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Madrid, 31. Dec. Heer und Flotte sind überall auf Seiten der Bewegung. Serrano leihet keinen Wider­stand und zieht sich, wenn er das Commando der Nord- Armee niedergelegt hat, nach Laferna zurück.

Barcelona, 31. Decbr. Die Armee von Catalo- nie» stimmt der Verkündigung Alphonfo'S bei. Die hiesige Stadl ist ruhig.

Santander, 31. Dec. Prinz AlphonS rst hier von den Truppen zum König proclamirt worden. Die Stadt ist ruhig. Der Gouverneur hat feine Demmission gegeben Die Marine ist für Alphons gestimmt.

Santander, 31. Dec. Die Ausrufung des Kö­nigs Alphons wird von der Flotte unterstützt; die Truppen haben die öffentlichen Amtsgebäude besetzt. Einige Han delSschiffe sind beflaggt; die Stadt verhält sich gleichgültig. Serrano hat sich angefchlossen. Der Minister des Innern hat an alle Provinziatgouverncure tciegraphirt: Alphons XII. ist einstimmig durch Nation und Armee zum König von Spanien ausgerufcn. Canovas de Castillo besitz! seil eini­ger Zeit daS Vertrauen des neuen Monarchen. Ich hoffe, daß Sie, geleitet von Ihrem Pflichtgefühl und Ihrer Vaterlandsliebe, fest auf Ihrem Posten bleiben und die wichtigen Zntereffen wahrnehmen, welche Ihnen anvertraut sind. — Die Alfonststen sind der Ansicht, daß der Car- liSmuS durch die Bewegung den Todesstoß empfangen habe.

London, 1. Jan. Ein pariser Berichlerstatter der Times hat gestern Abend eine Unterredung mit Don Al­fonso gehabt. Letzterer sagte, er sei reisefertig, erwarte aber noch eine Depefche und werde nach deren Empfang heute die Reise nach Madrid antreten. Er sei nicht allzu; sehr aufgeregt gewesen, als er die Nachrichten aus Spanien empfing, denn er habe dieselben erwartet. Auf die Frage, ob die Carlisten den Krieg fortsetzen, antwortete er: „Ich glaube, der Krieg wird Anfang» noch sehr hart sein; aber daS Volk wird sich nach und nach auf meine Seite stellen und der Krieg wird sein Ende finden. Lch bin nicht der König einer Partei. Das Ministerium ist aus Männern aller Schattirungen zusammengesetzt (eint falsche Behaup­tung) und liberal-constitutionet, wie ich selber erzogen worden bin; und ich bin dies mit Aufrichtigkeit. Ich weiß wohl, daß es kein Vergnügen ist, im gegenwärtigen Augenblicke König von Spanien zu sein; aber ich werde mich bestreben, meine Pflicht zu begreifen und zu erfüllen. Auf die Frage, ob die Königin, feine Mutter, ihn begleiten werde, antwortete er mit Lebhaftigkeit: O nein, es ist schon beschloffen, daß sie hier bleiben wird."

London, 1. Jan. Die Times sagt in einem Artikel über die Ausrufung Don Alsonjo's zum Könige von Spa­nien, der Prinz könne stch noch keine persönliche Feinde gemacht, noch sich in politischen Mißcredil gesetzt haben. Er habe eine sorgfältige Erziehung genoffen. Er werde allerdings schwerlich den Einflüffen der Lehren entgangen fein, welche so vielen seines Geschlechts verderblich gewesen und so lange feine Mutter lebe, könnte er möglicher Weise Rathjchläge erhalten, die für einen constitutionellen Heer- fcher, der die Vergangenheit vergessen müffe, nicht vor- theilhast wären. Aber da« spanische Volk könnte stch von dem jungen Manne vielleicht bessere Hoffnungen versprechen, als von einer Diktatur, einer föderalen Republik oder einer durch die Geistlichkeit beeinflußten carlistijchen Monarchie.

Lissabon, 30. Dezember. Die Cortes werden am 2. Januar in Gegenwart des Königs und der Minister eröffnet.

Losdo», 1. Jan. Die Times meldet, der Finanzmi nister Sir S. Norihcote habe den Ausfall in den Staatsein­nahmen des laufenden Finanzjahres auf 3,360,657 L. ver anschlagt. Da die Verminderung während der verflossenen neun Monate sich jedoch nur auf 829,867 L. betaute, so laffe für daS Ende des Finanzjahres ein Ucberjchuß von li/4 Mill, über die Schätzung der Einnahmen berechnen. — Der Gesundheitszustand DiSraeli's hat sich den Blät­tern zufolge so erheblich gebessert, daß er zu dem auf den 12. d. angesetzten Mirnsterralh wieder hier sein wird.

Haag, 1. Jan. Eine Depesche aus Alschin vom 25. December meldet, es stehe ein neuer Zusammenstoß mit den sich rüstenden Eingeborenen bevor; gegen Ende des MonatS soll ein Geschwader adgehen und an der Westküste operiren.

Hongkong, 30. Dec. Die chinesische Regierung hat eine mit 8 pCt. verzinsliche Anleihe von 627 675 Psd. Sterl. zun Emilstonskourje von 95 emittirt. Diefelbe wird durch die Zolleinkünfte garantirt.

Heffkn-Naffa«.

Marburg, 2. Januar. Die Post ist bei der Um­rechnung ihrer Taxen in die Markrechnung gerade nicht billiger geworden. Das Zeitungsbestellgeld z. B. das an und für sich schon nicht billig war, in von 15 Sgr. auf 16. Sgr. erhöht worden, und da diese 160 Reichs Psg. mit 3 nicht theilbar sind, findet bei zwei und einmonatli- chen Abonnements wieder eine Erhöhung statt. Am em­pfindlichsten ist diese Erhöhung aber bei den Stadt" und Landbriefen im Bestellbezirke deS Aufgabeorts, statt seither riger 3 Hlr. kostet jetzt ein Brief 5 Psg, und unfrankirt sogar 10 Psg. — Ebenso ist daS Bestellgeld für kleinere Packele auf 10 Pfg. statt deS seitherigen 1/2 Sgr. erhöht. Bei den Posteinzablungekarten übersehe man nicht, daß der Betrag in Mark und Pfgn. angegeben fein muß, die Karte wird sonst nicht angenommen und die ausgeklebte Marke ist nicht anderweit zu verwenden. Anstatt bis zu 50 Thlr. sind dieselben jetzt bis zu 100 Thlr. --- 300 Mk. zulässig. Auch ist hier eine Taxermäßigung eingetreten. ES

kostet eine Postanweisung bis 100 Mark: 20 Pfg.; bis 200 Mark: 30 Pfg. und bis 300 Mark: 40 Pfg.

— Die Elementarlehrer-Witwen- und Waisenkaffe des Regierungsbezirks Kassel hat im Jahre 1873 eine Ein nähme von 20,457 Thlr. 19 Sgr. 2 Pf. gehabt, darunter AntrittSgelder 2960 Thlr., Kapitalzinsen 1941 Tblr., Jahresbeiträge der Kassenmitglieder 8176 Thlr., Beiträge der Gemeinden 6744 Thlr. Die Ausgaben betrugen 19,473 Thlr. 18 Sgr. 4 Pfg., nämlich 416 Thlr. Ver­waltungskosten , 13 987 Thlr. angelegte Kapitalien, 4840 Thlr. Pensionen und 228 Thlr. sonstige Ausgaben. Die Rechnung schließt mit einem Bestände von 984 Thlr. 10 Pfg.

— Die nach dem Gesetz vom 30. April 1874 auszu- gebeudin Reichs Cassenfcheine zu 5, 20 und 50 Mark sind auf Handpapier mit Wasserzeichen gedruckt. Die Schau­feite derselben ist in Kupferstichbruck, die Rückseite in Buch­druck ausgeführt. Die Schauseite enthält den Text „Reichs- Caffen Schein, Gesetz vom 30. April 1874, Fünf (Zwan­zig, Fünfzig) Mark, Berlin, den 11. Juli 1874, Reichs Schulden - Verwaltung. Löwe. Hering. Rölger.", das ReichSwappen und die Strafandrohung. Die Rückseite zeigt auf farbigem Unterdrück die Serie, Folium, Litera und Nummer so wie die Unterschrift deS ausfertigenden Beamten

— 31. Decbr. Das königl. prcuß. Haupt-Lankdirec- torinm hat unfern gestrigen Tage nachstehende Bekannt­machung erlassen: Seil einigen Monaten kommen Bank note 1 vor, besonders in Beträgen zu 25 Thlr., welche zwar aus Theilen echter Banknoten bestehen, aber durch Zer­schneiden verfälscht sind. Man hat nämlich eine größere Anzahl Banknoten der Länge oder der Breite nach in je zwei Theile zerschnitten und sodann je zwei nicht zu ei­nander gehörige Stücke nach einem bestimmten System dergestalt zusammengesetzt, daß au» den dazu verwendeten Banknoten das Material zu einer neuen Note gewonnen wird. Das Fehlen eines Stücks wird häufig durch zwei schmale Papierflreifen verdeckt, welche auf der Vorder- und Rückseite der Note gegeneinander geklebt die beiden Theile der Letzteren verbinden. In den Fällen, wo ein solcher leerer Zwischenraum sich nicht vor findet, pflegen die zu- sammengeklcbten Banknoten etwa 1/4 Zoll schmäler zu sein wie eine fechte Banknote. Bei den senkrecht durchschnit­tenen Banknoten ä 25 Thaler ist die Fälschung leicht an der Verschiedenheit der auf jeder Hälfte befindlichen Nummern erkennbar. DaS Publikum wird in feinem eigenem In­teresse vor Annahme von dergleichen durch Zerschneiden verfälschten Banknoten gewarnt.

Fulda, 30. Dezbr. Dem Vernehmen nach hat der LiStyumsverwejer Hahne ein Schreiben vom Kultusmi­nister erhallen, in welchem dieser seine Befriedigung über daS Resultat der neulichen staatlichen Revision deS hiesigen Priesterseminars auSsprichl und die Bereitwilligkeit deS Herrn Hahne, mit welcher dieser den RegierungS - Com- uussaren entgekornmen ist, lobend anerkennt. Bei dieser Gelegenheit vernimmt man denn auch, daß Hahne nicht auf der im vorigen Jahre der Regierung präscntirten Kandidatenliste für die Neubesetzung deS hiesigen Bischofs- stuhls gestanden hat.

Melsungen, 1. Jan. Die „Hess. Bl." schreiben: Am 22. Dez. wurde Pfarrer Saul in Balhorn vor dem Kgl. Amtsgericht zu Naumburg auf erhobenen Einspruch gegen eine Strafvenügung wegen einer in Balhorn ver­richteten Taufe, die mit 5 Thlr. geahndet war, nach er­folgter Veilheitigung kostenlos freigesprochen.

Wiesbaden, 30. December (Seltern verschied Hier­selbst im 71. Lebensjahre der AppellationSgerlchtS Präsi­dent Hergeithahji. Derselbe war bekanntlich vor 1848 ein Führer der liberalen Opposiiion in der nassauischen Kammer, wurde im Mär, 1848 Ministerpräsident in Nassau, auf welchem Posten er bis zum Juni 1849 blieb, und zeichnete sich auS als Milglied der beulschen Nalio nalversammlung zu Frankfurt, wo er zur erbkaiserlichen Partei gehörte. Nach der Occupation Nassaus durch Preu­ßen wurde er im August 1866 zum kommissarischen Di­

rektor des naffauischen Staatsministeriums und bei der neuen Organisation der Behörden znm Präsidenten deS App llalionsgerichtS zu Wiesbaden ernannt. Sein Sohn 'st der jetzige Polizeipräsident Hergenhahn in Frankfurt a. M.

Dreihansen, 1. Januar. Eine auf gestern Abend in die Mink'sche Mühle dahier anberaumte kirchliche Ver­sammlung, zu welcher sich ca. 400 Personen au8 allen Gemeinden des Kirchspiels eingefunden hatten, wurde poli­zeilich aufgelöst, da die gesetzliche Anzeige hiervon wicht er­stattet worden war.

A«Sz«, aus de« Registern deS Standesamtes der Stadt Marburg

vom 24. bis 31. Dezem er 1874.

Bj Geburten:

n 1) Earl Christoph, des Schneiders Leonhard DieterichS.

2) Ernst August, des Maurermeisters I Conrad Döring S. 3) Christoph, des Welsbinders Conrad Dieterich S. 4> Emma Cathanne, des Gerichtsboten Heinrich Conrad Traute T.

C) Sterbefälle:

1) Georg des Dienstknechts Adam Schild von Lembach S. 6 I- alt. 2) Sophie Schildwächter geb. Schwarz, Ehesrau deS Bürstenmachers Daniel Schildwächter. 40 I. 2 M. 27 T alt 3> Zadock, des Handelsmanns Meier Baum S. 8 7 M alt'

4) Catharine, des Bahnwärtes Balthascr Nieß T. 2 I. 4 M 29 alL E>) Margarethe, des Bürstenmachers Daniel Schild­wächter T. 6 M. alt. 6) Catharine Elisabeth, des LackirerS Carl Heinrich Herwig T. 5 I. 0 M. 3 T. alt.

Telegraphische Depesche» der Ober- hessische» Zeitung.

Berlin, 1. Januar. Der Kaiser empfing heute Mit­tags 12 Uhr die Generäle und nahm die Glückwunsch- Adreffe deS Gcneralfeldmarschalls Wrangel entgegen. Der Kaiser antwortete aus dieselbe: „Ich danke Ihnen für di« Wünsche, welche Sie im Namen der Armee für Mich aus­gesprochen; Ich gebe sie auS vollem Herzen den hier Ver­sammelten besonders demülhig dankbar dafür zurück, daß der Allmächtige Mich im Lause deS verfloss.neu Jahre» wieder so weit gestärkt, Meinem schweren Berufe und auch dem Theile Meiner Pflichten, welche Sie repräsentiren, mit voller Hingabe genügen zn können."

Rom, 1. Jan. ES wird versichert, der deutsche Kai­ser habe in dem Schreiben, welches das Portrait beglei­tete, den Wunsch ausgedrückt, bald Italien zu besuchen.

Florenz, 1. Januar. Die „Gazetta di Fuenze" bringt folgendes Telegramm aus Rom: der Papst hat eine En cyclika an die Gläubigen und den ^piscvpat gerichtet worin er das Jubeljahr 1875 ankündigt. Ter Papst for'- den zum Gebete auf und erinnert an den Enthusiasmus und die Verehrung, womit das Jubeljahr gefeiert worden, °lS die Kirche der Ruhe genafe;. er drückt sein Bedauern darüber au», daß die Umstände, welche im Jahre 1850 die Feier deS Jubiläums verhindert, inzwischen noch un­günstiger gewo.den seien, hält es aber dennoch für noth- wenvig, den Gläubigen eine außerordentliche Gnade zu bewilligen und schließt nach Elwähnung der mit dem Jubiläum verbundenen Gnade mit Ermahnungen an die Katholiken.

Paris, 1. Jan. Präsident Mac Mahon hat gestern hier in Paris, heute in Versailles empfangen. Eine officielle Rede hat er nicht gehalten.

Marburg 2. Januar. Der heutige Wochenmarkt war. ba ein großer Tdeil der Verkäufer am Neujabrsmarkt hier war, nur sehr gering besucht. Butter kostete das Pfd. 12 - 13 Sar Eier per Stück i0 Hlr., Käse per Stück 10—12 Hlr., Käsemätt'e per Stück 6 Hlr., Täubchen das Paar — Sgr., Hühner per Stück — Sgr., Hahne per Stück — Sgr, Gäule per Stück I Thlr. 15 Sgr. bis 2 Thlr., Hasen per Stück 30—37 Sgr Kohlraben — Glück — Sgr., Nüsse - Stück - Sgr'.' Haselnüsse — Liter — Sgr., Birnenmus per Maastopf — Sar.' Weiskraut 1 Kopf 8—10 Hlr., Linsen 2 Liter 3j—4 Sgr., Erbsen 2 ütet 2J-3 Sgr., Zwetschen per Pfund — Sar., Aeviel 8 — 10 Stück 1 Sgr., Birnen — Stück — Sgr., Wolle 1 Pfd 17-20 Sgr.

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Mittwoch den 6. Januar, 10 Abends 7' 2 Uhr: ______Sitzung.______ CAem edlen Geber vielen Dank, für ,"w die abgetragenen Tanzschuhe!

Wie steht eS übrigen» mit alten Hosen au»?

11] Ein gerührtes Herz.

Akademischer Gesang­verein.

P robe Montag den 4. Januar, 12) 7 Uhr.___________

Sun gen und Mädchen finden bei uns gegen hohen Lohn dauernde Beschäfliaung.

5839] Ct. Niederehe & Sohn.

Todesanzeige.

Freunden n->d Bekannten die traurige Mitcheilung, diß unser vielgeliebt Söhnchen Jacob Hermann im Alter von adu Monaten heute Abend 6 Uhr nach kurzem schwerem Leiden sanft dem Herrn enischlafen ist.

Um stille Theilnahme bitten

MarhUrz, den 31. Dezbr. 1874.

13] I. Bremer und Frau.

Todesanzeige.

Heute Nachmittag kurz nach 2 Uhr entschlief dahier sanft nach längerem Leiden unser lieber Vater, Schwieger­vater und Großvater 14

H. Eister, Pfarrer zu Schrecksbach.

Um stille Theilnahme bitten Marburg, 2. Januar 1875.

W. Coster, Kreisthierarzt. M. Kaiser, geb. 6 öfter. H. Kaiser, Krelsihierarzt.