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GenSdarmtn vor und während der Kaiserparade auSgegeben werden.

Darmstadt, 17. Sept. Die Regelung der Pfarr- Gehalte nach Elasten bildete den Haupt-BerathungSgegen- stand des vor einigen Tagen hier zusammengetretenen Synodalausschusses. Dem Bernehmen nach find drei Elasten beabsichtigt, während eine vorgestern in Frankfurt versammelte Pfarrconferenz eine neunclassige Eintheilung wünscht.

gRdtoj, 17. Sept. In Mainz und Darmstadt wer den mit Nächstem die Vorbereitungen zur Einführung der confesstonell-gemischten Schule begonnen. Zu diesem Be- Hufe muß vor Allem die mittelst eines ziemlich complicirten Verfahrens vorzunehmende Abstimmung innerhalb der Eon- fesstonögemeinden stattfinden. Aus das Resultat darf man immerhin gespannt sein; doch ist die Abstimmung unter allen Umständen um deswillen freudig zu begrüßen, weil sie das Tafeltuch zwischen ultramontanen und Demokraten endgültig und irreparabel entzweischneiden wird. — In Darmstadt steht gegenwärtig noch eine andere inteeestante Frage auf der Tagesordnung. Es handelt sich um Ein sührung deS Elberfelder Armenpflege-Systems (mit Ein- theiluag der Stadt in eine Anzahl kleiner, leicht übersicht­licher Bezirke und Eruennung einer verhältr.ißmäßig großen Zahl bezirkskundiger Pfleger für jeden derselben) und zwar nicht sowohl der Armenpflege an sich wegen, als wegen Ueberhandnahme eines ganz abscheulichen AuSbeutungs- Unfug-, welcher in letzterer Zeit hier und auch anderSwo nur zu deutlich hervortrat. Die Ersitzung des Armenrechts — des „UnterstützungSwohnsttzeS" — durch zweijährigen Aufenthalt ist nämlich nicht nur Seitens vieler Einzelnen mißbraucht worden, sondern hat auch zu förmlichen Spe­kulationen mancher Landgemeinden auf die Armenpflege der Städte Anlaß gegeben. Dem soll nun durch die erwähnte Einrichtung gründlich vorgebeugt werden. — Die General­versammlung der hessischen landwirthschastlichen Vereine zu Gießen hat unter Anderem beschlossen, daß auch ferner hin lebhaft für die seither schon erstrebte Anstellung eines Eultur-JnspectorS und einer Anzahl von Culturingenieuren gewirkt werden soll. Mit Recht wurde auf die außeror­dentlichen Erfolge hingewiesen, welche diese Institute in Baden erzielt haben.

München, 13. September. Der königliche Justiz­minister Dr. v. Fäustle und der königliche Kriegsminister Herr v. Maillinger sind gestern Abends wieder hier einge­troffen und haben ihre Portefeuilles übernommen. Da auch Herr v. Pfretzschner wieder eingetroffen, so ist, wie man der „A. A. Z." meldet, zur Zeit zur Erledigung der dringenden Budgetarbeiten das Gcsammt-Staatsministerium dahier anwesend. — ES darf als feststehend betrachtet wer­den, so meldet daffelbe Blatt, daß auch in dem Fall, daß der Landtag ohne eine Thronrede eröffnet werden sollte — es soll dir» noch unbestimmt sein — von Seite ultramon­taner Abgeordneten eine Adreffe an Se. Majestät den König beantragt wird. ES soll dies auch schon in einer der ersten Sitzungen der Kammer geschehen und der Gegenstand mög­lichst beschleunigt werden, damit die Adreffe jedenfalls vor der in Folge der Einberufung des Reichstags in Aussicht stehenden Vertagung unserer Kammern erledigt werden kann. Wie von einem der betreffenden Abgeordneten dem „Bair. Kurier" mitgetheilt wird, werden die sechs baierischen Mit­glieder der ReichstagS-Justizcommission zum Beginn unseres Landtages nun dennoch hierher kommen. — Mit Rücksicht auf die Bedeutung und den Umfang der nach den Be- schlüffen des BundeSraths vom 1. December d. I. vorzu nehmenden Volks und Gewerbezählung hat das baierische StaalSministerium deS Innern schon jetzt eine sehr eingehende Entschließung erlaffen, da eS nothwendig erscheine, daß sämmt« liche Verwaltungsbehörden, sowie deren HülfSorgane schon dermalen Kenntniß von den hierbei maßgebenden Vorschriften erlangen. Nach demselben Blatte wird der bischöfliche Stuhl in Paflau noch in diesem Monat besetzt. Die „Baier. 6ott." nennt den Domcapitular, Landtagsabgeordneten Dr. Anton Schmid in Bamberg als den Candidatm.

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Wie», 16. Sept. Die Verhandlungen wegen Er­neuerung des ZollbündnifleS mit Ungarn haben bereits begonnen und eS zeigt sich, daß die Ungarn in der Thal entschlossen find, ihre exorbitanten Forderungen aufrecht zu erhalten. Sie wollen vor Allem an den Verzehrungs- Steuern für Bier, Spiritus, Zucker u. f. w. einen Antheil haben, denn es müfle doch ein Ausgleich dafür geschaffen werden, daß Ungarn, trotz der günstigsten Vorbedingungen z. B. nur IV2 Millionen Eimer Bier erzeugt, während da- fünfmal kleinere Böhmen 9'/r Millionen Eimer er­zeugt. Dem Geiste dieser Forderung gemäß lauten auch die anderen Begehren, z. B. in Betreff der Theilhaber- schaft an dem Erträgnisse für die in Oesterreich gelösten Tabaklicenzen, sowie nach Errichtung einer Nationalbank in Pest, deren ungarische Noten in Oesterreich ZwangscourS haben sollen, weil diese Bank eben errichtet werden soll, bevor noch die Valuta geregelt und bevor noch das jetzige Verhältniß zwischen der Regierung und der Nationalbank in Wim thatsächlich geordnet und gelöst werden konnte. Da« find denn doch ganz absonderliche, abnorme Forde- rungen, gegen welche man sich hier allerdings heftig sträubt, die aber gleichwohl, wenn auch vielleicht unter einigen unwesentlichen Modificationen zum Nachtheile der CiSleithanischen mtschieden wenden dürftm. WaS den ungarischen Forderungen ttotz ihrer Seltsamkeit und Jn- cvnseqnenz eine solche Kraft verleiht, ist erstens, daß die

Begriffe Schutzzoll und Freihandel jenseits der Leitha noch keine inhaltsvolle Parole geben und daß man dort den Zollsatz nach ganz anderen Maßstäben festsetzen will. In Ungarn herrscht immer eine echte Parteiregierung, deren Haltung und Richtung einzig und allein von dem Inte­ressen des Landes und vom Interesse der Partei bestimmt wird. Ein, wenn auch noch so leise» Wühlen der Re­gierung gegen die Majorität deS Parlaments ist dort un­denkbar. Die Uebereinstimmung zwischen Regierung und Parlament, die Gleichheit der politischen Mittel und der nationalen Ziele verleihen der ungarischen Taktik eine Kraft und Bedeutung, wie fle österreichische Propositionen in Ungarn bisher niemals genoffen haben, zumal noch gewiffe schwerwiegende Apolitische Momente hinzukommen, die theilS in der Gegenwart, theils in der Zukunft ruhen und hohen OrtS sehr berücksichtigt werdm. Unter solchen Verhältniffen ist die Besorgniß sehr begreiflich, daß wir in Oesterreich auch diesmal wieder, wie bei allen früheren Gelegenheiten im Nachtheil bleiben, besonders da bei uns weder die Regierung, noch irgend eine Partei mit derselben auf die Spitze getriebenen Energie den Unga n gegenüber, so wie sie eS uns gegenüber stets üben, laut und kräftig das „Entweder — Oder" geltend machen.

— 18. Sept. Die „Pol. Corr." bezeichnet die Mel­dungen, daß die Mission der Consular Commission in der Herzegowina gescheitert sei, als mindestens verfrüht, da erst zwischen heute und morgen Verhandlungen mit den Jnsurgenlen-Führern in Trebinje stattfinden sollen. Die „Pol. i Corr." erfährt neuerdings aus Belgrad, daß der Erfolg der Regierung in dem Adreß-Ausschuffe der Skupsch tina sehr gefährdet sein soll und die Anzeichen einer Mi­nisterkrisis sich mehren.

Pest, 18. Sept. Das Abgeordnetenhaus hat den Adreßentwurf des Ausschusses mit großer Majorität un- veändert angenommen; gegen denselben stimmte nur die äußerste Linke.

Part-, 18. Sept. Es ist ein von den Erzbischöfen von Rouen, Paris, Bourges, SenS, Reims und 18 Bi­schöfen unterzeichneter Gesammt Hirtenbrief erschienen, in welchem die Gründung der freien Universität in Paris angekündigt und zur Fördemng derselben durch Samm­lungen aufgefordert wird. — Der Proceß gegen das Central-Comite in Marseille wird am 28. d. Mts. be­ginnen. — Die spanische Regierung ist, wie man aus Madrid vernimmt, entschlossen, der Curie keine Zugeständ- niffe zu machen. Indessen wird sie gegen den päpstlichen NunciuS keine Maßregeln der Strenge ergreifen, obwohl das Concordat ihr dazu das Recht gäbe (weil der Nuntius das königliche Placet nicht eingeholt hat). — Gambetla befindet sich gegenwärtig in Vevey. Der Marschall Mac- Mahon wird nach Beendigung der Manöver die Departe­ments besuchen, welche in der letzten Woche von Ueber- schwemmungen heimgesucht worden sind. Der Schaven in diesen Departements (Härault, Gard, Lozöre, Allier) wird auf 33 Millionen geschätzt. 400 Häuser gingen zu Grunde; die Zahl der Tobten wird auf 100 angegeben. — Bei der Vergebung der Osfizierstellen in der Territorial-Armee macht man die Bemerkung, daß fast nur legitimistisch und bonapartistisch gesinnte Leute berücksichtigt werden. Dem republicanischen Deputirten Turque wurde eine Haupt­mannsstelle verweigert, obgleich er sich während des letzten Krieges ausgezeichnet hat. Die republikanischen Abgeord­neten wollen den Kriegsminister über diesen Punkt zur Rede stellen. Die Bonapartiften setzen in der Provinz ihre Propaganda mit größtem Eifer fort. Sie haben jetzt ein neues Manöver erfunden: in vielen Departements ver- theilen sie an gewiffe Ladenbesitzer zum Einwickeln der Maaren bestimmte- Papier, auf welchem bonapartistische Schriften angekündigt werden und auf denen stch Portraits Napoleon'« III., der Exkaiserin, des kaiserlichen Prinzen, des Marschalls Canrobert und des Marschalls Mac Mahon befinden. Durch diese Zusammenstellung soll natürlich der Glaube erregt werden, daß Mac Mahon die Aufgabe übernommen habe, den kaiserlichen Prinzen zurückzuführen. Indirekt werden die bonapartiftischen Umtriebe von vielen Präfekten begünstigt, wie z. B. von demjenigen deS Gard- Departements, welcher dem republikanischen Blatte von Nimes verboten hat, den bekannten Savary'schen Bericht über die Bonapartiften an seine Abonnenten zu vertheilen. Audiffret PaSquier hatte wegen bonapartistischer Propaganda eine Unterredung mit Buffet, der einzuschreiten versprach. Ohne eine Reinigung der Verwaltung von den bonapar- tistischen Elementen ist indessen eine Besserung nicht zu erwarten. — In St. Pourtzun (Dep. Allier) haben Re. servisten, welche der Artillerie angehören, sich starke Aus­schreitungen zu Schulden kommen taffen. Sie drangen in ein HauS ein, verwüsteten den Garten und plünderten Küche und Keller. AlS der Eigenthümer sich beschwerte, wollten sie ihn und seine Söhne inS Waffer werfen. Vor­gesetzte zum Schutze gegen die SoldateSca Herbeizurusen, war nicht möglich; denn die Offiziere hatten die Reser­visten sich selbst überlaffe» und frühstückten mittlerweile in einem Wirthshause in einem benachbarten Orte.

Kragujewatz, 17. Sept. Der Minister de« Innern legte der Skupschttna Gesetzentwürfe vor, betreffend die Erweiterung der Preß-Freiheit und die Abänderung deS Gerneinde-Autonomie-GescheS, welche dem VerfaflungS-Aus- schuffe zugewiesen wurden.

Rewyork, 18. Sept. Die Stadt Galveston fst durch ein seit gestern herrschende- Unwetter unter Waffer gesetzt worden.

Keffen-Xllffn«.

Kassel, 19. Sept. Wie die „Trib." mittheilt, laflen die Söhne de- verstorbenen Kurfürsten von Hessen jetzt in Berlin das Portrait ihre« Vaters, und zwar umgeben von den Insignien feine« früheren Regiments, aussühren und haben damit den Hofmaler Karl Arnold, einen geborenen Kasseler, beauftragt, welcher bereit- an die Ausführung de« BildeS gegangen ist.

— Die allmälige Einziehung und Außercoursfetzung der alten Münzen wird von zahlreichen Spekulanten und Geschäftsleuten im Kleinverkehr zur llebervortheilung be« Publikums benutzt. Wir machen deßwegen darauf auf­merksam, daß ein Jeder, um sich vor Schaden zu wahren, gut thun wird, wenn er die Annahme aller Münzen, welche so stark abgenutzt sind, daß ihr Gepräge nicht mehr kennt­lich ist, entschieden verweigert, weil Münzen mit nicht mehr erkennbarem Gepräge von den öffentlichen Kaffen nicht gegen neue Reichsmünzen umgetauscyl werden. Es werden ferner alle durchlöcherten Münzen, oder Münzen, welche sonst die Spuren muthwilliger Verletzung an sich tragen, von den öffentlichen Kaffen nicht umgewechselt, und kann daher Niemand zur Annahme derselben rechtlich angehalten werden. Alle älteren Kupfermünzen, mit alleiniger Aus­nahme der alten Pfennige, werden bei der Umwechselung nur nach ihrem ursprünglichen Nennwerthe verrechnet, also die alten Dreipfennigstücke (Dreier) nur als drei alte, resp. 21/2 Reichspfennige; 2 alte Dreier gelten demnach als 5 neue Pfennige. Die alten Einpfennigstücke bleiben vorläufig noch im Course und werden von den öffentlichen fassen gleich Reichspfennigen acceptirt und ausgegeben. Uebrigen« dürfte die Umwechselung oder Einziehung aller vorhandenen älteren Silber- und Kupferscheidemünzen ungefähr Mitte December d. Js. vollendet sein und es wird dann successive die Außercoursfetzung derselben erfolgen, wobei darauf Rück­sicht genommen werden soll, daß zunächst diejenigen Sorten, welche erfahrung-mäßig durch den Gebrauch am meisten gelitten haben, ihres Nennwerihs verlustig erklärt werden. ES soll indessen auch später noch die Annahme derselben in größeren Posten bei den Münzämtern, jedoch nur nach dem Metallwerthe, geschehen. Wer stch also vor Verlusten schützen will, die durch die AußercourSsetzung enstehen könnten, wird gut thun, sich die Termine, an denen die Giltigkeil des Nennwerthes aushört, genau zu merken. Namentlich ist dies den Gewerbetreibenden anzuempfehlen, die durch ihren Geschäftsverkehr regelmäßig größere Bestände an so­genanntem Kleingelde in Händen haben.

vermischtes.

— Man schreibt der „Allg. Ztg.': „Der König von Schweden ist auf seiner Heimreise au- Deutschland in Wit­tenberge, Station der Berlin-Hamburger Eisenbahn, da« Opfer einer argen Prellerei geworden. Er hatte dort mit seinem Gefolge ein Diner beim BahnhosS-Restaurateur ein­genommen, für welche« dieser eine Entschädigung forderte, deren Höhe dem König Oskar und seiner Begleitung Aus­brüche lebhaften Unwillens entlockte. Ich kenne nicht genau die Summe, welche der Wirth beanspruchte und die auch bezahlt worden ist, aber zu einer annähernden Darstellung derselben verhilft schon die Thatsache, daß am Schluffe der Rechnung für Feuerungsmaterial noch 100 Thlr., schreibe hundert Thaler, auSgeworfen waren. König Oskar sandte die monströse Rechnung sofort dem Deutschen Kaiser ein, worauf der betreffende Restaurateur von der Direktion der erwähnten Bahn auS seiner Stellung entfernt wurde."

r-l-srapMche Depesche« der Oder« tz-sftsche» Zeit««,.

Konstantinopel, 19. Sept. Die „Agence Havas- Reuter" meldet, daß sich die Consuln Oesterreichs, Deutsch- landS und Italiens in Trebinje befinden und demnächst nach Stolarz abgehen sollen. Die Versuche dieser Dele- girtengruppe, die Insurgenten in direkten Contrakt mit dem Türkenkommiflär zu bringen, begegneten bisher Schwierigkeiten. Dagegen waren die Insurgenten im Dis­trikte Neveflnje für die Ermahnungen bet Consuln Ruß­lands, Englands und Frankreichs empfänglicher. End­gültige Aeußerungen dieser Consuln find erst möglich, bi« sie auch mit den Insurgenten im Gebirge von Gacko verkehrt haben werden, wohin sie gestern abgegangen sind. Dieselben hoffen gleichfalls demnächst in Stolarz einzn- lreffen.

Konstantinopel, 18. Sept. Ein Telegramm des Vali von Bosnien au« Mostar vom 13. September an daS Kriegsministerium meldet, daß die Insurgenten am 8. d. MtS. bei Visegrad angegriffen, geschlagen und in wilde Flucht versetzt wurden und Pässe und andere Schriftstücke auf dem Kampfplätze zurück laflen mußten.

1SS1" U.-St.-Bonds.

Neue Kündigung pr. 1. Beehr, d. J.

Die Nummern derselben sind einzusehen bei

Menke Eichelberg «te Sohn.

Bank- und Wechsel-Geschäft, 2058] Wettergnffe Sk. 324.

Der heutigen Nr. liegt die Nr. 202 deS „Deutschen Allgemeinen Anzeiger«" bei.