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ernannt. Derselbe war ungefähr 16 Jahre Domviear und seit 1870 Domkapitular in Augsburg.

ÄllltXb.

Lötea, 20. Sept. Trotz aller osficiösen Schönfär­bereien steht es fest, daß die Mission der PacificationS- Commissäre in der Herzegowina gescheitert ist. Ob sich da« in Zukunft anders gestalten wird, läßt sich heute nicht sagen, wohl aber scheint eS nahezu zweifellos, daß der ganze Aufstand der Intervention dreier Kaiserreiche niemals werth gewesen ist. Nur wenn durch irgend einen verhängniß- vollen Zufall auch Serbien mit in die Action gezogen würde, wäre denkbar, daß eine Bewegung sich noch eine Zeitlang im Gange halten könnte, die in ihren Ursprüngen weder einen religiösen, noch nationalen, noch auch nur überhaupt politischen Charakter gehabt hat. ES giebl da keine großen Ziele, die zu erreichen, keine großen Gedanken, die durch einen Kampf „bis zum letzten Blutstropfen- realistrt wer­den sollten, eS giebt nichts, als eine der Zahl nach höchst unbedeutende Schaar von Rajah, denen — und zwar mit vollem Recht — die Steuern zu hoch sind. Das ist trotz aller Lügen in slavischen Blättern, die von hohen patrio­tischen Ideen, von Religion, Nationalität und Völkerfreiheit faseln, die eigentliche Genesis des Aufstandes tu der Her­zegowina. Die Rajah kümmern sich nicht im Geringsten um ihre „Stammesbrüder" an der Moldau u. s. w.; vom Christenthum besitzen sie kaum einige dämmernde Ideen, ihre „Religion" ist ein Gemisch von Heidenlhum und christ­lich angehauchtem Aberglauben; ihre Bildung steht nicht um ein Härchen höher, als die ihrer mohamedanischen Nach­barn und von Freiheit wisicn sie nur so viel, daß ein Ham­mel auch nur dann recht saftig sein kann, wenn er — ge­stohlen ist. Das sind, ganz vorurtheilslosen Schilderungen nach, die Helden, von denen heule so viel Lärmens gemacht wird! — In den letzten Tagen scheinen die Insurgenten einige Bvrtheile errungen zu haben, indesien kann der Aus­gang nicht zweifelhaft sein, zumal Serbien und Montenegro auch für die Zukunft nicht auö ihrer reservirten Haltung herauStrrten werden.

Skagufa, 22. Sept. Di« Insurgenten melden im Widerspruch mit der Nachricht Mehemed Alis aus Sienizza: Serbische Zuzügler stießen zu der von Zarco befehligten Jnsurgentmabtheilung und schlugen mit dieser vereint die Türken bei Prajebolje und Babinje.

Koustautirropel, 21. Sept. Ein Telegramm Me- hemrd Ali Paschas aus Senidje (Sienica) vom 19. Sept, meldet, daß die Insurgenten, welche die Verbindungen zwischen Nova Daros und Serajewo unterbrochen hielten, vollständig aus ihren Stellungen vertrieben und die Tele­graphenverbindung zwischen Senidje und Serajewo wieder hergestellt wurde. Ein Telegramm des Vali von Bosnien vom 11. Sept, datirt, meldet: Die Gouverneure von Benke und Banjaluka versichern, daß die Serben (?) Kanonen, Waffen und große Mengen Munition auf der Save (Sau) nach Bosnien transportiren und beständig aus eine Erhebung hinarbeiten.

Hessen-Nassau.

Marburg, 23. September. Einer vorliegenden Zu­sammenstellung zufolge hatten die deutschen Zettelbanken am 31. August d. I. an Thaler-, Gulden- und Marknoten überhaupt für 1,128,370,277 M. gegen 1,211,565,771 M. zu Ende Juli d. I. im Umlauf, so daß sich die Noteu- cirkulatiou im Monat August um 83,195,494 M. reducirt hat. Im Monat Juli schieden für 92,507,444 M. aus dem' Verkehr, in den sechs ersten Monaten dieses Jahres dagegen nur für 21,371,836 M. Jnsgesammt beziffert sich die Verminderung des Notenumlaufs feit Beginn d. I. um 197,974,774 M Von den Noten zu 50 M. und darunter waren am 31. August nur noch für 96,101,806 M. und von den Noten zwischen 50 und 100 M. nur noch 73,926,600 M. im Verkehr. Die Abnahme im August betrug 19,009,935 M. und refp. 68,705,051 M., zusammen 87,714,986 M. An Noten von 100 M. und darüber wurden dagegen nur weitere 4,519,492 M. in den Verkehr gebracht. An aus

Mark lautenden Noten liefen um:

20 M. Noten (Bremen) .... 1,202,720 M.

100 , (Nordd. Banken) . 289,828,500 „

100 _ (Südd. Banken) . . 90,331,500 „

200 „ (Pofen) .... 46,800 „

500 M.-Noten von Nordd. Banken 17,964,000 „

500 „ Südd. „ 4,172,000 „

1000 , , Nordd. „ 156,295,000 „

1000 , „ Südd. „ 22,528,000 „

zusammen 583,168,620 M.

Bei einem Totalumlauf von. . 1,128,370,277 „

bleiben demnach noch 545,201,657 M. an Thaler und Gulden Noten und

zuzüglich der 1,202,720 „ 20 Mark-Noten der Bremer Bank

überhaupt noch 546,404377 M. einzuziehen. DaS ist also ungefähr noch die Hälfte des gesammten Notenumlaufs. — Es sind nun dies, wie der ge­neigte Leser steht, noch sehr anständige Summen, und wenn deren Einlösung durch Gold ober Silber erfolgte, wäre kein Wort darüber zu verlieren. DaS aber geschieht nicht, die Banken geben für ihr alteS in Thaler- oder Gulden- Währung lautendes Papiergeld nur Noten in Mark aus. DaS wäre nun auch ganz gut, da ja Papiergeld ein be­queme» Zahlungsmittel ist, wenn diese Noten nur überall Gültigkeit hätten! Aber keine öffentliche Kaste, noch die Post

nimmt bei den so sehr beliebten Einzahlungen die neuen Mark-Noten der Banken an. Haben die gesetzgeberischen Faktoren unter Leitung deS Staates nun ein Münz- und Bankgesetz gemacht, das einheitliche Zahlungsmittel schafft und das Publikum vor den seit Jahren gang und gäben Verlusten an den sogenannten „wilden Scheinen" schützen soll, so muß, so meinen wir, der Staat selbst doch so viel Ver­trauen in fein eigenes Gesetz setzen, daß er auch die Noten der Banken in Zahlung nimmt, wie dies dem Publikum zugemuthet wird. Der Staat hat ja das Auf­sichtsrecht über die Banken, nicht aber das Publikum. Wird dieses Recht gehörig gehandhabt, bann wird eine Banknote ebensoviel Werth behalten, wie die Staatsnoten, und weder Publikum noch öffentliche Kassen werden durch deren Annahme Schaden zu leiden haben. ,

O Wetter, 22. Sept. Das Grenzbegehungsfest welche« am 17. 18. und 19. September d. I. hier gefeiert wurde, war vom herrlichsten Wetter begünstigt und keine Wolke trübte die heitere Stimmung sämmtlicher Einwohner. Es war diesesmal ein von Nah und Fern sehr besuchtes Fest, dessen Wiederkehr immer eine sehr freudige ist, da schon länger als 200 Jahre, jedesmal im siebenten, dasselbe gefeiert wird, um dann auch die alten Gewohnheiten und Gerechtsamen der Stadt, wie sie einst waren und noch jetzt behauptet werden, kennen zu lernen.

Hofgei-war, 21. Sept. Durch Verfügung vom 8. September hat der Herr Oberpräsident die zum Besten dcS Unterstützungsvereins für Wittwen und Waisen hessischer Lehrer projektirte Verloosung guter Jugendschriften und Lehrmittel anläßlich der diesjährigen Jahresversammlung deS hessischen Lehrervereins zu Hofgeismar genehmigt. In Folge dessen soll am 6. October d. I. eine Anzahl guter Jugendschriften und Lehrapparate (Atlanten, Reißzeuge, Loupen, Thermometer, Federmesser, Lineale mit Zentimeter- eintheilung rc.) zur Verloosung kommen. Zugleich wurde daS Zomite von Seiten königlicher Regierung zu Kastel benachrichtigt, daß Herr RgierungS und Schulrath Dr. Falckenheiner bei der Versammlung anwesend sein werde.

Fulda, 22. Septbr. Der „Hest. Beob." schreibt: Der Herr Gymnasiallehrer Dr. Phil. Braun ist vom 1. Oktober ab mit Gehaltsverbesserung an das Gymnasium zu Marburg versetzt worden. Unsere Anstalt verliert in ihm eine tüchtige Lehrkraft und bedauert seinen Weggang. Die dadurch im hiesigen Lehrercollegium entstehende Lücke beabsichtigt man vorerst mit dem zu Ostern d. I. von hier abgegangenen Probekandidaten Herrn Schilling aus Erfurt auszufüllen, welcher zur AuShülfeleistung gegen eine ent­sprechende Remuneration al» wissenschaftlicher Hilfslehrer bis auf Weiteres bestellt werden soll.

Fulda, 20. Sept. Dem Pfarrer Deuferi zu Obern­dorf ist nun auch im Laufe der vorigen Woche amtlich er­öffnet worden, daß er daS Pfarrhaus und die zu demselben gehörende Oeconomie binnen vier Wochen zu räumen habe.

Fraukfart a. M-, 21. Sept. Dem Herausgeber der Frankfurter Zeitung, Herrn Leop. Sonnemann, ist auf feine Nichtigkeitsbeschwerde bezüglich des Zeugnißzwanges soeben die abweisende Entscheidung des königl. Obertribu- nals zugegangen. In den Erwägungsgründen heißt eS unter Anderem: In Erwägung, daß zwar nach § 20 Absatz 2 l. t. der verantworliche Redacteur einer perio­dischen Druckschrift wegen dieser Eigenschaften allein als Thäter zu bestrafen ist, wenn nicht durch besondere Um stände die Annahme seiner Thäterschaft auSgeschlosten wird; daß indesten die Frage, in wie weit ungeachtet dieser Be stimmung der nach Maßgabe des § 20 Absatz 3 strafbare verantwortliche Redacteur im Hinblick § 161 Nr. 3 eil. für verpflichtet zu erachten wäre, zum Zwecke der Ermitt­lung des eigentlichen VerfasterS eines incriminirten Artikels ein eidliches Zeugniß abzulegen, im vorliegenden Falle der Entscheidung nicht bedarf, da eS sich in dem Imploranten nicht um den verantwortlichen Redacteur handelt; daß der § 20 cit. sich nur auf den verantwortlichen Redacteur der Zeitung im Sinne des § 7 des Preßgesetzes, also auf diejenige Person bezieht, deren Name und Wohnort als eines solchen auf der betreffenden Nummer enthalten, oder wenn die verantwortliche Redaktion von mehreren Personen geführt werden soll, auf diejenigen Personen, btren Be­nennung unter bestimmter Bezeichnung des TheilS der Druckschrift, für welchen Jede derselben die Redaction be­sorgt, in gleicher Weise erfolgt ist; daß die gegen die an­gebliche Eigenschaft eines sich an der Redaction nur that- sächlich betheiligenden, auf der Druckschrift aber nicht in der vorgeschriebenen Weise bezeichneten MitredacteurS den die Ordnung der Preste betreffenden und die durch die Preste begangenen strafbaren Handlungen betreffenden ge­setzlichen Bestimmungen gegenüber ohne rechtliche Bedeutung ist, ein solcher Mitredacteur durch diese Eigenschaft allein der strafrechtlichen Verantwortlichkeit im Sinne deS § 20 Abs. 2 nicht unterworfen wird, folgeweise er schon deßhalb auch nicht berechtigt sein kann, zur Begründung der Wei­gerung eines in den Gränzen der allgemeinen Zeugenpflicht von ihm geforderten Zeugnisses über den Verfasser eines incriminirten Artikels auf den §. 20 Absatz 2 Bezug zu nehmen.

geschrieben: Um 1 Uhr Nachts klingelte ein Mann und verlangte dringend den Doctor zu sprechen, das Mädchen fragte von Innen bei verschlossener Thür, ob e» nicht Zeit bis morgen hätte, der Mann aber verlangte dringend sofort nach dem Arzt, da et bedeutende Verwundungen haben wollte. Herr Dr. Nach stand in Folge dessen auf und öffnete dem Manne selbst die Thür. Hier wird er mit einem Revolverschuß begrüßt, hat aber so viel Besinnung die Thür noch zuzuschlagen und bricht schwer in den Un­terleib getroffen zusammen. Der Mörder will durch den hinter dem Hause gelegenen Garten entfliehen springt über ein den Vorgarten vom Hintergarten trennende» Drathgitter und wird hier von der Nemesis ereilt. Er bleibt mit dem linken Hosenbein und dem Rock in dem Drath der Thür hängen und schwebt so halb in der Lust, kann sich nicht wieder losmachen und schießt sich eine Revolverkugel durch da» Herz. Der Mörder ist ein Schustergeselle, der bei dem hiesigen Meister Scheer in Arbeit steht, er soll angeblich mit dem Dienstmädchen deS Dr. Nath in einem LiebeSverhältniß gestanden haben und vor circa fünf Wochen vom Dr. Rath aus dem Hause gewiesen fein. Herr Dr. Nath war mit seiner sehr leidenden Gattin zu einer Kur in Kissingen und erst in letzter Woche zurück- kehrt um hier daS Opfer einer solchen Schandthat zu werden Die Verwundung ist eine der schwersten, da die Kugel, die im Unterleibe sitzt, bis jetzt noch nicht gefunden wergen kann und ist sonach nur geringe Hoffnung vorhanden. Der Mörder hat gestern den ganzen Abend auf der Her­berge Karten gespielt und soll sich durchaus im nüchternen Zustande befunden haben. Der Revolver, der bei der Leiche des am Zaune hängenden tobten Mörders liegt, soll feinem Meister gehören.

— (Vermählung einer Studentin mit ihrem Professor). Am letzten Donnerstag fand in der evangelischen Kirche in der Dorotheengasse zu Wien die Vermählung eines gelehrten jungen Paares statt, — des Herrn Dr. phiL Arnold Dodel, Docenten der Botanik an Der Züricher Universität und der studiosa philosophiae Fräulein Carolina Port, seiner Hörerin und schließlich auch — Erhörerin. Nach der Hochzeit treten der Herr und die Frau Studentin ihre Hochzeitsreise an, aber nicht etwa zweckloser Modebummelei wegen, sondern zunächst, um an der Naturforscherversamm hmg in Graz Theil zu nehmen, da auch die junge Frau eine angehende Naturforscherin ist. Hierauf wollen sie Oberitalien besuchen und Mitte Oktober wieder in Zürich eintreffen — er, um weiter zu dociren, und sie, um sich auf das Doctorat vorzubereiten. Es ist aber immerhin mög­lich, daß diese Studien, wenigstens zeitweilig, durch die Vorbereitung auf andere Ereignisse unterbrochen werden könnten.

Irteerttfciidjc Depesche« der Oder. Hessische« Zeit««g.

8BitU, 22. Sept. Auf die huldigenden Ansprachen der ungarischen und österreichischen Delegationen antwortete der Kaiser: „Die Versicherungen treuer Ergebenheit nehme ich mit aufrichtigem Danke entgegen. Ich rechne auf Ihren wiederholt erprobten Patriotismus und bin überzeugt, Sie werden die Regierung in allem unterstützen, was zur Siche­rung der Monarchie und unbedingten Wahrung ihrer In­teressen nothwendig erscheint. — Die Bewegung, weich« in einigen Provinzen des türkischen Reiches entstanden ist, muß durch die unmittelbare Nachbarschaft und die daraus ent- springenden vielfachen Beziehungen die Monarchie In erster Linie berühren. Unser herzliches Verhältniß zu den beiden großen Nachbarreichen sowie die freundschaftlichen Beziehungen zu den anderen Staaten lassen jedoch die Hoffnung begründet erscheinen, daß trotz dieser Ereignisse sowohl die Ruhe der Monarchie als der Friede Europas erhalten bleiben wird."

Wie», 22. Sept. Gutem Vernehmen nach würde die Regierung eine Nachtrags - Forderung anläßlich der Sustentation der nach Oesterreich flüchtenden Rajah» den Delegationen demnächst vorlegen.

SBafel, 22. Sept. Die „Basler Nachrichten" melden: Heute Vormittag IO1/2 Uhr ist Die Eisenbahnlinie der linksuferigen Zürichseebahn vor der Station Horgen in der Länge von 100 Fuß in den See versunken. Man befürch­tet ein gleiches für die ganze Bahnhofanlage Horgen. Bereits wird geflüchtet.

Madrid, 22. Sept. Ein Rundschreiben des Ministers des Innern ermahnt die Parteien zur Versöhnlichkeit, durch welche allein bewirkt werden könne, daß Spanien, unter Aufrechthaltung der bestehenden Institutionen, ein dauernder Friede werde. — Die Einberufung der Cortes soll, wie verlautet, demnächst erfolgen. — Die ministeriellen Bläüer erklären, daß Canovas stets die Religionsfreiheit gewollt habe.

Rewyork, 22. Sept. Nach hier eingegangenen Nach­richten würhete in der Stadt Indianola ein zweitägiges Unwetter. Das vom Sturm aus dem Meere in die Stadt getriebene Wasser erreichte in den Straßen die Höhe von 6 Fuß. Sämmtliche Kirchen und drei Viertel der Häuser sind zerstört und viele Menschen umgefommen. Bisher sind 70 Leichname aufgefunden und beerdigt worden. Das Un­wetter wüthete an der ganzen Küste von Texas und richtete bedeutende Verheerungen in Saluria, Matagorda und San Bernardino an.

»erwischte».

Freienwalde a. O., 20. September. Ein« entsetz liche That setzte heute Morgen unsere Stadt in eine fieber- haste Aufregung. Der hiesige KreiSphystkus, der allgemein • — beliebte und geachtete Dr. Nath ist heute Nacht bei ber*$ Ausübung seines Berufes daS Opfer eines Meuchelmörders । geworden, lieber die That wirb der Boss. Zig Folgendes

Für Du Abgebrannten in Mengsberg ging bei uns ein: A. R. ein Paquet Kleidungsstücke; von B. 3 Mark. Zur Empfangnahme weiterer Gaben ist gern bereit Die Exp. d. Oberh. Zeit.