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Nr. 299.

Jltatßutg, Mittwoch. 22. December 1875.

x Jahrgang.

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I lichkeit auf sich laben würde, der Svnodalordnuna versa»

wenn er die Zustimmung zu

zu seiner Zustimmung einzuflößen. Alle gemüßigten Or-

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zurück. Die deutsche Regierung kommt denselben in li beralster Weise entgegen.

In Würzburg ist es bei der Wahl der Kirchenverwal

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Sätet," sagte dir Alte begütigend, indem sie ihre schwächlich«, von Gicht gebeugte Gestalt zu ihm Hinwen­

der Synodalordnung versagte. ES wird jetzt von zu­versichtlicher Seite bestätigt, daß dem Reichstage keine Vor­lagen als dir früher beabsichtigten zugehm werde. Man wird somitj.Abstand nehmen, einen Entwurf über das Ge-

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Z>» der Uk«jahrS»acht.

Original-Erzählung von Ernst Streben.

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wenn du wüßtest, wie froh, wie glücklich es mich macht, dir ein wenig helfen zu können, wenn du einmal wieder Schmerzen hast! Rur daß ich seither so reichlich mit Ar beit.in den Häusern, wo ich nähe, zu thun gehabt habe, und lange niaft Herkommen konnte. Aber ich habe oft an dich gedacht, an dich und an Alle hier."

Sie stand eine geraume Weile regungslos, in nach­denklicher Haltung da und sah mit sinnendem und träume­rischem Ausdruck in die Kohlen, während es wie ein leiser Schmerz um ihre Lippen schwebte, die sich über einem unter­drückten Seufzer schlossen, ihn in die Brust hinabzudrängen.

Es brannte noch kein Licht in der Stube und nur der entfernte Schein einer draußen auf der Straße ange­zündeten Laterne sowie der röthliche Schimmer vom Ofen her stritten mit der mächtig hereinbrechenden Dunkelheit des winterlichen Abends.

Alle drei Personen in dem dämmernden Raum schienen mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt, die vielleicht nicht heiterer Art waren, da jede sich scheute, sie auszusprechen, bis der alte Mann, sich umwendend, und sich neben seine Gefährtin stellend, daS kummervolle und gereizte Still­schweigen unterbrach, welches er schon stundenlang beobach­tet hatte.

Ja", sagte er mit einer von innerer Bewegung rauhen Stimme,wärst du unsere Tochter, wir wären glücklich in unseren alten Tagen, während unser Sohn uns seit Jahr

fängnißwesen, sowie einen übet da« PrvcessionSwesen ein­zubringen. Letzterer bezog sich übrigen» nicht nur auf das Ptocessionswesen, sondern auch auf die sogenannten nicht politischen katholischen Vereine. Die Regierung zu Frankfurt a. O. hat ein Susschreiben an sämmtliche landwirthschaftliche Vereine ihres Bezirks erlaffen, in wel­chem sie zur größeren Ausbreitung des Obstbaues auf« forderte. Dieser Erlaß empfiehlt besonders den Anbau von Kirschen, weil die Ausfuhr des Kirschsafts übet die Zoll- veteinSgange, namentlich nach China, Japan und den Ostländern bedeutend wächst, und daß die Herstellung ge­trockneten Obstes lohnend fei.

BreSIa«, 18. Dec. Zur Trennung der Diöcese Breslau geht demSchief. Kirchenblatt", nach eigener An­gabe von gut unterrichteter Seite nachstehende Mittheilung zu:In Folge der Versetzung des deutschen, bezw. preu­ßischen Gesandten General v. Schweinitz aus Wien stocken augenblicklich die Verhandlungen übet die Trennung Oester- reichisch-Schlesiens von der Diöceje BteSlan. Wenn auch dadurch der Abschluß der Angelegenheit vertagt wird, so ist doch daraus keineswegs zu folgern, daS das Projekt Seitens der österreichischen Regierung aufgegeben wirb, vielmehr ist dieselbe fest entschlossen, die Abtrennung zu vollziehen. Wie man sich erzählt, ist der apostolische Stuhl und auch der Fürstbischof von Breslau damit einverstanden. Augenblicklich schweben die Unterhandlungen mit dem Nun­tius. Man gedenkt, ein neues Biöthnm in Tefchen zu ' gründen und demselben einen Theil des Olmützer Erzbi»- thums einzuverleiben. Die preußische Regierung hat außer­dem noch die Abtrennung bet Grafschaft Glotz unb veS DecanateS Katschet von Prag, bezw. Olmütz angeregt; diese Angelegenheit ist jedoch in den ersten Stadien der Berathung, und wird bei Weitem nicht die Schwierigkeiten 1 Haden, wie die erstere. Die Unterhandlungen mit bet 1 preußischen Regierung in Betreff Vreölau» drehen sich

Verdient er sie denn etwa nicht?" brauste der Mann empor, seinem bisher unterdrückten Unwillen Worte ver­leihend.Ist er nicht wie verrückt und verkehrt seit seiner thörichten Liebschaft? Jeder Mensch mit gesunden Sinnen konnte von vornherein das Ende davon absehen! Daß ihn die hoffärtige, eitle Dirne nicht nehmen würde, sobald ein Anderer kam, der ihr besser anstand da» war klar wie die Sonne! Meinet Treu, ein Küstetsohn, der vielleicht Aussicht hat, Schullehrer oder Kantor zu werben, bet Musik unb brodlose Künste treibt, unb ein vermögender Schiffer das ist ein ander Ding! So einer tritt breit unb patzig einher, als ob die Straße ihm gehöre! Der hat sein Volk zu tommanbiten und die harten Thaler in der Tasche klimpern! Der kann sein Weib mit Tand und kostbaren Kleidern und Schmuck behängen und prächtigen HauStach aus der Ferne mitbringen, daß eS nur heißt: Herz, waS begehrst Du? Ist waS zu verwundern dabei, daß die Margarethe zulangte, als bet stattliche Volkner sie ansprach, der Halbpart in seinem Schiff hat und jetzt wieder mit reicher Ladung nach Smyrna oder Konstanti­nopel unterwegs ist? Nun denn, sie hat ihn geheirathet und damit basta! ist geschehen und über ein halb Jahr seitdem vorüber, und wäre der Heinrich ein Kerl Sapper­ment, er hätte verachtet, statt hinter ihr drein zu flennen und zu seufzen! er hätte sich stramm in die Höhe gerichtet und gethan, als ging es ihn weiter nichts an, und hält' ihr zum Posten um ein ander Mädel gefreit! (Siebte doch deren, die taufenbmal bester sind, als sie, unb das eben empört mir die Galle, wie der Bursch von je mit Blind­heit geschlagen ist und den Schatz, der ihm so nahe liegt, nicht ssehen kann! Eine heillose Wirthschast, daß er wie ein Staar sich abhärmt und aus LiebeSgram ein Tauge­nichts und Herumtreiber wird! Unb ba, zum Wetter, da soll man gelüsten bleiben ?"

(Fortsetzung folgt.)

tung zu ThätliLkeiten zwischen den Ultramontanen und Liberalen gekommen, die bas Einschreiten der Polizei nöthig machten.

AuS zuverlässiger Quelle erhalten wir folgende Mit- theilung:Der Ferman des Sultans und sein übereiltes Vorgehen hat bei den verbündeten Regierungen eine gerechte Ueberraschung hervorgerufen, um so mehr, als es dem Sultan bekannt fein mußte, daß die Kaisermächte sich über ein vollständiges Programm der Reformen bereits geeinigt hätten. Indessen werden sich die verbündeten Mächte durch den Contre - coup des Reform - Fermans aus der vereinbarten Position keineswegs verdrängen lasten, vielmehr mit der ganzen Energie ihres Einflusses auftreten, um ihr Programm zur Annahme zu bringen und demselben auch die nöthigen Garantien zu verschaffen. Die Aktion wirb mit dem Nach druck der vollsten Harmonie der Kaisermächte zur AuS fühmng kommen unb wird dafür wahrscheinlich die Form des Ultimatums gewählt werden. UebrigenS ist kaum an­zunehmen, daß der Sultan in seiner Opposition beharren wird, da seine Lage sich von Tage zu Tage verschlechtert. In Kleinasien sind bereits Zeichen der Unzufriedenheit mit der Mißregierung der Pforte zu Tage getreten. An meh reren Orten sind wegen der hohen Steuern und Erpres­sungen Unruhen auSgebrochen. Auch in Konstantinopel findet das Verhalten der Regierung allgemeine Verurtheilung, man spricht sowohl dort als auch in anderen Theilen der Monarchie den Wunsch auS, daß der Sultan zu Gunsten seines Neffen abdanken möge, weil auf diesem Wege die Hoffnung auf Durchführung der Reformen am besten be­festigt werden würde.

Deutsches Strich.

Berlin, 20. December. Der Reichstag hat nach der Feststellung de» Etats durch die versöhnliche Haltung beider Faktoren für die Arbeiten in der Gesetzgebung mit Ruhe in die Ferien gehen können; auch die Generalsynode hat ihre Sitzungen schließen können; das Ergebniß derselben ist ein durchaus befriedigendes, wie dies auch der Präsi­dent Herrmann in seiner Schlußrede anerkannt hat. Daß die Vorlage nicht den Beifall der Extremen hat, war vor- auSzusehen und kann es daher nun nicht Wunder nehmen, wenn von dieser Seite Proteste erhoben werden und die Absicht zu erkennen gegeben wird, dem Landtag Bedenken

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hauptsächlich um die Geldfrage. Die österreichische Regierung ist nicht gewillt, von der Dotation auf österreichischem Bo­den etwas herauszugeben." Da»Schief. Kirchenblatt" bemerkt hiezu:Was uns anbetrifft, so betrachten wir die Abtrennung für kein Unglück, und wir wisten, daß unser hochwürdigster Herr Fürstbischof biefelbe schon früher unter Wahrung der Rechte des Breslauer Stuhles nicht perhorreScirt hat. Daß der apostolische Stuhl unb ber Herr Fürstbischof jetzt bedingungslos in die Abtrennung

und Tag nicht» al» Kummer macht! O, es ist schändlich, es ist Himmelschreimd, wenn brave Eltern, die ihr Lebelang Isich abgemüht und geplagt haben in treuer Sorge für sihre Kinder, zum Lohn nur Undank und Herzeleid dafür

be» Mädchens, v oo , o »--------

O nicht doch, Pathe!" sagte dieses unb stand auf, die bete und seine Hand zu faffen suchte,Vater, sprich nicht liebkosende Hand einm Augenblick an ihre Lippen drückend,«so Harle Worte von unserem Heinrich!"

Anzeigen nimmt entgegen: bk Expedition b. Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in Kastel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M ; Haasenstein & Bögler in Frankfurt a. M,Berlin, Leip­zig, Cvln rc; Rudolf Moste in Berlin, Frankfurt a. M. rc.

meinbewahlen zur Geltung. t ~ ... ...

Eine große Anzahl von Personen, welche früher für gone politischer unb religiöser Richtung sprechen letzt schon Frankreich optirt hatten, wandern jetzt nach Elsaß Lothringenj unverhohlen au», daß der Landtag eine große Verantwort«

Erscheint täglich außer den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit bet wöchentlichen BeilageJAustrirteS @onntag#blatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen Äh Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf». <exl. Bestellgebühr) Jnsertiousgebühr für die gespaltene Zelle 10 Psg. Mr in der Expedition zu ertbeilenbe Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf», berechnet.

So, liebe Pathe, nun ist der Ofen hübsch im Gange, ber Kaffee ist fertig unb bie Bratäpfel schmoren im Röhr, baß e» eine wahre Luft ist; Ihr werdet es heute Abend recht gemüthlich haben!"

Da« junge Mädchen sah mit einem freundlichen Lächeln empor au» chrer niedrigen Stellung, denn sie lauerte auf bem Fußboden vor dem großen braunen Kachelofen, dessen Thür geöffnet war. Sie störte mit dem Schüreisen in den schon zusammensinkenden Glutheii herum, bie sie mehr nach vorn schob, damit die wohlthätige Wärme sich schneller im Zimmer verbreitete. Bläuliche glommen,, bald verschwin­dend, bald hoch emporschwebend, spielten über den hochroth glühenden Torfkohlen, welche sich allmählich mit einer garten, grauweißen Kruste bedeckten. Der Helle Widerschein traf ihre Gestalt, ihr Gesicht, besten stille, etwa« bleiche Züge er mit Rosentinten malte. So erschien sie nicht ohne An mnth in ihrer nachlässigen Haltung mit bem einfachen Rock von dunklem Wollenstoff, mit dem kleidsamen Jäckchen, das mehr zierliche al« volle Formen umschloß, unb welches am B Halse ein kleiner, weißer Kragen begrenzte. Sic hatte den Kopf seitwärts gewendet zu der alten Frau, die zur Seite de« Ofen« im Lehnstuhle saß, während ihr Mann mit starken und hastigen Schritten, beide Hände in den Tasten seine« Schlafrocks, das Zimmer von einem Ende zum an­dern durchmaß.

Ja, liebe Christine," fiang es al« Erwiederung,du hast so gut für un« gesorgt und es un« behaglich gemacht am letzten Abend im Jahre! Sei schön bedankt mein liebe«,, ,- gute« Kind!" «"ten!"

Sie strich mit ber weiten Hand über ba» braune Haar

Anzeigen nimmt entgegen: bie Spedition b. Blatte», sowie bie Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.: Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete- meyer in Berlin; Carl Schüß- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

auf das 1. Quartal 1876

-----der vberhesftsche« Zei tung mit Muftrirtem Sonntagsölatt, bitten wir vor Ablauf dieses Monats gef. bei der Poft machen zu wollen, um im Stande zu fein voll­ständige Exemplare zu liefern.

Die Cxp. d. Oberh. Zeit.

rageSbertcht.

E» wirb von verschiedenen Blättern die Mittheilung verbreitet, daß da« Marineministcrium beschlosten habe, von bem weiteren Bau von Panzerfregatten abzustehen, weil dieselben sich burchau» nicht bewährt hätten. Diese Mit­theilung entbehrt jeder Begründung; vielmehr wird auch in bem nächsten Jahre mit bem Bau der Panzerfregatten nicht nur fortgeschritten, sondern auch neue in Bau genommen werden. Vollendet sollen zunächst die beiden Panzer-Thurm fregattenPreußen" undFriedrich der Große" und drei Panzer-Kanonenboote werden. Fortgebaut werden die PanzerfregatteGroße Kurfürst" und bie beiden Panzer- Corvetten A. und B.; neu in Angriff genommen werden endlich die beiden Panzer - Corvetten C. und D. und zwei Panzer-Kanonenboote. Die Vollendung dieser ganzen Panzer - flotte ist bi« Ende be« Jahre» 1877 in» Auge gesoßt. Ulebann würbe biefelbe an» 20 Panzerfahrzeugen, nämlich 7 Panzerfregatteo, 6 Panzer Corvetten, einem Panzermo nitor unb 6 Panzer - Kanonenbooten bestehen, unb damit würbe bas Ziel erreicht fein, welche« in bem Flottengrün- bungSplan al» bie erste zur Herstellung einer Schlachten­flotte führende Stufe angesehen ist.

Der für den nächsten preußischen Landtag als Vorlage bestimmte Entwurf einer neuen Städteordnung für die öst­lichen Provinzen erhält, wie verlautet, das Dreiklaflen- Wahlsystem aufrecht. Schon auf der vor ungefähr einem Jahre im Ministerium de» Innern stattgehabten Ober- Bürgermeister -Conferenz trat, wie jetzt bekannt wird, bei Erörterung der Frage wegen Abschaffung des Dreiklaffen- Wahlsystems bei den Stadtverordnetenwahlen und Einsüh. rung be» allgemeinen gleichen Wahlrechts mit geheimer Ab­stimmung die Ansicht in den Vordergrund, daß man von ber Gerechtigkeit und Bernunstmäßigkeit einer allgemeinen gleichen Theilnahme an den Parlamentswahlen fest durch­drungen sein könne, ohne für Gemeindewahlen dasselbe ein- zuräumen, und kam schließlich die Ueberjeugung von der Unanwendbarkeit de« allgemeinen Stimmrechts auf die Ge