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Schwebe. Nur das Eine steht fest, jdaß gleich nach der Neubildung des Cabinets der Justizminister alle Staats­anwälte auffordern wird, jeden Angriff der Presse gegen die konstitutionellen Gesetze zu verfolgen. — Die Regierung von Washington hat ihren hiesigen Vertreter telegraphisch sofort nach der Annahme der konstitutionellen Gesetze an­gewiesen, den Herzog von DecazeS darum zu beglück­wünschen. — Graf Falconeini, der Unterhändler zwischen Garibaldi und den englischen BanquierS, welche die Mittel der Austrocknung der Campagne zu liefern versprochen hatten, ist hier angekommen, um die von Cairo Moutay eintreffenden englischen Unterhändler zu erwarten. Gleich nachher sollen die Conserenzen zur Regulirung der Ar­beiten und der Bedingungen der Geldlieferung beginnen. — Graf Chandordy wird am Dienstag Madrid verlaffen, um dem Marschall das goldene Vließ, und der Herzogin DecazeS den Großorden des Marne Louisenotdens zu überbringen. — Die Deputirtm der Linken haben ein» I

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offizielle Organ des Vereins, veröffentlicht unter anderen die Ausstellung betreffenden Kundgebungen folgende Be­kanntmachung: Nachdem in letzter Zeit über die Fach­ausstellung und Hauptversammlung eine Reihe endgültiger Beschlüsse gefaßt und auch die Lokalfrage zur allgemeinen Zufriedenheit erledigt wurde, so machen wir bekannt, was folgt: Die vom Vereine deutscher Becharbeiter veranstaltete erste Fachausstellung im städtischen Meßhause in der Resi­denzstadt Kaffel wird, wie bereits bekannt gemacht wurde, unwiderruflich Sonnabend den 11. September l.J., Vor­mittags 9 Uhr, durch eine kurze Feierlichkeit eröffnet und Sonntag den 26. September, Abends 5 Uhr, ebenso ge­schlossen werden. Die zweite Hauptversammlung der Mit- glieder deS Vereins deutscher Blecharbeiter, welche 3 Tage in Anspruch nimmt, wird Sonnabend den 11. September c., Abends 6 Uhr, im Saale der Restauration von H. Schä­fer, WilhelmSstraße Nr. 2V2, durch eine Ansprache deS Vereinspräsidenten Herrn I. G. Heß auS Frankfurt er­öffnet werden. (F. H. Z.)

Kassel, 6. März. Der hiesigen königlichen Theater Intendanz ist die erfreuliche Mittheilung zugegangen, daß der JahreSbetrag von 108,000 Mark, welchen das hiesige Theater seither auS der sequestrirten kurfürstlichen Apanage empfing, bis auf Weiteres auch ferner fortgezahlt wird. Die aus der königlichen Chatoullc gezahlte Unterstützung, welche 1867 kaum 25,000 Mark betrug, ist für 1875 auf etwa 93,000 Mark veranschlagt, wobei die Zuschüsse, welche im außerordentlichen Etat für bauliche Veränderun­gen rc. figuriren, nicht gerechnet sind. Die Gesammt-AuS- gaben für das hiesige Theater haben sich seit 7 Jahren verdoppelt, sie betragen für 1875 mehr als 465,000 Mark. — Der im vorigen Jahre dahier gestorbene Rentier Al­brecht Feidel hat die von ihm und zum Thcil auch schon von seinem ihm im Tode vorauSgegangeneii BruderSjohn veranstaltete Sammlung hessischer Denkwürdigkeiten dem hiesigen Verein für hessische Geschichte und Landeskunde, dessen Mitglied er war, testamentarisch vermacht. — Diese sehr werthvolle Sammlung besteht aus 58 Büchern, 29 Bildern mit Rahmen, einer Anzahl städtischer Ansichten, einem Werkchen mit Abbildungen des westfälischen Milt- tärS, 26 Kupferstichen und einer bedeutenden Anzahl von Münzen. (H. M.)

- Am 6. d. M. starb zu Kaffel der Königliche Re- gierungS- und Geh. Medicinalrath Dr. Fr. Lambert.

— Am 2., 3. und 4 März fand die erste diesjährige Prüfung derjenigen jungen Leute statt, welche sich durch Ablegung derselben die Berechtigung zum einjährigen Dienst erwerben wollen. Der Prüfung unterzogen sich 39 Kan­didaten, von denen 14 bestanden. Für diejenigen, welche in Zukunft um Zulassung zu derselben bitten, wird die Bemerkung von Wichtigkeit sein, daß nach einem ungün- tigen Resultat der ersten Prüfung der Candidat nur noch einmal zu einer solchen zugelasscn werden kann. („Tagesp.")

Witzenhause», 4. März. Heute fand hier eine diene Feierlichkeit statt. Ein israelitischer Veteran, dem eS vergönnt gewesen, nach Beendigung der Freiheitskriege 1813 mit den siegreichen Deutschen in Frankreich einzu­ziehen, wurde zu Grabe getragen. Unter den ergreifenden Klängen eines Trauermarsches, intonirt von der Kapelle

Württemberg, Sachsen u. s. w. — Mit dieser Veränderung würde sich dann auch leicht die Umgestaltung und Verein­fachung deS preußischen Ministeriums vornehmen lassen. Mehrere wichtige Aemter wären dann bereits ausgeschieden; ob aber die übrigen Ministerien noch ihre Selbständigkeit behalten würden, ob nicht vielmehr für die preußische Regierung eine ähnliche Einrichtung wie das Reichs- kanzleramt herzustellen wäre, würde jedenfalls einer ernsten Erwägung zu unterziehen sein. — Dies ist unseres Er­achtens der einzige Weg, um das angefangene Werk zu vollenden, um für die Zukunft alle Reibungen zu beseitigen und das Reich vor der Gefahr zu bewahren, auf dem Wege seiner Einigung aufgehalten zu werden.

Straßburg, 6. März. Behufs Wahl der Mitglieder für den Landesausschuß werden die Bezirkstage auf den 15. April einberufen.

HmSIuxM.

Wie», 6. März. Unter den Mitgliedern der Ver- faffungspartei des Abgeordnetenhauses circulirt eine bereits mit zahlreichen Unterschriften bedeckte Adresse an den beur­laubten Handelsminister Banhans. — Der Statthalter von Dalmatien, Freiherr v. Rodisch, ist behufs Feststellung des Programms für die Reise des Kaisers nach Dalmatien hierher berufen worden. — Die Morgenblätter melden: Die Bilanz der Creditanstalt wird spätestens Dienstag er­wartet. Die Superdividende wird wahrscheinlich 4 pCt. bei einer Abschreibung von IV2 Mill, betragen.

93et», 6. März. Den Römisch - Katholischen wurde von dem protestantischen Kirchenvorstande die hiesige fran­zösische Kirche für ihren Gottesdienst bewilligt.

Rom, 5. März. Auf Ansuchen des Königs Alfons hat der Vatikan sich bereit erklärt, die vakanten Bischofs­sitze in den Provinzen, wo der König anerkannt ist, wieder zu besetzen; wo aber Don Carlos herrscht, hat der Papst die Ernennung von Bischöfen verweigert.

£* Paris, 5. März. Die Schwierigkeiten in der Neubildung des Cabinets dauern fort; jede halbe Stunde bringt aus Versailles andere Nachrichten. Kaum scheint alles geordnet, so zerschlägt stch's schon wieder; die Haupt- schwierigkeit liegt in der Meinungsverschiedenheit des Hrn. Buffet und Dufaure; um 3*/2 Uhr gestern hatte Ersterer dem Marschall sein Mandat zurückgegeben, um 3% Uhr von Neuem eS übernommen, und so ist noch alles in der

— 7. März. Die „Agence HavaS" meldet: Die Unterhandlungen wegen der Cabinetsbildung dauern fort. Heute Vormittag fand eine neuerliche Konferenz zwischen Buffet und Dufaure statt. Da Bocher die Uebernahme deS Ministeriums des Innern abgelehnt hat, macht die Besetzung desselben einige Schwierigkeiten. Buffet würde, wenn er in daS Cabinet einträte, jedenfalls die Vicepräst- denlschaft desselben übernehmen.

Spante». Wie man uns telegraphisch meldet, haben die Carlisten am 2. b. M. einen neuen Angriff auf Bilbao gemacht, nachdem sie sich, vom Nebel begünstigt, der Schild­wachen und Vorposten bemächtigt hatten. Einige Karlisten find selbst bis in die Stadt gedrungen; aber bald ent­wickelte sich ein allgemeiner Kampf mit der Garnison, und die Karlisten wurden zurückgeschlagen. Die Verluste waren groß auf beiden Seiten. Am 3. haben dann die Carlisten die Umgegend von Bilbao verlaffen. — Wie man uns ferner aus Madrid melbetj, sind die Carlisten bei Cartel- fulit unter Miret in ote Flucht geschlagen, und haben be­deutende Verluste etliiteu, sie haben auch die angefangenen Verschanzungen im Stich gelassen. — De Prabes, Banben- chef in Catalonien ist schwer verwundet. — Die Gefangenen, welche die Carlisten in La Seo d'Urgel bewachten, haben sitz befreit. Man spricht auch davon, daß Moriones nach seiner Rückkehr aus den Bädern den Feldzug wieder eröffnen werde. — Von anderer Seile aber erfahren wir, daß sich die Carlisten, die noch immer auf dem rechten Ufer des Egaflusses stehen, in der Richtung nach Guipuzcoa beträcht lich verstärkt. Die Generale der königlichen Armee, welche nicht auf diesen Zuwachs der feindlichen Truppen gerechnet hatten, haben neue Dispositionen treffen müssen, die die zu erwartende, wahrscheinlich höchst blutige Entscheidungs­schlacht wieder weiter hinausschieben.

Madrid, 6. März. Der Minister des Auswärtigen und der deutsche Gesandte Graf Hatzfeld hatten gestern in der „Gustav" Angelegenheit eine längere Besprechung.

Loadoa, 6. März. Die Regierung macht bekannt, sie habe sich dafür entschieden, daß die beabsichtigte Nord- polexpedition den Weg durch den Smith Sund nehme.

Älexandrie», 5. März. Die Regierung erklärt, daß die neuerliche Aufnahme von 5 Millionen Pfund St. nicht den Abschluß einer neuen Anleihe bedeute; die Ope­ration bezwecke nur, die verfallenen Bons und Tratten zu erneuern, so daß die Bestimmung des Vertrages von 1873, wodurch die Aufnahme einer neuen Anleihe der Regierung untersagt sei, nicht verletzt werde.

Sivgapore, 5. März. Die Mission des Obersten Klarke ist von Erfolg gewesen. Die beiden Könige von L>iam sind wieder ausgesöhnt. Der zweite König hat die Residenz wieder bezogen. Handel und Verkehr sind wieder in vollem Gange.

Hessen-Nassau.

Kassel, 6. März. In diesem Jahre steht uns wieder eine höchst interessante Ausstellung und zwar eine von

Seiten des Vereins deutscher Blecharbeiter veranlaßte Fach- lausstellung bevor, welche im hiesigen Meßhause stattfinden

stimmig beschlossen, von dem neuen Ministerium sofort einI wird. Die „Deutschen Blätter für Blecharbeiter Preßgesetz und die Aushebung deS Belagerungszustandes -cc :-n- ----m - •" -----

zu fordern. 123 Deputirte haben jsich schon dafür aus­gesprochen.

wo er zu finden, . . . und Sie werden schneller dort sein, als jeder Andere! . .

Fort «ar sie, und ich sah ihr nach, wie sie bleich und zitternd den Berg hinabeilte, . . . während ich mich im nächsten Augenblick schon nach der entgegengesetzten Rich­tung auf den Weg machte. Er führte an einem Stein­bruch vorüber, durchlief eine Weile das offene Feld und trat dann in den Wald, wo er sich zum schmalen Fußpfad verengte. — War ich geflogen, hatten die erregten Ge­danken mit die Dauer der Zeit gekürzt? — Da war ich! . . . dort war die alte Ziegelei, welche wir als Merkmal bet Stelle benützten, . . . dort war sie, . . . aber Herr v. Damkow war nicht da.

Ich rief wiederholt und mit gestärkter Stimme, . . . keine Antwort; — war er schon nach Hause? — et hätte mit begegnen müssen, denn eS führte fein anderer Weg nach dieser Richtung hin. Ich lief zurück, von Zeit zu Zeit meinen Ruf ertönen lassend, der zuweilen deutlich erklang, zuweilen in dem Rollen des Donners spurlos vorüberging. Da war der Steinbruch wieder, und da saß auf einem Absprung eine schlanke Gestalt, die mit mit einem langgedehnten „Hier l" schon von Weitem ant wertete.

„Hal ha! ha!" rief er mir lachend entgegen,.. haben Sie e6 doch nicht aushalten können,.. ich sagte eS Ihnen vorher!"

Ich war jetzt zu ihm herangekommen und sagte athem los; „Ich suchte Sie bei der Ziegelei."

„Wo Sie mich nicht fanden, weil es mich gelockt hatte, zuvor ein Bad in der Steiritz zu nehmen, und ich jetzt erst auf dem Wege dahin bin!"

„Sie werden die Absicht aufgeben müssen . . . Herr von Damkow."

„Warum? .... ich will den Morgen dort er­warten."

„Ich wurde geschickt, Sie zu holen, — eS kam ein Bote aus dem Sch . . . Ihre Frau ist schon unten . . . bet Baron . . ."

„Um Gotteswillen!" tief et aufspringend, . . . „spre­chen Sie. . . doch nicht ..."

Ein Blitz, der in nächster Nähe in eine einzeln stehende Eiche fuhr und dem der zerschmetternde Schlag auf dem Fuße folgte, schnitt ihm das Wort ab — und da mein Blick fest auf ihn gerichtet war, — konnte ich sehen, wie bleich das bläuliche Licht des zuckenden Strahles . . ein Menschenantlitz machen kann. Wir waren Beide zurück- zefahren ... und Herr v. Damkow stammelte: „Das war ... uns sehr nahe!"

„Sehr nah," bestätigte ich; „deshalb kommen Sie, .. Sie müssen nach Grüneck, . . . Ihre Frau wird Sie mit Schmerzen erwarten."

»Ja," sagte er, . . . und seine Stimme klang seltsam trocken, „sie wird! — Aber,.... sagen Sie mir," fügte er nach einer Pause hinzu .. „der Baron ist doch nicht...

„Ich weiß eS nicht, . . . Herr v. Damkow, ich weiß eS nicht,... aber es wurde ein Reitknecht nach der Stadt geschickt, . . ."

„Es wird einer feinet gewöhnlichen Anfälle fein," sagte er nach einer Weile schweraufathmend, während w r eilig dahinschritten; — „ein Bieschen stärker vielleicht, — aber hoffentlich nicht — hoffentlich nicht. —"

Er vollendete auch diesen Satz nicht, — denn es zuckle jetzt Blitz auf Blitz hernieder, und es sah iuAugeublüen auS, als wenn bet ganze Himmel in Flammen stand. — Wir waren bald an dem kleinen Hause angekommen, und ich sagte am Fuß des Berges stillstehend zu ihm: „Geben Sie mir die Jagdtasche und das Gewehr, — ich will es mit hinaufnehmen; Sie werden, befreit davon, schneller gehen können."

„So wollen Sie mich nicht begleiten, warum nicht? — Bitte, thun Sie eö, . . . was wollen Sic hier oben, . . . allein? ... es würde mir sehr lieb sein, wenn Sie bei mir bleiben l" (Forts, folgt.)

Lkffütg'S Werke. sHerausgegeben von R i ch a r d Gosche.

Erste illststrirte (Grote'sche) Octav Ausgabe. Acht Bände: erscheinend in 45 bis 50 Lieferungen ä 50 Pfennige.

Der Herausgeber, Professor Dr. Richard Gosche, äußert sich über die Ziele und Zwecke seiner Aufgabe folgendermaßen:

„Diese neue Ausgabe von Lessing'S Schriften, mit künstlerischen und erläuternden Beigaben, wird unternommen, um in den weitesten Kreisen deS nach freier Bildung stre­benden Volkes den Sinn für den Reformator der deut­schen Literatur und Kritik zu befestigen und fruchtbringende Freude an ihm zu wecken. Diesem allgemeinen Zwecke konnte weder eine treue Wiedergabe deS Originaltextes mit feinen eigenchümlichen Schwankungen, noch vorläufig bet Abdruck särnmtlicher auch im Nachlaß vorgefundenen Schrif­ten erfolgreich dienen, sondern eS war Annäherung an die Orthographie der Gegenwart und Ausscheidung des Lnfet- tigen, Skizzenhaften und lediglich Zufälligen geboten. — DaS tiefere Verständniß Lessing'S soll durch Einleitungen zu den einzelnen Werken oder Schriftgruppen mit den nöthi- gen Nachweisungen durch sprachliche und sachliche Anmer­kungen gefördert werden; außerdem ferner durch eine bio­graphische Charakteristik im Eingang und zum Schluß durch ein ausführliches Register, das sich nicht allein auf den In­halt der Anmerkungen erstrecken, sondern zu einem mäßigen Reatwörterbuch zu Lessing'S Schriften erweitert wird. Die strengen Ansprüche der Wissenschaft, der in allen diesen Bei­gaben manches willkommen sein wird, sollen durch eine bis­her fehlende besondere Untersuchung und detaillirte Zusam­menstellung der kritischen Textgeschichte der Leffing'schen Schriften und durch Versuche einer besseren Gruppirung einzelner Fragmente befriedigt werden."

Was die Illustration anbelangt, so ist dieselbe zum The» eine rein malerische, zum Theil eine sachlich erläuternde. Erstere, in den Gedichten und Dramen, ist von Alex. Zick, Wold. Friedrich und dem in bet darzustellenden Zeit beson ders bewanderten Joseph Walter; die letztere besteht aus Portraits von den Männern und aus Abbildungen der an­tiken Kunstwerke, die in Lessing'S Schriften berührt werden. Der Ausführung dieser Zeichnungen in Holzschnitt ist die größte Sorgfalt gewidmet.

Wir glauben die Aufmerksamkeit unserer Leser auf den Grote'sche» Lessing lenken zu müssen und ihn in jeder Be. Ziehung schon des bequemen LieferungSbezugS halber em­pfehlen zu dürfm.