße erklärte Wilson:Unsere Ziele find nicht leicht zu erreichen, aber die Prinzipien unseres Handelns sollten unbistutierbar Jein. Die Völker er­warten den Sieg des Ideals unb der Ge rechtigkeit. Gelingt uns die« nicht, so wirb da» Urteil der Geschichte sehr ungünftig lauten. Der Friede darf kein Schacherfrlede sein."

Wilsons Besuch »eirn P-pft.

R»m, 6. Jan. Laut Metdunqen italienischer Kfat- ker sraitete Präsident Wilson am Samstag nach­mittag bem Papst e nen Be uch ab Di« Unter« rebung mii dem Papste fand in der Bibliothek statt. Sie dauerte eine Viertelstunde. Darauf hatte Wil­son mit dem Sabinalftaat« ehetär GaSp arri ein« Unterredung. GaSparii überreichte dem Ptäsidente» zwei Exemplar« bei neuen Gesetzbuches de« kano­nischen Rechte». Wilson dankte unb beglückwünscht« den Kardinalsraat-fakretär zu diesem Werke be« kirch­lichen Rechte». Hierauf verließ Wilson brn Vatikan, während bie Musik bie amerikanische Nationalhym», spielte.

< Der Berliner Kellner streik hat sein End« gefunden. Selbe Parteien ließen von Ihren Forderungen ein we­nig ab. Vor allem würbe ber Trinkgelbzwang end­gültig abgelchasft. An seine Stelle Ist eine fest« Besol- bung ber Kellner getreten. Sie Lohnfrage wurde da­hin geregelt, daß auf sämtliche bestehenden Löhne ein Zuschlag von 25 Prozent gezahlt wird. Rach Besei­tigung des Trinkxeldsyftems erhallen K-lli-er unter 20 Jahren 80 und über 20 Jahren 100 Jl wöchentlich.

* ,. ur 2 wiiliiark.n t>»«^:ssse eiuijäit un< Ungarn ot; es erhält jetzt solange feine brutschen Kohlen, bi» f« bte Rohstoffe andliefert.

* Tnrch eine Barn de, bie in Kiew auf 200 ge fangen« Heimann-Offiziere geworfen wurde, wurde» eine Anzahl Personen getötet unb verlrtzt.

400500 Wiener sterben täglich infolge Krank- heit und Hunger.