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Marburg, Sonntag, 24. Januar 1875.

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Militär-Organisationsgesetz bie Annahme. chädigten Brigg und Ladung bi7ent7JrelenbeS^V^una dkS Volkes finden werde, unter dem 12. Januar bereits j herbeizuschaffen. 8 llprechende Entschädigung

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und sprachen ihren Dank für die Vergangenheit und Er- wunterung zu» guten Werke für die Zukunft auS. Und nun bewegte sich der lange, glänzende, vom Rauschen der Mdenm schleppenden- Damcngewänder wir von einer leisen Melodie begleitete Zug weiter durch den Weißen Saal, die Marmvrstufen zur Capelle hinan, aus deren hohem

Der Cour schloß sich der Kirchengang an. Aus dem Silbersaale erhoben sich Ihre Majestäten unter dem großen Vortritte und im Gefolge des Kronprinzen und der Kron- Pttnzesstn und sämmtlicher Prinzen und Prinzessinnen durch die rothe Sammtkammer und die Bildergallerie in das dem Weißen Saale zunächst gelegene Königinnengemach. Hier warteten die Damen des Louisenordens und des Verdienst kreuzrs, vielmehr Deputationen dieser beiden OrdenSkate- gvrieen Ihrer Majestäten. ES waren ihrer neunzehn, darunter die Fürstin Bismarck. Außer dm hohm Frauen

In Wim gingen am 21. Januar die Ferien des österreichischen Abgeordnetenhauses zu Ende; am 22. wollte auch das Herrenhaus wieder in Thätigkeit treten- beiden Häusern liegt ein umfangreiches Material vor' doch sollen nur die unumgänglichsten Vorlagen auf die Tagesordnung kommen, die Entwürfe über das Executions- verfahren, über den Verwaltungsgerichtshof und das Bör­sengesetz, damit am 20. März die Session des ReichSralhs geschlossen werden kann, woraus dann die Landtage zu Anfang April zusammentreten und gegen den 10. Mai ge- schloffen werden sollen. Im Uebrigen herrscht noch immer gänzliche politische Windstille. Im Prozeß Ofenheim dauern die Vorträge über daö edle Gründerthum fort.

Der schweizerische BundeSrath hat, in der Vor-

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfutt a. M-; Haasenstein & Vogler in Frankfurt a. M-, Berlin, Leip­zig, Cöln rc.; Rudolf Moss« in Berlin, Frankfurt a- M. ic.

mann und Briefträger galt der von Seiner Majestät dem Kaiser und König auf das Wohl der neuen Ritter ausgebrachte, vom Tromperentusch begleitete Toast eben so gut, wie dem Minister und dem General. Nach der Tafel geschah der Aufbruch nach dem Rittersaal, und

die Chefs re. der Waffengattungen der Bundes-Armee ernannt.

. 5'^- "alienijsche Regierung soll die Absicht hegen, durch Erhöhung der Einfuhrzölle für Gespinnste ihre Ein­nahmen zu vermehren. Nach der Jialie ist der Handels- vertrag mit Frankreich bereits aufgekündigt und an die österreichische sowie an die schweizerische Regierung die Anfrage gestellt worden, ob sie geneigt wären, ebenfalls tret" dne Liston der Handels-Verträge einzu

G Die Krisis in Frankreich bleibt ihrem langwierigen, wechselvollen Charakter treu. Die Verhandlungen über das Gesetz wegen der Cadres der Armee werden in der National-Versammlung in die Länge gezogen, weil alle Gruppen der Nationalversammlung das Bedürfniß fühlen, daß man der Klärung über die wichtige constitutivnelle Frage und über die mit derselben verbundene Umgestaltung des CabinetS Zeit laffen müffe, während das Land mit stelgender Ungeduld einer definitiven Gestaltung der Dinge in Versailles entgegenschaut.

Nach der Begrüßung, welche König Alfons von Spa­nien ,n Barcelona und Valencia trotz der republikanischen Grundstimmung der Bevölkerung gefunden hat, war es nicht zu verwundern, daß seine Hauptstadt ihm einen glän zenden Einzug bereitete. Er blieb fünf Tage in Madrid unb reiste darauf, am 19. d., nach Zaragoza. Von dort ans wird er sich nach Tudela, Tafalla und Logronno be­geben, um sich der Nordarmee vorzustellen. Der Befürch tung gegenüber, daß die königliche Regierung das Land durch Beschränkung der Cultusfreiheit wieder mehr aus die Stufe des alten Spaniens hinabdrücken als auf die des modernen Europa's heraufheben werde, kann eS zur Beruhigung gereichen, daß der König bei Unterzeichnung eines die finanzielle Lage des CleruS verbeffernden Decrtts dle Erklärung abgegeben hat, er achte die katholische Geist, lichkert und werde sie stützen, habe aber auch die feste Ab icht, die Cultusfreiheit in Spanien ebenso aufrecht zu halten, wie sie in den civilisirtesten Ländern Europa'- be­stehe. Großes Aufsehen machte Ende voriger Woche ein ielegrantm, demzufolge Mannschaften des deutschen KriegS- chlffe« Nautilus die Carlisten aus Zarauz vertrieben und diew Stadt besetzt hätten, um Vergeltung für die Be­gießung und Beraubung der Brigg Gustav zu üben. Die Nachricht war falsch. Die spanische Regierung hat der deutschen versprochen, das Werk der Vergeltung selbst in ne Hand zu nehmen und für die Eigenthümer der ae- : fdinhtnion wrtaa hHk OäK..*-- wi. ... -c. L n- , _ - . o

D,S KrönnngS- «nd Ordensfest.

(Schluß.)

Die Kaiserin trug über einem weißen, mit Gold ver­zierten Kleide die große, mit goldenen Kronen und schwär zen Adlern gestickte, mit Hermelin verbrämte Kronschleppe, das Band und den Stern vom schwarzen Adlerorden, reichen Brillantschmuck um Hals und Haupt. Rechts vom Throne standen die Kronprinzessin und die Prinzessinnen Karl, Friedrich Karl, Albrecht, Marie und Elisabeth, die Herzogin Wilhelm von Mecklenburg und die Prinzessin Marie von Meiningen; links der Kronprinz, die Prinzen Karl, Albrecht, Alexander, die Prinzen August und Wilhelm von Württemberg, der Erbgroßherzog von Mecklenburg- Etrelitz und der Prinz Wilhelm von Baden.

Politische Wochctt-Ueberficht.

Ander» al« im vorigen Jahre konnte diesmal Kaiser Wilhelm der Feier des preußischen Krönung«- und Ordens­festes, die am Sonntag (17. Januar) begangen wurde, von Anfang bis zu Ende in befriedigenster Gesundheit selbst vorstehen. Am Sonnabend, 16. Januar, Vormittags 11 Uhr, als in der letzten Stunde der ersten Hälfte des Januar, ist die diesjährige Session des preußische» Land­tages eröffnet worden. Die Eröffnungsrede betonte die sehr günstige Finanzlage, die u. «. erlaubt, jetzt endlich auch für schlechtgestellte Geistliche und Elementarlehrer etwas zu thun, und kündigt eine lange Reihe wichtiger Vorlagen an, unter welchen sich mehrere befinden zur wei taten Fortführung und begonnenen Organisation der Selbstverwaltung, und auf dem kirchenpolitischen Gebiete ein Gesetzentwurf Behufs gesicherter Betheiligung der ka­tholischen Kirchengemeinden an der Verwaltung be« sie bctteffenben Kirchenvermögens. In Betreff ber Verwal­tungsreform bet westlichen Provinzen haben bie Vorlagen noch nicht befriebigend festgestellt werben können, unb bie Verhandlungen mit Vertrauensmännern ber betreffenden Provinzen scheinen noch fortgesetzt werden zu sollen, so daß es zweffelhaft geworden ist, ob die Resultate noch in dieser Session werden zur Vorlage gelangen können. Vorigen Montag (18. Januar) ist die Sequestration des Diöcösenvermögens der Bisthümer Paderborn und Fulda erfolgt, nachdem Bischof Martin am 5. d. MtS. seines Stuhles entsetzt und gegen den Capitelsverwalter Hahne zu Fulda endlich »egen trotz leidlich guten, aber schwachen Willens thatsächlich fortgesetzter Renitenz hat eingeschritten werden muffen.

geöffneten Portale den Ankommenden der Einzugspfalm tu vollen Tonwillen wie ein heiliger Willkomm entgegen

ganze, zum Feste entbotene Versammlung war durch die Ceremonienmeister deS Hofes vorher hinherge- lettet worden, die Damen des Louisenordens und Verdienst kreuze- hatten sich den Damen des Gefolges angeschloffen, und wie im Schwünge der Andacht erfüllte der Gesang a capella des DomchoreS den imposanten Kuppelraum mit einem reichen Bilder- und Goldschmuck. Einst halten Ahrenberg, Propst Ribbeck, Dräseke, Eylett durch die hohe.

dHofdamen nahmen sonst keine Damen an dem I Staates und Hofes und den Vertretern fremder Stfte Thetl; nicht Stang, nicht Stand, sondern nur ba« unter dem Purpurbaldachin des preußischen ÄöniaatK^ werkthättger Barmherzigkeit war heute hoffähig.! das Mahl einnahm. Die gedeckten rNn sedten Nch w^ D>e Kaiserin sowohl als der Kaiser bekundeten in Rück- ter durch die Bildergalerie und die althMitfJL # ttmnetung en die großen Leistungen der freiwilligen Barm- durch, 761 P^onen^brauchten viel Raum und der" Herzigkeit während des Krieges das Verdienst da Damen wie der Gettnaste wurde von

^sprach-» ihren Dank für die Vergangenheit und Er- der HofdimAft "»höchste Gaab?dim?^em"?chu7 »unterung zum guten Werke für die »ufunft au«, linh mnnn imh v__ .____

ben Ofenheim scheu Prozeß durch einen Brief öencufelte ^rumänische Handelsminister Mavrogeni hat mit Erlaubmß des Fürsten einstweilen fein Amt nieder- gelegt, um sich ganz frei über bie Sache äußern zu können. ahrAtoi, ber.®rP Dch Serbien am Neu-

lahrstage (13. b) ba« Consularcorps empfangen wollte, entstanden in diesem Rangstreitigkeiten, welche den Ber- erSdnra1 ^lanb< Deranlo^en' bd 6er Audienz nichi zu Der Vicekönig von Aegypten läßt fein HandelS-

> von diesen hatte sie Ciefei Art, wie auch da« einzige, das sie mitfeiette. Ader ,'hrem anbei.ten sind durch eine Bestimmung Friedrich

8 UL die Palmen durch alle die vielen tab^ hindurch geblieben, als ein Symbol ber Paime des Krie- oens, die ste, der Genius Preußens, errungen, aber auch n ^d°ime des Sieges und des gewaltige,. Auistrebens Preußens, da» in dem preußischen Kiönungs- und O.denS- lette bedeutet liegt.

: DaS Eretgniß bet Woche war in England die Nie-

derlegung der Führerschaft der liberalen Partei durch Glad- die dieser in einem Briefe an Lord Granville vom " b- M. ausge prochen hat. Ein endgültiger Beschluß über die Nachfolge in der Führerschaft im Unterhause noch mcht gefaßt; doch scheint der Marquis v. Hartington die meiste Aussicht zu haben. J 0

Im dänischen Folkething fähtt die Opposition fort, die Regierungsvorlagen ihren eigenen hintanzusetzen, um dem Ministerium zu zeigen, daß sie mehr von den Sachen verstehe, als die jetzigen Rathgeber der Krone. Das vom R- chS ag- für dieses Jahr genehmigte JndigenatSgesetz verleiht 78 Personen, darunter 48 auö Deutschland gebür­tigen, die dänische Staatsangehörigkeit.

-r- fische Reichstag traf am 16. d. zusammen. Für d,e Erste Kammer, die jetzt aus 129 Mitgliedern be­steht wurden Sagebielfe und Asker, für die Zweite Lager- strale und Wijk als Präsidenten wiedergewählt. Am 18 fand die feierliche Eröffnung der Sesston durch die Thron- rede statt.

fl,r,SC9«UAmfSe.5?elierUn9 Sat 6om «ha» von Khiwa bereits 28,000 Rubel KnegScontribution gezahlt erhalten; die auf die Rate für 1874 noch fälligen 18,000 Rubel sollten biS JahreSschluß abgeführt fein. Das Gerücht, in Khiwa werde wieder Sclavenhandel betrieben, ist un- wahr. '

m 3m türkischen Ministerium haben Aarifi und Savstt Pascha ihre Aemter getauscht; letzterer leitet jetzt bie aus­wärtigen, ersterer bie Schulangelegenheiten. Aarifi soll in den lungsten Fragen gar zu wenig Entschließungsfähigkeit 6^e>gt haben. In der Podgoritzafrage handelt es sich noch darum, ob die mitschuldigen Montenegriner, wie die Pforte fordert, vor ein türkisches Gericht tn Spudz oder oor ein montenegrinisches in Cettinje gestellt werden sollen. UrbrigenS kommt auch der militärische Commandant von

608 ®<mt6rl nicht verhindert hat, vor ein KttegSgertchk.

U«S Spanien.

König «lfons m Madrid.

3" 8«l«da mußt, ich »emra!igi*^g<3Xnum

Öradi derselbe, wie manche Leute im Geh.imen fürchteten unterwegs den Hals so blieb ich ruhig am Gestade des MttielmeereS und raste über Cadiz durch Provinzen deren Klima dem Carlismus mcht günstig ist. Als Lohn für mor aötn- die mit dem täglich ein Mal Ausllckt"^ S *1 £ fibem KS"igt Nacheilen wollten, in ***?$* gchellt, daß sie denselben in Aranjuez überholen tüalern - wichtige Leute unter diesen Nach-

Ugtern. madrider DeputaNonen, die nur in weißen Cra- me", rt&?nb,c*"*9e d" Hauptspjtzen der alfonsistischen Pattei. Solchen hohen Paffagieren, die auf Staaisun-

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte«, sowie die Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.-Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M ; Jnvalidendank, A. Rete- meper in Berlin; Carl Schuß, ler in Hannover; C- Schlotte

brudtere beJogTnt^Äaa bfr<SnbieUn^BB,mt«9ebe« sS^e^^ei^ePa^irVbie ^p-dition (Koch'sche L b°r Spedition zu ertheLnde AMunft?n7Annahm?^^^ fUr die gespaltene Zeile 10 Pf,.

h'" bildete beim Einnehmen des Kaffees der fast möchte man sagen, zwanglose Verkehr der tönialtaen Äa- milie mit der von den ftenndlichen Geistern der Tafel be­lebten Versammlung den Schlußpunkt des Festes Wie der demselben jede Zeremonie eine Tradition ist, eine Be- beutung hat, so auch bie Sitte, daß ver Kaiserin und den Pnnzeistnen nach der Tafel von ihren Leibpagen Paimen- zwetge nachgetragen wervm. Die Entstehung dieses fin. ntgen Gebrauches ist diese: Al- Königin Louise sich um

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. , ®°® an dem Feste ist nicht die Entfaltung

des höchsten Hofzwanges, es ist außer der Anerkennung jedes Verdienstes die Pietät, mit welcher bie vom hoch feltgen Vater bes jetzigen Kaisers und Königs festges.tzten Bestimmungen eingehakten werben, bie stehende, feste Form m der sich das Fest bewegt. Wie vor fünfzig und mehr' Jahren, so wurden auch bei der diesjährigen Feier Ver­treter aller Grade von Orden unb Ehrenzeichen, bie mili­tärischen Deputationen des Eisernen Kreuze« an bie glän- 1 rn.be" bes Weißen Saale« gezogen, wo bet Kaiser unb König an ber Seite ber Kaiserin unter den Angehöri