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Marburg, Sonnabend, 23. Januar 1875.

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Pons der auswärtigen Schuld reorganisirt werden.

Zungen

Knaben zum Dienste aus.

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*n ©a^onrie auf^etten, hätten sich für halb, weil die jetzige Vorlage mit der vorjährigen in vielen König MfonS «klärt. Dre spanischen vor Zarauz lie- Punkten übereinstimmen wird, well inzwischen noch keine abwci- Orle«"b?ainn!!^'^ ®nben mOr0e" bte Erschießung dieses chenden Meinungen in dem betr. Ministerium zur Geltung ge- ^u*8en ^ou- Wurf der Städteordnung einen bedeutenden Ancheil hat.

He»er«l und Sekretär.

Eine vaterländische Geschichte. (Schluß.)

Tagesbericht.

Die Bundesrathsausschüffe für Handel und Eisen­bahnen beantragen beim BundeSrathe, zu beschließen, daß eine weitere Erhebung des interimistischen Frachtzuschlages von höchstens 20 pEt. unter der Bedingung gestattet werbe, daß beim Transport von Wagenladungen und auf minde­stens 45 Kilometer Entfernung vom 1. April 1875 ad der Zuschlag für Brennholz, mehrere DüngungSmitlel, Kohlen, CoakS, Erze, Steine, Roheisen, Bauholz, Vieh und einzelne Futtermittel wegfalle.

Der Gesetzentwurf für den Landtag in Betreff der Wahrnehmung kirchlicher VermigenSangelegenheiten katho- Uscher Gemeinden durch selbstgewählte Organe bezweckt für ganz Preußen die Durchführung des § 552, Tit. 11, Th. 2 veS allgemeinen Landrechts.

Aus guter Quelle melden wir: Der Courrier der spa­nischen Regierung, der das Schreiben betreffend die Thron- desteigung des Königs Alfonso zu überbringen hat, ist bereits unterwegs und wird in Berlin in den ersten Tagen eintreffen. Das Schreiben wird alsdann vom spanischen Gesandten, Grafen RaScon, in ein« besonderen Audienz Er. Maj. dem Kais« übergeben werden. Die An«kennung des Königs AlfonS von Spanien wird, wie wir hören, auf keine Schwierigkeiten, Bedingungen re. stoßen. Viel­mehr wird dieselbe in Uebereinstimmung mit Oesterreich und Rußland, wie sie von Anfang über diese Frage be­stand, baldigst «folgen.

Wie wir hören, ist der Abg. Meyer (Thorn) zu einer einflußreichen Stellung im Reichskanzleramte dcsignirt.

Gestern hat die letzte Conf«enz der zur Berathung über den Entwurf einer Städteordnung berufenen Bürger- meister stattgefunden. Das Resultat ist ein durchaus gün- fl'geS und nur von den Erwägungen über die Ausdehnung deS Mat«ialS, welches dem Landtag vorgelegt werden soll, wird es abhängen, ob d« Entwurf in der von der Konferenz beschloffenen Redaction «och in dies« Session zur Vorlage gelangen soll.

Zn dem am 20. Januar in Bnlin »«handelten De- peschenfälschung-prozeß gegen die Gebrüder Lefler und Carl Silberslein wurden beide Angeklagte wegen gemeinschaft- Uch« wiederholter Urkundenfälschung unter Zulaflung mildernd« Umstände zu einjähriger Gefängnißstrafe und B«lust d« bürgnlichen Ehrenrechte auf zwei Jahre ver- 1 urtheilt. .

Die Gerüchte bezüglich eines augenblicklichen Auf- , schubeS dn Anerkennung des Königs Alfons mehren sich in Bnlin.

fie ihrem Manne an den Augen absehen konnte, und wenn er arbeitete, zankte sie nicht mehr mit ihm. Lorenz be- haupteie, sich durch seine beiden Beilern nicht nur auf seinem Posten, sondern wurde mit der Zeit noch höher befördert. Der König blieb ihm gewogen und erhob ihn sogar in den Adelstand.

D« gute General vergaß ebenfalls seinen Schreiber nicht und schickte ihm jede Weihnachten ein Faß alten Rothwein, damit er sich daran gewöhne. DaS that auch Lorenz und mit der Zeit stieg ihm der Wein ebensowenig zu Kopf, wie sein wohlverdientes Glück

enthielt, erinnerte er sich deS vergangenen Tags und seines Glückes. Der Gen«al gratulirte ihm mit aufrichtigem

Aber meine Uniform borg ich Dir nicht wieder," sagte er mit versöhnendem Lächeln.

Einige Tage mußte Lorenz noch in Berlin verweilen. Er wurde auch wieder zu dem Tabakskollegium geladen, wo er sich bester benahm als das erste Mal. D« König gab ihm wiederholte Beweise seiner Gnade. Als er end­lich nach Stargardt zurückkehrte, kam ihm seine Frau ent­gegen.

D«S Krönungs- und Ordrusfefl.

Die Feierlichkeit, die am Sonntag, den 18. d. M. in bcn Paradesälen deS königlichen Schlosses in Berlin 'ab­gehalten wurde, ist ein National-, ein Staatsfest, dem d« Hof des Kaisers und Königs seinen höchsten Glanz leiht. »Suum cmque«, die Devise des Stifters des Schwarzen Adlerordens, nach jener Stelle im 1. Römerbriefe 13 ? -So gebet nun Jedermann, was ihr schuldig seid, Schoß' dem der Schoß gebühret, Zoll, dem d« Zoll gebühret Furcht dem die Furcht gebühret, Ehre, dem die Ehre ge- buhret", ist vom Stifter des Festes, dem König Friedrich Wilhelm III., auf jeden Stand, auf jedes Verdienst im Staate, da« glänzendste wie das bescheidenste, ausgedehnt worden. AlS im Jahre 1810 das erste Fest in dieser Form gefeiert wurde, stand neben dem Großkanzler v. Bevme der Schauspieldireetor Jffland, und als er zur Tafel gehen ollte und der König, wie daS sonst bei Hoffesten üblich »ar, nur bte höchsten Repräsentanten der Länder und Wurden um sich sah und keinen Jnhabn von Ehrenzeichen

105,75 h - b.

19,50 B. »1,00 b. »28/25 6 103,606 105,9i>b 104,006 172,25 b LI,90 b. Actiew- »4,75 b.

16,00- 14,50 b 06,00 6 13,60 b.

4. Obi* 01,006 »9,25 6 19,25 B- ,02,25 b G- 03,206 01,00 B »4,00 bB

13,10 B- 00,00 6

59,50 b .42,75 b - b.

12,25 B.

: geschlossen worden. Nach einer dem Abolf'schen T. B. aus Santander zugegangenen Depesche hat die Beschießung von 1 Zar^ durch die spanische Flotte begonnen.

1 Weimar, 18. Jan. Die Verlängerung des Confir- manden-UnterrichtS auf die Dauer eines Jahres, wie solche die Synode beschlossen, hat bekanntlich sehr starken Wider­spruch im Lande gefunden, und auch die Regierung hat Bedenken getragen, jenem Beschlufle ohne Weiteres ihre Zustimmung zu ertheilen; sie wollte zunächst sich über die Ausführbarkeit nach den localen Verhältnissen Gewißheit verschaffen. Die Erörterungen sind im Gange; die ein­zelnen Diöcesen Vorstände sind zu Berichterstattungen ver­anlaßt; die Geistlichen verhandeln die Frage in ihren Conserenzen und die Presbyterien werden ebenfalls ihre Gutachten abzugeben haben. Dieser Modus bietet einen bemerkenswerthen Beleg dafür, wie vorsichtig die diesseitige Regierung mit Anordnungen ist, welche den Frieden und die Zufriedenheit in den Kirchengemeinden zu gefährden im Stande sein können. Daß die Mehrzahl der Gemein­den sich gegen die Verlängerung des Confirmanden Unter­richts aussprechen werde, unterliegt keinem Zweifel.

Detmold, 18. Jan. Als muthmaßliche Nachfolger des austretenden Ministers v. Flottwell werden derWests. Ztg." die Herren v. Oheimb und v. Brakei genannt Er- terer, jetzt Landrath des preußischen Kreises Minden, war bekanntlich schon früh« Minister in Lippe, Letzterer ist Landrath zu Paderborn.

1$ ^uu. Der Waldeckffche Landtag, welcher »orn 3. Nov. an auf zwei Monate vertagt und jetzt wieder zuiammengekommen war, ist abermals auf vier Wochen vertagt worden, well das Budget zur Vorlage noch nicht reif sein soll. (H. M.)

Etrasidurg, 18. Jan. Der verlockenden Sirenen stimme des Centrums in Gestalt einer telegraphischen Depesche >aben sich uns«e Abgeordneten Simonis, Guerber und Hartman nicht verschloflen und sind am 15. in das Haus getreten. Wir haben jetzt also 4 Vertreter der R-ichs- lande im Reichstage. Da diese nun einmal die Einladung ju den Debatten deS ReichScivilehegesetzes angenommen, werden sie auch gezwungen sein, Stellung zu diesem zu nehmen. Wir werden sehen wie sie sich aus der Klemme z iehen. Unsere Abgeordneten werden aber auch jedenfalls an den Berathungen über die Sladterweiterung nach Vor­lage durch die Budgetcommission Theil nehmen. Die Motive zu dem dem Bundesrath vorgelegten Gesetzentwurf prechen von dem Jnl«efle, welches die Stadt Straßburg und deren Bewohner an der Erweiterung nehmen, und fuhrt aus, daß die Vertretung der Stadt sich bereit erklärt,

1 Reichstags nimmt nicht nur durch die Verhandlungen über die Tariffrage, sondern hauptsächlich durch die Debatte über 1 den polnischen Antrag das Interesse in Anspruch. Die Meinungen über die Tariffrage gehen augenblicklich noch ' soweit auseinander, daß eine Lösung derselben jetzt nicht ! möglich ist. Zu einer Klärung der Ansichten wird am Besten die Einsetzung einer Enquetekommisston beitragen, daß der polnische Antrag zurückgewiesen werden würde, war vorauszusehen. ES ist nicht bedauerlich, daß der An­trag auf einfache Tagesordnung fiel, da so dem Reichstage Gelegenheit geboten wurde, näher auf die Sache einzugehen, und sie dann doch zu verwerfen. Daß 5 Ultramontane die einzigen Bundesgenossen der Polen waren, ist natür­lich, da dieselben niemals bei einer Sache, die nicht nur die Politik, sondern auch den Bestand des deutschen Reiches angreift, niemals ihre Unterstützung versagen wird. Durch den gestrigen Beschluß deS Reichstags wird für die polni. fche Frage ein für allemal die Thür des Hauses geschloffen sein. Der Hoffmann'sche Antrag wurde wiederum von der Tagesordnung abgesetzt, was wohl ein Beweis ist, daß diese Frage, nach dem Wunsche der Mehrheit deS Reichs­tags ad acta gelegt werden wird. Der Bericht deS Finanzministers über die Vermögenslage Preußen« hat ihren günstigen Eindruck nicht verfehlen können. Mit Recht hebt dieVoss. Ztg." hervor, daß die Thatfache, daß trotz des für alle Verhältnisse so kritischen JahreS 1874 unsere Finanzen so günstig haben abschließen können, ein Beweis üt die noch fließenden HülsSquellen unseres Landes ist- DieMagd. Ztg." hat gestern den »«geblichen Inhalt der Provinzialordnung gebracht mit b« Bemerkung , daß die Genehmigung deS Kaisers vom 22. Dezember ver- i gangmen Jahres batite. Diese Angaben beruhen auf einem Jrrthum. Die Bestimmungen, welche da« genannte Blatt giebt, bilben ben Inhalt be» im vergangenen Jahre vor- idegfen unb an eine Commission verwiesenen Projektes. Auch ist daS Datum b« 22. Dezember 1873,gan welchem . d" vorjährige Entwurf bie Allerhöchste Genehmigung fanb , Dieselbe ist für ben jetzt im Ministerium brS Innern aus- I gearbeiteten Entwurf noch ncht ertheilt, wirb aber voraus- ichtlich in den nächsten Tagen eingeholt und gegeben wer- i den. Die Mitteilungen derMagd. Ztg." haben aber i

O Lorenz," rief ber erschrockene Blankensee.Was machst Du mir für Schande. Eure Majestät 1 nehmen Sie e« nur nicht übel, bet Kerl kann nichts vertragen."

Min lieb« Blankensee," «widerte d« König.Den guten Mann übernimmt bas Glück. Wer so viel für mich gearbeitet hat, kann auch in mein« Gegenwart schlafen. Damit er» ab« bequem hat, wollen wir ihn zu Euch nach Hause bringen lassen."

Auf Befehl be» Königs mußten zwei Bebienten Lorenz ^fheben unb in einer Portechaise nach ber Wohnung be» demrals tragen. Da es ab« schon spät wat unb auf chr Klopfen Niemand öffnen wollte, so setzten sie ihre Last fein säuberlich vor b« Hausthür ab. Da lag nun ber »eue Geheimrath in b« GeneralSuniform unb schnarchte »it ben Nachtwächtern um bie Wette.

«alb barauf verließ auch Blankensee da» Tabakskolle­gium. Wie «staunte er, al» er seinen Liebling in bieser Verfassung fanb. Leid« war bie schöne Uniform babei Patt mitgenommen worben unb sah sehr schmutzig au». Darüber mürbe ber General einigermaßen empfindlich.

,0 Lorenz," klagte er. Was hast Du gemacht? Bist Du ein Geheimrath? Ein S......bist Du!"

Da b« Angrredete ab« fest schlief unb ihn nicht hören tonnte, so blieb bem guten Blankensee nicht« übrig, al«i Kinen Schützling selbst zu Bette zu bringen.

8m anbern Morgen glaubte Lorenz nur geträumt zu 9aben. Erst al» fein Auge auf ba« gnädige Handschreiben

König« fiel, welche« seine Ernennung zum Geheimrath i

Mr. 19.

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte», sowie bte Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & So. in Kassel unb Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt cu M-; Haasenstein & Vogler in Frankfurt a. M-, Berlin, Leip­zig, Cöln re.; Rudolf Masse m Berlin, Frankfurt a- M. re.

Nun," fragte sie,was bringst Du von B«lin? Gewiß hast Du für all Deine Mühe nichts bekommen. Du bist und bleibst ein geduldiger Esel und wirst es nie­mals weiter bringen."

Diesmal irrst Du Dich," sagte Lorenz ruhig.Ich habe unfern gnädigen König gesehen unb « hat mich zum Geheimrath ernannt."

Du unb Geheimrath? Du willst mich nur zum Narren halten."

Da zog Lorenz fein Diplom hervor nnb bie Frau Geheimräthin sank ihrem Manne roeinenb an bie Brust.

«Wem hast Du baS zu verbanken?" fragte sie noch immer ungläubig.

Meinen beiben Vettern."

Von benen hast Du nie wa» vorher gesagt."

Du kennst sie schon so lang wie ich."

Unb wie heißen sie?"

Fleiß unb Redlichkeit."

Vor diesen Vettnn bekam die Frau Geheimräthin von nun an einen ungeheuren Respekt. Sie chat Alle«, wa»

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«twii. Die Dem ist nicht so Es ist in Regierunaskreisen nilbts von ennl"mm bT?i, o n5rbl$cn Vtot,in3e« einem Kohleis'schen Entwurf bekannt, sondern den Be.

rathungen, an denen Hr. Kohlei« denselben Antheil gehabt ' hat, wie die übrigen Theilnehmer, hat ein im Ministerium , . >deS Innern ausgearbeiteter Entwurf zu Grunde aeleaen

SJerita, 21.3anu°r. Die gestrige Berathung des! Die betreffenden Conserenzen sind übrigens gestern Abend aas nimmt niifif mir hnrrfc hi» Sl»rhAnhr..».n .-.f..-1 ____u__ j. ® , ' . ... ° 1 1 «utnu

Anzeigen nimmt entgegen: bie Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.: Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete- meyer in Berlin; Carl Schuß­ler in Hannover; C- Schlotte in Bremen-

Für m der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Abrissen werden 25 Pf! berechnet. 8 3 10