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Mr 268

JRarGurg, Sonntag, den 15. November.

187«

In Italien haben am 8. d. Mts. die mit so vieler

Politische Wichcn-Uebersicht.

Korsakow (jetzt in Kiew) werden osficiös in Abrede ge-

grschritten.

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Das Gesicht mtt ven Panoen foltn unb martern Sie mich selbst,

sich tn dieCcke de» SophaS znm v roatum zwingen Sie mich, Sie zu verfolgen, warum enden

Sie nicht dieses ruhelose Dasein durch da- einzige Wort,

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L ä"swe''»*Ä2-iwÄ

,Un6 warum unmöglich? Was sollte Sie hindern?

nut durch da» stille Weinen der jungen Frau und das

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In England ist daS Ereigniß des Tages ein Aus- ah Gladstone's, in welchem er sich gegen die ultramon­tane Richtung der letzten Jahre wendet und nachweist, daß ein einsichtiger Katholik im Sinne de« BaticanumS Pein loyaler Bürger eines anderen Staates mehr sein könne, da sein Gewissen und seine Pflicht zur Verfügung einer der Staatscontrole nicht unterworfenen Person stehe. Seitens der liberalen wird diese Auslassung, welche von ihrem Führer den Verdacht nimmt, daß er ein allzugroßer Katholikenfreund, ja, wohl gar ein heimlicher Katholik sei ein Verdacht der ihm bei dem im Grunde immer noch durch und durch protestantischen Geiste deS englisch« Vol­kes sehr geschadet und wahrscheinlich den ungünstig« Aus­fall der letzten Wahlen an erster Stelle verursacht hat, mit großer Genugthuung begrüßt. Von katholischer Seite sind bisher drei Erwiederungen eingelaufen, die in dem einen Punkte alle übereinstimmen, daß durch das Vati­canum da» Verhältniß der Kirche zum Staat nicht geän­dert sei, eine vom Erzbischof Manning, der e» einfach täugnet, daß die Ansprüche des Papstes sich je auf welt­liche Angelegenheiten erstrecken könnten; eine von Lord Acton, der diese- zwar zugibt und sogar mit schlagenden Beispielen aus der Geschichte erhärtet, aber Gladstone da­mit tröstet, daß der katholische Theil des englischen Volks ebenso loyal sei und sich im Herzen eben so sehr als Engländer fühle, wie der protestantische; endlich eint von Sir George Bowyer, welcher behauptet, daß die Kirche nie ungefährlicher gewesen sei, al- in ihrem jetzigen elen­den gedrückt« Zustande.

Die belgischen Kammern sind am 10. Nov. ohne Thronrede wieder eröffnet worden. Der Präsident, Herr Thibaut, und die beiden Vicepräsidenten wurden wieder- gewählt.

Die vereinigte Linke im dänischen Folkething hat am 31. October in einer von ihr einbrrusenen großen politischen Versammlung durch den Mund I. A. Hausen'- die Erklärung abgegeben, daß sie auch dem jetzigen Mini­sterium Fonnesbech feindlich gegenüberstehe, namentlich we­gen deS Finanzgesetzes und wegen des Entwurfs über die Predigergehülter. Der König hat dem General-Postdirektor deS Deutschen Reichs, Dr. Stephan, da- Großkreuz des : Danebrog Ordens verliehen.

In Schweden und Norwegen ist am 4. d. M. i der 60. Jahrestag der Vereinigung beider Länder (1814) i festlich begangen worden. Der norwegische Kultusminister i Essendrop ist auS dem Rath der Krone ausgetreten und zum Bischof von Christiania ernannt worden.

Alle Gerüchte über Veränderungen im russischen

Die Baronin antwortete nicht auf diese Bemerkung. DaS Gestcht mit den Hände« sich bedeckend, lehnte sie

Roller ließ seinen dunkeln Knebelbart fieber- häft durch seine Finger laufen und seine Züge zeigten rin Gemisch von Leidenschaft, Mitleid und Drohung. . < ____ c__trt kam

ich will Dein sein?-

Lassen Sie mich . . . Herr von Roller," wemte die

Eine L erbrechen«.

Novelle von Karl Wartenburg.

rief er mit heftiger Stimme,warum schauder« Sie, wen« ich Ihnen von meiner Liebe sprechen? Können Sie das Band zerreißen, da- unö aneinander kettet? Können Sie einen Tag, können Sie den erste« November au- Ihrem Leben verwischen?"

Gnade! . . . Barmherzigkeit . . . halte« Sie ein!" schluchzte die junge Frau, ihren Thränen freien Laus

Sind Sie nicht Ihre eigene Herrin? Oder sollte wirklich dieser blonde Siegfried," rief er in zornigem Spott,dieser Professor Werner Schilden zu fest in Ihrem Herzen sich eingenistet haben? Dann, dann, Valerie," ein rachsüch­tige- Funkeln glänzte in seinen Augen,dann möge er ich hüten. Sie kennen mich hinreichend und wissm, daß ch Jeden zermalme, der mir bei Ihnen in den Weg tritt. Sie sollen und müssen mein werden, und die­ser Federheld soll mich, bei Gott! nicht davon ab­halten 1"

Diese Worte tiefen eine dunkle, brennende Röche auf die Wangen der jungen Frau, mit einer ungestümen Be­wegung entzog sie dem Baron ihre Hand.

Sprechen Sie nicht so von Werner Schilden, Herr von Roller. Eine unbefleckte Vergangenheit liegt hirtter ihm und die- ist sein bester Schild gegen alle Ihre An­griffe."

Sie vergessen," antwortete der Baron höhnisch,daß der Herr Professor seine unbefleckte Vergangenheit weder gegen eine Pistolenkugel, noch gegen einen Degenstich sichern kann."

Ach! Sie verlassen sich auf Ihre Duellanteng eschick- lichkett," .entgegnete mit einem schmerzlichen und zugleich verächtlichen Lächeln die junge Frau,aber Sie können mir glauben, Schilde« würde weder Ihre Kugel noch Ihren Degen fürchten."

Da- würde sich finden," entgegnete der Baron sich zornig auf die Lippen beißend.

Indessen, wozu diese unnützen Drohungen," fuhr die junge Frau traurig fort,Schilden wird nie in dem Sinne in welchem Sie es fürchten, Ihr Nebenbuhler werden . . . Kann ich, ohne ihn zu täuschen, jemals die Seine werden? Und würde er, wenn er Alle-, Alles er- führe, jemals sein Geschick mit dem meinigen verbinden?

. Aber dennoch gelang e- mir, Sie zu entdecken . . . £),'* glauben Sie mir, Valerie, die Liebe hat ein scharfes, sehr scharfes Auge und ich würde Sie entdecken, wenn Sie sich in eine afri­kanische Sandwüste oder in die Einsamkeit eines ameri- kanischm Urwaldes zurückzögen!"

Ein Schauder überlief bei diesen Worten die junge Frau. Der Baron bemerkte es und ein drohende«, zor­nige« Feuer sprühte aus seinen dunklen Augen.

Warum erbeben Sie bei diesen Worten, Valerie?"

brochen.

ES hat mir viele Mühe gemacht," begann der Baron wieder,Ihren diesmalig« Aufenthaltsort auSzukund- fchaften . . Sie verabschiedeten Jhre^ sämmtliche^ frühere Dienerschaft und reiften allein "" x'

inzwischen geändert hat, verweisen.

leise Picken der Pendeluhr auf dem Sekretär unter­

lassend.

Eine mächtige Bewegung ergriff den Baron.Valerie, tief er, zu den Füßen der jungen Frau stürzend und ihre Linke ergreifend, die sie ihm vergeben- zu entziehen suchte, Valerie, warum stoßen Sie mich unb jneine Liebe zu-

fand bei chrer ersten Lesung, im Princip eine sc. günstige Ausnahme bei allen Fractionen mit alleinigem Ausschluß be« ultramontanen Centrums, baß an eine schließliche Ver- . stindigung auch über die Einzelheiten, die m dem Entwürfe ! allerdings nur mangelhaft ausgeprägt sind, nicht mehr zu i -weifeln ist- Die vierzehngliedrige Commission, die diese , Verständigung vorbereiten soll, hat sich bereit- conftitmrt. Das Reichs-Budget für 1875 fand am Montag seine erste Lesung und e- wurde in derselben eme Geschäfts behandlung beschlossen, (wiederum gegen den Antrag des Centrums), welche die Erledigung vor dem Anfänge des neuen Finanzjahres hoffen läßt. Im Arnim'schen Proceß ist die Verhaftung de- Angeklagten wenn auch nur durch Bewachung in seiner Wohnung wieder verfugt worden. Die kaiserliche Bewilligung deS von den dortigen bretJJe- rirkStagen zu wählendenLandesausschusses" für daS Reichs­land Elsaß-Lothringen ist im Allgemeinen mit vieler Be- ftiebi«unfl ausgenommen worden. Wenn demselben noch nicht V Oeffentlichkeit seiner Berathungen beigelegt ist, so rechtfertigt sich das zur Genüge aus den dort noch fort- deftehenden reichSseindlichen Agitationen und der ebenfalls noch fortbestehenden kranken Empfänglichkeit der Bevölkerung für Demonstrationen und Declamationen.

' Der Kaiser von Oesterreich hat nut der Kaiserin am 9. Nov. den Ausflug zur Jagd noch Klar-ruh in Böhmen angetreten. Die Jagden der pardubitzer Jagd- GeMschast »erben 6 Tage dauern. Die Feudalen er­warte« von blefem Aufenthalte eine Wendung in der böhmischen Politik de» Kaiser- und erklälen das Mimstermm in Gefahr, die durch die wirthschaftliche Nothlage noch erhöht werde DaS ungarische Abgeordnetenhaus lehnte die Beschlüsse be« Oberhauses ab, wonach Notariatsurkunden ungarisch aufgenommen werden müßten. Auch die Abänderung des Oberhauses am Wahlgesetze welche eme Erhöhung de« Censu« i« Siebenbürgen einschloß, wurde am 3. November vom Abgeordnetenhause verworfen.

Nachdem der schweizerische Stanverath vom 3.bis 7. Nov das eidgenössische Militär-Organisattonsgesetz durch- berathen und mit nur wenigen Abweichungen in der vom Nationalrathe beschlossenen Fassung mit 30 Stimmen ge­nehmigt hatte, ist der am 9. November wieder zusammen­getretene Nationalrath zur zweiten Berathung desselben

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte«, sowie die Annoncen-Bureanx von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jägerische Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. SRete» meyer in Berlin; Carl Schüß- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

Anzeigen nimmt entgegen, die «Äeditton b. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. rn Kassel und Hannover; Ai- Dietrich in Frankfurt a. St.; Laasenstein & Vogler in Frankfurt a. M-, Berlin^Lew- ,ig. Cöln re.; Rudolf Moss,

»n Berlin, Frankfurt a- M. re. ______

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(Fortsetzung.)

Ei« etwa- eitlerer Man«, als es der junge Professor war, würde sich wahrscheinlich durch diese Worte sehr geschmeichelt gefühlt haben, aber in Werner wurde ein anderes Gefühl, als da- der Eitelkeit rege, das Gefühl be« Mißtrauens, und indem er sich vornahm, dem Frem- de« aeaenüber auf der Hut zu sein, falls er ihm noch öfter-^degegnen sollte, lmpfahl er sich, der Baromn das Versprechen gebenb, bald, vielleicht am Abend, wieder zu t0$Btrncr hatte kaum das Zimmer verlasse«, als sich cher Ausdruck der Gesicht-züge des Herrn von Roller selt­sam veränderte. .,

6in wildeS leidenschaftliches Feuer flammte tn seinem Auae auf unb eine verzehrende, eifersüchtige Wuch be mächtiate sich seines ganzen Wesens. Die junge grau saß mit gesenktem Haupte da, still, unbeweglich und wie betäubt. ,

Sie schein«", begann Herr von Roller mit aufge- reatem Wes«, während seine vlicke die junge Frau gierig verschlangen,Sie scheinen da-Sprichwort: alle Liebe rostet nicht, besonder- zu Ehre« bringen zu wollen, Frau

»a;j.r ist von den arofeen Jagden in Schlesien Leidenschaft eingeleiteten italienischen Parlamentswahlen ..rückÄebri und der Reichskanzler traf UN Mittwoch Abend stattgefunden, ohne daß die Betheiligung der wahlberechtig. £nteäl«uenb"w in Berlin wiederein. - ten Bürger einen stärkeren Procentsatz wie früher aufge= Der Reistag hat während den letzte« acht Tage« den wiesen hätte. Die Regierung hatte großen Eifer an den «nfnna seiner Arbeite« zu guter Vorbedeutung in großer Tag gelegt, das Interesse und die Theilnahme der Be- Einrnüthiakeit fortgesetzt. * Die Landsturm-Vorlage, die einen völkerung anzuspornen. Noch 5 Tage vor den Wchlen S ©(hluMtein für die ReichS-Wehrverfassung bildet, hatte der Minister des Inner« in diesem Sinne em Tele- wlchttgen Schlutzstein < " » Qn rathler aeianbt. Diesem Eier ist eS nun

völkemng anzuspornen. Noch 5 Tage vor de« Wahlen )atte der Minister des Inner« in diesem Sinne ein Tele­gramm an alle Wähler gesandt. Diesem Eiser ist e« nun wohl einesteils zu danken, daß die Resultate der Wahlen so ungewöhnlich schnell bekannt geworden sind. Von dem angeblichen Briefwechsel zwischen dem Papste und dem Deutschen Kaiser verlautet nichts mehr. Herr Jervoise, der bisherige Vertreter England« beim päpstlichen Stuhle, von dessen Slbberufung unb Nichtwieberersetzung chon lange die Rebe war, hat Rom nunmehr wirklich ver lassen, unb gleichzeitig ließ ein anberet Staat, Sa« Salvabor, betn Papst das Aufhören feiner diplomatischen Vertretung beim heiligen Stuhle mittheilen.

Von der Regierung Frankreichs werden energische Schritte geplant, um die National-Versamrnlung sofort nach Eröffnung der Session zu der Organisirung deS Sep- tennium« zu treiben. Die Verhandlungen mit dem linken Centrum, das bis jetzt am Perier'schen Anträge festhält, dauern fort. DiePresse" brachte am 6. Nov. eine Dar­legung de« Minimums, welches das rechte Centrum ver­langt und wogegen Laboulaye imJournal des Debats" einen offenen Brief veröffentlichte, worin er nachzuweisen sucht, daß das Projekt de- Dreißiger Ausschusses keine Majorität in der National Versammlung finden würde ; die Republik sei das einzige Mittel, das dem Lande die nöthige Ruhe sichere; eine Zweite Kammer, die au« lauter Privilegirten bestehe, sei unter jetzigen Verhältnissen ein Unding. DiePresse" entgegnet spöttisch:DaS linke Zentrum will den Titel Republik. Ach, wenn Ihr den Namen habt, seid Ihr vielleicht nahe daran, die Sache zu verlieren!" Die französischen Bischöfe haben wieder neun- tägige Gebete für Papst und Kirche für den 28. Nov. dis 6. Dec. ungeordnet. Zugleich tritt daS Zusammengehen Der Klerikalen uub Bonapartisten immer offener hervor; der Monde äußeit auf die bitter« Klagen der Debats und des Ternps über diesen Bund, der FrgnkreichS Zu­kunft bedrohe:Die Bevölkerungen wend« sich wieder zum Kaiserreiche, weil ihn« das Königthu« abhanden i kommt; die Schuld der Katholiken ist dies nicht; mit den ; Republikanern können sie nicht gehen, da sie von diesen i täglich angegriffen werden."

Auf die übersichtliche Darstellung vom KrtegSschau- . .. .

: piatze Span i enS in gestriger Nummer unsere- Blatte- Ministerium, namentlich über die Ersetzung Timaschew'S i wollen wir an dieser Stelle, da sich nicht« wesentliches im Departement des Innern durch den Fürsten Dondukow-