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Orrijrflifdif Jrilun«.

Anzeigen nimmt entgegen: dir Expedition d. Blatte-, sowie btt Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. In Frankfurt a. M-; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M-; Jnvalibendank, A- Stete« meyer in Berlin; Carl Schüß« ler in Hannover; C- Schlotte in Bremen-

Marburg, Freitag, den 13. November.Hk ' . . . . . . , . *v. Jo I

sowie die Ännoncen-Bureaux , von X6- Dietrich & Co. in

Dtetrtch tn Frankfurt a. M , Haasenstein & Vogler üt Lankfurt a- M-, Berlin, Leip» : 2 na, Töln rc-; Rudolf Moff« v-, in »erlitt, Frankfurt a- M- rc. ? .

ty.v.ls >;

«.scheint tlalich außer den Werktagen nach Sonn« und Feiettagen- Preis für das Quartal durch die Expedition lKoch'fche Buchdruckerei) bezogen 224 @gt., durch die Postämter d«S 1; deutschen Reiches 25 Egr. (excl. Bestellgebühr). JnfertionSgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. Für in der Expedition zu ettheilende

>; Auskunft und Annahme von Adressen werden 24 Sgr. berechnet.

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Novelle von Karl SBartenburg.jVj;i. inir,..

einer anderen zurücklaffcn mußte, um in meine Heimath zurückzukehren. Ich fühlte mich so unaussprechlich elend, zerknickt und im innersten Mark meines Lebens gebrochen, daß mir der Tod in diesem Augenblick als ein Geschenk, eine Wohlthat de« barmherzigen Gotte«, der meine Leiden endigen wollte, erschienen wäre . . . Aber der Tod erscheint am wenigsten bann, wenn man ihm winkt, ihn begehrt . . . Zurückgekehrt in da« väterliche Hau«, drang meine Mutter in mich, die Hand eine« wohlhabenden Kaufmann«, der sich um mich bewarb, anzunehmen. Ihr praktischer, klug verständiger Sinn, strebte vor Allem darnach, mir meine zukünftige Existenz zu stchern, und die« glaubte sie am besten dadurch zu erreichen, wenn sie mich an einen wohlhabenden, soliden Mann vcrheirathete."

Die kurzsichtige Politik der meisten Mütter,- warf Werner dazwischen rin,die unbekümmert um da« sonstige Glück ihrer Kinder, nur darnach streben, ihnen da« täg­liche Brod zu sichern.-

Vielleicht/ sprach Valerie weiter,- verdient meine Mutter diesen harten Vorwurf nicht. Sie wußte, daß mein Vater kein bedeutend!s Vermögen hinterlassen würde. Er war zu sehr ein Mann de« Lebensgenusie« gewesen, um trotz seine« guten Einkommen«, Schätze sammeln zu können. Verwöhnt, wie wir Kinder durch da« luxuriöse Leben im elterlichen Hause waren, hielt meine Mutter im Hinblick auf die Zukunft ihren Plan für den besten. Trotz ihrer Bemühung zerschlug er sich aber. Die nächste Ursache lag in dem Widerstreben meine« Vaters, denn ich war so gebrochen und ohne alle innere Sammlung, daß ich damals willenlos Alle« gethan, was man von mit verlangt hätte. Mein Vater hatte mir und meiner Schwester eine Erziehung geben lassen, die uns über das

Tod lückenhaft gewordene Ministerium ist jetzt zusammen­gesetzt wie folgt: Geheimrath Schulz erster, Geheimrath Zimmermann zweiter, der zum Geheimrath ernannte Ober­gerichts-Präsident Trips dritter Minister; nichi-stimm« führendes Mitglied des Ministeriums bleibt der Ministerial« Rath Grotian.

Gera, 9. Nov. Der hiesige Landtag wird Über die Propo- sttion des Fürsten, einen Beitrag aus den Domänen zur Staats Verwaltung zu gewähren, erst schlüssig werden, wenn der Domäncn-Ausschuß über die Domänen-Frage berichtet haben wird. Sollte eine Betretung deS Rechts­weges dem fürstlichen Anerbieten vorgezogen werden, so wird Letzteres vorerst hinfällig. Der dem Landtage vor­liegende Etat hat die Ausgaben für Reichszwecke zunächst nicht mit aufgenommen, weil man von der, wahrscheinlich aber nicht zutreffenden Voraussetzung auSgegangen, daß noch im Laufe der nächsten Finanz Periode die Matricular« Beiträge in Reichssteuern umgewandelt würden. Die Etats-Vorlage schließt mit 826,466 Mark in Einnahme und 766,406 Mark in Ausgabe; die überschießenden 59,660 Mark sollen ffür das Reich reservirt bleiben, und falls sie nicht zureichen, sollen noch Termine der Claflen- und Einkommensteuer erhoben werden. Die direkten Steuern muffen über die Hälfte der Gesammt-Einnahme, 446,000 Mark, decken, die Sporteln liefern 189,000, die indirekten Steuern 35,000 Mark. Im Ausgabe Etat kommen auf die Landes-Verwaltung 217,000, auf die Justiz 235,000, auf Kirchen und Schulen 140,000, auf cie Finanzen 168,000 Mark. Hierunter sind 41,000 Mark Verwaltungs-Aufwand für die 35,000 Mark be­tragenden indirekten Steuern.

München, 8. November, Trotz Reichsverband und Reichstag werden wir hier in der nächsten Kam- mersession voraussichtlich wieder eine Art Militärdebatte haben. Die Ursache liegt diesmal in der besseren Ver­pflegung bet bayerischen Unteroffiziere und Soldaten gegen­über denselben Militärgraden der preußischen Armee. Die­selbe wurde auf die Specialanordnung deS Königs auch nach 1871 beibehalten und aus dem allgemeinen, vom Reiche an Bayern gezahlten Militäretat bestritten. Die jetzigen LebenSmittelpreise machen die Fortdauer dieses Zu­standes aber nicht mehr möglich, so daß man sich hier und da bereits zur Schmälerung des täglichen halben Pfundes Fleisch genöthigt gesehen hat. Dem Reichsetat kann man natürlich nut einer bezüglichen Mehrforderung nicht kommen, denn so wenig daS Reich Etwas einzureden hat, wenn die im Frieden selbstständige bayerische Militärverwaltung ihre Soldaten bester verpflegte als die preußische, so wenig kann man dem Reiche eine Ausgabe für diese materielle Bevorzugung deS bayerischen Soldaten zumuthen. Unter diesen Umständen will das hiesige Kriegsministerium dem

wirklicher verttagSmäßiger Vereinbarungen thun. Ein be­reitwilliges Entgegenkommen der übrigen Mächte zur Er- reichung deS hohen Ziel- fei zuversichtlich zu erwarten.

Die Konferenzen, welche auS Anlaß der in Hesten- Rastau einzuführenden Gemeindeordnung in Castel in ver- wichener Woche stattfanden, haben zu einem befriedigenden Resultat geführt, und scheint eS demnach, daß die gegen den ministeriellen Entwurf in« Werk gesetzte Agitation durchaus unberechtigt war. Einzelne CommuneN beab sichtigen bei dem nächsten Landtage zu beantragen, daß der Staat gehalten werde, zur Erhaltung höherer Schulen Beiträge zu leisten. - Der Reichstag Hal schon eine recht ansehnliche Zahl Petitionen erhalten, darunter eine von Dr. Wiggers wegen der meklenburgischen Verfassung. Auch in dieser Session deS Reichstags wird die Diätenlosigkeit der Mitglieder der Gegenstand lebhafter Debatten bildeon Der Abgeordnete Herz hat im Reichstage rin e Interpellation wegen der Civilehe eingcbracht. Jrn kommenden Jahre sollen acht neue Schiffe und Fahrzeuge der Kriegsmarine fertig gestellt werden, namentlich die PanzerfregatteGroßer Kurfürst," die PanzercorvelteHansa rc. Im Jahre 1876 sollen sechs Fahrzeuge hinzutreten. E« bestätigt sich, daß die Geheimen LegationSräthe Dr. Hepke und Dr. Gestner zur Disposition gestellt stad. Politische Beweg gründe, wie sie von einigen Seiten angenommen sind, sollen hier kaum in Frage kommen.

Spin, 10. Nov. Mit der Oberbürgermeister Stelle ist ein Einkommen von 6000 Thalern verbunden, ein Gehalt so hoch wie kein Regierungs-Präsident cs bezieht, und das dem des Ober-Präsidenten gleichkommt Es ist daher nichts natürlicher, als daß Beamte, welche bereits hervorragende Stellen im Staate begleiten, nicht abgeneigt sind, in Köln an die Spitze der städtischen Verwaltung zu treten und in der Thal haben sich auch Solche gemeldet, bezw. angedeu- tet, sie seien -bereit, mit zu concurriren. E» wäre indis- cret, Namen zu nennen, bevor die Dorderathungen über die Wahl, über die vertraulichen Besprechungen hinaus gediehen find; so viel aber kann zur Zeit schon ange­nommen werden, daß der künftige Ober-Bürgermeister be­reits eine hochstehende populäre Persönlichkeit fein wird.

Trier, 6. Nov. Dem Bischos von Trier wurde eben­falls, wie dem Erzbischof von Köln und dem Bischof von Paderborn vom hl. Battr eine kostbare Medaille übersandt. Der schon weltbekannte Caplan Schneiders wird nun voraussichtlich wieder eine siebenmonatliche Gefängnißhaft abzubüßen haben, und zwar einen Mointt Executivhaft und zwei Berurtheilungen wegen unbefugter Amtshand­lungen (Meffelesen) zu je drei Monaten, und da er bereits 8 Monate hinter Schloß und Riegel gefcffen soerduldet­er sür'S Erste eine Gesängnißftrafe von 15 Monaten.

Braunschweig, 9. Nov. Das durch v. Campe's

' (Fortsetzung.) 1-

Braut nannte, liebte mich ebenso wenig, al« ich sie liebte. Sie und ich, wir wären beide glücklich gewesen, wenn wir damals schon - ein Berhältniß gelöst, welches Keines von uns beiden glücklich machen konnte. Wir thaten eS nicht, und büßten diese Unentschlossenheit durch eine mehrjährige, unglückliche Ehe, die wir dann endlich doch lösten, als wir einsahen, daß sie unS Beiden eine Qual «ar, die kaum länger zu ertragen . . ."

Es war unsere Bestimmung-, flüstette Valerieun sere Liebe sollte durch Kummer, Schmerz und Thränen geprüft werden, ob sie wahr und dauernd."

Werner schüttelte verneinend das Haupt.DaS ist der Trost duldender und weicher Naturen, die sich scheuen, ihr Leben selbst zu bestimmen. Es ist wahr: eS gibt Nothwendigkriten, denen wir uns unterwerfen müssen, Einflüße, die außer unserem Willen liegen, aber diese Einflüsse bestimmm doch unsere Geschichte nur in seltenen Fällen, und häufig, nur zu häufig, nennen wir daS Be­stimmung, was nichts Anderes als die natürliche Folge unseres eigenen Thuns oder Lassens iß,*

Das ist die Sprache eines Mannes, der das Leben beherrschen kann, aber so können wir Frauen nicht sprechen, beren Geschicke bestimmt werben."

Werner zuckte die Achsel.Laffen wir daS-, entgeg­nete er etwas finster,und erzähle mir weiter, wie es kam, daß Du trotz jener Verficherung ewiger Liebe schon nach wenigen Monaten da« Weib eine« andern Manne« werden konntest."

Valerie fuhr fort;Du erinnerst Dich noch jenes1 schmerzlichen Abschiedes, der unserer Trennung voranging. Es war drei Tage vor Deiner Trauung mit der, welche Deine Gattin werden sollte. Erlasse mir, Dir den Zu­stand meine« Innern zu schildern, als ich die Stadt ver ließ, wo ich den Mann meiner Liebe als den Gatten

ih »» Berlin, 14; Nov.Zur Charakteristik der Ultra, montanen" kommt die Prov.-Corresp. heute nochmals auf tzu« Verhalten und dielAeußerungen ulttamontaner Blätter, daS Kullmann'schc Attentat gegen den Fürsten Bismarck betreffenb, zurück, unter Reproduktion der Urthrile einiger liberaler Organe. -Die Germania hat die bodenlose Frech­heit gehabt, selbst nach der Verurtheilung KuSmannS daS Verbrechen als nicht erwiesen darstellen zu wollen und dabei, um ihren Zweck zu erreichen, selbst die Integrität des Ge­richtshöfe«, de« Schwurgerichts und der UntersuchungSbe- hörde in Zweifel zu ziehen. Man steht, wennder Zweck Cie Mittel heiligt* und die Schamlosigkeit in der Wahl bet Mittel al« Verdienst in majorem dei gloriam be­trachtet wird, dann bleibt nichts übrig, als sich mit Ekel abzuwenden von drin Abgrund bestialischer Bosheit! Dem ButtdeSrath sind heute vom Reichskanzleramt die Etat« der inneren Verwaltung, sowie der Wegebau- und Waffetbauverwaltung für Elsah-Lothringm vorgelegt wor- Cnt. 5Dec Kaiser folgt heute wie feit vielen Jahren am MartinStage der Einladung der verw. Generalin von Witz leben geb. Hoffauev zur MartinSganS. Der verstorbene General Job von Witzleben, ein Sohn des bekannten ehe­maligen «riegsminister«, war ein Jugendfreund des Kaisers und seiner Brüder gewesen und hatte eine Villa aus dem Gebiete von Glimette erbaut, wodurch ein lebhafter Ver­kehr Seiten« der Prinzen mit v. Witzleben sich fondauernd erhielt. -? Die Andeutung der Blätter, daß die Verüb- schtedung der LegationSräthe Hepke und Geßner mit der Iffaire Arnim in Zusammenhang stehe, ist gänzlich unbe­gründet. Hepke - ist feiner leidenden Gesundheit wegen schon längere Zeit mit Urlaub in Italien gewesen, ohne Genesung gefuubeö zu haben. Geßner war nur im Sekre­tariat beschäftigt. -1 Die Bestätigung des Oberbürger­meister« Hammer«, in Düffeldorf ift nunmehr erfolgt, nach, dem die Consereng der Herren v. Ende und Hamer« beim Minister de« Innern die Bedenken beseitigt hat.

__ 11. R00. DieProv.-Corr.* erwähnt deS beftie- dlgendkn Abschlusses der über die Aeuderung der Diöcefan- Grenzen zwischen Deutschland und Frankreich geführten Verhandlungen und hebt hervor, daß die französische Re- aiernng im ganzen Saufe der Verhandlungen bemüht ge­wesen sei, durch loyale« Entgegenkommen die großen Schwie rigkeiten zu beledigen. Dieselbe bestätigt, daß die vorläufigen Restlltate der ©rüffelet Konferenz in der nächsten Zeit die Grundlage.-für wettere Verhandlungen darbieten werden. Die russische Regierung habe die an der Konferenz beteiligt Mwefenen Mächte zur definitiven Aeußerung über ihre Zustimmung zu Den aufgestellten Punkten aufgefordert und wolle aus Grund dieser Erklärungen »eitere Schritte dehuf»

Mit bewegter Stimme fuhr fie datm fort:ES gibt Müschen, betten e« bestimmt ist, keine Freude ohne einen dimreu Tropf« zu kosten. - >

a$t demselben Augenblick, in welchem ich meiner Freun­din da« Geheimniß dieser so schnell und glühend erwachten Liebe anvertraute, erfuhr ich auch durch sie, daß der Mann, den ich liebte, nicht mehr frei wäre, sondern eine verlobte Brant hab» . . . O, Werner! nur der allmächtige Gott weiß, »0» ich in jener Nacht gelitten, gekämpft und ge­weint! Und wenn ich dadurch schuldig wurde, daß ich diese Liebe zu Dir nicht auS dem Herzen reißen konnte, wenn ich dadurch eine Schuld aus mich lud, daß ich dann mein Ohr jenen berauschend« Worten lieh, mit denen Du meine Seele gefangen nahmst und mir da« Geftändniß meiner Siebe ablocktest 0, bann, Werner, barf ich wohl fegen, daß ich diese Schuld durch dm Schmerz, dm mir diese Liebe bereitet, schwer, sehr schwer gebüßt und gesühnt habe"

Sie hatte die Hände gefaltet, Thränen funkelten in ihrem äuge und mit einem Blick voller Innigkeit fah fie auf zu Werner, der in heftiger Bewegung, feinen Zorn und alle die Selben vergeffmb, welche ihm die Liebe zu tiefer Frau bereitet, sie in seine Arme schloß, indem er dabei in die Worte au-brach:Und auch ich, Valene, auch ich liebte Dich von dem ersten Augenblick an, wo ich Dich sah; 0! warum folgte ich nicht der Stimme meine« Herzens, welche Leiden, welche Schmerzen wären un« erspart worden... Warum that ich es nicht? . . . Weil ich mich schmte, ein Band zu lös«, welches mehr aM jugendlicher Uebereilung, als au« Zuneigung ge- folofien wurde. Das Mädchen, welche« ich damals meine