ttn» ftidKi eitbett« 1 n fr*' Grundfatz» betitlet ’ tfiWOTl-T#F*T'^»6<5e» entsprechender An- ren Schultern siegreich Geltung verschafft hat, anderen Entschlie- davon darf ein sozialdemokratischer Agitator
a- gibt sich
natürlich nicht» fegen, statt dessen kam er mit den werteren Anklage, daß der Abg. Müller-Fulda noch während de» Kriege» Konsumsteuern ,ur Belastung de» Balke» einaeführt hab«. Gemeint find hier offenbar btt Kohlen steuer und da» Branntweinmonopol, an deren
er, die unser Band dringt f
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Wie vornehm hob sich von der demokratischen «nd der unabb. Versammlung die Zentrnmlmiinnrrversamm- lang Montag abend im Gesellenhau-saal ab. Da hörte man kein« öden Zänkereien, keinen unfruchioaren Streit mit Anderdder.kenoen, kein Wort, durch da» der Gegner sich verletzt hätte fühlen muffen. Klar und ruhig wurden die gemeinsamen Ziele aller Deutschen gezeichnet, dir die beifce Sorg« um dir Rettung de» vaterfanse» au» tiefster Not einigt, und rrspiirgliche Arbeit geleistet zur Aufmunterung de» Bürgertum», damit e» seiner Pflicht eingedenk bleibe. @» war eine großartige Kundgebung. Schon lange vor Beginn war der Saal überfüllt, der letzte Stehplatz wurde au»grnutzt uub Hunderte mufften umkehrrn, weil sie keinen Einlaß mehr finden konnten. Feurige Begeisterung für dir Zentrumrsache durchglüdte die Versammlung und gab sich in dem rauschenden Beifall kund, den die Redner ernteten.
Der Vorsitz führte Amt»gericht»rat Rhirl, der in seiner Eröffnungsansprache die unerträ,!iche Lage kennzeichnete, in die un« die sozialistische Revolution gestürzt hat, und die eminente Bedeutung der Wadlen zur Schaffung einet gesetzmäßigen Ordnung kräftig hervorhob
«bg. Rich. Müller verkündete unter großem Beifall den glänzenden Sieg de» Zentrum» bei den badi'chen Landeowahien und nahm ihn al» gute» Vorzeichen für die Wahlen zur veutichen Nationalversammlung. «l»dann stellte er der Versammlung den zweiten Kandidaten auf derVorschlagsliste der heffisch-naffauischen Zentrumsparti i Hei rn Joseph Becker vor, dessen Wahl man mit großer Sicherheit erwarten dürfe. Herr Becker sei ein erprobter tüchtiger Zentrumdmann, der bei feiner früheren Kandidatur im Reich»tag»wahlkreise Offenbach-Dievurg glänzend abgeschnitten habe, wenn et auch die Partei nicht zum Siege habe führen können. Jetzt ist Herr Becker vorgeschlagen worden vom Bezirk Höchst-Homburg und Frankfurt, er etfieut sich dort allgemeinen vertrauens. Er ist Sekretär der christlichen Bauhandwerker in Berlin, er »ft aber kein Berliner, sondern stammt au» dem Kreise Fulda. Er wird ein tüchtiger Mitarbeiter für Wahrheit, Freiheit und Recht sein. Die Aufstellung der Kandidaten für unsere Provinz hat. io fuhr Herr R. Müller fort, außer- ordentliche Schwieri teiten geboten. Unser Wahlbezirk besteht au» zwei Bezirken, die noch nie zusammen ge, wählt haben; ein teil davon liegt zudem im besetzien <*eoiet, di« Verständigung ist infolge de» Versagen» von Post, Eisenbahn und telezraph eischwert. Diese Schwierigkeiten sind aber glücklich überwunden worden, unse « Listen sowohl für die Nationalversammlung al» für die preuß. Landetzversammlun i find rechtzeitig am 2. nach Raffel abgesandt. Bei der Auswahl der Kandidaten waren folgende Gesichtspunkte maßgebend: Wir müssen zuverlässige Zentrumsleute aufjtellen, ferner müssen alle Berufsstände berücksichtigt sein und jeder einzelne Be. zirk muß zu seinem Recht kommen. Herr Müllet betonte dann bic Wichtigkeit jeder einzelnen Stimme und sol-
schweiget, die sich trotzdem anweiben ließen, seien al» Manhe»6erräter zu verhaften.
) 6» wurde in Braunschweig eine Tegenverschwörung entdeckt, die unter Führung von Offizieren und aktiven Feldwebeln die Kasernen stürmen und den A.» und «.-Rat absetzen wollten. Nach Entdeckung der Verschwärung haben die Arbeiter die Betriebe verlassen und mit scharf geladenen Waffen auf den Straßen demonstriert. Die Leiter der Gegenrevolution wurden verhaftet.
Regelung, wo» der Redner schamhaft verschwi gen hat, auch die Sozialdemokratie beteiligt war. Der Redner folgerte da» Schuldbewußtsein der bürgerlichen Parteien da,au», daß ff« olle ihre Kamen gewechselt hätten, auch da« Zentrum, da» sich jetzt »demokratische christliche Volkspartei- nenne. Da» wisse man zwar noch nicht überall, aber e» sei doch so. 91 ist wirklich dankenswert von dem Abg. Hüttmann, daß er au» Frankfurt hierher kommt und un» über da« Zentrum aufklärt. Wir hätten sonst über diese Namensänderung vielleicht nicht» erfahren und schließlich am 19. Januar ahnungklo» falsch gewählt. Die Zentrumsleute selbst wissen nämlich von einer solchen Namensänderung nickt» Sie sehen auch gar feinen Anlaß dazu. Die Partei ist stolz auf ihre Vergangenheit und da» kann sie mit Recht fein, sie darf sich mit ihren Leistungen und ihren Verdiensten für do» Volk sehen laffen und braucht sich ihre» ehrlichen Namen» wahrlich nicht zu schämen. Sie tut «» auch nicht, he nennt sich, wie ffe sich ”imer nannte: Zentrum. Daß hier und da von Rednern und in Kundgebungen noch schmückende Beinamen zugefügt werden, wie christliche Volkrpartei, da» sind persönliche Liebhabereien. Der Name Zentrum ist nirgend» verleugnet worden. Der Redner, bet in seinem langatmigen Vortrag« taufenberiet und noch einige Dinge zur Sprache brachte, verblüffte die Zuhörer durch die fabelhafte Leichtigkeit, mit der er die schwie-
Dnd da» wirb ffUcht^so bleibt 1 übrig, al» sie zu zerschmettern. Em ..
trag wurde angenommen. In einet anderen Sntschlie iung protestier der L.» und S.-Rat gegen die Entsen. pung eine» Heere» gegen die russifche Republik. Braun-
Die Volschewifien sind gai nicht fe schlimme Leute. Trennung von Kirche und Staat? Die gerechteste Sache von der Welt. Nur der Zwang soll beteiligt werben. Da» auch noch etwa« andere» beseitigt »erben soll, baß mit dem Strem der R.ligion«unterricht au» der Schul« verbannt werten soll, da» erfuhr man von dem Redner natürlich nicht. Um de» Himmel»willen kein Zwang gegen Unglauben und Heldentum, aber selbstverständlich äußerster Zwang gegen da» Christentum. Zwang gegen gelt gläubige Eltern, daß ffe ihre Kinder nur noch in religbn« lose Schulen schicken dürfen, daß ffe ffe gegen ihre Ueberteu gung im Neuheidentum erstehen laffen muffen. Die'en Zwang finden di« unabhängigen Sozialdemokraten ganz seidstverfändlich. DerRedner hütete sich übt men», aus diese Dinge näher einzuiehen, die Frage der Trennung von Kirche und Staat schien für ihn heiße» Eisen zu fein. Auch über bie unglaubliche Mißwirtschaft de« neuen System« mit ihrer tollen Geldverschwendung, die un» i n ein nie ge. ahnte» Schuioene end stürzt, hüpfte er wie ein Seiltänzer hinweg; hätten wie bie neue Regierung nicht, so meinte et, bann hätte e» noch größere Unordnung, Verschleuderung von Staatsgut ufro. gegeben. Kopfschüttelnd hörte die Veisammlung dies« wir so manche andere kühne Behauptung de« Redner«. Wer in einem Zwischenruf Zweifel äußerte, mußte sich belehren lassen, daß er über diese Din,.e noch nicht so lange und tief nachgedacht habe, wie der Redner. Vielleicht ist e» auch hierauf zurückzuiühren, daß die meisten Zuhörer schließlich nur bie eine Erkenntni» mit nach Hause nahmen, baß Tadeln und »burtriien leicht ist, daß sie aber nicht den Bewei« erbracht sahen, daß der Tadler und seine Partei Xaufenbiüuftler sind, die alle« besser können al« andere Leute. Sie haben vom Redner keine Aufklärung darüber erhalten, wie e« kommt, daß eine Mißwirtschaft, wie sie nie und nirgend» in der weiten Welt gesehen worden ist. über unser arme» Vaterland hereingebrochen ist, feit die Sozial- bemofratie ihre vielgepriesenen Resormideen in bie Tat umzusetzen begonnen hat.
Nach dem Abg. Hüttmann sprach noch ein geldgrauer in Ton und Ausdruck einige Grade schärfer al» jener. Hüttmann hatte da» Märchen erzählt, von den Kanzeln fei bet Krieg .heilig gesprochen' worden. Der Feldgraue übertrumpfte ihn durch die Mitteilung, er habe auf dem Rückmarsch durch den Westerwald in einem Dorf ein Kreuz-Denkmal gesehen, auf dem zu lesen stand: .Andenken an den heiligen Krieg ISIS". Leider vergaß der Redner den Namen de» Lotse» zu nennen, in dem er diese» sagenhafte Kreuz gesehen hat. Da« Schlußwort hatte Malermeister Krönung, der den Zuhörern u. a. die von ihm gemachte Entdeckung vortrug, daß da» Zentrum die Partei der Groß apitalifien und Grundbesitzer sei und dann seine Persönlichkeit al» Grund- und Eckstein der llnadh. Sozialdemokrate in Fulda gebührend in den Vordergrund rückte. Die Versammlung war in der Hauptsache von Nichtsozialdemo, traten, zahlreich auch von Wahlunmündigen beiderlei Geschlecht» besucht.
tigsten politischen u. wirtschafllichenProbleme,Fragen.über die dir zeschridrstrn Stute sich ihr geben lana die Köpfe zer- dtachra, glatt und .reftlol* löst». Sozia si^runz? Wa» gibt» da für Schwierigkeiten ? Sir wi-d gemacht und bie allgemeine Glückseligkeit ist da. D ighndrwrßung mit ber maßlosen Forderungen der ganze» Wirtschaftliche» Leben en» War. Auch dir find nicht so tragisch zu von selbst wieder. >rbeit»schrus Im Zukunftßstaat fl bi» leine Faulenzer mehr, bie Sozialbemokratir macht alle Arbeitet zu Jdea menichrn. Die bolschewistische Gefahr? D r» ist nut em Kinderschreck, ein .Buhmann'.
Die Nattorialwahlerr.
Fnlbo, 6 Jan. D e Wahlbewegung ist in stärk, stem Fluß. Eine Hochflut von Versammlungen bricht Aber un« herein. Ueberfüttte Säle und erregte Aut- sprache lassen die heftige Erhitzung ber politischen Lei. denschaften erkennen. Sie machen e« auch gewiß, daß bte Wahlbeteiligung am 1«. Jan. so allgemein sein wird tote nie zuvor; die gegnerischen Parteien werden den letzten Mann und die letzte Frau an die Wahlurne brin. een. Eine Mahnung für un» Zentrum»leute, auf dem Posten zu sein, un» nicht übertreffen zu lassen an Wahl» eifer weder von link» noch von recht«.
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Stürmisch ging e» in bet Versammlung bet Deut. Men demokratischen Partei zu, die am 6am«. tag abend in Giesel» Saal stattfand. Heftige Zwischen, reden, langanhaltende Unterdrechun en bet Redner ließen bie seht gemixte Zusammensetzung bet Bet» Sammlung erkennen. Da» offizielle Thema wat: Die Wahl zur Nationalversammlung, aber in Wirklichkeit Unterhielt man sich fast nut über bie Frage: Wer ist sschuld am Kriege 1 Schulb sind natürlich bie andern, bie eigenen Geffnnuna»genossen sind schlohweiße Lämmer. So meinte e» auch der Hauptredner be» Abend», Generalsekretär Ernst »lein au» Frankfurt, ber sich fm übrigen mit erfreulicher Deutlichkeit über bie Stel. jung ber Demokratie zur Sonaldemokratie ouSiieß. Er Kill keine Scheidung zwischen »üraertum und sozial, pemokratie, aber e>st recht keine Gemeinschaft mit den stehtrstehenden Parteien. Leget bie Trennung von Kirche und Staat sprach et sich mit weiset Zurückhai. Iung au» Der Elefant im Porzellanladen Adolf Hoffmann ist nicht nach seinem Geschmack, aber grundsätzlich will et ba»selbe wie lener. ,
«ach ihm sprach Frau Loew au» Frankfurt über die Ideen der Frauenorganisation. Sie warf dem Männerparlament vor, die Interessen der Fan nicht nenügenb vertreten zu haben und erhob dann Forde» Zungen, die u. a. längst im Kinderschutzgesetz und in den «rauenschutzbestimmungen der Gewerbeordnung verwirk, licht worden find. Von den Parteien fand kein« Gnade Sir ihren Auaen, außer der Sozialdemokratie und der emofratie. Sie verlangte, die Oeffnun, aller Berufe Cie die Frau, vor allem legte sie sich in» Zeug für en Beruf ber — wir dachten nun käme: bet Berus feer Mutter, nein — höret, staunt und fallet nicht auf -rn Rücken — für den Beruf al» Diplomatin i Große« Halloh. Die Au»sprache eröffnete Herr W e i m a, r dem jein tosende» Hinau» entgegenschallte, al» et sich al» Deutschnationaler bekannte. Nur schwer gelang e» ihm, sich Gehör zu »erschaffen, er sand aber donnernden Bei. /fall, al» er die von dem Redner de» Abend» gepriesen« Kultur de» Westen» verantioortlich machte für bie Schmach, bie unfern 800000 Gefangenen in Frankreich «ngetan wird und darauf hinw>e», daß in England die FriedenSparreien unterlegen seien, und in Frankreich Ser Tiger Clemenceau, der Deutschland vernichten wolle, in diesen tagen wieder ein Vertrauendvotum erhielt. Herr v. Bodelschwi ngh, mit wildem Spektakel em. prangen, schloß au» bet Erklärung be» demokratischen Redner», baß man in sozialen Forderungen nicht weit tzenug gehen könne, baß bann auch wohl bi« Demokratie ifür di« Aufhebung de» Privateigentum» an Grund fand Boden eintrete, eine Feststellung, gegen
feie von bem Referenten nicht» eingewendet
"wurde Die Behauptung be» Referenten, ber Millionär nable höchsten» zehnmal soviel Steuern wie bet kleine Atann, wie» der Redner al» unwahr zurück. Tatsächlich tft allein die Einkommensteuer eine» Millionär«, der, wenn et nut etwa da« lösache an Einkommen hat, um da» VOfache größer. Ge enüdet der Behauptung Son der Verhinderung be» Frieden» durch da» .alte 'System', erinnerte der Redner an da» Wort Helfferich», bah in keinem Stadium de» Kriege» für uns ein anderer Frieden erreichbar gewesen sei al« ein Frieden der völligen Unteiwerfung. Zahnarzt Nußbaum suchte etwa» von der Sozialdemokratie adzurücken, einig fei Stan mit ihr in der Förderin, i bet Erweiterung der baltischen Rechte, ber Schaffung eine» Eristenzminimum« für jedermann, bet freien Bahn für jeden Tüchtigen, Forderungen, die schließlich ba» gesamte Bürgertum auf feine Fahne geschrieben hat. Der Referent verschaffte sich im Sa li ßwort Beifall butch heftige Abwehr von Vorwürfen, bie niemand gemacht hatte fand durch Vie Auffrischung einet nicht mehr ganz neuen übrigen« bestrittenen Zeitungsmeldung, daß der König von Bayern 1916 einen öerftän'»i iung»frieben durch feint Ansprüche auf Elsaß-Lothringen verhindert habe.
^Ber ist schuld? Da» war auch ba» Thema, ba» bie Versammlung der Unabb. Sozlaldemvktrten am Sonn- tag nachmittag beherrschte. Auch hier waren e» bie — an. feeren, nut waren die anderen wieder ander« al» die anderen der andern Versammlung. Nach dem Haupi» redncr, dem Aba. Huttemann au» Franisutt, ist er Krieg verschuldet durch die Gewalthertschaft der de fitzenden Klasse, Gckuld haben alle Parteien, die Mehtbctfa- Sozialist.» nicht ausgenommen. Di« «inzi ien Rettet hr» Baterlande« sind di« Unabhän igen. Schuld bat vor allem auch da» Zentrum, da» alle Kreditfotverungen für Heer und Marine bewilligt hab«, «ine Behauptung, die zwar nicht wahr zu sein braucht, aber auf eine un- kundi e Masse Eindruck macht, und ba» ist ja idt Zweck. -Wit bcHlten un» vor, in einem besonderen Artikel auf dies« Av->elegenbeit zurückzukommen. Dem Zentrum »er R-.dnerff weiter vor, e» habe durch seine Steuer.
• Die Menschen sind toll! Det ,5orto3rt»* mutz scharfe Klage führen, daß in zahlreichen Vergnüg. ung»i'8titn in Berlin Tanzkufibarlesien und andere Vergnügungen die ganze Nacht hindurch bi« zum frühen Morgen sta ifänden, wobei Wei ®al und Elektrizitäl trrbraud)t wirb. Jnsoledeffen kann in industriellen Betrieben enijprechend weniger gear» beitet werden. — Nun erst droht man mit Abschneidung be« Strome«. Die Berliner tanzen aus einem Pulverfaß, an bem bie Zündschnur schon glimmt —
• Die LpartakuSleut« sprengten in Mann- Heim eine Wählerversammlung der Deutsch-natio- tialen Volkrpartei und demolierten Stühle, Tische und Wandiplegel. Darauf zogen ffe zum Geschäft«, aebäubt d » .Generalanzeigers und schlugen Fenster» Pheiben ein.
v Ausschreitungen in Konstanz. Montag morgen tirtfd en 1 und 2 Uhr kam « in Konstanz zu schiveren u«ichreitungen. Erne große Menge von Soldaten )unb Arbeitern zog lärmend vor ba« Münster, in Hefie« Nabe sich ber Pfarrhof unb ba« Geichäfttge- fcäube ber „Konstanzer Nachrichten" befanden. Unter dem Ruf: „Nieder mit dem Zentrum!" wurden Türen unb Fenster be« Pfarrhofe» emoefchlagen unb erheblicher Schaben angerichtet, sodaß schließlich Militär alarmiert werden mußte, daß die Ruhe ohne Anwendung der Schußwaffe wieder herstellte.
* Zwei amerikanische Kreuzer sind im Hafen von Neufahrwasser bei Danzig eingetroffen.
• Bei den türkischen Metzeleien in Armenien sollen l‘/e Millionen christliche Armenier ihr L den einöebüßt haben.
'eettt en? bem Zurück bet jetzigen Sewaltlnhaber auf bem Gebiete de« ReligionSunteriichteS, daß ener- gifche» Vorgehen nicht ohne Erfolg bleibt. Jetzt dürfen wir nicht erlahmen, der Kampf muß durchgefochten werden. Tun wir alle mit bem Stimmzettel am 19. Jan. bei ben Rationalwahlen und am 26. Jan. bei den preußischen Wahlen unsere Schuldigkeit, bann wird ber Sieg unser sein! (Lebh. Beifall.)
Herr Becker ertoiberte bi« ihm gewidmeten freundlichen Worte mit bem versprechen, im Fall« seiner Wahl seine ganz« Kraft dem Land« und Volk« zu widmen. Er zeichnete bann in fesselnden Ausführungen einige ber Ursachen, bte tu unserem Niederbruch geführt haben und legte bat, wai un» not tut, nm au« bem Chaos heraus- zukommen. Die Zeit be« neuen deutschen Kaiserreich« gehört so war etwa bet •ebantengan« feinet Ausführungen, |u ben glänzendsten in der Geschichte unsere« Volke«. Begründet durch ben wirtschaftlichen Ausstieg erlebten wir ein« Entwicklung, wir btt Welt ff« noch nicht gesehen hat. Aber ba« Reich au« Blut unb Eisen zusammrugeschmiebtt, hat e« nicht verst«nben, bie Dell sich zu Freunden ,u machen. Elsaß-Lokhringen. bewohnt von Deutschen wie wir, sag« sich leichten Herzen« van un« Io«, und bet Osten bringt nach Polen, obwohl bie Verhältnisse bort unb bei un« sich wie Tag unb Rächt von einander umtrscheiben. Wir haben «• eben nicht vermocht bi« Menschen innerlich zu un« heramu,irden. Unser Mllitari»mu« halte sein« guten Seiten. Der Ct» ganisationSgeift, auf ben wir stolz find, ist die Frucht be« MilitatiSmu« unb bie glänzende wirtschaftlich« Organisation ist Beist vom Deist der Di-ziplin, den er von ihm empfangen hat Aber der Militatiämu« hat ben Menschen im Menschen nicht genügend gewertet Dazu kam, baß unsere Diplomatie versagte, unb bie Krieg«,ielpolitik ba» Volk au»<inanbergeriffen hat Um au» bem Elend hetau»zukommen, brauchen wi: vor allem schleunigsten Friedensschluß. Aber kein Stiebe ohne Rationalvet- fammlung. Ihre Einberufung darf banim nicht von parteipolitischen Gesicht»punkten au» behanbelt werben, wie ba» geschehen ist Schon Mitt« Januar hätte bie Nationalversammlung zusammen treten können, wenn nur an den leitenden Stellen der Wille dazu vorhan- den gewesen wäre. Wir brauchen ferner feitumriffene nationale Ziele. Alle Gebiete mit deutscher Zunge müssen dem deutschen Reich «ngegliedert sein, auch Deulsch-Oesterreich. Unserer jetzigen Regierung fehlt leider der energisch« Wille, das Volk dagegen eufau rufen, daß im Osten ein Fetzen nah dem anderen von Deutschland los eriffen wird. Wir müssen schließlich für die Verwirklichung beS Völkerbunds edanken» un» einsetzen unb für seine Voraussetzung, ben
Rcchlkfrieden sowie au» wirtschaftlichen unb
rcligiöien Gründen bie Fortführung ber kolonial» politischen Tätigkeit fordern. Im Innern stellen wir un» auf den Boden der demokratischen Republik. Wir brauchen eine auf dem Bolk»willen beruhende Regierung, nicht eine einseitige Parteiregierung, und die Herbeiführung einer festen Ordnung, damit wir nicht dem Bankerott verfallen. Jetzt wird bie sozialdemokratische Regierung durch ihre Anhänger von gestern unb vorgestern bedroht, nicht von reckt», bie Maschinen- Sewehre, — darauf beruhen ja heute Macht unb Recht — nb nicht allein in oen Händen Der Mehrheitssozialisten, sondern in denen bet Unabhängigen und ber Spartakisten. Der Redner, bet während bet revolutionären Vorkommnisse in Berlin weilte, ließ au» eigenem Er- leben grelle Streiflichter auf bie bärtigen haarsträubenden Zustände fallen und zeigte, daß bie jetzige Regierung nicht die Macht hat. au» sich Ordnung zu schaffen, baß ffe auf tönernen Füßen sicht. Er führte weiter in eingehender Begründung au», daß un» vor allem not tut det Wiederaufbau unsere» wirtschaftlichen Leben», ba» nicht durch willkürliche Eingriffe beunruhigt werden darf, eine geordnete Rechtlgrundglage für unser Staat»« finanzen, die nicht so weiter verpulvert werden dürfen, wie in in ben letzten Wochen, eine gerechte Steuerverteilung und schließlich vi« Sicherung unsere» Kulturleben», Wiederaufrichtung ber Religion im öffentlichen Leben unb Durchdringung be» Volke» mit christlichem Geiste. Die Versammlung folgte ben Überzeugenden und durch packende Hinweise auf bie jetzigen Zustände unb burch schlagfertige Abfertigung gegnerischen Zwischenrufe belebten Au»führungen mit starker, innerer AnKilnahme, bie sich durch lebhaften Beifall tunbgab. In einem besonder» einschlagenden Schlußwort forderte der Redner zu eifnger unb treuer Mitarbeit bei den Wahlen auf. Langanhaltende» Hände- klatschen unb Bravorufe lohnten ihn.
Stadtverordneter Reith schilderte ben Verlauf einer Zenirums-Vetsammlung in Herolz, bei ber bie Sozialdemokraten schlechte Erfahrung mit Störung»» versuchen gemacht hatten. Er bat bie christlichen Ar» beiter, durch bie Abgabe de» Zentrum» »Stimmzettel» am 19. Januar für ba» Wohl be» Volke» unb Vater» lanbe» einzutreten.
«llbann sprach Oberlehrer Scheller unter großem Beifall über Christentum und Neuaufbau. Den Bericht über diese gehaltvolle Rede müssen wir bi» morgen zurück,testen. Lu» der Versammlung betau» wurde eine Entschließung eingebracht, wonach sich die Anwesenden mit den Ausführungen der Redner einverstanden er- flöten, geschlossen für bie chrinlichen Ideen eintreten, diese durch ihre zu wählende Vertiefung in der Nationalversammlung zur Geltung gebracht zu sehen wünschen und deshalb Zentrum wählen. Die Entschließung fand allgemeine Zustimmung. _
Nach einem begeisternden Schlußwort de» Vorsitzenden, bet noch einmal bie Bedeutung bet Wahl am 19. Januar in scharfe Beleuchtung ruckle unb an bie Treue ber Zenti um» - Wählet appellierte, fanb bie et hebend verlaufene Versammlung ihr Ende. „
($) Dipperz. Gestern nachmittag fand imKircherffchen Saale dahier eine gut besuchte Zentrumsversammlung statt. Assistent Werthmül irr und Bolksvereins- SekiefärFra n keniwickelfen da»ZentrumSprogramm. Herr Pfarrer Ney forderte alle auf, sich an der Wahl am 19. und 26. Januar zu beteiligen, lieber die Zukunft unsere» Baterlande» soll entschieden werden. Dann erteilie der Versammlungsleiter da« Wort zur allgemeinen Ans prache. Ein ehemaliger Dipperzer, der in Frankfurt a. M. regelmäßig die sozialdemokratischen Versammlungen besucht, meldeie sich zu Wort. Er betonte gleich an'ang», er habe nicht» geoen da» Zentrum. Er nahm die Revolution in Schutz. AI» der selisame Heer nun gar noch bei vorhob, et ziehe ben Hut ab vor fadem Mairosen, weil die un« die Revolution gebracht hätten, erhob sich lauter Protest in der Beriammluna, zumal bei den ehemaligen Frontsoldaten. Bon dem abgegangenen ftultulminiiier meinte er, Herr Hoffmann sei viel zu dumm gewesen, er selbst hätte e» schlauer angelanqen. Herr Frank entwertete dem Frankfurter Sozielisten unter ellgemeinem Beifall. Der Herr au» Frankfurt hat nicht» verdorben, sondern zur Erheiterung der Versammlung beige- «rage«. __ .
«- Kämmerzell. Dor einer von Manner« und Jünglingen, sowie Frauen und Jungsraue« lehr zahlreich besuchten Der'ammlung sprach gestern Redakteur Weßler au» Fulda über die Erhaltung unserer kulturellen Güter, übet da» Frauenwahlrecht und bi« Stellung (wt Sozialdemokratie zu Religion und Thristen'nm.EDen Foiderungen der Sozial- demokiaiie strllie et ba» kuliurpolitische Proiramm der Zentrum»portei ge ifnüber, für die einmütig ihre Stimmen abzugeben, er die Anwesenden begeisterte. Pfarrer Guth' r lei legte in überzeugenden Sorten dar, daß die Sozialdemokratie ge^en die mei ien Lrbeiierichutzge etze gestimmt und für da« Landvolk nicht« getan habe. Seiner Verärgerung unb Ber- bitterung, to begreiflich unb erklärlich sie auch sei» dürfe niemand durch Abgabe eine« sozialistischen Waylzettel« Luft machen. Wer da« tue, handle nicht nur töricht, sondern begehe auch Betrat am Baler- land, am Christentum und seiner Familie. Die eindrucksvolle Bersammulng liahm den be tt« Serievf.
'X Pilgerzell. In einer von vielen Männnsi^ und Frauen besuchte« Versammlung sprach gestern mit großem Erfolg Frau Eicken scheid» eu» Fulda über die Aufgabe der christlichen Mü ter. Herr Pfarrer Ruez au« Künzell und Herr Hille n b r a n b aus Pil 'erzell sprachen über die politische und wirtschaftliche Bedeutung der Wahlen für die Nat^nalversammlung und die LandeSver amm- lung. Sämtliche Redner sanden lebhaften Beifall.^
•b- Hauswurz. Unter dem Vorsitz des Herr« Pfarrers Fürst fand hier eine sehr zahlreich besuchte Versammlung statt. Herr Subregen« Dr.' Heller-Fulva entwarf ein Bi>d der Zeitlage unb forderte die Anwesenden auf, ihre Stimme dem Zentrum zu geben. Herr Buchhalter Mollenhauer! Fulda sprach übet die Erhaltung der konfessionellen Bolktschule und die Wahrung der Eliernreckte. Herr Andrea« Schrerber-Fulda ging den Ur-gchen de« Zusammenbruch« nach, stellte Vergleiche auf zwischen dem P>ogramm de« Zentrum« und den Bestrebungen der übrigen Parteien, hielt anhand der ReichStag«berichte gründliche Abrechnung mit der Sozialdemokratie und schloß mit einem begeisterten Apell an die Versammlung, am 19. sowie am 26. Januar ihre Pflicht zu tun.
0 GerSfeld. Nach einer Besprechung im Gasthause „Zur firene* wurde hier eine Ortsgruppe der „Deutschen Demokratischen Partei" gegründet.^ Den Vorstand bilde« die Herren Direktor a. D.> Schneider, Kaufmann Karl Goldbach, Landwirt Karl' Schleicher, Lehrer Kurt Riebord und Frau Mari» Schneider geb. Ruff.
11. Anzefahr. Am Silvesterabend «nd am Neu« jahrStage batte die Zentrumepariei ihre Wähler i» Anzefahr, Stausebach, Himmelsberg und Sindersfeld zu gufabesuchten Versammlungen berufen. Nach-i dem die Versammlungsleiter Pfarrer Hülsmann,» Kaplan Haa«, Lehrer Hannapel und Bürgermeister! Daube auf unsere politische Lage und auf bie Notwendigkeit der Nationalversammlung htngewiese^ hatten, ergriff Partei'ekretär Müller-Marburg da« Woit zu längeren Ausführungen über das segens-s reiche Wirken der Zcntrumspartei zu Gunsten aller Stände sowie für die Erhaltung einet christliche« SiaaiSwesenS und forderte zu eifriger Wastbetei-s ltgunfl auf. In der folgenden Aussprache wurd^ besonders das neue Wahlverfahre» ausführlich be-> handelt. j
Gestohlene
und unrechtmässig erworbene L BekleldungssWckB der Heeresverwaltung schinden den Träger und den dänischen Hamen. > RelchsrorwerlsüffM Berlin W 8, Frieddchslraßa kss
4VnUI»9* * , i: ‘-wSwHg.
«MA" Fulda, 7. Hanuar 1919., 0 EinquartlerungSamt. ES beziehen heute nach» mittag i« Fulda Quartier vom Fußartilleri-batail-s Ion 63 der Stab, die 1. Batterie und eine Kolonne, in Ställe von 10 Osfizieten, 60 Mann und 7E Pfetden.
—* Schulanfang. Am Mittwoch, den 4. Janz wird an den Mainzer Unterrichtsanstalten, auch! an den Volksschulen der Unterricht wieder auf<i genommen.
:: Eil- und Frachtgntdeförberung. Am 6, 7. «, 8. Januar findet in gleicher Weise wie am 30. und 31. vor. Mts. Annahme von Eil- und Stückgüter« statt. Auch zur Beförderung nach Baden und Württemberg, geleitet über Hauau-Babenhausen- Kranichsteia.
Letzte Nachrichten.
wtb Berlin, 7. Jan. (Tel.) Nach bisher böte liegenden Meldungen kam e» im Laufe deS gestrige« Tages an fünf Stellen zu Zusammenstößen^ bei denen eS Tote und Verwundete gegeben hat. Auch in der Nacht haben Straßenkampfes vor der Reichskanzlei stattgefunden. Spartakus versuchte einen Handstreich auf die Reichskanzlei^ Die regierungstreue« Truppen feuerten. ES ga8 20 Tote und mehr al« 40 Verwundete.
wtb. Vetliu, 7. Jan. (Tel) Wie wir erfahren^ find bie Vorarbeiten im Auswärtigen Amt uns i« Archiv be» Kaiser«, bett, bi« Geheimakten unb biel Vorgeschichte be» Kriege», abgeschlossen. Dias Veröffentlichung bet Vorgefundenen Geheimakten ist erst nach Zusammentritt bet Rationaiversammlun« »u erwarten.
wtb Wie», 6. Jan. (Tel.) Der ehemalige Mi^ nistet de« Seußern, Graf Czernin, ist an eines Blinddarmentzündung erkrankt.
wtb Bern, 6. Jan. (Tel.) Der Oberbürgermeister) von Mailand sagte in seiner Begrüßungsansprache an Wi^on, daß der FriedtnSschluß keinen neue» Jrredent'smu» bringen dürfe. Freiheit und Gcrech- tigkeit müsse auch der deutsche« und russischen Re* publik gewährleistet werden.
wtb Vern, 7. Jan. (Tel.) Einet Madrider Meldung be» .Propre» be Lyon' zufolge hat die Entente in di« Rückkehr ber zurzeit in Spanien befinblidjett deutschen unb österreichischen Staatsangehörigen eingewilligt. Ihre Rnckiahrt soll jedoch auf spanischen Schiffen erfolgen, bie in englischen Häsen durchsucht werden sollen.
wtb Pali», 6. Jan (Tel.) HavaSmekdnng. Der Minensucher „Tan'a»" stieß am 19. Tex. auf der Höhe von Smyrna auf em« Mine. 11 Mau« der Besatzung wurden gerettet unb 27 verwundet.
wtb Pari», 6. Jan. 1919. (Tel. Hava».) Der übieotöneie Turme! ist in der vergangeiienMacht gestorben. Er war bekanntlich wegen Einverständnisse» mit bem Feinde angeklagt worden.
wtb Stockholm, 6. Januar. (Tel.) An» Helling- fort wird gemeldet: Der finni che Ltnatssekretai Kokor», der durch bie Bolschewisten in Peier»durg in» Gefängni» gesteckt wurde, ist in geiziger Umnachtung gestorben. Zn Petersburg befinden sich noch etwa 60 Finlander in Hast.
Mitteilungen
-er lMtijchrn
Nahrvngsmittelstelle.
7. Januar 1819.
Am Mittwoch nachmittag von 2—3 Uhr rrird in der Molkerei
Matte
ba« Pfund zu 1 Mk. au«ge geben. vezurrb«r,Lti«ck sind die Ausweise Sir. 2901 dir 3400. Ti« um 8 Uhr von den genannten Ausweisen nicht adgeholtsn, Rtaigcn sind verfallen. "