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X. Mrgaog.

Jliarßurg, Dienstag, 28. December 1875.

Sr. 803.

OlmheWc Zcilung

liberalen. Auch hier trat allmälig wieder das Bestreben bei einem Theil der Partei hervor, Politik auf eigene Hand MT machen und sich dadurch mit dem Reichskanzler in Un- einiakeit zu versetzen. DaS Ansehen und der Einfluß der Partei nach Außen, sowie daS unbedingte Zutrauen des Reichskanzlers in ihre ZuverlLsstgkeit wurde dadurch b-. deutend erschüttert. Beide liberale Parteien büßten am meiften aber dadurch in der öffentlichen Meinung ein, baß sie sich durchaus negativ zu der wirthschaftlichen Frage ver­hielten, und alle Hoffnungen, die man in dieser Beziehung im deutschen Volke aus ste gesetzt hatte täuschten Die vielfachen Aeutzerungen der liberalen Presse m der Provinz «eisen daraus hin, daß man mit dem Verhalten dieser Parteien sehr wenig zusrieden ist und daß ste einer Re­organisation dringend bedürfen.

Dagegen ist nicht zu verkennen, daß dte frelkonservatwe Partei durch ihr besonnenes und unabhängiges Auftreten, durch die RückstchtSnahme auf unsere wirthschastliche Sage rin befielet BerstLndniß unserer Verhältnisse gezeigt hat, als die beiben liberalen Parteien, und daher auch für die Zukunst eine weit größere Aussicht auf Einfluß zu gewinnen tot Stande ist, als jene in sich uneinigen und zersetzten Parteien. Auch an die konservativen Fraktionen tritt dte Lraae heran, wie sich dieselben unter der veränderten Lage der Dinge verhalten wollen. Die neukonservative Partei, welche mit Entschiedenheit für den Reichskanzler aufgetreten ist, hat die mancherlei Antipathie, die man Anfangs gegen sie hatte, überwunden; ste hat, obwohl sie noch nicht sehr

Anzeigen nimmt entgegen: bieeti>ebiti»tt dl VlatteS, sowie die Annoncen-Bureaur von L- Daube & Co. in Frankfurt a. M.: Jiiger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete- A meyer in Berlin; Carl Schliß-

i (er in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaur von Th. Dietrich & Co. in Äaffel und Hannover; Th. Diettich in Frankfurt a. taasenstein & Vogler in cankfutt a. M-, Berlin,Leiv- zig, Eöln it; Rudolf Moste

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn-undF-iertagen. Preis str QuattÄ^it der ^^chAAAhZ^?WAAA?ft«^ gA2e» Ä-ÄdPst!!^ ^uch°dr?-er"ei) bezogen ft M^urch die MgW ggjgjg werL 25 ft berechnet._______________________

der durch sein kürzlich erschienenes orthographisches Wörter« , buch besonders berufen erscheinende Dr. Daniel Sanders , aus Altstrelitz, Rathgeber des Generalpostdirektors bei deffen , zeitgemäßer Fremdwörterjagd.

25. Dec. Im Etat der Telegraphen-Verwaltung für 1876 sind als neu Besoldungen für den General-Postmeister , und Gehälter für einen Director des General-Post« und einen Director des General-Telegraphen-AmtS auSgeworfen. ; Am heiligen Abend wurde nun der bisherige General-Post- , director Stephan zum General-Postmeister, die Geh. Ober- . Posträthe Wiebe und Budde zu Direktoren für die beiden , zuletzt genannten Stellen ernannt. Der erste General- , Postmeister war der Erzieher des großen Kurfürsten, Graf Schwerin, und bis zum Jahre 1848 folgten fünfzehn Ge­neral-Postmeister in Preußen aufeinander, unter ihnen auch , der Staatskanzler v. Hardenberg, welcher diese Stelle eben- falls inne hatte. Der letzte General-Postmeister, als die Postverwaltung auf das preußische Handels-Ministerium überging, war Herr v. Schaper. Bei der jetzigen Ernen­nung wird nun das alte Amt für das Deutsche Reich wiederhergestellt. Unter dem Deutschen General-Postmeister, der ja auch an der Spitze der Telegraphen-Verwaltung steht, sind ungefähr 65,000 Beamte beschäftigt, eine Zahl, welche die Truppenstärke zweier Armeekorps übersteigt. Dr. Stephan hat sein Meisterstück bei der Schöpfung deS allgemeinen PostvereinS gemacht. Der preußische General- Postmeister hatte früher den Rang und das Gehalt eine« Staatsministers, das des deutschen General«Postmeisters

. _______ beträgt 12,000 Mark weniger und er hat auch bi«

Al« der gegenwärtige Reichstag gewählt wurde, da warI Deutsche-»eich. «jetzt nicht den Titel Excellenz. Wichtig in der ©e

der kirchenpylitische Kampf auf seinem Höhepunkt, und berl _ Q $ b Der Präsident deS Reichs-Istallung ist die Ernennung eine« höheren Civllbeamter

alte Schlachtruf:Hie Welf, Hie Weiblingen! war ml Bmu», 2. * . Veranlassung des!zum Direktor deS General-Telegraphen-AmtS; diese Stell,

den modernen:Reichskanzler oder Gentrum" wn0ewanbelt Vuebergange« sämmtlicher bekleidete zuletzt ein höherer JngenieuEfficier, «O t >

Alle anderen Parteiungen verschwanden vor diesem Unter. Reichskanzlers » auSgear- nicht leicht g-wesen, diese frühere militäri^ Spitze b

schied. Die Socialdemokraten brachten nur ein fo tletne« © oat«« unb ^ivat Et envay n^ baS Eigenthum Seite zu schieben. Vielleicht wird für die Feldtelegraphi Häuflein ,iy hie Versammlung, daß ste kaumals Partei rubeiiet Nach erwerben nach dem Anderen nur leine besondere Organisation vorgesehen. E« war biShe

mnnen waren, die Polen und Elsaß-Lothringer ordneten I sämmtlicher ^'^"dah"enerwerven,n q- nur «noch n cht möglich, die Verhandlungen mit SBärtember;

w, w- lunb Bayern über die Telegraphen-Depeschengebühr und bl

in ihrem Programm ausdrücklich ble UnttQun9 M eine W^tn6c ^^eTgem werden, sonstigen Vorbereitungen so »eit zu beendigen, um die neu. Reichskanzlers in seinem Kampf gegen d" Relchsfeinde f. I g die Tarife auch wieder herabgesetzt würden,! Telegraphen «Ordnung schon zum 1. Januar einzuführen,

ttntet bijern Feldgeschrei wurden * Seiten dies wird daher einige Monate später geschehen. ,

ordneten sich die Parteien und begann die parlamentarische I stch dennoch vte iieoern y i v ^eder! AuaSburg, 24. Dec. DerAllgemeinen Zeitung . Arbeit. Der Kamps nahm an Heftigkeit mit l^em Tageides R^ch^ st"° ^er Staatsbahnen dürfte wird aus München gemeldet: Wie schon erwähnt, glaub,

zu, alle anderen Fragen traten vor ihm in u H -I ,-L-gijcker Widerstand aeleistet werden vielmehr äußern! Cultusminister von Lutz den zur Erhärtung der von , hr gründ. Eine festgeschloffene Verbindung aller . bi? meiften Stimmen enffchieden günstig über das Projekt. aufgestellten Behauptung angetretenen Beweis durch de,

Parteien war zu Stande gekommen; die alten 5ction6 I' maAriAt,n gb.r ben Stand der Verhandlungen Inhalt der bereits bekannten Aussage de« Erzbischofs co.: unterfefeiebe verblaßten fast, unb bie W«ung toteiin - 5W' ^XTbeX«^ erbracht zu haben, steht die Sache dadurch al,

«ta gten 16« dn, !- ÄEÄÄXlSl«. 6« «Wgt und fi-d« sich 1° dn-m »b«r.ß mchl

Da» war ba» Bilb, welches ber Reichstag tn st !haben zuverlässiger Mittheilung nach, bisher überhaupt nicht,!anlaßt. Dem Vernehmen nach besteht auch

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dagegen in Lesezimmer umgewanbelt. Die preußischen I fungiren. ~ 6Qflws*

Ministerien beschäftigen sich gegenwärtig sehr eifrig mit ben 1 Pari-, 25. Dec. V) Minitter Buffet anlä5 Landtagsvorlagen. Im CultuSministerium wird die Syno- hat bet gRatfJanprSfibent an bnK dalgefetzgebung ausgearbeitet; außerdem wird noch ein Ent- lich snner rni der gestrig«' Schr«ben^gerichttt in welche wurf über die Verwaltung des BiSthumSvermögenS vorbe- lung gehaltenen Rede ein Schrelven gerlcylei in « reitet. dürfte dies wohl die einzige Vorlage sein, welche er ihn beglückwünscht, «eil er n berjelbenl

mit dem Culturkampf in Verbindung steht. Die wichtigsten servativen klar gekennzeichnett habe- an?elche '>re Reg Vorlagen werden auch diesmal wieder vom Ministerium deS sich «ende und welche sich

2«n wrb«dl<t. 06 mb-ß«, bl, fär ben 3°l«-ß-» 8'''"**6'"V " *

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Si« U"»6 unbefangene p-llllfch- V.rslinbniß werb, in I lagerungb.^uflanbe« für bte El«, b»,. Er g ALn7schm"LV'b°?L^^^

Treibens könne au« den Aeußerungen deS halbamtlichen! zum gelehrigenWerkzeuge der radikalen Leidenschaften hergebf

KkstkllMgkN der vberhesfische« GlÄ?"kann^man'nicht von den Alt-Konservativen!

mit 3f(ufltrirtem Sonntagsslatt, bitten fa en. fte ftnb allerdings fo schwach vertreten, daß man mir vor Ablauf dieses Monats gef. bei der Poft lste nut eigentlich nach ihrem Verhalten außerhalb des Hauses n im Stande zu sein voll- bemtheilcn kann. Danach scheint eS freilich immer noch, machen zu wollen, um m1 als ob sie grollen und dem Reichskanzler es nicht vergeffen

ständige Exemplare zu liefern. können, daß er seine mächtige Hand von ihnen abgezogen

unterhaltenden Theil der Oberhefsischen kat ^befien darf man ihre Auffaffung keineswegs nach

dem Bann strahl, Novelle von F. KllM. I ption beinahe ganz eingestellt hat und eine Richtung inner- Es empfiehlt sich diesesmal ganz besonderskfllb bef|d6en gu Tage tritt, welche die Versöhnung nicht di- Beitelluna vor dem 30. December zu machen,«mehr f0 weit von sich abweist wie früher.

k qir i ke8 Mustrirten Sonntagsblattes! Im Allgemeinen also haben sich d,e Beziehungen der die Nr. 1 des » muß. Parteien zum Reichskanzler wesentlich verschoben. Noch

Mit der Nr. 1 der Zeitung verfanor wervvii m p i V » . letzte Wort nicht gesprochen und alle«

Außerdem aber beabsichtigt die Expedition unseren H jnbefien jft schon soviel klar, daß Fürst

verehrten Abonnenten mit Nr. 1 em meoUcge9iiB.gmar(I burc^ bas neue große Programm, weicherer auf fl>Miirthrä-(Sefc&cnt M überreichen, wer das nunl nent c * nämlich die Reform der Steuerversaffung und

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"~|be8 Reiches unb des nationalen Wohlstandes höher steht, Die Gtellnng der Parteien im Reichstage, die Doctrin, die Hand geboten hat.