fr. SL.
JRarßurg, Mittwoch, 10. Februar 1875.
X. Jahrgang.
Anzeigen nimmt entgegen: die Spedition d. Blatte-, sowie btt Annoncen-Bureanx von Th. Dietrich & Co. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a- M ; Haasenstein & Bögler in Frankfurt a. M-, Berlin, Leip» zig, Cölnrc.; Rudolf Moffe in Berlin, Frankfurt a M. rc.
©krjjffltfdic jlfitumj.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedttton d. Blatte-, sowie dte Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M ; Jnvalidendank, A. Rete- meyer in Berlin; Carl Schüß» ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen-
CrscheiM täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jlluftrirtes Sonutaasblatt" durckr die Ervedition <on
Buchdrucker«) bezogen Mark, durch dte Postämter d-S Deutschen Reiches 2 «trrf 50 Ufg.(erct. ®efteaflebü&;h — ’®ertionSr "r Än“3eiU 15 «fa *f4< ___________in der Expedition zu erthetlende Auskunft und Annadm von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.
In Anknüpfung an unsere kürzlich gebrachte, die Herbei»
Er als
vor« und Erder und der von
G<» sein die als
gewandter und unermüdlicher Tänzer, als ptkanter und witziger Gesellschafter ein unentbehrliches Mitglied aller besseren Kreise. — Hatte der junge hübsche, aber mit GlückSgütern gerade nicht gesegnete O'fizier Scheu vor der reichen Erbin, daß er nicht den geringsten Versuch machte, mit ihr da» pays du tendre zu betreten, — oder war rS Klugheit von ihm, daß er sich vollttänoig neutral verhielt? Wer konnte es entscheiden? — Aber
Als Geh. Staatsarchivare fungiren Dr. Herl.ß. Gollmert, Dr. Hessel, Dr. Früdtänder und Archivrath Reuter. —
Herr v. Damkow war in ihren Kreis getreten, stand damals noch in militärischen Diensten und war
Tagesbericht.
In der Sitzung des Hauses der Abgeordneten vom 4. d. M. erklärte der CultuSminister, dem Hause werde in den nächsten Tagen eine sehr ausführliche Uebersicht über die Verhältnisse der Elementarlehrer zugehen. Diese Ueber- ficht weist nach, wie viel durch die bisher flüssig gewordenen Staatsfonds in Bezug auf Berbesierung der Ele- mentarlehrerstellen schon erreicht ist, und waS noch zu er» streben bleibt, um die zum angemesienen Lebensunterhalt der Lehrer nöthigen Einnahmen zu gewinnen. Zu diesem Zweck ist ermittelt worden, welche unter staatlicher $.r- «altung befindliche Fonds in den einzelnen Regierungsbezirken rc. zur Aufbesierung von Lehrerstelle» seither in Anspruch genommen worden sind und ferner zur Verfügung stehen, und wie hoch sich die Summe deS Gejammtcinkom- mens aller Lehrer« und L.hrerinnenstellen am Schluß des Jahres 1871 und 1873 belaufen hat und wie viel zu der danach pro 1873 sich herausstellenden Berbesierung timt fette und den seit 1872 vom CultuSwinisterium überwiesenen Fonds andererseits aus Mitteln der Verpflichteten oder anderweit gewährt worden ist. Diese Uebei sicht ge- wähtt die nöthigen Anhaltspunkte, um da» hinsichtlich deS Einkommen» der Lehrerstellen an den Elementarschulen im Jahre 1852 aufgenommene und seit dem Jahre 1867 in größerem Umfange weiter geführte VerbefferungSwerk einem befriedigenden Abschluß entgegenzuführen.
Die „Nordd. Allgem. Ztg." lenkt in einem Leitartikel die Aufmerksamkeit ihrer Leser aus die Schrift de» bayerischen AppellationsgerichtSratheS H. Dürrfchmidt: „Die klösterlichen Genossenschaften in Bayern und dir ReichS- gesetzgebung", welche gewisiermaßen den Beweis für die Richtigkeit der von d»m bayerischen Minister Herrn von Lutz im Reichstage auSgesprvchmrn Satz liefere, daß kein Staatswesen Bestand habe, wmn zwei Regierungen (die rechtmäßige weltliche und die kirchliche) neben einander bestehen, noch weniger, wenn die beiden Regierungen unter einander sich bekriegen, wenn die ein« Dinge empfiehlt und durchzuführen sucht, welche die andere Regierung als verwerflich bezeichnet. An der Schrift wird besonders die streng historische und juristische, sich lediglich an dte That fachen haltende Darstellung gerühmt.
Die „Post" schreibt: Wahrhaft empörend sind die Worte, mit denen der „Socialbem." dm Tod des allgemein hochgeach. ttten Dr. Zabel mittheilt: „DieNational-Miserablen sind um ein Reptil ärmer geworden. Die Berliner „Nationalstg." bringt an der Spitze ihrer FreitagSnummer di« „tiefschmerzliche Nachricht" von dem Tode ihres Chefredakteurs Dr. Zabel. Nun, an Reptilien ist ja in den Reihen der Ltberalm nie Mangel gewesen, und die Herren werden diesen „Verlust" bald genug überwunden haben." Diese Wotte an einem offenen Grab« zmgrn von einer sittlichen Rohheit und Gemeinheit, die selbst über da- hinauSgeht,
Besuche btt einer Freundin ihrer verstorbenen Tante befand, und der Erfolg, dm Erbinnen bei ihrem ersten Er. scheinen zu haben pflegen, and wenn sie zufällig nicht so hübsch sind, wie Julie v. Grönitz war, ließ nicht lang« auf sich warten. Die großen Ansprüche, dte sie berechtigt war zu machm, ließen ihr einfaches, bescheidenes und anmu- thigcS Wesen, da» sie in ihrer ländlichen Einsamkeit zu verlernet! frine Gelegenheit gehabt hatte, doppelt günstig in die Augen fallen. Em Paar glänzende Anträge wurden bald gemacht, indirekt allerdings, wie eS auch in solchen Kreisen oft vor kommt, von mütterlicher Seite der Gegenpartei, der dame patroneese ihrer Unschuld. — Das junge Mädchen lachte hell auf und antwortete, — «» s«, viel zu früh noch dazu, .... sie fühle sich noch viel zu sehr Kind, um an ritten so ernsten, entscheidenden Schritt schon zu denkm, — und da» war wirklich die volle Wahr heil. — Denn würde sie wohl so gesprochen haben, wenn sie gewußt hätte, daß rin Paar Wochen später dies fühl vollständig auS ihrem Herzen verschwunden würde, um einem anderen Platz zu machen dem Schm vor jenem entscheidenden, ernsten Schritt mehr fremd war.
von Straßen betreffend, von 14 Mitgliedern statt.
Karlsruhe, 6. Februar. Nachdem das Rastatter Festung- Gouvernement die Einwilligung zur Aufst.Uung eines Denkmals für die 1849 dort standrechtlich erschossenen Freischärler verweigert hatte, sollte dasielb« auf einem geeigneten Platze in der Stadt Offenburg errichtet werden. Auf die bezügliche Eingabe des betreffenden Gem.inderaths wurde aber auch vom Mintsterium des Innern ein ab« fchläglicher Bescheid erlösten mit dem Bedeuten: „daß eS um so wmiger gestattet werden könne, als eS sich hierbei nicht um die Bezeichnung einer Grabstätte handeln kann."
In Rastatt hat sich aus dem Bürger- und Beamlen- Stand« ein altkatholischer Verein gebildet, welcher mit dem gleichgesinnten Karlsruher Verein (Pfarrer Hamp) vorerst in kirchengemeindliche Verbindung tritt
Stuttgart, 6 Febr. Auch hier wird der Reichstags- Session rin parlamentarisches Nachspiel folgen: am 8. März, wie btS jetzt vorgesehen, wird unser Landtag zusammentreten und hauptsächlich mit den Etatsberathungen sich zu beschäftigen haben. Zunächst ist in Folge deS LodeS des Präsidenten Weber das Präsidium der Abgeordneten Kammer neu zu bestellen, wobei ohne Zweifel der bisherige Biceprästdent «bg. Hölder zum Präsidenten rucken wird. Drei Mandate, ,ür Cannstatt, Tübingen Blaubeuren, sind erledigt; die hiedurch erforderlichen gänzungSwahlen werden vorauesichtlich im Sinne Kammerwehrheit ausfallen, da zwei Nationalliberale rtn Regierungskandidat aufgestellt sind; letzterer ist Minister des Innern, v. Sick, welchem das Mandat Blaubeuren voraussichtlich zu Theil werden wird.
München, 5. Februar. Der gestern veröffentlichte Hirtenbrief des hiesigen Erzbischofs zur Verkündigung deS papstlichen Jubeljahres erregt darum einiges Aufsehen, weil er unverkennbar sich erdreistet, den König an mehrere Betheiligung an den kirchlichen Feiert chkeiten zu mahnen. Der Erzbischof erinnert an da« letzte Jubeijahr, welche« 1826 in erhebender und würdiger Weise begangen werden konnte, da König Ludwig I. al» "gläubiger Sohn der katholischen Kirche in gewisienhafter Pflichierfüllung bei den öffe tlichen P-oceifionen, umg-ben von seinem ganzen Ge> folge, an der Spitze deS gläubigen Volkes erschien. Aber „leider kann dte gegenwärtige Jubelfeier sich nicht wie onst «ntfaltm." Das ist doch ziemlich deutlich gesprochen — allerdings noch nicht so deutlich, wie heute das baie- rische „Vaterland" redet, indem eS sagt: „Es dürfte sich gewiß empfehlen, wenn die erzbischöflichen Gesuche bei Hote, rvdu» sic stantibus, gänzlich eingestellt würden, vlach umen würde o,eS oen besten Eindruck machen und bei Hofe
der hohen Pforte; loyale Erfüllung aller internationalen Pflichten und Ausschluß jedes überwiegenden Einflüsse» irgend einer Macht.
Dnüfche» Reich.
•• Setlitt, 8 Febr. Dienstag, 9 Febr., steht die erste Berathung des Entwurfs einer Provinzial Ordnung für die 5 östlichen Provinzen auf der Tagesordnung des Abgeordnetenhauses, sowie de» Entwurfs eines Gesetzes, bettiffenb die Verfassung der BerwaltungSgerichte und d-S LerwaltungSstreitverfahrenS. Die EtatSberathung erhält hierdurch eine einstweilige Unterbrechung, Montag «ollen die Fraktionen vertrauliche Besprechungen über di« Verhandlung der Verwaltungsreformgesetze halten. Eine gründ liche und zugleich rasche Erledigung dieser Vorlagen zu erzielen, ist der Wunsch aller Jnterefstrten. Das Plenum wird demnächst sich schlüssig zu machen haben, vermittelst welcher Form der Berathung dieser Wunsch erfüllt werden kann. Die General-Diskussion am Dienstag hat sich also wesentlich auf diesen Gegenstand zu erstrecken. Je eher nun ein Beschluß in dieser Frage erreicht wird, desto eher können die Etatsberathungen ihren Fortgang nehmen. Dr. v. Sybel'S Eintrag, beim Etat der Archive Halt zu machen, ließ erwarten, daß man zu diesem Etat besondere Anträge stellen wolle. Ein solcher liegt nun auch Seitens der Abgg von Sybel, Dr. Roepell, Haade, Dr. Mommsen und Wehrenpfenig vor, der dahin geht, die Regierung aufzufordern, da» Amt deS Direktors der Staatsarchive nicht al» Nebenamt, sondern als selbstständiges Amt verwalten zu lasten, und damit das Amt des Direktors des geheimen StaatSarchiveS als Nebenamt zu verbinden; ferner den DurchschnittSgehali der Staatsarchivare uno Archivare in den Provinzen soweit zu erhöhen, daß derselbe mit dem Durchschnittsgehalte der Mitglieder der Kreisgerichte gleich gestellt wird. Bekanntlich ist feit dem Rücktritt Lunkers mit der Bearbeitung der Archivangelegenheiten der Geh.-Rath Zihlmann unv Archivrath H.stri beauftragt. Als Direktor
gütlich vermochte man zu sehen, wie sehr dem jungen Mädchen seine lludefangenheit zusagte, im Gegensatz zu dem augenverdreherischen, seufzerve,himmelnden W-sen mehreier seiner Kameraden, die ihren Feldzug gegen bas arme Kind in regelrechter Art eröffnet halten. — Er sagte ihr niemals eine Galanterie, aber er plauderte so unterhaltend unv ließ sie nicht auS dem Lachen herauS- kommen, so lange er sich an ihrer Seite befand. Er hatte noch nicht ein einziges Mal geseufzt wie die Anderen, — p °och, — neulich einmal, recht tief und schwer; — aber al« sie besorgt zu ihm aufgesehen, da war er in rin lustige« Lachen auSgebrochen und hatte gesagt... sie sollt« nur gar nicht erschrecken, . . . e« wäre nichts, ... es sei ihm nur eben in den Sinn gekommen, daß er morgen einen Wechsel von fünfzig Friedrichsv'or bezahlen solle, . . . und bann hatte er so drollig alle mö ;lia>en Wunder tReoue passiren lasten, die vielleicht rintreten könnten, um »aS Unmögliche möglich zu machen. — Und dabei hatte sie so sehr geiacht, ... zum Theil üb-r seine Worte, zum Theil über da» ernste Gesicht, das er machte, daß die Frau v. Lardeck, jene Freundin ihrer Tante, unter deren Schutz fie stand, ihr schelmisch von W item mit dem Fächer gedroht, wa« ihr liebliche« Gesichtchen plötzlich wie mit 8lut übergoß, und sie in eine noch tiefere Verlegenheit stufte, al« ihr Tänzer zum ersten Mal sagte, daß sie. . . sehr hübsch aussehe, wenn sie errölhe, . . . woran sie lang« — lang« nur zu denken brauchte, um j de« Mal .. . von Neuem zu erröthen. —...........
; / ’ • • - $atte 'he guter Onkel, der gegen S4)lug der Saison in die Residenz Nachkommen wollte, um sie abzuholen, plötzlich auch Lust betommen, sich „in oen Strudel zu stürzen", — daß er vier Wochen vor der
iSUweUe von Max Alt. k (Fortsetzung.)
-Bruchstückartig hat sich nach und nach Ein« zu dem Andern gefügt in diesen Unterhaltungen, und unterstützt von dem, wa« ich von Bekannten meine« Gastfreundes hörtt, und wa« ich au Ort und Stelle zwischen den Zeilen la«, 9 ftaltete sich mir schließlich da« Bild, da«, wie sich später herau«stellte, so ziemlich da« Wahre enthielt, über die Beziehungen, welche zwischen dem fieinen, weißen Hanse an der Berglehne und dem zu seinen Füßen in stolzer Ruhe liegenden Schloß Grüneck herrschten, — und das ich hier in dem Ton ruhiger Erzählung einschalten will.
Frau v. Damkow »ar in der That nur die Richte de« Baron« v, Grönitz, der fie aber dennoch in Ermangelung näherer Verwandten und, um einem Wunsch seiner verstorbenen Fran zu genügen, zu feiner alleinigen Erbin eingesetzt hatte. — Eine Adoption, welche die Baronin, von der später noch die Rede sein wird, bei ihren Lebzeiten hatte bewerkstelligen wollen, war durch eine Krankheit, welche die di« dahin kerngesunde Frau schnell zum Tode fühtte, unterblieben"— und der gebeugte Mann hatte die nöthigen Schritte, um die Sache zum Schluß zu bringen, unterlassen, — wie Herr v. Damkow behauptete, — um sich nicht unnütz und unwiderruflich die Hände zu binden, — wie dagegen die junge Frau meinte, unterlassen, weil seine Nichte ja so wie so, al« die Tochter seine« Bruder«, eine Baronesse v. Grönitz war, — und »eil er überhaupt nicht die Absicht hatte, sein große« Vermögen irgend einem Andern al- ihr zu hinterlasten.
Herr v. Damkow hatte da« junge Mädchen in der Residenz kennen gelernt, al« fie sich zu einem längeren tt; 1
kaut *haben*" ®ocia^eolo^raten in Beziehung zuge- der Staatsarchive nennt man neuerdings Prof. Droysen.
' « ? S «nhMtchen deutschen Rechtschreibung be Dienstag findet die Wahl einer besonder» Commission zur treffende Mittheilung fei noch bemerkt, daß eS in der Ad- Vorberathung de« Gefetze«, die Anlegung und Bebauuna sicht deS Kuratoriums de« „Deutschen Reichs- und König --- --- «« •• . ®
Uch Preußischen Staatsanzeigers" liegt, sich mit dem Prof, v. Raumer in Verbindung zu setzen, um im Anschluß an das von demselben zu erwartende Gutachten, auf der Grundlage des von dem Vereine der Berliner Gymnasiallehrer herausgegebenm orihographischen Wegweisers, durch die beabsichtigten Verhandlungen mit Zeitungen und Buch Handlungen diese Angelegenheit praktisch zu fördern.
Das authentisch« Programm der auswärtigen Politik deS neuen serbischen Ministeriums ist nach der „Allg. Ztg." folgendes: Freundschaft mit allen GarantiemäLten wie mit