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Kr. 163

JUarßurg, Donnerstag, 15. Juli 1875.

x Jahrgang.

DMMt Zeitung

Ja, es ist Thorheii, eS ist Dummheit von mir, daß

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lch. wlch noch immer mit der Dressur von so schafsköpfigem I für ihn finden. Rindvieh, solchen ochsigen Eseln von Bauernpflcgeln abgebr! I und trollt ruh

Ich habe eS auch geschworen —'

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Bitte, Oberst, nehmen Sie sich in Ächt; Ihr Stuhl

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ja ganz am Rande des Hügels, noch ein Ruck und Dame, indem sie einen kostbaren Cigarrenkasten öffnete und Sie tflUfn rf«f mnfl hinunter " Iw— J______... . °

Immer die alte Liebenswürdigkeit; wie sollte ich die

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Der Artikel V ist nichts als ein leerer Popanz, der seine Bedeutung längst eingebüßt hat. Die deutsche Re­gierung hat ihrer Pflicht vollständig genügt, insofern sie Unterhandlungen über diese Frage anknüpfte; aber die übertriebenen Forderungen der dänischen Regierung machten

„Nein, nein! Diesmal habe ich's gelobt, um'S zu halten; denn nicht noch einmal will ich die Dummheit eines solchen hirnversrorenen Burschen wieder erleben. Denken Sie nur, meine Hochverehrte, was mein gestern in Dienst ge­tretener Bursche, so ein echtes Exemplar von Kartoffel- freffer aus einem Dorfe, da so hinter der Landkarte weg heute Morgen angestiftet hat! Ich gab ihm, da ich meine Drcffur systematisch betreiben wollte, zunächst nur zwei Regeln zum Lernen und Beachten: die eine, daß er nie von seinem Herrn sprechen dürfe, und die andere, daß er stets seines Herrn Borlheil im Auge haben müsse."

«Sehr gute Vorschriften, sehr gut; aber wollen Sie nicht eine Cigarre anzündeu? Sie wiffen ja, daß ich stets eine gute Sorte präsentiren kann", sagte die wohlwollende

Die Bemühungen der Reichscommissio.i für die Welt­ausstellung in Philadelphia scheinen, so weit eS sich um Werbungen zur Beschickung dieser Ausstellung handelt, im Ganzen von keinem günstigen Erfolge gekrönt zu sein,

den Stuhl wieder vorgezogen und wieder näher bei der besorgten Wittwe seines alten Jugendfreundes sich nieder- gelaffen hatte.

„Nun, Sie Aermster! Wer und was hat Sie denn so geärgert, daß Sie noch jetzt in solche Aufregung ge- rathen können?"

Die «ordschleswigsche Frage.

Fast jedes Jahr in derselben Zeit tritt die nordschleS- wigsche Frage auf, bleibt aber doch immer auf demselben Flecke stehen. Diesmal ist sie von zwei Seilen wieder in Anregung gebracht. Der norwegische Dichter Björnson hat ein Schreiben an die Dänen veröffentlicht, in welchem er zu Frieden und Freundschaft aller germanischen Völker auffordert und namentlich sich bemüht, die Abneigung der Dänen gegen Deutschland zu mildern. Ein solches Stre­ben ist allerdings sehr löblich und anerkenneuSwerth; es geht von der richtigen Erkenntniß aus, daß das deutsche Volk keineswegs feindliche Absichten gegen die scandinavi- schen Völker hat, und gerne bereit sein würde, die Hand der Freundschaft mit einem StammeSgenossen zu geben. Aber es laufen doch in diesem Schreiben des norwegischen Dichter- große Illusionen mit unter, denen von deutscher Seite mit Entschiedenheit entgegengetreten werden muß. Nach BjörnsonS Auffaffung soll man in nationalen Kreisen bereit fein, die Freundschaft Dänemarks dadurch zu erwer­ben, daß man die nördliche Hälste Schleswigs mit Düppel und Alfen an Dänemark wieder ausliefert. Er braucht dabei eine Wendung, die allerdings dem Herzen eines Dichters sehr wohl ansteht, aber schwerlich vor dem Forum eines Politikers bestehen dürfte: Die freundschaftliche Ge­sinnung Dänemarks soll Deutschland mehr werth sein, als die Mauern und Forts der Festung Düppel-Alsen. Diese Wendung klingt allerdings recht schön; aber wir glauben nicht, daß sie in Deutschland großen Beifall finden wird. Dänemark hat bis jetzt noch nicht bewiesen, daß wir Zu­trauen zu demselben haben können. Wenn auch die Partei der Bauern eine Annäherung an Deutschland wünscht, so ist doch immer noch die tonangebende Partei Kopenhagens deutschfeindlich. Nicht daS deutsche Volk hat Ursache den Dänen entgegenzukommen und um seine Freundschaft große Preise zu zahlen, sondern den Dänen muß es daran liegen, sich Deutschland zu näb°rn und mit demselben in ein besseres Verhältniß zu kommen. Bisher hat Dänemark keinen Beweis dafür geliefert, daß es ihm ernstlich um die Freundschaft Deutschlands i thun sei. Es unterhält fort und fort eine Agiiatioti .m nördlichen Schleswig; noch vor Kurzem sollte in Souderberg eine Demonstration in Scene gesetzt werden. Es wäre eitel Schwäche, wenn man diesen Thatsachen gegenüber nachsichtig fein, und dadurch ihre Revanchegelüste stärken wollte.

Schlaffer als Eheproeurator.

„Ah, charmant! charmant! alter Freund! Wie lange habe ich auf die Ehre Ihres Besuches warten muffen! Sind doch nicht wieder" —

„Ja, das verdammte Podagra! Habe diesmal drei Wochen lang das Sopha hüten müssen und quäle mich auch jetzt noch nur jämmerlich an diesem getreuen Krückstock fort. Ha, wie wohl da Ihr schöner Sessel thutl" Und der Oberst a. D. Knopf von Knvpfsburg setzte sich behaglich in demselben nieder.

„O, daS bedauere ich aufrichtigst", erwiderte die Der wittwete Frau Commerzienräthin Schnellreich, indem sie ihre Brille, mittels welcher sie die neueste Nummer des „Daheim" gelesen, bei Seite schob, „ja, ich kenne den bösen Geist, der meinen Mann selig auch öfter, als mir und ihm lieb war, heimsuchte. Das Schlimmste war bei dem Guten, daß er bann immer feine sonst so vortreffliche Laune verlor und nichts ohne Aerger erfuhr oder behandelte. Da find Sie besser —•

„Wie — was, ich besser dran? Heiliges Kreuzhimmcl- donnerwetter! ich ärgerte mich wahrhaftig herzlich gern nicht, ganz und gar nicht; aber den ganzen lieben langen Tag sucht Einen ja nichts als Widerwärtigkeiten und Ver- drießlichkeiten auf. Noch heute wieder, — ja, ich könnte den Lümmel von Esel noch kalten Blutes viertheilen und Stück für Stück fricafftren."

®ie vom 22. d. Mts. batirte, vom Bundesrath zum Reichsgesetze über die Beurkundung des Personenstandes und der Eheschließung erlassene Ausführungsverordnung enthält nur 15 Paragraphen und beschränkt sich fast nur auf die Miliheilung der einzelnen, sehr speziell auSgesührten Formulare. Hervorzuheben wären noch folgende Bestim­mungen : Geistlichen und anderen Religionsdienern ist die Einsicht der Register kostenfrei zu gestatten (§ 11). Die Standesregister sind in deutscher Sprache zu führen. Die Bestimmungen des für Elsaß-Loihringen erlassenen Gesetzes vom 31. März 1872, betreffend die dortige amtliche Ge- schäftssprache, werden hiervon nicht berührt (§ 12). Auf Verlangen der Verlobten ist denselben von den Standes­beamten eine Bescheinigung über das angeordnete Aufgebot kostenfrei zu ertheilen (§ 13). Ist eine Ehe getrennt, für ungültig oder nichtig erklärt, so hat die Staatsanwalt­schaft und, falls dieselbe in Ehesachen nicht mitzuwirken hat, das Ehegericht eine mit der Bescheinigung der Rechts- kraft versehene Ausfertigung des UrtheilS dem StandeS- beamten, vor welchem die Ehe geschlossen ist, zu übersenden (1. Absatz des § 14). Dem Ersuchen eines Standes­beamten sind andere Staatsbeamten sowie Gemeinde- und OriSpolizeibehörden Folge zu leisten verpflichtet (§ 15). ®er Reichskanzler hat übrigens den Bundesregierungen mitgetheilt, daß ihnen die Formulare zu den StandeS- registern und Registerauszügen in der der Ausführungs­verordnung entsprechenden Form und Gestalt besonders werden mitgetheilt werden.

Während des zweiten Vierteljahres 1875 sind im beut, scheu ReichSpostgebiete 55 neue Postanstalten eingerichtet unb nur 9 bestehenbe aufgehoben worben.

Am Donnerstag, den 15. dieses Monats, wird in ■Ömern in Bezug der Landtagswahlen die entscheidende Schlacht geschlagen werden. Von klerikaler wie von libe­raler Seite sind alle Mittel in Bewegung gesetzt, die resp. Candidaien durchzubringen, und namentlich in München ist man in allen Parteien sehr thätig gewesen. Alle Or­gane der Regierung verhalten sich übrigens höchst neutral was um so anerkennenswerther ist, als vom Resultat der Wahlen sicher die Existenz des Ministeriums abhängt, und die Geometrie der Wahlkreise diese Neutralität kaum er- warten ließe. Die Zusammcnberusung der neuen Kammern wird aber erst im September stattfinden.

„Um morgen den Schwur wieder zu brechen, nicht wahr?" — fiel die Frau Geheime Commerzienräthin lächelnd ein.

, . ^tlich l Der Bursche gefiele mir schon, der hat Talent," meinte laut aufllachend die würdige Dame

„Nun hören Sie nur; die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Ich schicke nun den dummen Bengel wieder bin jur Post und ermächtige ihn ausdrücklich meinen vollen Namen und Titel zu offenbaren. „Ich sollte die Briefe für meinen Herrn abholen unb agen, daß derselbe Oberst a. D. Knopf von Knopfsburg heiße." Die d olliae Mtt theilung arnüsirt den Postsecretär, unb er iäßt sich vm B"rsch-" .'»"Bureau kommen, um sich noch etwas mit einem fo komischen Onginalmenschen zu unterhalten. Dann geht er an bas betreffende Fach und gibt ihm meine Post- fadjen. Als aber Johann sie mir auShändiat, zieht er —$ noÄ ?enfe" @ie »ur, meine Verehrteste l

. »°$ e‘~.flan/e" Paket mit beliebigen anderen Adressen hervor. „Wie kommst Du denn an diese Briese, die ja für andere Leute bestimmt sind," frage ich aufs Höchste erstaunt, erhatte aber im gemüthlichften Tone die einfache Antwort. „Weil Herr Oberst mir faxten, daß ich immer auf Deren Vortheil bedacht fein müsse, da nahm

Deutsche, »eich.

== dttliu, 13. Juli. Die unter Staatsverwaltungen tejenben Eisenbahnen werden zwar im Allgemeinen die iiShengen Billet- und Gepäcktaxen beibehalten, und nut :nfomeit die Satze und Tarife ändern, als eS der möglichst thunlichen Gleichmäßigkeit auf sämmtlichen vom Staate verwalteten Eisenbahnen angemessen ist. Dagegen ist be­absichtigt, die Institution des Freigepäcks zu beseitigen und

- was thut mein Johann Rhinoceros mit jenen tugend- hus ru Lehren? Ich schicke ihn, damit ausgerüstet, zuerst zur Post, um nach meinen Briefen zu fragen. „Ob Briefe sur meinen Herrn da wären", ruft er durch den Schalter des Postbureau'S „Wer ist denn Dein Herr", fragte ber JMtbeamfc zuruck. Ja, das darf ich nicht sagen", erwi- bett der Bursche. „Nun, bann kann ich auch keine Briese

. ... •" "bka, denn adjüS", sagt mein Johann trollt ruhig nach Hause. Als ich ihn auf die Mit- thetlung jener postalischen Unterredung andonnerte, wie er so dumm habe sprechen können, antwortete er ganz stolz; „3®, Herr Oberst l Sie sagten mir ja, ich sollte nicht von meinem Herrn sprechen."

Anzeigen nimmt entgegen: die Gchedltton d. »latteS, sowie die Annoncen-Bureaux von G. L. Daube L Co. in Frankfurt a. M.: Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete- ▲ meyer in Berlin; Carl Schütz- v ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

die Lösung jenes Artikels unmöglich und damit ist die was auch wohl darin seinen Grund haben mag, daß die Sache abgemacht. Niemand wirb von ber deutschen Re Lust und Neigung der Gewerbetreibenden zur Theilnahme gierung verlangen, blos um Dänemarks Freundschaft zu an derartigen Schaustellungen nachgelassen hat

gflr in ber Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet. 9 * o 10 Vfg.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Th. Diettich & Co. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M.; Haasenstein & Vogler in Frankfurt a. M, Berlin, Leip­zig, Cöln rc; Rudolf Moste in Berlin, Frankfutt a. M. rc.

Sie fallen rücklings hinunter."' dem Freunde' darreichte.'

k , "®a6 ^lie auch noch, ah! das verdammte und „I—... vrö «ur «icuaiuwuivigicu, wie joute tq die £? »i08 J” rat laUÄfPrU"9C7 leerst D. Knopf zurückweisen?" Rasch blitzte ein Phosphorfeuer auf, und bon KnopfSburg bald daS eine, bald das andere feiner mit Andacht unb Kennermiene sah bet alte Oberst auf die heimgesuchten P.edestale krampfhaft in die Höhe, bis er ersten Wölkchen des vortrefflichen Krautes. „Run also,

gewinnen, jenem Artikel eine Ausdehnung zu geben, an die man bei dessen Abfassung niemals gedacht hat. Kann sich Dänemark nicht in die neue Lage hineinfinden, so wirb es die Folgen feiner Jfolirung kennen lernen; beim wenn dem Besuch bes Königs von Schweden irgend eine poli­tische Bedeutung beizumessen ist, so kann sie nur darin bestehen, daß Schweden und Norwegen die Prätentionen Dänemarks nicht unterstützen wird. So gut gemeint die Vermittelung BjörnesonS auch war, so müssen doch von deutscher Seite alle jene Bedingungen, unter denen die Aussöhnung mit Dänemark stattfinden soll, entschieden ab- gelehnt werden.

. Die zweite Anregung dieser Frage ist durch die von dänischer Seite in Sonderburg versuchte Demonstration hervorgerufen worben. Als Bestreben, eine Versöhnung mi Demschlcmb hervorzurufen, konnte jene Demonstration schwerlich aufgefaßt werben; denn nach Allem was über diese anscheinend so harmlose Fahrt der dänischen Gesell­schaft mitgetheilt wurde, so handelte eS sich um die Jn- fcenirung einer Aufforderung zur Ausführung des Art. V und zur Belebung der dänischen Agitation auf der Insel Alfen. Wenn die deutsche Behörde dagegen einschritt und den Versuch durch das Verbot der Landung verhinderte, so war sie nicht bloS dabei in ihrem Rechte, sondern sie übte damit auch eine Pflicht gegen die NordschleSwiger a»S, indem sie dadurch den vielfach verbreiteten irrigen Ansichten entgegentrat.

Bis jetzt ist die Zeit der Nachgiebigkeit noch nicht ge­kommen, diese aber würde von dänischer Seite eher als Schwäche betrachtet werden, daher können wir nur wün scheu, daß die Behörden sich dort mit aller Energie den dänischen Agitationen entgegensetzen.

Tagesbericht.

Die Provinzialordnung für Preußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen ist am 13. d. MtS. er- chienen; ferner das Gesetz vorn 7. Juli Über Corporations- Ertheilung an die Baptistengemeinden, das Gesetz vom 30. Juni übet die 1876 vor Feststellung deS Staatshaus­haltsetats zu leistenden Staatsausgaben; das vom 9. Juni wegen Uebermeifung der 4,400,000 Mark an den schleswig- i olsteinischen Provinzialverband und das vom 19. Juni über Belegung von Geldern der gerichtlichen Deposttorien, Kirchen, Schulen, Hospitäler, milde Stiftungen und öffent­liche Anstalten bei der Reichsbank.