utdaer Ä ctimdruckrrei in Fulda. — Preis monatt
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IpL, ««. 8. T,!«.r-*br»ffe: Fuldaer fleitunx
rensta« 7. Zssruar 1919» |
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Neue Unruhen in Berlin.
Ter preußische Minister de« Innern bat di, En Haftung de« Berliner Polijeipiäsidenten 8 j ch. dorn verfügt, und Minister Eugen L,nst dar sich baut erklärt, neben der Beibehaltung seiner bi«» he '^n Funktionen auch bi« Leitung de« Poli,-i- Präsidium« zu übernehmen. Tamil war endlich einem Zustande ein Ende gemacht, der unhaltbar gewvi den war. Eichhorn, der al« der Vertrauen«» mann der unab ängiptn 'oziall emo'rati chen Partei aus seinen Porten berufen worden war,bat vom ersten Lag seiner (LeschäfiSfübrung an sich un^ jeinAmt in den DlkNit der Unabhängigen gestellt. Lr, der berufen war, für die Oidnung und Sicherheit in der Reich«« daupistadt zu sorgen, war da« Haupt aller gegen »je Regierung gerichteten Verschwörungen, «r hat sich nicht ge cheut, die A-beiter chaft der Reick«, haiiptüadt zu wiedrrholien Malen zpm Streik auf» zusordern und zu sporiakistiscken Putschen au dr- toaffnen und auf die Euaße zu schicke».
Die Radikalen sind aber nicht gekommen, ihren «önner kalt stellen |u lassen. Auf einem ««mein, kamen Aufruf der Unabhängigen und der Sparta» knSIeute vei sammelten sich am Sonntag in der SiegrSallee Anhänger der Unabhängigen und de« epa>ta!u«blinde« zu einer Massenkundgebung gegen die Absetzung Eichharn«. Vornweg sah men Anhänger de« Roten Soldatenbunde» viel, Redner forderten nicht nur zur Bewaffnung de« Praleiaria!« auf, londern erklärten unter dem Beifall ihrer Zu- Hörer, daß sie entschloss n seien, di, Rationaive'» lammlung zu verhindern. Tie Redner forderen bann die Massen auf, sofort znm Reichtamt zu stürmen und Ebert und Echeldrmann «ufzuschlitzen. feie Erregung war unerkennbar groß. Tann farmie fid> der Zug und zog durch da« Brandenburger Lar dar da« Ministerium de« Innern. Am Branden, turg'r Tor bei brannte man auf einem Scheiterhaufen eine Unmenge von Regierung«flurblär-ern. kor demM>nisleriumdk«Jnnerrn wartet« bkreitrL'.rd. knecht in einem Kraftwagen auf den Zu«. Ban de« Bm- deck hielt er eine Ansprache an die Menge, in der er sagte, daß an der Spitz« de« Reich,« Verbreche wie Ebert und Sckeidemann strhen. Ta« Prsl^ariat müsse sich bewaffnen und einrn eisernen Rin« um da« Präsidium legen. Di, Eoldatrn müßten im vkl«n Wit dem bewaffneten Proletariat alle« out bieten, um bie Entsernung Eichhorn« zu verhinvern. Nach bieiem Kampiausruf setzte sich der Zug nach dem Polizei- Präsidium in Bewegung. Die Erregung wvM; der Zug ging nach dem Polizeipräsidium, auf befc* Balkon Eichhorn und Ledebour er chrenen. Eichhorn erklärte, ,r werbe bleiben, solange das Proletariat tt verlange lind er w rde seine ganze Macht euibieten, die Er. rungenschaften der Reoolution zu sickern. Tie Menge zog weiter zum Gebäude de« .Vorwärts", tes erstürmt und besetzt wurde. Da« gegenüberlie. gende sozialbem. Propagandabüra routie gestürmt, dieEinrichtung auf dieSiraße geworfen u. dortverbrannt. Kübn gemacht durch d e bedauerliche Tat ach«, daß die R-gierung eS nicht wagte, ihrem Treiben Wider- stand entgegenzusetzen, vergewaltigte die Menge dann auch da«Wolfsjche TrlegraPhrnbureau und besetzten nicht weniger al« acht bürgerliche Zeitungen, um sie am weiteien Erscheinen zu verhindern.
In den Abendstunden wurde der Sitz der Reicht' regieruno, in«besondere die Reichskanzlei, von allen Demonstranten gesäubert und durch Gardetruppen gesickert.- Tiefe Gardeiriippen sind vollkommen seid» waischmäßig mit dem Sturmhelm au-aerüstet und wachen einen au«gezeichneten Eindruck. Ebert und Scheideman der P'este aeg-nüber er» Hart, daß sie zum äußersten Widerstand «egen die Rechitbrüche 6er Spartakisten entschlossen feien und daß sie nicht« unve, sucht laffen werden, um be Ruhe und Ordnung wieder herzu lellen.
Spät abend« kam e« zu einem A nqriff auf die Reichskanzlei, der einige Opfer gekostet «at. Einer der Spartaku-leute soll eine Handgranate geworfen haben. Auch sonst ist e« zu Schieß», seien gekommen, so vor dem großen Warenhaus« ^»on Wertheim» wo in den Nachmtttaadstunden Spar- ia!u«Ieute mit einigen Hundert Soldaten der Re» «ierungrpartei zusammenstießen. Die SparlakuS» leute eröffneten schließlich ein heftige« FGuer bon dem Warenhause auf die Soldaten. Diese Klugen den Spartakisten die Gewehre an« der Hand. Es gab eine Anzahl von Toten und Ber» Pundeten.
. Der Zentrakrak, der von bet Reichskon. Jfrpnj der A.. und S.-Räte eingesetzt worden ist, k>läßt folgenden Aufruf an alle Arbeiter- und Sol- baienräte Deutschland«:
Der Kongreß aller Arbeiter, und Goldatenräte weutschlnnd« hat un«, wie Euch bekannt, zu seinem «otlzu Sorgan ernannt und un» seine Vollmachten »britränen. Wir Haden in den ersten Wochen nnserzr Aatinkcit un» fast au#saliehlich mit den zum Himmel sriireienden Zustände in Berlin beschäftigen W'isien, wo eine kleine Minderheit gt^en den »llneineinen Willen de» Volke», besonder« auch der vrrlmcr Bevölkerung, und gen en den ausgesprochenen Willen der Arbeiter, und Soldatenräte ganz Deutsch« lrinü« eine Gewaltherrschaft zu errichten bestrebt fü- Ta» verbrecherische, alle Errungenschaften der Revolution -efährdende» Treiben bewaffneier Banden tzot un« gtnöti t, derReick«leitu»za ußer ordentliche Vollmachten zu erteilen, damit in Berlin endlich einmal die Ordnung und die Rechtssicherheit, die unter |®ein freiheitlichsten Regime erst recht notwendig ist, .wie.-ierhcrgeitellt werden kann. Alle MeinungSverschie- benheiton im einzelnen muffen jetzt zurück gestellt wer- cken Himer da» Ziel, die schwer erkämpften Colt». •Treib eit en au schützen, einen Frieden nach innen •*>nb außen zu sichern und damit da» ganze werktätige 'Jjolf vor neuem furchtbaren Unglück zu bewahren. E» ist die Pflicht aller Arbeiter» und Soldalenräte, un« vud die Reichrleitung dabe, mit allen Mitteln zu Unterstützen. Hallet, roa» dazu erforderlich ist, be»
Je einmüti er sich die Arbeiter und Sol taten ^'Ut chl md» und die von ihnen gewählien Räte zu» M umenschließen, desto rascher wir» der Kampf nach •em Willen be« Wolke« entichieden sein! ■
dlm gestrigen Montag hatten die Spartakusleute ->»ch das Abgeordnetenhaus wie da« KneaSministe- Ruin« und ferner die meisten Berliner Zeitungen r Etzk. Ti, Haupt zenen spielten sich wieder wie üb« iw) >n der Wiltzelmstraße ab, wo Tarnende von De» Wonstrantku^ur die Slegitiuna sich bejiamnitll gal
ten. G,,eu Wi" erschien tiett *3 einem Par« t,n,f,n'ter W. ■ ' .$8fandti, ü»* *« M-n,» {xbelxe begrüßt. u .e. daß di» Artiortakveriammlung unter elUn . .l-mdes stattfinderl werde. Daran w rden » . och chnndhängiz s Ote Regierung n'cht hindern linnen. Wenn sis e« wüntckten, würde Oernalt der Gewalt entgeienoeir|t. Auf die stürmische Anffarderun, der Menge erschien auch »ch«i- demann, der vor Erlegung zeiiweil,» xicht sprechen könn e. Die Una tzängiqrx und die kpa.i« u«!e i e hätten seinen und ®?ertt> Tod de ck soffen, doch lasse sie dS« falt. Gche bemann schilde>t, dann 6te Gefahren, die sich «uS diesen Zniiandeu ei gehen, wo-- auf er mit einer stürmische» Forderung »ach Waffen un'erbrochen wurde. <r lagke bte Erfüllung tziri-S Wunsche« zu. Schließlich fsrbeiir es Sie Mengs zu einem Schwur für die Rchudük au;, dar auch gie leistet wurde.
Inzwischen versammelten sich Unabhängig» und SponakuLleute in der Sieg,«alle,,, diele führten Körbe unb Pakeke mit. Über deren Anhalt man nichr im Zweifel war. »n einzel««« Gil-Le« kam 66 tertst «uck zu Zwischenfällen.
Auch an verschiedenen Steilen der Mate kam ti am Rackm ttag zu kchietzerrie« uns Züsammenktözert. E« wird berichtet, daß e« um $ Uer tx der Leip- Iigerstraße vor »em La-entzinc« «rtetzeim Mehr- ei!«>ozialillen, d:e sich brn der Reichskanzlei Waffen holen wollten, Spartaku«keuie, d:e sie irrtümlich für Geünnung«gr«ossen hielte«, kük Latkunft baten. Tie Spa iakutleut, enttoortoaets, sie mochten sich ruhia Waffen bo'en «nd eröffneten «v die «bziehenb, Gruppe ein Feuer, «ngedlrch weil sie zfautzren, daß dl, Mehrheit« ozia i iett sie entwaffnen wollten. In d,r dicht belebten Lripffgerstraße eiristand «ine unbeschreibliche Panik. Nm junger Mann wurde erschossen, mehiere Pers» e» verbmnoet. kpaier fand noch einmal «'ne Schießerei auf dem Leipziger Platz statt. Sie Spaitakudonhän er demächtigren sich de« Kraftwagen« uub eröffneten dann von dem Ärafitoagen ein Feuer, »»durch mehrere Perivnen »erletzt wurden.
Sonntag mittet fand iw der Reichskanzlei ein Kri,g«rat der VotkSdeauftragte« statt unter Beteiligung »er Mitglieder be» Zentra Irate» der beiter- und Soldatenräte Leuischtends. Die Regierung beschloß, sofort mit «Hett ihr zu Gebote stehenden militärischen M«:cht«irtein einzugreifen und dem Treiben der Gp artaiudiente ein Kn»« zu setzen. Zum Lberromskaudierandeir der Äegitt-x truppen wurde der Dvlttbeauftragte «r»» .. . Die MegteruirgStruppen werden mittet» Lastauto« allen Stabttiilen in m$ GLadtiüknere befördert, »» jis in der Röhe der ReichsLanztei Kesammrlt »erden, ff,; Innern der Stabt «ft be« PeffaEn Sie Weisung erieffr, so schnell wie möglich »ie Stratzen ju brrlafjen. $xe stenster müssen geschlossen sein. Die Regierung h«r »K ab geleh nt, mit b em lC]»«ti«}ü«ieüt'eK verhandeln. — Die Leiden Partem» stehen Lch der Wilhelmstraßs in 1Ö0 Meter 6ntfcmni< Ä« « 4 jff bereit gegenüber.
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Dir Zustinde m Berlin -srLnge« zur dung. Wo« sich «m Sanr.r«K uns Wsntag is »es ReichShauptstadt atze spielt hat, ist die Anarchie. Die Regierung har tu Ür6»*»*xt8, daß fi« dutch langer, Untättgletz sich selbst i$w» die Kevolutio« in Gefahr bringt, nun endlich »en K-rl^chiuß gefaßt, durchzugreifen. Der Zenlralrm: tzat r»r i>8$ »öligen «ollmachterr gegeben un) Ro-ke, zioeifello« bie energischste Per ö.iitchkeit «m Kabinett, zu n Eon- verneur von Berlin un» zum Höch »ksmmanbierknden tu den Marten »>»«:.ut. iKleichjeittg wurden di, Truppen un» zuv,!lasst.;, Atberrrr und Büigec de- ivaffiiet. Wie von anderer Seit, mitgeieill wir», sind für alle yäUe Truppen m Potzdam dereiigejitllt worben.
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Berlin, 6 3«k. Aiib,r di» «i de« Klxmtk'
Kun»«» »rrb noch derrchlL': D,x ItzGmdplatz m »er »kra-enzn« xtn »eß fin» »»st 30»<».
rnngstreuen Lowp« <>•»!»«xt L e :te be rit «f yu «chießereieu atttuuMs; 8» hat «e r». .»et« an» «ach Tote gegeben. Zn» •«webe sich » ■ Girnatio« vich- leicht am beste« dadurch charstterisi«-»^ »«s sich die GyartakrrSanhänger und bis LnhLn««- »w #t»g«eim»g Gbert-ScheibemanL in zwei bewaffnete» -bageLN g»- aenüderftehen. Für die Anhänger der N«Ht«runo ist der Mittelpunkt da« ReichRanzlerpalai«, für drs dewaffneten Lpartakudanhänger daS Psisteipräsidiu» sm Alex»Rd,r° platz. Die Epariakn«gr!LpNe E eine eSEigs Straßen» «gilatio» organisiert. UebeisB sieht Ma« kleinere isnb größere Gruppen, in deren tttlie ein Spartakist agitiert. Bei diesen AaitationSreden kommt e$ vielfach zu lärmenden Szenen, auch zu Pr-igeleien. Die Situation in Benin ist äußerst gespannt unb sehr kritstch. Beide Parteien verlor en sich mit Waffen un» Munition Für bie Epartakudanhän^er drinnen Lastauto» große Men en von Waffen unb Munition nach dem Marstall. Som Zentralrat ist Stolle zum Kommandanten von Berlin einer nt worden Gegen 8 Uhr nachmittag» würben da« Haupttelegraphenamt »o« Anhängern bei Sp artakul-Bunde« bejevt.
Die .Deutsche Allu. Ztg “ weiß zu «telberit, baß man nicht nur bie »roßen Berlinec Verla e unb den wärt«* besetzt har, sondern daß man -®i«t in Pr i» vathäuser einzedrungen sei und dort «roßen Uvchig verübt habe Auch die Pri»atwohtr^«e b$« neuen Pali« ze Präsidenten Tugen L>nft fei geffsirmi und besetzt worden; in dieser Kohnurrx feiest .MafchiN«nge»rhre ausgestellt worden.
wtb Berlin, 6 Jan. Nach Ausgang der De« monstraiionen auf der Wilhelmrstrage kam e« h,ut, in den Paten Nachmit agSstunden zu einem ernsten Strafen kampf jw >cken Spa»xMt«° Anbänfe>n unb Volk« oldaten. Du ch d e Men chenmeng, bahnt, sich ein schwer beioaffirei.« Pa> zerau omobil, das von Sponalue-Lruten geleitet wu> de, den Wea nm ReichSkanzlerbaufe. Die Besatzung de« ffieick«kanzl,rl,au,« ortff da« Panje^antomo il mit Hnndnianaien an. Ans bette« der SpartakuS-Lent, toll ti zahlreiche Tot» gegebeu haben; die ve- ineun.i des Reichskanzlerhause« hat dagegen nut einen Manu verloren. Elnzelheiteu sind noch Nicht felweltellt.
Auf Anregung von Dittman« und Kgntlktz soll «ine Verstänbigunglaktion eingekertet worden fein. Die Re ierung habe sich zu Berhandtuniien bereit ex» klärt, von vornherein aber dreierlei «eferbeti: Ent- »affnun* oller Aichtsoldaien su( SgUMte Geiten;
J Mäsunttij bet' besetzten Amtlgebäube und Redaktionen; f Äatia»n*fuit, G-chHorns.
Di, r.ti'trn Berliner Alttter sind nicht erschienen, 4.er „eormätt«-" «ricken.t unter neuer Itebaitien in Gestalt eines K.ugdlstreE.
Wie bie Revolution vorbereitet wurde.
Einen nrue« Beleg für b:e Art, wie von den umstürzlerischen Llementrn die ftebolniioii bei un« vorbereltet wurde, lie ert da« Berliner Organ der Unabtättetfen „Ti, ^reideii" in einem Auf atz-, 'N de« bie Verdienste der Unabhängigen um di, Rivn- iutien in Geaenfatz gestellr werd.« gu her von den Mehiheitksorialisten de'riedrue« „BremSpolitik". D.e „Freivrii". chre'bt u.
„D'e Zehntau'ende, die damals knack dem großen ytanuar-ftreif' allein von Berlin aus den roten Lckein erhielten ur.b an dis Fronr mußten, haben nickt wenig dazu bei betraten, den Geilt zu erzeu en, der zur Zer» nrürbung »es MilitarirmaS und zur Revolutionierunc, der Soldaten fübrtr. Ununiei brocken haben wir seitdem unter den Arbeiter« im Reich und in Berlin, »urch «en Ausbau M Pertrauensmänn rshiteml, durch lieber» miiielung »oit »oitationsmoteriil an die Vertrauen«. nt*rtner »er Betriebe und »e« Heere«, den revolutionären Geist zu erzeuaen und zu beleben un« brmübt, der in de« Rovernbertiteen »enst «uck den Eie» brackte. Dir Vertrauen «ränner'örpee, insbesondere die mit Waffen «ül'erüfteten Großtrupps waren zu allem eniicklossen, dr.r boru« «n von dem atühenden Vertan'en, dem entsetzlich-« Menichenmorden buri baL revolutionäre ''or- geheri »er Kr»<iter ein Ende zu machen.*
Die „Freiheit" derpißl nur zu erwäbiten, daß e$ bre Revolution nicht rn-he bedurfte, um dem K>iege ein Sude zu macken, denn a'S sie au«- brack, war uiE-re Waffenstillstand« »mm flion ickon tnt französischen Hauptqnarner unb bie „Frei eil" »erschweigt auch chamhaft, daß bie mit russischem Geld gekauften Waff n der Etoßtrupv« dazu dirn-n sollten, deutsche Bür,er und Soldaten zu titelt. Wat die Rvolution un« bi«Ian« gebracht har, ist wahrlick nicht derart, daß sich einer dessen x.'hmen sollte. Wenn un« die Revolution aber noch Weiler bergab führen sollte all bilbre, bann wissen wir, bet »m wir un« bsfur zu bedanken haben.
Li« Seutfch« Lemohilifierun^.
yetliu, 5. Jan. Tie Deutsche Allg. Zta.' meldet: Die Demobllisierunx »H brüt chen Herre» rst sehr »,it vorgrsch'itten. 15f) Divisionen haben lerri't «bwrüstet. 88 Divisionen sahen noch abzu- süftett, »bee auch »« bieten ich-ei er die Temobih» ierung oußerordentlich schne i dorwart«. So ist z. V. bi$ fünfte Rkseivedivision vor zwei Tagen angekom- ■; rn und tzct beret$8 ihre Leute entlassen. Mit der 'lusid ung der alt,« kai'«licken Armee erledigen i ff»' auch big Wünch, betreffend da» T>ag--« von
flbtet.--.en de. dreier Armee. Tie alte
■ix me, Deutschi««d« har zu existieren « u f g e h o r t _
Oie AttSwrkfrtngen aui Glsatz-Lothringen.
wlb Iderliu, 3. Jan. Nach Mitteilung der »eutfchenLaffenstillstandSkointniffion dauert dte shste- Marisch» Ausweisung der E!>aß-Lothringer deutscher Lhstammung durch die Franzo en an. Nachdem die Zahl der in Freiburg und Umgebung ohne «uSreichet-de Barmittel mit gerinoem Gepäck einet« troffenen «rsaß-lothrlNLi.chen Staatsbürger sich bereit» «ter 1600 belief, folg en nunmehr Wetter« 200 Per-
«u« MühltzaustN. A t bte Bertriebenen he» richre«, werden bie deutschen Ciaei#bürget in Loimar und Mühlhausen in offenen 8a ikiaftwagen dem Pöbel zur Verhöhnung vora,führt, wobei fit auch oft Mißhandlung n erleiden. Dir B.t» r ebenen seihst mußten all"« Spa, vermögen, Guthaben, Kietduttg uv» alle» H« -«Mobiliar auf An- »rbnuna »er französischen Offtztere und Beamten zurückiaffen, befinden sich baffe : in höchster Notlage. Um d.« Elend wenigsten« einige'ma'en zu linDein, hat bie Regierung Barmititl zur Beifügung geiitllt, ■
$sr Vormarsch der Polin
#eVt Mluawresetzt weiter. 3ii Gchnetdemtthl sind wverbiAbuKiie« LnrerLrochen. MltGnrsen' let Pose« nirgend» Verbindung. Die
polRische« Loldstr« sollen den Vormarsch mit Artillerie
LtzsLR degonneM hahe«. $ul Bromberg *rb «melLrt: Dte deutsche LeoKlkerung beginnt flucht- arLtg die Stadt zu bet la {fett,, sa bie Polen gegen diese Ktadt im Anmarsch find. Die Bahnt,nie Btombero— Bnrse» ilt von den Polen besetzt. Die Flieperstation $ «tote® bei Hosen wurde von polnischen Loldaten er- stüimL. Die An./reirer waren etwa 8t 00 Mann stark und hatten 13 Feldgeschütze und 40 Maschinengewehre. G« entspann sich ein heftiger Heuerkampf. Die Besatzung von gegen 100 Mann wurde gefangen genvm- men. Alle glucaeus e und da» übrige Material fielen in polnische Hans. Briderseit» gab e» Lote unb Verwundete. Der Zugvertehr nach Berlin stcckt.
Die polnischen Pläne gehen darauf hinauf. De stund Ostpreußen durch Ueberrumpelun, der (»s end lmk» der Weichsel avzusLneiten. Da Rakel in der Hand der Po en un» tz«, neidem u hl gefährdet in, besteht kein Personenveikrhr mehr auf der Ltrecke Ldorn-Berltn. ffn S-nerdemüll ist da» Standrecht erklärt. Die Bahnoerbindunt Dirschau-Berlin ist gleichfall« unterbunden. Zugoerkehr mit dem Osten ist nur .trck übet Lonzig • ktolp mö.ülch. yn fast «Le« größeren westpreußischen Oets basten lie-ien Aerdeliften für » * solnische Slcherhe>tlwehr au$. Der beutfete Heimatsch-ctz ist unzurrickens und bekommt keine HerftLrkrr««. Sollle sich bie L eibung bewahrhei- ten, bah dir LtL Bro«drra, Hoffens alga und ®weft« sich ge-rnigt haben, keine Äreuzverstärkungen «ranzaführrn. so ist Luch Keftpreußen in wenigen
Lagen verloren.
Di, tschechische Gefahr für Sachse» beseftitt.
Wie die Leipziger Blätter au« be 'unifttitbtetft Ouelle et afften, kann dte unmittelbar drohende tickechilche tzlefght für Sach en zurzeit al« beseitigt gelten, da Präsident Ma aryk ein Ge inet bet über die sächsi ch-böhmische Grenze dinattsge enden An. nex on#beiti,bunnen ist. Ter Präsident wird dem» näü st eine Be'ständigunp mit den Teuifcben in Böhmen anbahnen und zu diesem Zweck tue Führer itt Deutsche« zu einer B^preckung einloben.
Msckenfrre wird nach Saloniki gebracht.
Ei» »euer Gewaltakt bet Entente.
E» Wie«, 4. Jan. Gestern nachmittag erschien tritt höherer französischer Offizier tm Fother^kasieü
b.-inr Generalfeldmanchall v. Mackensen und teile ihm mit, daß da« Oberkommando der Entente bet ch!offen habe, ihn nach Saloniki zu übetfüU ren. Mackensen erklärte, der Gewalt weichen z»> müssen. Er wurde unter Bedeckung französischer- Ko onialsoldaten tm Kraftwagen nach Gödoll» gest bracht, wo der Sonderzug bereit stand. 80 Kolonial^ d!baten bestiegen mit Mockenieu den Zug, »et um 12 Uhr nacht« nach Saloniki abging.
' Wa- uni droht!
Man schreibt der „öerm/ von zuvetlässiast« Eeite:
Durch Großkaufleute erfahre ich, welche Art Bi«, tung resp. Dercklavung England für un« beabsichtigt, fall« die Enieniv unsere Finanzen übernimmt Es ist das ägyptische System, welche« batin bestehh baß
1. TieBerwaltung der Gelder einer Rom» Mission übertragen wird (wie in «eghple» die Sette ißublique), die
S. durch wohlberechnete Steuer abgaben und Zoll- müßreaeln das heimische Kapital völlig au« dem Lande zieht. So gibt e« tn Aecypken nut mehr kleine Händler. arme Landleute und eine Anzahl Getsrlicher, btc oen Kinder« die Furcht Gott,« beibtingen.
8. Tie Landleute werden durch ihre engltsch« Besitzer oder Gläubiger gezwungen, gerade da« zu bauen, was England wünscht, nämlich Baumwolle und Zuckerrohr (um England die Ab- längigkeu vom ameiikanischen Markte zu sparen). Sie telbet miebten lieber Getreide bauen. Gi, huniern im alten Äornlanb,, so daß sie oft da« kaum gereifte Zuckerrohr benagen; sie sind vollstäu- big abhängig von den englischen Kapitalisten.
Dte« Lo« stehe auch un« bevor, wenn e« un« nicht geling', di« entsetzlich schweren Finanzauf- gatzcu [tlbet zu lösen.
Ler Streik im Ruhrgebiet.
Duisburg, 4. Jan. Die Streikbewegung ntvtt ben Berg«rbeiie>n hat jetzt auch auf dr« linksrheinischen Zechen tibergegriffen, auf denen eins 3>il her Belegschaften ausständig geworden ist) Bisher sind die Zechen Dieraatk und Mewiffen in; Mitleidenschaft gezogen. Die Belegschaften box’ Rheinpreußen I lehnt den Anschluß an den Streiks ab. AI« auf Zeche Mewtssen eine Anzahl Streikens der der Aufforderung der belgischen Sicherheittwache zum Huie nandergehen nickt folgte, machte dies« von der Waffe Gebrauch, wobei ein Streikender bet# letzt wurde.
□ Wiesbaden Da bie Haltung mancher @tn» wohnet von Wiesbaden gegenüber der Be atzung sehr zu wünschen übiig läßt, verfügte det kommandierende Genet al, daß sämtliche Einwohner mit Ausnahme der Frauen, auf den Bürgersteigen de« fianzösischen Offiperen au«weicheu muffen. Ehren» bezklchnunge« werde« nicht bo« bet Bürgerschaft verlangt.
Streik und Forderungen—aber kein Geld.
Berlin, 6. Jan. Hebet Lohnfoiderungen bei des Essener Poik-rweht ist e« dort zwilchen der DolkS- webr un» dem A.» und S.-Rat zu stürmischen Su8«‘ etnandersetzunaen gekommen, in deren Betlattf die Führer der Volk»weht erklärten, man werde bet Nichterfüllung der Forderungen zur Selbsthilfe greifen. ®er A.- und S.-Rat wie- gegenüber den Fot- derun en bet BolkSwehr aus die schlechte finanziell« L«ge der Stadt Esten nnd der industriellen Werk« hin. Die Firma Krupp bade im November unmittelbar vor dem Bankerott gestanden, lsdaß je em MitslieS de« SpartakuSbunteS und bet unabhängige« Sozwldemokiatte nach Berlin erfahre« seien, wo e« ihnen aeiang, 110 Millionen Mark für die Ftima Krupp flüstig zu machen, damit die Arbeitslöhne luSgezahlr werden konnten. Der Firm» Krupp könne »tun jetzt, ebensowenig tote andere» Werken weiter e Lasten aufbürden, sondern »ton müsse zufrieden sein, wenn sie keine weiteten Entlastung,^ vornehme. Schließlich einigte man sich auf eine» Minlestloff« von 15 Mark täglich für verheiratet» und 38 Mark für unverheiratete Mitglieder bei VolkSwehr, wobei bie Frage bet Beschaffung bet bo4 zu erforderlichen Mittel offen blieb. — Gletchzeilick treten in Esten die Straßenbahner in den AuS4 stand. Tie Forderungen der Streikenden wurde« teilweise bewilligt» sodaß am Nachmittag bet Stra- tzendahnverkeht wieder aufgenommen wurde.
Eine Mahnung au« dem Grabe. &
Natlowltz, 4 Januar. Betgrat Jokisz h ist fM Willi, au« dem Leben nefchteden. Et hat diesen Schritt mit folgendem Lchriflstück begründet: »An bie ober» schlesischen Berg- und Huttenieutel Nachdem wir un» veigeblich bemüht haben. Euch durch Warle zu belehren^ habe ich mich entschlossen e« durch eine Tat zu bet» suchen. Ich will fteruen, um 6udi zu beweisen, daß bie Tor en, die Ihr über un er bene idete» Dasein verhänot, seilimmer find al» de rTod. Wohlgemerkt also: Ich opfere meivLeden, um Euck darüber zu belehren, daß Ihr Unmögliche» feuert. Die Lehren, die ick Euck au» dem Grabe zurufe, lauten: Mißhandelt und vertreibt Kure Beamten nicht, Ihr brauckt sie und findet keine anderen, die bereit sein würden, mit Wahnsinnigen gu arbeiten! Ihr braucht sie, weil Ihr den Betrieb ebne Leiter nt t t führen könnt. Fehlen die Leiter, bann erliegt der Betrieb unb Ihr müßt verhungern und tut Eu t) Sure Fcaarn, Eure Kinder und hunverttau» sende unschuloiger Büraer Di, eindrinaliche Mahnung, die ick an Euch richt,, ruft Euch zu eifriger Arbeit. Nur, wenn Ihr mehr arbeitet al» vor dem Krieg uns Euere Ansprüche bescheidener werden, könnt Ibr auf Zufluß von Sebrntmitteln und auf erträgliche Preise rechnen. Da ich für Euch in den Tod ceaangen bin, schützt nie ne »"trau und m ine lieben Kinder. Helfet iffnei^ wenn sie durch Euere Torheit in Rot geraten.
>d»isig-Werk, 1. Jan. Jokiszh.*
Di, teilten Brannskwtiger.
8 «unf*toeig 5. Jan. In bet Sitzung bet San» »e» A.- und e.-:ttäte Braunichweig» erklärte bet Präsident: Wir werden unter keinen Umständen, wenn bi» Nationalversammlung zusammen^,treten« ist, unser» Tätigkeit «18 Ä.- und S -Räte aufgeben. Wir werde« alle» tun, um die Nationalversammlung wieder so schnell wie möglich von der Bildfläche verschwinden zu lafferv Wenn ffig Kationalpeistamaitung un» nicht g«fäüt —»