Vermischte».
— AuS Westfalen, 25. Nov. Auf dem Bahnhofe in Holzwickede ereignete sich gestern Vormittag folgender Unfall: Als der 10 Uhr 44 Minuten planmäßige Per- fvuenzug nach Unna abgefahren war und in ein Seilengeleise einbog, kam der planmäßig 10 Uhr 48 Minuten von Unna eintreffende Personenzug auf demselben Geleise herangebraust, welches der andere Zug zu verlassen sich bestrebte, aber noch nicht ganz verlassen hatte. Der ankommende Zug faßte noch den letzten Wagen desselben — einen Personenwagen 3. Classe, in dem sich etwa 30 Personen befanden — und zermalmte diesen vollständig, während von dm Insassen 3 mit schweren und die übrigen mit mehr «der weniger leichten Verletzungen merkwürdigerweise davon kamen. Der vordere Theil deS Zuge« hatte von dem Zusammenstoß wenig zu leiden; die Bahnstrecke indeß war für einige Zeit unfahrbar geworden.
— Wie auS ärztlichen Kreisen der Bürgerz. mitgethcilt wird, hat die Anwendung der Morphium-Einspritzungm, welche ursprünglich zur Stillung von Nervenschmerzen verordnet wurden, zu einem bcdauernswerthen Mißbrauch üeführt. Wer hätte geahnt, daß die kleine Spritze zu Mbcutanen Insertionen auch verwendet werden würde, um ^incr Leidenschaft zu fröhnen, welche mit dem Opium-Essen «t Chinesen die größte Verwandtschaft hat? Und doch P das der Fall. Die in Folge der Morphium Einspritzung »ntretmde Betäubung muß auf manche Naturen einen be Ivnderen Reiz auSüben, so daß sic dies künstliche Betäubungsmittel bald ganz gewohnheitsmäßig anwendcn und schließlich ohne ihren Morphiumrausch gar nicht mehr Vsttten können. Die Erscheinungen, welche bei den dieser «idenschaft fröhnenden Personen zu Tage treten, sind denen
Telegraphisch« Cours- und Marktberichte.
Frankfurt a. M., 30 November. (Schluß-Course.) Staats- bahn-AcNen 3t)2. Elisabetd 201, Galizier 256, Lombarden 140 Nordwestdahn 148, Creditactien 248, Silderrente — Vavrer^ rente -, 18ti0r Loose 108, Nationalbank 1050, Spanier —.
Berlin, 30. November. (Schlußcourse). Ereditactien — Staatsbahn 183Z, Lombarden —, Amerik. —.
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Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Einführung des Gesetzes über die Quartierleistung für die bewaffnete Macht während des FricdenSzustandeS vom 25. Juni 1868 in Würtemberg. Nach kurzer Debatte beschloß das Haus, die Vorlage an die zur Vorberathung des NaturalleistungS- gesetzcS niedergesetzte Commission zu überweisen. — Nächster Gegenstand der Tagesordnung ist die erste Lesung des Haushalts Etats für Elsaß-Loihringen; auf den Vorschlag deS Präsidenten v. Forckenbeck wird damit die Berathung der Anleihe für das Reichsland, die demnächst auf der Tagesordnung steht, vereinigt. Abg. Simonis spricht gegen die Vorlage. Abg. Dunckcr beantragt Ueberweisung an eine Commission von 21 Mitglieder, in welche sämmtliche Abgeordnete für Elsaß Lothringen gewählt werden sollen. Das Haus vertagt hierauf die Debatte bi« zum Montag.
ArrHverkarrf
einer großen Parthie Buckskins, dabei viele Reste zu bedeutend herabgesetzten Preisen, % bis 10/4 breit, von Thlr. 1. 5 Sgr. den Mieter an bei
Hermann Eichelbera, 6055]Wettergaffe 324. '
i ähnlich, welche nach den Berichten der Reisenden bei den । Opium-Essern beobachte! werden: Zittern der Glieder, aschfahle Gesichtsfarbe rc. Die Heilung von dieser unseligen ’ Leidenschaft ist sehr schwierig. Eine besondere Vorliebe für die Anwendung von Morphium-Einspritzungen ist bei hysterischen grauen beobachtet.
v«« Reichstag.
sSchluß der Sitzungsberichte vom 27. Nov.] Nach Erledigung dieses Gegenstandes der Tagesordnung folgt die Berathung des folgenden Antrages des Abgeordneten Dr. Lasker: 1) Mit Rücksicht auf den Umfang und die Schwierigkeit der geschäftlichen Behandlung der Entwürfe: eines Gerichtsverfassungs-Gesetzes einer Strafprozeßordnung, einer Civilprozeßordnung und der zu denselben gehörigen Einführungsgesetze Die BereiiwiUigkeil ausgesprochen, einem Gesetze zuzustimmen, welches: a) die zur Vorberathung einzusetzende Commission ermächtigt, ihre Berathungen zwi scken der gegenwärtigen und der nächstfolgenden ordent- lichey Session des Reichstags fortzusetzen; b) die Fortsetzung der Verhandlung über die bezeichneten Gesetzentwürfe in zweiter und dritter Lesung während einer folgenden Session der gegenwärtigen Legislaturperiode ermöglicht; 2) über die Ergänzung der Kommission für den Fall, daß Mitglieder derselben zwischen der jetzigen und der nächsten Session ausscheiden, sowie über die Behandlung von An trägen, welche von anderen Mitgliedern des Reichstages zu den oben bezeichneten Gesetzen außerhalb der Session deS Reichstags gestellt werden, geschäftsordnungSmißigen Beschluß vorzubehalten. Abg. Windthorst (Meppen) Auch ich werde dem Anträge beistimmen, ich habe ihn ja unter schrieben. Ich kann aber nicht unterlassen, zu sagen, daß eS mir keineswegs leicht wird, weil die Aufgabe deS Priu cips, daß man nicht von einer Session in die andere Sachen übertragen soll, eine sehr ernste ist, deren Consequenzen unangenehme Folge» herbeiführen kann. Außer- dem liegt darin, daß man ein und derselben Commiision solche ausgedehnten Befugnisse, wie durch diese kommissarische Behandlung der Sache geschieht, einräuml, ein Maß von Vertrauen, welches ich für nicht unbedenklich halte. Allein es bleibt uns kein anderer Weg übrig und ich stimme da, her für den Antrag mit der Beschränkung, das man späterhin auS dieser besonderen Behandlung dieses Falles keine Consequenzen für andere Fälle wird ziehen dürfen. Der Antrag wird darauf mit großer Majorität angenommen. Schluß der Sitzung 31/2 Uhr. Nächste Sitzung Sonnabend 12 Uhr. Tagesordnung: Genfer Postvertrag, Interpellation Schulze, Quartierleistungsgesetz, HauShaltS- Etat für das Reichsland, Anleihe sür daffelbe.
Sonnabend, 28. November.
In der heutigen Sitzung des deutschen Reichstages, welcher der Reichskanzler Fürst von Bismarck, Bundes bevollmächtigte Staatsminister Delbrück, von Kamecke, Dr. Achenbach, von Mitlnacht, der General-Postdirector Dr. Stephan, der bayerische Oberst Fries und mehrere Bundes-Commiffarien beiwohnte», stanv zunächst die erste und zweite Beraihung des Berner PostvertrageS aus der Tagesordnung, welche der General-Postdirector Dr. Stephan mit einem Vortrage über die Bedeutung des Vertrages einleitete. Der Abg. Miquel gab der Befriedigung über die im Interesse eines einheitlichen Verkehrs Seitens der Postverwaltung gemachten Fortschritte, sowie dem Dauk- gcsühle gegen den derzeitigen Leiter der Postverwaltung AuSdruck und sprach die Erwartung aus, daß das Haus den Vertrag einstimmig genehmigen werde. Der Abg. Dr. Reichensperger (Crefeld) erklärte, daß er das Gefühl des Dankes gegen die Postverwaltung mit dem Vorredner theile und nur wünsche, daß die im Art. 6 getroffene Be stimmung: Unfrankirte oder ungenügend frankirtc Zettungen und andere Drucksachen werden nicht befördert; die übrigen unfrankirten oder ungenügend frankirten Gegenstände werden wie unfrankirte Briefe taxirt, nach Abzug deS Weiches der etwa verwendeten Freimarken oder Freicouverts, wenn irgend möglich dahin geändert werde, daß Die rücksichtlich Der Zeitungen und andere Drucksachen gemachte Ausnahme fortfalle. Der Abg. Schmiot (Stettin) bezeichnete als Schattenseiten des Vertrages, daß das Briefgeheimmß nicht gewährleistet, daß ke ne Vereinbarung über das Paquetporto sei und daß für Werthsendungen keine bindende Verpflichtung einwirken werde. Die Festsetzungen deS Vertrages berühren weder die innere Postgejetzgevung jedes Landes, noch beschränken sie die Befugniß der vertragende» Theile, Verträge unter sich bestehen zu lasten, ober neu zu schließen, sowie engere Vereine zur weiteren Erleichterung deS Verkehrs aufrecht zu erhalten oder neu zu begründen. Ab geordneter Dr. Braun bezeichnet den Vorwurf als Par- ticulariSmuS Seitens deS Vorredner» als einen un begründeten. Er glaubt erwarten zu dürfen, daß auch Frankreich sich der Eonvention recht bald anfchließen werde. Der Generalpostdirektor Dr. Stephan replicirte auf einige Aufstellungen des Vorredners und erklärte, daß das Zustandekommen des Vertrages nur zu einem geringen Theil ihm zu verdanken sei. DaS Haus genehmigt hierauf in erster und zweiter Berathung einstimmig den Entwurf und trat in den zweiten Gegenstand der Tagesordnung ein; die Interpellation Schulze - Delitsch, betreffend die HtlfS und Unterstützungskassen der Arbeiter. — Präsident Dr. Delbrück konstatirt, daß über eine Anzahl Punkte noch einzelne Sachverständige gehört werden müssen, und hofft bas entsprechende Gesetz »och in dieser, unter allen Um ständen aber in der nächsten Session vorlegen zu könne». — Der dritte Gegenstand der Tagesordnung war die erste
Telegraphische Depesche« der Ober- hesfische« Zeitung.
, .derli«, 29. Noobr. Lei Feststellung der Matriku- larbettrage sür 1875 im BundeSrathe erklärt sich der Großherzoglich Sächsische Bevollmächtigte beauftragt rück- stchtlichDer finanzpolitisch bedenklichen Steigerung der Matrikularbeiträge dem dringenden Wunsche Ausdruck zu geben, daß noch vor Aufstellung des Etats pro 1875 auf neue finanzielle Quellen für das Reich ernstlich Bedacht genommen werde und bezeichnete als solche die Tabaksteuer, Zoll auf Mineralöle, eine Erhöhung der Bier- steuer, eine Reichsgewerbe, und eine umfassende Reichsstempelsteuer.
Wien, 29. Nov. In der heutigen Versammluiig der verfassungstreuen Clubs unter dem Vorsitz Herbst's zur Erörterung der wiffenschaftlichen Lage beantragt Spiegel Constatiruiig, daß keinerlei Mißtrauen oder Opposition gegen tote Regierung beabsichtigt sei, die Einsetzung emer aus Den drei verfassungstreue» Clubs zu wählenden Dretfftger Commission behufs Erwägung von Mitteln zur Abhülfe. Hetlsberg befürwortet de» Bau von Eisenbahnen durch deu Staat, Fux empfiehlt außer Eisenbahnbauten die Ueberlassung der Platze der aufzuhebenden Wiener Linenwälle an die Commune, ferner die Aufnahme einer StaatSan- leihe zu Bauten von Schulen, GemeindehLusern, Svitälern und Straßen. Brestel und andere Redner sprechen sich gegen jede Hülfe de« Staates aus. Kallir beantragt auf ben Antrag Spiegel nicht einzugehen, bagegen bie Mil- glteber aufjuforoern, etwaige Anträge im Adgeorbnetenhause einzub ringen. Süß beantragt, die Regierung zur Einbringung eines ausführlichen Programms über ben Bau oon Staatsbahnen im Monat Januar auszufordern. Nach dem Schluß der Debatte spricht sich Obmann für Einbringung der heutigen positive» Vorschläge als selbständiger Anträge bei der Berathung des Budgets aus. Hierauf Wird der Antrag Kallir« angenommen, wodurch sämmtliche übrigen Anträge als abgelehnt erscheinen.
Pari-, 29. Nov. Eine Versammlung von Deputir- ten der Linken und der äuBer|ten Linken sprach ein. Ittmmig bte Absicht aus, unmittelbar nach dem Wieder» zusammentritt bet Nationalversammlung zu verlangen vaß das ArmeecadreSgrsetz berathen und jede Politische DiScus- ston sowie die Berathung der constitutionellen Gesetze bi« "ach dem 1. Januar vertagt werde. Man glaubt Die drei Gruppen der Linken würden morgen dasselbe beschließen auch die Gruppen der Rechten sollm die gleiche Absicht hegen. — Bei den Pariser Municipalwahlen sind gewählt worden: 53 Radikale, 10 gemäßigte RebubUkaner, 11 Conservative, 5 Stichwahlen sind erforderlich.
Prlrr-parA, 29. Novbr. Die in Den auswärtigen Zeitungen verbr-ueten Nachrichten über bie angebliche Schließung bet Universitäten von Charkow unb Kiew sind unwahr. Zur Zeit ist von Unregelmäßigkeiten in ben höheren Lehranstalten, außer ben von ber hiesigen Universität gemelveteii, Nicht« bekannt und stnv allgemeine Maß- regeln gegen bie höheren Lehranstalten in keiner Weise beabsichtigt.
Siir die Familie Böttner ging bei uns ein: von H. S. 15 Sar
Wertere Gaben erbittet v 9'
di- Exped. d. Oberh. Zeit.
Ursache seines Leidens angegeben wird, kann sich das Leben des Exkurfürsten wol noch einige Zeit verlängern, wird aber schwerlich dieses Jahr überdauern.^
Kassel, 26. Nov. Die „K. Z." schreibt: Der Kronprinz hat heute Nachmittag 1 Uhr Kassel wieder verlassen, nachdem er vorher eine längere Rücksprache mit dem Director des Gymnasiums und einigen Lehrern der Obersecunda, welche bekanntlich der Prinz Friedrich Wilhelm besucht, gehabt hatte. „In die inneren Angelegenheiten der Schule," äußerte der Kronprinz, „mische er sich nicht gern; dagegen wünsche er, daß sein Sohn in allen Stücken eben so wie seine Mitschüler behandelt werbe unb an jebem Semesterschluffe ein Zeugniß mit Angabe des ihm zukommenden Platzes erhalte."
— Die König!. Regierung hierseblst macht bekannt, daß ber verstorbene Bankier Samson Seelig Goldschmidt Hierselbst 1) dem ffraelitischen Waisenhause in Kassel, genannt Philipp Feidel und Emilie Goldschmidt'sche Stiftung, ein Legat von 4000 Thalern, 2) der Armenverwaltung hier ein Legat von 300 Thalern, 3) der israelitischen Gemeinde hier die Summe von 26,400 Thalern, und zwar, um davon an die Samson Seelig und Julie Goldschmidt'sche Stipendien-Stiftung 25,000 Thlr., an die Gesellschaft Humanität hier 400 Thlr., an den israelitischen Männerverein für Krankenpflege hier 300 Thlr., an den israelitischen Frauenverein 400 Thlr., an den israelit. Schwesterbund hier 300 Thlr., auszuzahlen, — letzwillig vermacht hat.
Kassel, 28. Nov. Das Comits für den hier ins Leben zu rufenden Pferbemarkt, verbunden mit Prämiirung und Verloosung, hat sich nunmehr fest conftituirt und besteht au« den folgenden Herren: Stadtcommandant General-Lieutenant von Golomb, General-Major von Pfuhl, Oberbürgermeister Nebelthau, Bürgermeister Weise, Polizeidirector Albrecht, Postmeister Nebelthau, Oekonomierath Vogeley, Landrath Weyrauch, Departementsthierarzt Schmelz, Thierarzt Fischer, Kaufmann Ruch, Färbereibesttzer Seelig, Oekonom Caner, Ztmmermeister Räbel und Maurermeister Löser. Die beiden zuerst genannten Herren sind zu Vorsitzenden des ComiteS ernannt worden. Der erste Markt ist bereit« bestimmt für Anfang April n. I., also etwa zur Zeit ber Kasseler Frühjahrsmesse in Aussicht genommen. Hauptsächlich wird nun die Frage wegen Unterbringung der zum Markte gebrachten Pferde zu entscheiden fein. Ein provisorisches Stallgebäude für etwa 100 Pferde, das jedes Jahr neu gu errichten wäre, wurde jährlich 3—4000 Thaler kosten, ein festes bleibendes Gebäude dagegen einen einmaligen Betrag von 9—10,000 Thlr. erfordern. Die Kosten de« Markte«, die in erster Linie von den ihn beschickenden Händlern zu tragen sein würden, würden also durch Errichtung eine« bleibenden Gebäudes wesentlich Der ringert werben, da alsdann nur der Betrag für Verzinsung und Amortistrung des Baucapitals, sowie ein etwaiger Reserve- unb Erneuerungsfonds aufzubringen sein würden; e« würde also in Folge der Verringerung der Kosten, die den Marktbesucher treffen, eine erhöhte Frequenz zu erwarten fein. Wie wir hören, neigt sich auch das Comite zu der Ansicht, ein ständiges Stallgebäude zu errichten. Voraussetzung würde dabei fein, daß ber erforderliche Betrag von 10,000 Thlr. in Antheilscheinen von den Interessenten, zu benen wir vor Allen bie Einwohner Kassels rechnen, aufgebracht würbe. Dem Vernehmen nach wirb sich bas Comite in seiner nahe bevorstehenden Sitzung über diese Angelegenheit schlüssig machen. (H. M.)
Lrnnennungen, Verleihungen ie.
v. Schorlemer, Secondlieutenant a la suite des Hess. Jägerbataillons Rr. 11, ist unter dem gesetzlichen Vorbehalt auS- geschieden. Der Oberbergamts-Martscheider a. D. A. Ey hat die Geschäfte eines concessionirten Markscheiders vom 1. d M. wieder übernommen und seinen Wohnsitz nach Kaffel verlegt.