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Marburg, Freitag, 13. August INS.
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ZU ungeeigneter Zeit ertheilt wird, theil-
S Tage, orden lich hübsch sähest sie
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Aber der Mond thut's einem doch zuletzt an, wenn man lange zu ihm aufschaut, denn Wehmuth unb^Erinne- rung .schweben hernieder auf seinem Strahle und machest das Herz weich. So ging es dem Knaben, bei eben (eicht über einen Stein stolperte und dem, mit plötzlicher,' innLr- kicher Schmerzempfinvung, die unbesonnenen Worte des Oheims, womit dieser sein körperliches Gebrechest bezeichn nete, in ben Sinn kamen. Der liebevolle Blick der Mutter,- «ie fie ihm nachher sanft die Wange MM Und begü- ngend ihn angelächelt hatte, war freilich tröstend in sein H"z gefallen und die Zerstreuungen des Spazlevgckn'gg und Bruchs hatten ihn nicht an die hemüthigenben Worte denken lassen. Aber jetzt stiegen sie wieder in ihm auf, schienen ihm aufs neue ins Ohr zu klingen und das'heiße Roth der Beschämung wallte mit dem tiefgeholten Seufzer tnneter Kränkung zugleich empor auf seiner Brust.
Warum war er denn nur so traurig daran, ein armer Krüppel, der ruhig zusehen mußte, wenn - ändere Knaben seines Alters sich fröhlich tummelten, über Gräben und H/^en sprangen und in gewandten Leibesübungen wetteiferten ? Wie mancher Spottname, wie" mancher lieblose Scherz höhnte seine Verunstaltung! Er wußte und empfand es oft schmerzlich genug. Aber daß auch noch der Onkel, der seiner kindlichen Phantasie stets als uner reichbares, glänzendes Ideal aller männlichen «ollkommen- helten vorgeschwebt, daß d e r so fogen konnte, das, das war zu bit erl Die Augen des armen Jungen brannten und Thränen stiegen herauf, als die Familie jetzt am
Ein, namentlich ärmere Familiest nahe berührender Ge-jdenfelbe^ eisten feftfteh 4B»6eh genftanb, wird, wie von guter Seite versichert wird, unter ^Sprache gekommen'- .Mß iw e
Zweites Kapitel:
, «in Netz »un Töne»; die kleinen steife« Zöpfe- Unentfchloffenhett und guter Rath. * ' Versetzen wir uns jetzt mir einem leichten Gedanken- ^«g-,-n-kn freundliches weiß angestrichenes, etwas schmales Haus von zwei Stockwerken, welches zwar den N-tchtheil hat, dem Winde etwas mehr als nöthtz ausge- setzt zu sem — mdem eS, der Kirche im Rücken mitten
^en ®tra^e. Ut8* — dafür aber, vom störenden Rim 9^riebr J06"*9 ""S'fochlen ein gut Stück blauen
Himmels über sich und das erheiternde Grün vom Garten des Fruhpredigers m Aussicht hat, in welchen man vom SräeSkfi h“* äiemlt$ 9Ut hineinsehen kann. Der att £tS;r &" (er laufete bort mil Frau und Kind, dem 9n= »Nb Aussicht, war nun eben
fiT f£. bt ' b ,9rrn m der Nachbarschaft hoher Gebäude "’$* kehr abhold, vielleicht weil seine eigene Natur vieles mit ihnen gemein hatte, da er selber glei$ dem Winde allenthalben herumfuhr, Lärm machte und nirgends Ruhe hatte. In der Thal könnte mannen
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte-, sowie die Amwncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M-; Haasenstein & Vogler in Frankfurt a. M, Berlin, Leipzig, Eöln rc; Rudolf Moffr in Berlin, Frankfurt a. M. rc.
neben-ber Mutter hetaing, wunderte er sich fast wie er f» i-V
Mt, dazu war sie zu gesund' und hatte zu rothe Wangen Wfr 'S.* “* «-*>
zwe, Fußen umhet. Und der liebe Gott lebte und hatte ben Hellen, schönen Mond erschaffen, der eben jetzt wieder Jerbortrat und auf das kleine Hans schien, wo fl7°lle ßUAiuj”»«o&nten; der liebe Gott lebte, der alle seine Geschöpfe liebt und für sie sorgt, der konnte ja nicht ster- nicht pÄaffml"^ m,<nöt s°'g-n und ih"gewiß
Wir hatten in unserem gestrigen Tagesbericht der Doma- Reichstage« des,Turnunterricht a„ —erineilt rotrD tbdI,
ni°l Parcellirung erwähnt; eS geht, uns hentt aus schätz, ein?befinüivl b« "m. weise in ben Mittagsstunbm von 11-1^ theilwele
boret Quelle folgende Mittheilung über diesen Gegenstand I Familien der zur Reserve- ßatibtoefir- nnb finnhm ben|tn bcn, Frühstunden vor Beginn des eigentlichen Schul-
zu : Die Erklärung des landwirthschaftlichen Ministers, mannschast gehörenden Leute ®ic Kreisschulinspeetoren sind deshalb ver-
daß er die Zerlegung der Domänen anstrebe, um dadurch I MmDienstezuae^ f S ,®‘"b(*S1 -nlaßt worden, dafür Sorge zu tragen, daß in den Schulen
die Zahl der «einen Grundbesitzer zu vermehren, hat all-!daß die endliche Regelung dieses Geaenstand^^^bnd,Ider Turnunterricht überall unmittelbar an den Schluß des gemein große Befriedigung hervorgerufen. Wie es heißt, wünschenSwerth daß sr/ norbwenR^ .st ^ ki ^r .?ie | Nachmittagsunterrichts, mithin in die Zeit von 4-7 Uhr soll fetzt ein detaillirter Plan ausgearbeitet werden, nach dieset Mannckasten n ürE . L'L b“ Sen der nicht schulfreien Nachmittage, gekflt werde- nur in welchem vorgegangen werden soll. Bisher ist Genaueres gehören ä“ be" tocm,9 Bemittelten dringenden Nothfällen soll eine Ausnahme aeftatte” fein
ni(^t in bic Öeffentlidjfrit gefotnnten, unb boeb wäre eßI fehtpr »Qpit Omk m» /s:* . r-A . |S)tc ßectionßpläne feilen bternodj unverxualiA einer
sehr erwünscht, wenn sich die öffentliche Meinung über Sachsm-Weimar^aestellte' Antrsta^ ber Vision unterworfen und bezüglich modifieirt werden - Von
die e Frage eingehend ausspräche, denn verschiedene Prin- oufBerringetung der Sr. Majestät Schiff „Gazelle" sind Nachrichtentt. d a™
Zipi-N sind bei derselben he'rvorgetreten; ob nämlichgrößteI bkfe erftF bJ* ^rd boyne auf ben Moluken vom 4 3un ?bt e'inVrX
Bauernwirthschaften ober Arbeitercolonien gebildet werden | trtttdlsBundesr^ w u Wiederzusammen-, An Bord Alles wohl. - Die Nachrichten über die Be.'
sollen. Die Ansichten gehen darüber sehr auseinander Ausschüsse gelangen - der Bundesratb"hielrathungen des Rekrutirungsverfahren, welche in der Presse letzteres aber ist wohl das hauptsächlichste und naheliegendste! der Brausttuer 9unb ber ©nfübrJL “n919ebrä$t wurden, werden der Bestätigung bedürfen
Bedürfniß. Durch die Auswanderung ist in berlebten b«<M? Ä feiS• bte r Dem,,DreSb Journ" zu-
Zeit m bet Landw.rthschaft bie Arbeitskraft ungenügend HMn frei®* bJfleflffl’broteftirt SÄ ®irb bcr Ä5ni8 von Sachsen bei der Enthüllung des geworden, und dadurch diese überhaupt zurückgegangen,- ralhs früher abe? keine ? 8 Bundes- sHermannsdenkmals durch den Generaladjutanten General-
der Auswanderungstrieb fing an, immer mehr um sich zu h«uptettn in Bez^ «5Krug von Nidda vertreten sein greifen, nur durch bie vorangedeutete Maßregel wird der zu umgehen Br »u «if-uach, 10. August. Die evangelische Kirchen-
ländliche Arbeiter wieder fest und treu an die heimische, eineL?stsür d?n sandel!n,leb£m Falle Conferenz, aus 32 Vertretern deutscher Kirchenrcaierunaen Scholle gefesselt werden; außerdem wäre zu einer solchen durch Ls durch blek @t u« Hamburg bestehenb, wirb vom 17. bis 20. August im Saal? b s
ber jetzige Augenblick sehr geeignet, da das traurige Re- wevs gedeckt kf Einkommen keineS-Igroßherzoglichen Schlosses hier tagen. — Dk Stadt-
sultat der Auswanderungen nach Brasilien und anderen,-----—' 7.'--?- sbehörden waten dagegen vorstellig geworden daß auch in
^nber" ^wetikas immer mehr bekannt wird, die-länd, LkiüfcheS «eich.- ' ' .I^se" >?°hre bei Gelegenheit der Manöve'r die Bürget
lichen Arbeitet die Opfer amenkamscher Spekulation in <• »erlittÜ Auautt > t&f«®,n<l?artin^9 "ufnehmen sollten. Darauf hin bat
einem so tiefen Elende, krank und verarmt zurückkommen, Preußen welches namen'tU^'^^-Elcktrvauschulwesen rn ldSS Generalcommando eine erhebliche Minderuna der hier- k-h«!- E-ist selbstverständlich, daß es alle! StaatsöcoUen^^sich'bringendett Einquartierung nowlschen Prinzipien entgegen wäre, sämmtliche.Domänen erfahrenen Händen- befind^ 'Ä trotz e^5 ÄÄ- »nd pen rucken Ende dieser Woche aus Kaffel und Meiningen in Arbettereolonien zu verwandeln, - um auf^diese Weise starken -Rirttrae «Ä? »otz .es.net nicht-immer hier em. " ^emlngen
die den größeren Gütern nöthigen Arbeitskräfte zu schaffen.! entwickelt bat ^wird^L^^n. vecht lebendig! Würzburg, 9. August, Die Tage vorn 7 bi« q
B" der Reform des landwirthschaftlichen Betriebes, Weichei uifterö $)t, Friedenthal'etn^Uma^siUn^^9 b<8 Mi-1August verliefen für unsere fränkische ^Metropole unter her Minister im Auge hat, ist es ganz besonders darauf, es möglich macht -diese Schulen in wAche, großen Feierlichkeiten, indem dahier das dritte fränkische
abgesehen, gegenüber dem großen Landbesitz und dem länb Maße der Land^rthschaft tmtzbar -.- m^^ SangerbunbeSfest abgehalten würbe. Sämmtliche Städte ichen Proletariat einen Mittelstand zu schaffen, der voll-1 viettu landwirthsE^ in Frankens waren in ihren Sänger- und Musikveie n^ ver-
ständig unabhängig dasteht, zugleich aber eine intmsivere L bendigkeit zu § Mt ^hm b^ 9ie^-9^1"^^kere vertreten und hatte sich im Ganzen eine An ahl von 2200 Bauernschaft ermöglicht; es ist daher anMuehmen, d<!ß bi, lanb»iM W" ÄÄ • «ng-funben. Eine großartige ProduetioN
Reform, btese Gesichtspunkte beide berücksichtigen wird; aus biejep^J Achschuttn gedXe" b«en^ flSfS?L 0cf“mmt€n ®=nge6fräfte unter ®ircction d?r anwesende! doch wurde sie selbst damit nicht vollständig durchgreifend, lüchtiabei kende “btaMdie u Ausgabe es ist,IComp0siteure Dr. Muck und Valentin Becker aus Mür--
wert«; mm »ich- ,üch> M »n "" iut8 ®i“a« ®-* -»« fcta ÄÄ
« wärt. M M« -mpfthlm, k-«ch °°m HMMoißu m’ÄÄÄ «** - «Ä&fi
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ein, namentlich ärmere Familiest nahe berührender ®e*4benfeih,* «h,« . j j“8' bt'-^nP?{ten,a El«s Elsaß Lothringen, 7. August Das im
sZwei Familien. '
Erzählung von Ernst Streben.
(Fortsetzung.) . V1,"V
tminer soviel Gutes' gethän hatte.-' ES war ein Choral
@S‘br 75
losesten und bängsten Gedanken waren da und SanVen le- immpr Zwar etwas „stumperig
bmdig>- seiner Seele. Und sie e^ähtten 7aL Zu e, ^er bei aHehem ....
die-bas Herz Zchwer machen unb beklommen; daß sie alle einmal auch sterben müßten, unb wenn nun ber Großvater zvcrst gestorben sein würde unb in die- Erbe gesenkt — unb bann entsetzliche Vorstellung! - btc liebe, treue HRutter, alle, alle tobt ■— unb er selber wäre groß ge- wvrbm stnb hätte Niemand, bcr ihn 'so liebte wie fie — »ie sollte er es dann ertragen, wie sollte er eS aushalten
b" Welt! Die'Schwestern, ach, bie waren zu' un- verstandig, bte lebten nöch sorglos in ben Tag hinein; unb bann wären sie gewiß auch schon' votii Hause fort und er stand ganz allein unb es war Keiner, ber nach
S. m lostte er sein Fortkommen wohl finden? Der Großvater sagte immer, baß dies so schwer sei heut Tage, unb wenn -man auch zwei gesunde Füße hätte!
? "«".Gebrechliche der nicht einmal ordentlich gehen kdunte, wte andere Menschen! — Er empfand bett' Itdjeä Mitleid mit sich selber; et vertiefte sich' in bie «itterttit dieser Vorstellungen und fand einen schmerzlichen Gmuß darin'ihnen nachzuhängen. -• ™
»fÄhri*C?K-mcf,LlicbIr ^unge, wo bleibst du denn?" tönte plötzlich bte- lirbtetche «stimme ber Mutter, 'bie auf ihn wartenb stehen geblieben war. Sie hatten das Stabtthor Kirchhofk Sk'siX '£* W*« W”-
Monumente durch das Gitter herüberblickten. aam 'anders ihi'5 nJ ?L 'hnen,
Noch gestern Morgen war er dagewesen, als man bie äuS; wie der Knabe mildem ratoml?fi “ “
.«■ Srifto b-ndl,«, «Ich-, -d m» Kn Annm S-Ml- Mm )n S S
, Anuigen nimmt.entgegen:
▲ a die E^edition d. Blatte»,
Ä sowie bte Amwncen-Bureaux
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