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Nkarkurg, Freitag, 12. März 1875. . X. Z-rzog.
OlmhrMr Jrihmij
Bezüglich des Pferdeausfuhrverbots bestätig! die Provinzial
Correspondenz, daß in zuverlässigster Weise festgestellt sei, war, auS dem reichen Schatz unserer pädagogischen Litera- daß von^Frankreich her der Ankauf von 10,000 Pferden j tur nur das Beste zu schöpfen, ihre umfangreiche Arbeit
Welch eine Veränderung war seit jener -Nacht mit
dem
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kleines Fest zur Feier seiner Genesung zu be- Wie anders war es heut an der kleinen Tafel — nachdem der engende Druck verschwunden früher auf der Unterhaltung geruht ha.te.
waren ein gehen, t- als sonst?
war, der Damkows
Mädchen an ihm emporkletterte, bis sie hoch auf seinen Armen thronte und ihm den langen Schnurrbart zerzauste, daß ihm die THränen über die Wangen liefen, die ihm der Schmerz erpreßte, . . . oder die Freude."
Die Genesung des Herrn von Grönitz ging-langsam, aber sichtlich von Statten. — Seine Kräfte wuchsen zusehends, und obgleich er ein paar Mal dankbar erklärte, daß es sich sehr gut krank sein lasse, wenn man so liebevoll gepflegt würde, so war er doch nach zwei Wochen schon so vollständig wieder hergestellt, daß wir im Stande
Offenbach, 9. März. Der im Großherzogthum Hessen beabsichtigten völligen Beseitigung weiblicher Ordens- Angehörigen als Lehrerinnen an öffentlichen Schulen steht zur Zeit leider noch der fehlende Ersatz an weiblichen Lehrerinnen hindernd im Wege; doch soll in aller Kürze mit der Ausführung der beschlossenen Maßregel ein tüchtiger Anfang gemacht und einer Anzahl von Schulschwestern in größeren Orten Rheinheffens und Starkenburgs gekündigt werden. — Weiter vernimmt man, daß die behufs Auswahl neuer Lehrbücher für die Volksschulen s. Z. nie- vergesetzte Commission von Schulmännern, welche bemüht
Anzeigen nimmt entgegen: die Echedition b. Blattes, sowie bte Annoncen-Bureaux vonZG L- Daube & Co. in Frankfurt a. M.: Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendauk, A. Rete- ▲ mcyer in Berlin; Carl Schüß- ~ ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
ziehen, welches das Datum vom 3. März führt. Am 28. Februar hatte der Reichskanzler Audienz bei dem Kaiser, ein Tag vorher ei» Ministerrath hat stattgefunden."
Tagesbericht.
, Die Wiener „Montagsrevue" schreibt in ihrem Berliner Briefe: Die preuß. Bischöfe haben in Rom petitionirt, es möge ihnen die Verkündigung der Bulle vom 5. Februar «lassen «erden, damit der Bogen nicht überspannt werde. Die Correspondenz stellt ferner energische Maßregeln der Regierung in Aussicht, spricht aber den Wunsch aus, daß die liberalen Parteien sich nicht darauf beschränke» möchten, nachträglich die Maßregeln der Regierung zu billigen, son dem selbstständig Vorschläge zur Fortführung des Kampfes machen. Berliner Blätter machen darauf aufmerksam, daß die Garantugesetze de» Papst nicht lange mehr schützen würden, wenn er fortfahre, die Unterthanen von Regierungen, die mit Italien verbündet sind, zum Ungehorsam gegen die Gesetze aufzufordern.
Zn der „Köln. Ztg." begegnen wir einer Correspon- deuz, die einen hochoffiziösen Charakter hat und auf die Absicht des Fürsten Bismarck, sein Amt niederzulegen, zurückkommt. Sie hebt ausdrücklich hervor, daß die That- sache nicht Hinwegzuleugnen, daß der Kanzler leidend sei, und daß es stch in nächster Zeit, wenigstens im Laufe des Sommer, entscheiden muffe, ob er stch den Obliegenheiten seiner hohen Stellung gewachsen fühlt ober nicht. Von dem Aussehen oder wirklichen Wohlbefinden deö Gastgebers an einem Gesellschaftsabend wird eine vernünftige Diagnose nicht herzuleiten sein, am wenigsten bei dem notorischen Nervenleiden deS Kanzlers. ES genügt, daß an jenem 1. März, an welchem das Diner zu Ehren des Hauses der Abgeordneten stattfand, ein Tagewerk vorausgegangen waz, - das eine wohlthuende Wirkung hervorgebracht hatte, um de» Fürsten, dessen Lebensgeister jede Arbeit, die sich verlohnt, zu steigern geeignet ist, wie einen Gesunden erscheinen zu lassen. Ebenso voreilig würde es sein, den Zustand deS Minister« nach dtzN Eindrücken eines der Tage, an denen er durch unnütze Plagen kleinlicher Verhältnisse und ärgerlicher Zwischenfälle stch gedrückt fühlt, beurtheilen zu wollen. Nervenkrank, wie er ist, nimmt er das Gute, das fich bietet, froher als zehn Jahre zuvor, und läßt fich vielleicht andererseits durch Widerwärtiges mehr deprimiren ober irritiren, al« es an sich werth sein mag. So hat denn allerdings in letzter Zeit die päpstliche Enchclica nicht verfehlt, anregend, kräftigend und erfrischend auf den Reichskanzler einzuwirken. Zur Erklärung, was den Reichskanzler am 1. März so heiter gestimmt habe, bemerkt die „Nationalzeitung" wohl nicht unrichtig: „Wir werden kauuz fehlgehen, wenn wir da« Tagewerk des 1. März, dessen „wohlthuende Wirkung" die Correspondenz rühmt, aus die Fertigstellung des Sequestrationsgesetzes be-
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M-; Haasenstein & Vogler in Frankfurt a. M-, Berlin, Leipzig, Cöln 2C; Rudolf Messe in Berlin, Frankfurt a. M. rc-
wie damals, — nur war eS nicht mein Arm heute, auf dm der Hausherr stch stützte, sondern der Damkow'S, der ihn mit liebender Sorgfalt leitete.
Ich gab den meinen der jungen Frau und wir folgten den beiden Männern, die ein paar Schritte vor uns her gingen, bis zu einem Punkte, wo Frau von Damkow ab- bog, um einen Seitenweg mit mir einzuschlagen. — Was hatte fie, baß sie einen nnberen Weg wählte, als Jene verfolgten? — Meine Augm mochten es wohl versuchen, diesen Gebanken auszubrücken, benn fie sagte, mich weiter fortziehend: „Lassen Sie sie gehen, — lassen Sie sie gehen, oder sollten Sie nicht wissen, . . . wohin fie ihre Schritte lenken? Wir sind da überflüssig, . . . denn ich vermuthe, daß sie den Bund dort besiegeln werden, den sie schloffen, . . um mein Glück für ewig zu sichern."
„Sie ist nicht zu täuschen", rief ich im Stillen mit dem Baron, denn sie hatte wirklich wieder in'S Schwarze getroffen.
Da standen sie, vor dem kleinm Tempel, der weiß ans dem dunklen Hintergründe hervorleuchtete, und hielten sich so dicht umfangen, baß ich mein Ange abwanbte unb nicht wieder hinzusehen wagte.
Ein Paar Minuten später trafen wir wieder zusammen an der Lisiöre deS Parkes, den eine Wcißdornhecke an dm Seiten von Feld und' Wiesen trennten. Da rauschte der Gebirgsbach entlang, aber nicht Alles mit sich fortreißend, sondern friedlich die Bogen der nmen Brücke unterlaufend, die seine beiden Ufer verband. Bon jenseits sah daS Vorwerk herüber auf die Wiesen, die der Nachwahl entgegenwuchsen, während sich dort die eintönige Linie der Pappeln hinzog, welche die zur Stabt führenbe Chaussee begrenztm. Weit behüte sich btr Himmel über brat Bilde au«, — und weit schweiften die Gedanken, als wir vor ihm standen zu dem Tage zurück, wo es so ganz anders auSgesehen hatte.
Die Augen der jungm Frau füllten stch mit THränen
dem milden harmonischen Wesen des Herrn von Grönitz wiederspiegelte.
Die gnädige Frau sah aus dem Rahmen ihres Bildes mit glücklich lächelnden Zügen heute wieder hernieder, und die Augen des Mannes, der fie so heiß geliebt, ruhtm oft und lange auf ihnen.
„Ich glaubte, ich sollte mit ihr vereint werden," sagte er in einem dieser Augenblicke sinnend, — „aber sie hatte es anders .... gemeint! — Sie wollen mich nur erinnern, . ... im Traum, . ... wie sehr sie es liebte glücklich... zu machen! . . . Und so verdanke ich ihr auch den Frieden, der jetzt mein Herz erfüllt, wie ich ihr Alles in diesem Leben verdankte."
Und er erhob sein GlaS zu ihr, und führte es zu einem stummen Gedanken an die Lippen.
Mann »orgegangm, zu dem ich mich so sehr hingezogen gefühlt hatte, und der mich, als ihm nahe war, so un- merklich immer mehr von stch entfernt hatte, — welch eine gückliche Veränderung?
Er hatte seine junge Frau gezwungen, die zweite Nacht zu Hause bet dem Kinde zuzubringen, und auch mir hatte er nicht erlaubt, auf dem Schloß zu bleiben. Er allein wollte die Pflichten der Sorge atff sich nehmen, welche der Kranke noch erforderte, die zum Glück geringer und geringer wurden, denn er verlangte nichts weiter als Schlaf, immer Schlaf, ton dem er gestärkter und gestärkter erwachte. — Aber mit welcher Gewissenhaftigkeit erzählte der liebevolle Krankenwärter am anderen Morgen, wenn wir hinnnterkamen, die kleinsten Vorgänge der vergangenen Nacht. Wie der Onkel gefragt habe, ob Julie auch zu Bett gegangen sei; — wie lange Krause schon schlafe? ... ob er ihn nicht wecken unb fich nun selbst zur Ruhe begeben wollte?-. .. wie oft er getrunken, unb wie lange er ununterbrochen geschlafen habe, .... und wie er so häufig, so häufig seine Hand ausgestreckt habe, um die seine zu ergreifen, .... und er dann nicht gewagt habe, fie zurückzuziehen, . , . wenn er plötzlich wieder eingeschlummert sei.
Wie hatte Gott dieses Herz so seltsam gerührt, in welchem die Liebe auf dem Punkte gewesen war, unter den immer üppiger aufschießxtoe» Ranken des Egoismus zu ersticken? Wie wunderbar hatte er in entscheidender Stunde daS Geängstigte befreit, — daß die Liebe auf» athmend Raum gewann, ihre Zauberblühten zu entfalten ? --ES war in Wahrheit ein Schauspiel für Götter, Wie er all' die Tage Weib unb Kind entgegenlief, wenn fie am Morgen herabkamen unb fie herzte unb küßte, als
zum Frohsinn geneigte Natur hatte fich zu einer reinen unb fleckenlosen Heiterkeit nun erklärt, bie sich in
Deutsches Reich.
•* Berlin, 10. März. Das Befinden beö Kaisers hat sich bebeutenb gebessert. Die Nacht, wenn auch durch Schlaf unterbrochen, war besser, der Katarrh fängt an, fich zu lösen und auch Fieber ist nicht mehr vorhanden. Es ist deßhalb gegründete Aussicht, daß der Kaiser seinen Geburtstag in voller Gesundheit verleben wird. — Die heutige Prov. Corresp. beschäftigt fich hauptsächlich mit dem neuen Kirchengesetz „Preußens Antwort auf die päpst liche Bulle." DaS offiziöse Organ weist zunächst darauf hin, daß daS Gesetz mit den Bestimmungen der Verfassung in vollkommener Uebereinftimmung stehe. Die VerfaffungSurkunde hat im Artikel 15 den Religionsgesellschaften den Genuß der für ihre Zwecke bestimmten Fonds gesichert, jedoch nach der im Jahre 1873 festgestellten Fassung mit der Maßgabe, daß auch das Kirchengut, wie die zu kirchlichen Zwecken bestimmten Fonds den Gesetzen deS Staats unterworfen bleiben. Der Staat ist danach befug:, die Bedingungen festzustellen, von deren Erfüllung der Genuß der für kirchliche Zwecke ausgefetzten Staatsfonds abhängig zu machen ist. Z» diesen Bedingungen gehört aber selbstverständlich in erster Linie, daß die katholische Kirche und ihre Geistlichen die Staatsgesetze befolgen, unb daß bie vom Staate hergegebenen Mittel nicht gegen seine Interessen unb seine Autorität verwanbt werben. Hervorzuheben ist noch ber Schluß bes Artikels, in welchem ausgeführt wirb, daß das letzte Gesetz vermöge seiner grundsätzlichen Bedeutung, weit über die früheren Maß nahmen gesetzlicher Abwehr hn Einzelnen hinausgehe. „Es ist ein erster bedeutungsvoller Schritt auf einer Bahn, welche je nach der weiteren Haltung der kirchlichen Oberen zu einer durchgreifenden Umgestaltung der Beziehungen zwischen Staat unb Kirche führen tarnt." Man kann in biefet letzten Aeußerung eine inbirette Widerlegung der Aus- sührungen der Germania finden. Das ultramontane Blatt hatte davon gesprochen, daß bee Staat mit dem neuen Gesetz der katholischen Kirche nur einen materiellen Schaden zufüze. Es wird nun halbamtlich festgestellt, daß es sich keineswegs nur um materielle Thatsachen handele, sondern um einen Anfang auf einer Bahn, der die Beziehungen zwischen Staat und Kirche vollständig ändern könne. —
Das Mausoleum der gnädigen Fra«.
Novelle von Max Alt.
(Fortsetzung.)
Zn;- - xv.
mit hohem Aufgelde eingeleitet war. Die Regierung mußte aber die Interessen der Landwirthschast und ihre eigenen wahren, da zur diesjährigen Remontirung unserer Armee wir selbst eine bedeutende Anzahl Pferde gebrauchen. Eine Vermuthung naher kriegerischer Absichten Seitens Frankreichs habe bei diesem Verbot nicht obgewaltet.
Pose», 9. März. Der „Osts.-Ztg." schreibt man von hier: Die polnischen Parteiführer Haden fich bei dem abschlägigen Bescheid des hiesigen Magistrats aus ihre Petition wegen Vermehrung der Zahl der Stadtverordneten von 36 auf 48 nicht begnügt, sondern veranstalten gegenwärtig in den verschiedenen Stadtbezirken Wählerversammlungen, um in derselben Angelegenheit eine Petition an die königliche Regierung zu richten. Die Vermehrung der Zahl der Stadtverordneten erregt deshalb ihr ganzes Interesse, weil sie die trügerische Hoffnung hegen, daß fie zugleich eine Vermehrung der polnischen Stadtverordneten zur Folge haben würde. — Dekan Tafelski ans Kröben wurde wegen erneuter Zeugnißverweigerung zu 6 Monat Gesängniß verurtheilt und sofort verhaftet. Dem Dekan Krygier aus Schrimm wurde seine Ausweisung angekündigt. — In Sachen des Geheimdelegaten fanden gestern ferner umfangreiche Haussuchungen in Gnesen statt, die jedoch dem „Kur." zufolge erfolglos waren. — Wie schon gemeldet, findet auch hier unb in ber Provinz der bekannte Protest der katholischen Mitglieder deS Abgeordnetenhauses gegen die päpstliche Bulle vom 5. v. M. zahlreiche Zu- stimmungSerklärungen, die nach der „P. Z." sich besonder« hier mit jedem Tage noch vermehren. — Der „WiaruS", welcher bisher von möglichen „AuSgangSwegen" au« dem Kirchenkonflikt gesprochen, hält dieselben, wie bie „P. Z." bemerkt, nunmehr für unmöglich, wirft aber bie ganze Verantwortung biefer Situation auf bie ultramontanen Kirchenpolitiker unb ficht jetzt nur noch Heil in einem nativen Streben.
Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jllustrirtes Sonntagsblatt" durch die Expedition (Kock'scke ■T Buchdrucherei) bezogen Mark, durch die Postümter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. lexl. Bestellgebühr). - Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg
Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.
Wir tränten den Kaffee auf dem bekannten Platz vor dem Hause unb bet Nachmittag wat so schön, baß ber Baron ben Wunsch aussprach, einen kleinen Gang in den Park zu machen, wobei er einen Blick auf den alten Krause „ _ . _ . warf, der mir irgend eine Bedeutung zu haben schien, als
sejen fif ihm nwyj^yih Uvrhen. Wie da» blondlockige! ich ihn erfaßt-, wühieuv wir unSierhvbem — Wlrgingen/