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Sr. U.

Marburg, Sonntag, 21. Februar 1875.

x Jahrgang.

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Und noch i wenn wir uns eiu üBito vyn her Frau zu machen wünsch vielleicht ten, die so besorgt für sein Glück sich zeigte."

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olivensarbeucr Livree, »ar noch im Begriff, von seinem

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Ich weiß schon Krause! ich dachte eS mir I . . . daS wird eine vergnügte Viertelstunde werden, und es fteut mich nur, daß auch Frau v. Bardeck und meine Nichte nach der Stadt gefahren sind. Führe die Dame in mein Zimmer, denn ich denke, fie wird nicht Lust ha« den, die Treppen zu mir hinaufzusteigen und sage, daß ich im Augenblick zu Diensten stehen werde.

gekommen, um Bericht über die durch Tisza'S llebertritt auf den RechtSboden des Ausgleiches veränderte Lage zst erstatten und um die Entlastung seines CabinetS anza> bieten. Der König wies die Entscheidung bis dahin zu rück, daß erst eine eompacte parlamentarische Majorität gesichert sein wüste, bevor von einer Minister-Combination die Rede sein könne: die neue Partei möge den Mann ihre« Vertrauens bezeichnen. Tisza traf am 15. in Wien ein und ward am 16. Vock König empfangen, um über feine Absichten und Ansichten vernommen zu werden. Bitt« war am 14. wieder nach Pest znrückgeeilt, um die Partei­fusion zu bewirken; am 16. folgte Tisza. Ein Cabinet Bilto-TiSza galt in Wien für wahrscheinlich, dagegen wird uns auS Pest gemeldet, daß daS CoalitionS-Ministerium als bevorstehend zu betrachten sei, TiSza conferire mit Sennyey und Lonyay, der Kaiser werde wahrfcheinlich am 18. in Pest enitreffen. Die Vorgänge haben jenseit der Leilha eine gewiste Aufregung hervorgerufen, zu der auch die finanziellen Verhältniste ihren Beitrag lieferst.

Der sch weizerische Bundesrath hat am 13. Febr. di« acht DtvistonS - Commandanten für da« Bundesheer ernannt.

Seit der Schlappe, welche die Brigide Bargös, die Vorhut deS von Primo de Rivera befehligten zweiten Corps, am 3. d. bei Lacar erlitt, ist von dem spanischen Kriegsschauplätze kein wichtiges Ereigniß zu verzeichnen gewesen. Die siegestrunkene Fahrlässigkeit der Vorposten hat die Regierungsarmee um einen erheblichen Theil der in den vorhergegangenen Kämpfen errungenen Vortheile gebracht, indem den Garliften der Rückweg nach Eftella zur Sicherung ihrer Artillerie freigemacht wurde. Laserua, der nie große Fähigkeit an den Tag gelegt, ist deS Ober« Commando« enthoben worden; ihn soll MorioneS oder Zovellar ersetzen. Der König ist am 13. d. nach Madrid zurückgekehrt.

Das englische Parlament hat sich sofort mit großem Eifer an die Arbeit gemacht. SS hat bereit« 63 Vorlagen in die Hand genommen, und ist bei einigen derselben schon bis zur zweiten Lesung vorgeschritten. In der auswär­tigen Politik hat die Frage der Nichtbetheiligung Eng­land« an der Petersburger Conferenz die Presse lebhaft beschäftigt.

DaS dänische LandSthing hat die imFolkething von der Linken trotz des Widerspruchs der Regierung einge­brachten und durchgesetzten Entwürfe über die ißrebiger« gehälter und über die freie allgemeine Wahl der Prediger

Sitz neben dem Kutscher vorsichtig hinabzuklettern, als der bei weitem flinkere Krause schon zur Hand war, und den Schlag öffnend, wie der Baron sah, dem unbekannten Be­such einen achselzuckenden, offenbar verneinenden Bescheid ertheilte.

Ein lustiges, fast listige« Lächeln glitt über die Züge de« Hausherrn, und er lachte sogar laut auf, als fein alter ftraufe gleich darauf die Meldung machte, daß die Ge heimräthin v. Barth Epcellenz, welche gekommen fei, um >hren N.ffen den Herrn v. Damkow zu fehen, da dieser auSgeritten fei, ven Herrn Baron um eine kurze Unter rebung bitte.

Prälaten hat Bonghi an den Generalprocurator beim rö­mischen Appelhofe ein Schreiben erlaffen, in dem er aus­einanderfetzt, daß in genauer Beobachtung de« Garantie- Gesetzes der Papst zwar wegen seiner Reden und AmtS- Acte unverletzt fei, daß aber wohl gegen die Verbreitung dieser Kundgebungen durch die Presse ober sauf anbetem Wege, falls dieselben Beleidigungen gegen die italienische Regierung enthielten, strafrechtlich eingeschritten werden könne.

Die französische National-Versammlung bietet dem Lande wie dem Auslände eine Ueberraschung nach der an deren. Das parlamentarische Ringeirennen um den Ehren­preis des Senat«, da« am 11. mit einem glänzenden Triumph der r»publikanischen Kämpen begann, endete mit einer vollständigen Niederlage, ohne daß darum der auf geschobene Kampf um Erringung einer annehmbaren- iung ganz aufgegeben worden wäre. Nachdem am 11. Februar die Nationalversammlung da« von der Linken eingebrachte Duprat'iche Amendement, wonach dbr Senat von denselben Wahlberechtigten, die zur Depurtirtenwahl berufen sind, gewählt werden soll, mit 327 gegen 310

»Er hatte so viel deS Lieben und Guten von Ihnen zu erzählen, Excellenz, daß es wohl erklärlich war,

v. Damkow bin, der sich feit 8 Tagen bei Ihnen auf Be­such befindet 1"

Der Baron verbeugte sich sehr tief unb erwiderte, sich

Gairoli beantragte in der italienisch en Kammer abermals ein Mißtrauensvotum gegen daS Ministerium, als demselben bei der Beralhung de« Budgets deS .....

stenum« des Innern von der Linken eine Beeinflussung der Wahlen vorgeworfen wurde. Die Versammlung ging aber mit 147 gegen 100 Stimmen über den Antrag zur Tagesordnung über. In Folge der herausfordernden Hirtenbriefe de« Generalvicar« von Rom und anderer

Politische Wachen-lleberficht.

Unser Kaiser hat in Folge eine« EtkältungSleiden« da« Zimmer zu hüten, doch ist das Leiden nur gelind. In den letzten Tagen kehrte verstärkt da« schon öfter ausge­tauchte Gerücht wieder, Fürst Bismarck denke im Ernste daran, noch diese« Frühjahr die deutsche Reichskanzlerwürde niederzulegen. Seine Aerzte sollen nach der wiederholten Erfahrung, daß de« Fürsten Lebenskraft in ländlicher Zu­rückgezogenheit und dm täglichen aufreibenden Geschälten ferner gerückt, sich bisher immer bald zu heben begann, daß aber die Rückkehr in die Hauptstadt und zu dm par- lamentarifchm Sessionen stets in kürzesten Fristen Wieder­kehr seiner Leidm herbeiführte, nur von einer vollständigen GeschäsiSniederlegung ihm ein dauerndes Befferdifinben hoffen lassen. Der Fürst soll sich, nachdem die jüngste Krankheit so weit gewtchm, baldigst auf sein laumburgi- sche« Walbgut begeben wollen. Vielfach wird der Wunsch und die Hoffnung gehegt, daß er dort dm Entschluß fasse, zwar von den laufenden Geschäften sich nach Bedürfnis und ärztlichem Rath völlig frei zu machen, aber seinen Namm und seine eventuelle Dazwischenkunft al«Reichs­kanzler" für wichtige Momente dem jungen deutschen Reiche noch zu erhalten. Im preußischen Abgeordnetenhause ist unterdessen die erste Lesung der großen Verwaltungsreform Vorlagen am votigen Freitag, und die erste Lesung der bedeutungsvollen kirchenpollttschen Vorlage betreffend die Vermögensverwaltung der katholifchen Kirchengemeinden begonnen und beendet worben. Die betreffenden Commis­sionen werden sich nun alsbald mit den Speeialberathungen beschäftigen und dieselben so zu fördern suchen, daß gleich nach den kurzen Ofterferien da« Plenum zur zweiten Le­sung schreiten kann. Der mecklenburgische Landtag ist am 10 Februar zu Malchin eröffnet worben und es ist ihm auch oie vorjährige VerfaffungSresorm-Proposttion abermals zugegangen; doch ist die Hoffnung auf Verständigung sehr grrmg ober vielmehr gleich Null, denn schon hat bie Ritter­schaft mit 88 Stimmen gegen 19 als Staub beschlossen, baßRitterschaft" undLanbschaft" als getrennte politische Gorporatiouen jedenfalls zu erhalten feien. Der baierische Landtag ist am 15. Februar zufammengetreten. Am 11. Februar starb zu Frankfurt a. M. der Reichstag«- und Landtags-Abgeordnete Wirkt. Geh. Raih Carl Friedrich v. Savigny, einer der Führer des Genirum«, und am 17 gebti zu Bonn Der Astronom Argelander.

Zn Oesterreich tritt vor der ungarischen Krisis augeubticktich alle- andere politische Znteresse zurück; denn kein einsichtiger Beobachter kann sich verhehlen, daß die Lösung Der ungarischen parlamentarischen und finanziellen Verhandlungen auf die nächste Zukunft beider Reichshälften einen wichtigen, ja, vielleicht entscheidenden Einfluß üben wirb. Miuifterprä,ident Bttto war nach Wien zum Könige i

D»S SKaufeltum her gnädige« Fra».

Novelle Don Max Alt.

(For.setzung.)

ES wurden in jene» Tagen ungewöhnlich viel Partien nach dahin und donhi« unternommen, nur um am Schloß Grüneck vorüberzukommen. Ja, als sich eines Tage« Die Nachricht verbreitete, Daß das Pferd, welche« der fremde Osfizier geritten, die Freiheit habe, sich den ganzen Tag nach vollster Lust auf dm Wiesen de« Barons umherzu- treiben, wurde mancher Spaziergang gemacht, um das eole Thier zu sehen, Da« den Mann getragen, der sein Leben aus« Spiel gesetzt hatte, um noch einen Blick der sterben­den Geliebten zu erhaschen.

Die alte Geheimräthin war hierher gekommen, um anzugreifen, und sah sich dagegen selbst angegriffen. Sie bedurfte augenscheinlich der Sammlung und Da jener vorwitzige Sonnenstrahl schnell ihrer müde geworben war machte sie mit. ihrem En-tout-ca« Gewehrüber und drehte ihn windmühlenartig hinter ihren Schultern um­her, während ihre grauen, glanzlosen Augen auf dem Gesichte de« Baron« mit einem eigenthürnttchm Ausdruck lagen.

,G« ist also richtig", rief fie dann plötzlich,... Sie wollen dem Taugenichts Ihre Tochter geben?"

Der Baron lächelte und antwortete ruhig:Ich habe leider keine Tochter, Excellenz!"

Run, dann haben Sie eine Richte, bte Ihre Erbin

öann ebenfalls sitzend:Ich freue mich sehr, Excellenz, Sie kennen zu lernen, um so mehr, als ich da« Ver- hältniß fcnne, in welchem Sie zu meinem . . . junaen Freunde stehen!" 1 8

«Ah! ... er sprach zu Jhnm von mir? . . .

Ort, Excellenz, . . . sehr oft, . . . und eS waren immer vergnügte Stunden, in denen er uns Die Silhouette oer verehrten Frau zeichnete, die ich endlich da« Glück habe, persönlich kennen zu lernen!"

äff« möglich", rief die alte Dame pikirt,er zeichnet meine Silhouette, um . . . zum Vergnügen srem- der Leute! ?" und sie öffnete ihren mächtigen En-tout- ca«, um einen lästigen Sonnenstrahl abzuhallen, der in diesem Augenblick ihre Züge hell beleuchtete, welche de« Pinsels eine« Denner in jeder Beziehung würdig gewesen wären.

Anzeigen nimmt entgegen: die Spedition d. Blatte«, sowie die Annoncen-Bureaux von G L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.: Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A Sete« meyer in Berlin; Carl Schüß- let in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

Stimmen durch Unterstützung von 30 Bonapartisten und 50 Legitimisten angenommen hatte, gab am 12. der Der- faffungsausschuß so wie General Ciffey die Erklärung ab, fie würden nicht in die Verhandlungen eingreifen, und Ciffey sagte im Namen Mac Mahon'« selbst, bie letzte Abstimmung schädige die conservativen Interessen. Dennoch ward der Antrag Bardoux, wonach in jedem Departement drei Senatoren pmrch Gefamnnwahl innerhalb gewisser Bedingungen der Wählbarkeit gewählt werden sollten, mit 342 gegen 322, desgleichen bet au« dem Anträge Dvprat unb dem Zusätze von Bardovx zusammengesetzte Artikel mit 380 gegen 253 Stimmen, endlich auch Artikel 2 unb 3 über bie Erforberniffe be« passiven Wahlrecht« ange­nommen, bann aber bei Abstimmung über da« Ganze bie au« bem Anträge Duprat.den Zusätzen Barboux und einem Theile deS Ausschuß Entwurfs zusammengeschweißte Vorlage mit 368 gegen 345 Stimmen verworfen. Hier auf beantragte Brisson bie Auflösung bet National Ver­sammlung unb verlangte bafüt bie Dringlichkeit; biefe wurde jedoch mit 407 gegen 266 Stimmen abgelehnt unb beschlossen, bie neuen Entwürfe von Wabbington unb Vau- train über die Errichtung be« Senat« an den Ausschuß zu verweisen. Nach Abmachung einiger kleiner Gesetzent­würfe unb nach Beseitigung einiger Zwischenfälle, die von der starken Aufregung bet Parteien zeugten, vertagte sich die National-Versammlung bis zum 19. Februar.

Anzeigen nimmt entgegen: bie Expedition b. Blatte«, sowie die Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M-; Haasenstein & Vogler in Frankfurt a. M, Berlin, Leip­zig, Cöln rc; Rudols Mosse in Berlin, Frankfurt a. M. rc.

einS, . . . nimm Dich der ölten Burschen an, gelingt eS Dir, . . . ihnen in der Eile ... ein GlaS zuzutrinken, es scheint, sie haben eS nöthig!"

Der vertraute Diener entfernte sich mit einer Miene, die deutlich auSdrückie, daß er ben Auftrag für ausgeführt halte, während bet Baron einen anberen Röck anzog, und halb darauf in da« Zimmer trat, wo ihn die Excellenz erwartete, die in ihrer Erscheinung wunderbar mit ihren Dienern, ihren Pferden und ihrer Kutsche harmonirte.

Sie »erben meinen unerwartetenUeberfaD emschulbigen, Herr Baron," sagte sie, sich halb auS ihrem Sessel crhe- benb,wenn Sie hören, daß ich die Tante be« Lieutenants

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiettagen. Preis für das Quartal ckit der wöchentlichen Reilaae ^luktrirteü Sattntanaiitatt k;. n u vr /« .. B-chdruckerei) bezogen 8X Mark durch die Postämter des Kutschin Reiches 8 Wart5«geMtem S/1»°«/?^' ___3ar in der Expedition zu ettheilende Ausku ft und Annahme von Adressen werden 35 Pfg. berechnet.

Ge ergaben sich daraus die lustigsten Jrrthümer unb der arme Triton wurde zur halben Mythe.Es ist eine Schecke!" ...Nein, ein Graufchimmet l" . . . Gott bewahre! ... ein Goldfuchs, . . . Sie können es glauben, . . . der Hausknecht au« bem goldenen Helm hat ihn gestriegelt!"

Und so war e« wirklich; ... die armen Kleinstädter hstten vergessen, daß daS Thier zwölf Stunden in den Ställen des goldenen Helm geftenben hatte. Freilich war es damals noch ein ganz gewöhnliche« Pferd, das kein er­weisbare« Recht hatte, bie öffentliche Aufmerksamkeit in Anspruch zu nehmen, unb Niemand hatte e« natürlicher- ; weste beachtet.

An einem dieser Tage stand Herr v. Grönitz am Fen­ster und sah hinaus in bie Lanbschaft, wie bamals, wo bie ersten Weidenspitzm au« der unendlichen Wasserfläche auf­tauchten, al« er eine ihm unbekannte, altmodische Kutsche l in das Parkthor einbiegen sah, welche von zwei steifen, allen Pferden gezogen bald darauf vor dem Portal de« \ Schloff.« stillhielt. Ein gleichmäßig aller Diener in